Der alte Antisemitismus in der digital befeuerten Einstein-Relativitätskritik

In dieser Woche jährte sich der 6. November 1919 zum 100ten Mal – jener Tag, an dem britische Astronomen unter Leitung von Arthur Eddington dem deutschen Physiker Alfred Einstein Recht gaben. Das Forschungsteam hatte bei Sternenbeobachtungen während einer Sonnenfinsternis die Vorhersage aus dessen Relativitätstheorie bestätigt gefunden, wonach Lichtstrahlen in Gravitationsfeldern doppelt so stark abgelenkt werden, wie es nach der klassischen Physik zu erwarten war.

Schon am 7. November 1919 titelte die Londoner Times: “Wissenschaftliche Revolution. Neue Theorie des Universums. Newtons Vorstellung umgestürzt.” Gerade einmal ein Jahr nach der schmählichen Niederlage des Deutschen Reiches im 1. Weltkrieg hatte ein deutscher Physiker den britischen Newton abgelöst – und britische Wissenschaftler und Zeitungen waren so fair, dies zu bestätigen!

Sonderbriefmarke zu 100 Jahren Relativitätstheorie(n) 1905 – 2005. Foto: Deutsche Post AG, mit freundlicher Genehmigung

Aber der in Ulm geborene Albert Einstein war eben nicht nur Deutscher, sondern auch (säkularer) Jude, zudem erklärter Pazifist, Sozialist, Internationalist und Unterstützer des jüdischen Nationalfonds sowie der entstehenden hebräischen Universität in Jerusalem. Während ihn liberale, linke und wissenschaftlich faire Stimmen zu Recht feierten, war es für den größten Teil der deutschen Militaristen, Rassisten und Antisemiten also von vornherein völlig ausgeschlossen, Einstein als “großen Deutschen” anzuerkennen.

Und da ohnehin nur die wenigsten Menschen die Details der physikalischen Relativitätstheorien verstehen konnten, war es ein leichtes, sie auf die bizarre Vulgärformel “Alles ist relativ” zu verkürzen und Einstein vorzuwerfen, er betreibe die Relativierung aller Werte und Wahrheiten – und sei also Teil der “jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung” gegen den “gesunden Menschenverstand”. So begann der bis heute nicht endende “Kampf um Einstein” zwischen ehrlich wissenschaftlich Interessierten einerseits und Antisemiten andererseits.

Entsprechend reihte sich der erklärte Antisemit Adolf Hitler bereits 1921 auf der Titelseite des “Völkischen Beobachters” vom 03.01.1921 unter dem antijüdischen Vorwurf von “Dummheit oder Verbrechen” in die bis heute sog. “Relativitätskritik” ein und ließ verlauten:

Wissenschaft, einst unseres Volkes größter Stolz, wird heute gelehrt durch Hebräer, denen im günstigsten Fall diese Wissenschaft nur Mittel ist zu ihrem eigenen Zweck, zum häufigsten aber Mittel zur bewussten planmäßigen Vergiftung unserer Volksseele und dadurch zur Herbeiführung des inneren Zusammenbruchs unseres Volkes.

Und wie auch der Antisemitismus insgesamt ging auch dieser anti-wissenschaftliche Verschwörungsglaube nicht mit dem NS-Regime unter, sondern überlebte in medialen Nischen, bevor mit dem Internet und den sog. “sozialen Medien” eine digitale Renaissance auch des Hassens und Hetzens begann. Heute vernetzen sich “Relativitätskritiker” digital, anonymisiert und niedrigschwellig weltweit, tauschen antisemitische und rassistische “Argumente” und versichern einander, dass die gesamte Wissenschaft sowie die internationale Politik, Medien (samt der Wissenschaftsblogosphäre) sowie die Rechtsprechung von jüdischen und nichtjüdischen Weltverschwörern beherrscht werde.

Wer mag, kann sich auch hier auf dem Blog “Natur des Glaubens” einschlägige Kommentare zum Diskursfeld von @little Louis, @Yukterez u.v.m. zu Gemüte führen.

Fazit: Nicht jeder “Relativitätskritiker” ist ein Antisemit, aber das Diskursfeld ist antisemitisch durchtränkt

Ich stimme zwar also in Summe dem brillantem Relativitätskritik-Blogpost meines scilogs-Kollegen Markus Pössel in der Einschätzung zu, dass nicht jeder Einstein-Kritiker gleich Antisemit sei: Oft handelt es sich anfangs nur um Besserwisser und Cranks, die den gemeinschaftlichen Charakter von Wissenschaft nicht verstehen und ernsthaft davon träumen, im Alleingang vom heimischen PC aus die Physik umzustürzen. Dass weder die großen physikalischen Zeitschriften noch seriöse Wissenschaftsblogs ihre Privat-Theorien abfeiern, gilt vielen als ganz starker Beleg dafür, dass da eine riesige, bösartige Verschwörung im Gange sei.

Und darüber freuen sich wiederum die bereits verfestigten Antisemitinnen und Antisemiten, die in Foren und Chats eifrig weitere “Konvertiten” zum antijüdischen Verschwörungsglauben ansprechen, indem sie Begriffe umdeuten, Verschwörungsmythen verbreiten und ein digital-soziales Umfeld anbieten, in dem Opfermythen bestätigt werden. “Ja, Du hast ja Recht, Deine Texte sollten von allen gelesen werden – aber die bösen Du-weißt-schon-wer verhindern das!”

Dass die führenden “Relativitätskritiker” dabei wortreich leugnen, Antisemiten zu sein, ist heute selbstverständlicher Standard. Auch der digital radikalisierte, mörderische Attentäter von Halle gab bei seiner ersten Vernehmung allenfalls an, “judenkritisch” zu sein und der SPIEGEL zitierte seine Mutter, eine Grundschullehrerin in Ethik, mit der Aussage: “Er hat nichts gegen Juden in dem Sinne. Er hat was gegen die Leute, die hinter der finanziellen Macht stehen – wer hat das nicht?”

Genau diese in einigen Milieus längst wieder erreichte “Man-weiß-ja”-Alltäglichkeit des Antisemitismus empfinden und befeuern auch die meisten “Relativitätskritiker” digital und analog. Es geht den meisten der hierzu “Diskutierenden” ebensowenig um Physik – die sie gerade auch erkenntnistheoretisch selten verstehen – wie es im Antisemitismus generell nicht um seriöse Biologie, Wirtschafts-, Medien-, Politik- oder Rechtswissenschaft geht. Stattdessen dominieren schlecht verdautes Halbwissen aus Geschichte, Mythologie und Wissenschaften, um gekränkte, persönliche und rassistische Eitelkeit und der Wunsch nach einfachen, die Welt ordnenden Feindbildern. Umso öfter Einsteins Thesen bestätigt werden – zur durchaus wachsenden Unruhe auch unter Physikerinnen und Physikern, die selbstverständlich auf den nächsten Durchbruch und Paradigmenwechsel hoffen und hinarbeiten -, umso stärker wächst die Anti-“Relativitätsjuden”-Wut der digitalen Antisemiten. So bedeutend darf in ihrer Welt- und Geschichtsdeutung einfach kein jüdischer Wissenschaftler gewesen sein! Und so wird es höchste Zeit zu begreifen, dass in den “Relativitätskritik”-Diskursfeldern selten wissenschaftlich seriöse Sachargumente ausgetauscht werden, sondern vor allem alter Hass in neuen, digitalen Schläuchen kredenzt wird.


Quelle für alle o.g. Zitate und Leseempfehlung:

Könneker, Carsten (2005): “Katastrophal für bürgerliche Hirne”. Relativitätstheorie und völkische Propaganda in der Weimarer Republik. In: Hagner, Michael (2005): Einstein on the Beach. Der Physiker als Phänomen. Fischer Taschenbuch Verlag, S. 79 – 95

  • Gewidmet der Erinnerung an den 9. November, dem vielfältigen Schicksalstag der deutschen Geschichte.
Michael Blume

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Zuletzt erschienen "Islam in der Krise" (2017) und "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019). Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt... Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

115 Kommentare

  1. Schön, daß Herr Blume diese in den Kommentaren längst losgetretene Diskussion endlich hinter sich & uns bringt! Nebenbei werden wir ja wohl mindestens auch die 400er-Marke knacken, und dann haben wir auch mal wieder was, was man ZEITonline vorweisen kann 😉

    Ich habe von Physik keine Ahnung und werde mich also voraussichtlich zurückhalten.

    • Lieben Dank für die Rückmeldung, @Alubehüteter. Und keine Sorge: Den meisten „Relativitätskritikern“ geht es ebensowenig um seriöse Physik wie auch die meisten Anhängerinnen der „Neuen Germanischen Medizin“ nicht wirklich an medizinischer Forschung interessiert sind. Stattdessen werden immer wieder nur – meist antisemitische – Verschwörungsmythen in pseudo-wissenschaftliche Sprache verpackt…

  2. A) Eine Uhr ist nichts anderes als eine Maschine: Zieht man z.B. das Federwerk einer mechanischen Uhr auf, dann fügt man so potentielle Energie hinzu. Wenn diese Uhr läuft, wird diese potentielle Energie in kinetische Energie umgewandelt, wobei ein getakteter Zählmechanismus (Uhrwerk) angetrieben wird – welche eine bewegliche Kalenderanzeige antreibt, wo wir eine Uhrzeit ablesen können.
    Dies bedeutet ´´Zeit´ vergeht, indem in der Maschine ein einseitig gericheter Fluss von Energie erfolgt – d.h. ZEIT = ENERGIE bzw. eine ENERGIEMENGE.

    B) Dieser einseitig gerichtete Energiefluss wird aber nicht gemessen und sogar ignoriert, wenn Physiker nur die Werte der sekundären Kalenderanzeige/Uhrzeit als Grundlage ihrer Zeitmodelle verwenden – d.h. hier gilt ZEIT = UHRZEIT/KALENDERANZEIGE.

    Für viele wissenschaftliche Probleme ist diese Vorgehensweise (B) sehr praktisch um Berechnungen durchzuführen. Wenn aber ernsthaft die Idee diskutiert wird, ob man in einer 4D-Raumzeit eventuell Zeitreisen unternehmen könne (mit Abkürzung über Wurmloch) – dann zeigt sich hier ein Unverständnis des Problems: in einem Kalender kann man keine Zeitreise unternehmen.

    Es fehlt das Verständnis dafür, dass es einen wichtigen Unterschied macht, wenn das Wesen von Zeit als Energie/-menge beschreibbar ist – man aber mit Kalenderdaten(Uhrzeit) rechnet. Die Physik hat es bis heute nicht geschafft, eine nachvollziehbare Definition für ´Zeit´ vorzulegen!

    Ich hoffe, mir ist es gelungen darzustellen, wo eines der großen Probleme liegt, warum manche Ideen Einsteins kritisiert werden können. Leider ist es so, dass von Seiten der Physik auf solche Fragestellungen keine Antworten kommen, weil Einstein´s Ideen als Religion betrachtet werden: jedes Hinterfragen ist eine ´Gotteslästerung´.

    (In Diskussionen ist es leider immer noch so, dass man als Dummkopf dargestellt wird, wenn man nach einer Definition für ´Zeit´ fragt. Auch in der Literatur findet man keine Definition für diesen Begriff. )

    Von antisemitischer Einsteinkritik möchte ich mich eindeutig distanzieren!

  3. off topic: @Blume

    Das Thema ´Zeit´ dürfte auch für die Religionswissenschaft von Interesse sein – z.B. zum Themenkomplex WAS IST EWIGKEIT

    z.B. schreibt Bischof Augustinus in seinem Buch ´Bekenntnisse´ (11. Buch, Kap. 13-29) über seine Zeitvorstellungen. z.B.
    Kap. 18: Vergangenheit/Zukunft kann es nicht geben – denn wenn es diese Zeiten parallel zur Gegenwart gibt, wären sie der Gegenwart zuzuordnen. D.h. es gibt nur die Gegenwart
    Kap. 15 und 21: hier schreibt er, dass Gegenwart keinerlei Ausdehnung(= Dauer) haben kann – auch nicht die geringste!

    D.h. wenn Zeit keine Ausdehnung(Dauer) haben kann – wie lange dauert dann eine Ewigkeit?

  4. Ergänzend und “frisch auf dem Tisch” :

    -> https://www.faz.net/aktuell/wissen/physik-mehr/relativitaetstheorie-einstein-und-die-sonnenfinsternis-16465226.html

    Fazit: Nicht jeder “Relativitätskritiker” ist ein Antisemit, aber das Diskursfeld ist antisemitisch durchtränkt [Artikeltext]
    Korrekt, allerdings hat der Schreiber dieser Zeilen bei den aktuellen “Relativitätskritikern” (bisher) keinen Antisemitismus gefunden, wohl aber starkes Unbehagen mit der Relativität, teils auch direkt “dummes Denken”; Antisemiten haben zudem die Eigenschaft, wie der Schreiber dieser Zeilen findet, sich selbst nicht gegen den Antisemitismus zu stellen, den Vorhalt, eben Antisemit zu sein, nicht direkt und energisch von sich zu weisen.

    Vielen Dank für Ihren WebLog-Eintrag und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit als Antisemitismus-Beauftragter!

