Digitale Sekten gegen Natur & Wissenschaften plus die Klima-Spaltung der Religionen

Das 21. Jahrhundert wird turbulent und nach Erkenntnissen der Umwelt-Wissenschaften für die Zukunft der Menschheit entscheidend. Schon ab Juni 2020 warnte ich vor dem US-amerikanischen QAnon & deutschen Querdenken als “neuer, digitaler Religion” und Digitalsekte, etwa in Interviews beim Deutschlandfunk, im christlichen Pro-Medienmagazin, dem apokalyptischen Sog der Tyrannophilie bei n-tv.de und nach dem mörderischen Attentat von Idar-Oberstein auch wieder beim domradio. Inzwischen griffen auch weitere Medien wie das christlich-katholische “Neue Ruhrwort” die Thematik auf und stellten sie zur Diskussion.

Die Debatte über “digitale Sekten” bis hin zu den Gefahren des Terrorismus im “Neuen Ruhrwort” vom 25.09.2021. Screenshot: Dr. Michael Blume, MfG

Der Zeitpunkt dieser Analyse fällt selbstverständlich nicht zufällig mit der Fertigstellung von “Verschwörungsmythen” (Patmos 2020) zusammen: Schon in “Islam in der Krise” (2017) waren die bis heute massiven Auswirkungen des Verbots des Buchdrucks arabischer Lettern vom 15. bis ins 19. Jahrhundert drastisch vor Augen getreten. Und in “Warum der Antisemitismus uns alle bedroht” (2019) hatte sich der im Judentum erstmals religiös konkretisierte Semitismus als Medien- und Mythentradition der Alphabetisierung entschlüsselt. Nun dämmerte mir bei den Recherchen zu “Verschwörungsmythen”, wie sehr die Digitalisierung sowohl religiöse wie säkulare Denk- und Erfahrungswege beschleunigte und radikalisierte, die wir in der Religionsgeschichte als platonisches Höhlengleichnis (eigentlich: Höhlenmythos), als Gnosis, Esoterik und Okkultismus kannten.

Die Macht der Mythen in “Islam in der Krise” (2017), “Verschwörungsmythen” (2020) & “Warum der Antisemitismus uns alle bedroht” (2019). Foto: Michael Blume 

Problematik und Chance des Sektenbegriffes in der Religionswissenschaft

Nun habe ich den Begriff der “Sekte” erst zögerlich und nicht leichtfertig verwendet. Denn in meiner Hauptdisziplin, der Religionswissenschaft, wurde er ab den 1970er Jahren intensiv “problematisiert” und häufig verworfen. Das Lateinische “secta” für “Abspaltung” sei vor allem von Max Weber (1864 – 1920) sowie dann christlichen Theolog:innen dem englischen “Cult”, deutsch Kult, angenähert und zunehmend negativ aufgeladen worden. Dabei sei doch auch das Christentum selbst anfangs eine “jüdische Sekte” gewesen! Es sei also besser, fairer und religionswissenschaftlicher, fortan nicht mehr von Sekten, sondern von “neureligiösen Gemeinschaften” (NRGen) zu sprechen und zu schreiben. Konsequent plädier(t)en daher auch einige Religionswissenschaftler:innen dafür, etwa die Scientology-Church als vollwertige, religiöse Gemeinschaft anzuerkennen.

Abspaltung gegenüber der empirisch überprüfbaren Wirklichkeit

Tatsächlich ergibt sich diese Gleichsetzung von Sekten, Kirchen und Religionsgemeinschaften aus einer konsequenten Perspektive der Religionssoziologie: Aus ihrer Sicht gibt es keinen Unterschied zwischen religiösen Mythen und Verschwörungsmythen, weil sie nur die soziale Funktionen in den Blick bekommt. Kirchen wären dann – zumindest nach einer allzu groben Weber-Lektüre – kaum mehr als langlebige und gewachsene Sekten.

Doch im interdisziplinären Konzert der evolutionären Erkenntnistheorie halte ich eine solche Mono-Perspektivität nicht für haltbar: Es macht einen enormen Unterschied, ob eine Gemeinschaft Leben fördert oder angreift, ob sie empirisch-wissenschaftliche Erkenntnisse beispielsweise zur Evolutionstheorie annimmt (evolutionärer Theismus) oder verwirft (antiwissenschaftlicher Kreationismus).

Entsprechend weisen auch die Autorinnen Katharina Nocun und Pia Lamberty in ihrem Quadriga-Ratgeber “True Facts. Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft”  darauf hin, dass nicht nur psychologische Berater:innen, sondern auch ehemalige Verschwörungsgläubige selbst “ihren Weg aus dem Kaninchenbau einer Verschwörungsideologie oft mit dem Ausstieg aus einer Sekte” verglichen. “Und tatsächlich lassen sich viele Parallelen finden.” (S. 92)

Denn im digitalen “Zeitalter der Falsifikation” nach Karl Popper (1902 – 1994) geht es ja gerade nicht mehr “nur” um Abspaltungen zwischen religiösen Gruppen, sondern um die Bestreitung des überprüfbaren Weltwissens des Monismus selbst, etwa in der Leugnung der biologischen Evolutions- und physikalischen Relativitätstheorien, der Covid19-Pandemie oder der Klimakrise. Radikale QAnon- und Querdenken-Anhänger:innen bestreiten ja nicht mehr nur den Wahrheitsanspruch der Kirchen, sondern auch der Wissenschaften und Justiz, bis hin zur Leugnung etwa demokratischer Wahlen (US-Niederlage Donald Trump) oder der Existenz von Staaten (deutsches Reichsbürgertum).

Noch nie war es so einfach, günstig und schnell möglich, sich durch “Teilen” nicht erst von Geld (Querschenken, Gold, Esoterik), sondern auch von digitalen Inhalten in gnostischen Sekten des Gut-Böse-Dualismus zu verlieren. Ohne das eigene Haus zu verlassen, können sich nun Menschen interaktiv selbst zu den verschwörungsmythologisch “Erwachten” zählen, die einander signalisieren, die “Schlafschafe” aufzuklären (zu missionieren) und die Welt-“Verschwörer” zu identifizieren!

Pandemie- und Klima-Spaltung auch im Christentum

In meinem im November 2021 erscheinenden Buch “Rückzug oder Kreuzzug? Die Krise des Christentums und die Gefahr des Fundamentalismus” zeige ich auf den Spuren von Hans Blumenberg (1920 – 1996) auf, dass auch die christlichen Kirchen diese Spaltung zwischen der Bejahung von Naturwissenschaft (Monismus) und Verschwörungsglauben (Dualismus) ausgesetzt sind. Schon 1983 erkannte Blumenberg in “Die Lesbarkeit der Welt” in Kapitel “III. Der Himmel als Buch, das Buch im Himmel”: “Die Abwehr der Gnosis nicht nur als einer frühen, sondern als einer dauernden Gefahr für das Christentum ist verbunden mit der Aufwertung in ihrer Konkurrenz zum Heilsvorgang.”

