Die Hitzemord-These – Wie die Klimakrise auch den Genozid am Ezidentum befeuert

Dies ist mein letzter Blogpost vor der Sommerpause. Er ist mir jedoch so wichtig, dass ich Sie bitten möchte: Wenn Sie in diesem ganzen Jahr nur einen Text von „Natur des Glaubens“ lesen wollen, dann nehmen Sie bitte diesen. Und falls Ihnen das Blog-Format nicht liegt, finden Sie den Text hier auch im pdf-Format. Danke.

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Der 3. August jeden Jahres ist für mich ein schweres Datum – es ist der Gedenktag an den nächtlichen Angriff des selbsternannten „Islamischen Staates“ / Daesh auf die Siedlungsgebiete der Ezidinnen und Eziden im Shingal am 3.8.2014. Weil ich das Sonderkontingent des Landes Baden-Württemberg für 1.100 besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Norden des Irak geleitet habe, bitten mich jedes Jahr ezidische Organisationen zu Gedenk- und Trauerfeiern. Sie wollen für die Geretteten danken, aber zugleich auch erfahren, dass sie nicht alleine sind; dass es auch nicht-ezidische Menschen gibt, die an sie denken und für ihr individuelles und gemeinschaftliches Überleben eintreten.

Farida Khalaf ist Überlebende des IS, Aufgenommene im Sonderkontingent BW und Gründungspräsidentin von farida.org. Foto: Michael Blume

So habe ich dieses Jahr am 2.8. an einer beeindruckenden Ausstellung „Die Frauen, die den IS besiegten“ von der Menschenrechtsorganisation teilgenommen, die die in BW Aufgenommene Farida Khalaf gegründet hat. Auch die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad – ebenfalls eine von uns Aufgenommene – übermittelte ein digitales Grußwort. Am 3.8. sah ich den Film „Jiyan“ von Düzen Tekkal, deren Arbeit und Hilfsorganisation Hawar.help sowohl im Irak wie in Deutschland überaus viel bewirkt.

Bei beiden Anlässen nutzte ich jede Chance, um über meine größte Sorge zu sprechen, die ich seit Jahren an realen Erlebnissen & wissenschaftlichen Theorien entwickelt habe (u.a. in „Islam in der Krise“, 2017) und Ihnen in diesem Blogpost als politikwissenschaftliche „Hitzemord-These“ vorstellen möchte.

Die Hitzemord-These besagt, dass die Klimakrise seit Beginn des 21. Jahrhunderts bereits den gesamten Nahen und Mittleren Osten, ja ganz Afrika, Mesoamerika sowie den eurasischen Gürtel zwischen Marokko und China zerstört. Temperaturen steigen, Wasser wird knapp, Landwirtschaft, Stromnetze und schließlich Staaten brechen zusammen. Menschen fliehen, denn Jahr für Jahr werden weitere Regionen faktisch unbewohnbar. Und so kämpfen ethnische und religiöse Gruppen im Ringen ums Überleben gegeneinander und legitimieren Gewalt, Vertreibungen und auch Genozide durch Verschwörungsmythen.

Der Genozid an den Ezidinnen und Eziden ist damit kein isolierter „Einzelfall“ – und vor allem noch lange nicht beendet. Syrien ist nach Jahren der Dürre in einem blutigen Bürgerkrieg versunken. Im Iran ist der Karun als einziger, schiffbarer Fluss bereits ausgetrocknet, ganze Regionen dursten, Proteste werden mit Gewalt niedergeschlagen. Die Hauptstadt des Irak, Bagdad, verendet in Hitze und Gewalt. Der Jemen versinkt in Dürre und einem Stellvertreterkrieg. Afghanistan wird von Taliban-Fraktionen überrannt, die danach schon mangels Wasser und Land übereinander herfallen werden. In Algerien, Ägypten, Libanon, im Gaza-Streifen und zuletzt auch in Tunesien sind demokratische Prozesse gescheitert. Iran und Saudi-Arabien, schiitische, teilweise auch russische Milizen sowie sunnitische Muslimbrüder zerfleischen die islamisch geprägte Welt in verzweifelten Ressourcen- und Stellvertreterkriegen vom Jemen bis nach Libyen. In all diesen und vielen weiteren Staaten fordert die Covid19-Pandemie immer mehr Menschenleben. Und auch die Sicherheit und demokratische Verfassung der letzten Demokratie in der Region, Israel, wird von innen und außen – etwa durch die antisemitischen Regime der Hisbollah / des Iran, durch die Hamas und die sie unterstützende BDS-Boykott-Bewegung – angegriffen.

Schon jetzt drängen sich über vier Millionen Flüchtlinge aus dem eurasischen Gürtel alleine in der Türkischen Republik, die ebenfalls durch Verschwörungsmythen, Korruption und Brände am Abgrund steht. Auch Griechenland, Italien, selbst Kroatien werden von eskalierenden Waldbränden heimgesucht.

Wenn wir jetzt nicht schnell handeln, so lautet meine aus der These abgeleitete Prognose, werden die meisten Staaten des eurasischen Gürtels in den kommenden Jahrzehnten blutig zusammenbrechen, weitere Terrorkampagnen und Massenmorde eskalieren und neue Flüchtlingsströme nach Europa drängen – das aber auch selbst immer stärker von der Klimakrise getroffen wird. Millionen Menschen werden sterben und insbesondere religiöse Minderheiten wie die Eziden, Christinnen und Bahai sowie – über alle Konfessionsgrenzen hinweg – Frauen und Kinder Gewalt erfahren, ja ermordet werden. Und all das „wird“ nicht erst geschehen – es geschieht bereits heute, Tag für Tag. Es wird nur Sommer für Sommer schlimmer.

Farhad Alsilo hat als 11jähriges Kind vor sieben Jahren den IS-Genozid knapp überlebt und seine Erlebnisse in einem Interview bei Leeroy Matata und in einem eindrucksvollen Buch – das noch einen Verlag sucht – bekannt gemacht.

Der eurasische Gürtel als Wiege der menschlichen Kultur(en)

Nicht Genetik oder Hautfarben, sondern allein die global einzigartige Ausbreitung entlang der West-Ost-Achse („Seidenstraße“) einer gemäßigten Klimazone haben den eurasischen Gürtel zur Wiege von Vieh- und Landwirtschaft, Staatlichkeit, Schrift- und dann Alphabetmedien, zur Herkunftsregion von „Bildung“ und aller (!) heute globalen Weltreligionen und Weltanschauungen gemacht. Wer das einmal begriffen hat, weiß: Wir sitzen alle in der gleichen Arche.

Es bräuchte einen globalen Sputnik-Apollo-Moment!

Nach dem Start des russischen Sputnik-Satelliten um 1957 begriffen die USA, dass sie nur mit mehr Wissenschaft und Bildung gegen die Sowjetunion bestehen würden. Sie ließen eine Ära des Populismus und der Verschwörungsmythen (die sog. McCarthy-Ära) hinter sich und investierten in Schulen, Infrastruktur und Technologien bis hin zur Apollo-Mondlandung von 1969. Der aus dem All gewonnene Blick auf unseren ebenso kostbaren wie gefährdeten Planeten beflügelte als „Overview-Effekt“ auch die entstehende Ökologie-Bewegung.

Heute brauchen wir nicht weniger als einen solchen Sputnik-Moment. Unsere alten Konzepte wie jene des liberalstaatlichen „Nation-building“ mit dem Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse sind gescheitert – die Klimakrise wird uns die notwendige Zeit dafür nicht mehr geben. Stattdessen müsste eine ehrliche Analyse auf naturwissenschaftlicher Basis schauen, welche Städte und Regionen in Afrika und dem eurasischen Gürtel in 20 bis 40 Jahren überhaupt noch bewohnbar sind – und diese unter Umgehung korrupter Eliten nach Kräften fördern, auch um die Aufnahme und Integration von je Hunderttausenden Klimaflüchtlingen zu ermöglichen.

Bildung, auch für Frauen!

Europa müsste massiv auch weibliche Fachkräfte anwerben – auch um den Wert von Bildung und Gleichberechtigung für Familien weltweit zu erhöhen – und mit weiteren, humanitären Sonderkontingenten vor allem Angehörige verfolgter Minderheiten sowie Frauen und Kinder in Sicherheit bringen. Von Aufgenommenen dürfen und müssen wir Bildungs- und Dialoganstrengungen erwarten, wie sie Düzen Tekkal, Jan-Ilhan Kizilhan, Farida Khalaf und Farhad Alsilo beispielhaft erbracht haben und weiter erbringen. Einige Regionen und Städte Europas können noch als vielfältige, liberale Gesellschaften überleben – andere werden auch hier aufzugeben sein.

Wenn es eine Hoffnung gibt, dann nur im gleichberechtigten Miteinander. Tweet zur Gedenk-Filmvorführung von “Jiyan” bei Hawar.help, Stuttgart 03.08.2021, mit freundlicher Genehmigung durch Düzen Tekkal

Auch bei uns selbst müssten – wie nach dem Sputnik-Schock – Verschwörungsmythen und Wissenschaftsfeindlichkeit noch viel konsequenter bekämpft, Bildung und Wissenschaften noch viel stärker gefördert werden. Anhand der verschwörungsmythologischen Impf-Verweigerungen müssten doch nun alle Vernünftigen verstehen, dass Verschwörungsglauben die Menschen selbst wie auch ihre Mitmenschen gefährdet. Es gilt das Toleranz-Paradox von Karl Popper: Wenn wir Lügen im Namen der Freiheit digital um sich greifen lassen, zerstören wir die Grundlagen offener, liberaler Gesellschaften. Deswegen begrüße ich die Urteilsbegründung des Bundesverfassungsgerichtes von heute zur Rundfunk-Finanzierung. Denn wo immer in Wissenschaften, Religionen und Weltanschauungen, Politik, Justiz und Medien die Annäherung an Wahrheit und Wirklichkeit aufgegeben wird, stürzen Menschen in Verschwörungsmythen und schließlich Antisemitismus ab.