    Schönen Tag des Herrn noch
    Dr. Webbaer

  5. Sehr geehrter Herr Blume:

    Nun haben Sie sich dem Thema Relativitätstheorie-Antisemitismus angenommen. Leider bin ich von Ihrem Artikel enttäuscht. Wo sind denn die Belege für Ihre Ansicht, daß Antisemitismus im Spiel sei? Ein “Verschwörungsglaube” reicht da meiner Ansicht nicht aus, denn Verschwörungen können von Menschen aller Religionen ausgeheckt werden.

    Da ich eine Zeit lang im Blog von Frau Lopez mitgemacht habe und auch MAHAG kenne, folgende Einwände:

    1. YUKTEREZ ist kein Gegner sondern ein Befürworter der RT.

    2. Wenn man die Kommentare etwa von Albrecht Storz ansieht, dann sin seine Ansichten eher “antiwestlich”.

    3. Es stimmt schon, daß Frau Lopez der Ansicht ist, daß das nicht mit rechtend Dingen zu zugehen kann, wenn diese in ihren Augen falsche Theorie sich bis heute hält, und sie daher eine “Verschwörung” dahinter sieht. Aber ob diese “jüdisch” ist, ist mir nicht klar.

    Gruss
    Rudi Knoth

    • Sehr geehrter Herr Knoth,

      es war mir völlig klar, dass Sie selbst ein Anti-Einstein-Zitat von Adolf Hitler nicht als Beleg für Antisemitismus gelten lassen würden. Sie bewegen sich selbst schon so lange und engagiert in diesem „Das-wird-man-ja-noch-sagen-dürfen“-Diskursfeld, dass Ihnen selbst gar nicht mehr auffällt, welche Abgründe sich hinter der „Verteidigung“ des vermeintlich „gesunden Menschenverstandes“ gegenüber Einstein verbergen. Es macht Ihnen Freude, immer wieder auszuloten, wie weit man(n) noch gehen darf, bevor es jemand merkt. Entsprechend selten geht es in Ihren Kommentaren tatsächlich um Physik – sondern immer wieder um die Grenzen des Sagbaren, die Sie gerne weit verschöben.

      Antisemitische und rassistische Mythen überleben vor allem in eigenen Diskursfeldern. Die sog. „Relativitätskritik“ ist davon so durchtränkt, dass man den strengen Geruch am Anfang bewusst ausblenden muss und irgendwann gar nicht mehr wahrnimmt.

      Umso wichtiger ist es, die üblen Tatsachen irgendwann einmal auszusprechen. Ich würde mir persönlich durchaus wünschen, dass Sie und andere eines Tages für Ihre Intelligenz und Zeit andere, konstruktivere Diskursfelder mit weniger Verschwörungsglauben und mehr Wissenschaft fänden… 📚🌆🌍🌈

  6. @ Herr Rudi Knoth :

    Die von Ihnen genannte Dame hat sich energisch vom Antisemitismus-Vorhalt distanziert, sie wäre, wie Dr. Webbaer einschätzt, nicht dabei, wenn Antisemitismus bei den “Kritikern der Relativität” Einzug gehalten hätte.
    Es bringt gesellschaftlich nichts, sondern ist sogar schädlich, wenn Antisemitismus-Vorhalte nicht substantiiert vorgetragen werden.
    ” Hanlon’s Razor ” bleibt bestmöglich anzulegen.

    Historisch ist die Kritik an der RT dagegen klar auch antisemitisch grundiert, allerdings haben die meisten zivilisierten Personen mittlerweile verstanden, dass besondere und hier gemeinte Unterscheidung auf Grund biologisch feststellbarer Unterschiedlichkeit nicht angeraten ist, ganz und gar nicht, sondern Personen sind ‘born equally’, wie es so schön heißt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  7. Eigentlich sollte man meinen Naturwissenschaft sei das Reich von Logik und Empirie und Einwände gegen eine naturwissenschaftliche Theorie müssten dementsprechend auf der sachlich/logischen Ebene arbeiten, niemals aber auf der persönlichen, ethischen oder rassischen Ebene. Wenn Hitler Wissenschaftler als Hebräer outet, so ist sogar er sich dessen bewusst und äusserst deshalb einen Generalverdacht gegen jüdische Wissenschaftler: sie wollen nicht die Wahrheit ergründen, sondern nur ihren eigenen Ruhm mehren und das Land/Volk zersetzen, indem sie die Volksseele vergiften.

    Tatsächlich wurde den einsteinschen Relativitätstheorien von Beginn weg und bis heute vorgeworfen, sie verstiessen gegen den gesunden Menschenverstand, sie seien quasi ein Angriff auf das natürliche Empfinden (wie die „entartete Kunst“ es auch war). Das allein genügt im Kern vielen Relativitätskritikern als Gegenargument. Und klar, wer Theorien aufstellt, die gegen den gesunden Menschenverstand verstossen und die so das Volk verwirren, der muss, schlechte Absichten haben und kann eigentlich nur ein Jude sein.

    Diese Art zu denken, diese Form des Antisemitismus, die den Juden, fast unabhängig davon was sie tun, schlechte Absichten, Zersetzung der Gesellschaft und Machtstreben unterstellen, hat sich bis heute gehalten. Das Zitat im Zusammenhang mit dem Attentat von Halle zeigt den gleichen Generalverdacht gegen Juden nur hier im Finanzbereich anstatt der Wissenschaft: „Er hat nichts gegen Juden in dem Sinne. Er hat was gegen die Leute, die hinter der finanziellen Macht stehen – wer hat das nicht?”
    und klar, “Leute, die hinter der finanziellen Macht stehen“, das weiss ja jeder, das können nur Juden sein. Eigentlich ist der Ausdruck Hundepfeifen-Politik (dog whistle politics) für diese Art der Politik, die von Finanzmagnaten spricht, damit aber Juden meint, auch heute noch gar keine Politik, die mit codierter Sprache arbeitet (Zitat Wikipedia: Aussagen, deren Bedeutung nur denjenigen klar wird, “die das entsprechende Gehör haben”), denn wie kann man von Codierung und von versteckten Aussagen sprechen, wenn doch (fast) jeder versteht, was gemeint ist. Erstaunlich wie gut sich dieses „Wissen“, wie gut sich diese Vorurteile gehalten haben. Im Gegensatz zu früher können Schriftsteller, Politiker und Dramaturgen heute nicht mehr davon ausgehen, dass das Publikum eine Anspielung auf eine Szene in der Bibel als solche erkennt, aber sie können weiterhin sicher sein, dass das Publikum noch so feine antisemitische Anspielungen mitbekommt. Nicht nur Hunde hören die „dog whistle“

  8. @ Herr Kinseher

    In Diskussionen ist es leider immer noch so, dass man als Dummkopf dargestellt wird, wenn man nach einer Definition für ´Zeit´ fragt. Auch in der Literatur findet man keine Definition für diesen Begriff.

    ‘Zeit’ ist ein wahlfrei oder willkürlich gewählter Maßstab, um Veränderung (der Welt) festzustellen, diese Veränderung dann auch wissenschaftlich bearbeiten zu können.
    Unser Herr Dr. Joachim Schulz hat sich hier besonders bemüht und einiges dazu geschrieben.
    Zeit gibt es insofern “nicht wirklich”, sondern ist eine Art Hilfsgröße, um erkennenden Subjekten die Welt erklärlich zu machen, sie ist kein direkt greifbarer Gegenstand.
    Sie gibt es dann in physikalischer Beschreibung und ist, wie einige finden, sehr brauchbar theoretisiert.
    Zeit wird irgendwie gemessen, am Stand der Sonne anfänglich, an den Jahreszeiten, an möglichst gleichlang bleibenden Schwingungen bestimmter Atome et cetera.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der Ihre nicht angeforderte Distanzierung vom Antisemitismus gut fand)

  9. Manchmal frage ich mich, welche Motive – wenn man antisemitische mal aussen vor lassen will – die wirklich fanatischen Anti-RTler treibt. Die würden freilich rufen: “Die Wahrheit, die Wahrheit über Raum und Zeit!”, aber die ist – das wussten schon Kant und Augustinus – so weit hinter unserem Erkenntnishorizont wie die Wurzel des Seins selbst.

    Eine “Kränkung” (sensu Freud), so wie die Evolutionstheorie, der Heliozentrismus etc. kann es auch nicht sein – denn aus welcher “Mitte” würde der Mensch durch die RT denn gerissen? Politische Folgen (anders als z.B. der Darwinismus) hat die Sache auch nicht … so what?

    • @Helmut Wicht

      Vielen Dank für Deine Gedanken! Umso besser wir Antisemitismus und Faschismus verstehen, umso klarer zeichnen sich Wurzeln in persönlichen Kränkungserfahrungen ab: Warum sind andere erfolgreicher, beliebter, bekannter als ich? Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen, da muss eine große Verschwörung dahinterstehen!

      So behaupten Kreationisten, die Evolutionstheorie wäre falsch, spekulieren aber über die geistliche „Verirrung“ von Darwinisten und sogar über eine halb-legendäre „Bekehrung“ Darwins auf dem Sterbebett.

      Dagegen konstruieren „Relativitätskritiker“ ein Feindbild von Einstein, der Teil einer bis heute andauernden, jüdisch-geheimbündlerischen Verschwörung sei. Den Gedanken, dass ein Jude klüger, erfolgreicher, bekannter sei als sie selbst, finden sie unerträglich – und hoffen auf seinen posthumen Sturz.

      Psychologisch hat Jonathan Sacks den Antisemitismus als „pathologischen Dualismus“ beschrieben – als Abspaltung und Projektion alles Übels aus sich selbst auf „die Juden / Zionisten“. In der Selbstwahrnehmung wird man dann selbst zum beklagenswerten Opfer, Hass und sogar Gewalt zu Mitteln der vermeintlichen Notwehr…

      Falls Interesse hier die Analyse des Online-Maniestes eines US-Vorgängers des im eigenen Verständnis nur „judenkritischen“ Antisemiten von Halle:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/antisemitisches-manifest-poway-analyse/

  10. @ Herr Holzherr

    Diese Art zu denken, diese Form des Antisemitismus, die den Juden, fast unabhängig davon was sie tun, schlechte Absichten, Zersetzung der Gesellschaft und Machtstreben unterstellen, hat sich bis heute gehalten.

    Ganz genau, der Schreiber dieser Zeilen interessiert sich erst seit ziemlich genau 2019 für den Antisemitismus und was da eigentlich los ist, in der von Ihnen gemeinten Projektion, Herr “Holzherr” (die doppelten Anführungszeichen nur deswegen weil Sie ein als solches unerkennbares Pseudonym nutzen); Henryk M. Broder meinte kürzlich diesbezüglich eine Art Geisteskrankheit feststellen zu können, was sich so aber auch nicht gehört, also derartige Pathologisierung.

    Bei den sog. Dog Whistles wäre Dr. Webbaer aber vorsichtig, extra-vorsichtig, denn gemeint ist ja letztlich (vom oft politischen Gegner), dass da einer etwas gesagt und anders gemeint hat, projizierend.
    Aussage, Sprache, darf schon so verstanden werden, wie vorgetragen und in der Etymologie begründet oft direkt verständlich.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  11. @ Herr Dr. Helmut Wicht und hierzu kurz :

    […] denn aus welcher “Mitte” würde der Mensch durch die RT denn gerissen?

    Aus der Mitte der Sicherheit sozusagen.
    Die Welt war auf einmal nicht mehr so, wie sie zu sein schien, Einfachheit wurde gemisst, auch Werte meinend, auch den lieben Gott meinend, der von den Aufklärern zwar oft nicht direkt angegriffen worden ist, in seiner (möglichen) Existenz, aber doch angefragt worden ist oder gar nicht angefragt worden ist im streng agnostischen Sinne.

    Neben dem Konstruktivismus, der schon, eben seit der Aufklärung, sozusagen ein wenig lauerte, kam nun auch physikalische Unsicherheit hinzu.
    Besondere politische Fragen entstanden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  12. Tatsächlich ist es eher umgekehrt.
    Natürlich wurden die Juden verfolgt.
    Aber dass die Juden verfolgt wurden wird eben mehr oder weniger als Argument dafür verwendet dass die die Relativitätstheorie nur richtig sein könne.
    Es ist wohl auch der Grund dass Einstein als Angehöriger eines verfolgten Volkes geradezu zu einem “unfehlbaren” Wissenschaftsgott empor gehoben wurde.
    Und auf diese Art kann man natürlich prächtig jeden anschwärzen der die Relativitätstheorie kritisiert.
    Dass übrigens durchaus einige namhafte Kritiker jüdischer Herkunft sind (Georg Galeczki, Paul Marmet, Herbert Dingle) stört die Relativitätstheorie -Anbeter natürlich auch nicht.
    Ja es ist gerade umgekehrt, dass Einstein ein Angehöriger eines verfolgten Volkes war wird als Argument für die Relativitätstheorie verwendet.

    • Nein, @Markweger – welchen anderen Grund hätten britische Wissenschaftler haben sollen, direkt nach dem ersten Weltkrieg die Thesen eines deutschen Juden zu bestätigen, als die wissenschaftliche Erkenntnis selbst? Und welche Art der Superverschwörung hätte Jahrzehnte der globalen Forschung seitdem kontrollieren können?

      Gerade hier – auf dem Feld der Physik – haben wir alle die Wahl zwischen einer wissenschaftlichen oder antisemitischen Lesart der Geschichte. Ich bedaure, dass Sie und andere „Relativitätskritiker“ noch nicht die innere Stärke und Größe gefunden haben, sich richtig zu entscheiden.