Sowohl im Umgang mit der Covid19-Pandemie wie auch mit der Klimakrise erleben wir genau diese Spaltung: Während sich aufgeklärt-monistische Kirchenleute an den Naturwissenschaften orientierten und damit aber auch wie von Blumenberg “prognostiziert” einen Rückzug ihrer Wahrheitsansprüche zu einem Anti-Erbsünde-“Pelagianismus” und Natur-ist-Gott-“Pantheismus” vollzogen, warfen sich fundamentalistisch-dualistische Kirchenflügel dagegen in einen Kreuzzug gegen Wissenschaften, Medien und den demokratischen Dialog.

Das neue “Rückzug oder Kreuzzug? Die Krise des Christentums und die Gefahr des Fundamentalismus” soll schon im November 21 erscheinen. Covergrafik: Patmos

Problem auch für nichtreligiöse Wissenschafts- und Klimaschutzbewegungen

Daraus aber ergibt sich auch für nichtreligiöse Klimaschutzbewegungen wie “Extinction Rebellion”, “Fridays for Future”, für ökologisch-soziale Weltanschauungen und Parteien ein ernstes Dilemma: Wenn die Natur doch “gut” und Naturwissenschaft “wahr” sei, dann bleiben die Menschen als Allein-Schuldige im Fegefeuer einer sterbenden Welt (Anthropodizee). “Schuldig” und “sündig”, ja “erlösungsbedürftig” möchte aber gerade auch der post-religiöse Mensch nicht mehr sein und reagiert entsprechend häufig ablehnend, manchmal gar aggressiv auf entsprechende Vorhaltungen. In Blumenbergs Worten: “Uns sind schlimmere Schulden als Geldschulden hinterlassen, und jede Generation verantwortet die Taten derjenigen mit, deren Fortsetzung sie ist. Da tritt man nicht mit dem Buch des Lebens vor Gericht, sondern falliert allenfalls gemeinsam.”

Poppers wissenschaftliche Spiritualität des Kreuzes

Überraschenderweise bot ausgerechnet der des religiösen Fundamentalismus völlig unverdächtige Erkenntnistheoretiker Karl Popper einen schmalen, mittleren Weg zwischen “Rückzug” und “Kreuzzug”, indem er dafür plädierte, die Annahme auch unangenehmer, wissenschaftlicher (natur-, sozial- und geisteswissenschaftlicher) Erkenntnisse als “Tragen des Kreuzes” anzunehmen. Auch diese poppersche Spiritualität – die sich mit und ohne religiösen Überbau verstehen lässt – stelle ich im neuen Buch dar. Statt einer plump-reduktionistischen 2-Welten-Lehre von Natur und Geist entwickelte er ein 3-Welten-Modell, in dem zwischen Natur und geistigen Wahrheiten etwa der Mathematik die individuelle Subjektivität, Freiheit und Verantwortung von uns Menschen steht. Noch ein letztes Mal aus dem Blumenberg-Kapitel dazu, der mit Bezug auch auf das Judentum schrieb: “Das Buch der Geschichte ist ein Schuldbuch, nicht im Sinne der Erbschuld und der Sündigkeit, sondern in dem des nicht beliebigen Anfangs eines jeden am Nullpunkt seiner Existenz, auf der ersten Seite seines Buches des Lebens…”

So bleibt mir also nur zu hoffen, dass nach “Islam in der Krise” und dem (Anti-)Semitismus-Buch mit Fokus auf die Wirkungen und Verfolgungen des Judentums nun auch der Christentum-Band der Religionen-Trilogie Mit-Lesende und vor allem Mit-Denkende finden wird. Denn wenn es tatsächlich ein Zwischenreich der menschlichen Freiheit und Verantwortung im Popperschen Sinne gibt, dann kann das Leben und Hoffen auch mit Sinn erfüllt werden. Dann hätten digitale Verschwörungsmythen-Sekten zwar die schnelleren und einfacheren, dualistischen Antwort parat – aber eben nicht die besseren. Und auch der wissenschaftlich informierte Diskurs müsste nicht im Relativismus verharren.

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) & "Verschwörungsmythen". Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

43 Kommentare

  1. Katharina Nocun übrigens hatte aktuell ein, wie ich meine, sehr gelungenes Gespräch (Podcast) mit Holger Klein von Übermedien über den Mord in Idar-Oberstein, wo ein Maskenverweigerer einen Tankwart erschoß.

    Übermedien ist ein von Stefan Niggemeier gegründeter Blog, der über Medien, also mediale Berichterstattung sowohl berichtet als auch vor allem reflektiert und kommentiert. Hier geht es also um wie wird berichtet, und wie sollte man berichten, also im weiterem Sinne: Was haben wir von diesem Vorgang zu halten? Klein stellt etwa die Frage: Mordet ein Syrer, werden von den Rechten gleich alle Syrer in Mithaftung genommen. Nehmen wir nicht hier ebenso wegen eines Irren alle Querdenker in Mithaftung? Und gibt selber zur Antwort: Ein Syrer sucht sich ja nicht aus, syrischer Herkunft zu sein. Frau Nocun ergänzt: Wie es aussieht, hat dieser Täter schon lange vorher von einem Bürgerkrieg schwadroniert.

    Wer sich für die Thesen von Nocun/Lamberti interessiert, hier eine erste Näherung.

    • Klein stellt etwa die Frage: Mordet ein Syrer, werden von den Rechten gleich alle Syrer in Mithaftung genommen. Nehmen wir nicht hier ebenso wegen eines Irren alle Querdenker in Mithaftung? Und gibt selber zur Antwort: Ein Syrer sucht sich ja nicht aus, syrischer Herkunft zu sein.

      Dies sehe ich einfach ganz anders. Einer Gruppe von Menschen, die auf ihren Demonstrationen “Frieden, Freiheit, Demokratie” als Anstifter für einen Mord darzustellen, finde ich schon sehr dreist. Gibt es denn einen Aufruf zur Gewalt gegen Leute, die auf der Maskenpflicht bestehen? Soweit ich weiß, eigentlich nicht. Wenn der Täter schon seit einiger Zeit von “Bürgerkrieg” geschrieben hat, dann hat wohl seine Wut andere Ursachen als die Corona-Politik.

      Mit wesentlich mehr Berechtigung kann man den Koran für islamistische Terrorakte verantwortlich machen, denn dort gibt es ja bekanntlich Suren, in denen zum Töten von Juden und Ungläubigen aufgerufen wird.

      Gruß
      Rudi Knoth

      Gruß
      Rudi Knoth

      • Dies sehe ich einfach ganz anders. Einer Gruppe von Menschen, die auf ihren Demonstrationen “Frieden, Freiheit, Demokratie” als Anstifter für einen Mord darzustellen, finde ich schon sehr dreist.

        Wenn sie Nazis, wenn sie einen Avocadolf in ihren Reihen mitmarschieren lassen, dann müssen sie sich zuerst einmal sehr, sehr viel gefallen lassen. Selbst der verkiffteste, Jesuslatschenbesohlte, peacefullste langhaarige Hippie, Harmlosigkeit in Person. Was die abgedrehte Eso-Querdenkerin Nena da schwurbelt, ist eine Geschichte, aber sich positiv beziehen dabei auf Xavier Naidoo, das ist noch einmal eine andere Nummer. Nazis sollten eigentlich überall tabu sein, nirgendwo mitspielen dürfen. Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen.