Jede/r kann und muss etwas bewegen

Zur Ehrlichkeit gehört schließlich auch, dass wir Europäer:innen selbst durch materielle Überproduktion, durch den Import und die Verfeuerung fossiler Rohstoffe wie Öl und Gas, durch dadurch finanzierte, autoritäre Rentierstaaten die Hitzemorde selbst mit-verschuldet haben – und weiter befeuern. Eine schnelle Dekarbonisierung aller Wirtschaftszweige, der möglichst sofortige, erwachsene Verzicht auf Fleisch aus Tierhaltung, die Stärkung wehrhafter Rechtsstaatlichkeit und die Bekämpfung des patriarchal-kinderreichen Fundamentalismus (wie derzeit endlich in Israel, leider noch kaum in den Amerikas, Afrika, Europa…) können die Klimakrise zwar nicht mehr stoppen, aber immerhin noch bremsen.

Ich sage es ganz deutlich: Wer weiterhin Erkenntnisse der Wissenschaft etwa zu Impfungen, zum Rohstoff- und Wasserverbrauch, zur Evolutionspsychologie / Pädagogik und Traumaforschung, zur Rentierstaatstheorie und zur Klimakrise leugnet, macht sich aktiv mitschuldig an Leiden und Tod anderer Menschen. Wer sich weigert, aus den Genoziden der Vergangenheit und Gegenwart zu lernen, bahnt weiteren Verbrechen den Weg. Und wir können nicht einmal behaupten, wir hätten es ja nicht wissen oder wir hätten „nichts tun“ können. Bibel und Koran berichten (mythologisch) von der ersten Sintflut wegen menschlicher „Gier“. Auch die derzeitige Klima-Umwälzung verschulden wir selbst. Noch einmal: Wir sitzen alle in einer gemeinsamen Arche. Unser jeweiliges Leben kann sinnvoll gelingen, wenn wir uns Wissenschaft und Weisheit stellen.

Die Wiederkehr der Kommunalpolitik

Internationale und nationale Politiken bleiben relevant, doch zur Bewältigung der Bildungs- und Integrationsarbeit, zur Anpassung an die Klimakrise und zur Transformation von Wirtschaft und Leben wird es ganz entscheidend auf die regionale und kommunale Politik ankommen. Hier wird sich entscheiden, welche Regionen und Städte sich lebenswert weiterentwickeln – und welche schwer getroffen werden oder sogar untergehen. Deswegen habe ich mich zum Beispiel sehr über die Einladung von Landrat Dr. Matthias Neth (Hohenlohekreis) gefreut, zu seiner Wiederwahl zu sprechen. Resilienz wird lokal von den Menschen und Institutionen vor Ort her entstehen – oder gar nicht.

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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Der nächste Blogpost wird hier erst im September erscheinen, die Kommentarfunktionen bleiben aber aktiv. Ich wünsche allen, die einen haben, einen schönen Urlaub – mit Zeit zum Lesen und Nachdenken. Denn es geht in den kommenden Jahrzehnten um nicht weniger als um die Zukunft unserer Zivilisationen, ja der gesamten Menschheit.

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) & "Verschwörungsmythen". Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

77 Kommentare

  1. Allerdings war die Wassersituation in Israel noch nie so gut wie heute. Durch extrem hohe Wiederaufbereitungsraten, “precision farming” und hocheffiziente Mehrwasserentsalzung kann Israel heute sogar Trinkwasser ins umliegende Ausland liefern. Ich beobachte seit 15 Jahren, wie sich die grüne Landschaft Israels an die Sinai-Wüste heranschiebt. Ein faszinierender Triumph der zweiten Grünen Revolution. Das wäre auch in anderen Staaten der Region möglich.

    Es ist eben immer auch die Frage, wie eine Gesellschaft auf Herausforderungen reagiert. Die arabischen Staaten der Region sind unzureichend organisiert und extrem schlecht regiert. Die dortigen Regierungen interessieren sich nicht für ihre Bevölkerung. Israel ist ein effizienter Hochleistungsstaat, der technisch mit jedem Jahr besser wird und entsprechend auf den Wandel reagieren kann.

    Der entscheidende Faktor ist die Gesellschaft.

    • Ja, so ist es @Tim: Die Gesellschaft und die Bildung sind entscheidend. Leute sind immer wieder völlig überrascht, dass gerade auch die allermeisten muslimischen und christlichen Israelis auf keinen Fall ihre Staatsangehörigkeit aufgeben wollen – von religiösen Minderheiten wie den Drusen und Bahai ganz zu schweigen, die andernorts brutal verfolgt werden.

      Auch jeder vernünftige Mensch, der es gut mit den arabischen und Palästinensischen Menschen meint, sollte Dialog, Frieden und Sicherheit zwischen Israel 🇮🇱 und allen Staaten und Gruppen der Region unterstützen. Die Fanatiker:innen zum Beispiel der Hamas, der Hisbollah und der internationalen BDS-Bewegung schaden ja mit ihrem Antisemitismus nicht nur den angegriffenen Israelis, sie zerstören auch die Zukunft aller Menschen der Region. Umso früher und engagierter Staaten und Gruppen der Region die ehrliche Zusammenarbeit mit Israel suchen, umso besser wird auch ihre eigene Zukunft sein. Antisemitismus einschliesslich des sog. Antizionismus riss und reißt dagegen alle in den Abgrund.

      • Ja, die Hamas ist der größte Feind der Palästinenser. Ich wünsche den Palästinensern, dass sie dieses Krebsgeschwür des Hasses bald loswerden.

        Und was ja oft (bewusst oder unbewusst?) vergessen wird: Israel behandelt seine arabische Bevölkerung weit besser als jeder arabische Staat seine arabische Bevölkerung, der überall Demokratie, Freiheit und Gleichberechtigung vorenthalten wird. Auch im europäischen Diskurs brechen da oft uralte antisemitische Instinkte durch. An Israel werden sehr viele höhere Ansprüche gestellt als an alle anderen Staaten, gleichzeitig schaut man bei Israel auch immer ganz besonders genau hin. Das sind alte judenfeindliche Reflexe, nur eben modern verpackt.

  2. Der Planet Erde brennt seit tausend Jahren: Unsere Fähigkeit, Ressourcen in Asche, und Asche in Asche, mit der sich wirklich, wirklich, wirklich nichts mehr anstellen lässt, zu verwandeln, nimmt stetig zu. Die ersten Brandherde gab’s seit der Steinzeit. Die islamische Welt bewahrte die Glut der Antike, die Kreuzfahrer brachten sie zurück ins Abendland, Europa war das Stroh, Amerika das Holz, China ist die Kohle. Wenn man es aus großer Entfernung im Zeitraffer betrachtet, sieht’s so aus, als wäre die ganze Kugel mit einem Eimer Säure übergossen worden. Die Menschheit ist eine höchst reaktionsfreudige Substanz, und das erzeugt Unmengen an Energie. Irgendwann brennt die Luft halt mit.

    Die globale Erwärmung betrifft nicht nur das Klima, sie umfasst das ganze System, einschließlich Wirtschaft, Politik, Gesellschaft – alles löst sich auf, nähert sich Kipppunkten, ab denen wir schneller kaputtmachen, als wir reparieren können. Das Ergebnis ist die Zombie-Apokalypse – oder der Babelturm, oder die Zunahme von Entropie, oder mit welcher Metapher man schnöden Tod auch umschreiben möchte.

    Weil wir das Chaos nicht mehr im Griff haben, ziehen wir uns in geschützte, stabile Blubberblasen zurück, wie im Kochtopf: Nach Außen abgeschlossene Festungen, primitive heile Welten, in denen wir uns, von der Außenwelt abgeschnitten, in autistischen Sektenwahn nach jeweils eigener Fasson hineinsteigern – je heißer es wird, desto schneller, radikaler, extremer drehen wir uns im Kreis. Die Blasen verlieren die Fähigkeit, miteinander zu kommunizieren, zu kooperieren, die Bewohner erkennen gegenseitig ihre Seele nicht mehr: Die Anderen erscheinen wie lebende Tote, mit denen man nichts mehr anfangen kann, als um Ressourcen zu wetteifern. Weil das System zerfällt, und damit die Ressourcenversorgung viel schlechter wird, werden diese Kämpfe verzweifelter und skrupelloser: Die Heile-Welt-Sektenblasen werden zu Geschossen, die sich gegenseitig zerschmettern, jedes Häuflein Zombies folgt einem eigenen Adolf R. Grimes und hält sich für die letzten Überlebenden.

    Natürlich wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird: In gemäßigter Form dürfte der gleiche Effekt hinter der Zellteilung von Embryo und Tumor stehen. Energie will ändern, und das lässt sich nicht ändern – wir haben den Feuergott beschworen, und er wird erst wieder gehen, wenn die Welt, in der wir leben, zu etwas völlig Anderem wurde. Ein 08/15-Weltuntergang, der nach den gleichen Spielregeln abläuft, nach denen ein Fingernagel abbricht, nur deutlich langsamer. Doch Energie ist es egal, ob sie zerstört oder erschafft – Tod und Wiedergeburt müssen keine Katastrophe sein, sie können auch den Beginn von etwas Besserem bedeuten. Wir können nicht entscheiden, was passieren wird, doch es liegt allein in unserer Hand, wie es passieren wird.

    Leider wittert jede Zombie-Gang die Schwäche der alten Welt und will sich die neue krallen, bevor sie entstanden ist – das verursacht ja das Gemetzel im Kochtopf. Mit dem Bewahren des Alten wird genau das Gegenteil bewirkt: Ich hab einfach keinen Bock, eine Welt zu retten, in der wir uns alle gegenseitig versklaven, um einen Fingerhut Elektronen immer schneller von Bank zu Bank um die Welt rotieren zu lassen, während alles, was im Leben wichtig, nützlich und sinnvoll ist, als Kostenfaktor gilt und eingespart wird; ich würde mich freuen, sie brennen zu sehen, wenn nicht die Leute, die mir wichtig sind, mit brutzeln müssten. Wenn Welten an eigener Korruption untergehen, weinen ihnen nur die Mächtigen hinterher, der Rest sieht halb froh, halb besorgt zu, bis Mord und Totschlag ihm die Tür eintreten.

    Wir brauchen einen Plan B, einen neuen Gencode für den Phönix, der aus der Asche auferstehen wird. Ideen, Konzepte, die so überzeugend und realistisch sind, dass sie Menschen bewegen, ihr Haus geordnet abzureißen und neu aufzubauen, statt das alte zu verteidigen, bis sie mit ihm niedergebrannt sind. Keine Ahnung, wie das gehen soll, doch für die Weimarer Republik sah der Nationalsozialismus wie so ein Gencode aus. Auf jeden Zombie wirkt sein Wahn wie der Weg zur Erlösung. Also kann ich nur sagen: Vorsicht mit den Designerbabys.

