Warum ich Facebook und Instagram verlasse – Gedanken zur Medienethik

Es ist ja immer eine Sache, Medienprozesse wissenschaftlich zu analysieren. Eine ganz andere – und auch lehrreiche – Sache ist es, selbst eine solche Medienlawine zu erleben.

Genau so erging es mir am Mittwochmorgen. Ich hatte auf Facebook und Twitter angekündigt, meine privaten Accounts bis zum Wochenende schließen zu wollen. Und plötzlich wurde das eine Meldung von der BILD bis zum Handelsblatt und vom Deutschlandfunk bis zu golem.de. Nachfragen und Diskussionen führten schließlich dazu, dass ich in die SWR Radio- und Fernsehstudios eilte. Und die Meldung gleichen Abend dann sogar kurz in den heute-Nachrichten um 19 Uhr lief! 😮

Zitat eines Tweets in “heute” vom 30.10.2019, 19:21 Uhr. Screenshot: Michael Blume

Praktisch von Anfang an ergaben sich dabei zwei unterschiedliche Narrative, die auch bis heute durchs Netz geistern – und auch im o.g. heute-Clip leider zur Vernachlässigung des letzten Tweet-Satzes führten.

So meinten 1. viele Meinungsmacher spontan, ich hätte mich vor “Hass und Hetze” zurückgezogen. Auch Freunde, Bekannte und Follower nahmen dies häufig an. So tweetete beispielsweise der von mir sehr geschätzte, grüne Bundestagsabgeordnete Danyal Bayaz:

Michael Blume, Antisemitismus-Beauftragter BW & ein anständiger Kerl, zieht sich aus Twitter & Facebook zurück. Zu viel Hass & Hetze, Beschimpfungen & Drohungen. Lieber Michael,ich verstehe das, auch wenn ich es verdammt schade finde.Bitte bleibe eine laute Stimme! #nohatespeech
 
 
Und der liberale Jurist Christian Säfken @saefken twitterte:
 
Anders als @BlumeEvolution schließe ich meine Accounts nicht. Mir würden die täglichen Hass- und Drohmails rechter Illiterati voller Beleidigungen und schlechter Rechtschreibung zu sehr fehlen.
 
Witzigerweise trafen dieses Tweets meine oft geäußerten Bedenken gegen “digitale Verrohung & Radikalisierung” recht genau: Viele sog. “soziale Medien” begünstigen eine Emotionalisierung und ein Freund-Feind-Denken, in dem es nicht mehr darum geht, Andersdenkende zu verstehen – sondern lauter als diese zu sein und sie virtuell zu vernichten.
 
Aber wenn wir dazu übergehen, uns nach “täglichen Hass- und Drohmails” und digitalen Prügeleien mit “rechten Illiterati” zu sehnen – sind wir dann nicht auch selbst bereits emotional verroht? Möchte ich denn wirklich unbedingt eine “laute Stimme” haben – oder lieber eine, der Menschen aus echtem Interesse zuhören?
 
Also: Digitalen Hass und auch Drohungen bin ich mindestens seit 2011 reichlich gewohnt und werde auch in Zukunft nicht davor weichen. Aber ich fürchte, wir können die digitale Verrohung nur stoppen, wenn wir auch unser je eigenes Medienverhalten reflektieren und ggf. verändern. Darüber diskutierte ich dann auch Donnerstag fast eine halbe Stunde mit dem wunderbaren, liberalen Psychologen Dr. Sebastian Bartoschek auf dessen “bartocast”.
 
Entsprechend hatten auch jene meine Motivation besser verstanden, die 2. die Kritik am Geschäftsmodell von Facebook in den Vordergrund stellten, wie etwa der wieder mal hervorragend recherchierende SWR.

So brachte Kara Ballarin von der Schwäbischen Zeitung den ersten Zeitungsbericht, der u.a. mit Pro & Contra und auch der Einbeziehung des Kommunikations- und Politikwissenschaftlers Christian Nuernbergk überzeugte. Mit Hans Deglow von der Heilbronner Stimme hatte ich sogar bereits am Dienstag – also vor dem Entschluss – über das “Geschäftsmodell Facebook” und die unerträgliche Verbreitung und Mitfinanzierung von “Breitbart News” diskutiert.

Beeindruckt hat mich schließlich auch der Leserbeitrag von Stefan Weber in der Schwäbischen Post – hier hatte jemand meine Motivation nicht nur gut verstanden, sondern auch in eigenen Worten zusammengefasst.

Abschied von Facebook – Spiele dieses Spiel nicht mehr mit

Im Kern werfe ich dem Geschäftsmodell von Facebook vor, dass wir User darin “nicht Kunde, sondern Produkt” sind: Unsere Aufmerksamkeit wird durch möglichst emotionale, zur Radikalisierung tendierende Inhalte gefesselt, um dann an Werbekunden weiterverkauft zu werden. Dieses Geschäftsmodell untergräbt zudem seriösen Journalismus und bedroht schließlich die “Publikative” als eine Säule unserer Demokratie. Und indem Facebook jetzt nun auch noch die rechtsdrehenden “Factchecker” von “Daily Caller” und das auch nach Deutschland strebende, rassistische Propagandaportal “Breitbart News” mit-finanziert (!) werden alle, die weiterhin Facebook nutzen, zu Beteiligten an dieser digitalen Rechts-Radikalisierung. Nicht zufällig erschien genau dieses Motiv nicht nur im Inhalt, sondern auch gleich am Anfang im Trailer meines Antisemitismus-Buches.

Wie geht es hier digital weiter?

Das Abschalten meines privaten Facebook-Accounts zum 02.11.2019 war daher eine Gewissensentscheidung, am gleichen Tag lege ich auch mein – zum gleichen Konzern gehörende – Instagram-Profil still. Solange der Konzern die finanzielle Förderung extremistischer Anbieter nicht einstellt, schließe ich eine Rückkehr in diese (a)sozialen Medien aus.

Auch meinen Twitter-Account lege ich ab dem 03.11.2019 still, nehme jedoch ernst, dass Twitter inzwischen erklärt hat, auf “politische Werbung” zu verzichten. Andererseits flog durch die investigativen Recherchen von Katarzyna Pruskiewicz gerade eine polnische Twitter-Trollfarm auf – und es ist noch nicht klar, ob und wie das Unternehmen auf diese neuen Propagandformen im Dienst auch von Regierungen reagiert. Ob ich also meinen Twitter-Account endgültig lösche oder reaktivere, werde ich erst nächstes Jahr entscheiden.

Bei YouTube will ich derzeit bleiben, hat doch der Konzern zuletzt Zehntausende Hass-Videos und -Accounts gelöscht. Kritisch finde ich jedoch auch dort die Werbefinanzierung und die Autoplay-Algorithmen, die bei Zuschauenden ein Abgleiten ins Extreme bewirken können.

Und klar, weiterhin will ich meinen Wissenschaftsblog “Natur des Glaubens” bei den scilogs betreiben. Auch hier können ja alle kommentieren – und ich kann mehr als genug auch online mit Antisemiten und Rassisten debattieren. Allerdings möchte ich auch hier den Dialog mit dem Admin-Dach von “Spektrum der Wissenschaft” suchen, ob ich beispielsweise durch einen monatlichen oder jährlichen Beitrag die Werbefinanzierung abschalten könnte. Auch als (Wissenschafts-)Blogger sollten wir uns um andere, bessere Finanzierungsmodelle als Werbeanzeigen bemühen.

Wegen vielfacher, auch sehr berührender Anfragen plane ich zudem als Religionswissenschaftler & Buchautor den Aufbau eines monatlichen Newsletters mit Neuigkeiten, Terminen usw. Dazu würde ich hier so schnell wie möglich Bescheid geben.

Auch weitere Digitalformate wie einen eigenen Podcast schließe ich für die Zukunft nicht aus. Denn es ist natürlich Quatsch zu behaupten, ich hätte mich “aus dem Internet” zurückgezogen oder hielte gar “das Internet für böse”. Das Internet ist meines Erachtens ein brillantes, wegweisendes Medien-Netzwerk, das auch mein und unser Leben längst durchdringt und bereichert. Dazu gehören bei – je mit Abogebühren finanzierte – EMails, Musik und Filme.

Gerade also “weil” ich die Chancen des Internets sehe und feiere, plädiere ich dafür, dass wir auch die Gefahren in den Blick nehmen und beispielsweise nicht-werbefinanzierte, wirklich “soziale Medien” der nächsten Generation entwickeln und nutzen. Es liegt an uns als “Prosumenten”, wie lange das falsche Geschäftsmodell und die falschen Entscheidungen von Facebook zu einer Emotionalisierung, Verrohung und Radikalisierung von Menschen beitragen.

Mut macht, dass sich immer mehr Leute weltweit solche Gedanken machen. Hier geht es zum Beispiel um die reflektierten Erfahrungen der Technologie-Reporterin Christina Farr, die ebenfalls ausgestiegen ist.

 

Michael Blume

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Zuletzt erschienen "Islam in der Krise" (2017) und "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019). Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt... Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

109 Kommentare

  1. Werbung auf Scilogs?

    Ach ja, richtig … neulich war ich ja wieder im „richtigen“ Internet. Ich bin ja immer wieder überrascht, wie das in Wirklichkeit aussieht. Gehe ich doch standartmäßig auf egal welchem Gerät immer mit dem Firefox-Browser ins Netz mit den Addons uBlock und, noch wichtiger, Privacy Badger. Schließlich geht es Facebook einen feuchten Irgendwas an, wenn ich Herrn Blume auf seinen Blog besuche, zumal ich ja noch nicht einmal bei denen angemeldet bin. Und den Heise-Button für mehr Datenschutz hat Scilogs ja auch nicht ( https://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html ). Was ich eigentlich ein dringlicheres Anliegen fände, wenn Herr Blume demnächst zu seinen Blog-Admin geht.

    Gehe ich ohne Add-Blocker ins Internet? Gehe ich ohne Präservativ in ein Bordell? Die Webseitenbetreiber haften schließlich nicht für die Krankheiten, die sich meine Rechner einfangen durch die Werbung, die sie schalten, sie verweisen dann auf die Drittanbieter. Und wenn einer nicht haftet für seinen Inhalt, dann rufe ich diesen Inhalt nicht ab, so einfach.

    Es sieht wohl so aus, daß gefühlte 95% unbedarfter User das Netz finanzieren für 5% nicht so unbedarfter User, die das dann gratis nutzen. 🙂

  2. Ich spekuliere mal, dass Sie sich einen Blog bei “spektrum” mieten wollen, um da ganz Ihr eigener Herr sein zu können. Das ist dann so etwas wie Ihr eigener Privatsender, bei dem Sie auch nicht journalistisch verpflichtet sind, in einem eventuellen Kommentarbreich das ganze Meinungsspektrum zuzulassen. Und da Sie auch im Auftrag der Administrative tätig sind, ist das dann quasi ein outgesorceter “staatlicher Privat-Sender”. In dem Sie deswegen auch nach Gutdünken Kommentare “zensieren” dürfen. Wenigstens so lange eine kritische Reichweite nicht überschritten wird.

    Liege ich da in etwa richtig oder ist es eine völlig haltlose Verschwörungstheorie eines irregeleiteten Aluhutträgers?

    • Lieber @little Louis,

      selbstverständlich handelt es sich wesentlich um „eine völlig haltlose Verschwörungstheorie eines irregeleiteten Aluhutträgers.“ 😉

      Nein, ernsthaft: Ich denke, dass wir hier einen neuen Machtkampf um die Unterscheidung von privatem und politischem Leben miterleben. Denken Sie beispielsweise an Trump, der einerseits „als Privatmann“ den Geburtsort des US-Präsidenten Obama bezweifelte – und damit zur Veröffentlichung von dessen Geburtsurkunde beitrug. Umgekehrt weigert sich nun aber Trump als Präsident der Veröffentlichung seiner Steuerunterlagen, wie sie seine Vorgänger vorgenommen hatten.

      Auch Sie, @little Louis, nehmen für sich selbst selbstverständlich das Recht auf Anonymität durch ein Pseudonym in Anspruch. Umgekehrt aber würden Sie mir aber gerne vorschreiben, was und vor allem wen ich selbst auf meinem privaten Wissenschaftsblog zu veröffentlichen hätte.

      Selbstverständlich stünde es mir schon jetzt frei, auf meinem Blog eine Klarnamenpflicht bzw. nachprüfbare Identifikation aller Kommentierenden zu verlangen. Aber so, wie ich Ihre Rechte auf Privatsphäre auch im Meinungsstreit achte, so werde ich auch meine verteidigen. Dass ich Sie als Diskussionspartner ernst nehme, bedeutet nicht, dass ich Ihnen Macht über meine Kommunikation einräume. 😊📚👍

      Ihnen ein schönes Wochenende!

  3. Gerade also “weil” ich die Chancen des Internets sehe und feiere, plädiere ich dafür, dass wir auch die Gefahren in den Blick nehmen und beispielsweise nicht-werbefinanzierte, wirklich “soziale Medien” der nächsten Generation entwickeln und nutzen.

    Blockchain-Basiertes käme in Frage, wäre idealerweile gar nicht mehr zensierbar, die proprietären Social Media sind sehr problematisch, sie tendieren zunehmend zur Zensur gerade konservativer und liberaler Meinung.

    Im Web wird bekanntlich selektiv konsumiert, über Filter und bestimmte Handles des Webs, es muss nicht sozusagen alles gelesen und sich über alles geärgert werden.

    MFG – WB

    • @Webbaer

      Da Sie sich ja als Denker auch in den Traditionen des Legalismus und Liberalismus präsentieren würde mich doch sehr interessieren, wie Sie „Zensur“ interpretieren? Waren darunter nicht klassisch staatliche Einschränkungen gemeint? Wäre es nach Ihrer Auffassung „Zensur“, wenn eine Zeitung unter Leserbriefen für den Abdruck auswählt oder eine Mutter ihren Kindern den Gebrauch von Schimpfwörtern untersagt? 🤔

      Mit ehrlich interessierten Grüßen!

  4. Das web finanziert sich über die Werbeeinnahmen.
    Wenn man unabhängig davon agieren will, braucht man eine eigene Domaine.
    Der Nachteil, man steht nicht mehr im Brennpunkt.

    Mein Vorschlag, eine Domaine, die Sie selbst gestalten, da sind Sie ihr eigener Herr und niemand kann Ihnen hineinreden.
    Am besten mit Ihrem Namen, Sie sind ja mittlerweile auch bekannt.
    Aber Tempo, sonst schnappt Ihnen irgendwer den Namen weg und das wäre fatal.

    • Vielen Dank, @bote. Ich denke, Sie erfassen das Dilemma ganz gut.

      So waren meine o.g. Social-Media-Profile ja privat in der Freizeit angelegt und viele Jahre älter als meine öffentlichen Ämter. Aber selbstverständlich wurden meine digitalen Äußerungen zunehmend mit diesen identifiziert und vor allem rechtsgerichtete Trolle versuchten nicht nur zu beleidigen und zu stören, sondern jedes Wort, jeden Kontakt und sogar jeden Klick zu skandalisieren. Die Emotionalisierung und Freund-Feind-Logik der bisherigen (a)sozialen Medien zerstört damit die Räume wirklich freien Austausches. (Vgl. dazu oben den Artikel von Herrn Deglow, Heilbronner Stimme.)

      Die logische Folge daraus wäre die Umwandlung in offizielle Accounts, betreut durch Mitarbeiter, gewesen. Aber wäre damit nicht gerade wieder die direkte Kommunikation erloschen? Und sollte ich Gesicht und Mitarbeiterstunden für Geschäftsmodelle hergeben, die ich für ethisch und politisch höchst bedenklich halte?

      Meine Homepage heißt ja nun http://www.blume-religionswissenschaft.de und auch mein Blog hier ist religionswissenschaftlich ausgerichtet. Denn klar äußere ich mich persönlich, aber es geht mir nicht primär um Selbstdarstellung, sondern um die Präsentation und Diskussion von Inhalten. Liebe und Anerkennung erlebe ich doch lieber im echten Leben – in Ehe, Familie und Freundeskreis – und glaube, dass digitale Kontakte noch keine echten Freundschaften sind.

      Ein jahrealtes und umso eindrücklicheres Video dazu finde ich zum Beispiel hier:
      https://m.youtube.com/watch?feature=youtu.be&v=frd6hXF6Idc

  5. “Dieses Geschäftsmodell untergräbt zudem seriösen Journalismus und bedroht schließlich die “Publikative” als eine Säule unserer Demokratie.”

    Vielleicht habe ich es falsch verstanden, aber impliziert diese Aussage nicht, dass Facebook theoretisch seriösen Journalismus bieten bzw. ein Ort dafür seine könnte, was aber selbst mit besserem Geschäftsmodell nicht der Fall wäre? Wenn man in der Werbepause einer reißerischen Fernsehsendung für seriösen Journalismus wirbt, macht es die Sendung nicht zu einem solchen. Aber selbst dann ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen – und ich finde, das verdient Respekt, und jeder kann ja seine eigenen Wege gehen.

