Verschwörungsfragen 14: Semiten, Sklaven und Chasaren – Die Wurzeln des Rassismus im 16. Jahrhundert

Immer noch ist zu hören, dass es sich bei “Semiten” um eine “Rasse” aus Juden und Araberinnen handele und dass der Rassismus ein Produkt der frühen Wissenschaften im 19. Jahrhundert gewesen sei.

Beides ist falsch: Das Judentum war und ist eine Religion und der Rassismus bildete sich bereits im 15. und 16. Jahrhundert, als die Gültigkeit der Taufe für Menschen mit angeblich “unreinem Blut” bestritten wurde. In der 14. Folge des Podcasts “Verschwörungsfragen” steigen wir in die historischen Untiefen der Menschenverachtung hinab.

Die Folge (14) findet sich wie immer auf podigee, auf Spotify, Deezer, iTunes und auch auf YouTube.

Wie immer finden Sie hier auch den Text der Podcast-Folge als pdf.

Und hier die Podcast-Folge als Fließtext:

Am letzten Samstag feierten Demonstranten auch in Stuttgart wieder den dubiosen Begriff des „Verschwörungstheoretikers“. Der frühere SPD-Kommunalpolitiker Olav Müller wiederholte vor Tausenden sogar die schlichte Lüge, der Begriff sei vom US-Geheimdienst CIA entwickelt worden.

Bis vor Kurzem hätte ich Verschwörungsgläubigen noch einen Irrtum zugestanden, doch in diesem Fall war es eindeutig: Wenige Tage zuvor hatte ich in einem digital öffentlichen Interview der Stuttgarter Zeitung darauf hingewiesen, dass der Begriff „Verschwörungstheorie“ – der seit dem 19. Jahrhundert belegt ist – schon direkt nach dem Untergang des NS-Regimes von dem Philosophen Karl Popper geprägt worden war. Dies hätte man bei jeder Rede-Vorbereitung finden und zudem auch selbst überprüfen können.

Aber Verschwörungsverkünder „wollen“ ihre Botschaften als wissenschaftliche „Kritik“ verkleiden. Also haben sie den Begriff, den Popper ausdrücklich als Warnung an seine Kolleginnen und Kollegen vor „Aberglauben“ definierte, längst gerne für sich angenommen. Wer Handystrahlen als gefährliche und Viren als ungefährliche Aspekte einer vermeintlichen Weltverschwörung erklären will, legt sich dazu am besten selbst den Mantel des Expertentums an. Und selbst noch die Tagesschau fiel darauf herein.

Noch sehr viel gravierender und gefährlicher ist die Verwechslung von wissenschaftlichen Theorien mit schlechten Mythen jedoch beim Rassismus. Auch von vielen gutgläubigen Menschen höre und lese ich wieder und wieder, der Rassismus sei eine biologische Theorie des 19. Jahrhunderts gewesen und Semiten seien eine „Rasse“ aus Juden und Arabern.

Und auch noch die wenigen Mütter und vielen Väter des Grundgesetzes haben in Artikel 3 dekretiert, niemand solle fortan mehr aufgrund seiner oder ihrer „Rasse“ diskriminiert werden.

Tatsächlich aber etablierte sich der Begriff der „Rasse“ ab dem 15. Jahrhundert als ein Thema der Theologie. Im Gebiet des heutigen Spanien und Portugal eroberten Christen in der „Reconquista“ muslimisch regierte Regionen zurück. Jüdinnen und Muslime hatten zunehmend nur die Wahl, ob sie sich katholisch taufen ließen, oder aber flohen.

Tatsächlich hatte es auch freiwillige Taufen gegeben und sogar Bischöfe wie Paulus von Burgos (1352 – 1435), der zuvor als Rabbiner Schlomo ben Jitzchaq ha-Levi gewirkt hatte. Aber genau das sahen viele bald sogenannte „Altchristen“ als Problem: Ehemalige Muslime und vor allem Juden behielten ja nach der Taufe nicht nur ihre Hautfarbe, sondern auch ihre Bildung.

Schnell wurde gegen Gelehrte, Priester, Ärzte der Vorwurf erhoben, sie selbst oder ihre Vorfahren seien ja nur „zum Schein“ zum Christentum übergetreten und eigentlich immer noch verschwörerische Feinde der Rechtgläubigen. Kurz: Es wurde angezweifelt, dass die Taufe bei allen Menschen gleichermaßen zähle.

Die anti-semitischen, schon in der Podcast-Folge 6 vorgestellten Mythen der Blutmagie wurden nun von Adel und Geistlichkeit zur Abgrenzung verwendet: Zugang sollte nur noch erhalten, wer seine „Blutreinheit“ – die Limpieza de sangre – nachweisen konnte. Beliebt war eine Legende, nach dem Söhne von Bauern und Rittern gemeinsam bei Hirten aufgezogen worden wären, aber schon bei der Auswahl ihrer Spielzeuge die Vorlieben ihres „Blutes“ gezeigt hätten.

Nicht wenige Nachfahren von Bauern verwiesen aber nun ihrerseits darauf, dass sie „reineres“ Blut als die Nachfahren von „Kindern Sems“, also von Juden und Musliminnen, gehabt hätten. Es ergab sich eine bittere Wechselwirkung, die wir leider auch bis heute beobachten können: Wer selbst Opfer von Rassismus wird, kann wiederum versuchen, andere rassistisch abzuwerten.

Der Begriff der „raza“ wurde so abgeleitet aus dem Arabischen raz für „Kopf“ und „Herkunft“, entsprechend übrigens dem Hebräischen Rosch HaSchana, für „Kopf des Jahres“, Neujahr. Nun konnte sich auch eine ärmere Frau über den Arzt in der Stadt erheben – er konnte vielleicht Lesen, Schreiben und Heilen, sie hatte jedoch die hellere Haut und die reinere „raza“.