    Im Moment ist der Ballon schon am Platzen. Der späteste Zeitpunkt, um mit dem Intelligent Redesign anzufangen, war vor ein paar Jahrzehnten. Doch ich bin Schwarzseher, nicht Hellseher, und würde mir echt wünschen, das würde ausnahmsweise mal nicht aufs Selbe hinauslaufen. Aber das entscheide nicht ich, sondern der Rest der Menschheit.

    • Bei allem Verständnis für die Lust an Untergangsszenarien (der sog. #Deklinismus): Dass es o.g. Sonderkontingent und ein wachsendes Interesse am Schicksal der Ezid:innen auch in der westlichen Welt gibt, widerlegt doch einige Ihrer sehr pessimistischen Ausführungen? Nicht alle Menschen verschließen sich vor dem Schicksal anderer in abgeschottete Blasen; manche reichen einander auch über alle Sprach- und Religionsgrenzen helfende Hände…

  3. @Hitzefolgen

    Ich würde hier auch @Tim zustimmen: die Hitze und der mangelnde Regen sind mittelfristig ein lösbares Problem. Wenn die PV-Module noch mal deutlich günstiger werden, was wohl zu erwarten ist, dann bietet das Riesenperspektiven für die ganzen sonnenreichen Gegenden, für die Sie hier Schwarz sehen.

    Klimaanlagen und besser konstruierte Häuser, wo sowieso ganz viel neu gebaut werden müsste, werden die entsprechenden Gegenden auch bei 50° im Schatten problemlos bewohnbar halten. Diese Temperaturen hat man ja nur Wochenweise, maximal Monate, dann kann man auch mal Hitzefrei geben, soweit die Arbeit das zulässt, und dann eben mal zuhause gut klimatisiert recht bequem überdauern. Fast das meiste macht man ja jetzt schon online Zuhause, auch seit Corona.

    Wasser für die Städte, für die Haushalte sind auch nur ein kleines Problem, wenn man hier schön spart, kann man das in Entsalzungsanlagen produzieren, billigster Solarstrom machts möglich. Für die Landwirtschaft, klar, wird sich das nicht rechnen, aber wer lebt schon noch von Landwirtschaft, aus unserem technischem Niveau heraus gesehen.

    Die globale Nahrungsmittelversorgung, die ist vielleicht wirklich mal ein dickes Problem, vielleicht aber auch nicht, wenn hier auch wieder mit billigstem Solarstrom in verschiedensten Anlagen Nahrung und Futtermittel produziert werden. Selbst der Verzicht auf Fleisch könnte eventuell nicht nötig sein. Und jetzt macht das sowieso noch keinen Sinn, solange sich die meisten Menschen sowieso kein Fleisch leisten können.

    Das Rentierstaatsproblem ist hier womöglich das primäre Problem für die vielen Menschen, um die sich die entsprechenden Regierungen kaum kümmern. Wenn jetzt unsere Verbündeten den Ärger auch noch überall fördern, wo sie können, wird das dadurch nicht besser.

    Das Hauptproblem ist aber nicht unbedingt das Desinteresse an der eigenen Bevölkerung, sondern die nationale Handelsbilanz, die die eigene Währung aufwertet, wenn man zu große Mengen an Rohstoffen verkaufen kann. So kann man nicht mehr so gut billig für den Weltmarkt produzieren. In den meisten armen Ländern hat man genau mit dieser Billigproduktion angefangen, meistens war das der erste Schritt in die Entwicklung des eigenen Landes.

    Man müsste in der Tat an den Regierungen vorbei die Menschen darin unterstützen, kleine Betriebe aufzubauen, in denen die Menschen ihren Eigenbedarf, insbesondere Häuser und Infrastruktur, selbst erarbeiten sollen. Hier müsste man Entwicklungsgelder investieren, auch aus nacktem Eigeninteresse, wenn man diese Leute nicht in Ausmaßen von Zig-Millionen hier aufnehmen möchte. Das würde sich lohnen, wenn man hierfür richtig Geld in die Hand nimmt.

    Von unserem Geld können die Menschen dann Nahrungsmittel einkaufen, die man vor Ort wegen Wassermangel nicht mehr anbauen kann. Aber das ist so viel Geld gar nicht, wichtiger ist, dass die Menschen auch Arbeit haben, und eben alles sonstige selbst herstellen, was man so braucht. Wenn wir jetzt zusätzlich eine Bildungsoffensive starten, und auch einen Großteil unserer Patente mit allen Menschen teilen, um so besser.

    Das wiederum wäre noch nicht mal wirklich teuer. Wie sollen die denn mit uns mit halten, wenn wir 40 Jahre Vorsprung haben? Die Chinesen haben es geschafft, indem sie uns das Knowhow einfach geklaut haben, im Gegenzug dafür, dass wir dort Mercedesse und BMWs verkaufen dürfen. So gehts auch.

    • Vielen Dank, @Dirk Freyling – über diese heutige, neuerliche Auszeichnung durch #Querdenken-nahe Kreise aus der sog. „Achse des Guten“ habe ich mich sehr gefreut und auf Twitter bedankt!
      https://twitter.com/BlumeEvolution/status/1423882247673982978

      Sehr spannend finde ich auch Ihren Vorwurf, ich sei ein „ Klimawandeljünger respektive Klimawandelprophet“. 💁‍♂️

      Abgesehen davon, dass ich den Begriff #Klimawandel längst für verharmlosend halte und lieber von #Klimakrise spreche und schreibe – sind Sie wohl so zu verstehen, dass Sie den anthropogenen Prozess leugnen bzw. eine Weltverschwörung vermuten? 💁‍♂️

      Mit ehrlich interessierten Grüßen! 🖖

      • Sollten wir nicht, wenn schon, dann noch weiter aufrüsten? Ahrweiler ist keine Krise. Wir reden von Klimakatastrophen. Und wenn jetzt jemand kommt „das war Wetter. Unwetter“. In Wuppertal hatten wir im Mai 2018 ein Unwetter, wie es nur alle 50 Jahre vorkommt. Das wurde jetzt bei weitem übertroffen. Und das war nicht nur in Wuppertal, diesmal war es im gesamten Bergischen Land. Am Bösesten betroffen hatte es Hagen.

        Die Frau Ehmke hatte Recht mir ihrer Prognose. Folgt man den Schwurblern, dann haben „sie“ diese Flutkatastrophe mit HARP-Wetterkanonen angerichtet, um uns nach der Corona-Diktatur Angst zu machen, um eine Klimadiktatur zu errichten.

        • „Krise“ – Finanzkrise, Eurokrise, Flüchtlingskrise, ja. Hatten wir alles gehabt.

          Aber das hier war mehr. Das war eine Hochwasserkatastrophe. Die infolge des Klimawandels vermehrt auftreten werden. Also Klimakatastrophe. In der Türkei scheint es Brandstiftungen gegeben zu haben. Aber daß nach drei Dürresommern die Wälder in Italien, in Griechenland und in der Türkei trocken sind wie Zunder, das ist Klimawandelbedingt. Die ausbrechenden Feuer aber sind keine Krisen, das sind Katastrophen.

        • Danke, @Alubehüteter. Was mich ggü. #Klimakatastrophe noch zögern lässt: Katastrophen werden oft als kaum vorhersehbar und als einzigartig verstanden.

          Doch im Hinblick auf die #Klimakrise scheint mir genau das Gegenteil zuzutreffen… 🤔

          • Starker Einwand. Auch ein Erdbeben oder ein Vulkanausbruch sind Katastrophen. Dennoch ist Klimawandel mehr als eine Krise. Krisen kann man bestehen. Gegen die Klima-Völkerwanderungen wird man nicht mehr bestehen, sie wird man nicht mehr meistern können mit einigem Ach und auch schon mal gewaltigen Krach wie 2015/16.

            Ich habe auch noch kein Wort dafür.

      • Herr Blume und Interessierte,
        leider haben die Protagonisten der Klimamodelle wenig bis nichts dazugelernt. Statt falsche Prognosen zum Anlass zu nehmen, um über die generelle Modellstruktur noch einmal nachzudenken, werden im Nachhinein mittels freier Parameter Korrekturen vorgenommen, die dann zu passenden Ergebnissen bezüglich der dokumentierten Klimavergangenheit passen. Dann beginnt wieder dasselbe Spiel mit Zukunftsprognosen. Die Richtigkeit der Klimamodelle mißt sich aber an der Voraussagefähigkeit und die war immer dürftig.

        Ob sich die Erde nun um ein oder zwei Grad demnächst erwärmt oder abkühlt ist realistisch betrachtet eine Eigenschaft eines natürlich-irdischen Prozesses und erdgeschichtlich nichts “Neues”. Einige Regionen werden aus Sicht der dortigen Bewohner negativ andere positiv beeinflusst.

        Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, ich hege keinen Zweifel an Erderwärmung, so wie ich keine Zweifel an einer Erd-Abkühlung hegen würde. Plakativ formuliert: Es ist mir relativ egal. Wenn ich mich entscheiden müsste, wäre ich für eine Erwärmung. Ich mag den Anblick von Palmen und würde gerne Zitronenbäume anpflanzen. Das ist derzeit 35 km von der Ostseeküste nicht möglich. Übrigens: Pflanzen würden mehrheitlich zu ihrem Wohlbefinden, wenn sie könnten, den CO2-Anteil von derzeit ~ 420 ppm auf 800 ppm erhöhen.

        »Facing reality«
        Die erste und wichtigste Maßnahme für ein sozialeres und umweltfreundlicheres zukünftiges Leben auf der Erde ist eine deutliche Reduktion der Weltbevölkerung, sprich der Verzicht auf maßlose Reproduktion. Alle anderen Maßnahmen sind mit großem Abstand wenig effizient und nicht nachhaltig. Siehe dazu exemplarisch: The climate mitigation gap, education and government recommendations miss the most effective individual actions

        • Komisch, @Dirk Freyling: Gerade noch verlinkten Sie einen rechtspopulistischen Blog und verhöhnten mich als „Zeuge Coronas“ sowie als Klimajünger und -prophet. Und nun plötzlich meinen Sie, es ginge doch nur um verschiedene „Prognosen“ und wollen das Thema wechseln (wobei ich Demografie ja durchaus auch selbst schon thematisierte).