  13. “ZEIT = ENERGIE bzw. eine ENERGIEMENGE.”

    Das ist physikalischer Unsinn, vom Rest Ihrer Beitrages ganz zu schweigen.

    Die Zeit (t) hat die Einheit Sekunde (s).
    Die Energie (E) hat die Einheit Joule (J).

    Zeit ist ungleich Energie!

  14. In einem blog geht es um wissenschaftlich begründete Wahrheiten und um die Verbreitung dieser Wahrheiten.
    Man darf dabei ruhig aus der Defensive gehen und Albert Einstein einen Großen Deutschen nennen. Und man sollte seine Leistungen publizieren, nicht aus der Defensive heraus, sondern offensiv.

    Und man kann behaupten, dass jede Kritik an der Relativitätstheorie nicht dem Stand der Wissenschaft entspricht. warum gibt es z.B. noch keinen Albert Einstein Tag ?

    Das täte den Deutschen gut, die geschichtslos, vorbildlos, traditionssuchend auf den Straßen marschieren. Es täte den jüdischen Gemeinden gut, die wieder allgemeine Anerkennung fänden und sich nicht verstecken müssen.

    In der Werbesprache nennt man das Image. Das Image des jüdischen Volkes muss den Glanz bekommen, das es verdient.

  15. Den Gedanken, dass ein Jude klüger, erfolgreicher, bekannter sei als sie selbst, finden sie unerträglich – und hoffen auf seinen posthumen Sturz. [Dr. Michael Blume im hiesigen Kommentariat]

    Klingt nicht schlecht, auch darum könnte es – psychologisierend – gehen.
    Auch um Neid also, Dr. Webbaer hat zum Glück keine derart grundierten Probleme mit Juden, weil er besser ist (kleiner Gag am Rande) und tolerant (wie auch Juden dies idR sind).

    Gesellschaftspsychologisch könnte es so halbwegs klappen, als Erklärung für die Ablehnung einiger Juden, letztlich gilt es abär doch jüdischen Identitarismus anzunehmen, auszuhalten oder zu respektieren – welches Verb präferiert wird, hängt vom Einschätzenden ab.

    MFG – WB (der sich nun langsam auszuklinken hat, allen hier kommentarisch und primär Inhalte Gebenden dankt, insbes. Herrn Dr. Michael Blume, dem weiterhin viel Erfolg gewünscht wird (“ganz ernst gemeint” – Ergänzung für MB))

  16. Zeit ist eine “Hilfsgrösse” für den nun “freiheitlichen” Wettbewerb – Weil ich mir eine Welt- und Werteordnung OHNE Zeit und somit OHNE den raum- und zeitfordernden Kreislauf des imperialistischen Faschismus vorstellen kann, der Weg dahin (hinter unserem beschränkten Ereignishorizont) ist ein …!?😢😌😠😵😏😒😌😜😊

  17. Ich weiß nicht, was das Nicht-Juden- oder Judentum Einsteins hier irgend eine Rolle spielen soll.

    Tatsache ist aber, dass die Lichtbrechung in der Sonnenkorona in keinerlei Berechnungen eine Rolle spielen – obwohl Lichtbrechung in Medien (was die Sonnenkorona eben ist) ein wohlbekanntes Phänomen ist und berücksichtigt werden muss.

    Von daher ist “gravitational lensing”, ja die Stimmigkeit der Allgemeinen Relativitätstheorie generell, eine offen Frage – mit oder ohne Judentum.

  18. K.Richard.
    Wie lange dauert eine Ewigkeit ?
    Wenn es Gott gibt, dann hat er mit der “Schöpfung” etwas begonnen, was wir “Zeit” nennen, denn er hat damit einen Nullpunkt geschaffen von dem wir menschlichen Irrlichter rechnen können. Was war dann vor dieser “Schöpfung ? Auch ZEIT oder nur Ewigkeit ? Unsere Vorstellungskraft hat keine Vorstellung von Ewigkeit. Im Hinduismus gibt es Brahman ,im Buddhismus die Leerheit. Hier ist alles grenzenlos – ein NICHTS, keine Vergangenheit und keine Zukunft .Wer nie geboren wurde, wird dieses Nichts selbst nie erfahren, da er nicht wie die Lebenden an den Begriff ZEIT gebunden ist. Das Leben ist nur ein vorübergehender Zustand dieses Nichts, wie der Kosmos selbst.Davor und danach gibt es auch keinen Gott.,..

  19. Klarstellung zu KRichard #10.11. 05:42

    “Dies bedeutet ´´Zeit vergeht, indem in der Maschine ein einseitig gericheter Fluss von Energie erfolgt …”
    Solche Uhren gibt es vielleicht noch als Küchenuhren, in Technik und Physik benutzt man naturverbundene.

    “Leider ist es so, dass von Seiten der Physik auf solche Fragestellungen keine Antworten kommen, …”
    Einstein hat die einzig objektiv (die von der Eisenbahn) zugängliche Definition von Zeit eingeführt, eine
    operationelle: Zeit ist was die Uhr anzeigt. Diese Eigenschaft der Zeit ist sogar alltagstauglich.
    Dafür benutzt man in der modernen Wissenschaft nahezu ideale Uhren wie zB Atomuhren.
    Grundlage ist, daß es im Weltall unzählige Atome gibt, die alle ununterscheidbar gleich funktionieren.
    Davon haben wir auf der Erde auch genug, die wir in Atomuhren einbauen und ablesen können.
    Nun kann man sonst irgendwem vorwerfen, das “Warum” der Ununterscheidbarkeit nicht geklärt zu haben, aber wem? Wir müssen die Nichtlokalität der Quantenwelt so hinnehmen und uns mit dem “Wie” begnügen.

  20. So begann der bis heute nicht endende “Kampf um Einstein” zwischen ehrlich wissenschaftlich Interessierten einerseits und Antisemiten andererseits.

    Wie wäre es mit Belegen? Oder haben Sie keine?

    Das was Sie hier schreiben ist nichts anderes als politische Hetze. Kritik der Relativitätstheorie war nie antisemitisch motiviert und ist auch heute nicht.

    • Vielen Dank, @Mayer, dass Sie den Inhalt dieses Blogposts voll bestätigen – indem Sie nicht nur Tatsachen der Physik, sondern auch der Geschichte verleugnen. Aber seien Sie versichert, dass sich die vernünftige Mehrheit nicht mehr täuschen und aufhetzen lassen wird. Und nehmen Sie zur Kenntnis, dass wir auch die Geschichte des Antisemitismus um der Zukunft willen nicht vergessen werden.

      Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Ihnen eines Tages der Ausstieg aus dem Verschwörungsglauben gelingen möge.

  21. Herr Senf,
    es gibt Dinge, die zeitlos sind, dazu gehört die Logik, dazu gehören die gesetze der Mathematik. Das Verhältnis des Durchmessers zum Umfang eines Kreises gehört dazu. Dieses verhältnis war immer so und wird immer so sein.
    Die Kategorien von Raum und Zeit passen hier nicht, weil die Geometrie ein rein geistiges Produkt ist. Ihre Gesetzlichkeiten sind nicht konstruiert, sondern von vornherein gegeben. Die Umgangssprache bezeichnet das treffend mit : Man findet eine Lösung, man konstruiert sie nicht. Weil die Lösung durch die innewohnende Logik schon vorhanden ist.

  22. Markweger,
    frag mal einen Jugendlichen wer Einstein ist. Frag mal, was eine Theorie ist.

    Es geht darum, dass Deutschland nur auf sehr wenig stolz sein kann.
    Wilhelm II hat den 1. Weltkrieg verursacht . auf den können wir nicht stolz sein.
    Hitler hat den 2. Weltkrieg verursacht, auf den können wir nicht stolz sein.
    Wir können nur auf wissenschaftliche Großtaten schauen, und die müssen vermarktet werden. Einstein passt da gut dazu.

  23. @Albrecht Storz,

    Albrecht Storz – 10. November 2019 @11:38
    Ich weiß nicht, was das Nicht-Juden- oder Judentum Einsteins hier irgend eine Rolle spielen soll.

    nachdem ihr Kommentar hier nicht unmittelbar freigeschaltet wurde, haben sie auf den KSzR folgendes ergänzt:

    Albrecht Storz – 10. November 2019 @12:42
    Offensichtlich übrigens ein Honigpott um mal wieder „Antisemitismus“ zu schüren – unter dem Deckmantel des „Philosemitismus“.

    Ihr Nichtwissen haben sie damit recht einschlägig korrigiert.

    Grüsse galileo2609

  24. @fliegenklatsche

    Soviel ich weiß hat sich Einstein nie mit Deutschland identifiziert. Das ist kein Vorwurf das muss er nicht.
    Meines Wissens ist er in jungen Jahren in die Schweiz gegangen weil er nicht in Deutschland bleiben mochte.
    Während des 1. Weltkriegs hat ihm das ganze Kriegsgeschehen und Elend nicht im mindesten interssiert, ihm ist es ja gut gegangen.
    Das ist kein Vorwurf, er war jüdischer Herkunft und Deutschland war ihm eben egal.
    So sehr das sein gutes Recht ist, ihn nun als großen “Deutschen” zu verehren erscheint mir dann doch unangemessen.

  25. @Michael @Querdenker @Herr Senf

    Ich wollte mit meinen Beiträgen zum Nachdenken anregen. Bisher gibt es von der Physik keine festgelegte Definition dafür, was ´Zeit´ ist. Dies ist unwissenschaftlich.
    Einstein schrieb, dass Zeit das ist, was der kleine Zeiger seiner Uhr anzeigt.

    Damit hat er klar definiert, dass Zeit für ihn das ist, was Uhren anzeigen. Solch eine Definition ist eine klare Ansage – allerdings gibt es dann Probleme:
    Von der Uhr abgelesene Uhrzeiten, kann man allgemein als ´Kalenderdaten´ bezeichnen. Mit solchen Informationen kann man verschiedene physikalische Phänomene berechnen – z.B. Geschwindigkeiten.
    Auch die Erstellung von theoretischen Raum-Zeit-Modellen aus Ereignissen ist zulässig; wobei jedes Ereignis mit einem festgelegten Punkt im Raum und einem zugehörigen Zeitwert beschrieben wird.

    Probleme treten aber dann auf, wenn man z.B. RaumZeit-Modellen irgendwelche Eigenschaften zuschreibt, welche in den Daten nicht enthalten sind oder diesen zugeordnet werden können.

    So ist z.B die Idee von Zeitreisen/Wurmlöchern ist fragwürdig – denn in einem Kalender kann man nicht verreisen.

    Einige von Einstein´s Ideen werden als Glaubensideologie betrachtet. Wer es wagt Fragen/Kritik zu äußern wird – wie oben im Blogbeitrag – in die Nähe von ´Besserwissern und Cranks´ gerückt. Vernünftige Antworten bekommt man keine.

    Zum Glück geht es nicht nur mir so – Stephen Hawking schrieb in seinem Buch ´Eine kurze Geschichte der Zeit´ zumThema ´Raumzeit´: “Es ist unmöglich, sich einen vierdimensionalen Raum vorzustellen – …”

  26. @Michael Blume

    Bei den englischen Physikern von damals war es ein Mangel an rationalen Denken. Dieser Mangel hält leider nach wie vor an.
    Irgend eine Verschwörung ist dazu überhaupt nicht notwendig.

  27. @Markweger,

    Markweger – 10. November 2019 @10:54
    Aber dass die Juden verfolgt wurden wird eben mehr oder weniger als Argument dafür verwendet dass die die Relativitätstheorie nur richtig sein könne.
    Es ist wohl auch der Grund dass Einstein als Angehöriger eines verfolgten Volkes geradezu zu einem “unfehlbaren” Wissenschaftsgott empor gehoben wurde. […] Ja es ist gerade umgekehrt, dass Einstein ein Angehöriger eines verfolgten Volkes war wird als Argument für die Relativitätstheorie verwendet.

    man kann an ihrem Kommentar sehr unmittelbar ablesen, wie der mörderische Antisemitismus immer noch das Denkvermögen und auch ihr ganz individuelles Denken zerfrisst. Albert Einsteins neue Physik hat sich innerhalb der wissenschaftlichen Arena durchgesetzt, nach den allgemein akzeptierten Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis. Sie aber sind offenbar der Überzeugung, ganz in der Tradition der unseligen antisemitischen „Deutschen Physik“, dass andere, ausserwissenschaftliche Faktoren bei der Durchsetzung dieser modernen theoretischen Physik walteten.

    Markweger – 10. November 2019 @10:54
    Dass übrigens durchaus einige namhafte Kritiker jüdischer Herkunft sind (Georg Galeczki, Paul Marmet, Herbert Dingle) stört die Relativitätstheorie -Anbeter natürlich auch nicht.

    Antisemit*innen sind in der Regel roh im Denken, intellektuell oft gänzlich unbewaffnet. Antisemit*innen sind nicht daran interessiert, was jüdische Identität im Allgemeinen und im Individuellen tatsächlich sein könnte. Antisemit*innen ersetzen die persönliche Verständigung und den sozialen Diskurs darüber durch nichtdiskusive, vergewaltigende Fremdzuschreibung.
    Das ist die totale Unterwerfung von Menschen, entweder mit dem unmittelbaren Ziel, diese instantan zu vernichten, oder sie sich im opportunistischen Gewerk zuvor noch manipulativ anzueignen. In beiden Fällen des antisemitischen Impetus werden diesen Menschen ihre Persönlichkeiten, ihre individuellen Identitäten enteignet.