    • Weite Zustimmung, @Boris Hänßler – m.E. besteht ja Ethik in der Anregung je „eigener“ Reflexion und Entscheidung. Daher erläutere und diskutiere ich gerne meine Gedanken und Motive, käme aber nicht mal im Traum darauf, daraus Vorschriften für andere abzuleiten. Verantwortung setzt m.E. den freien Menschen voraus.

      Meine Kritik am werbefinanzierten Geschäftsmodell bezieht sich einerseits auf Inhalte politischer Werbung, wie sie etwa „Breitbart News“ betreiben. Wo es als irrelevant erklärt wird, ob Botschaften der überprüfbaren Realität entsprechen, zerreißt es die Gesellschaft in sich radikalisierende Blasen mit je eigenen „Wahrheiten“. Breitbart gab dazu auch schon 2017 in Deutschland eine Kostprobe, als es wahrheitswidrig verkündete, nordafrikanische Flüchtlinge hätten die Reinoldikirche in Dortmund angegriffen:
      https://www.sueddeutsche.de/medien/fake-news-wie-breitbart-schon-jetzt-falschmeldungen-in-deutschland-verbreitet-1.3322227

      Trotz schneller Dementis durch Polizei und seriöse Journalisten emotionalisierte und radikalisierte diese „Fake News“ tagelang Abertausende v.a. Rechtsdrehende. Und genau diese Seite will Facebook nun als Nachrichtenquelle promoten und bezahlen!

      Darüber hinaus kritisiere ich jedoch, dass die Werbefinanzierung Emotionalisierung statt Seriosität belohnt. Vermeintliche „News“ über das neueste Spielzeug & Selfie einer Influencerin ziehen mehr Aufmerksamkeit als die vielleicht tatsächlich relevante Haushaltsrede einer gewählten Oberbürgermeisterin. So gehen lokale Medien – die über das reale Leben der Menschen und die Grundlagen unserer noch föderalen Demokratie berichten – zunehmend kaputt. Und an ihre Stelle treten grelle, emotionalisierende „News“, die Menschen in zunehmend abgeschottete Blasen treiben.

      Ich glaube, wir bräuchten sehr dringend neue Ansätze, Geschäftsmodelle und tatsächlich „soziale“ Medien.

  6. Du hast Dich SELBSTVERSTÄNDLICH nicht vor Hass und Hetze zurückgezogen, denn Du bist ja ein PRAKTIZIERENDER Profiteur der Unwahrheit dieser zynischen Welt- und “Werteordnung”, sozusagen ein AUSSERORDENTLICHER Surfer auf dem Zeitgeist von imperialistisch-faschistischer Bewusstseinsschwäche mit nun “freiheitlich”- systemrationaler Bewusstseinsbetäubung 😏

    • Vielen Dank, @hto. Leserinnen und Leser können ja gut selbst beurteilen, wer hier mit wirren Sätzen voller „Hass und Hetze“ um sich wirft und von der Rückkehr eines diktatorischen Sozialismus träumt.

      Ihre Feindschaft will ich nicht, denn sie ist aus Ihrem Schmerz geboren. Aber weichen werde ich selbstverständlich vor Extremismus von links ebensowenig wie vor jenem von rechts.

      Ich wünsche Ihnen also von Herzen gute Besserung und ein freudvolles, beruhigendes Wochenende mit am Besten analogen Medien. 🤗📚

  7. Ich selber habe keinen Account bei den großen Netzwerken.

    Allerdings haben meine Browser ein Lesezeichen von Ihrem Twitter-Account, wo ich auch regelmäßig hineinschaue.

    Was ich vermissen werde: Zum einem das, wofür Twitter ursprünglich geschaffen wurde: Kurznachrichten, in Ihrem Fall über das, was so ein Religionswissenschaftler und Antisemitismusbeauftragter so alles macht. Wo Sie Vorträge halten, an welchen Konferenzen Sie so teilnehmen. Zum anderem Ihre Retweets. Über die bin ich auf so manchen anderen interessanten Twitterer gestoßen. Was ja der zweite Sinn von Twitter ist; eben zu netzwerken.

    Was ich bei Twitter als sehr angenehm empfinde: Es gibt auch bei Twitter jede Menge Haß gegen Sie, aber der wird mir nicht angezeigt. Den muß ich dann schon suchen. (Eine gewisse Kölner zionistische Internet-Aktivistin bietet da meist einen soliden Überblick über das, was nicht aus der Nazi-Ecke kommt (die mich eh’ nicht interessiert).)

    Bei YouTube sehen die Algorithmen ganz anders aus; da werde ich nur allzu schnell zu Verschwörungsmythen und Hass weitergeleitet. Für mich war sehr eindrücklich: Ich bin erst 2005 so richtig ins Internet gekommen, und damals hatte es schwer auf YouTube gehitlert: Ein tolles „Hitler und der Leasing-Vertrag“ ging viral mit einem von Gerhard Polt unterlegtem Hitler; Eichingers „Untergang“ kam raus und wurde prompt von den Amerikanern veralbert; Walter Moers mußte darauf mit seinen „Bonker“ kontern. Die nächste Schicht war dann neben Chaplins „Diktator“ aber auch gleich „Triumph des Willens“. Gut, dachte ich mir, Amerika, Meinungsfreiheit, müssen wir Deutschen endlich mit klar kommen, außerdem ist der Film ein geschichtliches Dokument. Aber dann kamen mit dem dritten Klick auch schon die Nazi-Musik-Videos. „Die BRD ist uns egal, vollkommen gleich / Denn unser Auftrag ist und bleibt das Deutsche Reich / Heil Dir, Germania“. Und das war nun, was ich wirklich nicht gesucht hatte. Daß es so etwas im Internet gibt; sowieso. Daß es so etwas auf YouTube gibt … Kann ich auch noch mit leben, obwohl ich das schon zweifelhaft finde. Nicht aber, daß deren Suchalgorithmen mich darauf leiten, mich für so etwas anfixen wollten, obwohl ich so etwas nun wirklich nicht gesucht hatte.

    Und da empfinde ich Twitter heute noch wohltuend anders. So etwas finde ich dort auch, und da bin ich anderer Ansicht als Sie: Ich finde das auch gut so. Aber ich muß es gezielt suchen, ich werde da nicht hingeleitet.

    Schade. Sie stehen netzpolitisch auf der anderen Seite. Sie wollen allen Haß aus den großen Sozialen Medien verbannt sehen. Mir reicht es, wenn er nur nicht gefördert wird; Menschen nicht konfrontiert werden damit, die das gar nicht sehen und schon gar nicht hineingezogen werden wollen. Es gibt ihn nun mal, und es ist nicht getan damit, daß man sie zum russischen VKcom vergrault. So werde ich Sie auf Twitter vermissen.

    • Vielen Dank, @Alubehüteter. Tatsächlich bin ich mit Twitter ja noch nicht fertig – es ist das einzige sog. „soziale Medium“, in das ich eine Rückkehr im nächsten Jahr nicht ausgeschlossen habe. Andererseits hat gerade just auch Elon Musk seinen Abschied erklärt – offensichtlich, weil Twitter stärker ihn beherrscht hat als er Twitter:
      https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/elon-musk-verkuendet-abschied-von-twitter-a-1294555-amp.html

      Möglicherweise trifft dies ja auch auf andere Personen und Social-Media-Accounts zu, die Sie beobachten.

      Ob ich „allen Hass aus den großen Sozialen Medien verbannt sehen“ möchte? Nein, so würde ich das nicht formulieren – und Sie können ja sehen, dass ich selbst hier auf dem Blog auch hasserfüllte Kommentare, wie gerade von @hto, durchaus zulasse. Ich will ja auch keine Coca Cola aus den Supermärkten verbannt sehen, obwohl wissenschaftlich kein Zweifel besteht, dass wir im Durchschnitt ohnehin zuviel Zucker konsumieren.

      Was ich will ist eine bewusste Medien-Nutzung – wie auch eine bewusste Ernährung – und eine sozial-ökologische Marktwirtschaft, die für Wirtschaftsgüter aller Art die richtigen Rahmen findet und setzt. Um im Beispiel zu bleiben: Hass und die Lust auf Zucker lassen sich nicht „verbieten“ – wir müssen vielmehr lernen, mit ihnen zu leben.

  8. @ Michel Blume

    Ich unterscheide im Internet grundsätzlich zwischen privaten, digitalen Wohnzimmern, wie es der Kommentarbereich Ihres Blogs für mich ist, und öffentlichen Räumen, Fußgängerzonen, wie es Twitter, Facebook & Co sind.

    Hier sind Sie der Boß. Das hier ist Ihr privater Salon. Ich muß mich nicht erst an eine Netiquette nicht halten: Wenn Sie sagen, auf den Alu habe ich keinen Bock, der kommt hier nicht rein, dann brauchen Sie nicht erst Gründe dafür, mich zu sperren. Sie sind auch nicht verpflichtet, mich analog in Ihr Wohnzimmer zu einer Party zu lassen.

    Die größten Digitalen Wohnzimmer sind für mich die Kommentarspalten der Zeitungen. So, wie sie nicht verpflichtet waren, jeden Leserbrief abzudrucken, sind sie auch nicht verpflichtet, jeden Kommentar freizuschalten.

    Twitter, Facebook, YouTube aber sind für mich öffentliche Räume. In einer Fußgängerzone hat prinzipiell jeder das Recht, seinen Stand aufzubauen. Ich kann meinen Gitarrenkoffer aufklappen und zur Klampfe meine Bob-Dylan-Lieder krähen, ich kann da stehen mit einem Greenpeace-, Jesus-liebt-Dich-Literatur– oder meinen GRÜNEN-Wahlkampfstand. Für den kommerziellen Vorwerk-Staubsaugervertreterstand gelten dann noch einmal eigene Bedingungen, aber im Prinzip hat auch er prinzipiellen Anspruch auf Zugang zum öffentlichen Raum. In antiken Griechenland gab es dafür die Agora, wo Gemüse gehandelt, aber auch öffentlich vor Gericht verhandelt wurde.

    Das ist dann aber auch das Recht, einen Widerstand-steigt-auf!-Stand für die Alternativen Medien einzurichten, oder auch einen Lies!-Koranverteilungsstand. Die Zeugen Jehovas dürfen ja auch auf der Fußgängerzone stehen. Das alles im Rahmen öffentlicher Gesetze, und infolgedessen sind z.B. die Lies!-Leute inzwischen mit Recht ausgesperrt.

    Was meines Erachtens nicht, überhaupt nicht geht, ist das, was Sie gerade fordern: Daß private Konzerne bestimmen, was in diesem öffentlichen Raum zu geschehen hat, und was nicht. Meines Erachtens ist das eine Sache öffentlicher Institutionen. Nicht gerade von Gerichten; die sind ohnehin schon eh’ überfordert. Aber ob ich da mitmachen darf oder nicht, das muß ein vor unabhängigen Institutionen einklagbares Recht sein. Und darf nicht in der Verfügungsgewalt privater Hausordnungen und gar der Willkür von Algorithmen oder unterbezahlter Moderatoren sein. (Wie intelligent muß ein Algorithmus sein, um das hier https://www.youtube.com/watch?v=9-Wd0qLfJPY zu unterscheiden von einer echten Hitler-Rede? Kann ein indischer Moderator deutsche Satire erkennen?)

    Die größte Bedrohung der Freiheit der westlichen Demokratien ist für mich der Apple-Konzern. In China haben sie die New-York-Times-App aus ihrem App-Store verbannt. Sie können es, also müssen sie es, also machen sie es. Niemand sollte verpflichtet werden, Geschäfte zu machen, die sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können. Wenn ebay ablehnt, alles rund um Tabak zu verkaufen, also auch Wasserpfeifen, also auch E-Zigaretten, so sollten sie die Freiheit haben, es zu tun. Es muß aber Möglichkeiten geben, mir Apps am Apple-App-Store vorbei auf dem iPhone zu installieren. Die darf Apple mir erschweren, sie sollen mich sogar heftigst warnen dürfen und sollten es sogar. Aber sie dürften mich nicht prinzipiell daran hindern dürfen. Und ebenso sollte ich das Recht haben, mich auf Twitter zu äußern, da auch mein „Blume ist doof!“ hinschmieren zu dürfen, solange ich nicht beleidigend werde oder Fake-news verbreite; also prinzipiell, was im nicht-digitalen Bereich auch schon gilt. Und nicht nur ich als Privatmensch sollte das tun dürfen. Sondern auch etablierte Medien wie die taz wie neue Medien wie netzpolitik.org. Und also aber auch Politically Incorrect und Breitbart.

    Schade, daß Sie das anders sehen. Sonst könnten Sie wechseln zu GNUsocial und zu Diaspora; letzteres wäre auch für mich Anlaß, mir da endlich mal ein Konto zuzulegen.

  9. Zusammengefaßt: Wenn und weil ich dagegen bin, daß Apple in China auf ihren iGeräten die New York Times ausknipst, dann kann ich andererseits nicht dagegen sein, daß Facebook unter vielen anderen auch Breitbart Zugang zu ihrem neuen Journalismus-Portal bietet. Wiederum: Einen Lies!– oder NPD-Account sollten sie nicht zulassen; das aber muß durch eine unabhängige, öffentliche und einklagbare Institution geschehen und nicht aufgrund von Privatrecht von Facebook.

    • Tatsächlich unterscheiden sich unsere Auffassungen hier in einem Detail, @Alubehüteter. Für mich wird Facebook durch seine Reichweite ebensowenig zu einem öffentlich-rechtlichen Anbieter wie die Deutsche Bank durch ihre Bilanzsummen.

      Facebook & Co. bleiben private und kommerzielle Medienanbieter wie entsprechende Zeitungen und Fernsehsender auch. Auch dieser Blog hier würde nicht dadurch verstaatlicht, wenn ihn täglich Hunderttausend oder eine Millionen Menschen anklicken würden. Ab wann genau wäre denn – um Ihr Bild aufzugreifen – ein Blog kein „privates Wohnzimmer“ mehr? Und wer stellte dies und die ab dann geltenden, „staatlichen“ Regeln fest?

      Nein, Facebook ist nicht die Königstrasse, sondern ein reicher Anbieter mit großen Schaufenstern an derselben. Entsprechend wie ich mich als Bürger und Prosument auch weigern würde, eine Zeitung, einen Fernsehsender oder einen Blog zu abonnieren, die gezielt auch menschenverachtende Inhalte verbreiten und finanzieren, entsprechend verweigere ich mich auch diesem Konzern.

      China und derzeit auch Russland unterwerfen ja gerade das Internet brutaler, staatlicher Kontrolle. Ich hoffe dagegen noch immer, dass wir freiheitliche und gerne auch europäische Rahmen, Regeln und Angebote entwickeln können, die Vielfalt und Wettbewerb positiv ermöglichen, dabei aber Emotionalisierungen und vor allem Radikalisierungen verhindern.

  10. @ Michael Blume
    02.11.2019, 13:42 Uhr

    Ob ich „allen Hass aus den großen Sozialen Medien verbannt sehen“ möchte? Nein, so würde ich das nicht formulieren – und Sie können ja sehen, dass ich selbst hier auf dem Blog auch hasserfüllte Kommentare, wie gerade von @hto, durchaus zulasse.

    Naja, aber nicht unkommentiert.

    Ich will ja auch keine Coca Cola aus den Supermärkten verbannt sehen, obwohl wissenschaftlich kein Zweifel besteht, dass wir im Durchschnitt ohnehin zuviel Zucker konsumieren.

    Wobei ich deshalb die Lebensmittel-Ampel ja eine grundsätzlich gute Idee finde. Nun jetzt nicht bei Coca-Cola oder Kartoffelchips. Wer sich die einwirft, der wird wissen, was er tut. Aber ich war dann doch einigermaßen erstaunt, als ich mal bei einem Müsli das Kleingedruckte las und auf einen erstaunlich hohen Zuckergehalt stieß. Was mich erst dafür sensibilisierte dafür, daß der ja auch bei Früchtemüslis, nicht ausgewiesen, hochgehyped sein kann. Junk-Food hat also Einzug gehalten bei Artikeln, wo man es gar nicht vermuten würde; die man im Gegenteil kauft in der Erwartung, damit nichts zu tun zu kriegen.

    In diesem Sinne fand ich es eine interessante Initiative, daß ich weiß nicht mehr, welches große soziale Netzwerk, mit correctiv zusammenarbeiten wollte: Die setzen dann einen Anti-Gütesiegel-Button auf verschiedene Beiträge mit dem Hinweis correctiv hält das für Fake-News, klicke hier und erfahre mehr über die Gründe. Klar, für die schon hart Verstrahlten ist correctiv von vorneherein eine unglaubwürdige Quelle. Aber um die geht es uns ja ohnehin nicht.

    • Ja, @Alubehüteter – verpflichtende Kundeninformationen und zivilgesellschaftliche Fact-Checker halte auch ich für einen Teil der Lösung!

      Und bin umso mehr entsetzt, dass Facebook nicht nur auf Breitbart News, sondern auch auf die Fact-Checker des „Daily Caller“ setzen möchte!