        Gibt es denn einen Aufruf zur Gewalt gegen Leute, die auf der Maskenpflicht bestehen? Soweit ich weiß, eigentlich nicht.

        Oh. Massenhaft. Im Moment brennt die Luft. Und nicht mehr nur im Netz. Ganz real müssen sich besonders Verkäufer:innen und Tankstellenwarte derzeit Sprüche gefallen lassen: „Denken Sie an Idar-Oberstein, Sie gehören auch abgeknallt!“ Twitter quillt gerade über, wenn mir demnächst wieder so etwas begegnet, verlinke ich das hier.

        Wenn der Täter schon seit einiger Zeit von “Bürgerkrieg” geschrieben hat, dann hat wohl seine Wut andere Ursachen als die Corona-Politik.

        Das ist, was Frau Nocun dazu sagt. Der war nicht erst mit Corona radikalisiert. Allerdings sehen viele Apokalyptiker, die seit Jahren schon auf den Tag X warten, den großen Crash, den Bürgerkrieg, jetzt diese Stunde kommen.

        Mit wesentlich mehr Berechtigung kann man den Koran für islamistische Terrorakte verantwortlich machen, denn dort gibt es ja bekanntlich Suren, in denen zum Töten von Juden und Ungläubigen aufgerufen wird.

        Damit habe ich nun ein Problem, weil das hart am Rassismus ist, oder auch schon selber welcher. Herkunft, Kultur, Religion sind Dinge, für die ich nichts kann. Die ich auch vor allen Dingen nicht mehr ändern kann. Dafür in Mithaftung genommen zu werden, „die Muslime haben eben nun mal keine Kultur der Aufklärung“, „die Juden sind nun mal geldgierig“ … Sie sehen, wie beängstigend nahe das beieinander liegt. Ich würde Menschen zunächst einmal verantwortlich machen und in Haftung nehmen für ihre Überzeugungen. Selbstverständlich haben Menschen ein Recht auf Diskriminierung und Beleidigung, wenn sie es sich redlich erworben haben. Nazis z.B. diskriminiere ich. Die haben auch kein Recht darauf, den Dreck, den sie für Meinung halten, zu äußern. Aber wie weit geht das?

        Deswegen finde ich den Begriff des „Stochastischen Terrorismus“ so problematisch. Nehmen wir einen Pierre Vogel. Nachweislich war er für viele Islamisten in Deutschland, die dann später für den IS sympathisierten und mehr, die „Einstiegsdroge“ mit seinen YouTube-Predigten. Irgendwann ließen sie ihn hinter sich, weil sie dachten, selbst er gehe nicht weit genug. Er selber aber hat das Alibi, daß auch er auf Todeslisten des IS steht.

        Womit wir endlich bei Erika Steinbach sind. Die unvermittelt und ohne jeden Anlaß, der ihr noch in Erinnerung geblieben wäre, jenes alte Video von Walter Lübcke wieder hervorkramte und postete, worin dieser sagt, als er 2016 streitbar für eine neu zu errichtende Flüchtlingsunterkunft warb, wem es hier nicht mehr gefalle, der könne ja nach drüben gehen. Ein Video, das dann bei den vielen Followern von Erika Steinbach wirklich wieder viral ging, wieder viele empörte, letztlich aber den früheren und sich wieder re-radikalisierenden Nazi triggerte, der dieses Video ursprünglich erstellt und ins Netz geladen hatte, Walter Lübcke zu ermorden. Wie weit kann man Frau Steinbach dafür in Mithaftung, Mitverantwortung nehmen? Intendiert haben wird sie eine solche Tat auf keinen Fall.

        • Wenn sie Nazis, wenn sie einen Avocadolf in ihren Reihen mitmarschieren lassen, dann müssen sie sich zuerst einmal sehr, sehr viel gefallen lassen. Selbst der verkiffteste, Jesuslatschenbesohlte, peacefullste langhaarige Hippie, Harmlosigkeit in Person.

          Und bei DGB-Veranstaltungen sehe ich Fahnen der Stalinisten von der DKP.. Das ist in Ordnung, aber die paar Nazis nicht. Wieder doppelte Masstäbe.

          Damit habe ich nun ein Problem, weil das hart am Rassismus ist, oder auch schon selber welcher. Herkunft, Kultur, Religion sind Dinge, für die ich nichts kann.

          Für Religion kann man schon etwas. Denn man kann z.B. aus der Kirche austreten. Übrigens ist deshalb nicht jeder Muslim ein Terrorrist. Aber es gibt Terroristen, die sich auf den Koran beziehen.

          Was die abgedrehte Eso-Querdenkerin Nena da schwurbelt, ist eine Geschichte, aber sich positiv beziehen dabei auf Xavier Naidoo, das ist noch einmal eine andere Nummer. Nazis sollten eigentlich überall tabu sein, nirgendwo mitspielen dürfen. Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen.

          Das ist die Argumentation der Stalinisten, die Archipel Gulag zu verantworten haben. Nena kann man wohl schwer mit Nazis vergleichen. Ihr Lied “99 Luftballons” war eindeutig gegen Gewalt gerichtet.

          Ganz real müssen sich besonders Verkäufer:innen und Tankstellenwarte derzeit Sprüche gefallen lassen: „Denken Sie an Idar-Oberstein, Sie gehören auch abgeknallt!“

          Aber offensichtlich danach. Wo wurde auf den Querdenkerdemos zu Gewalttaten aufgerufen?

          Womit wir endlich bei Erika Steinbach sind. Die unvermittelt und ohne jeden Anlaß, der ihr noch in Erinnerung geblieben wäre, jenes alte Video von Walter Lübcke wieder hervorkramte und postete, worin dieser sagt, als er 2016 streitbar für eine neu zu errichtende Flüchtlingsunterkunft warb, wem es hier nicht mehr gefalle, der könne ja nach drüben gehen.

          Und was hat Erika Steinbach mit den “Querdenkern” zu tun? Hier handelt sich im eine heterogene Bewegung, die unter dem Motto “Freiheit, Frieden, Demokratie” läuft. Ist das schon “Faschismus” oder “Nazi”?

          Gruß
          Rudi Knoth

          • Und bei DGB-Veranstaltungen sehe ich Fahnen der Stalinisten von der DKP.. Das ist in Ordnung, aber die paar Nazis nicht. Wieder doppelte Masstäbe.

            Heute vielleicht, keine Ahnung. Wenn, dann weil das inzwischen wirklich ein verlorenes Häuflein harmloser Spinner ist. Als sie noch gefährlich waren, gab es tatsächlich Unvereinbarkeitsgebote.

            Für Religion kann man schon etwas. Denn man kann z.B. aus der Kirche austreten. Übrigens ist deshalb nicht jeder Muslim ein Terrorrist. Aber es gibt Terroristen, die sich auf den Koran beziehen.

            Sie können aus der Religion austreten, aber nicht aus der durch diese geprägten Kultur. Ich habe mich als junger Mensch viel beschäftigt mit dem Jesuiten Karl Rahner, und seitdem rieche ich den Jesuitismus, sogar bei Heiner Geißler, aber auch bei Joseph Goebbels, und letzterer war nun wirklich Katholikenfresser. Aber gelernt ist gelernt, bestimmte Argumentationsstrukturen werden Sie immer wieder haben. Auf Ihr Beispiel bezogen, dem Islam: Könnte man ihm grundsätzlich eine Gewaltaffinität zuschreiben, würde die auch ein Atheist gewordener Muslim nicht ohne weiteres ablegen.