          Haben Sie also gemerkt, dass Sie sich mit Link & Vorwürfen hier gerade völlig blamiert haben? Wollen Sie es nicht vielleicht einfach mit einer ehrlichen Entschuldigung versuchen?

          Herzliche Grüße, Ihr „Zeuge Digitalas“ 💁‍♂️

        • Dirk Freyling schreibt: “Pflanzen würden mehrheitlich zu ihrem Wohlbefinden, wenn sie könnten, den CO2-Anteil von derzeit ~ 420 ppm auf 800 ppm erhöhen.”

          Da zeigen Studien aber ganz andere Ergebnisse. Die Photosyntheserate ging demnach sogar bei erhöhtem CO² Anteil zurück.

          Wir kommen alle nicht um Bildung herum, auch nicht 35 km von der Ostsee. Wir können uns aber gegenseitig auf unsere Blinden Flecken hinweisen.

          Ich habe gerade – dank Gerd Scobel – vom Widerstreit von Lyotard gehört. Da wird jeder Kupfer- Cent, den ich in die GEZ stecke zu Bildungs- Gold.

          Nur weil die Jahresdurchschnittstempratur steigt, heißt es nicht, dass es an der Ostsee nicht mehr friert, was auch der limitierende Faktor für den großräumigen Palmen- und Zitrusfrucht- Anbau ist, welcher sich zumindest eine bisschen durch den Besuch einer Orangerie im botanischen Garten, oder einigen Bäumchen auf der Terasse oder Balkon und im Winter auf der Fensterbank zeitweise überwinden lässt.

          Wenn man die Welt verändern will, fängt man am Besten bei sich selbst an, so lautet ein Weisheitsspruch.

        • Die Erde kann auch über 10 Milliarden Menschen beherbergen, wenn wir dementsprechend leben. Durch Bildung und umweltfreundlichen Wohlstand erkennen die Meisten, dass es das Beste für sich und ihren Nachwuchs ist, dass dieser nicht zu zahlreich ist. Ein Aufruf zur Reduktion der Weltbevölkerung durch maßnehemen einer über Leben entscheidende Kontrollinztanz bei der Reproduktion, ist somit überflüssig und vor allem absolut keine Rechtfertigung für einen Krieg oder bewaffneten Wiederstand mit möglichst vielen Toten.

          Ein Aufruf auf Fleischkonsum, Verbrennungsmotoren usw. zu verzichten ist für umweltfreundlicheres zukünftiges Leben auf der Erde sinnvoll.

  4. @Freyling 07.08. 14:08

    „Die Richtigkeit der Klimamodelle mißt sich aber an der Voraussagefähigkeit und die war immer dürftig.“

    Aber die Klimaforscher geben doch ihre Unsicherheiten mit an. So prognostizieren sie aufgrund ihrer Modelle eine CO2-Sensibilität zwischen 1.5° bis 4,5° , wovon 1,1° definitiv erreicht sind. Klar ist das alles andere als genau. Aber wer hat was besseres?

    Und wie sollen wir sonst reagieren, wollen wir nicht Risiken eingehen, die nicht zu verantworten sind?

    Zumal die technischen Perspektiven der Energiewende sogar langfristig zu einer Energieversorgung führen kann, die kostengünstiger als die derzeitige fossile Versorgung ist. Die einzigen, die hier wirklich ein Problem damit haben, sind Kraftwerksbetreiber und die Firmen, die mit fossilen Brennstoffen handeln, sowie die Besitzer der Förderkonzessionen. Die Zukunft kommender Generationen und die ganze Natur aufs Spiel zu setzen, nur um es denen recht zu machen, das halte ich für inakzeptabel.

    • @Jeckenburger
      Sie verwechseln da was:
      Der IPCC gibt im AR5 die Klimasensivität (equilibrium climate sensivity, ECS) des CO2 mit höchstwahrscheinlich nicht unter 1 °C und nicht über 6 °C und wahrscheinlich zwischen 1,5 und 4,5 °C an.
      Erreicht ist aber keine bestimmter Wert der Klimasensivität, sondern von 1850 bis heute ist die Globaltemperatur um 1,1 °C, eher schon 1,2 °C angestiegen.

      Damit kann man natürlich eine sehr vereinfachte Rechnung machen:
      Der CO2-Anteil ist von 280 auf 412 ppm gestiegen, die Temperatur wie angegeben. Trifft man nun die stark überzogene Annahme, dass die gesamte Temperaturerhöhung durchs CO2 verursacht wurde, was allerdings die Klimaforschung gar nicht sagt, kann man berechnen:
      Die 132 ppm sind ein Plus von 47% und entsprechen hier 1,2 °C,
      eine Verdopplung auf 560 ppm würde als zu einem Plus von 2,5 °C führen.
      Bei den jährlich hinzukommenden 2 ppm wäre das bei unverminderten Emissionen in 74 Jahren, also im Jahr 2095.
      Nun ist laut neuer Studien Methan die Ursache von etwa einem fünftel der Erwärmung
      https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimakrise-das-methan-problem-und-wie-wir-es-loesen-koennen-a-14c87ad6-0002-0001-0000-000177604479
      und sind die FCKW-Gase die Ursache eines Drittel der Erwärmung, so dass das CO2 dann nur für 0,6 °C Erwärmung verantwortlich wäre und nach dieser Rechnung, die natürliche Variationen noch nicht berücksichtigt, der ECS-Wert nur noch bei 1,2 °C. Meinten Sie vielleicht diese Rechnung und haben Sie vielleicht doch nichts verwechselt?

      Wenn Sie zu den von Klimaforschern inzwischen immer mehr erkannten Einfluss der Sonne und der ENSO nachlesen wollen, dann lesen Sie mal die mit “Temperature ….” betitelten Blog-Beiträge ab Januar 2018 von James Hansen, Garvin Schmidt und andern Forschern, hier auf Hansens Blog-Seite:
      http://www.columbia.edu/~jeh1/
      Fast in jedem post kommt er auf die Thematik zu sprechen und hat zuletzt auch aufgezeigt, dass wir seit 2016 erneut einen “Hiatus” haben und auch dieses Jahr ohne weitere Erwärmung wenden könnte.

      • @Wolfgang Richter
        08.08.2021, 17:25 Uhr

        Nun ist laut neuer Studien Methan die Ursache von etwa einem fünftel der Erwärmung und sind die FCKW-Gase die Ursache eines Drittel der Erwärmung, so dass das CO2 dann nur für 0,6 °C Erwärmung verantwortlich wäre

        Alle anderen Klimaabgase werden in CO₂-Äquivalente umgerechnet, um das politisch handhabbarer zu machen. Wenn Sie einen Großbetrieb schließen mit Methangas pupsenden Kühen, wird das auf die CO₂-Bilanz angerechnet.

        • Es geht ja eben nicht um Klimadiktatur, Ökofaschismus. Wissenschaft will nicht vorschreiben : Ihr müßt soundsoviel Methan einsparen und soundsoviel CO₂. Die Spielräume der Politik sollen offen bleiben. Wenn Ihr unbedingt noch eine weitere Gaspipeline (Methan) betreiben wollt, dann müßt Ihr eben Kohlekraftwerke früher schließen (CO₂). Oder Ölverbrennerheizungen früher aus dem Verkehr ziehen. Der CO₂-Wert ist eine Gesamtgröße, was unter dem Strich zu geschehen hat, und eben keine detaillierte Handlungsanweisung.

      • @Wolfgang Richter

        seit 2016 erneut einen “Hiatus”

        ______________________________________
        …wie schon so oft, seit Beginn der Erwärmung.
        Und wie schon so oft, wird er auch diesmal von den Experten der Klimaleugnerszene als Beginn einer kommenden Eiszeit interpretiert.
        Der langfristige Trend der Erwärmung aber setzt sich unbeirrbar fort, und beschleunigt sich sogar.

  5. @Freyling
    Sie haben richtig erkannt, dass die Anzahl der Menschen auf der Erde die wichtigste Größe ist, welche für die Veränderung unserer Umweltbedingungen entscheidend ist.

    Leider wird diese Tatsache immer noch ignoriert – weshalb nicht zu erwarten ist, dass man die Umweltveränderung auf der Erde in den Griff bekommen kann.
    Denn jeder Versuch die negative Umweltveränderung zu stoppen oder gar zurückzudrehen – wird durch die zunehmende Bevölkerungszahl zunichte gemacht.

    Vor zwei Wochen wurde veröffentlicht, dass es jetzt ca. 8 Mrd. Menschen gibt.

    • @KRichard

      Wobei selbstverständlich zu berücksichtigen wäre, dass sich die CO2-Emissionen pro Land gravierend und teilweise um ein Mehrfaches unterscheiden. Es ist ebenso verführerisch wie falsch, wenn sich Bewohner:innen wohlhabender, CO2-produzierender Länder mit dem Hinweis gegen jede eigene Veränderung stemmen, es müsste eben weniger arme Menschen geben.

      Stattdessen besteht gerade auch für Wohlhabendere eine Verpflichtung, einen klimaneutralen Lebensstil zu entwickeln und diesen auch Ärmeren zugänglich zu machen (der zudem mit niedrigeren Geburtenraten einherginge, klar)…

      • @Blume
        Richtig, die Emissionen sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. Das am schnellsten und am heftigsten dabei “zulegende” Land ist China.
        Bisher hatte man aus mir unverständlichen Gründen hier in der Diskussion in Deutschland immer eine Art “Schonfrist” eingeräumt, weil ja die pro-Kopf-Emissionen Chinas “nur” z.B. 6 t pro Jahr seien. Wenn man das aber mit der Kopfzahl multipliziert, dann sollte einem dabei schwindlich werden!
        Doch laut Spiegel hat China bereits im Jahr 2019 Deutschland in den pro-Kopf-Emissionen überholt und lag bei 10,1 t. Der OECD-Durchschnitt lag 2019 nicht viel höher, wie 10,5 t.
        China hat seit Jahren im Schnitt wöchentlich ein neues Kohlekraftwerk eröffnet und will laut aktuellem 5-Jahres-Plan über 400 im Inland sowie wohl als Entwicklungshilfe über 200 im Ausland eröffnen. Nicht um seine CO2-Emissionen zu reduzieren hat wohl China letztes Jahr eine über 1800 km lange und 4-gleisige spezielle Eisenbahnlinie für Kohlezüge quer durchs Land in Betrieb genommen.
        Während wir uns 30 Kohlekraftwerke abschalten baut China über 600 neue Kohlekraftwerke. Die Wirkung unserer Abschaltung aufs Klima wird somit eine “ungeheure” sein.
        Dabei habe ich hier noch gar nicht die Zahlen weiterer fossiler Kraftwerke in Indien, Russland usw. genannt und sollte noch erwähnen, dass laut einer neuen Studie in Afrika auch so ein paar fossile Kraftwerke in Planung sind, es sind ja nur 2500 Stück ….