      Würden Sie entsprechend Gesundheitshinweise für seriös halten, die direkt aus Instituten der Zuckerindustrie kämen? 🤔

  11. @ Michael Blume
    02.11.2019, 16:03 Uhr

    Für mich wird Facebook durch seine Reichweite ebensowenig zu einem öffentlich-rechtlichen Anbieter wie die Deutsche Bank durch ihre Bilanzsummen.

    Facebook & Co. bleiben private und kommerzielle Medienanbieter wie entsprechende Zeitungen und Fernsehsender auch. Auch dieser Blog hier würde nicht dadurch verstaatlicht, wenn ihn täglich Hunderttausend oder eine Millionen Menschen anklicken würden.

    Es geht nicht um die Masse. Es geht darum, ob ich genötigt bin, mich über Ihren Blog zu informieren. Die BILDzeitung lesen auch Millionen Menschen. Darum muß ich sie trotzdem nicht lesen. Und selbst eine Lena Meyer-Landshut hat ohne BILD Karierre machen können (von der neuen YouTube-Influencer-Generation gar nicht zu reden).

    Meine Mutter geht auf die 80 zu. Und sie kann sich nicht den Luxus leisten, auf Whatsapp zu verzichten, weil da menschenverachtende Inhalte verbreitet und sogar Morde wie auf Herrn Lübcke verabredet werden (… nicht in ihrer Whatsapp-Gruppe, natürlich. Meine Mutter kriegt davon nichts mit). Auch Ihre Kinder werden nicht auf Whatsapp verzichten können, sonst sind die raus aus ihren ganz realen, analogen Kontakten und Netzwerken. Bei meiner Mutter wäre das zum Beispiel ganz konkret der Kirchenchor, von dem sie ausgeschlossen wäre sowohl von privaten Informationen wie Urlaubsfotos- und -Grüße, als auch von Informationen wie „wir gehen nach der Probe noch daunddahin auf einen Kaffee, wer kommt mit?“.

    Von daher kann ich Ihre Einschätzung nicht teilen. Whatsapp ist kein Medium, das ich abonnieren kann oder auch es lassen. Whatsapp ist eine öffentliche Fußgängerzone. Die ich natürlich nicht begehen muß. Aber dann treffe ich niemanden mehr; auch im ganz realen Leben bin ich massiv eingeschränkt.

    Viel wäre erreicht, wenn wir hier Freie Marktwirtschaft einführen würden, sprich: Offene Schnittstellen. Ich möchte Ihre Tweets auch von GNUsocial aus beobachten wie kommentieren können, Ihre Facebook-Posts von Diaspora aus. So, wie ich als Vodafone-Kunde auch Telekom-Kunden anrufen kann. Natürlich zu ungünstigeren Bedingungen; es soll ja schon seine Vorteile haben, bei der Telekom zu sein, unter anderem, leichter kommunizieren zu können mit denen, die auch im Telekom-Netzwerk sind. Aber ich kann von D2 aus mit D1 kommunizieren, innerhalb verschiedener Sozialer Netzwerke kann ich das nicht. Ich muß da hin, wo auch schon meine buddies sind.

    Allerdings würde das natürlich Facebook die Kontrolle entziehen darüber, was über Diaspora kommuniziert würde. Ich bin dafür. Diese Kontrolle steht keinem Privatkonzern zu. Sie sehen das völlig genau anders. Es sollten sich Anbieter durchsetzen, die diese Kontrolle verantwortungsvoll durchsetzen und nicht jeden Schmutz freischalten. Oder jedenfalls nicht unkommentiert.

    • @Alubehüteter

      Es spricht doch nichts dagegen, dass Ihre Mutter WhatsApp nutzt. Ich nutze Threema.

      Viele Menschen benötigen Autos, um am beruflichen und sozialen Leben teilzuhaben. Das bedeutet doch gerade nicht, dass keine besseren Autos entwickelt werden können und der Staat keinen ÖPNV anbieten darf.

      Ja, mein Verständnis des Menschen verbindet Freiheit mit Verantwortung. Wir tragen als Bürgerinnen und Kunden Verantwortung, Wirtschaftsunternehmen haften für Produktmängel und die – idealerweise gewählten – Gesetzgeber haben Rahmen und Regeln immer wieder zu verbessern. Auch im Interesse von Ihnen und Ihrer Mutter. Wir sind alle Mitwirkende, was – das gebe ich zu – auch anstrengend sein kann.

  12. @ Michael Blume
    02.11.2019, 16:19 Uhr

    Nun ja, wie viele Umwelt- und Biosiegel gibt es inzwischen auf Lebensmitteln? Blickt ja auch keiner mehr durch. Aber zum Beispiel FairTrade hat sich dann doch durchgesetzt als allgemein vertrauenswürdig; auch im Bio-Bereich (selbe Kundschaft). Stiftung Warentest oder, im ganz anderen Bereich, Amnesty International gelten als seriös. Der Faktenchecker der Tagesschau dürfte auch von Haus aus eine größere Reputation mitbringen als selbst correctiv. Muß man mal gucken, was da so kommt. Auch die „Merkel-muß-weg!“-Medien werden sich mehr und mehr gemeinsame Dachorganisationen und auch gemeinsame Label erschaffen, wo sie füreinander werben und sich in Läuterungsprozessen von eindeutigen Nazi-Kloaken distanzieren werden. Wo ich dann auch schon gleich weiß, wie ich deren Informationen einzuordnen habe.

  13. Nun ich habe auch einen Account bei Facebook, weil Leute, mit denen ich Bekanntschaft haben wollte, dort sich unterhalten. Dies ist aber abgeflaut und so sind meine Aktivitäten bei Facebook recht wenige. Bei de Gruppe “Amateurfunk” hat sich der “Gründer” schon beschwert, daß die Diskussionen ihm nicht gefallen. Dabei sind Funkamateure (vulgo Amateurfunker) eher “bürgerlich”. Trotzdem gibt es auch da “Wichtigtuer” und Leute, die sich wegen ihrer “höheren Lizenklasse” als etwas “Besseres” ansehen. Dies ist aber im “wirklichen” oder “analogen” Leben im Prinzip auch nicht anders.Und das Digitalisierung auch nicht immer Leute zu besseren Menschen macht, zeigt die Geschichte der Piraten.

    Gruss
    Rudi Knoth

  14. Wer nicht zu viel Zucker konsumieren möchte, der weicht auf andere Lebensmittel aus. Gleiches sollte für Facebook gelten und es ist nicht verwunderlich, dass gerade junge Leute diese Plattform reihenweise verlassen. Wer im Internet nach „Alternativen zu Facebook“ sucht, der findet dazu etliche Vorschläge. Allerdings ist es hier wie bei den zuckerarmen Lebensmitteln, sie haben längst nicht so viele Freunde wie die zuckersüßen.

  15. Facebook & Co. bleiben private und kommerzielle Medienanbieter wie entsprechende Zeitungen und Fernsehsender auch.

    Stimmt, sehr geehrter Herr Blume. Nur können sich diese us-amerikanischen Unternehmungen weitestgehend dem hiesigen deutschen und europäischem Recht entziehen! Anhörungen von Zuckerberg & Co vor EU-Ausschüssen quittieren die Eigner mit einem Lächeln und wagen Versprechungen ohne “schmerzhaftere” Konsequenzen fürchten zu müssen. Das wird so bleiben, bis es hiesige Institutionen geschafft haben, mindestens eine eigene und universellere Plattform zu etablieren. Ich favorisiere da ebenfalls eine Gebühren finanzierte Lösung. So eine gemeinsame Plattform könnten Unternehmen übergreifend hiesige Telekommunikations-Unternehmen mit Stamm-Sitz in der EU bereitstellen. Jeder User in Deutschland und in der EU hat mehr oder weniger einen kostenpflichtigen Vertrag für den Zugang ins Telekommunikationsnetz. Mein DSL-Vertrag beinhaltet u.a. Inklusive-Mail-Accounts für die Familie und eine Inklusive Domain. Das ließe sich erweitern auf einen Inklusive-Zugang für eine Europa weite Soziale-Medien-Plattform, die es so bisher (wohl) noch nicht gibt. Die Gebühren für die Kunden werden mit den monatl. Grundgebühren abgedeckt – eben inklusive. Die sich daran beteiligenden Unternehmen müssten sich entsprechend ein übergreifendes Gremium schaffen für das Regelwerk.
    Der Staat bzw. die EU-Kommission/das EU-Parlament sollte dafür die Rahmenbedingungen schaffen. Dass Unternehmen übergreifende Zusammenarbeit möglich ist, beweisen selbst konkurrierende hiesige Automobil-Konzerne – siehe Kooperationen Daimler und BMW in der E-Mobilität.
    Warum sollte das in der Telekommunikation nicht möglich sein.
    Strukturen, die von Innen heraus wachsen, sind alle Mal “besser” (un-wissenschaftlich ausgedrückt aber im Wesen verständlich), als Angebote von außen (Facebook & Co).

  16. Die Frage, ob man ein dediziertes Soziales Netzwerk verlassen sollte oder nicht, hängt eng mit der Frage zusammen, welches man als Ressource für einen persönlich im positiven Sinne weiterhin nutzen möchte. Also: hilft es mir oder hilft es mir nicht? Ziehe ich keinen weiteren Nutzen heraus, belastet es mich sogar, stiehlt es mir wertvolle Lebenszeit, dann kann es weg. Manches ist auch redundant, dann sollte man sich für genau eines der Netzwerke entscheiden. Die Wirkung der Werbung wird von vielen Herstellern überschätzt. So hat General Motors mit Google den Vertrag aufgekündigt, weil sie festgestellt haben, dass sie nicht mehr Autos verkaufen. Für die Wirksamkeit von Marketingkampagnen gibt längst auch Analysewerkzeuge. Ob man das als Künstliche Intelligenz bezeichnen kann, wage ich stark zu bezweifeln. Die meisten Werkzeuge arbeiten nach Algorithmen, wenn dies auch angepasst werden. So könnte es sich bei „Künstlicher Intelligenz“ auch nur um eine Marketingkampagne handeln. Schade, dass die Wissenschaft eben doch nicht frei forschen darf. A propos. Die anstehende Gesetzgebung des Herrn Spahn mit den Krankheitsdaten der gesetzlich Versicherungen lädt gerade dazu ein, die Daten mit denen aus den Sozialen Medien zu korrelieren, um die Verbraucher gezielt mit Werbung zu überschütten. Wenn das Gesetz kommt, gibt es einen weiteren Grund, die Sozialen Medien sofort sein zu lassen. Wenn da nicht noch Siri und Alexa wären. Und Paypal. Das Grundrecht, in Ruhe gelassen zu werden, kann der Staat nicht gewährleisten. Er wird es auch nicht wollen. Es sei denn, wir fordern endlich eine Deutsche Verfassung, die auf Europa übertragbar ist. Artikel 146 Grundgesetz.

    • @Jörg Bergmann

      Ja, zur Regulierung (a)sozialer Netzwerke ist m.E. vor allem der europäische Gesetzgeber gefragt. Und so lahm sich unsere Internetwirtschaft auch zuerst entwickelt hat, so sehr rühmen doch inzwischen selbst US-Amerikaner den europäischen Datenschutz.

      Möglicherweise kann europäische Rahmengebung noch verhindern, dass ganz Europa sich zerlegt wie die USA und GB oder das Netz autoritär nationalisiert wie China und jetzt Russland.

  17. @ Mona
    02.11.2019, 17:17 Uhr

    Wer nicht zu viel Zucker konsumieren möchte, der weicht auf andere Lebensmittel aus. Gleiches sollte für Facebook gelten und es ist nicht verwunderlich, dass gerade junge Leute diese Plattform reihenweise verlassen. Wer im Internet nach „Alternativen zu Facebook“ sucht, der findet dazu etliche Vorschläge.

    Um beim Beispiel meiner Mutter zu bleiben: Natürlich gibt es WhatsApp-Alternativen. Threema, Signal, Telegram usw. Aber sie wird ihre Kirchenchor-Leute nicht davon überzeugen können, dahin zu wechseln. Und alleine, was soll sie da?

  18. @ Rudi Knoth
    02.11.2019, 17:04 Uhr

    Bei de Gruppe “Amateurfunk” hat sich der “Gründer” schon beschwert, daß die Diskussionen ihm nicht gefallen. Dabei sind Funkamateure (vulgo Amateurfunker) eher “bürgerlich”. Trotzdem gibt es auch da “Wichtigtuer” und Leute, die sich wegen ihrer “höheren Lizenklasse” als etwas “Besseres” ansehen.

    Das machen wir uns überhaupt zu wenig klar. Haß und Radikalisierung gibt es volles Programm auch in nichtpolitischen Bereichen. Schon um Konsumartikel. Legendär die Schlachten von Microsoft- vs. Apple-Jüngern; irgendwann stolperten denen dann noch die Linux-Nerds zwischen die Füße. Wo es hier ja durchaus noch viele weltanschaulich vertretbare Gründe gibt (mit solchen habe ich weiter oben ja auch die iGeräte gedisst.) Klassiker Beatles vs. Rolling Stones. Ich kenne erschütternd befremdliche Haßbotschaften aus der E-Zigaretten-Szene, wo mal ein führender (nichtkommerzieller) Influencer mit übelsten Botschaften zugeballert wurde, weil er es gewagt hatte, ein (allerdings herausragendes, das sich zwischenzeitig als Einsteiger-Standart durchgesetzt hatte) Konsumgerät vernichtend zu kritisieren (er hatte zugegeben als Testexemplar ein „Montagsauto“ erwischt). Leute, mahnte er, es geht hier um ein Plastikröhrchen für zehn Euro!

    • @Alubehüteter

      Danke für die spannende Beobachtung! Würden Sie sagen, dass sich Leute mit den jeweiligen Konsumgütern tatsächlich identifizieren? Oder geht es eher um die Lust am Wir-gegen-Die? 🤔

  19. @Blume

    ASOZIAL ist, das “Zusammenleben” mit “Sozial”-Abgaben, Steuern zahlen, manipulativ-schwankende “Werte”, irrationalen Zeit-/Leistungsdruck zu/in einer Karriere von Kindesbeinen, “gesundes” Konkurrenzdenken, delegierte Verantwortung/systematisch-entstellte Vernunftbegabung zu REGIEREN ⚠💩👀

    • Dagegen sei es „sozial“, lieber @hto, nichts aus dem grauenhaften Scheitern des Kommunismus und konkret Stalinismus zu lernen – und stattdessen via Internet Menschen zu beschimpfen? 🤔

  20. Auf Ihre Fragen hin, lieber Herr Michael Blume :

    ‘Zensur’ liegt vor, wenn Meinung abgeschnitten wird, Papier-Zeitungen können aus Platzgründen nur eingereichte Leser-Meinung abschneiden, so dass dies nicht so-o gut Zensur genannt werden kann, und die Mutter, die ihren Kindern den Gebrauch (hoffentlich nur bestimmter) Schimpfwörter untersagt, erzieht zuvörderst.

    Beklagt worden ist vom Schreiber dieser Zeilen die leider zunehmende Inhaltesteuerung von Publizisten-Meinung durch sog. Social Media und anscheinend auch dem politischen Interesse von Besitzern sog. Social Media geschuldet, die Zensur genannt werden darf bis sollte, insbesondere wenn sie dem Recht nicht widerspricht; wird dem Recht widersprochen mit Meinung, ist dem Recht folgend, gerne auch nach einem rechtlichen Vorgang, ist zu zensieren, Zensur ist ja nicht per se schlecht.

    Dr. Webbaer war immer sehr sparsam mit dem Einreichen von Meinung bei sog. Social Media, auch weil er diese Entwicklung vorhergesehen hat.

    Mit freundlichen Grüßen und einen schönen Tag des Herrn,
    Ihr Dr. Webbaer

    • @Webbaer

      Wie passen die Twitter-Tiraden von Donald Trump und die Breitbart-Adoption durch Facebook zu Ihrer Annahme einer „zunehmenden“ Zensur von Social Media?

      Und wie bewerten Sie vor diesem Hintergrund die Zuneigung vieler Rechter zu Wladimir Putin, der doch gerade das Internet zensiert und nun auch rechtlich „nationalisiert“? 🤔

  21. @Alubehüteter 02.11.2019, 18:11 Uhr

    Dieser Vergleich passt eigentlich nicht ganz. Denn die “höhere” Lizenzklasse erlaubte auch höhere Sendeleistung und eine größere Auswahl an Frequenzen, was für Kurzwelle von Bedeutung ist. Es ist also eher mit Doktor, Diplom/Master und Bachelor zu vergleichen.

    Gruss
    Rudi Knoth

  22. Auf Ihre Fragen hin, lieber Herr Michael Blume :

    Donald J. Trump kann mit seinen ‘Tiraden’ schlecht von Jack Dorsey zens(ur)iert werden, weil er sich so gegen die entscheidende Mehrheit des US-Wahlvolks stellen würde.
    Dorsey hat hierzu einiges geschrieben, er mag Trump nicht, Dorsey hat hier sozusagen einstweilen von politisch linker Seite angefordeter Erklärung und Folklore Genüge getan. – Bei besonderem Bedarf werden diesbezügliche Statements von Dorsey von Ihrem Langzeit-Kommentatorenfreund webverwiesen.
    Könnten aber auch selbst gefunden werden.