            Nena kann man wohl schwer mit Nazis vergleichen. Ihr Lied “99 Luftballons” war eindeutig gegen Gewalt gerichtet.

            Xavier war auch mal einer von den Guten. Hatten wir doch schon beim letzten Punkt, daß man Seiten auch wechseln kann.

            Und was hat Erika Steinbach mit den “Querdenkern” zu tun?

            Nichts.

  2. @Blume: “Denn wenn es tatsächlich ein Zwischenreich der menschlichen Freiheit und Verantwortung im Popperschen Sinne gibt, dann kann das Leben und Hoffen auch mit Sinn erfüllt werden. Dann hätten digitale Verschwörungsmythen-Sekten zwar die schnelleren und einfacheren, dualistischen Antwort parat – aber eben nicht die besseren.”

    🤔Das Problem an Deinen unglaubwürdigen/heuchlerisch-verlogenen Hirngespinsten, für ignorant-arrogante/zynische Populisten wie Dich sind alle Querdenker, Trolle und Verschwörer, die der zeitgeistlich-reformistischen Konfusion des imperialistisch-faschistischen Erbensystems nicht folgen!

    Auf einer Seite bin ich ein wenig traurig das es keinen personifizierten Gott gibt, denn wenn Gott nicht einfach nur Vernunft wäre, dann gäbe es sicher auch die Hölle in der Leute wie Du (Surfer auf dem/im Zeitgeist) schmoren würden.

    • Danke, @hto, dass Sie mir mal wieder so eindrucksvoll Recht geben würden. Tragikomisch ist dabei, dass Sie mit Ihrer Entpersonalisierung Gottes auch Ihre Rachefantasien nicht befriedigen können. Fordern und Richten setzen ja ebenso wie Lieben, Hoffen und Vergeben personales Bewusstsein voraus.

      Sie haben mein aufrichtiges Bedauern für den hasserfüllten Zustand Ihrer ideologisch verhärteten „Konfusion“.

      Mit den besten Wünschen für eine gute Besserung 🖖

  3. Tja, wie gewichten wir Unterschiede? Für gewöhnlich sind die Unterschiede am wichtigsten, die uns von den Leuten unterscheiden, die wir nicht mögen. Und kleine Unterschiede werden umso wichtiger, je mehr wir mit unseren Lieblingsfeinden gemeinsam haben. Eine Kirche verliert für gewöhnlich Anhänger, wenn sie sich mit dem Status Quo schlecht stellt, eine Sekte sammelt die Unzufriedenen – es sind Überlebensstrategien, wenn Sie genug Follower haben, dass die Politik Rücksicht auf sie nehmen muss, können Sie die Hand aufhalten, um ihr nach dem Mund zu reden, aber dann müssen Sie auch liefern. Und wenn die Unzufriedenen so mächtig werden wie heute, gibt es gute Gründe, den Status Quo zu hinterfragen. Durchfall muss man nicht mögen, um ihn als Symptom von Darmgrippe zu deuten.

    Wenn die Gesellschaft die Wissenschaft wie eine Religion behandelt, werden Wissenschaftler zu Priestern. Das hat negative Folgen für die Wissenschaft, weil zum Priester eine eher dogmatische Mentalität gehört, und der Wissenschaftler nie zu zweifeln aufhören darf. Aber hier ist etwas anderes wichtig – der menschliche Teil der Wissenschaft tickt einer Kirche zum Verwechseln ähnlich. Wir haben halt keine angeborenen Muster, um Wissenschaft zu verarbeiten, also verwursten wir sie mit denen für Religion, und dabei wird sie ihr so ähnlich, wie der Delfin einem Fisch – konvergente Evolution in gleicher neural-sozialen Umwelt. Für die meisten Menschen ist sie halt nur eine Religion, die endlich rausgekriegt hat, wie das mit den Wundern geht. Und zu Krisenzeiten gehören Zweifel an der Staatsreligion halt dazu, es gibt mehr Sekten, irgendwelche Jesuse, Luthers und Gretas latschen durch die Pampas und schlagen Kapital aus der Korruption und Heuchelei der Mächtigen, und die Mächtigen finden, mit Korruption und Heuchelei wäre alles OK, also wären die falschen Propheten schuld – eine Systemkrise wird zur Glaubenskrise umgedichtet. Als Nächstes lodern dann die Scheiterhaufen. Auf beiden Seiten ist dabei rege Hirntätigkeit festzustellen, allerdings nur, weil’s so emsig vom Morgenstern tropft.

    Das Gefühl des Erwachens, Erweckens finden Sie überall dort, wo tiefgreifende, festgelegte Denkmuster plötzlich hinterfragt werden. Nicht nur DNA, alle Information ist ein genetischer Code, und es heißt einfach, dass wir bereit sind, am Betriebssystem herumzupfuschen, statt einfach das zu nehmen, was alle nützen: Erhöhte Mutationsbereitschaft, das, was wir gestern waren, funktioniert nicht mehr, was wir morgen sein werden, müssen wir durch Versuch und Irrtum herausfinden. Und weil die meisten Versuche volle Kanne in die Hose gehen, spalten wir uns in viele Petrischalen voller durchdrehender Versuchskaninchen auf. Die mit der besten Wirtschaft, die, die an die Umwelt am besten angepasst ist, ist am besten im Futter, kann sich viele Morgensterne leisten, und mit diesen Morgensternen überzeugt sie dann die Mehrheit, von Apple auf Microsoft oder umgekehrt umzusteigen.

    Die Radikalität ist nötig, um die Gesellschaft samt dem alten Gencode aufzubrechen, zu zerstören. Wandel wird kommen, das steht im Heiligen Buch der Offenbarung der Thermodynamik: Das System hat zu viel Energie, gleichzeitig geht ihm der Saft aus, um ihr entgegenzuwirken. Entweder sie wird Chaos oder in Kreisläufen gefangene Masse, Zerstörung oder Klotz am Bein, der dann noch mehr Energie braucht, um ihn von der Stelle zu bewegen, sie dann aber größtenteils verschlingt, um mehr Masse zu gewinnen. In Soziales übersetzt heißt: Totalitarismus und Anarchie schaukeln sich gegenseitig hoch, das eine jeweils als Heilmittel für das andere, und so entsteht eine Bombe, die die Welt durch Polarisierung und immer weniger vereinbare Gegensätze an jeder Sollbruchstelle zum Platzen bringt. Wir pumpen haufenweise Strom in die Selbstzerstörung, deswegen braucht es mehr Strom, um die Selbstzerstörung zu bremsen, doch der Strom fehlt, weil er schon für Selbstzerstörung draufgeht. So haben wir eine Welt, die gleichzeitig überhitzt und immer schneller wird, aber auch ohnmächtig und unbeweglich bleibt.