  6. Zum Klima
    Wenn ein Mensch Fieber hat, dann bekämpft der Arzt die Krankheit, die das Fieber verursacht. Das Fieber ist sekundär.
    Herr Freyling, weil ihnen das Fieber der Erde so egal ist, haben sie schon mal überlegt, was das Fieber der Erde verursacht?
    Und dann werden Sie zu dem Schluss kommen, dass das Fieber der Erde steigen wird, steigen wird, steigen wird, ohne Ende.
    und die ersten Folgen sind unübersehbar. Also, tun sie nicht so cool.

  7. @Alubehüter:Krisen
    Was ich bei all den Diskussionen darum vermisse ist,dass der Begriff SCHULD nicht auftaucht.
    Dabei haben wir Westler ne Menge aufzuarbeiten!

  8. ZU HWied :
    Ich denke diese Erde hat kein Fieber. Ihr ist alles egal, sie wird sich weiterdrehen, auch ohne Menschen. Und die Evolution hat noch gut eine Milliarde Jahre Zeit um neue Formen von Intelligenzen hervorzubringen. Herr Freyling wird zwischenzeitlich nicht mehr 35 km von der Küste entfernt leben weil der Meeresanstieg wahrscheinlich dann bis zu ihm reicht und er den Blick auf Palmen mit Millionen anderen Flüchtlingen teilt .Wahrscheinlich hat man dann auch keinen Blick mehr für Palmen da soziale Unruhen bzw. der Kampf um die tägliche Existenz, um sauberes Wasser und Brot, wichtiger sind als Palmen bzw. die Selbstzerlegung Europas…

  9. Ihr mit euren Palmen. Es wird keine Palmen geben in Europa. Auf Europa kommt eine neue Eiszeit zu, wenn nämlich unsere Warmwasserheizung ausfällt oder woanders hingeleitet wird, nämlich der Golfstrom.

    Aktuell wird diskutiert, ob das womöglich jetzt schon unweigerlich der Fall sein wird. Wenn jedenfalls die Meeresspiegel steigen, dann ändern die Meeresströme ihren Lauf. Wenn das Eis am Nordpol schmilzt, wodurch sich unweigerlich das Wasser noch weiter aufheizt, weil kein weisses Eis mehr Sonnenlicht und damit -energie ins Weltall abstrahlt, sondern vielmehr tiefblaues Meer sich noch mehr aufwärmt – Stichwort Kippunkte, hinter denen Temperaturen nicht mehr linear, sondern exponentiell steigen –, dann kann sein, daß der Golfstrom sogar versiegt.

    Kann sein, wir sind schon mittendrin.

    Das ist das Tückische beim Klima, und wir haben schon in der Coronakrise gesehen, daß unsere Politiker da absolut lernunwillig sind: Wenn man die Folgen sieht – im Falle von Covid-19 das Überlaufen der Intensivstationen –, dann ist zum Reagieren im Falle von Corona fünf Wochen zu spät, die das Infektionsgeschehen schon vorangegangen ist. Heute Indizierte landen erst in fünf Wochen auf der Intensiv.

    • @ Alubehüteter

      daß unsere Politiker da absolut lernunwillig sind:

      Es ist immer bequem, die Schuld auf andere abzuwälzen – aber nicht unsere Politiker sind hier die Hürde, sondern die Wähler. Solange fast niemand wirklich an eine Klimakatastrophe glaubt, wird keine Partei ein radikales Umbauprogramm vorschlagen, denn das würde die Verbannung in die politische Bedeutungslosigkeit bedeuten. Parteien wollen gewählt werden, also stellen sie wählbare Forderungen auf. Man nennt das “Responsivität”.

      Zudem glaubt die Bevölkerung heute ja, dass die Energiewende schon zu einem Großteil geschafft ist. Immer wieder wird ein Anteil von rund 45 % an erneuerbarer Energie genannt. Das bezieht sich aber natürlich lediglich auf den Anteil am Stromverbrauch. Dass der Anteil am gesamten Energieverbrauch nur bei rund 15 % liegt und rund die Hälfte davon auch noch umweltschädliche “Bio”energie ist, spielt in der gesellschaftlich-politischen Debatte überhaupt keine Rolle. Zivilisation ist identisch mit riesigem Energiebedarf. Das ist den wenigsten bewusst.

      Das heißt zweierlei: Erstens stehen wir ganz am Anfang der Energiewende, wovon die Bevölkerung nichts ahnt. Und zweitens wird die Akzeptanz wirksamer Maßnahmen nahe null liegen, weil die Bevölkerung ja eben glaubt, wir seien schon viel weiter.

      Die Klage über die Politiker ist populär, aber nicht zielführend.

      • Volle Zustimmung, @Tim.

        Wer einerseits auf „die Politiker“ schimpft, sich dabei aber sein Tierfleisch-Steak verdrückt und im Verbrenner-SUV fährt – handelt widersprüchlich…

        • Bei vielen anderen würde ich da schärfstens widersprechen, Herr Blume. Bei Ihnen weiß ich, daß ein persönlich glaubwürdiger Lebenswandel nicht dazu führt, Wirtschaft und Politik aus der Pflicht, aus der Verantwortung zu nehmen. FDP-mäßig. Der Verbraucher ist ja frei zu entscheiden, ob die Umwelt weiter zerstört wird. Sage ich als z.B. FairPhone-Besitzer.

          Das hatte mich damals so angenervt, als da irgendwelche … Querdenker nannten sie sich noch nicht, irgendwelche Leute Rezos Facebookprofil durchleuchteten: Guckt mal, vor fünf Jahren hat er Fotos gepostet von seinem Tauchurlaub in den Malediven; halb um den Globus ist er gejettet, die Umweltsau! Das macht Rezos Argumente aber noch nicht falsch, und freie Meinungsäußerung ist grundgesetzlich nicht beschränkt auf Menschen mit einem heiligenmäßigen Lebenswandel. Ja, ich kenne meinen Heine, Wasser predigen, Wein saufen, aber das würde ich auch nicht überstrapazieren wollen.

          • So ist es, @Alubehüteter. Veränderungen auf struktureller und individueller Ebene müssen ineinandergreifen. Jeden „Heiligkeitswettbewerb“ finde ich dabei jedoch absurd, sogar schädlich. So mache ich ja auch selbst transparent, noch bis 2019 Tierfleisch gegessen zu haben – obwohl mir die Daten dazu schon wesentlich bekannt waren.

            Es sollte m.E. nicht darum gehen, sich gesinnungsethisch zu erhöhen, sondern verantwortungsethisch auch selbst zu handeln. Das kann dann zu strukturellen Änderungen auch ermutigen.

      • @ Tim
        09.08.2021, 12:55 Uhr

        Es ist immer bequem, die Schuld auf andere abzuwälzen – aber nicht unsere Politiker sind hier die Hürde, sondern die Wähler.

        Wir haben jetzt noch wieder in der Hochwasserkatastrophe unglaubliche Bilder gesehen an Hilfsbereitschaft. Teilweise haben sich Menschen aus anderen Bundesländern Urlaub dafür genommen. Das „monumentale Systemversagen“, das uns aus dem Ausland attestiert wurde, ist nicht den Bürgern anzulasten.

        Auch in der Coronapandemie haben die solidarischen Bürger die Politik vor sich hergetrieben. Haben Masken begonnen zu nähen, als die Wissenschaft sie noch für unnötig hielt, die Politik dachte, asiatische Höflichkeitskultur, bei uns nicht durchsetzbar. Die Infektionszahlen im vergangenen Jahr zeigen verbunden mit den Mobilitätsdaten, daß die Bürger sich schon isolierten, an die Regeln hielten Wochen, bevor die Politik sie beschlossen hatte.

        Die Flüchtlingskrise 2015/16 wäre ohne ehrenamtliches Engagement gar nicht zu stemmen gewesen. Das Volk ist o.k.

        Wobei ich sagen muß, ich verstehe nicht mehr, was hierzulande so kaputt läuft. Rechtspopulismus spielt bei uns nur eine Rolle am Rande, verglichen mit Ungarn, Großbritannien, USA, Türkei. Korruption und Lobbyismus hindert niemanden daran, die Bevölkerung im Katastrophenfall rechtzeitig zu warnen. Radioprogramme zu unterbrechen. Und Dummheit, obwohl erstaunlich ehrlich ausgestellt, kann es so flächendeckend auch nicht sein.

        Wähler? Ich weiß nicht, wen ich wählen soll. Das einzige Argument, die Grünen zu wählen, wäre, daß sie in jüngerer Vergangenheit noch keine Gelegenheit hatten, auch ihr Unvermögen unter Beweis zu stellen. Aber wen wähle ich in 4 Jahren? Kommt dann auch bei uns die Clownspartei mit Rezo, Böhmermann, Sonneborn?

        • Deswegen fand ich im vergangenen Jahr Stephan Pusch so wichtig. Nicht nur, weil er in meinen Augen ein absoluter Held ist. Sondern weil: Wenn er es kann, ein kleiner Landrat von Käffern am linken Niederrhein, ausgebildeter Rechtsanwalt, also nicht in empirischen Wissenschaften zuhause, übrigens aus dem selben CDU-Klüngel wie sein Nachbar Armin Laschet, dann gibt es für keinen Politiker eine Entschuldigung, nicht Vergleichbares zu leisten. Die ganz andere Apperate, Institute, Beiräte haben. Und mit seiner herausragenden Kommunikation von Anfang an hat Pusch seine Bürger auch hinter sich gebracht – Gegen einen unsichtbaren und damals auch unvorstellbaren Feind. Die Bilder aus Norditalien kamen erst danach.

          Es geht also. Und man kann den Menschen auch Unglaubliches zumuten, wenn man es ihnen denn vernünftig erklärt.

          Naja gut, Dummheit. Das ist aktuell eine Entschuldigung. Da muß man dann die Partei fragen, die so jemand an die Spitze kommen läßt.

          • @Alubehüteter

            Wem sonst? Dem Volk jedenfalls nicht.