    Zur ‘Breitbart-Adoption durch Facebook’ will Dr. Webbaer nichts schreiben, außer, dass direkte Ablehnung eines wichtigen politisch rechten Mediums “Zuck” nicht angeraten schien.

    Kann sich dbzgl. aber im US-amerikanischen Wahlkampf 2020 hier noch einiges ändern, Dr. Webbaer wäre nicht überrascht.

    Und politisch Rechte mögen wohl Putinsche Politik des Nationalismus, der nicht per se schlecht ist, wie auch die des Internationalismus nicht per se gut, weil der sich dem Anschein nach, ähnlich wie übrigens auch Netanjahu oder auch wie Führer, nein, nur ein Späßchen, wichtige demokratische Spitzenkräfte in den Ländern des ehemaligen Ostblocks um die Aufrechterhaltung der Identität bemüht, in diesem Fall : der russischen.

    Identitarismus muss nicht schlecht sein, in moderater Ausprägung, Juden sind womöglich besonders identitär, auch der Zentralrat der Juden in der BRD ist gemeint, solange es nicht gegen andere geht.


    Von Zuneigung zu einigen der oben Genannten rät Dr. Webbaer ab, mag abär auch nicht zens(ur)iende Bemühung aus bundesdeutscher Quelle, also bspw. von “Zensur-Ursula”, Sportsfreund Maas und letztlich womöglich auch von Frau Dr. Angela Dorothea Merkel nicht.


    All diese womöglich auch dankenswerterweise beigebrachten kleinen Erklärungen ändern aber nichts am festzustellenden Sachverhalt, dass Social Media auch “Political Player” geworden ist.
    Wobei Dr. W nicht mitzumachen gedenkt, als Publizist nicht.

    MFG + schönen Tag des Herrn noch,
    Dr. Webbaer

    • Das ist interessant, @Webbaer. Letztlich läuft Ihre Argumentation also darauf heraus, dass „Zensur“ dann weniger schlimm ist, wenn sie – wie bei Putin – dem Schutz völkischer „Identitäten“ dient. Das wüssten die besonders „identitären“ Juden – samt deren Zentralrat in Deutschland – genau. Dagegen sei „Zensur“ besonders verwerflich, wenn sie von Christdemokratinnen und Sozialdemokraten ausgehe, also nicht-identitär sei.

      Darf ich dann also nachfragen, worin genau die „Identität“ eines Volkes nach Lesart des Webbaeren bestünde?

  23. @Alubehüteter // 02.11.2019, 18:04 Uhr

    „Um beim Beispiel meiner Mutter zu bleiben: Natürlich gibt es WhatsApp-Alternativen. Threema, Signal, Telegram usw. Aber sie wird ihre Kirchenchor-Leute nicht davon überzeugen können, dahin zu wechseln. Und alleine, was soll sie da?“

    Sie haben sicher recht, zumal ältere Leute sich oft vor den technischen Herausforderungen fürchten, die bei einem Wechsel auf sie zukommen. Bei Herrn Blume sehe ich diese Gefahr eher nicht und er wird auch nicht alleine bleiben, weil er als bekannte Person bei einem Wechsel von Facebook zu einem anderen sozialen Netzwerk sicher viele Follower mitnehmen kann. Trotzdem möchte ich hier mal einen beispielhaften Beitrag verlinken, der den nicht ganz reibungslosen Wechsel zu „Diaspora“ beschreibt:
    https://klomp.de/index.php/81-diaspora-das-dezentrale-freie-und-soziale-netzwerk

  24. Völlig missverstanden, lieber Herr Michael Blume, ‘Zensur’ ist nicht per se schlimm, Juden dürfen identitär sein und Völkisches, in der BRD anscheinend zunehmend negativ konnotiert, ist auch nicht schlecht, bspw. Juden oder Deutsche betreffend, wenn es nicht gegen andere gerichtet ist, ungerechtfertigerweise.
    Gegen Nationalsozialisten, gegen extinktorische, das Extrembeispiel, gerichtet ist gegen andere gerichteter Identitarismus sogar sehr gut, aus diesseitiger Sicht, nicht nur Juden meinend.
    Sie kennen die nationalsozialistische Rassenlehre, die nicht nur gegen Juden, sondern auch bspw. gegen wanderndes Volk, gegen Schwarze, Slawen und auch gegen andere gerichtet ist.

    Juden, der unbestimmte Artikel, der Nullartikel, ist hier verwendet worden, sind zäh identitär, ansonsten hätten sie nicht in der Diaspora ihre Identität wahren können, Sie können als Antisemitismus-Beauftragter, wie Dr. Webbaer findet, Identitarismus auch positiv zu deuten wissen, und wenn nicht, als positiv zu lernen.
    Der Judenstaat (Dr. W konnotiert hier nichts negativ) ist völkisch und bereits in der Verfassung an das Judentum speziell gebunden, womit die Herkunft gemeint ist, nicht oder zumindest weniger die Religion.
    Dr. W “ganz und gar nicht” Antizionist. (Wenn auch kein Jude, abär er hat viele kennen gelernt, manchmal auch lieben.)

    Dr. Webbaer hat sich um Sie schon frühzeitig bemüht, um Sie in Ihrem Job zu stählen zu helfen, Dr. Webbaer ganz bei Ihnen.


    Wobei, lol, dies vom Thema weggeht, fürwahr, abär vielleicht lohnte sich der Exkurs,
    MFG – WB (ganz bei Ihnen und Sie in Ihrem schwierigen Job bestmöglich unterstützend)

  25. @Datenschutzkatastrophe

    Ich halte nichts von Facebook, und hab da nie wirklich mit angefangen. Die Quellen der Newsfeeds sind mir von Anfang an suspekt gewesen, und ich nutze diese Plattform schon länger nicht mehr.

    Allein schon habe ich keine Lust, einer US-Firma so viele Daten über mich und meine nicht nur digitalen Beziehungen zu liefern. Ich habe auch kein Smartphone, sondern nur ein Uralthandy, das nur telefonieren und nicht spionieren kann. Alexaquatsch oder Smarthometechnik ist für mich auch inakzeptabel, solange hier nicht alle Daten im Haus bzw. in der Wohnung bleiben. Daten in der Cloud zu speichern, muss auch gar nicht sein. Externe Platten und USB-Sticks tuens auch. Ich habe auch keine Lust bei Amazon einzukaufen oder Paypal zu benutzen. Mikrosoft und Apple sind bei mir seit 10 Jahren tabu, um damit ins Internet zu gehen. Das mache ich grundsätzlich nur noch mit Linux. Was ich hier bei Scilogs und anderswo absichtlich öffentlich mache, ist im wesentlichen hoffentlich das einzige, was über mich an digitalen Spuren anfällt.

    Ich hab keine Ahnung, an wen die großen Datensammler die umfangreichen Dossiers über ihre Nutzer weiterverkaufen, und niemand schaut denen dabei auf die Finger. Allein von da her hätte ich auch ein großes Interesse an Plattformen, die von vorn herein überhaupt keine Daten sammeln. Diese neue Datencloud made in Europe, die jetzt aufgebaut werden soll, ist vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung.

    Ich nutze zur Kommunikation ganz bewusst nur Telefon, Email und die von mir betreuten eigenen Webseiten, und jeder weiß, dass er mich über Facebook und Whattsapp nicht erreichen kann. Jede kommerzielle Plattform, die womöglich in Zukunft von Facebook aufgekauft werden könnte, kommt für mich nicht in Frage, weil die gesammelten Daten dann doch bei Facebook landen, und gegen mich verwendet werden können.

    Wenn ich einfach mal spekuliere, welche Geschäftsmodelle sich den großen Datensammlern eröffnen, dann gruselts mir. Man kann die detaillierten Datensätze der eigenen Nutzer ja nicht nur an Werbetreibende verkaufen. Auch Geheimdienste aller Art haben reichlich Geld in der Kasse, mit dem Sie Datensätze bei den Datensammlern kaufen können. In den funktionierenden Demokratien kann man schon Geschäfte damit machen, aber Autoritäre Staatsformen sind bei weitem die besten potenziellen Kunden überhaupt in diesem Geschäft mit den Daten der eigenen Nutzer. Autoritäre Regierungen können zig Milliarden dafür springen lassen, um an die Datensätze ihrer Untertanen dran zu kommen.

    Dass Facebook Tendenzen zur Zerlegung Europas und zur Zerlegung der europäischen Demokratien fördert, passt da genau ins Bild. Dies wäre mit Blick auf zukünftige Geschäfte mit zukünftigen autoritären Regierungen eine lohnende Investition gerade für US-amerikanische Konzerne, die zuhause mit den Folgen solcher Entwicklungen weniger zu tun hätten.

  26. @Dr. Webbaer
    Ich halte die Interpretation die Michael in Ihre Aussage gesteckt hat durchaus für legitim. Und nicht nur weil ich das auch so gelesen habe 😉
    Mich würde interessieren woher deine Definition von Identität kommt. Jünger, Schmitt, irgendwer anderes? Sayyid Qutb hat ja auch eine 😉 Und der N. XD Höcke hat ja auch eine. Ist das was er an völkischer Ideologie vertritt sinnvoll? Der ist ja auch identitär…

  27. @Michael paßt Dir mein Beitrag nicht oder ist er unter Spam gelandet? Oder ist das einfach der “Schlagzahl” beim Moderieren geschuldet? ^^ 🙂

    • Oh, das ist einfach, lieber @Uli Schoppe. Gerade auch Sonntags lungere ich nicht nur im Netz herum, sondern nehme mir Zeit für die Familie, Sport und Bildung. Meine Zusage für Freischaltungen beläuft sich auf ein bis zwei Tage.

  28. @ Herr Schoppe

    Wenn irgendwelche Modewörter / modische Konzepte hochkommen, Populismus (vs. Elit(ar)ismus), pol. rechts böse (vs. pol. links gut), Nationalismus (vs. Internationalismus), Egalitarismus (vs. Identitarismus), Gleichheit aller (vs. Spezialität des jeden Einzelnen) zum Beispiel, versucht Dr. Webbaer ein wenig einzuordnen und für Ausgleich zu werben, was ihm leicht fällt und nicht von anderen abgehört ist, durchaus im Sinne des Yin und Yang.

    Dr. Webbaer ist als Feindbild schlecht geeignet, gleich aus verschiedenen Gründen, der darf und vor allem : kann das,
    mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    • Vielen Dank für den Link, @Joachim Steigber! Tatsächlich kenne ich Thomas Klie von einer gelungenen Zusammenarbeit aus der Vergangenheit – und finde das „SoNaTe“-Projekt außerordentlich interessant! Da werde ich gerne dranbleiben! 🤗👍🙏

  29. @ Dr Webbär

    Der Staat Israel nimmt unter allen Staaten eine Sonderstellung ein. Wenn es einen Staat gibt, der ein Recht, gar die Pflicht hat, sich als ethnischen Nationalstaat zu definieren (Sie dürfen das „identitär“ nennen, auch wenn mir das nicht behagt, weil es dem „Identitarismus“ eine Legitimität zuspricht, die mir nicht gefällt), dann ist es Israel. Weil Juden als Ethnie definiert und verfolgt werden, ob sie sich selber so definieren wollen oder nicht. Also muß es zumindest einen Ort geben, zu dem sie fliehen können, nicht als Juden verfolgt werden.

    Daß Netanjahu ein Rechtspopulist sein mag, den man auf einer Stufe mit Trump nennen kann, ändert daran nichts.

  30. Ich versuche mal eine These. Mal sehen, ob ich meiner Meinung bleibe.

    Die Grossen Sozialen Netzwerke sind eigentlich so etwas wie Nachrichtenprovider. Von Privatpersonen (wie mich), öffentlichen Personen (wie ungewollt inzwischen Herr Blume, ursprünglich mal „privat hier“), Institutionen (WerteUnion, „Der Oberbürgermeister von Wesel“, „@RegSprech“) und Nachrichtendiensten (ARD, RTL, SPIEGELonline, Netzpolitik.org, und aber eben auch Breitbart).

    So, wie sagen wir ein Kabelfernsehanbieter in den USA verpflichtet ist, FOXNEWS an die Haushalte weiterzuleiten, so ist im Grunde auch Facebook verpflichtet, BREITBART einen Kanal einzurichten, solange sie nicht durch öffentliche Institutionen wiederholt und einklagbar festgestellt sich als Hetz- und Fakenewsschleudern erwiesen haben. (Lies! z.B. kriegt keinen Account mehr.)

    Problematisch wird es erst dann, wenn aus Geschäftsgründen Algorithmen mich dahin leiten wollen, wohin ich gar nicht will. Wie in meinem Beispiel oben: Ich suche Hitler-Verulkungen und bekomme übelste Nazi-Rock-Videos angeboten. Problematisch wäre nicht, daß dieser Dreck dort gehortet wird (bzw. eine andere Diskussion), sondern daß ich da hin geleitet wurde, obwohl ich das nicht wollte.

    Was aus deren Sicht ja sinnvoll sein kann: Zeigt sich, daß ich affin bin für Verschwörungsgeschwurbel, können die sich ausrechnen, daß ich demnächst sehr viel Zeit auf YouTube verbringen werde … für sie auch Werbezeit.

    Ansonsten sehe ich das Dilemma: Wer entscheidet, was ein verbannungswürdiger Account ist, und was nicht? Wo zieht man die Grenze, und wie können sich Betroffene dagegen wehren? Erst die NPD-News oder schon die AfD? Politically Incorrect, Junge Freiheit, Tichys Einblick, BILD?

  31. @ Rinaldo K.
    02.11.2019, 17:44 Uhr

    …bis es hiesige Institutionen geschafft haben, mindestens eine eigene und universellere Plattform zu etablieren. Ich favorisiere da ebenfalls eine Gebühren finanzierte Lösung. So eine gemeinsame Plattform könnten Unternehmen übergreifend hiesige Telekommunikations-Unternehmen mit Stamm-Sitz in der EU bereitstellen.

    Habe ich auch schon überlegt. Öffentlich-rechtlich finanzierte Soziale Netzwerke.

    Nur zerschlägt das nicht Facebook & Co. Und schon jetzt haben sich viele Fernsehzuschauer abgekoppelt vom öffentlich-rechtlichen Programm und schauen ausschließlich oder beinahe nur noch das von Harald Schmidt als solches geschmähte „Unterschichtenfernsehen“. Öffentlich-rechtliche Soziale Medien aber kommen zu spät, haben durchaus nicht so viel Geld wie Facebook und sind vor allem erfahrungsgemäß auch zu träge, zu bürokratisch, frisch und flexibel auf neue Trends zu reagieren. Die öffentlich-rechtlichen Möchtegern-Influencer kriegen bei YouTube so gut wie kein Bein auf den Boden (von CSYou gar nicht … ach, ich wollte ja nicht mehr spotten :p).

    Trotzdem finde ich bedenklich und auch rechtlich nicht o.k., daß die Öffentlich-Rechtlichen beinahe ausschließlich Kommerzplattformen bespielen, also: sponsoren. Mir ist klar, daß sie da hin gehen müssen, wo die Leute sind. Ich aber bin da nicht, zahle gleichwohl Gebühren, aber die Einzigen, die mich während meines kurzen Gastspiels auf GNUSocial bespaßt haben (ein freies Twitter), war der DLF. (Und daß einige es wagen, Podcasts immer noch ausschließlich im proprietären Format .mp3 anzubieten, ist eine Frechheit, die bei der Gelegenheit nicht unerwähnt bleiben braucht.)

  32. @Michael
    Das hab ich mit “Schlagzahl” gemeint, wie man an der Uhrzeit sieht dominiert Sonntags auch nicht das Internet mein Leben 😉 Ich habe nur gedacht frag mal!

    @Webbaer bitte nicht Herr Schoppe, wir haben keine Herren mehr in D 😉
    Ich wollte eigentlich wissen wie Du den Begriff Identität verwendest, wie das der H aus T tut ist mir klar. Wie der das tut ist ja eigentlich nicht tragbar…
    Was Michael mit seinem Rückzug tut ist ja imho auch nichts anderes als seine Identität wahren. Er beruft sich dabei aber nicht auf irgendwelche seltsamen unhaltbaren Mythen wie “Das Volk” (“Das Volk” ersetzt bei den Identitären ja nur den Begriff “Die Rasse”, ansonsten hatten wir das alles schon mal ^^)

  33. Ach ja,

    @ Michael Blume
    03.11.2019, 10:01 Uhr

    die Twitter-Tiraden von Donald Trump

    unterliegen eigener Rechtsprechung. Der darf twittern, was er will, jede Netiquette untergraben, jeden rassistischen Dreck absondern, jede Volksverhetzung, wenn er denn will. Weil er als Präsident eine superöffentliche Person ist; jeder hat das Recht, informiert zu werden, was der so denkt.