Nach der Zerstörung des letzten islamischen Emirates von Granada um 1492, der Zwangstaufe und Vertreibung von Zehntausenden und der Ausbreitung des Buchdrucks eskalierte der Rassismus zu einer kirchlichen Lehre: Als erste Verwendung des raza-Begriffes in der Theologie gilt heute die Forderung des spanischen Erzbischofs Siliceo von 1547, kirchliche Ämter nur noch an Christen „ohne Rasse [raza] eines Juden, Mauren oder Häretikers“ zu vergeben.

Nun also fiel eine der ältesten Lehren der christlichen Mythologien: Dass durch die Taufe alle Christinnen und Christen vor Gott gleich sein würden. Stattdessen wurde nun behauptet, dass die Herkunft, „das Blut“ und die sichtbare Hautfarbe über die Qualität und das Schicksal der Menschen entscheiden würden.

Während dabei alle anderen Gruppen abgewertet wurden, wurden die – häufiger gebildeten – Nachfahren von Jüdinnen und Juden dabei als besonders schlau und verschwörerisch dargestellt – der Antijudaismus wurde zum rassistischen Antisemitismus.
Fast zwei Jahrhunderte „nach“ der Vernichtung aller jüdischen und islamischen Gemeinden auf der Halbinsel erschien das Verschwörungswerk „Centinela contra Judios“ – deutsch: Schildwache gegen die Juden -, in dem behauptet wurde, dass das Blut der jüdischen „Kinder Sems“ bis in die 21. Generation antichristlich wirke.

Schein-christliche, tatsächlich aber jüdische Verschwörer seien als Ärzte unterwegs, als Gelehrte, versuchten sich gar in Adel und Kirche einzuschleichen. Man erkenne sie unter anderem daran, dass sie im christlichen Gottesdienst besonders fromm aufträten.

Wer auch nur beschuldigt wurde, eine semitische, also muslimische oder vor allem jüdische „raza“ zu haben, konnte von der Spanischen Inquisition wegen Glaubensabfalls angeklagt werden. Gestanden Beschuldigte schnell, wurden sie meist mit Geldstrafen und Bußkleidung entlassen, füllten damit die Taschen der Ankläger und schienen den Mythos einer weit verbreiteten, teuflischen Verschwörung zu bestätigen. Leugneten sie aber und wurden von Dritten beschuldigt, so konnten sie gefoltert und schließlich ermordet werden. Der Rassismus ließ einen „Antisemitismus ohne Juden“ eskalieren – umso länger die Vertreibungen und Zwangstaufen zurücklagen, umso größer erschien den Antisemiten die Unterwanderung von Gesellschaft, Kirche und Adel!

Jahrhunderte später formulierte Adolf Hitler in „Mein Kampf“ diesen antisemitisch-rassistischen Vorwurf auch gegen getaufte Christen so, Zitat (S. 809):

„Wenn will es da wundernehmen, daß diese ‚Zierden‘ des menschlichen Geschlechtes endlich auch äußerlich geziert werden und in den erblichen ‚Adelsstand‘ emporsteigen und so mithelfen, auch diese Einrichtung nicht nur zur Lächerlichkeit zu verdammen, sondern auch noch zu vergiften. […] Endlich braucht er sich ja nur taufen zu lassen, um in den Besitz aller Möglichkeiten und Rechte der Landeskinder selber kommen zu können. Er besorgt dieses Geschäft denn auch nicht selten zur Freude der Kirchen über den gewonnenen ‚Sohn‘ und Israels über den gelungenen Schwindel.“ – Zitat Ende –

Die modernen Wissenschaften haben den Rassismus nicht erfunden, sondern fanden ihn in Mischungen von christlichen und aufklärerischen Verschwörungsmythen bereits vor – und nahmen ihn auf. Entsprechend kümmerte die Nazis weder die Taufe noch das fromme Leben der Karmeliternonne Edith Stein, als sie wegen ihrer Geburt in eine jüdische Familie verschleppt und 1942 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurde.

Und mehr noch: Weil sogenannte „Altchristen“ mit vermeintlich reiner „raza“ auch aus Angst vor Diskriminierung und Verfolgung für die späteren Kinder seltener die Nachfahren von „Conversos“ heirateten, wurde diesen wiederum vorgeworfen, doch nur untereinander zu heiraten. So kam es zum bizarren, gleichzeitigen Vorwurf, die „Kinder Sems“ wären selbst rassistisch und würden das „Blut“ von Altchristen „verderben“.

Auch diesen bis heute beliebten und widersinnigen Doppelvorwurf formulierte Hitler in „Mein Kampf“ so, Zitat (S. 825):

„Während er [der Jude, Anm. Blume] von ‚Aufklärung‘, ‚Fortschritt‘, ‚Freiheit‘, ‚Menschentum‘ usw. überzufließen scheint, übt er selber strengste Abschließung seiner Rasse. Wohl hängt er seine Frauen manchmal einflußreichen Christen an die Rockschöße, allein er erhält seinen männlichen Stamm grundsätzlich immer rein. Er vergiftet das Blut der anderen, wahrt aber sein eigenes.“

Das war religiöser, biologischer, aber auch demografischer Unsinn und wurde auch bereits nach Erscheinen von „Mein Kampf“ vom „Verein zur Abwehr des Antisemitismus“ statistisch widerlegt: Zwischen 1901 und 1925 waren im Deutschen Reich insgesamt 30.121 christlich-jüdische Ehen geschlossen worden. Mit 17.823 jüdischen Ehemännern wie zum Beispiel Victor Klemperer mit seiner evangelischen Gattin Eva waren die Ehen, von denen Hitler behauptete, dass es sie nicht gebe, sogar in einer knappen Mehrheit. Aber Antisemiten und Rassistinnen kümmerten sich schon damals genau so wenig um Fakten, wie sie es heute tun.