    Glaube hält die Welt am Laufen. Unsere Gencodes bestimmen, wie wir handeln, wie wir die Umwelt wahrnehmen, wie wir kommunizieren, wie wir interagieren, sie formen aus vielen Individuen Netzwerke, Kraftfelder, die Teilchen bilden, kollektive Lebewesen, wie Gesellschaften oder Religionen. Ich nehme mal an, dass alle Materie so tickt, weil ich dann annehmen müsste, dass Menschen nicht bloß Teilchen wie alle anderen sind, und Menschen verhalten sich ja wie Teilchen wie alle anderen, also habe ich keinen Grund, uns irgendwelchen esoterischen Sonderstatus zuzuordnen – dass ich es will, ist auch nur Teil des universellen Basis-Gencodes, der Wunsch, ein eigenes Teilchen, eine eigenständige, stabile Masse mit einheitlichem Gencode zu formen, die unter all den anderen Teilchen trotz kosmisch-darwinistischen Wettbewerbs ein Weilchen überleben kann. Es passierte in den ersten Sternen, es passierte im Urozean, es passiert in Religionen, Gesellschaften und anderen Organismen. Alles sehr langweilig, wenn man so genau darüber nachdenkt: Immer wieder das Gleiche, wie einer Waschmaschine beim Laufen zuzusehen.

    Ist natürlich nur so mein Dafürhalten, wirklich glauben werden Sie’s, wenn’s ein Priester herausfindet, den Sie auch als solchen ansehen, also ein renommierter Wissenschaftler. Ich sag’s Ihnen nur schon mal, damit Sie sich schon mal darauf einstellen können.

    Noch mehr Dafürhalten: Ich halte „Erbsünde“ für ein altes Wort für „Genetik“. Dass der Mensch eine Natur hat, der er nicht entkommen kann, dürfte selbst für Höhlenmenschen offensichtlich gewesen sein. Wenn man Sätze wie „Ich muss Gott dienen, sonst lande ich in der Hölle/bin des Todes“ mit Sätzen wie „Ich muss mich der Umwelt anpassen, sonst fressen mich die Raubtiere des Dschungels“, erkennt man, dass der Widerspruch zwischen Religion und Wissenschaft oft eher im Gefühl liegt – der Wissenschaftler sieht eher nüchtern, worum der Gläubige ein Riesentrara macht. Das Universum hat im Allgemeinen keine Geheimnisse, man muss nur verstehen, was es mit Myriaden Stimmen murmelt, und genau damit waren die Religionen öfters überfordert, bis die Wissenschaft Gottes Grammatik entziffert hatte.

    Schuld allgemein gehört zu den notwendigen Lügen des Lebens: Objektiv existiert sie nicht, doch wenn wir nicht so tun als ob, wird das Leben noch mieser. Schuldgefühle sind ein mächtiges Mittel, menschliches Verhalten zu beeinflussen, zum Guten und zum Bösen, und können ignoriert werden, falls sie für diesen Zweck nicht benötigt werden. Und dass ihre Anhänger einen Dachschaden haben, ist Frau Holle herzhaft egal, die rastet aus, wie’s ihr passt, und beschwichtigen können wir sie durch handfeste Altaropfer, nicht durch Gebete oder rechten Glauben. Die Götter, die sich um Anbetung scheren, sind das Ferner Liefen, der Bodensatz des Olymps. Die Mächte, die uns wirklich bestimmen, sind zu Selbstverständlichkeiten geworden, sodass wir sie kaum bemerken.

    Kleines Beispiel: Menschen fetzen sich seit Ewigkeiten darüber, ob Gott existiert oder nicht. Doch das Nichts ist ein Etwas, es hat Eigenschaften, es ist mächtig – zählen Sie mal die Drachen, die Sie gerade zu verschlingen versuchen, oder die Milliarden auf Ihrem Konto. Es ist passiv, neutral, nicht da und dennoch überall, eine der wenigen wahren Supermächte des Universums. Es tut etwas, auch wenn es nichts tut. Gott wirkt durch sein Sein oder Nichtsein gleichermaßen. Wir können uns einen Gott vorstellen, der existiert, der nicht existiert, oder irgendwas dazwischen, doch wenn er etwas tut, wofür es in unserem Universum keine Konzepte gibt, können wir ihn nicht erfassen. Wenn Sie ein philosophisch-naturwissenschaftliches Konzept mit religiöser Sprache ausdrücken möchten. Ich bin und bleibe Atheist. Aber man wird wohl noch zweifeln dürfen.

    Und jetzt habe ich was Wichtigeres als Gott am Hals, ich muss Pfandflaschen wegbringen.

  4. Ein Sektierer ist in der Umgangssprache ein Mensch, der von der Meinung der Gemeinschaft, der Solidargemeinschaft so stark abweicht, dass eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist. Im vordigitalen Zeitalter waren Sekten räumlich begrenzt und die Sekten waren klein.
    Durch das Internet können sich die Sekten untereinander kurzschließen und sie können die Meinungs/Politik beeinflussen. Das führt zu einer Polarisierung innerhalb der Gesellschaft.

    Hto
    du kennst doch dieses Lied:
    Die Partei, die Partei,
    Die hat immer recht
    Genossen es bleibt dabei,
    Denn wer für das Recht kämpft,
    Hat immer recht
    Gegen Lüge und Ausbeuterei.
    Wer das Leben beleidigt,
    Ist dumm oder schlecht,
    Wer die Menschheit verteidigt,
    Hat immer recht.

    Die Partei hat abgewirtschaftet, es fehlten die Leute, die diese Forderungen umsetzen könnten.
    Mach doch endlich mal einen konkreten Vorschlag, wie du deine Vorstellungen verwirklichen willst. Wenn du das nicht kannst, dann bleibst du ein Sektierer.

    • @hwied

      Drüben bei Scienceblogs macht Florian Freistetter den Vorschlag: Einfach mehr Verbote – Dann müssten wir wohl auch dem “Rest der Welt” einfach verbieten …, denn allein bei uns … wird es nicht reichen!?

      Und was laborierst Du eigentlich von Partei, habe ich irgendwo geschrieben die KP / irgendeine Partei könnte es allein richten?

      Es ist alles eine Frage von vernünftiger / wirklich-wahrhaftiger Kommunikation OHNE WETTBEWERB / OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik, also OHNE Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und egozentriertem “Individualbewusstsein”!?

  5. @hwied

    AUSSERDEM: Du bespuckst mit Deinen Kommentaren auch immer wieder all die jenigen Menschen die unter unserem System des “Zusammenlebens” leiden und gestorben sind – da stellt sich vor allem die Frage, ob Du ein verkommenes oder ein idiotisches Subjekt dieser Welt- und “Werteordnung” im geistigen Stillstand bist!?