    Das war zumindest die Twitter-Begründung, aber ich meine, das ist richterlich bestätigt. Twitter muß alles von dem durchlassen. Trump fällt aus der Diskussion raus.

    • Das mag sein, @Alubehüteter. Aber die Diskussion drehte sich ja auch eigentlich gar nicht um einzelne Politiker, sondern um „soziale Medien“ wie Twitter.

      Es freut mich sehr, mit dem Blogpost einige Gedankenanstöße gegeben zu haben. Und nun wartet wieder eine echte Woche auf uns. Hat jemand Wünsche für kommende Themen? 🤗📚👍 🚀

  34. @ Michael Blume

    Bei YouTube will ich derzeit bleiben, hat doch der Konzern zuletzt Zehntausende Hass-Videos und -Accounts gelöscht.

    Keine Ahnung, was die da gelöscht haben wollen. Gerade mal überflogen. Nazi-Rock, Ernst Zündl, Ursula Haverbeck, Joseph Goebbels, alles noch da, was mein Herz nicht begehrt. Und das wäre ja nun das Offensichtlichste.

  35. Ich würde wie gesagt gerne wissen warum RT Kritik antisemitisch ist und nicht nur bescheuert 🙂 Und ich würde das MAHAG aussen vor lassen, das ist nur eine kleine Gruppe Gestörter ^^
    @All Nö, ich halte die RT nicht für wiederlegt 😉

    Oder warum wird soldatischer Heroismus wieder atraktiv? Das hängt ja schnell wieder an völkischem/rassischem Denken. Ich hab das seid 30 Jahren für tot gehalten…

  36. Im Web soll gelernt werden, von seinen Anwendern, wie mit ihm umzugehen ist.
    Indem selektiv Nachricht entgegengenommen wird, Hass (vs. den Hatern, den am besten nicht, denn die saugen sich nur voll sozusagen, wenn sie auf Reaktion stoßen – und die Hater zu hassen macht den Gehassten zum Hassenden) ist entgegen zu treten, aber Hass ist eine Emotion und nicht per se schlecht, wie Liebe nicht per se gut ist.
    Emotionen dürfen generell gerne privatim, zu Hause bleiben.

    Dr. Webbaer reagiert ja auch nicht auf alles, was er so liest, und so sollte es sein, eine gewisse Indolenz, ein dickes Fell sozusagen, hilft und ist wohl angeraten im Web und insbes. für Publizisten, für Primär-Publizisten sozusagen.

    Diese Social Media Plattformen sind gefährlich, wenn sie anfangen Meinungen zu lenken und sie leiden generell am Proprietären, das sie immer dazu anleiten könnte, zumal sie gelegentlich so eine Art Monopol haben; es könnte Sinn machen, dass Staaten derartige Plattformen bereit stellen, allerdings, vgl. bspw. mit dem bundesdeutschen “Kampf gegen Rechts” (Wie würde bspw. in der BRD bei einem “Kampf gegen Links” bspw. in einem “Visegrád-Staat” gegreint, gejault und laut geklagt werden?), besteht auch dann die Gefahr, dass die demokratische Mehrheit Minorität angreift, minoritäre Meinung ist gemeint.

    Was ginge, wären verteilte Social Media-Anwendungen mit bestimmten (begrenzten) Administrationsrechten, wobei die Administratoren rechtlich greifbar sein dürfen bis müssen, die Anwendung, die Gesamtanwendung, selbst aber nicht an Staatlichkeit gebunden ist, also nicht so greifbar.
    Diese Anwendung wäre am besten von einer Community im Web weiter zu entwickeln, nach ihrer Entwicklung und Bereitstellung durch diese Community, bei freier Einsicht in den Code und frei bleibender Einsicht.
    Allerdings ist bei der Weiterentwicklung wiederum das pers. und auch pol. Interesse der Entwickler zu beachten, also ganz so einfach ist es nicht.

    HTH (“Hope this helps”)
    Dr. Webbaer

  37. Hierzu kurz :

    Der Staat Israel nimmt unter allen Staaten eine Sonderstellung ein. Wenn es einen Staat gibt, der ein Recht, gar die Pflicht hat, sich als ethnischen Nationalstaat zu definieren (Sie dürfen das „identitär“ nennen, auch wenn mir das nicht behagt, weil es dem „Identitarismus“ eine Legitimität zuspricht, die mir nicht gefällt), dann ist es Israel. Weil Juden als Ethnie definiert und verfolgt werden, ob sie sich selber so definieren wollen oder nicht. Also muß es zumindest einen Ort geben, zu dem sie fliehen können, nicht als Juden verfolgt werden. [Kommentatorenfreund ‘Alubehüteter’]

    Kann so gesehen werden, allerdings wäre dann in der Folge zu unterscheiden, wer das behauptete Recht hat und wer nicht?
    Wie stets bspw. mit den Armeniern, den Kurden oder unseren uigurischen (im uigurischen autonomen Gebiet Xinjiang) Freunden? Oder den slawischen Völkern, die ja auch mal, nicht nur vom “Führer” übrigens, das “Dritte Reich” ist gemeint, stark bedrängt worden sind?

    Antworten auf diese Fragen, letztlich auch den Identitarismus betreffend, können nur vollständig oder global sein.
    Dr. Webbaer rät an allen Völkern das Recht zuzusprechen in gewissem Umfang, also nicht gegen andere gerichtet, identitär staatsgründend zu sein, das sog. Selbstbestimmungsrecht der Völker ist gemeint.
    Und Dr. Webbaer lebte mal in einem Zweivölkerstaat, der einstmals ein Dreivölkerstaat war, in dem sich, völkisch sozusagen, getrennt worden ist vor ca. 25 Jahren und vermutet, dass Vielvölkerstaaten, auch sog. Imperien nicht so stabil sind wie identitär gebildete Staaten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  38. @Uli Schoppe 04.11.2019, 01:08 Uhr

    Ich würde wie gesagt gerne wissen warum RT Kritik antisemitisch ist und nicht nur bescheuert 🙂 Und ich würde das MAHAG aussen vor lassen, das ist nur eine kleine Gruppe Gestörter ^^

    Wer sagt denn, daß RT-Kritik antisemitisch sei? Auch in dem Artikel von Herrn Pössel vor knapp 2 Jahren wurde dies nicht pauschal so gesagt. Diese Aussage, daß RT-Kritik generell antisemitisch sei, wurde im Artikel und der nachfolgenden Diskussion verneint.

    Das Forum von MAHAG ist wohl ein Platz, wo Kritiker und Befürworter der RT diskutieren.

    Ich würde wie gesagt gerne wissen warum RT Kritik antisemitisch ist und nicht nur bescheuert 🙂 Und ich würde das MAHAG aussen vor lassen, das ist nur eine kleine Gruppe Gestörter ^^

    Oder warum wird soldatischer Heroismus wieder atraktiv? Das hängt ja schnell wieder an völkischem/rassischem Denken. Ich hab das seid 30 Jahren für tot gehalten…

    Ist damit der Film “Der Soldat Ryan” dann rassistisch/völkisch? Auch universalistische Ideologien wie der Kommunismus haben ihren Heldenepos.

    Gruss
    Rudi Knoth

  39. Kritik an der Relativitätstheorie, die allerdings sozusagen im Raum schwirrte bevor Albert Einstein sie dingfest gemacht, relativ dingfest gemacht hat, steht im Verdacht antisemitisch zu sein, vgl. mit :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Physik

    -> https://www.amazon.de/Hundert-Autoren-gegen-Einstein-Originalausgabe/dp/3226005375

    Wobei einige seiner Kritiker auch Juden waren, was aber nicht beweist, dass sie nicht antisemitisch grundiert ist, gelegentlich, es gibt ja auch sog. jüdischen Selbsthass, aber auch nicht andersherum beweist.
    Seinerzeit war Kritik an der RT teils antisemitisch grundiert.

    Der Schreiber dieser Zeilen hat hier ein gewisses Interesse, im Sinne der Antisemitismus-Forschung sozusagen, entwickelt und sich mit zeitgenössischen RT-Kritikern auseinandergesetzt.
    Die waren alle im Grundsatz “ganz OK”.
    Andererseits kann “Hanlon’s Razor” hier auch nicht anlegend genügen, denn da gibt es schon einige, die mit Relativität grundsätzliche Probleme haben.

    Deren Ursachen wohl in der Mentalität zu suchen sind, antijüdische (vs. antisemitische) Ursachen in der einzelnen Person haben könnten.

    Es bringt wohl nichts sich hier festzubeißen, auch Kritik von Leutz wie Augstein jun. und Günter Grass an Israel und an Juden, ist wohl entgegen Meinung aus dem Hause Broder nicht antisemitisch.
    Bei Günter Grass würde sich der Schreiber dieser Zeilen sozusagen persönlich verwenden, dass der kein Antisemit war.

    Es darf mit Rassismus- und Antisemitismus-Vorwürfen sparsam umgegangen werden, wenn vorgetragen sind sie substantiiert vorzutragen, auf keinen Fall, wie Dr. Webbaer findet, mit Emotion verbunden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der nicht vergessen möchte dem hiesigen werten Inhaltegeber für seine Toleranz, das Feedback meinend, zu danken)

  40. PS:
    Antijüdisch vs. antisemitisch ist so gemeint, dass einige Juden, der unbestimmte Artikel ist genutzt worden, der sog. Nullartikel, “nicht so” mögen.
    Was aber nicht auf einen Ismus hindeuten muss, auf ein dann abzulehnendes Lehrsystem.
    Bspw. hat sich der Schreiber dieser Zeilen in Frankreich und Griechenland nie wohl gefühlt, Mentalität meinend, keineswegs einen X-Ismus.
    Es gibt Mentalität, die lokal gebunden ist, die Abkunft meinend, auch im Lokalen, bspw. sog. Bauernschaften meinend, die sich teils klar unterscheidet.

  41. @Dr. Webbaer 04.11.2019, 09:06 Uhr

    Wobei einige seiner Kritiker auch Juden waren, was aber nicht beweist, dass sie nicht antisemitisch grundiert ist, gelegentlich, es gibt ja auch sog. jüdischen Selbsthass, aber auch nicht andersherum beweist.
    Seinerzeit war Kritik an der RT teils antisemitisch grundiert.

    Ich würde Ihnen erstmal empfehlen, den Artikel von Markus Pössel auf scilogs/relativ-einfach zu lesen. Ihre Links beziehen sich auf die Zeit vor 1945, während es in seinem Artikel und auch der nachfolgenden Diskussion spätere “Kritiker” behandelt.

    Andererseits kann “Hanlon’s Razor” hier auch nicht anlegend genügen, denn da gibt es schon einige, die mit Relativität grundsätzliche Probleme haben.

    Deren Ursachen wohl in der Mentalität zu suchen sind, antijüdische (vs. antisemitische) Ursachen in der einzelnen Person haben könnten.

    Die grundsätzlichen Probleme sind mitd dem Begriff “gesunder Menschenverstand” zu verstehen. Wenn Sie im Zug oder Flugzeug eine längere Strecke zurücklegen, wird auf Ihrer Uhr dieselbe Zeitdifferenz angezeigt wie für die Uhren an Start und Ziel. Nach der RT soll Ihe Uhr abewr eine kürzere Zeit anzeigen. Oder meinen Sie mit “Relativität” eine “philosophische” oder “kulturelle” Relativität. Dies ist aber in der RT nicht vorhanden.

    Gruss
    Rudi Knoth

  42. Dr. Webbaer hat das von Herrn Dr. Pössel gelesen, gemeint war insbesondere auch philosophisch gehaltene Kritik am Relativismus, wobei Dr. W selbst Konstruktivist ist, Herr Knoth.
    ‘Relativität’ ist eben nicht intuitiv, wobei hier aus diesseitiger Sicht keine besondere Unterscheidung im Physikalischen und im Sozialen gemacht werden muss, denn das Ringen um Erkenntnis, im Sozialen ist nicht absolut, so dass sich hier ein indirekter Verbund ergibt.

    “Hanlon’s Razor” genügt hier nicht, hier sind Mentalitäten gemeint.
    Nix mit “gesunder Menschenverstand”. [1]

    Mit freundlichen Grüßen und schönen Wochenanfang
    Dr. Webbaer

    [1]
    Der gesunde Menschenverstand ist im Sinne der Aufklärung, auch das Sapere Aude meinend, nur zu begrüßen, Vergleiche mit dem gesunden Volksempfinden verbieten sich streng, aber die Relativität bedingt sozusagen ungesunden Menschenverstand, der bei Bären oft vorhanden ist und hoffentlich beim Re-Feedback-Gebenden ebenfalls.

  43. Dr. Webbaer schrieb (03.11.2019, 08:39 Uhr):
    > ‘Zensur’ liegt vor, wenn Meinung abgeschnitten wird,

    Konkret wodurch bzw. “ab wann” wäre denn “Meinung abgeschnitten”

    – (schon) dadurch, dass eine gegenteilige Meinung ggf. privat gedacht würde ?

    – oder (erst) dadurch, dass eine gegenteilige Meinung öffentlich geäußert würde ?

    – oder (erst) dadurch, dass im Zusammenhang mit der betreffenden “abgeschnittenen Meinung” (z.B. in deren nachstehenden Kommentaren) darauf hingewiesen würde, dass und wo ggf. gegenteilige Meinung(en) öffentlich geäußert wurde(n) bzw. noch werden könnte(n) ?

    – oder (erst) dadurch, dass im Zusammenhang mit der betreffenden “abgeschnittenen Meinung” (z.B. in Form nachstehender Kommentare) die konkrete Möglichkeit bereitgestellt würde, ggf. gegenteilige Meinung(en) öffentlich und auffindbar zu äußern ?

    – oder (erst) dadurch, dass von den ggf. öffentlich geäußerten gegenteiligen Meinungen gar nicht darauf hingewiesen wurde, dass bzw. ob und wo die betreffende “abgeschnittene Meinung” überhaupt schon öffentlich geäußert worden wäre ?

    – oder (erst) dadurch, dass die ggf. öffentlich geäußerte gegenteilige Meinung insbesondere darin besteht, eventuelle öffentliche Äußerungen der betreffenden “abgeschnittenen Meinung” hätten gar keinen Anspruch auf Verwirklichung entsprechend dem [[(Verfassungs-)Prinzip der Praktischen Konkordanz]]?

    > Papier-Zeitungen können aus Platzgründen nur eingereichte Leser-Meinung abschneiden

    Sicherlich hat jemand, der (mindestens) eine Meinung hat und diese äußern möchte, nicht unbedingt selbst auch die Ressourcen, um auch für jede denkbare gegenteilige (oder gar nur ergänzende) Meinung die konkrete Möglichkeit bereitzustellen, solche ggf. öffentlich und auffindbar zu äußern. Dafür ließen sich stattdessen entsprechende öffentliche Mittel einsetzen; insbesondere ein angemessener Anteil unseres [[Beitrags für kommunikative Teilhabe]].

    p.s. — Fallbeispiel:

    Widerspruch zur von Joachim Schulz zum Ausdruck gebrachten Meinung, meine nachstehende Meinung zu seinem SciLog-Beitrag “Von Bellschen und Rindlerschen Lokomotiven” (29. Okt 2019) solle nicht öffentlich auffindbar geäußert werden

    Joachim schrieb (29. Okt 2019):
    > Wenn durch einen Bahnhof […] ein Zug […] durchfährt, so dass Zugspitze und Zugende gleichzeitig auf Höhe von Ende und Anfang des Bahnsteigs sind, dann […]

    Gemeint ist damit sicherlich nicht, dass die beiden wesentlichen Passage-Ereignisse insgesamt einander gleichzeitig wären; also nicht, dass das gesamte Treffen/Passieren von Zugspitze und Bahnsteigende einerseits, sowie das gesamte Treffen/Passieren von Zugende und Bahnsteiganfang andererseits, gleichzeitig gewesen wären.

    Gemeint ist sicherlich auch nicht, dass der Ereignisanteil (die Anzeige) der Zugspitze beim Passieren des Bahnsteigendes und der Ereignisanteil (die Anzeige) des Zugendes beim Passieren des Bahnsteiganfangs gleichzeitig gewesen wären.

    Sondern gemeint ist sicherlich stattdessen, dass der Ereignisanteil (die Anzeige) des Bahnsteigendes beim Passieren der Zugspitze und der Ereignisanteil (die Anzeige) des Bahnsteiganfangs beim Passieren des Zugendes gleichzeitig gewesen sind.

  44. Was haben Sie in Ihrem Alter ueberhaupt auf Instagram zu suchen gehabt? Das ist ein Medium fuer spaet-pubertierende Narzissten.

    • Oh, das ist für mich eine Frage der Grundhaltung, @Lars: Soweit möglich, erfahre immer gerne auch praktisch, worüber ich spreche. Daher schätze ich „teilnehmende Beobachtung“ sowie deren Reflexion insbesondere in religiösen, politischen und medialen Kontexten als wichtigen Erkenntnisweg.