Der Antisemitismus war und ist also nicht irgendeine, sondern die gefährlichste Form des Rassismus, weil er mit dem Verschwörungsvorwurf kombiniert wurde. Auch im Irak habe ich den Wahnsinn erlebt, dass die Angst vor einer vermeintlichen jüdisch-satanistischen Weltverschwörung umso größer wurde, umso länger es gar keine jüdischen Gemeinden mehr im Lande gab! Stattdessen wurden zum Beispiel Ezidinnen und Eziden angegriffen und ermordet.

Denn mit dem Rassismus war interessierten Kreisen eine Art mythologischer Generalschlüssel an die Hand gegeben worden, um jede Menschengruppe abwerten und entrechten zu können.

Ganz unmittelbar und schnell millionenfach traf es Menschen mit dunkler Hautfarbe. Schon antike Denker wie Aristoteles hatten darüber spekuliert, dass die geringere Alphabetisierung von Afrikanern auf das heißere Klima zurückgehe, das auch ihre Haut verbrannt habe. Auch im Talmud (Sanhedrin 108b) und bei christlichen Gelehrten fand sich die Deutung, dass der Noahsohn Ham seine dunkle Hautfarbe aufgrund eines göttlichen Fluches erhalten habe.

Doch erst mit dem Buchdruck konnten rassistische Stimmen diese herabsetzenden Vorurteile aufgreifen und zu einem menschenverachtenden Mythos umformen, der bald vielerorts offizielle Lehre wurde: Schwarze seien von Gott verflucht, als Menschen minderwertig und dürften also auch dann versklavt und ermordet werden, wenn sie christlich getauft worden waren. Dies ermöglichte auch im Selbstverständnis frommen, europäischen Christen den millionenfachen Transport von Sklaven aus Afrika in die Amerikas. Ebenso konnten nichteuropäische Ureinwohner weltweit unter dem Vorwurf rassistisch entrechtet werden, ihre Vorfahren hätten „Götzendienst“ betrieben und sie seien also mit nichtweißer Hautfarbe „verflucht“.

Der Begriff des Sklaven – englisch slave – war im Lateinischen auf noch nicht getaufte, hellhäutige Slawen geprägt worden, die von Sklavenhändlern von Russland bis Spanien und in die arabische Welt verschleppt worden waren. Das fröhliche, augenzwinkernde „Ciao, Bella!“ im Italienischen geht auf den venezianisch-frivolen Ausspruch „Ich bin dein Slawe / Sklave, meine Schöne“ zurück.

Slawen und vor allem Slawinnen konnten aber noch getauft, zum Islam bekehrt, geheiratet und aus dem Sklavenstand entlassen werden – gegen all das wandte sich jedoch nun der Rassismus. Nun galten vor allem die Menschen mit dunkler Hautfarbe als „geborene Sklaven“. Aber fanatische Rassisten wie die deutschen Nazis betrachteten später auch wieder die längst christlichen Slawen als vermeintliche „Untermenschen“, die zu versklaven oder zu vernichten waren.

Ebenso wurden die ursprünglich aus Indien zugewanderten Sinti und Roma als vermeintliche Ägypter, als „dunkel“ und „verflucht“ abgewertet. In den Verschwörungsmythen der rassistischen Antisemiten wurden die sogenannten „Zigeuner“ zu Beteiligten der angeblichen, jüdischen Weltverschwörung, die erst die indischen „Arier“ „durchrasst“ hätten und nun europäische Weiße rassisch „bedrohten“. Die Nazis würden auf dieser Grundlage über eine halbe Millionen überwiegend christlicher Roma und Sinti in ganz Europa ermorden; darunter auch Veteranen des ersten Weltkrieges und Soldaten der Wehrmacht mitsamt allen Angehörigen. Der mörderische Wahnsinn des Rassismus, der alle Menschen auf ihre Herkunft festlegt und gleichzeitig absurder Verbrechen beschuldigt, wird hier offenkundig. Im Bericht an den Landtag gegen Antisemitismus habe ich daher auch dafür plädiert, den bis heute weit verbreiteten Antiziganismus entschlossener wahrzunehmen und zu bekämpfen.

Sogar der Ableismus – die Abwertung von Menschen mit Behinderungen – entstand in diesem Kontext: Hatte bis dahin auch in der Kirche die ur-semitische Lehre gegolten, wonach jedes Kind „im Bilde Gottes“ geschaffen war und nicht getötet werden durfte, so deutete der Autor der „Centinela contra Judios“ von 1674 angeborene Behinderungen als Widerwille der Natur gegen vermeintlich unreines, semitisch-jüdisches Blut. Welche Niedertracht: Das mit Behinderungen geborene Kind wurde so auch noch zum antisemitisch-rassistischen Vorwurf an die Eltern!

Eine bis heute verbreitete, rassistische Erzählung führt das gesamte aschkenasische Judentum auf das Turkvolk der Chasaren zurück. Dessen Oberschicht hatte sich im 8. Jahrhundert nach Christus zwischen byzantinischen Christen im Westen und arabischen Kalifaten im Osten für die Annahme des Judentums entschieden, war aber nach kurzer Blüte in den größeren Gruppen wieder aufgegangen.

Die faszinierende Geschichte belegt eigentlich, dass das Judentum eine Religion ist, zu der Menschen völlig unabhängig von ihrer Herkunft beitreten konnten und können. Doch im 20. Jahrhundert wurde dies in eine rassistische Erzählung umgedeutet, nach der die mittel- und osteuropäischen, aschkenasischen Jüdinnen und Juden doch eigentlich gar keine „echten Semiten“, sondern eben Chasaren, Türken wären.