            ________________________________________________
            Natürlich. In einer Demokratie geht die Macht vom Volke aus.

        • @ Alubehüteter

          Das einzige Argument, die Grünen zu wählen, wäre, daß sie in jüngerer Vergangenheit noch keine Gelegenheit hatten, auch ihr Unvermögen unter Beweis zu stellen.

          Aus meiner Sicht haben sie das durchaus schon getan.

          Für mich haben die Grünen den an sich noblen Gedanken des Umweltschutzes pervertiert. Nicht im selben Maße wie die kampagnengeilen Greenpeace-Leute, aber doch in ähnlicher Weise. Die Grünen machen viel zu oft Politik aus dem Bauch heraus und nicht aus dem Kopf. Das Resultat sind dann zum Beispiel eben Rohrkrepierer wie das kontraproduktive Pfandsystem (Hauptwirkung: Erhöhung der Plastikquote) oder eben das deutsche EEG, das uns weltweit die höchsten Kosten pro vermiedener Tonne CO2 eingebracht hat. Ohne die Grünen wären wir heute viel weiter in der Energiewende.

          Den Grünen geht es darum, oberflächlich gut auszusehen. Durchdacht und wirklich ökologisch sind ihre Vorschläge selten. Mich erinnert ihr Programm immer an die Ablassbriefe Johann Tetzels. Im Grunde sind sie die ideale Partei für Gutverdiener mit schlechtem ökologischen Gewissen.

          Was dann noch hinzu kommt, sind offen wissenschaftsfeindliche Parteigliederungen sowie ein wahnsinnig scheinheiliger Umgang mit dem leidigen Thema Überwachungsstaat: In der Opposition sind die Grünen – wie die FDP übrigens – stets gegen Überwachung, in der Regierung haben sie bislang immer jede Verschärfung abgenickt. Mit seriöser Parteipolitik hat das nichts zu tun.

          Wer eine etwas weniger marketingorientierte Partei mit Schwerpunkt Umweltschutz sucht, sollte sich ggf. einmal die ödp ansehen. Das ist im Grunde eine Art schwarzgrüner Laden mit Esoterikabteilung, aber als Alternative für manchen ja evtl. interessant.

          • Die ödp, das sind übrigens die Ur-Grünen. Die Grünen, die die Partei gegründet haben – und verlassen, nachdem die 68er sie gekapert haben. Wertkonservativ; bei denen reimte sich Umweltschutz noch auf Lebensschutz. In Bayern durchaus noch präsent.

            Das Dosenpfand hat übrigens Klaus Töpfer eingeführt, ursprünglich als Drohung. Merkel hat es durchgehalten, Trittin in den Sand gesetzt. Mir scheint aber schon, daß es mit Özdemir und Habeck eine neue Generation gibt. Vetorecht für ein Klimaschutzministerium, das klingt schon danach, als wolle man dieses Mal wirklich etwas verändern. Sie stehen auch ganz anders unter Druck: Sie haben Mehrheiten, die nicht mehr zulassen, nur Kellner zu sein, sondern erzwingen, in der Küche mitzubrutzeln, und FFF ist keineswegs automatisch ihr ausserparlamentarischer Arm. Wenn die Grünen nicht liefern, kann sehr schnell eine neue FFF-Partei entstehen.

          • @ Alubehüteter

            Vetorecht für ein Klimaschutzministerium, das klingt schon danach, als wolle man dieses Mal wirklich etwas verändern.

            Nun – es klingt erst einmal danach, als würde diese überbürokratisierte Land noch mehr Bürokratie bekommen. Noch mehr Nein-Sager brauchen wir aber wirklich nicht. Die unendlich vielen Vorschriften stehen uns überall schon genug im Wege.

            Nein, dieser Vorschlag ist eine typische Grünen-Idee: Klingt toll für die eigene Basis, wird aber real wenig bringen. Pseudo-Umweltschutz für den Wohlstandsbürger mit Gewissensbissen. Eben das, was die Grünen immer anbieten.

            Was wir im Umweltschutz hingegen bräuchten, ist mehr Ingenieursdenken. Problem definieren, Lösung ableiten – fertig.

          • @Tim
            11.08.2021, 10:02 Uhr

            Nun – es klingt erst einmal danach, als würde diese überbürokratisierte Land noch mehr Bürokratie bekommen.

            Das Land bekommt mehr Bürokratie, wenn Gesetze verhindert, blockiert werden? 🤔

            Nein, es geht um Folgendes: Der Finanzminister hat ein solches Vetorecht. Finanzminister könnten zum Beispiel Merz oder Lindner werden. Wenn so einer sagt: „Tja, für diesen Windparkausbau ist aber leider kein Geld mehr im Haushalt“, dann will ein Habeck kontern können „tut mir Leid, aber dieser Autobahnausbau verträgt sich nicht mit dem Pariser Abkommen“. Das Finanzministerium ist eines der mächtigsten. Ebensolche Macht fordern die Grünen jetzt für den Klimaschutz ein. Und das meine ich mit „Neue Generation“. Unter rotgrün war nicht wirklich viel grün. Da ging es um Pöstchen, um Resozialisierung und Integration verkrachter Alt-68er-Existenzen. Neulich ein großes Interview mit Cem Özdemir gelesen: Der scheint wirklich gut vorbereitet, das Verkehrsministerium zu übernehmen.

            Werden jedenfalls interessante Jamaika-Runden. Sprang vergangenes Mal die FDP Seehofer/Söder bei, wird dieses mal Söder mit den Grünen gegen Laschet, äääh die FDP schießen.

      • @Alubehüteter

        Solange fast niemand wirklich an eine Klimakatastrophe glaubt,

        ________________________________________________
        Ich denke schon, dass die absolute Mehrheit vom anthropogenen Klimawandel üerzeugt ist. Sie ist nur zu träge, etwas dagegen zu unternehmen.
        Heute gehts noch, morgen wirds auch nicht viel schlimmer sein, und übermorgen…ist noch weit weg.
        “Den Politikern” kann man tatsächlich nicht die Schuld geben. Die dürfen sich beim Wähler nicht zu unbeliebt machen, sonst sind sie in kürzester Zeit weg vom Fenster.
        In einer Demokratie haben nunmal die Wähler die Verantwortung. Das ist der Vorteil und gleichzeitig der Nachteil.
        Dessen ungeachtet besteht ja immer die Möglichkeit, sich freiwillig venünftig zu verhalten.
        MfG
        Frankfurter

        • Grundsätzlich mag sein, aber nicht, wenn wirklich Krise, Katastrophe ist. Politik meint, der Bevölkerung nach dem Mund reden zu müssen, aber die Bevölkerung tickt grundlegend anders, als in der BILD-Zeitung so steht.

          Churchill im Wahlkampf so: Ich kann euch nichts versprechen ausser Blut, Schweiß und Tränen.

          • @Frankfurter
            14.08.2021, 11:21 Uhr

            “Den Politikern” kann man tatsächlich nicht die Schuld geben.

            Wem sonst? Dem Volk jedenfalls nicht.

            Mehr zufällig mich gestern mal wieder hineingelesen/-gesehen in Sachen Corona Stand um April vergangenen Jahres; allerdings zugegeben ein wenig aufgehetzt von Rezo.

            Tatsächlich war es so, daß in Fragen der Masken die Bevölkerung, oder sagen wir, zuerst: Prominente Protagonisten der Zivilbevölkerung die Politik vor sich hergetrieben haben. Die waren viel weiter als jene, trauten den Menschen auch mehr zu. Haben auch nicht gemeckert, Schuldfragen gestellt – und warum hatten wir nicht einmal genügend Masken für das medizinische Personal? Eindeutig eine Frage politischer Schuld, wessen sonst? –, sondern die Problematik im Ergebnis klug durchdacht (Lena trägt das vor), und angepackt.

            Und das mit bemerkenswerten Ergebnissen.

            Die Verquerdenker blöken was von “Merkelmasken”, “Sklavenmasken”, nichts ist falscher als das. Das ging keineswegs aus von den Regierenden. Bangemachen gilt nicht. Mit eingebildeten Ängsten wie “Umvolkungs-”Mythen kann man derzeit Menschen erfolgreich verhetzen, in sektenartige Strukturen einfangen, finanziell rupfen wie Weihnachtsgänse. Niemals auch nur relevante Minderheiten. Aber wenn wirklich ein ernstes Problem da ist, dann würde eine transparent erklärende Politik beim Volk offene Türen einrennen (Frau Merkel hat das eindrucksvoll gezeigt). Allerdings auch nur mit einer klaren Erzählung und Zielsetzung: Dannunddann wollen und können wir dieunddie Ziele erreichen, dann sollte diesundjenes auch wieder möglich sein.

            Natürlich auch klar: Wenn alle spüren, daß es schwere, ernste Probleme gibt, Politik aber kann sie nicht erklären oder ignoriert sie gar, dann eben schlägt doch die Stunde der Rattenfänger.

            Was aber den Blauschopf angeht war ich wirklich erschreckt, wie detailliert und klarsichtig er damals schon, ein Quatschmacher auf YouTube, sowohl den wissenschaftlichen, den rechtlichen Durchblick hatte wie auch den in die Wissenschaftsfeindlichkeit einiger regierender Politiker. (Mitte April!) Ich zweifle, ob ich den Skandal mit der Heinsberg-Studie damals schon so klar hatte. Der ja dann noch weitaus schlimmer wurde, als auszudenken war (Min. 2:18).

          • Ach so, und dann das noch. Wo ich hier schon bei den Quernörgler-Mythen bin.

            Die Verquerdenker blöken was von “Merkelmasken”, “Sklavenmasken”, nichts ist falscher als das. Das ging keineswegs aus von den Regierenden.

            Und selbst wenn, dann wären das immer noch keine Merkel-Masken. Sondern Kurz-Masken. Österreich hat als erstes Maskenzwang in Supermärkten eingeführt. Wovon wiederum Söder angetan war natürlich. Es ist so unsinnig, was in dieser Schwurbler-Szene fabuliert wird, schon an Fakten, an die wir uns alle noch erinnern, ggf. als Gedächtnisstütze nachgooglen können.

  10. @all

    Nicht an Herrn Freyling aufarbeiten. Der gute Mann ist ein bisschen von der Realität überfordert.