  45. @ Herr Dr. Frank Wappler :

    Vgl. mit :

    -> https://www.etymonline.com/word/censor

    Zensur liegt vor, wenn eine zur Äußerung eingereichte Meinung “abgeschnitten” wird, nicht zur Äußerung gelangt oder diese Äußerung nicht permanent bleibt nachdem sie persistiert worden ist, angeschlagen worden ist irgendwo, sozusagen.
    Zensur ist nicht per se schlecht, das Recht gebietet verbrecherische Meinung abzuschneiden, in jedem Gesellschaftssystem, wobei sich natürlich das Recht die Freiheit der individuellen Meinungsäußerung meinend unterscheidet.
    In sog. Liberalen Demokratien geht es nicht 1.) zur Gewalt aufzurufen, denn dafür hat der Staat das Monopol 2.) mit Meinung Panik auszulösen, der “Klassiker” hier der (falsche) Ausruf “Bombe gefunden!” im voll besetzten Theater 3.) bestimmte Pornographie zu verbreiten.
    Zudem gibt es Inhalteeinheiten mit bestimmten administrativen Rechten in denen die Veröffentlichung von eingereichter Meinung sozusagen einem Privileg entspricht.

    Es kann über das Wesen der Zensur sozusagen unendlich lange nachgedacht werden, nice Try, ein schönes Beispiel wie neben etymologischer Einschätzung auch modische politische sozusagen einen Begriff weich hält, auch wenn der sozusagen extra-zentral ist für liberale Demokratien.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  46. @Webbaer Oh Mann, Deine Meinung wird nicht abgeschnitten, Du kannst Sie an jeder anderen Stelle wieder äußern.

  47. Wer sagt denn, daß RT-Kritik antisemitisch sei?

    @Rudi Guck Dir den Müll an den Y. und andere ins Forum kesseln.

  48. Dr. Webbaer schrieb (04.11.2019, 17:12 Uhr):
    > Zensur liegt vor, wenn eine zur Äußerung eingereichte Meinung “abgeschnitten” wird, nicht zur Äußerung gelangt oder diese Äußerung nicht permanent bleibt nachdem sie persistiert worden ist, […]

    Es geht demnach offenbar eher um die Äußerungen von Meinungen (und dass diese verhindert, unterbunden bzw. entfernt würden; anstatt ermöglicht, gefördert bzw. verbreitet zu werden), als um die jeweiligen Meinungen an sich.

    > […] Inhalteeinheiten mit bestimmten administrativen Rechten in denen die Veröffentlichung von eingereichter Meinung sozusagen einem Privileg entspricht.

    An dem, was sozusagen einem Privileg entspricht, können Ambitionen derjenigen reifen, die sich diesbezüglich für (vorerst) sozusagen disprivilegiert halten.

    Ein Ausgleich zwischen dem Beharren auf medialen Privilegien und der (wahlweisen) Verwirklichung von disprivilegierten Äußerungen läge z.B. darin, dass eingereichte Meinungen, denen das Privileg jeweils nicht zuteil würde, in einer Inhalteeinheit veröffentlicht zu werden, in der veröffentlicht zu werden sozusagen einem Privileg entspricht, als “dort abgewiesen” dokumentiert und (derart entwertet dennoch) (wahlweise) von dort aus auffindbar veröffentlicht werden.

    p.s.
    > Zensur ist nicht per se schlecht […]
    > In sog. Liberalen Demokratien geht es nicht 1.) zur Gewalt aufzurufen, denn dafür hat der Staat das Monopol

    Dass ein Staat das Monopol dafür hat, Gewalt auszuüben, schließt nicht unbedingt ein, dass dieser Staat auch das Monopol dafür hätte, sich ggf. zur Ausübung von bestimmten Gewaltakten aufzurufen.

    > 2.) mit Meinung Panik auszulösen, der “Klassiker” hier der (falsche) Ausruf “Bombe gefunden!” im voll besetzten Theater

    Ob die Äußerung einer (womöglich in Panik gefassten) Meinung, die sich im Nachhinein als falsch bzw. unbegründet herausstellte, jeweils Panik verbreitete, oder nicht, lässt sich Versuch für Versuch erst im Anschluss an die jeweilige Äußerung ermitteln. Es könnte allerdings allein aufgrund der Erwartung (“auf bloßen Verdacht hin”) zensiert werden. Und ergänzend könnte mit Bestrafung gedroht werden, um Selbst-Zensur hinsichtlich derartiger Äußerungen zu fördern.

  49. Zum Thema noch mal, also “Zuck” ist nicht “rechtsdrehend” und gilt politisch Rechten als “linksdrehend”, er könnte liberal sein, macht persönlich nicht nur einen smarten, sondern auch netten Eindruck, wie einige finden.
    Dennoch muss “Zuck” auf politischen Druck Rücksicht nehmen, hat sich im Wirtschaftlichen wohl amoralisch zu verhalten, denn die Wirtschaft hat sozusagen kein politisches Mandat, sondern ein monetäres, muss sog. Mehrwert generieren.
    Die Entscheidung des werten hiesigen Inhaltegebers ist aus diesseitiger Sicht OK und nachvollziehbar, das Proprietäre und das oben genannte intrinsisch Amoralische eines Systems wie Facebook sind problematisch.
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der im Abgang noch kurz anrät politisch Rechte nicht zu hassen und nicht ohne besten Belegen sozusagen Rassismus et cetera zu unterstellen)

  50. @Uli Schoppe 04.11.2019, 21:34 Uhr

    In der Diskussion, an der ich teilnahm (über 3000 Kommentare) habe ich aber nichts mitbekommen.

    Gruss
    Rudi Knoth

  51. Ist das hier wirklich Kritik an FB und Co, oder ist es die Angst des klassischen Journalisten vor der freien Meinung und deren kostenloser Weitergabe?

    Klar ist, dass nichts im Internet kostenlos ist – irgendwer trägt die Kosten – meistens der Werbetreibende! Daher ist das Vorgehen von FB nicht verwerflich – niemand wird gezwungen dort zu sein und jeder kann mit seinen Daten umgehen wie er will!

    … und FB lässt sogar jeden rein – auch mit Ad-Blocker, während viele sog. klassische Medien inzwischen ihre Inhalte bei Nutzung eines Ad-Blockers sperren. Da ich aber eben Herr meiner Daten bin, sind solche Seiten für mich eben nicht mehr zugänglich.

    Machen Sie Ihr eigenes Ding – viel Erfolg dabei.

    • Lieben Dank, @Kritischdenkender, für Ihre Fragen. Die „Angst des klassischen Journalisten“ kann ich hier ausschließen, da ich a) weder Journalist war noch bin und b) hier als Blogger mit inzwischen Hunderten Blogposts und Zehntausenden Kommentaren ja selbst Inhalte und Meinungsbeiträge kostenlos weitergebe. Zudem liebe ich das Internet und nutze es täglich mannigfach.

      Mein Problem mit dem Geschäftsmodell von Facebook & Co. ist, dass es Ihre Aufmerksamkeit zum Produkt macht. Sie – bzw. Ihre Zeit, Aufmerksamkeit, Ihre bewussten und unbewussten Wahrnehmungen – werden an Werbetreibende verkauft. Und dafür müssen die Inhalte so optimiert werden, dass Sie immer wieder emotional angesprochen und „gefesselt“ werden. Am Besten gelingt dies in einer Kombination aus Inhalten, die Sie bestätigen (Filterblase, Likes etc.) und wenigen Aufregern (Filterclashes, Hate). Und das verändert Sie, mich und jede/n, der sich auf dieses Geschäftsmodell einlässt, mehr und mehr.

      Mein Plädoyer zielt also genau auf Ihren Namen: Denken Sie bitte kritisch – nicht nur in Bezug auf Politik oder Ernährung, sondern auch auf die Medien, mit denen Sie, ich, wir alle täglich Ihr Gehirn „füttern“ und verändern…

      Mit Dank für Ihr Interesse und herzlichen Grüßen!

  52. Hallo Herr Blume,

    vielen Dank für Ihren geistreichen Beitrag, den habe ich sehr gerne gelesen. Ich habe zwar noch meinen Facebook und Twitter Account aber nutze sie schon seit Jahren nicht mehr. Ähnlich lese ich auch keine lokale Presse, es ist einfach wenig unterhaltsam und informativ und die Streiterei auf Twitter und Facebook ist wenig konstruktiv. Meiner Meinung nach könnten diese Menschen ihre Energie lieber einmal in Projekte investieren, mit denen sie versuchen etwas zu verändern, anstatt sich den ganzen Tag zu beharken.

    Gruß

    • Vielen Dank für Ihre Anregungen, @jaki01 und @Erwin. Tatsächlich kann ich mir in naher Zukunft vorstellen, neue, nicht werbefinanzierte Plattformen anzuschauen. Für die nächsten Monate aber möchte ich erst einmal eine „Detox“-Pause von digitalen Erregungen einlegen, zumal ich die positiven Effekte davon schon spüre. 🙂

      Ihnen Dank und herzliche Grüße!

  53. Wie wäre es damit, einmal etwas Neues, steemit.com, eine (STEEM)blockchain- und OpenSource basierte dezentrale, zensurfreie* Social Media-Plattform zu testen, auf der Artikel, abhängig von Anzahl (und Votegewicht) der auf sie entfallenden Upvotes anderer User, mit der Kryptowährung STEEM entlohnt werden?

    Auch dort verlaufen Diskussionen nicht immer reibungsfrei – und wie sich das Ganze entwickeln wird, werden wir abwarten müssen – aber wenn ich mir z. B. die Diskussion unter meinem vor einiger Zeit veröffentlichten Klimawandel-Artikel ansehe, neige ich durchaus dazu, sie im Großen und Ganzen als “zivilisiert” bis “anregend-interessant” einzustufen:
    https://steemit.com/klimawandel/@jaki01/klimawandel-fleischkonsum-und-die-ernaehrung-der-zukunft

    * Es gibt keine zentrale Instanz, allerdings kann die Gemeinschaft demokratisch mittels ‘Downvotes’ dafür sorgen, dass Posts weder zu Rewards für ihre Autoren führen noch überhaupt angezeigt werden, es sei denn ein Blog-Besucher öffnet sie ganz bewusst.

  54. Guten Tag, Herr Blume

    Mir gingen vor einiger Zeit ganz ähnliche Gedanken durch den Kopf und verfasste dazu ebenfalls einen Artikel auf Facebook. Ich versuchte jedoch, meine Gedanken eher auf die Technik und deren Nutzung zu lenken.

    Ich war übrigens sehr überrascht, dass der Artikel von vielen so positiv wahrgenommen wurde und sie zum denken anregte.

    Hier nun der Artikel:

    Es ist mal wieder Zeit Fragen zu stellen

    Kam das Computerzeitalter zu früh und war deren Entwicklung zu schnell?

    Geht man in die Position des Beobachters und verfolgt die Art und Weise, wie heute mit der Technik umgegangen wird, bleibt eigentlich nur eine Antwort: “JA”!

    Man könnte über das Thema auch ein Buch schreiben mit dem Titel – Wie sich der Mensch mithilfe der Technik zurückentwickelte.

    Unsere Sprache hat sich verändert. Unsere Freizeit hat sich verändert. Der Orientierungssinn hat sich verändert. Unsere Interessen haben sich verändert. Unser Konsum hat sich verändert. Unsere Ziele haben sich verändert.

    Aus Banalitäten entstehen heute Diskusionsgruppen. Die Freizeit findet immer mehr hinter einem Bildschirm und nicht da draußen statt. Menschen kommen ohne Navi nicht mehr an ihr Ziel. Wir kaufen immer mehr Schrott, den wir eigentlich nicht brauchen, aber der irgendwie uns für eine kurze Zeit lang mehr Selbstwertgefühl schenkt. Unsere Ziele sind häufig nur noch ein Abklatsch von anderen, denen wir Kopflos nacheifern.

    Ich frage mich immer mehr, war das jetzt schon alles? Demnächst gibt es dann noch KI´s, die uns dabei helfen, die Schuhe zuzubinden und die Klospühlung zu betätigen. Alles für den Fortschritt, aber nichts mehr für unser Gehirn. Das lebt immer mehr in einer Art Schlummermodus, sozusagen auf Standby, falls doch mal die Technik spinnt. Und immer, wenn es wieder so weit ist, stellen wir fest, wie wenig wir noch etwas mit uns anfangen können, wenn nicht irgendwo ein Lämpchen blinkt. Bin das noch ich? Was will ich eigentlich? Wo ist unser Weg geblieben?

    Als das Internet damals an den Start ging, hatte ich mir die Zukunft ganz anders vorgestellt. Das Internet würde Bibliotheken ablösen und das ganze Wissen der Menschheit stände jedem zur Verfügung. Wir alle würden immer schlauer werden und müssten nicht mehr in Fachhochschulen oder Uni´s rennen. Dank unseres Wissens würden wir alle schneller richtig handeln und die Welt zu einem besseren Ort machen. Hunger und Armut wären Geschichte. 8 Stunden irgendwo für Geld einen Sinnlosen oder Unerfüllten Beruf oder Job ausüben auch. Stattdessen wären wir alle voll motiviert, würden an uns arbeiten, uns verbessern und das Leben wertvoll machen für alle. Was eine schöne Vorstellung.

    Doch es kam ganz anders. Wirtschaftszweige entdeckten neue Möglichkeiten, wie sie die Menschen in neue Abhängigkeiten führen konnten. Computerspieleindustrien fingen die Menschen in virtuellen Räumen und ließen Sie nicht mehr los. Soziale Netzwerke entstanden und brachten die Menschen näher zusammen, welche sich jedoch Zeitgleich immer weiter voneinander entfernten. Noch nie in meinem ganzen Leben fühlte ich mich so weit von der Realität entfernt wie heute. Warum ist das so? Waren wir einfach noch nicht bereit? War zu viel Egoismus und Gier noch in uns, dass wir aus allem ständig weiter einen Wettbewerb machen mussten? Worin besteht noch ein Ziel, wenn alles nur der Ausbeutung des anderen dient? Wozu sammeln wir überhaupt tausende Onlinefreunde, wenn wir doch eh mit ihnen kaum wirklich in kontakt treten? War Freundschaft nicht mal etwas anderes?

    Wir denken nicht mehr nach, was wir tun. Wir tun es einfach, weil es alle tun. Wir spielen den Wutbürger, der sich über alles empören kann und wissen häufig doch nichts. Wir wissen oft nicht mal warum. Liegt es daran, weil wir sonst keine Ziele mehr für uns erkennen, die noch irgend eine Bedeutung hätte? Wo ist der Wille, wo die Begeisterung, wo die Neugier? Und wo ist der Sinn von allem, wenn es uns doch nicht weiter voran bringt oder unsere Welt besser macht? Leben wir alle nur noch, um auf unseren Grabstein stehen zu haben, “er war ein guter Kunde und toller Durchschnittsbürger”?

    Ja, die Computerwende war unserer Evolution zu weit voraus. Wir hatten sie einfach noch nicht verdient. Der Mensch ist sich fremder denn je geworden und hat dabei das wichtigste aus den Augen verloren – sein inneres Kind, welches noch Träume und Hoffnungen hatte.

    • Vielen Dank für den interessanten Text, @G. Jandke! Diesen habe ich nicht nur mit Interesse gelesen, sondern werde mir gerne noch einmal extra-Zeit dafür nehmen.

      Mit Dank für Ihre Gedanken!

  55. @Michael Blume,

    Michael Blume – 3. November 2019 @23:53
    Hat jemand Wünsche für kommende Themen?

    ich bemitleide ja niemanden, der sich nun – auch noch nach Öffenlichkeit heischend – über einen Ausstieg von facebook und instagram auslässt und das zu einer Ausführung über „Medienethik“ überhöht. Ist so, wie wenn man sich in vergangenen analogen Zeiten den Abgang vom wöchentlichen Stammtisch verträglich im Bekanntenkreis legitimieren wollte. Jede*r muss selbst wissen, was er sich aufbürden will und durchstehen kann.

    Aber zu den Wünschen für kommende Blogposts:

    Uli Schoppe – 4. November 2019 @01:08
    Ich würde wie gesagt gerne wissen warum RT Kritik antisemitisch ist und nicht nur bescheuert 🙂

    Da gehe ich mit. Es gibt – neben dem Blogpost von Markus Pössel – immer noch einige wenige Beiträge zu diesem Jahrhundertthema. Sie werden rarer. Aber die individuelle Betrachtung dieses Topic durch @Michael Blume würde mich tatsächlich zusätzlich interessieren.

    Ich würde mir – aus aktuellem Anlass – einen Blogpost zum „Kalergi-Plan“ vorstellen. Könnte intellektuell interessant sein.