Entsprechend hätten sie auch gar kein genetisches Anrecht auf die Gründung des Staates Israel gehabt. Und wer also die chasarischen Aschkenasen und Zionisten der Verschwörung bezichtige, sei also auch kein Antisemit. In meiner täglichen Arbeit bin ich immer wieder erstaunt, wie viele auch formal gebildete Menschen noch immer an den rassistischen Chasaren-Aschkenasen-Mythos vor allem mit Berufung auf den israelischen Historiker Shlomo Sand glauben. Auch auf meinem Wissenschaftsblog können Sie entsprechend bizarre, antisemitische und rassistische Kommentare beispielsweise von einem „Dietrich von Bern“ und einer „Susanne“ dazu lesen.

Inhaltlich liegt auch hierbei die klassisch rassistische Verwechslung von Religion und „Rasse“, von Genese und Geltung vor. Schon das biblische Buch Rut schildert die Konversion einer Moabiterin zum Judentum, die nicht weniger als die Großmutter des späteren Königs David wird. Auch noch die Evangelien nach Matthäus und Lukas heben Rut als eine Vorfahrin von David und Jesus ausdrücklich hervor.

Es gab und gibt Jüdinnen und Juden aller Hautfarben sowie auch weiterhin Konversionen.

So hat Israel zum Beispiel auch Zehntausende afrikanische Jüdinnen und Juden aufgenommen und mit Militäraktionen auch aus Gefahren gerettet.

Ganz abgesehen davon, dass genetische Studien eine dominante Abstammung der Aschkenasen von den Chasaren inzwischen widerlegt haben, hätte diese also auch religiös und politisch überhaupt keine Rolle gespielt: Wenn eine Mutter zum Judentum konvertiert ist, gelten ihre Kinder als Jüdinnen und Juden, völlig unabhängig von ihrer Genetik.

Und wer käme auch auf den Gedanken, nur jene Griechen als Griechen anzuerkennen, die ihre Herkunft auf Sokrates zurückführen können – oder nur jene Deutschen als Deutsche, deren Vorfahren Germanen und Allemannen waren?

Ja, selbstverständlich gab es auch jüdische und islamische Sklavenhändler und Rassisten; doch das „Semitentum“ war und ist nie eine „Rasse“ und das Judentum und der Islam sind als Religionen ebenso wenig „rassistisch“ wie das Christentum oder der Buddhismus.

Auch die lange Dominanz der Weißen in der Weltgeschichte hat nichts mit genetischen Vorteilen zu tun, sondern lässt sich auf zwei einfache Faktoren zurückführen: Geografisch gesehen liegt Europa an einem Ende des eurasischen Gürtels, der größten West-Ost-Achse entlang einer Klimazone auf unserem Planeten. Entlang diesem riesigen, heute als „Seidenstraße“ bezeichneten Gebiet konnte sich der kulturelle und technologische Austausch über Jahrtausende entfalten.

Hinzu kam – wie in Folge 2 dieses Podcasts beschrieben – die Entwicklung der Alphabetschrift vom Sinai vor über 3700 Jahren. Diese einfach zu lernenden Schriften, die die jüdische Auslegung mit den Noahsöhnen Sem und Jafet verband, ermöglichte es Jüdinnen, Christen und Musliminnen, aus China kommende Innovationen wie das Papier und den Buchdruck anzuwenden.

Wenn sich heute auch die herrschende Partei in China auf Lehren des Deutschen und Europäers Karl Marx beruft, so hat das nichts mit Genetik zu tun, sondern mit der schlichten Tatsache, dass Marxens Schriften durch die Druckerpressen weltweit Verbreitung finden konnten.

Das christlich geprägte Europa hat die Ansprüche von Mathematik, Vernunft und Moral nicht erfunden, sondern aufgrund seiner medialen Möglichkeiten mit-entdeckt und verbreitet. Doch wie wir gesehen haben, entwickelte sich auf Basis der gleichen Medientechnologien auch eine globale Mythologie der Menschenverachtung, die sich in Verschwörungsmythen des Antisemitismus sowie in Rassismus, Ableismus und Sexismus ausdrückte. Es stimmt, dass alle Kulturen eine Bevorzugung der eigenen Sprache, der dominierenden Hautfarben und alle Agrarstaaten auch Formen der Sklaverei und Leibeigenschaft hervorbrachten. Aber erst der europäische Buchdruck ermöglichte die Verfestigung von solchen Mythen zu pseudo-wissenschaftlichen Lehren, die bis heute vor allem im Gewand des Sozialdarwinismus noch immer aktiv sind.   

Als mittelalter, weißer Mann habe ich ebenso wenig eine kollektive „Schuld“ geerbt wie Jüdinnen, Muslime, Afrikanerinnen oder Roma einen „Fluch“. Allerdings muss ich mir klar sein, dass ich auch diesen Podcast deswegen machen kann, weil ich als Deutscher Privilegien wie eine Schulbildung, ein Studium und vielfache Freiheitsrechte genossen habe, von der andere von Geburt an ausgeschlossen wurden. Und mir muss klar sein, dass ich nicht nur ein Erbe großartiger wissenschaftlicher, humanistischer und christlicher Traditionen bin, sondern auch unbewusste Pakete rassistischer, antisemitischer und frauenfeindlicher Mythen und Vorurteile mit mir trage.