    Was Menschen sonst aktuell veranstalten ist eine Klimaerwärmung, kann man auch Klimaerhitzung nennen, welche zu einer im Ausmaß bisher nicht gekannten Größe einer Katastrophe führen wird. Selbstverständlich in historischen Zeiträumen.

    @Herr Blume: Prima Artikel.

    • In einem hat Herr Freyling ja Recht: Klimawandel hat es immer schon gegeben. Die letzte Eiszeit in Europa ist erst 12.000 Jahre her.

      Nur gab es Klimawandel nicht in diesem rasanten Tempo. Zum einen führt dies in der näheren Zukunft zu dramatischen Wetterkatastrophen – wie wenn man in einer Badewanne Wasser nicht gleichmäßig zuführt, sondern eimerweise hineinkippt, so daß das Wasser überschwappt. Und die Menschen haben keine Jahrhunderte Zeit, von alten Weidegebieten zu neuen zu ziehen, zu fruchtbarerem Ackerland umzusiedeln, neue Technologien zu entwickeln. Die übergroße Anzahl an Menschen, also auch derer, die das betrifft, kommt dann noch hinzu.

    • Danke, @Erwin Neher.

      Und, ja, der gerne so aggressiv daherkommende Freund-Feind-Dualismus der Verschwörungsgläubigen speist sich wesentlich aus abgespaltenen Ängsten. Diese werden auf vermeintliche Weltverschwörer projiziert, so dass die eigentliche Auseinandersetzung etwa mit der Covid19-Pandemie oder der Klimakrise vermieden werden kann. Verschwörungsgläubige sind zu schwach, sich ihren eigenen Ängsten ehrlich & wissenschaftlich zu stellen, stattdessen weichen sie auf – oft antisemitische – Verschwörungsmythen aus.

  11. 1.
    @ W.Richter und alle und zu :

    “…..Nun ist laut neuer Studien Methan die Ursache von etwa einem fünftel der Erwärmung
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimakrise-das-methan-problem-und-wie-wir-es-loesen-koennen-a-14c87ad6-0002-0001-0000-000177604479
    und sind die FCKW-Gase die Ursache eines Drittel der Erwärmung, so dass das CO2 dann nur für 0,6 °C Erwärmung verantwortlich wäre und nach dieser Rechnung, die natürliche Variationen noch nicht berücksichtigt, der ECS-Wert nur noch bei 1,2 °C….”
    (Zitatende)

    Vielleicht ist auch anderen aufgefallen, dass in aktuellen journalistisch-populärwissenschaftlichen Texten bei dieser Thematik immer häufiger der diffuse Terminus “die Klimagase” benutzt wir, anstatt das CO2 expressis verbis direkt zu benennen. Möglicherweise hat das etwas mit dem zu tun , worauf auch im obigen Zitat hingewiesen wird.
    Auffällig ist auch , dass meist nur von dem rechnerisch ermittelten “AUSSTOSS”
    (Emission) von CO2 die Rede ist, selten aber von einem tatsächlich gemessen realen CO2 -Gehalt der Luft.
    Auch wird nur selten darauf hingewiesen, dasss die Luft zunehmend “reiner” (partikelfreier) zu werden scheint. Was eventuell auch einen zunehmenden solaren Energieeintrag zur Folge haben könnte.

    Generell hat man schon den Eindruck, dass alles, was irgendwie Zweifel an der “Alleinschuld” des CO erregen könnte, nicht gerade mit der größten Begeisterung
    (populärwissenschaftlich-) journalistisch kommuniziert wird. Wenn überhaupt.

    2.

    Zu T. jeckenburger und zu:
    “…Und wie sollen wir sonst reagieren, wollen wir nicht Risiken eingehen, die nicht zu verantworten sind?..” (Zitatende)

    Sie meinten damit aber nicht das Problem der (Corona- ) Impfungen der 12 bis 17-Jährigen. Oder ? (-: (-:

    • Lieber @little louis,

      auch mir war schon seit Jahren die gefährliche Wirkung auch des Methan geläufig – dies war einer der Gründe für meinen Tierfleisch-Verzicht.

      Können Sie uns anderen darlegen, wie Sie auch den neuesten Bericht des wissenschaftlichen Klimarates ableugnen (werden)? Oder werden Sie die Befunde nun doch akzeptieren?
      https://rp-online.de/panorama/wissen/klima/klima-klimaerwaermung-deutlich-schneller-als-gedacht-alarmstufe-rot_aid-62046939

      Ihnen alles Gute 🍀

      • “Auffällig ist auch , dass meist nur von dem rechnerisch ermittelten “AUSSTOSS”
        (Emission) von CO2 die Rede ist, selten aber von einem tatsächlich gemessen realen CO2 -Gehalt der Luft.”

        Was natürlich kompletter Unsinn ist. Der CO2-Gehalt in der Luft wird laufend gemessen und kann u.a. hier nachgelesen werden:

        https://climate.nasa.gov/vital-signs/carbon-dioxide/

    • @little Louis

      der diffuse Terminus “die Klimagase” benutzt wir, anstatt das CO2 expressis verbis direkt zu benennen.

      ________________________________________________________
      Wohl weil man genau das meinte: Klimagase im allgemeinen, und nicht nur ein bestimmtes Klimagas.
      “Klimagase” ist nunmal der Oberbegriff. “Diffus” ist an einem Oberbegriff überhauptnichts.
      Meint man dagegen ein bestimmtes Gas, dann benutzt man eben dessen konkrete Bezeichnung.
      Ich verstehe Ihr Problem nicht.

    • @little Louis

      …die Rede ist, selten aber von einem tatsächlich gemessen realen CO2 -Gehalt der Luft.

      _____________________________________
      Vom gemessenen CO2-Gehalt der Atmosphäre ist ANDAUERND die Rede.

      Wer will kann sogar ganz einfach die täglich aktualisierten Werte abrufen.

  12. @ alubehüteter und zu

    “..Ihr mit euren Palmen. Es wird keine Palmen geben in Europa. Auf Europa kommt eine neue Eiszeit zu, wenn nämlich unsere Warmwasserheizung ausfällt oder woanders hingeleitet wird, nämlich der Golfstrom….” (Zitatende)

    Nach Ihrer “Theorie” müsste in Gebieten auf ähnlichen Breitengraden wie Europa, die (zur Zeit) NICHT vom Golfstrom beheizt werden, jetzt schon “eine (neue) Eiszeit” herrschen.
    Ich glaube aber nicht, dass dem so ist.

  13. 1. zu:

    “..Nicht an Herrn Freyling aufarbeiten. Der gute Mann ist ein bisschen von der Realität überfordert….” (Zitatende)

    An Herrn Neher bewundere ich, wie gut seine Empfehlungen durch eine große Zahl fast unschlagbarer Argumente gestütz werden.

    2.
    @ M. Blume und zum Folgenden von Ihm:

    “….Freund-Feind-Dualismus der Verschwörungsgläubigen speist sich wesentlich aus abgespaltenen Ängsten. Diese werden auf vermeintliche Weltverschwörer projiziert, so dass die eigentliche Auseinandersetzung etwa mit der Covid19-Pandemie oder der Klimakrise vermieden werden kann. Verschwörungsgläubige sind zu schwach, sich ihren eigenen Ängsten ehrlich & wissenschaftlich zu stellen, stattdessen weichen sie auf – oft antisemitische – Verschwörungsmythen aus…..” (Zitatende)

    Es juckt mich gerade in den Fingern in einem Nachbarblog den Fachwissenschaftler Stephan Schleim zu fragen, was er von diesem psychologischen (Verschwörungs- ?) Mythos hält. (-:

    Aber wie ich sehe, kommt gerade wieder die Sonne heraus. Ich glaub, ich geh doch lieber Rasenmähen. Selbst wenn das dieses Jahr auch nicht allzu nachhaltig ist.
    Denn das Gras kommt ständig wieder. Genauso wie die Themen in diesem Blog.

  14. @Louis 09.08. 16:08

    „Nach Ihrer “Theorie” müsste in Gebieten auf ähnlichen Breitengraden wie Europa, die (zur Zeit) NICHT vom Golfstrom beheizt werden, jetzt schon “eine (neue) Eiszeit” herrschen.“

    Sagen Sie nicht sowas. In unseren Breiten liegt Kamschatka, die Aleuten oder Labrador. Und auf den entsprechenden Breitengraden auf der Südhalbkugel z.B. Feuerland.

    Ob der Golfstrom abreißt, ist aber in der Tat unklar, wenn auch doch Teil der Ungewissheit. Die Eisschilde oder der Permafrost sind weiterer Faktoren, die die Prognosen derart unsicher macht, trotz der besten Supercomputer.

    Wie gesagt, die Prognosen für eine Verdopplung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre liegen zwischen 1.5° und 4.5°. Das einzige was wirklich sicher ist, dass sind die 1.1° oder 1.2°, die wir jetzt schon haben. Und die Messungen der Treibhausgase und deren Anstiege, das sind auch klare Fakten. Und die sagen mir: wir müssen richtig was machen.

    Auch wenn keiner den genauen Temperaturverlauf der nächsten 50 Jahre berechnen kann.

  15. @ M. Blume und zu:

    ….Können Sie uns anderen darlegen, wie Sie auch den neuesten Bericht des wissenschaftlichen Klimarates ableugnen (werden)? Oder werden Sie die Befunde nun doch akzeptieren?…” (Zitatende)

    Vor einer eventuellen Akzeptanz habe ich aber auch noch Fragen an Sie (oder Sonstwen). Und zwar zum Folgenden aus einem aktuellen Spektrum- Artikel zum Thema . (Der einem heutigen Artikel in meiner Heimatzeitung sehr ähnelt):

    1.
    ….Derzeit sind die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen für etwas mehr als 1 Grad der globalen Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit verantwortlich. Die Erwärmung vollzieht sich allerdings nicht überall gleichmäßig. An Land ist sie etwa deutlich stärker als über den Ozeanen. Und in Deutschland ist das Jahresmittel der Lufttemperatur bis 2019 bereits jetzt schon um 2 Grad angestiegen….” (Zitatende spektrum- Artikel)

    Wie kann es sein, dass sich die globale Erwärmung regional unterschiedlich entwickelt? Gibt es etwa in verschiedenen Regionen jeweils anders gebaute (atmosphärische) “Treibhäuser” oder unterscheiden sich die Konzentrationen von Treighausgasen je nach geografischer Region?

    2.