  6. Zu Paul S
    “Unsere Gencodes bestimmen wie wir handeln…”
    Wenn ich da zum Bsp. an Frau Merkel denke, scheinen sie Recht zu haben. Der unbedingte Wille Macht auszuüben kann aus dem Mangel an Anerkennung im Kindesalter (Bindungstheorie) oder den Genen ,aber auch der Erziehung , stammen. Letzteres ist also die Umwelt, der Zeitgeist, die Gesellschaft, das System. Das SEIN scheint für mich das Bewusstsein zu bestimmen denn ich werde durch die Werte die mich umgeben geprägt, wozu auch die Eltern gehören, aber die wurden ja auch nur geprägt. So waren mir christliche Werte in der DDR näher als die heutigen da diese Allianz von Macht, Reichtum ,Doppelmoral fehlte und alle “gleich” waren in Gott. Die Kirche passt sich an wie sich alle anpassen um in diesem System die vorgegebenen Werte des Seins zu leben die nach 1990 wie die Heuschrecken über den Osten fielen als es um die Übernahme von volkseigenen Betrieben, Boden, Häusern ging. Hier ging es nur um Geld und der Umgang war weiß Gott nicht christlich sondern eher raubtierhaft ,herzlos . Dieses System der GIer im Kapitalismus verkleistert die Hirne ,was wohl Frau Merkel, allseits gut durch ihr Studium des Marxismus in der DDR, damals sicher auch erkannt hat. Diese Partei, Herr Wied, hatte im Gegensatz zu den heutigen “Kommunisten” in China wohl den Fehler gemacht, dass sie den Egoismus der Menschen falsch eingeschätzt hatte, dass sie sich ein Idealbild (sozialistische Persönlichkeit) konstruierte, was der “neue Mensch” sein sollte. Dieser ist nicht neu sondern immer und ewig zuerst ein Egoist, genetisch gesehen.

  7. Wann das Wort Sekte von Abspaltung kommt, dann hat Eva mit dem Griff zum Apfel die erste Abspaltung vom Geist getätigt und somit eine erste wissenschaftliche Sekte gegründet, denn sie wollte es wissen!? 👋😎

    Alle darauf folgenden Sekten haben dann im “gesunden” Konkurrenzdenken gemeinsam den nun “freiheitlichen” Wettbewerb um … entwickelt!? 💩 shit happens …

    • Tatsächlich ist erst im Lateinischen die verbotene Frucht als „Apfel“ identifiziert, davor war es z.B. ein Etrog oder Weizen.

      Geschichtlich hat die Paradiesgeschichte den folgenreichen Übergang von der Wildbeuter- zur Agrargesellschaft verarbeitet. Daran waren Frauen prägend beteiligt, aber nicht „Schuld“.

      • Die Frucht wird in der Bibel nicht näher bezeichnet. Maler aber wollten immer wieder diese Schlüsselszene malen. Im Lateinischen bietet sich da ein Wortspiel an: malus = der Apfel, malum = das Böse.

      • Wein wäre auch naheliegend.
        In Anbetracht älterer Geschichten, die u.U. die Vorlage für die Adam & Eva Geschichte waren, scheint aber auch eine erotische Deutung denkbar.

        Interpretation aus jüdischer Sicht

        Dass die Feige dieses Prinzip des Baumes der Erkenntnis verkörpert, kommt wahrscheinlich auch in den vielen kleinen ‚Kernen‘ in der Erscheinungsform dieser Frucht zum Ausdruck, die den Drang zur Vielheit, zur großen Fruchtbarkeit darstellen. Man sieht darum in der Tat des Menschen, vom Baum der Erkenntnis zu essen, auch die Tat des Geschlechtsaktes.

        So kann man sagen, dass der Körper nichts anderes ist als das Geschlechtsorgan. (…) Dieses Organ entsteht erst, als der Mensch mit dem Baum der Erkenntnis konfrontiert wird und von seiner Frucht nimmt.

        Vom Baum der Erkenntnis zu nehmen, heißt es in der [jüdischen] Überlieferung, bringt den Tod. Und der Tod drückt sich beim Menschen darin aus, dass er Geschlechtsorgane besitzt.

        Sie z.B. unter https://de.wikipedia.org/wiki/Baum_der_Erkenntnis#Interpretation_aus_j%C3%BCdischer_Sicht

        Das passt dann auch besser zu der sumerischen Geschichte 😉

        • Ja, @einer, wir sehen hier bis heute reichende “Arbeit am Mythos”! Freut mich wirklich, dass Sie inzwischen auch mit Bezug auf jüdische Quellen “mitarbeiten! 🙂

          Anerkennende Grüße!

  8. Was mich stört am Glauben ist, dass man ein höheres Wesen, welches im Glauben personifiziert ist, wie z.B. der Teufel, dafür verantwortlich machen könnte, für all das Böse auf der Erde. So quasi ein Einfluss von aussen, dem wir unterlegen sind. Ist der Dualismus von gut und böse im Glauben stattdessen nicht vielmehr eine Veranschaulichung der Konsequenz aus dem Egoismus, in einer Welt wo Leid und Tod möglich und sogar sicher sind (so quasi des einen Vorteil ist des anderen Leid)?
    Letztlich sind wir selbstverantwortlich und wir haben alle Freiheit des Universums ein (Rechts-)System zu wählen, welches Gerechtigkeit so gut wie möglich fördert.

    • Das ist richtig, @Michel – und deswegen wandte sich auch das rabbinische Judentum gegen den Dualismus eines teuflischen „Gegengottes“. Stattdessen wird der Satan als Ankläger gesehen, wir selbst aber tragen die Verantwortung für unsere je guten und bösen Taten. In der Kabbala wird sogar gelehrt, wir brächten durch diese je gute oder schlechte Engel hervor. Kann Ihrer Analyse also nur zustimmen!

      • Das Judentum ist weitaus weniger geprägt durch den Gut-Böse-Dualismus Zarathustras als das Christentum, weil es gegründet ist durch eine andere, eine eigene Unterscheidung: Die Treue/Untreue zu Gott und zum Bund mit ihm.

        Ich selber bin mit nicht schlüssig, ob es das Böse gibt. Kann man bei Hitler alles wegerklären mit einer verkorksten Kindheit?

        @Michel
        28.09.2021, 14:50 Uhr

        Was mich stört am Glauben ist, dass man ein höheres Wesen, welches im Glauben personifiziert ist, wie z.B. der Teufel, dafür verantwortlich machen könnte, für all das Böse auf der Erde. So quasi ein Einfluss von aussen, dem wir unterlegen sind.

        Aus der Existenz des Bösen läßt sich nicht zwingend folgern, daß wir ihm unterliegen. Wir können ihm nach christlicher Auffassung auch widersagen.

  9. @Paul S 27.09. 13:52

    „Wir haben halt keine angeborenen Muster, um Wissenschaft zu verarbeiten, also verwursten wir sie mit denen für Religion, und dabei wird sie ihr so ähnlich, wie der Delfin einem Fisch – konvergente Evolution in gleicher neural-sozialen Umwelt.“

    Amüsant was Sie schreiben. Aber ich denke wir haben schon angeborene Muster, mit denen wir gesichertes Wissen generieren. Eine neue Hypothese wird auch im persönlichem Leben gerne verifiziert, wir sind schon grundkritisch neuen Informationen gegenüber, und gehen offenen Fragen nach Möglichkeit auf den Grund. Ok, manch einer gibt zu früh auf. In der Schule und an der Uni lernen wir noch mehr davon, spätesten wenn wir später Arbeiten, müssen wir dies vernünftig machen, und evidenzbasiert vorgehen.

    Religion macht doch noch mal was ganz anderes. Zunächst gibt sie Antworten auf eigentlich nicht evidenzfähige Fragen, die aber Brennende sind. Und oft arbeiten Religionen auch mit raffinierten Strategien. Etwa dass sie dem Einen ewige Glückseligkeit versprechen, und dem Anderen ewige Höllenqualen androhen. Eigentlich beurteilt der Mensch seine Aussichten auch anhand der jeweiligen Wahrscheinlichkeiten, und genau deshalb reicht es nicht, dem Mensch nur befristete Aussichten zu versprechen.