Wir alle – jeder einzelne Mensch, männlich, weiblich, divers – sind in komplexer Form von der Vergangenheit geprägt. Niemand konnte sich den Geburtsort, die Religionszugehörigkeit der Eltern, die Hautfarbe aussuchen. Doch wie in Folge 4 dieses Podcasts ausgeführt sehe ich den größten Unterschied zwischen Semitismus und Antisemitismus in der Deutung von Zukunft: In der Mythen- und Medientradition des Semitismus wird jedes Kind – jedes Kind – im Bilde Gottes gesehen; also als ein Geschöpf voller Potential, das Bildung und Förderung verdient. Wer sich an der Entfaltung – wie wir heute sagen: der Würde – eines Menschen vergreift, wendet sich damit auch gegen die Zukunftsmöglichkeiten, die Gott in jedem von uns angelegt habe. Umgekehrt werden Bildung, Förderung und Gleichberechtigung zum eigentlichen Gottesdienst.

In der Mythen- und Medientradition des Antisemitismus wird dagegen jedes Kind vom Moment seiner Geburt an auf sein Schicksal festgelegt – bis hin zu Abwertung und sogar Mord. Das Aufkommen des Rassismus basierte nicht erst auf Pseudo-Wissenschaft, sondern schon Jahrhunderte zuvor auf der Infragestellung der Taufe, um auch Christen aufgrund ihrer Vorfahren verfolgen, versklaven, ermorden zu können.

Die zunächst europäischen Druckerpressen ermöglichten nicht nur den Druck von Menschenrechten, sondern – oft gleichzeitig – auch den Druck von Menschenverachtung. Die Vergangenheit ist uns allen gegeben – aber damit auch die Verantwortung und Chance für eine bessere Zukunft.

Und damit sind wir wieder bei den abschließenden Literaturempfehlungen, mit denen Sie die Aussagen auch dieser Podcast-Folge überprüfen und weiterführende Druckwerke voranbringen können.

Die europäisch-mythologischen Wurzeln des Antisemitismus und Rassismus bis konkret in die Universität Tübingen erforschte Horst Junginger in „Die Verwissenschaftlichung der ‚Judenfrage‘ im Nationalsozialismus“, erschienen 2011 bei der WBG.

Der Freiburger Germanistin und Kommunalpolitikerin Sylvia Nantcha verdanke ich „Interdisziplinarität, Kulturtransfer, Literatur: Afrikawahrnehmungen in ausgewählten deutschsprachigen Reisewerken“, erschienen bei Königshausen und Neumann.

Danke liebe Sylvia, lieber Horst: Eure Schriften und Persönlichkeiten halfen mir besser zu verstehen, dass wir als Menschen unsere Perspektiven nicht verlassen, aber erweitern und vertiefen können.

Es ist kaum zu glauben, aber das neben Martin Luthers judenfeindlichen Schriften maßgebliche Werk des europäischen und lateinamerikanischen Antisemitismus und Rassismus „Centinela contra Judios“ von 1674 ist noch immer nicht in einer ordentlich kommentierten, deutschen Übersetzung verfügbar.

Eine englische Ausgabe von François Soyer habe ich für 120 Euro privat erworben. Ich nenne das hier als Sinnbild dafür, dass der deutschsprachigen Forschung zu Antisemitismus und Rassismus noch immer europäische Perspektiven fehlen. Entsprechend große Hoffnungen setze ich in laufende Forschungen meiner Kollegin Stefanie Schüler-Springorum, in die Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg und in das angekündigte, neue Forschungsprogramm des Bundes.

Im Sammelband „fremdgemacht & reorientiert / jüdisch-muslimische Verflechtungen“ von Ozan Zakariya Keskinkılıç und Armin Langer finden sich nicht nur historische Informationen, sondern auch tiefe Reflektionen über die Fallstricke von Ausgrenzung, Identitätsbildung und Opferkonkurrenz. Triggerwarnung: Wer zur Aufrechterhaltung der eigenen Identität Feindbilder braucht, wird dieses Werk hassen.

Im Gefolge von Jared Diamond erkundete Peter Frankopan im internationalen Bestseller „The Silk Roads“ die Geschichte des eurasischen Gürtels, einschließlich auch der Turkvölker und Chasaren. Auch optisch überwältigende Einblicke in noch kaum verstandene Zusammenhänge zwischen den Religionen, Kulturen und Völkern bietet die Herausgeberin Susan Whitfield in „Die Seidenstraße. Landschaften und Geschichte“.

Einen bis heute wegweisenden Ausblick auf die noch immer nur in Ansätzen verstandene Wirkung von Medien bot der kanadische Historiker Harold A. Innis in „Empire and Communications“. Sein Schüler Marshal McLuhan verfasste zu den Auswirkungen des Buchdrucks „Die Gutenberg-Galaxis“, in der er nicht weniger als „Die Entstehung des typographischen Menschen“ verortete.

Wie sich das Menschsein durch neue Medien sowohl zum Besseren wie zum Schlechteren verändert, verstehen wir noch immer nur in Ansätzen. Aber wer die heutigen, vor allem digital verbreiteten Verschwörungsmythen von deutschen Akteuren wie Lutz Bachmann, Ken Jebsen, Xavier Naidoo und Attila Hildmann erfassen möchte, wird in „Lügen im Netz“ von Ingrid Brodnig und bei Julia Ebner in „Radikalisierungsmaschinen“ fündig.

Und wenn wir – mich eingeschlossen – den Rassismus nicht nur auf distanziert-analytischer Ebene als „Thema anderer“ konfrontieren wollen, so hat Alice Hasters mit „Was weisse Menschen über Rassismus nicht hören wollen aber wissen sollten“ dazu einen biografischen Wegweiser geschrieben.