    Niemand, ausser Antisemit*innen, würde besonders hervorheben, dass auch Menschen mit mehr oder weniger subjektiven Bezügen zu jüdischer Identität z. B. auch durch Äusserung ausgewiesene Deppen etc. sein können. Für alle, ausser Antisemit*innen, geht das im heterogenen Gebaren unserer repräsentativen Gesellschaft unter.[1]

    Grüsse galileo2609

    [1] Zu dem hier eingangs verwiesenen Blogpost von Markus Pössel war genau das Motiviation für den ersten – in diesem Sinne – antisemitischen Kommentar.

  28. @fliegenklatsche,

    fliegenklatsche – 10. November 2019 @16:55
    Wilhelm II hat den 1. Weltkrieg verursacht . auf den können wir nicht stolz sein.
    Hitler hat den 2. Weltkrieg verursacht, auf den können wir nicht stolz sein.

    sie sind sich bewusst, dass diese Menschheitskatastrophen nicht durch zwei Einzelpersonen, „Wilhelm II“ und „Hitler“, ausgelöst wurden? Sondern dass es eine kritische Vielzahl von Menschen in und ausserhalb ihrer sozialer Gruppen dafür benötigte, die sich diesen totalen Kriegen und entgrenzten Vernichtungen von Leben verschrieben und angeschlossen haben. Und ohne die das nie vollzogen werden hätte können …

    Grüsse galileo2609

  29. @Markweger,

    Markweger – 10. November 2019 @17:20
    Soviel ich weiß hat sich Einstein nie mit Deutschland identifiziert. Das ist kein Vorwurf das muss er nicht.
    Meines Wissens ist er in jungen Jahren in die Schweiz gegangen weil er nicht in Deutschland bleiben mochte.
    Während des 1. Weltkriegs hat ihm das ganze Kriegsgeschehen und Elend nicht im mindesten interssiert, ihm ist es ja gut gegangen.
    Das ist kein Vorwurf, er war jüdischer Herkunft und Deutschland war ihm eben egal.

    was sie mit Identifikation mit Deutschland verstehen, ist wahrscheinlich interpretationsbedürftig. Was Einstein angeht, er wurde vor der Gründung des 1871 im Krieg gegen Frankreich irgendwie entstandenen, dann um die Jahrhundertwende bestehenden deutschen Reich geboren, als Bürger des Königreichs Württemberg. Wie bekannt ging er nach einem Zwischenstopp via München ins Ausland und erhielt die Schweizer Staatsangehörigkeit, die er nie gegen die des Deutschen Reiches eintauschte. Später wurde er amerikanischer Staatsbürger. Mit all den damit verbunden Komplikationen.

    In den Revolutionswirren nach dem 1. Weltkrieg engagierte sich Einstein für die Demokratie und die Werte der Weimarer Republik, obwohl er kein deutscher Reichsbürger war. Mehr als all die Rechtsextremisten und Antisemiten, die schliesslich für den Untergang dieser Republik sorgten. Trotz und wegen dieses grossen Engagements ist es Einstein gerade bis zur Machtergreifung nicht besonders gut ergangen, schliesslich musste er fliehen.

    Ihr antisemitisches Narrativ ist dämlich und bleibt, was es ist: dämlich und antisemitisch.

    Markweger – 10. November 2019 @17:20
    […] ihn nun als großen “Deutschen” zu verehren erscheint mir dann doch unangemessen.

    Da haben sie recht. Einstein hatte nach seinen vielfältigen persönlichen Erfahrungen mit dem Deutschen Reich tatsächlich kein Interesse daran, zum “großen Deutschen” erhöht, erniedrigt bzw. vereinnahmt zu werden. An dieser Stelle zeigt sich Blume nachlässig …

    Markweger – 10. November 2019 @17:34
    Bei den englischen Physikern von damals war es ein Mangel an rationalen Denken. Dieser Mangel hält leider nach wie vor an.

    Dafür haben sie doch ganz bestimmt eine diskursfähige Quelle an der Hand …?

    Grüsse galileo2609

  30. @Michael Blume, Rudi Knoth,

    Rudi Knoth – 10. November 2019 @08:25
    Nun haben Sie sich dem Thema Relativitätstheorie-Antisemitismus angenommen. Leider bin ich von Ihrem Artikel enttäuscht. Wo sind denn die Belege für Ihre Ansicht, daß Antisemitismus im Spiel sei?

    Michael Blume – 10. November 2019 @09:31
    es war mir völlig klar, dass Sie selbst ein Anti-Einstein-Zitat von Adolf Hitler nicht als Beleg für Antisemitismus gelten lassen würden.

    die Antwort von Michael Blume auf Rudi Knoth ist tatsächlich mindestens ungenügend. Rudi Knoth zweifelt, wider besseren Wissens an, dass es in aktuellen Diskussionen um die moderne Physik in Einsteins Tradition antisemitisch motivierte und/oder konkludente Beiträge gibt. Dass Adolf Hitler Antisemit war, dürfte ihm an dieser Stelle nicht wesentlich weiterhelfen.

    Schliesslich bezweifelt Rudi Knoth aber z. B., dass es im auch hier verlinkten Blogpost von Markus Pössel: Kritik an der Relativitätstheorie und Antisemitismus Kommentare gegeben hat, die von Inhalt und Motivation antisemitisch sind, z. B. von Wolfgang Engelhardt, Jocelyne Lopez, L.Schaber (=little Louis) etc. und auch von Rudi Knoth himself („Madoff-Paradoxon“).

    Das ist so. Rudi Knoth kann das nachlesen, er weiss, wo das steht. Rudi Knoth fraternisiert darüberhinaus mit Themen und Akteuren rechtsextremistischer und antisemitischer Provenienz an anderen Orten. Ist eben eine ideologische Familie.

    Wie man auch immer diesen Blogpost von Michael Blume qualitativ einschätzen mag. Er scheint nach dem bisherigen Kommentarverlauf final die mit diesem Thema verlinkten Antisemit*innen an die Oberfläche zu spülen. Das ist doch schon mal was.

    Grüsse galileo2609

  31. @KRichard #10:11 17:29 “So ist z.B die Idee von Zeitreisen/Wurmlöchern ist fragwürdig – denn in einem Kalender kann man nicht verreisen.” Wie reisen Sie denn? Ich nehme meistens den Zug 😉

    Uhr und Kalender nehme ich mit, an den Bahnhöfen vergleiche ich meine Zeit mit den dortigen Anzeigen.
    Es mag “Alltagsuns” gewöhnungsbedürftig sein, daß es keinen absoluten Raumkasten und Zeitstrom gibt.
    Newton hat aus den Keplergesetzen das Gefühl der Gravitationskraft “entwickelt”, nicht die Gründe dafür.
    Relativistische Effekte sind Gravitation und Magnetismus, die lassen sich mit Zeiteigenschaften erklären.
    Längenkontraktion und Zeitdilatation sind nur ausgesuchte Rechenknechtereien für Studenten zum Üben.
    Zwei banale Zusammenhänge, auf die sich *Kritiker* stürzen, denen das Zeug zum Studenten fehlt.

    Eigentlich ist hiesiges Thema ja “Antisemitismus in der Physik” und nicht “Verpaßte Physikkenntnisse”.

  32. @Markweger,

    Markweger – 10. November 2019 @21:04
    Was für ein endloses sinnbefreites Palaver.
    Eigentlich zu lang um es zu lesen.

    mir ist schon klar, dass sie mit der Angabe diskursfähiger Quellen und Begründungen hoffnungslos überfordert sind. Wesentlich bequemer ist es für sie, wenn sie ihre antisemitische, rassistische und rechtsextremistische Flatulenz einfach so, ohne Widerspruch in die Öffentlichkeit abblasen können.

    Manchmal geht das auf. Wer will sich schliesslich mit ihnen auch abgeben? Es riecht, stinkt erbärmlich.
    Wer – von klarem Verstand – will sich schon an dieser brauenen Pest anstecken …

    Grüsse galileo2609

  33. @galileo:

    Rudi Knoth zweifelt, wider besseren Wissens an, dass es in aktuellen Diskussionen um die moderne Physik in Einsteins Tradition antisemitisch motivierte und/oder konkludente Beiträge gibt. Dass Adolf Hitler Antisemit war, dürfte ihm an dieser Stelle nicht wesentlich weiterhelfen.

    Das es Beiträge auch in der aktuellen Diskussion gibt die antisemitisch motiviert sind ist nicht anzuzweifeln imho. Nur ist das bei den sogenannten Kritikern eine Motivation die sich durchgängig durchzieht? Oder liegt da nicht heute! in der Mehrzahl sowas wie eine kosmologische Kränkung und / oder eine narzistische Störung vor?
    Das die “Kritik” in den Anfangstagen ihrer erfolglosen Geschichte in der Mehrzahl antisemitisch motiviert war kann man wenn man will sich ja sehr schön ansehen. Aber macht die Tatsache das sich im Kritikerdunst auch eine Menge Rechtsextreme und Rassisten tummeln die “Kritik” antisemitisch?
    Ich kann so richtig einen Beleg noch nicht sehen das man da nicht doch nur über dämliche oder dämliche Rassisten redet (bei denen sich die “Kritik” nicht aus dem Rassismus ergibt; kommen die nicht vieleicht generell nicht damit klar das es Menschen mit mehr Grips und Verständnis gibt?).

  34. @Herr Senf
    Jede Uhr ist eine Maschine, deren Funktion – nach den Gesetzen der Thermodynamik – von den Arbeits-/Umgebungsbedingungen bestimmt wird. Diese Maschine treibt ein getaktetes Zählwerk an, bei dem man nur Zahlenwerte ablesen kann (= Kalenderdaten, Uhrzeit). Diese ablesbaren Zahlenwerte kann man für physikalische Vergleichsberechnungen benutzen. Will man aber verstehen, warum/wie Änderungen der angezeigten Zahlenwerte entstehen, müsste man die Einflüsse auf die Funktionsweise der Maschine untersuchen – die das Zählwerk antreibt.

    Für unseren Alltag reicht es vollkommen aus, wenn wir von Uhren vergleichbare Anzeigewerte erhalten – da haben Sie vollkommen recht!

    Wenn aber von Physikern zumindest suggeriert wird, dass es – zumindest theoretisch – die Möglichkeit von Zeitreisen geben könne; dann ist dies nicht seriös. Wie sollte es möglich sein, in einer Abfolge von Zahlenwerten zu verreisen?
    Ich hoffe, Sie verstehen jetzt das Problem

  35. Man könnte es nirgendwo besser sehen als hier.
    Die Verfolgung der Juden im 2. Weltkrieg wird dazu verwendet um die Kritiker der Relativitätstheorie zu verunglimpfen.
    Dass sogar einige der namhafteren Kritiker jüdischer Herkunft sind übergeht man dabei gefliesentlich.
    Hätte man nicht dieses Verunglimpfungswerkzeug so wäre die Relativitätstrheorie wohl schon längst Geschichte.
    Aber so kann man dieses Wekzeug immer hervorholen wenn man sonst keine Argumente mehr hat.

    • @Markweger

      Selbstverständlich wissen Sie ganz genau, dass die Verunglimpfung und dann übrigens auch Verfolgung und Ausbürgerung von Albert Einstein lange „vor“ dem 2. Weltkrieg begann. Oben finden Sie ein frühes Zitat von Adolf Hitler dazu, dessen antisemitische und rassistische „Umvolkungs“-Fantasien Sie ja ebenfalls teilen.

      Und dass Sie ja nicht nur den britischen Wissenschaftlern vor dem NS-Regime, sondern auch Abertausenden Physikerinnen und Physikern seit 1945 nicht weniger vorwerfen, als Teil einer globalen, jüdisch bestimmten Weltverschwörung zu sein, unterstreicht vor allem eines: Sie vertreten keine ernsthafte Physik, sondern einfach nur tradierten Antisemitismus.

      Immerhin: Ihre Beiträge ersparen mir jeden Nachweis im Bezug auf Anfragen etwa von @Uli Schoppe, @Rudi Knoth, @Webbaer usw., ob die sog. „Relativitätskritik“ auch heute noch antisemitisch und rassistisch durchtränkt wäre. Es reicht nun wirklich, dazu die letzten Kommentare von @Markweger zu lesen… 🤦‍♂️📚🇩🇪🇪🇺🌍

  36. @Uli Schoppe 11.11.2019, 04:56 Uhr

    Danke für die klaren Worte. Ich kann mir schwer vorstellen, daß etwa Frau Lopez sich an Adolf Hitler orientiert. Wie ja wohl bekannt ist, war ich ja bis vor Kurzem “Gast” bei Frau Lopez. Allerdings bin ich ihr wohl auch zu sehr auf die Nerven gegangen 😉 .

    Erstaunlich ist aber die Energie, die diese Leute darauf verwenden, um Argumente gegen die RT zu finden.

    @Michael Blume und galileo2609

    Sind Sie beide überhaupt noch in der Lage, mit mir auf sachlicher Ebene zu diskutieren? Die Beiträge von Ihnen Beiden sind eher der Sorte “ad hominem”. Schade, daß das Niveau so abgesunken ist.

    Gruss
    Rudi Knoth

    • Lieber @Rudi Knoth,

      wie geschrieben: Sie selbst kosten immer wieder gezielt die Grenzüberschreitung zu Antisemiten – diese „verteidigend“ – lustvoll aus, um sich dann als verfolgtes Opfer zu gerieren.