    Der Mensch multipliziert dann die eigentlich geringe Wahrscheinlichkeit, tatsächlich in der Hölle zu schmoren mit der Unendlichkeit der Höllenstrafen, was bekanntlich nicht mehr einschätzbar ist. So funktioniert eben Religion. Jeder kleine Betrüger weiß, dass man jemand einen sehr großen Gewinn oder einen Riesenschaden versprechen muss, damit er auf sein ungutes Gefühl dabei nicht mehr achtet.

    Verschwörungsmythiker haben ihre eigene Masche: jeder, der widerspricht, gehört automatisch mit zur Verschwörung. Es sind solche Tricks, die die Menschen einfangen. Ansonsten ist der Mensch durchaus auf Linie der wissenschaftlichen Methode, und prüft auch im kleinen unsichere Hypothesen. Die Wissenschaft als Gemeinschaftswerk kann sich nur sehr viel mehr Prüfung leisten, als wie es im Privatleben noch zeitökonomisch wäre.

  10. hto
    Deine Zielsetzung ist in Ordnung. Allein es fehlt an der Methode.
    Was ist deine Alternative zu Parteien ?
    Wie willst du erreichen, dass viele Menschen dem gleichen Ziel nacheifern ?
    Das enttäuschende Abschneiden der Linken beruht auf der Tatsache, dass sie die richtigen Ziele schon für Politik halten.

    • @hwied

      Kreuzchen auf dem Blankoscheck, also die leichtfertige Übertragung des zu entwickelnden Verantwortungsbewusstseins an “Treuhänder” eines parlamentarischen Marionettentheaters im zeitgeistlich-reformistischen Kreislauf des imperialistisch-faschistischen Erbensystems, ist nicht vernünftig im Sinne von wirklich-wahrhaftiger Demokratie.
      Ausserdem kennt Demokratie auch keinen Kanzler/Führer.

      Die Linken sind Dummköpfe der Bildung/Bewusstseinsbetäubung zu/in wettbewerbsbedingter Suppenkaspermentalität, die sich derzeit wie Affen am Kopf kratzen, weil ihnen insgeheim wohl klar wird, dass die Wohlstands- und Gewohnheitsmenschen ihnen die fälschlich-eingebildete Experten-/Wirtschaftsweisenrolle doch nicht abkaufen!?🦧

  11. Golzower,
    der neue Mensch, ein Menschentypus, der das Gemeinwohl über den Egoismust stellt, der schwebte den überzeugten Kommunisten vor . Wir hatten selbst zwei überzeugte Kommunisten in der Familie. Der eine blieb in der DDR und war Vopo, der andere ging in den Westen und wurde überzeugter Gewerkschaftler. Dann gibt es noch die Kommunisten, die sich einfach nur dem System angepasst haben um zu überleben. Das waren sicher die meisten.
    Erklärung für die Leser, die nicht aus der DDR kommen.
    Die DDR und die Regierung der DDR waren zu 100 % abhängig von der Sowjetunion.
    Die NVA war weisungsgebunden aus Moskau, Die Stasi war weisungsgebunden aus Moskau,
    Das Politbüro war weisungsgebunden aus Moskau, Die HVA war Moskau verpflichtet.
    Dieses Abhängigkeitsverhältnis führte dazu, dass die Superkommunisten aus Ostberlin selbst den Russen unheimlich wurden. Dass Gorbatschow Ostberlin fallen ließ hat auch seine Ursache darin.
    Es stimmt also, man ist von einem falschen Menschenbild ausgegangen. Die Idealisten unter den Parteigängern waren in der Minderheit.

  12. hto,
    “Mensch werden wir noch”, natürlich , die Evolution arbeitet Tag und Nacht.
    Demokratie braucht keinen Führer, auch richtig, demos cratia= Herrschaft des Volkes. Gib uns noch etwas Zeit, das wird schon noch.
    Michel,
    halten wir uns an den Begriff der “Sünde”.
    Sünde kommt von Sund = Graben (niederdeutsch)
    Die Sünde ist der Graben, der uns von Gott als Inbegriff des Vernünftigen trennt.

    • Oh ja, @hwied – sehr gerne würde ich hier mal über den (Erb-)Sündebegriff bloggen! Allerdings wird das wieder zu Schimpfkanonaden nicht nur von @hto führen. Viele vor allem ältere, autoritäre Personen verlieren gerade auch bei diesem Thema alle Umgangsformen… 😉

      • Erbsünde? Ach komm, Du läßt Dich doch sonst auch von nichts abhalten.😉

        Ich bin übrigens, wie Du sicher weißt, ein Gläubiger was die Erbsünde angeht, Mensch bedeutet schließlich ALLE, jedenfalls solange wir in diesem heuchlerisch-verlogenen System “zusammen leben”.✊😎

        • @hto

          Klar, Abhalten lasse ich mich von keinem Thema. Aber Hate und Trollings kosten Zeit und Nerven, da entscheide ich klug, wann. Vielleicht wollen Sie ja mal über Ihr Netz-Verhalten nachdenken – falls Sie das noch können…

    • Sünde kommt von Sund = Graben (niederdeutsch)

      Was ist die Quelle für diese Behauptung?

      Ich kenne das eher als lat. sons (Schuld / schuldig) über sunta (ahd. 8.Jhr.).

      Denkbar wäre es auch aus dem germanischen skantō “Schande”, wobei der Wegfall des k bisher nur sehr selten oder nicht zu beobachten war.

      Aber eine Herleitung von Sünde aus “Graben” habe ich noch nie gelesen. Sund kommt übrigens u.U. von “schwimmen”.

      • @Blume

        Ich muss darüber nicht nachdenken, aber Du, für mich offensichtlich, darüber was Du für Dich und Deine unklugen Diskussionen lieber nicht freischaltest!
        Selbst so harmloses wie meine Erkenntnis über Sünde und Vertreibung aus dem Paradies 😉🙂

        • Wenn es „Erkenntnisse“ wären, dear @hto, dann müssten sie nicht mit persönlichen Beschimpfungen, Rachefantasien etc. kombiniert werden.

          Schade auch für Sie, wie viele Texte Sie dadurch vergeuden…

    • „Sünde“ kenne ich als Ableitung von „seiend“, als Seinsmodus (Pokorny). Wikipedia sieht das auch als etablierten Stand der Wissenschaft, allerdings als wackeliger. Sund = Graben hingegen wird abgelehnt, da Sund eigentlich eine Enge beschreibt, eine Meerenge etwa.