Der heutige Antisemitismus präsentiert sich als Rassismus plus Verschwörungsmythen. Deswegen macht es nach meiner Auffassung keinerlei Sinn, die verschiedenen Opfergruppen gegeneinander auszuspielen. Angebliche Israelfreunde, die gegen vermeintlich verschwörerische „Kulturmarxisten“, Flüchtlinge, Muslime sowie Sinti und Roma hetzen, postkoloniale Rassismuskritiker, die sich im Antizionismus verlieren oder Zyniker, die Opfer des belgischen Kolonialregimes im Kongo mit denen des deutschen Holocaust aufrechnen, verfehlen nach meiner Einschätzung nicht nur die Würde jedes einzelnen Opfers. Sie spalten und verzögern zudem, was unser gemeinsames Ziel sein könnte und sollte: Eine Welt, in der jeder Mensch in seiner und ihrer Einzigartigkeit zwar aus der Vergangenheit kommt, aber von dort aus eine gleichberechtigte, gebildete und also würdevolle Zukunft für sich und für andere gestalten kann.

Und wenn Sie sich ganz konkret gegen Antisemitismus, Rassismus und Verschwörungsmythen einsetzen wollen, so kann ich Ihnen gerne den am 15. Mai unter dem Hashtag #glaubnichtalles stattfindenden „Digitalen Aktionstag“ der Amadeu Antonio Stiftung und des Anne-Frank-Zentrums ans Herz legen. Wie Sie Verschwörungsmythen und Antisemitismus abwehren, Demokratie stärkende Narrative und Gegenerzählungen im Netz dagegen stärken können, erfahren Sie unter anderem an diesem Tag in Live-Diskussionen und Webinaren. Bei Interesse finden Sie weitere Informationen auf der Internetseite der Amadeu Antonio Stiftung: #GlaubnichtAlles !

Vielen Dank für Ihr Interesse.

Bitte bleiben Sie gesund!

Quellen:

Junginger, Horst (2011): Die Verwissenschaftlichung der ‚Judenfrage‘ im Nationalsozialismus, WBG

Nantcha, Sylvie (2009): Interdisziplinarität, Kulturtransfer, Literatur: Afrika-Fremdwahrnehmung in ausgewählten deutschsprachigen Reisewerken von der Kolonialzeit bis zur GegenwartKönigshausen u. Neumann

Keskinkilic, Ozan Zakariya und Langer, Armin (2018): Fremdgemacht & Reorientiert: jüdisch-muslimische Verflechtungen. Yilmaz-Günay, Koray

Frankopan, Peter (2016): The Silk Roads. A New History of the World, Bloomsbury Paperbacks

McLuhan, Marshal (1962/2011): Die Gutenberg-Galaxis. Die Entstehung des typographischen Menschen. Gingko Press

Innis, Harold A. (1951/2007): Empire and Communications. Rowman & Littlefield Publishers

Ebner, Julia (2019): Radikalisierungsmaschinen – Wie Extremisten die neuen Technologien nutzen und uns manipulieren. Suhrkamp Nova

Brodnig, Ingrid (2018): Lügen im Netz. Wie Fake News, Populisten und unkontrollierte Technik uns manipulieren. Brandstätter

Michael Blume

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) & "Verschwörungsmythen". Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

92 Kommentare

  1. Da Ich selbst Autist und Epileptiker bin, muss ich zum Begriff Ableismus leider sagen, dass ein großer Teil der Leute, die sich über Ableismus aufregen und behaupten, dass man den dank der ach so tollen Inklusion endlich überwunden hätte, leider extremst scheinheilig sind.

    Das ist nämlich meistens eine paternalistische Scheisse, wo Sozialpädagogen einem als armen Behinderten helfen wollen, denen es aber komplett scheiss egal ist, was man als Behinderter selbst will. Wenn man nein sagt oder nicht spurt, wird man in solchen Einrichtungen nach Strich und Faden manipuliert.

    Und ich sag es mal ganz ehrlich. Jemand der ehrlich behindertenfeindlich wäre, ist mir tausendmal lieber als irgendein Idiot, der mir helfen will, der aber gleichzeitig meint, es deutlich besser zu wissen, was ich im Leben brauche, als ich selber. Und der deshalb meint, meinen freien Willen ignorieren oder gar brechen zu können.

    Einfach aus einem Grund: Einem ehrlichen Feind kann man immer noch aus dem Weg gehen.

    Ich weiß das ist zynisch, aber ist leider die Wahrheit.

  2. Zum Ableismus findet man leider auch schon in der Bibel was. In Leviticus 21:17-23 werden diverse Behinderungen aufgezählt, die dem HERRN zuwider sind. Auch wenn derselbe HERR laut Exodus 4:11 jene Behinderungen selbst verursacht hat.

    In Deuteronomy 23 findet man auch rassistisches bzw. Anfeindungen von Randgruppen.

    Es ist schon erschreckend was man in dem Buch der Bücher so lesen kann.
    Auch Anklänge von reinem / unreinem Blut / Blutschuld etc. findet man da.

    Irgendwie muss die Ausgrenzung Anderer oder Andersdenkender ein Fluch sein, der auf der Menschheit lastet.

    • Da kommen wir zur Erklärung auch ganz ohne „Fluch“-Metaphysik aus, @einer: Die Evolutionspsychologie mit In-Group-Bias reicht. Nehmen Sie noch Medienpsychologie hinzu – und die Prozesse werden nachvollziehbar und bearbeitbar.

  3. @Kumpmann

    Wenn es nach der Coronavirus-Krise gelingt die Welt endlich von Unwahrheit, Wettbewerb & Co. zu befreien, so dass Probleme wie Antisemitismus & Co. wirklich-wahrhaftig aus dem befriedeten Bewusstsein verschwinden, dann sollten Menschen wie Michael Blume bestraft werden, für ihre profitorientiert-intrigante Hetze!?