      Psychologisch ist das nicht besonders komplex, mit ernsthafter Physik hat es nichts zu tun – und es bleibt alleine Ihre Entscheidung, wie lange Sie eigene und anderer Zeit noch für diese Spielchen verschwenden wollen. Angesichts z.B. der Anti-Einstein-Einlassungen von @Markweger weiterhin das Weiterwirken antisemitischer Traditionen in der sog. „Relativitätskritik“ leugnen zu wollen, ist und bleibt ja nur noch absurd…

      Sie sind nicht das Opfer, lieber Herr Knoth, sondern stellen sich selbst völlig freiwillig an die Seite von Antisemiten…

  37. @KRichard 11.11.2019, 05:23 Uhr

    Wenn aber von Physikern zumindest suggeriert wird, dass es – zumindest theoretisch – die Möglichkeit von Zeitreisen geben könne; dann ist dies nicht seriös. Wie sollte es möglich sein, in einer Abfolge von Zahlenwerten zu verreisen?

    Wenn damit Zeitreisen in die Vergangenheit gemeint sind, dann sind die Physiker sich darüber auch nicht alle überzeugt. Etwa Stephen Hawking sah eher Zeitreisen in die Zukunft (Zeitdilatation) als realistisch an.

    Gruss
    Rudi Knoth

  38. Uli Schoppe: Das die “Kritik” in den Anfangstagen ihrer erfolglosen Geschichte in der Mehrzahl antisemitisch motiviert war kann man wenn man will sich ja sehr schön ansehen.

    Das möchte ich aber gerne sehen, und zwar so, dass Sie entsprechende Originalsätze zitieren. Einsteins Theorie wurde in 1905 veröffentlicht und bis 1919 kaum beachtet. Insbesondere im englischsprachigen Raum hat man gar keine Ahnung von Einsein gehabt.

  39. Wenn aber von Physikern zumindest suggeriert wird, dass es – zumindest theoretisch – die Möglichkeit von Zeitreisen geben könne; dann ist dies nicht seriös. Wie sollte es möglich sein, in einer Abfolge von Zahlenwerten zu verreisen? [Kommentatorenfreund Herr Kinseher]

    So etwas geht nur, wenn die Zeit nur scheinbar, als Hilfsgröße sozusagen und vom erkennenden Subjekt so genutzt, da ist und die Welt eine Grundlage hat, die idT irgendwie als eine ‘Abfolge von Zahlenwerten’ oder ‘Abfolge von Zustandswerten’ zu beschreiben ist.

    Wie könnte es ansonsten Zeitreisen geben, wenn die Zeit nicht sozusagen in gewisser Hinsicht untergeordnet wäre bei die Bearbeitung der Welt (durch einen per se für den Weltteilnehmer letztlich unverständlich zu bleibenden Betrieb)?
    Mit Zeitreisen ist auch in der Physiklehre, die diese Möglichkeit bereit stellt, theoretisch, nicht etwa so etwas gemeint wie bspw. im Film bzw. in der Filmserie ‘Back to the Future’, also sozusagen primitive Zeitreise, die bereits am Denkmöglichen scheitert, sich bei genauer Betrachtung in Widersprüche verstrickt.

    Vielen fehlt hier die Phantasie, dem Schreiber dieser Zeilen, der mit der Relativität ebenfalls persönlich nicht gut auskommt, sie nicht mag, ebenfalls, allerdings denkt der nicht daran sich hier zu messen und vertraut (halbwegs) der physikalischen Arbeit.

    Konstruktivismus, der den Skeptizismus meint, mag der Schreiber dieser Zeilen, viele mögen ihn nicht, bei der Relativität kommt es dagegen auch bei ihm zu gewisser Abneigung.

    MFG – WB

    PS:
    Dr. Webbaer hat noch einmal über den dankenswerterweise vorgestellten WebLog-Eintrag nachgedacht und hier : ‘Nicht jeder “Relativitätskritiker” ist ein Antisemit, aber das Diskursfeld ist antisemitisch durchtränkt’ ist sicherlich “was dran”, er rät aber, auch wegen den sozialen Folgen, den sozialen Kosten sozusagen, an mit dem Antisemitismus-Vorhalt -das Aktuelle meinend- extra-vorsichtig zu bleiben.
    Auf die antisemitische Geschichte sog. “Relativitätskritik” bleibt hinzuweisen.

  40. @ Herr Rudi Knoth

    “Zeitreisen” in die Vergangenheit kann es, in primitiver Form sozusagen, vgl. mit der Filmserie ‘Back to the Future’, nicht geben, sie verstricken sich in Widersprüche.

    Es kann sie in besonderer Form schon geben, wenn das Weltsystem derart historisiert hat und die Prozedur der Eintrittsmöglichkeit in einstmals vorhandene Welt, die eben historisiert vorliegt und vom Weltsystem im Rahmen von Multi-Welten-Systemen weiter gepflegt wird, bereit gestellt hat.
    Denkbar, aber nicht schön denkbar sozusagen, Dr. Webbaer hat sich derartige Gedanken übrigens erstmals bei der Film-Serie mit dem Namen ‘Catweazle’ gemacht.

    Auch “Zeitreisen” in die Zukunft sind ganz ähnlich problematisch, auch hier müssen “Eintrittspunkte” vom Weltsystem bereit gestellt werden, allerdings nicht zwingend Multi-Welten-Systeme.
    Die gewohnte Kausalität in einem Ein-Welt-System würde allerdings bei der “Zeitreise” hopp gehen.

    MFG – WB (der sich hier viele Gedanken gemacht hat, als gestählter (idR ehemaliger) SciFi- und Fantasy-Leser, hier auch auf das Zutrauen des hiesigen werten Inhaltegebers hofft, der sich, sofern sich hier korrekt erinnert wird, ebenfalls so, im Denkmöglichen, bemüht hat (und sich womöglich noch bemüht))

  41. Galileo
    ….über die Schuld von Einzelpersonen…
    nur eine Person hervorzuheben ist eine sprachliche Vereinfachung.
    Wilhelm II war eine Einzelperson, er war Kaiser und er hatte eine Aversion gegenüber Niki (Zar Nikolaus) seinem Cousin.
    Der 1. Weltkrieg war die persönliche Abrechnung von Wilhelm II und seinem Cousin.
    Der zweite Weltkrieg war auch eine Einzeltat. Hitler wollte die Revanche für den 1. Weltkrieg. Der zweite Mann im Deutschen Reich war damals Heinrich Göring. Der war gegen den Krieg, konnte sich aber nicht durchsetzen.
    Dass die Leute bei der Frage von Joseph Goebbels: ” Wollt ihr den totalen Krieg”, mit Begeisterung “Jaaa” gebrüllt haben spricht für den Fanatismus .
    Da hast Du dann Recht.

  42. Herr Blume,

    nirgendwo ist in meinen Kommentaren irgend etwas von Verschwörung zu finden.
    Dass dagegen rationales Denken auch bei Physikern in Mißkredit geaten ist, ist nun wirklich nicht meine Verantwortung.
    Ich weise ja nur in meiner zurückhaltenden Art, die mir nun einmal zu eigen ist, darauf hin.

    • Selbstverständlich verkünden Sie eine jüdisch bestimmte Weltverschwörung, lieber @Markweger – hier zur Physik durch Einstein & Co. und in früheren Blogposts gar zur vermeintlichen „Auslöschung“ der Deutschen durch Soros & Co. Mal nennen Sie es „Relativitätskritik“, dann wieder „Kalergi-Plan“, aber es ist stets der gleiche, antisemitische Verschwörungsmythos.

      Dass Sie gleichzeitig versuchen, die Bedeutung von Begriffen wie „Verschwörung“ zu umgehen, ist natürlich auch keine Überraschung. Schon die Nazis haben bereits 1934 sogar die Buchstabiertafel „entjudet“.

      https://www.deutschlandfunk.de/buchstabierregeln-bald-wieder-n-wie-nathan-statt-n-wie.2849.de.html?drn:news_id=1067655

      Gehen Sie besser nicht davon aus, dass sich die Mehrheit der Menschen in Deutschland und Europa noch einmal täuschen lässt. Und seien Sie wenigstens ehrlich zu sich selbst. 🙂

  43. Michael Blume schrieb (09. Nov 2019):
    > In dieser Woche jährte sich der 6. November 1919 zum 100ten Mal – jener Tag, an dem britische Astronomen unter Leitung von Arthur Eddington dem deutschen Physiker Alfred Einstein Recht gaben. […]

    So sehr sich Einstein auch darauf festgelegt haben mochte, ein bestimmtes Modell des Sonnensystems (einschl. sogenannter “Fixsterne”) zu erwarten, um von den Astronomen um Eddington ggf. entweder Recht oder ansonsten Unrecht bekommen zu können, und so historisch bedeutsam es auch gewesen sein mag, dass er in diesem Falle Recht bekam:

    Einstein hatte dennoch (bekanntlich) schon vor 1919 recht eindringlich ausgedrückt, dass Recht oder Unrecht haben bzw. bekommen, von Fall zu Fall, stets erfordert und voraussetzt, dass Begriffe bzw. Methoden von vornherein nachvollziehbar definiert wurden und danach jedenfalls festgehalten werden können, durch deren Anwendung jeweils überhaupt erst zu unterscheiden und zu entscheiden wäre, ob ggf. Recht oder Unrecht zutraf.

    Dass Einstein die zugrundeliegende Theorie anders schätzte, als irgendein Modell, das mit deren Begriffen aufgestellt und mit deren Messmethoden ggf. geprüft und ggf. widerlegt werden könnte, legt auch die Bemerkung nahe, die (zumindest im englischen Sprach- bzw. Zitatenraum) Einstein anschließend zugeschrieben wurde:

    [ »What would you have done if Sir Arthur Eddington’s famous 1919 gravitational lensing experiment, which confirmed widely held expectations about the Solar System and many visible stars, had instead disproved them?« — ]
    Then I would have felt sorry for the dear Lord. The theory is correct.

    p.s.
    Theorien können dahingehend unterschieden und ggf. kritisiert werden, ob Verständnis ihrer jeweiligen Begriffe bzw. damit formulierten Methoden zugleich jedem zugestanden werden müssen, dem man zugesteht, sich überhaupt gewissenhaft fragen zu können: »Wem kann ich Verständnis welcher Begriffe bzw. Methoden zugestehen?«.

    Kritik, die darüber hinausginge, ist nicht Kritik an der jeweiligen Theorie an sich, sondern (lediglich) Ablehnung von Erwartungen/Modellen, die in Anwendung (der Begriffe) dieser Theorie ausgedrückt, von Messwerten, die in Anwendung (der Messmethoden) dieser Theorie ermittelt wurden, oder (gar) von deren Lehrern, Studenten oder Anwendern.

  44. @Michael Blume 11.11.2019, 08:35 Uhr

    Sehr geehrter Herr Blume:

    Angesichts z.B. der Anti-Einstein-Einlassungen von @Markweger weiterhin das Weiterwirken antisemitischer Traditionen in der sog. „Relativitätskritik“ leugnen zu wollen, ist und bleibt ja nur noch absurd…

    Nun da gebe ich Ihnen mal recht. Die Ansicht, daß die RT deshalb für gut befunden wird, weil Juden verfolgt waren, ist sicherlich falsch und auch antisemitisch, weil dadurch Juden eine “Sonderrolle” zugesprochen wird.

    Übrigens wird HIER sogar Philosemitismus für die Zustimmung zuer RT vermutet:

    @Lochkarte, marius2,kleinrudi usw.

    1.Naiv-gönnerhaft- vorsichtiger Philosemitismus ist auch eine Form von Rassismus und hat nicht viel mit Wissenschaft zu tun.

    2. Wo kommt eigentlich der Hass auf die niederen Kasten der “Dummen” her, die absolut unfähig sind einzusehen, dass man selbst im Besitz der (wissenschaftlich) wahreren Wahrheit ist?

    3. Wie kommt es eigentlich,dass man glaubt,die wahrere Wahrheit nur mit herabsetzender Brutalpolemik verteidigen zu müssen?

    4.Ist das alles etwa symptomatisch für die ethisch- moralische Qualität der “scietific- community”?

    5.Woher kommt eigentlich die unheimliche Angst vor der intensiven Kommunikation mit den außerfachlichen (niedereren) Kasten (=shitstorms)?

    6. Die vermuteten Antworten auf diese Fragen erregen ethisch-politischen als auch “erkenntnistheoretischen” Verdacht in Bezug auf außerwissenschaftliche Interessen.

    Gruss
    Rudi Knoth

    • Vielen Dank, @Rudi Knoth. Wirklich überraschend ist der „Philosemitismus“-Vorwurf natürlich nicht: Wer (antisemitisch) davon ausgeht, dass die Relativitätstheorien nur aufgrund einer jüdisch bestimmten Weltverschwörung anerkannt würden, kann sich die Befürwortung dieser wissenschaftlichen Erkenntnis nur als pro-jüdischen Bias vorstellen.

      Auch das Einnehmen der Opferrolle (Fachbegriff: Selbstviktimisierung) als Angehörige einer vermeintlich „niederen Kaste“, die von jüdischen und mit ihnen verschworenen Eliten unterdrückt würde, ist natürlich klassisch. Neid und Verschwörungsglauben greifen hier klassisch antisemitisch ineinander.