    “….Die Experten gehen darum davon aus, dass die Folgen des Klimawandels in den kommenden Jahrzehnten in allen Weltgegenden weiter zunehmen werden – egal, welche Anstrengungen zur Verminderung von Treibhausgasen unternommen werden. Zur Gleichgültigkeit sollte das aber nicht verleiten, warnen sie. Denn jetzt die Emissionen von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen »rasch, stark und anhaltend« zu verringern, könne den Klimawandel immer noch begrenzen. Es gelte, jedes zehntel Grad weiterer Erwärmung zu vermeiden, denn das reduziere die Gefahr von Extremereignissen und das Erreichen von Kipppunkten mit unkontrollierbaren Folgen für Klima und Ökosysteme, betont Veronika Eyring vom DLR in Oberpfaffenhofen. »..” (Zitatende Spektrum- Artikel)

    Es ist also so, dass wir mit der Reduktion von “Treibhausgasen” absolut nichts (mehr) erreichen können. Trotzdem (!!) aber sollen wir “….jetzt die Emissionen von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen »rasch, stark und anhaltend« “.. “..verringern” Denn das könne “..den Klimawandel immer noch begrenzen…”

    Frage dazu:
    Wie kann man den Klimawandel durch rasche, starke und anhaltende Verringerung der Reduktion von “Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen” immer noch begrenzen, wenn vollkommen klar ist, dass wir mit der Reduktion von Treibhausgasen absolut nichts erreichen können ??

    Quelle der Zitate:

    https://www.spektrum.de/news/ipcc-bericht-weltklimarat-verschaerft-warnung-vor-klimakatastrophe/1909753

    • Das ist wirklich nicht schwer, @little louis: Selbstverständlich wirken sich Treibhausgas-Emmissionen etwa direkt über einer Stadt oder einem brennenden Wald anders aus als über einer Wüste oder Meeresfläche. Wetter ist ja immer regional konkret.

      Und auch wenn wir das bereits emittierte CO2 derzeit nicht mehr zurückholen können, entscheiden wir heute über die künftige Eskalation oder Bremsung des Prozesses.

      Da Sie ja durchaus ein fitter Typ sind, schmerzt Ihre Blockade gegenüber dem real Geschehenden wirklich sehr.

      Jetzt Sie: Vertrauen Sie dem Weltklimarat oder gehen Sie von einer Weltverschwörung hinter der Klimakrise aus?

      • Wir wollen Kohlenstoff wieder vermehrt in artenvielfältigen Lebenformen zirkulieren lassen.
        Photosynthese ist ein endothermischer Prozess, und Eintrittspforte für Kohlenstoff in lebensfördernde Molekülketten.
        Je höher die Photosyntheserate einer Pflanze, desto kühler ist das Blatt, bei Erhöhter Wachstumsleistung.

        Die Lebenssphäre, die Biosphäre des Planeten, nennen wir sie ganz unesoterisch nach James Lovelock Gaia, hat in menschlicher Zeitrechnung sehr lange gebraucht, um das für sie optimale Klima “einzupendeln”, welches den Homo sapiens hervorbrachte und begünstigte.
        Dabei wurde viel Kohlenstoff, durch die Arbeitsleistung von Pflanzen und Cyanos in und als Kohle, Öl und Gas sequestiert.
        Ab einem Punkt der Zeitgeschichte entdeckten bestimmte Pilze eine Möglichkeit mittels einer Mutation Enzyme für die Zersetzung von Lignin zu produzieren und sich so davon zu ernähren, vorher lag alles nur rum und wurde fossil.
        Dabei wurde ein Teil des Kohlenstoffs wieder durch die Pilze ausgeatmet,
        während eine anderer gespeichert in Humusmolekülen hunderte bis tausende Jahre die Fotosyntheserate durch vermehrte Bodenfruchtbarkeit förderte.
        Zudem ernähren sich viele Lebewesen wie Bakterien, Nematoden und Insekten vom Pilz und fördern die Biodiversität.
        Pilze sind die Autobahnen, Schienennetze und Kanäle sowie das Internet im Boden. Sie schaffen unter anderem den Stickstoff, den Bakterien in gut belebten Böden aus der Atmosphäre hohlen, im Tausch mit den begehrten Kohlenstoffmolekülketten, den Karbohydraten, zu den Pflanzen.
        Wir sind gut beraten wieder mit diesen “Zwergen” und “Riesen”, “Trollen” und “Feen” zusammenzuarbeiten, denn ein großer Teil des Lebens ist unsichtbar für das unbewaffnete Auge, welches hier nun seit van Leeuvenhoek so tief blickt.
        Pilze helfen durch ihre Hyphen und Kleber wie Glomalin den Boden vor Erosion zu schützen und erhöhen dabei die Wasseraufnahme, Wasserfiltrations und Wasserhaltefähigkeit.
        Wie Pilzforscher Jan Lelley oder auch Paul Staments sagen, können Pilze helfen die Welt zu retten, also uns in ihr, die, die uns trägt und erträgt.

        Zeigen uns die Elefanten in China nicht was schön und lebenswert ist auf diesem Planeten? Die haben zudem doch mindestens das, was der Mensch Gottvertrauen nennt!

        Ganesha bringt Weisheit für einen Neuanfang.

    • little Louis
      09.08.2021, 18:14 Uhr

      Woher nehmen sie das „absolut nichts“?

      dass wir mit der Reduktion von Treibhausgasen absolut nichts erreichen können

      Was wir jetzt an Treibhausgasemmissionen reduzieren, wird sich erst in zwanzig Jahren auswirken. Was in diesen zwanzig Jahren unweigerlich passieren wird, ist das Ergebnis unserer Emmissionen von vor zwanzig Jahren (und zuvor). Darauf haben wir allerdings keinen Einfluß mehr. Hitzesommer, Flutkatastrophen werden zunehmen. Ob das Ganze nach zwanzig Jahren noch schlimmer wird, ob wir insbesondere die fatalen Kippunkte überschreiten, nach denen Temperaturen nicht mehr linear, sondern exponentiell zunehmen – der auftauende Permafrost in Sibirien wird zusätzliche Methangase freisetzen etc. –, das entscheiden wir jetzt.

    • @little Louis

      wenn vollkommen klar ist, dass wir mit der Reduktion von Treibhausgasen absolut nichts erreichen können ??

      ____________________________________________
      Wie kommen sie darauf, dass das vollkommen klar wäre?
      Selbsverständlich kann man durch Reduktion von Treibhausgasen etwas erreichen.

  16. “….Da Sie ja durchaus ein fitter Typ sind, schmerzt Ihre Blockade gegenüber dem real Geschehenden wirklich sehr………………………….”

    Ich bin mit etwas unterdurchschnittlicher Körpergröße, (etwas) Bauch und Halbglatze der Idealtypus eines ehemaligen Dorfpädagogen, der nun schon ein paar Jährchen außer Dienst ist. Über den “fitten Typen” würden sich nahe Angehörige halb tot lachen, wenn ich sie das hier lesen lassen würde. (Deswegen trete ich ja auch ein wenig (!) anonym auf). Wenn ichs mir aber recht überlege , bin ich für mein Alter auch nicht gerade besonders un -fitt (oder “fit” ?). Gut dass Sie mich mal dazu gebracht haben, das mit mir selbst zu klären. Denn die dauernde Verschwörungs- Mythologisiererei macht einen offenbar mit der Zeit ganz meschugge. (-:

  17. @ Tobias Jeckenburger und:

    ” … Und die Messungen der Treibhausgase und deren Anstiege, das sind auch klare Fakten. …” (Zitatende)

    Wenn ich es aber richtig erinnere, gaben die Messeungen für das vergangene Jahr hierzulande kaum nennenswerte (reale) CO2 – Zuwächse her. Eher das Gegegenteil.

    • @little Louis

      gaben die Messeungen für das vergangene Jahr hierzulande kaum nennenswerte (reale) CO2 – Zuwächse her

      ___________________________________________
      Die Messungen für ein Einzeljahr gaben noch nie “nennenswerte” Zuwächse her.
      Trotzdem sind sie, über Jahrzehnte addiert, ganz erheblich.

  18. @Louis In Deutschland / Europa sind die Emissionen leicht rückläufig, weltweit aber leider steigend. Insgesamt also kein guter Trend.
    Das sich das Tief der Überschwemmungen im Südwesten lange über Deutschland halten kann liegt an einer umgekehrten Omega Wetterlage. Diese werden in der Regel durch den Jet-Stream “gesteuert”, der durch unsere lokalen Emission weniger beeinflusst wird, als durch die globalen.

  19. @Louis 09.08. 23:10

    „Wenn ich es aber richtig erinnere, gaben die Messeungen für das vergangene Jahr hierzulande kaum nennenswerte (reale) CO2 – Zuwächse her. Eher das Gegegenteil.“

    Wo steht das denn?

  20. Wolfgang Richter:
    “Damit kann man natürlich eine sehr vereinfachte Rechnung machen:
    Der CO2-Anteil ist von 280 auf 412 ppm gestiegen, die Temperatur wie angegeben. Trifft man nun die stark überzogene Annahme, dass die gesamte Temperaturerhöhung durchs CO2 verursacht wurde, was allerdings die Klimaforschung gar nicht sagt, kann man berechnen:”

    Damit berechnen Sie aber nicht die ECS, sondern die Transient climate response, die niedriger liegt.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Climate_sensitivity#Transient_climate_response

  21. Thanks for this information the global food supply, that is maybe a big problem, but maybe not, if food and feed are again produced here with the cheapest solar power in various plants. Even giving up meat may not be necessary. And now that doesn’t make any sense anyway, as long as most people can’t afford meat anyway.

    • Thanks, @Eunice. My main point of objection is that we are using several kilograms of plants and water while emitting CO2 and Methane just to produce a kilogram of meat. Our needless greed is destroying valuable food and our planet. 💁‍♂️🐮🐷🌍🌎🌏

  22. Bei „bloß michts gegen die Wissenschaft sagen“ könnte man sich fast an Gullivers Reisen zurückempfinden:

    Auch Wissenschaft hat zu kämpfen mit Scheuklappen wie andere Disziplinen auch.

    Den eigenen Schädel der Paste zu entwöhnen und zu verstehen bevor man urteilt bleibt nachwievor wünschenswert.

  23. MaW: das Projekt Aufklärung samt Moderne scheint inzwischen zur Karikatur von Aufklärung und Moderne zu geraten.
    Wen eigtl kann so etwas noch wundern.

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