    Unmittelbarer würde ich mir einen durchdachten Blogpost wünschen, der das Paket der deutschen Bundesregierung zur „Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität“ thematisiert:

    Prävention aber wird in nur einem von neun Punkten behandelt. […] Das ist frustrierend. Mit ihrem Maßnahmenpaket hätte die Bundesregierung eine Richtung vorgeben, den Kampf gegen rechtsextreme Gewalt und Hass ernsthaft zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe erklären können – und entsprechend Geld für Präventionsarbeit zur Verfügung stellen können. […] Doch ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Rechtsextremismus, in dem es nicht zuvorderst darum geht, all diese Menschen zu stärken und in die Verantwortung zu nehmen, damit sich rechter Hass nicht weiter ausbreiten kann, verdient diesen Namen nicht.

    An dieser Stelle – beispielhaft für die deutschsprachigen Länder – geht es um die Unterstützung der Zivilgesellschaft in der Neutralisierung von Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Da reicht blumige Huldigung von jungen konservativen Abgeordneten und Parteiorganisationen nicht mehr aus.

    Grüsse galileo2609

    • Vielen Dank für Ihre Anregungen und Anfragen, @galileo2609. Gerne werde ich versuchen, sie in Zukunft aufzugreifen.

      Erlauben Sie mir jedoch auch umgehend eine ernsthafte Frage zu Ihrem eigenen digitalen Aktivismus.

      Ihre Forderungen und „blumigen“ Anspielungen scheinen auf die Erwartung hinauszulaufen, der Staat solle die Bürgerinnen und Bürger durch eine Mischung aus Zwangs- und Bildungsmassnahmen umerziehen. Und dabei adressieren Sie nicht nur menschenfeindliche Einstellungen des Antisemitismus und Rassismus, sondern auch schon konservative Positionen.

      Meine ernsthafte Frage an Sie lautet, wie Sie sich einen solchen Erziehungsstaat vorstellen? Mit einer Art digitaler Inquisition und dem Verbot aller Parteien rechts von der SPD (insofern diese Thilo Sarrazin ausgeschlossen hat)?

      Ja, wir wissen: Digitaler Aktivismus zeichnet sich vor allem durch das Pflegen von Feindbildern, selten durch konstruktive Vorschläge aus. Aber lassen Sie uns doch gerne mal an Ihren Vorstellungen für zukünftige Staatlichkeit teilhaben!

  56. Man muss feststellen, dass Facebook Rechtsextreme, wie die AfD und ihre Anhänger, schützt.
    Ich habe gerade auch meinen FB-Account gelöscht.

  57. Sehr gute und längst überfällige Entscheidung, Herr Blume!

    Zwei Anmerkungen eines No-name-Bürgers, der medial faktisch nicht existiert, da ich keinen Wert lege auf Selbstdarstellung, Marketing, Propaganda – also die heute dominierende PR, die Journalismus oder politischen Diskurs faktisch ersetzt, ohne dies jedoch offen zu tun:

    Niemals nutze ich bisher facebook oder insta – warum?

    Und twitter nutzte ich 2x kurze Zeit aktiv: als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker sowie 2013/2014 zur Zeit des Maidan in Kiew und den anschließenden Kämpfen in der Ostukraine. 2015 schloss ich meinen account, weil ich zwei Dinge feststellte:

    – Auf twitter hört und liest jeder nur sich selbst. Wer da stört, wird gelöscht, geblockt, gemobbt oder wüst beschimpft, jedenfalls verachtet, verhöhnt, abgelehnt. Als Person.
    – twitter lebt von Verkürzung und Polarisierung, da nur Emotion follower und Aufmerksamkeit bringen. Es ist also per se kein Medium zum Austauch, sondern zur Manipulation.

    Es gab zwei Aspekte bei twitter, die aber herausragten, und die ich z.B. durch diesen Beitrag als positiven Aspekt des Internets ansehe: via twitter konnte ich unmittelbare, ungefilterte Lageberichte erhalten von Frontsituationen in einem (Bürger-)Krieg. Diese kamen zwar teils von rechtsextremen Kämpfern, aber dadurch waren sie echt und unmittelbar – ich konnte so von beiden Seiten Infos erhalten, die oft diametral zu den offiziellen Medien aus Kiew oder Moskau lauteten.

    Zweitens fand ich genau vier (!) echte Menschen, politisch Interessierte, die aus Rumänien, UK, Schweiz und Deutschland so wie ich die Vorgänge in der Ukraine (in Kenntnis der Ukraine) aus der Entfernung, aber in Echtzeit verfolgten. Mit diesen vier Personen hatte ich Dialoge auf twitter, die mich wirklich bereicherten.

    Das Verhältnis bestand aber aus 4 zu 400 – also wurde twitter abgestellt, da meine Lebenszeit für Manipulation durch PR und Lobbyisten zu schade ist.

    Das bashen gegen links oder rechts – es bringt nichts. Warum?
    Weil jede Perspektive existiert und ihre Wurzeln / Gründe hat. Um diese muss man sich kümmern, nicht um die medialen Abziehbilder…

    Wer sich heute einen “Feind” im Internet schafft, wird morgen diesen Feind töten, wenn er es kann. Und sei es durch Folter, Haft, Ausgrenzung. Das sei allen gesagt, gerade auch religiösen oder menschenrechts-/anti-irgendwas Aktivisten.

    Face to face – der Rest ist Mist.

  58. Kategoriale oder ethische Kritik, Agnostizismus und Nihilismus vs. wissenschaftliche Kritik, am Beispiel der Auseinandersetzung mit Facebooks „Geschäftsmodell“

    Ich erlaube mir natürlich dies auf Facebook und Twitter zu teilen. Inhaltlich ist gegen die Kritik so gut wie nichts einzuwenden. Ohne jetzt im Einzelnen jeden Satz überprüft zu haben, gehe ich davon aus, dass auch die genannten Fakten stimmen, insbesondere in Richtung der Beschuldigung, dass Facebook jetzt sich an dem Hetzsender Beitbart finanziell beteiligt. Auch wenn Facebook wahrscheinlich da keiner entsprechenden politischen Agenda folgt, ist das Geschäftsmodell so ordinär pragmatisch, dass der Faschismus der ideale Überbau darüber wäre. Doch gerade dieses Geschäftsmodell, das der Philosophie des imperialistischen Pragmatismus folgt, hat Facebook nicht erfunden. Und gerade wenn man jetzt gezielt und ausschließlich auf Facebook einprügelt, versäumt man die kategoriale Kritik an dieser Philosophie und ihrer praktischen Bedeutung. Wo die Profitmaximierung alternativlos erscheint, und das tut sie ob des “tendenziellen Falls der Profitrate” (Marx), verliert sich die “Ethik” im Strom der ohnmächtig Auschreinden. In diesem Sinne wirkt die ethische Kritik so vordergründig wie aufgesetzt, auf jeden Fall sinnlos. Und wenn wir bei der Sinnlosigkeit sind, kommen wir auf den Impetus einer solchen Kritik. Einem “seriösen”, für mich dennoch nur “bürgerlichen” Journalisten und Wissenschaftlier (ich verzichte jetzt auf die Polemik gegen den “Religionswissenschaftler”, obwohl ich mir so meine Gedanken mache, nämlich darüber, wie ein “Glaubender” sich für einen “Wissenden” halten kann, und vice versa), bedeutet diese Ethik ganz persönlich und wahrscheinlich auch politisch eine ganze Menge. Ohne die ethische Weihe wäre der bürgerliche Wissenschaftlier nicht viel mehr als ein Techniker der Geistesarbeit. Teil der Maschine, der er sich glaubt, mit Studium und Professur erfolgreich widersetzt zu haben. Die Angst. die ihn umtreibt, und diese ist mehr als berechtigt, ist sein Niedergang ins geistige Proletariat (http://blog.herold-binsack.eu/…/hin-zum-platonischen-hohlen…). Für ihn das blanke Nichts. Und wenn wir schon beim Nichts sind, kommen wir vielleicht auch dem wahren Impetus näher. Solche sinnlosen Gesten, also Gesten, die weder das ideologische, noch politsche wie ökonomische Grundgerüst angreifen, also das “Geschäftsmodell” eben nicht nur von Facebook, sondern der ganzen Geselllschaft, und seit dem sie besteht, in ihrer ganzen Geschichte wie Tragik, kommen dem nihilistischen Reflex auf das “Nichts” nicht von ungefähr sehr nahe. Im Angesicht dieser Angst wälzt sich der bürgerliche Intellektuelle in seinen Albträumen von einer scheinbaren Rettung zur anderen. Mal sich lustvoll unterwerfender Nihilist (http://blog.herold-binsack.eu/…/ein-narzisstisches-spiel-m…/), mal “Religionwissenschftler” könnte man sagen. Und damit hätten wir die Kritik auf den Punkt gebracht, wo ich die ganze bürgerliche Wissenschaft versammelt sehe: den systemischen Agnostizismus (http://blog.herold-binsack.eu/…/ein-narzisstisches-spiel-mi…). Für die revolutionäre Kritik ist das bei allem Verständnis keine Option. Wir sehen uns auch im Angesicht des zunehmenden Drucks auf die revutionäre Kritik im Netz veranlasst, so lange wie möglich alle digitale Optionen zu nutzen.

    • Lieber Herr Binsack,

      haben Sie lieben Dank für Ihre philosophischen Einlassungen, hinter denen sich sich in meiner Wahrnehmung leider wenig mehr als ein verschwurbelter (ggf. altersbedingter) Geltungs- und Machtanspruch verbirgt.

      Wenn Sie andere unbedingt beeindrucken wollen, dann empfehle ich zunächst die erkenntnistheoretischen Unterschiede zwischen Theologien und Religionswissenschaft zu verstehen. Eine verständliche Schreibe und der Verzicht auf übermäßig viele Links zum eigenen Blog würden auch helfen. Aber selbstverständlich müssen Sie sich in der Fülle Ihres Wissens und Ihres Alphatums von tatsächlich Promovierten gar nichts sagen lassen. Wir Wissenschaftler haben ja, „wie jeder weiß“, von nichts eine Ahnung. Ihr digitales Auftreten bleibt letztlich alleine Ihre Entscheidung, herab vom philosophierenden Olymp.

      Mit erkenntnistheoretischer Hochachtung

  59. Meinen Twitter-Account habe ich schon vor Jahren gekündigt.
    Warum?
    Das Handy piepste eines Tages und ich erhielt – ohne vorher jemals solchen Kontakt gehabt zu haben – eine Nachricht von einer gewissen Frau Kühnast.
    Es war die Aufforderung, mich an einer Demonstration in Berlin zu beteiligen.

    Da gibt es auf der Welt soooo viele schöne Frauen und ausgerechnet diese schickt mir eine Nachricht!
    Das war wirklich das Letzte!

  60. Ich bin zwar nur selten auf Facebook aktiv, da aber die Hälfte meiner FB-Freunde mit Michael Blume verbunden war und ich ebenso regelmäßiger Leser des Spektrum-Verlages bin, habe ich das ganze ein wenig mitverfolgt.

    Ich hatte beobachtet, dass in den letzten Wochen einige meiner FB-Freunde und Freund-Freunde berichteten, dass sie von Herrn Blume wegen angeblichem Antisemitismus geblockt wurden, und das nachdem jahrelang die FB-Freundschaft ohne Probleme bestanden hatte.

    Den Vorwurf selbst kann ich nicht bestätigen, da es sich aus meiner persönlichen Sicht um eine durchaus berechtigte Kritik am Regime in Israel handelte.

    Durch die Häufung der Vorfälle habe ich eher den Eindruck bekommen, dass Herr Blume des Mediums überdrüssig geworden ist, auch empfindlicher. Es ist eine Reaktion, die ich angesichts der zunehmenden Verrohung und der Filterblasen-Entwicklung durchaus verstehen kann.

    • Da ist viel dran, @Yusuf. Die digitale Verrohung beobachtete ich keineswegs nur „von rechts“ und hatte auch Situationen, in denen mehrdeutige Witze, Anspielungen und nachträgliche Bearbeitungen von Profilen, Texten in meinen eigenen „SM-Freundeskreisen“ auftraten. Nicht selten wurde mir dann versichert, dass die Betreffenden „im echten Leben“ ganz anders ticken würden.

      Ich spreche also bewusst an, dass die digitale Verrohung nicht nur „andere“, sondern letztlich jede und jeden von uns betreffen kann.

  61. Oh. Das dürfte viele interessieren:

    Twitter verbreitet weltweit keine politischen Inhalte mehr als Werbung. Ab dem 22. November werden bezahlte Anzeigen für politische Kandidaten oder Themen auf der Plattform weltweit nicht mehr erlaubt, kündigte Unternehmenschef Jack Dorsey an. “Wir glauben, dass Reichweite für politische Botschaften verdient werden muss, statt erkauft zu werden”, schrieb Dorsey in dem Kurznachrichtendienst. Werbung bei Twitter sind zum Beispiel Tweets, die gegen Bezahlung im Nachrichtenstrom von Nutzern platziert werden können, auch wenn sie dem Account nicht folgen.

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/twitter-201.html

  62. Sog. Social Media hat der Menge geholfen den Journalismus zu demokratisieren, der nun nicht mehr an verlegerische Institution gebunden war, der Druck auf Papier war teuer und mit unternehmerischen Risiken verbunden, hat aber im Gegenzug dazu geführt, dass die sog. Social Media selbst ein Political Player geworden ist, und zwar ohne Mandat, gar im Wirtschaftlichen amoralisch (vs. unmoralisch – siehe oben bei weiteren kleinen Kommentaren des Schreibers dieser Zeilen), also illegitim, zumindest teilweise, zumindest dann, wenn die sog. Social Media rahmengebend wird, (auch) politische Meinung meinend, und dabei den (demokratisch angeleiteten) Rechtsweg nicht oder nur unzureichend beachtet.

    Insofern wäre der Schreiber dieser Zeilen bei Kommentatorenfreund ‘jaki01’ (in diesem Kommentariat, siehe weiter oben) oder bei sich selbst (in diesem Kommentariat, siehe weiter oben).
    Es ist im publizistischen Sinne oft gut, wenn nicht zwingend, “bei sich selbst” zu sein und keinen verlegerischen Zwängen direkt oder indirekt zu unterliegen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der insofern nur beim hiesigen werten Inhaltegeber ist, auch wenn er auf Einzelaussagen im dankenswerterweise beigebrachten WebLog-Eintrag herumreiten könnte, schrecklich sozusagen, wie Ivan der Schreckliche sozusagen)

  63. @ Herr Dr. Frank Wappler und hierzu kurz (Dr. Webbaer hat sich Ihre Gesamtnachricht von “05.11.2019” durchgelesen und verstanden)

    Ein Ausgleich zwischen dem Beharren auf medialen Privilegien und der (wahlweisen) Verwirklichung von disprivilegierten Äußerungen läge z.B. darin, dass eingereichte Meinungen, denen das Privileg jeweils nicht zuteil würde, in einer Inhalteeinheit veröffentlicht zu werden, in der veröffentlicht zu werden sozusagen einem Privileg entspricht, als “dort abgewiesen” dokumentiert und (derart entwertet dennoch) (wahlweise) von dort aus auffindbar veröffentlicht werden.

    Geht so, findet auch statt, bspw. wird gelegentlich von Inhalteanbietern mit hier gemeinten entscheidenden administrativen Rechten auf sog. Troll-Wiesen eingerechter Kommentar ausgelagert, bleibt im Web als so gekennzeichnet weiterhin erreichbar.
    Ist abär [1] dennoch S [2] suboptimal, weil so ungleich behandelt wird, eingereichte Meinung meinend und so als “böse” empfundene, so eingeschätzte Meinung gesondert gekennzeichnet wird, was nicht der Webkultur entspricht, die Dr. Webbaer, der seit vierzig Jahren im Bereich der netzwerkbasierten Kommunikation verfügbar ist, also zeitlich weit bevor sog. Social Media mit ihrem bürgerorientierten Journalistenwesen hoch kam, kannte, kennt und mag.

    Sie haben es ja nicht so mit dem Sozialen [3], sind kein geborener Web-Philosoph sozusagen, mag und schätzt Sie, gerade auch Ihre Verständigkeit, bleibt abär [1] auf Ihre Einschätzungen bezogen gerne klar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    [1]

    Aus Sicht “des Webbaeren”.

    [2]

    ‘S’ == ‘suboptimal’

    [3]

    soz. extra dezent formuliert

  64. 1. Zum “Argument” des ” jüdischen Selbsthasses”.

    Diese Art und Weise der (tiefen- ) psychologischen Argumentationsweise haben schon in den 1930-1950er Jahren Erkenntnistheoretiker wie z.B. K.R. Popper zur Genüge mit viel Ironie de- konstruiert:

    Psychiater : Sie sind verrückt .

    Patient (emotional aufgebracht):

    Nein , das ist eine Unterstellung . Das ist eine FRECHHEIT !!! Da kann ich nicht ruhig bleiben. Sie unterstellen mir eine Diagnose ohne irgendwelche Gründe oder Beweise vorbringen zu können!!

    Psychiater:
    Natürlich habe ich mindestens zwei unwiderlegbaren Beweise: Erstens sind Sie völlig völlig emotional geworden, was zeigt, dass Sie unterbewusst ahnen, dass mit Ihnen oder ihrem Denken etwas nicht stimmt.
    Und das klarste Argument für Ihren Geisteskrankheit ist die Tatsache, dass Sie diese bestreiten. Denn geistig Gesunde würden ihren Irrsinn sofort selbst erkennen.