  4. Sehr geehrter Herr Blume:

    Mir ist eines nicht klar. Sie schreiben, daß auf der iberischen Halbinsel Juden wie Muslime sich durch ihre dunklere Haut von den Christen unterscheiden sollen. Wie kommt aber diese “rassistische” Unterscheidung dann nach Deutschland? Die heute hier lebenden Juden sind doch meistens genauso hellhäutig wie die Christen.

    Gruß
    Rudi Knoth

    • Sehr geehrter Herr Knoth,

      vielen Dank für Ihre Nachfrage.

      Wie geschrieben war zeitlich sogar noch etwas vor den raza-Mythen vor allem durch den „Hexenhammer“ und dann Martin Luthers Druckschriften auch der deutschsprachige Antisemitismus eskaliert. Das hat sich seitdem vermischt – Sie können hier auch in den Blogkommentaren sehen, wie erbittert einige Juden als „Rasse“, Aschkenasim als „Chasaren“ usw. ausgrenzen wollen. Im deutschen Nationalsozialismus war dann sogar beides verknüpft: Hitler behauptete (siehe oben), dass die Juden eine eigene „Rasse“ wären und – Zitat – „Neger an den Rhein“ holen würden. Genau das haben wir heute in den George Soros-Hooton-Kalergi-Mythen über eine vermeintliche „Umvolkung“ Europas wieder:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-geschichtsmythos-von-adolf-hitler/

      Vielen Dank für Ihr Interesse!

  5. Ein Schmankerl, dass die Irrungen der europäischen Königshäuser bezüglich der Juden bezeugt. Der osmanische Sultan Bayezid II ( um 1500) soll über die Judenvertreibungen in Spanien gesagt haben : “„Wie töricht sind die spanischen Könige, dass sie ihre besten Bürger ausweisen und ihren ärgsten Feinden überlassen.“

  6. Verschwörungstheoretiker gab es schon immer. Früher nannte man sie Ketzer aber der Begriff ist aus der Mode gekommen. Galileo war ja so ein Spinner, der dachte, er wisse es besser als alle Experten damals und sogar besser als die heiligen Schriften. Die Dummheit stirbt wohl nie aus.

    • Da sind wir mal einer Meinung, @Peter Müller. Wo sich Verschwörungsschwurbler und Antisemiten über den überholten Begriff des „Verschwörungstheoretikers“ gleichzeitig in die Opferrolle werfen und für Galileo halten – da war die Aufklärung nicht erfolgreich… 😏😥🙇‍♂️

      Ihnen eine gute und besinnliche Nacht! 🖖

      • @Michael Blume

        Ich halte mich nicht für Galileo. Ich wäre einer der vielen anderen namenlosen Ketzer gewesen. Aber die sind Ihrer Meinung nach sicher zurecht gefoltert und ermordet worden. Nur bei Galileo hat man einen Fehler gemacht.

        • Wenn Sie sich die Folge über Rassismus und Inquisition durchgelesen oder angehört hätten, @Peter Müller, so hätten Sie meine ablehnende Position zu „Ketzerverfolgungen“ klar erkennen können.

          Aber darum geht es Ihnen ja gar nicht, ebensowenig wie um den komplexen Konflikt um Galileo. Es geht Ihnen nur darum, jüdische Verfolgte antisemitisch zu verhöhnen und für sich selbst die Opferrolle zu reklamieren. Der Witz ist, dass ich von Ihnen mehr halte als Sie selbst. Ich finde, Sie machen sich durch Ihre antisemitische Selbstviktimisierung unnötig klein und verbauen sich den Zugang zu Anderen und zu sich selbst.

          Schade, wirklich. 🤷‍♂️ Aber Sie haben immer noch die Wahl, da rauszukommen. 👍✅🌷

          • @Michael Blume:

            “Aber darum geht es Ihnen ja gar nicht”

            Doch genau darum geht es. Die “Ketzer” von damals sind die “Verschwörungstheoretiker” von heute. Ich halte Sie eigentlich für so klug das auch selbst zu erkennen. Zugeben dürfen Sie das natürlich nicht denn es ist ja Ihr Lob Leute wie mich zu diskreditieren.

          • Nö, @Peter Müller – Sie sind nicht das Opfer (auch wenn Sie es gerne wären und genau deswegen den Juden die Schoah nachtragen). Und ich „diskreditiere“ Sie auch nicht – das tun Sie durch Ihren Antisemitismus ganz alleine.

            Es zwingt Sie niemand dazu, Sie haben sich selbst darin eingesperrt.

            PS: Ich verwende den Begriff „Verschwörungstheoretiker“ ausdrücklich nicht, schon gar nicht als Vorwurf. Ihr Antisemitismus basiert schließlich überhaupt nicht auf wissenschaftlich haltbaren Theorien.

  7. Die modernen Wissenschaften haben den Rassismus nicht erfunden, sondern fanden ihn in Mischungen von christlichen und aufklärerischen Verschwörungsmythen bereits vor – und nahmen ihn auf
    —–

    Ach ja, ist das so?

    Vom Augenblick an, wo sein Name Juda (Judäer) zum ersten Mal in den Annalen der Geschichte erscheint, hinterlässt dieser Stamm Juda einen höchst merkwürdigen Eindruck.

    Er lebte abgesondert von seinen Nachbarn und stand ständig auf gespanntem Fuß mit ihnen. Sein ominös klingender Name scheint darauf hinzudeuten, dass er von Anfang an eher ausgegrenzt aus „auserkoren“ war. Laut den levitischen Schriften war er einer der Stämme Israels, und da die anderen Stämme in der Menschheit aufgegangen sind, macht es auf den ersten Blick den Anschein, als könne Juda als rechtmäßiger Erbe Anspruch auf all die herrlichen Dinge erheben, die Jahwe seinem „auserwählten Volk“ verheißen hat. Doch dürfte dieser Anspruch auf schwachen Füssen stehen, denn die Jewish Encyclopedia hält fest, dass Juda „aller Wahrscheinlichkeit nach ein nichtisraelitischer Stamm“ war.