  13. @Golzower // 28.09.2021, 11:38 Uhr

    Der Ausverkauf der ehemaligen DDR begann gleich nach der Wende und griff dann schnell auf die alte BRD über. Die Heuschreckendebatte stammt aus dem Jahr 2005 und geht auf eine Äußerung des damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Münteferin zurück. Nichtsdestotrotz wurde der Ausverkauf mit der Agenda 2010 deutschlandweit fortgesetzt. Die oft aggressiv auftretenden Käufer und Investoren kamen fast durchwegs aus den USA. Von deutschen Sympathisanten und Profiteuren wurden die Kritiker dann allerdings mundtot gemacht, indem man die Heuschreckenschwarm-Metapher als „antisemitisch und antiamerikanisch“ bezeichnete, weil ja auch die Nazis Menschen mit Tieren gleichgesetzt hatten. Dies war ein gelungener PR- Schachzug, der den Kapitalismuskritikern ein für alle Mal den Wind aus den Segeln nahm. Obgleich „Paul Spiegel, seinerzeit Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, sagte, er halte den Nazivergleich im Zusammenhang mit Müntefering und der SPD für absurd. Vergleiche von Menschen mit Tieren seien „grundsätzlich unglücklich“ gewählt.“
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Heuschreckendebatte

  14. @hwied 29.09. 09:15

    „“Mensch werden wir noch”, natürlich , die Evolution arbeitet Tag und Nacht.“

    Die genetische Evolution ist eindeutig zu langsam, was die aktuellen Probleme betrifft. Die Kulturelle Evolution allerdings ist durchaus fähig, Probleme zu lösen. Sie funktioniert aber auch anders. Nicht nach Mutation und Selektion, sondern nach Erfahrung und Reaktion sowie nach Verstand und Konsequenz.

    Und dem liegt die Evolution des einzelnen Menschen zugrunde, welche nach Inspiration und Integration funktioniert. Das kann ganz schnell gehen, innerhalb weniger Jahre kann sich der einzelne Mensch eine neue Strategie aneignen. Mit moderner Technik können sich die Einsichten der einzelnen Menschen auch durchaus zügig in der Kultur ausbreiten. Allerdings auch Entgleisungen menschlicher Unzulänglichkeiten, und dies vor allem, wenn der Unfug aus wirtschaftlichen Interessen von eigentlich kompetenten Menschen gefördert wird.

  15. T. Jeckenburger,
    Die Antwort war für hto, da musste ich etwas anschaulicher werden. Die Evolution verläuft stetig aber auch in Sprüngen.
    Eine einzige Naturkatastrophe kann ausreichen , sich neu zu orientieren. Bei dem Nahe Hochwasser scheint der “Wink” noch nicht angekommen zu sein. Die Häuser werden immer noch im Hochwasserbereich neu repariert.
    Die Sturmfluten an der Nordsee sind auch ein Wink. Burtjadingen ist extrem gefährdet.
    einer
    wo ich das gelesen habe ? Die korrekte Übersetzung war Sund = Spalt (mitteldeutsch) Das mit dem Graben war wahrscheinlich schon gefolgert.
    Der Sinn der Erklärung leuchtete mir ein.
    Die Quelle fällt mir im Augenblick nicht mehr ein.

  16. @Mona

    So weit ich mich erinnere, ist die Heuschreckendebatte im Rahmen des Immobilien-Ausverkaufs entstanden.

    Ich wohne in einer Wohnung die von der vorherigen Heuschrecke zur Heuschrecke der nun Deutschen Bank gewandert ist.
    Wenn man den Beschreibungen im Internet glauben darf, dann ist die Deutsche Bank nicht begeistert im Zusammenhang mit den noctua-advisers genannt zu werden – Noctua rühmt sich X Wohnungen saniert zu haben, aber wenn ich mir die schnellen und ständigen Sanierungen in meinem Haus anschaue, dann ist es für mich ziemlich klar warum.

    Es ist NICHT NUR wirklich Zeit alle Immobilienspekulationen durch Enteignung OHNE Entschädigung zu beenden, denn es wird Zeit die alten Schabracken durch zeitgemäße und menschenwürdige im Rahmen von Gemeinschaftseigentum zu ersetzen!

    • Nein. Es ging um Kapitalinvestoren, die funktionierende Firmen aufkauften, um sie auszuschlachten. Man verleibt sich z.B. Patente ein und macht dann die Bude dicht, aber das ist noch zu anschaulich.

      In Monas Link heißt es:

      Der Begriff „Heuschrecke“ gilt im deutschen politischen Sprachgebrauch seitdem als eine abwertende Tiermetapher für Private-Equity-Gesellschaften und andere Formen der Kapitalbeteiligung wie u. a. im Public-private-partnership-Modell, mit mutmaßlich kurzfristigen oder überzogenen Renditeerwartungen, wie Hedge-Fonds oder sogenannte Geierfonds.

      Kann sein, daß das dann später in den Immobilienbereich übertragen wurde.

      Ich kann mich erinnern, daß ich damals auf 180 war und Müntefering unendlich verlogen fand. Dem voraus ging nämlich das Heuschreckenförderungsgesetz der SPD, das Kapitalveräußerungsfreistellungsgesetz. Die haben steuerlich genau das begünstigt, was Müntefering dann in Klassenkampf-Rethorik angeprangert hatte.

  17. Zu hWied “Sünde”
    Sünde ist meiner Ansicht nach ein moralisch/ethischer Wertebegriff der von der Gesellschaft, Religion, Zeitgeist vermittelt wird. Kennt ein Baby oder in Kleinkind “Sünde” ? Es kennt nur ein ungutes Gefühl von Scham und Schuld wenn es etwas
    getahn hat wofür es bestraft werden kann. Wiederum muss es dann schon die Erfahrung gemacht haben, dass es für genau DAS bestraft werden kann.
    S. Freud nannte so etwas das Über-Ich. Der Konflikt in uns entsteht erst wenn wir das angeblich GUTE und das angeblich BÖSE kennen- und uns dann mit unserem Handeln zwischen diesen Normen bewegen. Die “Sünde” der Menschen in der Steinzeit bestand wohl auch darin dass sie dem Gott des Donners keine Opfer brachten und er sie dann mit einem tötlichen Blitz bestrafte. Heute könnte uns ein göttliches Wesen für unseren Raubbau an der Erde bestrafen, wenn wir daran glauben würden. Da die Masse aber weder Schuld-noch Schamgefühle beim Anblick sterbender Wälder empfindet , wird man sich auch keiner “Sünde” bewusst sein….

  18. Golzower,
    Kein Kulturkreis kommt ohne Wertvorstellungen , Ehrenkodex, Tabus aus.
    Sünde ist ein Wort aus der Religion, bezeichnet aber das obengenannte.

    Kleinkinder wissen auch was richtig und falsch ist. Wenn das Brüderlein weint, weil der Bruder zu fest zugeschlagen hat, dann ist das eine Form von Sozialisation.

    Freud hat schon richtig gelegen mit seinem Es, Ich, Überich.

  19. Sünde ist ein Wort das die Schuld bezeichnet die Mensch begeht, wenn sein leichtfertiges Tun auf Kosten / zum Schaden von Mit-Menschen aufgebaut ist, dabei gibt es keinen Unterschied von Gut & Böse, sondern nur einen von uns allen zu bedenkenden Rahmen der ERBSÜNDE, also Vorsicht beim Steine werfen auf vermeintlich Schuldige/Verschwörer/… die nur bewusstseinsschwache bzw. systematisch-manipulierte Menschen sind, es wird besonders den eigenen Anteil erhöhen 👋😎 diese Welt- und “Werteordnung” ist übervoll-bestimmend davon!

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