    _________ . _________

    So funktionierts halt auch mit dem Lieblingsspielzeug aller Demagogen , der Antisemitismuskeule:
    Wer diese kritisch thematisiert, kann nur ein Antisemit sein. Und wenn “Juden derselben kritischen Meinung sind, kann es sich nur um (natürlich völlig ” tiefenpsychologisch-unbewussten” ) “jüdischen Selbsthass” handeln . (-:

    Na ja , man muss sich als “Zionist” halt schon was einfallen lassen, wenn man bemerkt hat, dass die “Antizionisten” nur sehr schwer zu widerlegende (politisch-) ethische Argumente auf den Tisch legen können.

    2. RT- Kritik und Antisemitismus:

    Na ja , man muss sich als “Relativist” halt schon was einfallen lassen, wenn man bemerkt hat, dass die “RT- Kritiker” eventuell nur sehr schwer zu widerlegende physikalische bzw. wissenschaftstheoretische ethische Argumente auf den Tisch legen könnten. Zur Not kann dann zum Schluss ja immer noch das ( “ad hominem”- ) “Argument” der “Antisemitismuskeule ” eingesetzt werden.

    Gell, Mitforent “galileo 2509” ?

    (“Gell” ist kein theoretischer Physiker, sondern steht süddeutsch für “Nicht wahr”

    3.
    Was halten die verehrten Mitforenten und der Blogherr von der folgenden Sendung mit Volksaufklärungs- Impetus:

    Planet Wissen (WDR und SWR – Fernsehen heute morgen) zum Thema auch dieses Blogs hier:

    https://www.planet-wissen.de/sendungen/sendung-fake-news-100.html

  65. ‘Jüdischer Selbsthass’, Kommentatorenkollege ‘little Louis’, kann womöglich sinnhaft konstruiert werden, so wie auch deutscher Selbsthass, vgl. bspw. mit den vom Schreiber dieser Zeilen ein wenig beforschten sog. Antideutschen, die oft Deutsche sind.
    Die sind ganz vernünftig, haben keine “Israel-Probleme” und pflegen keinen Antiamerikanismus, sind aber leider gegen Deutsche und deutschen Identitarismus, der das Deutschtum bedingt, auch deutsche Staatlichkeit, schwer voreingenommen und setzen selbst oft (!) Nachricht ab, die wohl dediziert-dezidiert gegen Deutsche gerichtet ist und aus denen teils Hass spricht, wie hier eingeschätzt wird.

    Mit Psychologisierungen gilt es äußerst vorsichtig zu sein, auch weil sie falsch und beleidigend sein können, vielleicht meinen Sie so, Kommentatorenkollege ‘little Louis’. – Gesellschaftspsychologie geht eher, bleibt aber schwierig.

    Mit freundlichen Grüßen und ein schönes Wochenende
    Dr. Webbaer (der bei Antisemitismus-Vorhalten ebenfalls vorsichtig ist)

  66. @little Louis 08.11.2019, 18:34 Uhr

    2. RT- Kritik und Antisemitismus:

    Na ja , man muss sich als “Relativist” halt schon was einfallen lassen, wenn man bemerkt hat, dass die “RT- Kritiker” eventuell nur sehr schwer zu widerlegende physikalische bzw. wissenschaftstheoretische ethische Argumente auf den Tisch legen könnten. Zur Not kann dann zum Schluss ja immer noch das ( “ad hominem”- ) “Argument” der “Antisemitismuskeule ” eingesetzt werden.

    Naja eigentlich habe ich dieses Argument in Diskussionen nicht angewendet, soweit ich mich erinnere. Warum PSIRAM dieses Argument verwendet, ist mir nicht klar.

    3.
    Was halten die verehrten Mitforenten und der Blogherr von der folgenden Sendung mit Volksaufklärungs- Impetus:

    Im Prinzip nicht uninteressant. Allerdings wird hier die Tätigkeit der Journalisten zu positiv dargestellt. Daß es das Prinzip Haltungsjournalismus gibt, wird unter den Teppich gekehrt. Man bedenke etwa die reisserischen Schlagzeilen der Bild zum Urteil des BVerG über die Hartz4-Sanktionen.

    Gruss
    Rudi Knoth

  67. @ Michael Blume
    03.11.2019, 10:01 Uhr

    Wie bewerten Sie vor diesem Hintergrund die Zuneigung vieler Rechter zu Wladimir Putin, der doch gerade das Internet zensiert und nun auch rechtlich „nationalisiert“?

    Zu den Rechten mag ich an dieser Stelle nichts sagen, um so mehr zur Digitalpolitik von Putin.

    Die ich nämlich äußerst klasse finde, um nicht zu sagen, vorbildlich. Dies um so mehr, als daß ich mit der übrigen Innen- und Wirtschaftspolitik Putins überhaupt nicht einverstanden bin. (Bin kein Putin-Fan, weder von rechts, noch von links. Seine Einflußnahmen im Westen: Trump-Wahl, Brexit, AfD-Agenda auf RT, finde ich zwar grundsätzlich legitim, aber konkret zum Kotzen.)

    Und so können Sie sich denken, daß ich da Bauchschmerzen habe mit so einer im Nebensatz geäußerten Bemerkung. Doppelte Bauchschmerzen. Denn ja, ich kann ja nichts dagegen sagen; das, was in den letzten Wochen berichtet wurde über den Umbau des russischen Internets zu einem nationalen Intranet zumindest im Krisenfall, entspricht ja der Wahrheit. Es bietet die Möglichkeit einer umfänglichen Internetzensur, von der die Türkei oder der Iran noch nur träumen können. Und wenn die Russen sagen „dazu ist das aber nicht gedacht!“, dann wird mit eindrucksvollen aktuellen Beispielen belegt, „dazu wird es aber genutzt!“.

    Und dennoch ist, was hier im Westen darüber berichtet wird, nur die halbe Wahrheit; nein, nicht einmal, es ist eine drei-achtel-Wahrheit. Dazu ist der Umbau tatsächlich nicht gedacht; die Internetzensur ist nur der Kollateralnutzen, den das Putin-Regime daraus zieht. Kollateralnutzen aus einem tatsächlich notwendigen Umbau der digitalen Infrastruktur.

    Kurz zusammengefaßt: Es ist nicht einzusehen und für die Russen unerträglich, daß eine E-Mail von Moskau nach St. Petersburg im Internet den Umweg nimmt über New York. Und dort ausgelesen wird.

    *

    Rußland ist gezwungen zu einem Indikativ, über dessen Konjunktiv wir hierzulande in diesen Tagen ja auch sehr heftig diskutieren. Wir stehen erstmalig vor der Situation, daß in einem wichtigen Segment der IT-Branche nicht mehr der Westen die Technologieführerschaft inne hat, sondern auch noch ausgerechnet China. Bislang dachte man ja immer, China kann nur kopieren, das ist ja auch begründet in seiner Volkskultur, aber nichts Neues hervorbringen. Dabei wurde übersehen, daß sich die Chinesen beim immer besseren und genaueren Kopieren das Wissen darüber immer mehr aneignen, verinnerlichen, wie man sowas macht, bis tatsächlich die Meisterschaft erworben ist, das durch Kopieren erworbene Wissen durch Innovationen zu übertreffen. Wir reden vom durch Technologieführerschaft erworbenem Monopol von HUWAI bei der 5G-Mobilfunktechnologie. Für das es auch in absehbarer Zeit keinen auch nur annehmbar gleichwertigen Ersatz geben wird. Also, entweder wir bauen die Dinger ein in unser 5G, oder unser 5G wird nichts taugen.

    Gegenwärtig ist da kein Problem bei. HUWAEI hat zugesichert, gegenüber geheimen Gremien den Quellcode seiner Technologie, also die Funktionsweise, offenzulegen. Das ist mehr, als jeder andere, insbesondere amerikanische Konzern macht. Aber wir müssen auch im Konjunktiv reden: Würde das auch dauerhaft so bleiben, wenn wir die Dinger einmal flächendeckend verbaut haben? Das könnten ganz herausragende Spionagewerkzeuge werden: Man könnte in China alles abschnorcheln, was darüber berechnet/gesendet wird. und das werden gerade im Industriebereich hochsensible Daten sein, die zum Dechiffrieren zahlreicher Industriegeheimnisse führen könnten. Was, wenn der chinesische Staat in Zukunft macht, was in den USA längst üblich ist: Seine Technologiekonzerne zu verpflichten, dem Staat Schnittstellen zu all seinen Produkten einzurichten?

    (I/II)

  68. Was aber für uns, den Westen, noch ein Konjunktiv ist für die Zukunft, das ist für Putin längst ein Indikativ für die Gegenwart. Die USA sind in der Lage, alles abzuschnorcheln, was z.B. über Intel-Prozessoren läuft, und Snowden hat uns bestätigt, daß der NSA das auch tut. Uns Westeuropäern macht das nichts. Wir fühlen uns durch diese Komplettüberwachung geschützt. Den Russen macht das schon was.

    Initialerlebnis war vor etwa 10 Jahren: Da hatte ein russischer Schullehrer etwa 50 Windows-XP-Kopien an seine Schüler verteilt, und zwar, ohne Lizenzgebühren zu bezahlen. Nun hat Rußland gültige Freihandelsabkommen mit den USA auch zu seinem Nutzen, und so konte Microsoft diesen Lehrer verklagen: Auf Zahlung nachträglicher Lizenz- und zusätzlicher Strafgebühren. Putin muß getobt haben. Was? Die Amerikaner drehen uns NSA-Spionagesoftware an, und wir sollen sie dafür auch noch bezahlen? Und ordnete an, ein russisches Volks-Linux zu entwickeln (ALT Linux), das dann nach einigen Jahren verpflichtend flächendeckend ausgerollt wurde zuerst über sämtliche Schulen in Rußland, schließlich über sämtliche staatliche Institutionen. Was bei uns über Windows läuft, läuft dort über ALT Linux.

    Der besondere Clou: Auch für die Programme, die darauf laufen, gilt, daß freie (=quelloffene) Software bevorzugt wird. Wer ein Programm nicht veröffentlichen, sondern nur vertreiben will, der muß begründen, warum es nicht sinnvoll ist für ihn, das quelloffen / unter einer freien Lizenz zu veröffentlichen. Und wer ein solches Programm beziehen will, der muß ebenfalls begründen, warum nicht ein freies Programm (mit ggf. Umbauten) denselben Zweck erfüllt. Ich finde das unbedingt vorbildlich im Grunde für die gesamte EU.

    Ganz nebenbei schult das die Programmierer ungemein, die ein jedes Programm lesen und studieren können: Wie haben die das gemacht? Und die sich zudem nützliche Teile herauskopieren können und für eigene Projekte verwerten; letzteres wird zu einer enormen Wissensmultiplikation führen. Das steht durchaus in der Tradition sozialistischer Elektrogeräte: Zu einem in der DDR produzierten Fernseher bekamen Sie früher die Schaltpläne dazu, damit, so nicht Sie selber, so doch ein begabter Nachbar oder Arbeitskollege im Schadensfall den Fernseher öffnen und reparieren konnte.

    Nun auf die Internet-Struktur loszugehen ist dann der nächste, konsequente Schritt. Gegenwärtig gilt: Die Amerikaner können jedes x-beliebige Land aus dem von ihnen beherrschten Internet wegknipsen, was gegenwärtig gleichbedeutend ist mit: Internet in diesem Land überhaupt ausknipsen. Rußland will, daß es für diesen Fall wenigstens weiterhin ein funktionierendes russisches Intranet gibt. Internet wird ja weitaus mehr als ein Informationsmedium. Zunehmend werden technische Geräte miteinander vernetzt. Supermärkte ordern automatisch nach Kassenabrechnung der Tagesverkäufe ihren Bestellbedarf für den nächsten Tag per Internet an die Zentrallager.

    Sollte Internet in der Bundesrepublik von heute auf morgen nicht mehr funktionieren, dann funktioniert weitaus mehr nicht als Twitter und Facebook und Blumes Blog. Übermorgen gibt es nichts mehr zu essen zu kaufen. Nur zu verständlich & richtig % notwendig, daß Rußland sich dagegen wehrt.

    (II/II)

  69. Michael Blume
    09.11.2019, 20:58 Uhr

    Vielen Dank für Ihre wieder sehr lesenswerten Kommentare, @Alubehüteter. 👍📚

    😇😳😊

    (Meinem Desktop-Browser auch endlich eine Emoji-Bar verpaßt 👌👍)

  70. @Alubehüteter 09.11.2019, 20:38 Uhr

    Die Geschichte mit dem Lehrer ist eigentlich interessant. Dazu folgende Fragen:

    1. Wie kann ein Schullehrer so etwas für Russland anordnen? Das kann doch nahc meiner Ansicht nach nur der entsprechende Minister oder Putin. selber.

    2. Gibt es für diese Geschichte Belege in Form von Artikeln?

    3. Wie ist denn der aktuelle Stand dieses Projektes? Hier in München gab es das Projekt LiMux, das vom heutigen OB Reiter gestoppt wurde. Es waren zwar schon einige Behörden damit ausgestattet, aber der OB wollte Linux nicht.

    Gruss
    Rudi Knoth

  71. @ Rudi Knoth

    Es sind wohl verschiedene Versionen im Umlauf, was genau da der russische Lehrer verbockt haben soll. Eine findet sich hier: https://www.pro-linux.de/news/1/10823/russische-schulen-wechseln-zu-linux.html Entsprechend ging es dann weiter: https://www.pro-linux.de/news/1/12216/erste-linux-distribution-f%C3%BCr-russische-schulen-vorgestellt.html

    Das hatte ja alles noch Pilot-Status vor zehn Jahren. Inzwischen ist ALT Linux in sämtlichen russischen Schulen verbreitet, und ich meine auch, in den Behörden. In den wenigen Testberichten, die ich finden kann, wird ALT Linux als sehr einsteigerfreundlich, ressourcensparsam und stabil beurteilt; vom Umfang der zur Verfügung stehenden Software auf Augenhöhe mit den großen westlichen Distributionen (SUSE, Ubuntu usw.).

    Das Militär hat sein ganz eigenes ASTRA Linux, das auf einer anderen Architektur beruht (Debian), inzwischen auch Windows völlig verbannt.

    Ich suche heute Abend noch mal weiter. Nicht ganz einfach, da Google hauptsächlich Ergebnisse auswirkt für „Linux für alte Computer“. 🤔

  72. Inzwischen habe ich ein paar alte Heise-Links gefunden. Womöglich handelt es sich auch einfach um ein von russischen Medien aufgeblasenes Propagandastück von Putin?

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Putin-und-Gorbatschow-kritisieren-Microsoft-142693.html

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Prozess-gegen-russischen-Lehrer-wegen-Microsoft-Raubkopien-wurde-eingestellt-146912.html

    Die Anklage jedenfalls gibt es. Und natürlich hat Microsoft nicht unmittelbar etwas damit zu tun – Tritt nicht als Kläger auf. Wie dem auch sei. Was in westlichen Medien in den vergangenen Wochen nur, wenn auch nicht falsch, wiedergegeben wurde als „Rußland baut Internet-Zensur-Infrastruktur auf“, ist Teil eines umfassenderen Plans der Entamerikanisierung russischer IT-Struktur. Wobei für mich das Interessante ist, daß Rußland dabei Freie Software priorisiert, und nicht proprietäre Lösungen unter der Kontrolle des russischen Staates bzw. ihm gehöriger Oligarchen.

  73. @Alubehüteter 10.11.2019, 15:06 Uhr

    Nun ist die Sache etwas klarer. Es gab einen Strafprozess gegen den Lehrer, der wohl selbst eingestellt wurde. Die Software (Windows XP und MS Office) waren wohl auf den Computern als Raubkopien installiert. Daher kam vermutlich auch die Idee, mit eigener Software die Computer auszustatten.

    Gruss
    Rudi Knoth

  74. Rudi Knoth
    10.11.2019, 07:43 Uhr

    Hier in München gab es das Projekt LiMux, das vom heutigen OB Reiter gestoppt wurde. Es waren zwar schon einige Behörden damit ausgestattet, aber der OB wollte Linux nicht.

    Zu Linux gibt es gerade aktuell ein Interview mit dem Ex-OB Christian Ude. Natürlich nur ein erster Einblick. Ich finde es sehr interessant. Der Ballmer ist offensichtlich nicht nur auf großer Bühne so … hyperaktiv.

    https://www.linux-magazin.de/ausgaben/2019/10/interview-2/

  75. @Alubehüteter 11.11.2019, 16:23 Uhr

    Danke für den Quellenhinweis. Interessant ist dabei, daß in Bayern auch in der Realschule MS-Office Lehrstoff ist. Wie ist es denn dann, wenn der Auszubildende in der Verwaltung dann auf Libre-Office umsteigen muß.

    Gruss
    Rudi Knoth

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