      Dabei wird interessanterweise – und ebenfalls wahrheitswidrig – impliziert, die Zugehörigkeit zu einer „Kaste“ sei in Europa erblich.

      Dass (auch) ich aus einer ostdeutschen Arbeiter- und Bauernfamilie komme und dennoch in Baden-Württemberg studieren und promovieren konnte, erregt dann natürlich wiederum Neid und Misstrauen dieser sog. „Relativitätskritiker“.

      Es ist ein (v.a. digitales) Trauerspiel der Vergeudung von Zeit, Emotionen und Ressourcen. Schon längst ist die antisemitische „Relativitätskritik“ nicht mehr geistig gesund…

  45. Herr Blume

    diese drastische, ja drammatische Interpretation dessen was ich schreibe, ist wirklich Ihre Interpretation.
    Aus dem was ich sage läßt sich weder irgend eine Verschwörungsvorstellung ableiten noch irgend ein nationales Vorurteil.
    Eher besteht ein unbegründetes Vorurteil gegen mich woraus sich dann diese drastische Intpretation ergibt.

    • Lieber @Markweger,

      ich bewundere Ihren Humor (oder Mangel an Reflexion)! 🤣✊

      Sie vertreten u.a. den antisemitischen Verschwörungsmythos des sog. „Kalergi-Plans“ (Vorgänger u.a. „Hooton-Plan“, „Protokolle der Weisen von Zion“..), nach dem sich Juden (wie George Soros) und unsere gewählte Bundesregierung (namentlich Angela Merkel) zu nicht weniger als der „Auslöschung“ (!) des deutschen Volkes durch die Einreise von „Negriden“ verschworen hätten.

      Und Sie behaupten, die Relativitätstheorien von Albert Einstein hätten sich nur aufgrund dessen Jude-Sein international durchgesetzt, nicht aufgrund ihrer wissenschaftlichen Qualität.

      Und es macht Sie nicht einmal stutzig, dass sich beide antisemitischen Verschwörungsmythen schon wörtlich so bei den Nationalsozialisten und sogar Adolf Hitler himself finden lassen…

      Nein, Sie würden mit Ihrem Antisemitismus, Rassismus und gegen gewählte Regierungen wie auch internationale Wissenschaften gerichteten Verschwörungsglauben gerne als so eine Art besorgter Sozialdemokrat durchgehen… 🤣

      Lieber @Markweger, ich weiß nicht, ob Sie nur andere oder auch sich selbst zu täuschen versuchen. Aber ich „dram(m)atisiere“ Ihre Positionen nicht, sondern analysiere sie als das, was sie sind: Rassistischer Antisemitismus pur. Wenn DAS in Ihrer digitalen und sozialen Blase schon als „normal“ durchgeht, dann bestätigt das die Gefahren digital-sozialer Radikalisierung eindrucksvoll…

      Da Sie aber unbedingt weiter diskutieren wollen: Darf ich interessehalber fragen, was Ihre Partnerin oder Ihr Partner zu Ihren Thesen sagt? Falls vorhanden?

  46. Uli Schoppe: “Hat Michael Blume doch einen Beitrag dazu verlinkt in seinem Artikel ^^”

    Das heißt, Sie haben nichts! Was kritisieren Sie dann?

  47. Helmut Wicht schrieb (10.11.2019, 10:07 Uhr):
    > […] “Die Wahrheit, die Wahrheit über Raum und Zeit!”, aber die ist – das wussten schon Kant und Augustinus – so weit hinter unserem Erkenntnishorizont wie die Wurzel des Seins selbst.

    Wer solchen Verklärungen anhängt, mag sich allerdings durch die Auffassung gekränkt fühlen, die Einstein (1916) als Grundlage der RT konkret nachvollziehbar (und durchaus aufklärerisch und radikal) entgegensetzte:
    »All unsere zeit-räumlichen Konstatierungen laufen stets auf Bestimmungen zeit-räumlicher Koinzidenz hinaus.«.

    Die konsequente operationale Anwendung dieses Grundsatzes (in der RT) schließt dabei auch die ausdrückliche Nicht-Beachtung jeglicher über Koinzidenz-Bestimmungen hinausgehender Vorurteile bzw. “Alltagserfahrungen” von zeit-räumlichen Beziehungen ein, was bei deren Anhängern ebenfalls mit entsprechenden Kränkungen verbunden sein mag.

  48. Herr Blume
    wenn ich nicht wüßte dass es nicht Absicht ist, ich würde glatt glauben dass ich absichtlich mißverstanden werde.

    Gott sei Dank gibt es auch Frauen die die Dinge rational sehen und nicht durch eine links-grüne/katholische/protestantische Brille. Es wäre sonst wirklich unser Untergang. Ja diese links-grüne Sichtweise ist schon bei Frauen häufiger vorhanden aber eben bei weitem nicht ausschließlich.

    • Danke, @Markweger – geantwortet wie aus dem Bilderbuch von „Männerphantasien“ von Klaus Theweleit über Faschismus und Sexismus (ein Klassiker der späten 70er). 🙂

      Nun Ihnen aber einen geruhsamen und besinnlichen Abend, hoffentlich nicht ganz alleine!

  49. @ Wappler

    Es tut mir leid – aber das kränkt mich nicht, ebensowenig wie ich es verstehe. Und wenn Sie noch 27 String-Dimemsionen drumwickeln, wird es nicht beleidigender, sondern nur verwickelter.

  50. Mayer schrieb (11.11.2019, 07:57 Uhr):
    > Einsteins Theorie wurde in 1905 veröffentlicht und bis 1919 kaum beachtet.

    Einsteins Veröffentlichungen zur Relativitätsthorie begannen 1905.
    Der Report zu den Messungen von 1919 der britische Astronomen unter Leitung Arthur Eddingtons, F. W. Dyson et al., Philos. Trans. R. Soc. Lond. A 220, 291–333 (1920), bezieht sich insbesondere auf Einsteins relevante Arbeiten von 1915 (vermutlich entsprechende Sitzungsberichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften).

    > Insbesondere im englischsprachigen Raum hat man gar keine Ahnung von Einstein gehabt.

    Offensichtlich hatten zumindest die genannten britische Astronomen genug Ahnung, um schon 1917 mit der Vorbereitung ihrer Messungen zu beginnen.

    Zwei weitere bedeutende Auseinandersetzungen mit Einsteins Theorie, vor 1919, aus dem englischsprachigen Raum (wenn auch womöglich die einzigen):
    [[Comstock (1910)]] und [[Robb (1914)]].

  51. Herr Blume,
    das wünsche ich Ihnen auch.

    Auch wenn ich auch da Ihre Interpretation nicht verstehe.
    Aber was soll´s.

  52. @Mayer
    Jetzt hast du es mir aber gegeben. Ich bin nicht dafür verantwortlich das jemand einen Blogbeitrag auch wirklich liest und den eingebetteten links folgt. Ich habe alles, es steht schon da 🙂

  53. @Uli Schoppe,

    Uli Schoppe – 11. November 2019 @04:56
    Das es Beiträge auch in der aktuellen Diskussion gibt die antisemitisch motiviert sind ist nicht anzuzweifeln imho. Nur ist das bei den sogenannten Kritikern eine Motivation die sich durchgängig durchzieht? […] Aber macht die Tatsache das sich im Kritikerdunst auch eine Menge Rechtsextreme und Rassisten tummeln die “Kritik” antisemitisch?
    Ich kann so richtig einen Beleg noch nicht sehen das man da nicht doch nur über dämliche oder dämliche Rassisten redet (bei denen sich die “Kritik” nicht aus dem Rassismus ergibt; kommen die nicht vieleicht generell nicht damit klar das es Menschen mit mehr Grips und Verständnis gibt?).

    würdest du das ernsthaft mit viel Nachdenken und Abwägen diskutieren wollen? Ich finde den Ansatz in der Kommentarspur von dir hier und im Grazer Forum bemerkenswert. Meinen Respekt dafür hatte ich ja schon zum Ausdruck gebracht. Ich habe auch meinen persönlichen Ansatz dazu. Und @Michael Blume kann sehr gut eine weitere Perspektive einbringen. Ich würde das nicht nur spannend finden, sondern auch tatsächlich gewinnbringend für die praktische Auseinandersetzung mit diesen Gestalten aufnehmen.

    Grüsse galileo2609

  54. Die vorgetragene Auffassung, dass jegliche (!!) Kritik an den Relativitätstheorien nur antisemitisch motiviert sein könne, weil sie generell nur auf einer Geringschätzung des “Erfinders” Aufgrund seiner Genetik (d.H. “jüdischen Herkunft” ) beruhe, ist eine rein propagandistische Unterstellung ohne jegliche empirische Beweisführung.

    Wohl kaum jemand bestreitet, dass es nicht auch politische Antisemiten oder auch Rassisten unter den frühen Kritikern gegeben haben mag. Aber Physik ist weder politische Theologie noch Genetik und auch ein rassistischer Physiker wird deshalb nicht versucht haben , physikalisch- mathematische Theorien Einsteins unter Zuhilfenahme politischer Propagandathesen zu entkräften. Und auch ein antisemitischer Anti- Kosmopolit wir gegen Einstein wohl eher physikalische Gründe angeführt haben , um seine Relativitätstheorien zu widerlegen.

    Die vom Blogbetreiber hier aufgebaute Antisemitismus-These entspringt folglich wohl eher dessen eigener politischer “Filterblase”.

    Auch da das Thema in den vergangenen Jahren in diversen Scilogs- Blogs schon ausführlich durchexeziert wurde, fragt man sich , weshalb es jetzt wieder neu “angerührt” wurde. Ich vermute mal, weil auch der “Mainstream” spürt, dass die (physikalische) Relevanz des Themas “Relativitätskritik” stetig zunimmt und weil manche Orthodxievertreter allmählich schon so die Panik befällt, dass Sie sich nicht scheuen , sich der eigentlich unwissenschaftlichen und zudem ethisch- moralisch anrüchigen (altbekannten) Antisemitismuskeule zu bedienen.

    • Ach, @little Louis – es ist Ihnen ja nicht einmal gelungen, meine hier in einem kurzen Blogpost formulierten Positionen richtig wiederzugeben. Stattdessen erfinden Sie Aussagen, die Sie dann „widerlegen“.

      Und dennoch sollen wir glauben, Sie hätten nicht nur die Einsteinsche Physik verstanden, sondern auch diese gleich – an Tausenden forschender Physikerinnen und Physiker vorbei – widerlegt? 🤣

      Klassisch auch wieder das Klagen über die vermeintliche „Antisemitismuskeule“ – der Rassist und Antisemit mag halt gerne anonym austeilen, aber jammert bei Widerspruch. Doitsches Heldentum…

      Und warum es zu diesem – auch Sie entlarvenden – Blogpost kam? Einige Kommentierende hatten um das Thema gebeten und der 100te Jahrestag der Einstein-Bestätigung war eine wunderbare Gelegenheit.

      Da ich Sie durchaus nicht für einen dummen Menschen halte, hoffe ich sehr, dass Ihnen eines Tages der Ausstieg aus dem Antisemitismus gelingen möge und Sie Zeit und Ressourcen für sich und andere besser investieren werden.

      In diesem Sinne: Gute Besserung!

  55. Wenn an der These, dass Einsteinkritik “hitlerfaschistisch grundiert” ist, diskutabel ist, dann ist auch die These, dass die NASA “hitlerfaschistisch grundiert” ist , diskutabel.

    • Klar, @little Louis – niemand verbietet Ihnen, sich und andere „Relativitätskritiker“ immer weiter zu entlarven und zu blamieren…

      Nach meiner Kenntnis ist gerade auch die NASA sehr ergebnis- und wissensorientiert, die Belegschaft multiethnisch. Wollen Sie uns ggf. erklären, wo Sie da „Hitlerfaschismus“ hineinprojizieren?

  56. @ Dr. Webbaer und zum Folgenden von ihm:

    “…Neben dem Konstruktivismus, der schon, eben seit der Aufklärung, sozusagen ein wenig lauerte, kam nun auch physikalische Unsicherheit hinzu.
    Besondere politische Fragen entstanden….” (Zitatende)

    Unsinn: Wie schon (gefühlt) “hunderte Kommentiert haben ist es genau umgekehrt: Der “Urknall” benötigt “Gott”etwas dringlicher . Ein “ewiges” (flaches) Universum ohne Anfang und Ende käme zur Not auch ohne ihn aus.

  57. Die Vorwürfe des Antisemitismus durch galileo2609 gegen Blogteilnehmer eines Blogs von Markus Pössel sind (zumindest) ehrenrührig. Eigentlichlich aber schon hetzerisch. Alle sollten diskutieren, ob so etwas nicht schon ein Fall für Maßnahmen im Sinne des “Netz- Durchsuchungs-Gesetzes ” ist.

  58. Helmut Wicht schrieb (11.11.2019, 18:01 Uhr):
    > Es tut mir leid – aber das [ (11.11.2019, 17:15 Uhr) ] kränkt mich nicht, ebensowenig wie ich es verstehe. […]

    An dieser Stelle ließe sich sonst fragen, welches denn der erste Teil (bzw. Halbsatz) meines obigen Kommentars gewesen wäre, der das jeweils bis dahin vorhandene Verständnis überstiegen hätte.

    Von jemandem, der die Wahrheit bzw. das Verstehen der Wahrheit für “hinter unseren Erkenntnishorizont“, ins undurchsichtig Verwickelte und Nebulöse delegierbar hält (wie noch weiter oben, 10.11.2019, 10:07 Uhr, dargelegt), ist darauf aber leider keine konkrete Antwort zu erhoffen.

  59. @Blume & die “Andersdenkenden”

    Laut Bibel bedeutet Mensch: ALLE – Der ursprüngliche Geist, der uns alle im SELBEN Maße “durchströmt”, soll fusioniert werden, damit Mensch und Geist “wie im Himmel all so auf Erden” eine Einheit / die göttliche Familie (OHNE geistige wie materielle Armut) bilden, was für Mensch-Geist auf Erden bedeutet eine zweifelsfrei wirklich-wahrhaftige Seele zu er-/bewirken.

    Wer Mensch also auf Erden in Wettbewerb und “Mikrokosmos Familie” definiert/verwickelt, der bewegt sich mit nur mit der “gottgegebenen” Vernunftbegabung im geistigen Stillstand / Egoismus seit der “Vertreibung aus dem Paradies”, der ist auch ein ANTIHUMANIST.

  60. @Dr. Webbaer 11.11.2019, 08:43 Uhr

    Auch “Zeitreisen” in die Zukunft sind ganz ähnlich problematisch, auch hier müssen “Eintrittspunkte” vom Weltsystem bereit gestellt werden, allerdings nicht zwingend Multi-Welten-Systeme.
    Die gewohnte Kausalität in einem Ein-Welt-System würde allerdings bei der “Zeitreise” hopp gehen.

    Das sehe ich anders. Eigentlich sind solche “Zeitreisen” eher das, was im Zwillingsparadoxon beschrieben ist. Dies ergibt erstmal keine Widersrpüche, außer das der “reisende” Zwilling jünger als der “ruhende” Zwilling bei der Rückkehr ist. Er kann zwar den Erfolg einer Aktion am Beginn der Reise bei der Rückkehr begutachten, aber das ist es auch schon.

    Gruss
    Rudi Knoth

  61. Es ist fast schon belastend zu sehen, wie viele höchstens durchschnittliche Geister in den Kommentaren versuchen, durch krude und kaum durchdachte Eseleien, die RT zu diskreditieren. Das erinnert mich an das Machwerk “Hundert Autoren gegen Einstein” (1931). Schon damals, darauf angesprochen, hat Einstein selber gesagt: wenn sie recht hätten, würde einer genügen.

  62. Tatsächlich, denke ich, geht es den meisten Relativitätsthorie-Kritikern so einigermaßen ähnlich wie mir.
    Zunächst hat mich diese Theorie ganz einfach interessiert.
    Ich habe mich dann später ein Semester lang in die Physikvorlesungen gesetzt.
    Ein nebenberufliches Studium war zwar unrealistisch, aber das eine Semester war interessant genug.
    Immerhin ist im ersten Semester bereits der Michelson-Versuch und dessen “relatvistische” Interpretation zur Sprache gekommen.
    Das hatte mit rationaler Überlegung, wie sie sonst in der Wissenschaft zumindest sein sollte, bzw. wie es mir als Techniker geläufig war nicht viel zu tun. Es war eine sehr willkürliche Interpretation.
    Das bewirkte zunächst nicht dass ich die Relativitätstheorie in Frage stellte, wenngleich es mich sehr wunderte.
    Ich beschäftigte mich aber weiter damit und desto mehr ich mich damit beschäftigte umso fragwürdiger erschien mir diese Hypothesse. Zusammenhängend schon, aber das ist kein Nachweis sondern eine Voraussetzung für eine Theorie.
    Ich kam immer mehr zur Überzeugung das stimmt doch hinten und vorne nicht.

    Später im aufkommenden Internet begann ich dann da und dort das Ganze zu diskutieren. Da wurde einem gleich nationales Vorurteil entgegen gehalten, teilweise in richtig aggressiver Form. Das wunderte mich zunächst, ich hatte ja überhaupt nichts in der Hinsicht gesagt.
    Ich musste zur Kenntnis nehmen, wenn man die Relativitätstheorie kritisiert, dann ist man verdächtig.
    Inzwischen wundert mich in der Hinsicht schon lange nichts mehr. Ein Gutteil derer die alle möglichen Anschuldigungen in die Welt setzen haben sich mit der Relativitätstheorie überhaupt nie beschäftigt. Aber die Motivation der Kritiker meinen sie schon zu kennen.

    Noch etwas.
    Es ist wohl richtig dass unter den N. die Kritik an der Relativitätstheorie besonders stark vorhanden war, auch bei einer Reihe von Physikern. Die N. Ideolgie mag die Kritik bestärkt haben, das ja. Aber selbst damals war diese Ideolgie nicht die Ursache der Kritik, sondern die Ursache war die Überzeugung dass diese Hypothese nicht richtig sein kann. Es hat den N. zwar in den Kram gepasst und die Kritik verstärkt aber der Nationalismus war nicht einmal damals die Ursache der Kritik.

    Die Überzeugung dass Nationalismus die Ursache der Kritik wäre wirkt bis heute nach, besonders bei jenen die sich tatsächlich nie mit der Relativitätstheorie befasst haben.

    • @Markweger

      Danke für Ihre Schilderung – auch der digitalen Erkenntnissuche und Radikalisierung.

      Letztlich wurzeln sowohl Antisemitismus wie die mit ihr verbundene „Relativitätskritik“ in ablehnenden Gefühlen, die dann nachträglich rationalisiert werden. Deswegen kommt Ihnen Ihre eigene Position auch ganz „rational“ vor, können Sie die antisemitischen und rassistischen Gefühle gar nicht als solche wahrnehmen.

      Und in dieser Sicht ist dann auch klar, dass Ihnen die „Eliten der Welt“ als verschwörerische Unterdrücker erscheinen, die auch Ihre Erkenntnisse unterdrücken – und auf die Sie all Ihre eigenen, negativen Gefühle projizieren.

      Jonathan Sacks nennt diese psychologische Abspaltung „psychologischen Dualismus“ – und dieser wird leider durch das Internet enorm erleichtert und verstärkt.

      Deswegen meine ich es Ernst, wenn ich Ihnen und anderen einen Ausstieg wünsche. Der Antisemitismus bietet eben gerade keine Freiheit, sondern ein von Ängsten bestimmtes Gedankengefängnis der Kälte… :-/

      Hoffentlich finden Sie da einmal heraus…

  63. @little Louis 12.11.2019, 01:18 Uhr

    Ich denke dies sollte hier im Rahmen von scilogs/Spektrum geklärt werden. Da de Spektrum-Verlag ja ein renommierter Verlag ist, sollte das im Rahmen von scilogs/Spektrum diskutiert werden.

    Zum der im Kommentar von galileo2609 angesprochenen Diskussion ist zu sagen, daß Markus Pössel selber auch eine differenzierte Position vertrat.

    Was “juristische” Schritte angeht, bin ich da etwas skeptisch, denn Herr Broder hat auch in mehreren Fällen, in denen er andere Leute als “Antisemiten” bezeichnet hat, gewonnen .

    Gruss
    Rudi Knoth

    • Ein immer wieder faszinierendes Phänomen: Jene von Rechtsaußen, die doch angeblich für Meinungsfreiheit und „Das-wird-man-ja-noch-sagen-dürfen“ eintreten, suchen gleichzeitig nach allerhand Wegen, Widersprechende auszuschalten.

      Nun habe ich ja @galileo2609 auch schon widersprochen und zur Ordnung gerufen. Aber zu beraten, ob man ihn über Spektrum oder über Gerichte stilllegen könnte… krass.

      Wir sollten uns alle keine Illusionen machen, was auch mit der Meinungs- und Pressefreiheit (wieder) geschehen würde, wenn wieder Antisemiten an die Macht kämen. Wer sich selbst von jüdischen und nichtjüdischen Verschwörern „verfolgt“ wähnt, träumt wohl auch häufiger von der „Abrechnung“ mit jenen, die widersprochen haben… 🤔

  64. Rudi Knoth
    12.11.2019, 09:00 Uhr

    Das sehe ich anders. Eigentlich sind solche “Zeitreisen” eher das, was im Zwillingsparadoxon beschrieben ist.

    Dr.Webbär meint vermutlich Zeitsprünge mit Vorwärts-Zeitreisen. Also dass ein Objekt für eine gewisse Zeit nicht existiert und dann verzögerungslos später wieder auftaucht. Unterschiedlich schnell alternde Objekte sind ja eher langweilig.

    Aber das ist hier-offtopic.

    @Michael Blume: Spannendes Thema, danke! Ich lese interessiert mit.

    • Danke für Dein Interesse, @Joachim! Hier geht es ja letztlich vor allem um Psychologie und Mythologien, angetragen (auch) in Dein Feld der Physik…

      Besonders interessant, erhellend und auch beklemmend finde ich die Selbst-Schilderungen von @Markweger. So offen liest man das selten…

  65. Nikola K.: “Das erinnert mich an das Machwerk “Hundert Autoren gegen Einstein” (1931). “

    Haben Sie das Buch gelesen? Kann man im Buch antisemitisch motivierte Beiträge finden? Wenn ja, welche?

    Schon damals, darauf angesprochen, hat Einstein selber gesagt: wenn sie recht hätten, würde einer genügen.

    Und das halten Sie für schlau?

    Ist es nicht möglich, dass jeder dieser hundert Autoren die Relativitätstheorie widerlegt hat? Wenn nicht, warum nicht?

  66. @Markweger 12.11.2019, 09:06 Uhr

    Ich habe mich dann später ein Semester lang in die Physikvorlesungen gesetzt.
    Ein nebenberufliches Studium war zwar unrealistisch, aber das eine Semester war interessant genug.
    Immerhin ist im ersten Semester bereits der Michelson-Versuch und dessen “relatvistische” Interpretation zur Sprache gekommen.

    In welcher Vorlesung (Theoretische Physik oder Experimentalphysik) war dies denn? In der theoretischen Physik werden die Postulate analog den 2 Newtonschen Gesetzen genannt und dann daraus die Koordinatentransformation hergeleitet.

    Später im aufkommenden Internet begann ich dann da und dort das Ganze zu diskutieren. Da wurde einem gleich nationales Vorurteil entgegen gehalten, teilweise in richtig aggressiver Form. Das wunderte mich zunächst, ich hatte ja überhaupt nichts in der Hinsicht gesagt.

    Bei scilogs ist das aber nicht der Fall. Dort gibt es schon Artikel von Schulz und früher Pössel, in deren Kommentarbereich dieses Thema ohne diese Anschuldigung diskutiert werden.

    Es ist wohl richtig dass unter den N. die Kritik an der Relativitätstheorie besonders stark vorhanden war, auch bei einer Reihe von Physikern. Die N. Ideolgie mag die Kritik bestärkt haben, das ja. Aber selbst damals war diese Ideolgie nicht die Ursache der Kritik, sondern die Ursache war die Überzeugung dass diese Hypothese nicht richtig sein kann.

    Ich denke, Sie sollten mal den hier öfters genannten Artikel von Markus Pössel lesen. Er beschreibt darin, die Gruppe von “Kritikern” mit eindeutig antisemitischen Motiven, die es schon in den 20ern gab. Diese Leute nannten sich “Deutsche Physik” mit eindeutig antisemitischen Motiven und auch Argumenten.

    Gruss
    Rudi Knoth

  67. Tja Blume, selbst ich bin GEZWUNGENERMAßEN ein Antihumanist, denn es gibt die fusionierende Bewegung in Richtung zweifelsfrei-eindeutiger Wahrheit und somit Mensch/Seele noch nicht.

    Einstein hat nicht nur die Relativität des Weltraums erkannt, er soll auch von christlichen Theorie sehr begeistert gewesen sein, was ja auch …!?

    • Nun, @hto, ich würde ja die Auffassung vertreten, dass wahrer Humanismus in der Achtung der Menschenwürde bestünde – einschließlich dessen Freiheit, sich nicht zwangs-„fusionieren“ zu lassen. Freiwillig gewählte Gemeinschaften – wie Familien, Kirchen, Verbände usw. – gerne, aber keine Zwangs-Kollektivierungen.

      Aber vielleicht wollen Sie uns ja mal ohne abgebrochene Sätze erläutern, welche Zusammenhänge Sie hier zu Einstein und dessen physikalischen und theologischen Gedanken wahrnehmen? 🤔

  68. Können irgendwelche Bücher empfohlen werden, die systematisch, also mit Definitionen arbeitend, den Antisemitismus in seinen verschiedenen Formen und andere Gegnerschaft zu Juden (die nicht “Ismus” genannt werden kann) bearbeiten?

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  69. @ Joachim + Rudi Knoth

    Genau, Dr. Webbaer meinte nicht sog. Zeitdilatation und ähnliches, sondern das, was sich sozusagen herkömmlicher Weise unter “Zeitreisen” vorgestellt wird.

  70. @ Rudi Knoth

    Technische Physik, die Vorlesungen wurden von einem Prof. für Experimentalphysik gehalten. Es ist mehr als 20 Jahre her.

    Auf alle möglichen Anschuldigen trifft man fast überall selbst wenn der Artikel selbst bzw. Blog einigermaßen sachlich ist.

    Die Kritk an der RT ist durch die N-Ideolgie sehr verstärkt worden. Es war aber nicht die Ursache der Kritik, sie haben andere Theorien auch nicht kritisiert nur weil der Begründer einer Theorie jüdischer Herkunft war.
    Sehr verstärkt ja, hat ihnen ja in den Kram gepasst, die Ursache war es aber nicht.

  71. Einstein – relativ betrachtet, hat Einstein wohl auch nicht anders gehandelt und gelebt wie Luther, wobei Luther, hauptsächlich im Auftrag/Schuld seines Kurfürsten/Imperialisten, den Faschismus der Spaltung menschlicher “Gemeinschaft”/Unwahrheit widmete – hat seiner Theorie ja nie einer wirklichen Wichtigkeit zugeordnet!?

    Wenn ein Mensch wie Du das Wort Menschenwürde “in den Mund” nimmt, wird mir schlecht. 😨

    • Einstein habe „wohl auch nicht anders gehandelt und gelebt wie Luther“? 😳 Diese Assoziation würde ich ja gerne für originell halten, wenn sie nicht auf den uralten Kniff zuliefe, Juden – wie Einstein – selbst mit Antisemiten – wie dem späten Luther – gleichzusetzen.

      Da ahnen wir doch auch gleich, wie Sie die israelische Demokratie bewerten… Wollen Sie uns ein paar – idealerweise lesbare und verständliche – Sätze dazu schreiben?

      Und, ja, ich habe ein Talent, sowohl rechte wie linke und religiöse Extremisten auf die Palme zu bringen. Das macht mir zwar keinen Spaß – ich denke mir immer, was die Leute an Gutem bewegen könnten, wenn sie aus dem Verschwörungswahn ausstiegen -, aber ich nehme es als Teil meiner Lebensaufgabe(n) an.

      Ihnen alles Gute, ob „fusioniert“ oder individuell 🤗👍📚

  72. Mal eine einfache Frage.

    Wie erklären die Kritiker der Relativitätstheorie eigentlich die Atombombe? 🤔

  73. @Michael Blume 12.11.2019, 10:07 Uhr

    Nun war meine Antwort an “little Louis” so gemeint, daß man hier nicht den Staat rufen sollte. Den Kommentar von galileo2609 halte ich nicht mal für bedenklich und eher amüsant, weil er schon wieder den “militaristischen” Ausdruck “fraternisieren” benutzt.

    Gruss
    Rudi Knoth

  74. Herr Senf schrieb (10.11.2019, 14:00 Uhr):
    > […] benutzt man in der modernen Wissenschaft nahezu ideale Uhren wie zB Atomuhren.
    Grundlage ist, daß es im Weltall unzählige Atome gibt, die alle ununterscheidbar gleich funktionieren.
    Davon haben wir auf der Erde auch genug, die wir in Atomuhren einbauen und ablesen können.

    Grundlage der Charakterisierung bestimmter Atomuhren als “nahezu ideale Uhren” ist stattdessen ein nachvollziehbar konstruktiv definierter Begriff von “(strikt) idealen Uhren”;
    der damit auch eine Methode an die Hand gibt, um festzustellen, ob gegebene Atome (einzeln, oder zumindest im Bezug aufeinander) jeweils »unperturbed by external fields« gewesen wären, oder in wie fern nicht.

    Der bislang wohl bekannteste Versuch, den Begriff “ideale Uhr” zu definieren, wurde von Märzke (a.k.a. Marzke) und Wheeler (1964) unternommen.

    An solchen “Marzke-Wheeler-Uhren” kann man übrigens kritisieren, dass deren Konstruktion nicht ausschließlich auf Koinzidenz-Bestimmungen hinausläuft (wie von Einstein 1916 gefordert), sondern außerdem den Begriff “freies Teilchen” benutzt und voraussetzt (ohne für diesen wiederum eine Definition anzugeben, die ausschließlich auf Koinzidenz-Bestimmungen hinausliefe).

    Mindestens zu bedauern, wenn nicht zu kritisieren, ist freilich auch, dass Einstein selbst offenbar überhaupt keine nachvollziehbare Definition einer “idealen Uhr” hinterlassen hat.

  75. @ Alubehüteter

    Die Kernspaltung bzw. Freiwerden von Energie bedarf keiner Relativitätstheorie.
    Die RT ist dafür allenfalls eine hypothetische Erklärung.
    Ist aber nicht wirklich das Thema hier.

  76. @Blume

    “uralten Kniff …” – 😳 häh???

    Die israelische Demokratie ist so UNWAHRHEITLICH / menschenUNwürdige wie überall in dieser Welt- und “Werteordnung” 😏

    Aber weil Du ja alle die Deinem Populismus nicht folgen als Antisemiten bezeichnest: Das Judentum hat, wie das Christentum ebenso, mit gleichermaßen Unwahrheit, das was bezüglich Wahrheit in ihren Schriften steht, dem nun “freiheitlichen” Wettbewerb entsprechend angepaßt 😉

    • Ja, @hto – die jüdisch-christlich-demokratische Weltverschwörung (inklusive Luther & Einstein) – bei Ihnen „fusioniert“ ja so einiges.

      Aber was ist mit den Muslimen, mit China, Russland, Nordkorea? Warum sind die (noch?) kein Teil der Anti-Fusionierungs-Weltverschwörung? 🤔

  77. @Michael Blume
    12.11.2019, 09:24 Uhr

    Ja, die Frage, mit welcher Motivation die Welträtsellöser unterwegs sind, stellt man sich als bloggender Physiker immer wieder. Auch ich habe mich schon mit dem Buch von Milena Wazeck auseinandergesetzt.
    Es ist ja ohne einen Verschwörungsmythos gar nicht erklärbar, warum jemand es für wahrscheinlicher hält, dass alle Wissenschaftler seit 100 Jahren eine einfache Wahrheit zurückhalten, als dass er selbst sich einfach irren könnte.

    Natürlich ist die SRT nicht trivial und man muss etwas nachdenken um sie zu durchdringen. Aber das trifft auch auf den Satz von Pytagoras zu, den die meisten “Kritiker” selbstverständlich für wahr nehmen.

    • Ja, @Joachim, so ist es leider. Wer sich erst einmal im Netz der antisemitischen Verschwörungsmythen verheddert hat und sich selbst also für das eigentliche Opfer hält, ist durch Sachargumente kaum noch erreichbar. Und das geschieht gerade auch älteren Herren, die sich das Desinteresse an ihren höchstpersönlichen Einstein-„Widerlegungen“ nur als Verschwörung erklären können – eigene Irrtümer wären undenkbar! Und im Netz finden sie leichter & schneller denn je in eine digitale Blase gegenseitiger Bestätiger – und so nimmt die digitale Radikalisierung ihren Lauf… :-/

  78. @Mayer
    Sie schreiben:

    Und das halten Sie für schlau?

    Ist es nicht möglich, dass jeder dieser hundert Autoren die Relativitätstheorie widerlegt hat? Wenn nicht, warum nicht?

    Das zeigt, dass Sie keine Ahnung von der wissenschaftlichen Methode haben. Wenn ein einziger Mensch eine Methode widerlegt, sind keine weiteren Widerlegungen notwendig. Wenn Sie sagen, 1+1=5 und ich widerlege das, in dem ich zum Beispiel zwei identische Massen wäge oder etwas ähnliches, und damit Ihre Theorie einmal widerlegt ist, genügt dies. Alle weitere wissenschaftliche Anstrengung wäre Vergeudung. Wenn man aber KEINE Widerlegung hat, dann holt man, weil man Laien beindrucken will, (zu denen Sie gehören), 100 Autoren hervor, nach dem Motto: ja, wenn so viele dagegen sind kann es ja nicht richtig sein.

    Das ist in etwa so, als wenn Ihnen Usain Bolt sagt: um zu zeigen, dass ich nicht der schnellste Mann der Welt bin, genügt ein Einziger, der schneller ist.

    Zeig mir den, anstatt Deine 100 Hinkebeine.

    Unglaublich, dass jemand der so etwas nicht selbst durchschaut, glaubt, wissenschaftliche Zweifel an Einstein vorbringen zu können. Was machen Sie demnächst, erklären Sie, der selbst keinen Führerschein hat, Hamilton, warum er keine Ahnung von Autofahren hat und er all diese Titel nur gewinnt, weil das politisch gewollt ist?

  79. @ Joachim um 09:21 und zu:

    “..”Dr.Webbär meint vermutlich Zeitsprünge mit Vorwärts-Zeitreisen. Also dass ein Objekt für eine gewisse Zeit nicht existiert und dann verzögerungslos später wieder auftaucht….” (Zitatende)

    Unser waches (!) Bewusstsein macht das nahezu täglich. (-:

  80. @ Rudi Knoth und dazu:

    “..Was “juristische” Schritte angeht, bin ich da etwas skeptisch, denn Herr Broder hat auch in mehreren Fällen, in denen er andere Leute als “Antisemiten” bezeichnet hat, gewonnen …” (Zitatende)

    Keine Sorge. Das ist mir schon klar. Wenn ich da auch nicht ganz so skeptisch bin wie Sie. Das war auch mehr gemeint als eine Art von ironischer Anspielung auf die gegenwärtigen Hass – Hysterien, die mir gerade tagaus- tagein medial in den Ohren klingeln. Ich nehme die jetzt halt einfach mal beim Wort. Denn ich glaube, dass da nicht immer (und überall) mit gleichem Maß gemessen wird. (-:

  81. Zum Folgenden:

    “…Letztlich wurzeln sowohl Antisemitismus wie die mit ihr verbundene „Relativitätskritik“ in ablehnenden Gefühlen, die dann nachträglich rationalisiert werden. Deswegen kommt Ihnen Ihre eigene Position auch ganz „rational“ vor, können Sie die antisemitischen und rassistischen Gefühle gar nicht als solche wahrnehmen…” (Zitatende)

    Ich werde mich jetzt hüten, tiefenpsychologische Verschwörungshypothesen darüber anzustellen , warum Leute die politische Kontrahenten als Antisemiten diffamieren , nicht bemerken , dass genauso auch ihre eigenes Verhalten durch ihre Psycho- Theorien erklärt werden kann.
    Ich denke aber, ich bin nicht der einzige, der sich bezüglich der angewandten
    Psycho- Argumentationen etwas an Scientologie – Methoden (oder Methoden ähnlicher Psycho- Sekten) erinnert fühlt.

    • Selbstverständlich haben alle Menschen psychologische Funktionen gemeinsam, @little Louis. Und genau deswegen haben wir über Jahrhunderte hinweg Lehren und Institutionen entwickelt, die das Verschwörungsdenken im Zaum halten, wie den demokratischen Rechtsstaat, die wissenschaftliche Methodik, die philosophische Erkenntnistheorie, historisch-kritische Reflexion Heiliger Schriften usw.

      Sie und Ihre Gesinnungsgenossen aber verwerfen all diese guten Traditionen wiederum als Teil der angeblichen Weltverschwörung – und beharren zugleich darauf, die „eigentlichen“ Opfer zu sein. Daher auch die Wut auf Einstein, auf über 100 Jahre physikalischer Forschung, auf freie Medien, demokratisch gewählte Regierungen usw.

      Ja, wir haben als Menschen eine völlig vergleichbare Psyche – und also auch die Verantwortung für unsere Entscheidungen. Sie haben sich für den Verschwörungsglauben entschieden und darin verstrickt. Und es liegt letztlich an Ihnen, ob und wann Sie noch daraus herausfinden…

  82. Die Lebensmittelproduktion von unternehmerischer Freiheit aus Industrie und Landwirtschaft, vergiften aus Systemrationalität Menschenkörper und Natur.

    Politiker und ihre “Andersdenkenden” vergiften dazu das Denken von Mensch.

    Zwangsmaßnahmen gegen die, die es sich so als “Lebensaufgabe” gemütlich gemacht haben im System?

    Ja absolut, denn die gebildete Dummheit ist anders nicht mehr auszubremsen!?

  83. @ M.B um 07:53
    Der deutsche Adlige Herr “Wernherr….” und seine Raketenentwicklungskompetenz entstammt nach Ihrer Meinung dann wohl eher den Walt Disney- Studios der 1950er Jahre.

    • Oh nein, @little Louis – wissenschaftliche Erkenntnisse sind unabhängig von der entdeckenden Person gültig. Genau das ist ja Ihr Problem: Hätte W. von Braun die Relativitätstheorien entdeckt, würden Sie das feiern. Aber der Jude Einstein – der bloße Gedanke macht Sie zum „Relativitätskritiker“… 🤦‍♂️

  84. @Rudi Knoth und zum Folgenden:

    “… Er kann zwar den Erfolg einer Aktion am Beginn der Reise bei der Rückkehr begutachten, aber das ist es auch schon. ..”(Zitatende)

    Das könnte er übrigens auch, wenn es im (technisch) möglich wäre, seine Stoffwechselprozesse inclusive der Neurofunktionen z. B. durch Kryotechnik längere Zeit auf ein sehr tiefes Minimum zu reduzieren. Was einigen Tieren ja weitgehend möglich zu sein scheint. Mal ganz abgesehen von einfacheren biologischen Organismen.

  85. @galileo2609

    Aber sicher, soweit es meine Zeit zulässt 🙂 Ich bin ja mal gerade 10 Minuten zu Hause. Es kann ja auch mir nur gut tun, man weiß ja wie das mit dem Schrott im eigenen Kopf ist.
    Nur das Madoff Paradoxon mag ich nicht diskutieren (allerhöchstens privater als hier), da sind mir die Fronten an einigen Stellen zu verfahren. Das bringt nichts, manchmal muß man mal ein Thema an die Seite stellen um wieder zum Kern zu kommen.

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