    The Israelites:
    “Thy birth and thy nativity, is of the land of Canaan; thy father was an Amorite, and thy mother an Hittite”. (Ezekiel 16:3)
    1:.3.: „ So spricht der HERR HERR zu Jerusalem: Dein Geschlecht und deine Geburt ist aus der Kanaaniter Lande, dein Vater aus den Amoritern und deine Mutter aus den Hethitern.“

    Dieser sonderbare Stamm war es also, der, mit der von den Leviten ersonnenen Lehre als Reisegepäck, den Weg in die Zukunft beschritt. Er war Jahwes „auserwähltes Volk“ und wenn er sich streng an all dessen „Gebote“ hielt, würde ihm dereinst ein gelobtes Land zuteil werden, und er würde ‘über alle anderen Völker herrschen’.

    Zu den „Geboten“, die der Stamm Juda zu befolgen hatte, gehörte in der von den Leviten fabrizierten endgültigen Version auch der oft wiederholte Befehl, andere Nationen „vollständig zu vernichten“, „in den Staub zu werfen“ und „auszurotten“. Juda war dazu vorausbestimmt, eine Nation hervorzubringen, deren Mission die Zerstörung war.

    • Und wo ist jetzt der Zusammenhang, @Dietrich von Bern? Im Englischen wird unser Staat nach dem Stamm der Germanen genannt, auf Französisch und Türkisch nach den Allemannen. Auch diese führten Kriege und eroberten, wurden seßhaft, verschmolzen mit anderen, entwickelten sich mit Höhen und Tiefen. So what? 🤷‍♂️

      • Und wo ist jetzt der Zusammenhang, @Dietrich von Bern?

        ——-

        Ganz simpel, lieber Herr Blume:

        Die ersten ‘Rassisten’ waren weder die Spanier, noch die Christen, noch die (europäischen) Aufklärer, sondern der Stammesgott der Juden, Jahwe himself. Hier ein paar Kostproben, wie sie z.B. in der Thora, Mose 5 (Deuteronomium) allgegenwärtig sind

        Du wirst alle Völker vertilgen, die der HERR, dein Gott, dir geben wird. Du sollst sie nicht schonen und ihren Göttern nicht dienen; denn das würde dir zum Fallstrick werden. Wirst du aber in deinem Herzen sagen: Diese Völker sind größer als ich; wie kann ich sie vertreiben?, so fürchte dich nicht vor ihnen. Denke daran, was der HERR, dein Gott, dem Pharao und allen Ägyptern getan hat durch große Machtproben, die du mit eigenen Augen gesehen hast, und durch Zeichen und Wunder, durch mächtige Hand und ausgereckten Arm, womit dich der HERR, dein Gott, herausführte. So wird der HERR, dein Gott, allen Völkern tun, vor denen du dich fürchtest. Dazu wird der HERR, dein Gott, Angst und Schrecken unter sie senden, bis umgebracht sein wird, was übrig ist und sich verbirgt vor dir. Laß dir nicht grauen vor ihnen; denn der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, der große und schreckliche Gott. Er, der HERR, dein Gott, wird diese Leute ausrotten vor dir, einzeln nacheinander. Du kannst sie nicht auf einmal vertilgen, damit sich nicht die wilden Tiere wider dich vermehren. Der HERR, dein Gott, wird sie vor dir dahingeben und wird eine große Verwirrung über sie bringen, bis er sie vertilgt hat, und wird ihre Könige in deine Hände geben, und du sollst ihren Namen auslöschen unter dem Himmel. Es wird dir niemand widerstehen, bis du sie vertilgt hast. ( 5. Mose 7,16)

        Aber in den Städten dieser Völker hier, die dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat, sondern sollst an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat (5. Mose 20,16)

        “Wenn dich nun der HERR, dein Gott, in das Land bringen wird, von dem er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, es dir zu geben – große und schöne Städte, die du nicht gebaut hast, und Häuser voller Güter, die du nicht gefüllt hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, und Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast -, und wenn du nun ißt und satt wirst, so hüte dich, daß du nicht den HERRN vergißt, der dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt hat, sondern du sollst den HERRN, deinen Gott, fürchten und ihm dienen und bei seinem Namen schwören. Und du sollst nicht andern Göttern nachfolgen, den Göttern der Völker, die um euch her sind – denn der HERR, dein Gott, ist ein eifersüchtiger Gott in deiner Mitte -, daß nicht der Zorn des HERRN, deines Gottes, über dich entbrenne und dich vertilge von der Erde. (5. Mose 6,10)

        Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen und nicht umkehren, bis ich sie umgebracht habe. Ich will sie zerschmettern, daß sie nicht mehr aufstehen können; sie müssen unter meine Füße fallen. Du rüstest mich mit Stärke zum Streit; du wirfst unter mich, die sich gegen mich erheben. Du treibst meine Feinde in die Flucht, daß ich vernichte, die mich hassen. Sie rufen – aber da ist kein Helfer – zum HERRN, aber er antwortet ihnen nicht. Ich will sie zerstoßen zu Staub vor dem Winde, ich werfe sie weg wie Unrat auf die Gassen. Du hilfst mir aus dem Streit des Volkes und machst mich zum Haupt über Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir. Es gehorcht mir mit gehorsamen Ohren; Söhne der Fremde müssen mir huldigen. Die Söhne der Fremde verschmachten und kommen mit Zittern aus ihren Burgen. (Psalm 18,38)

        Und eine ganz bescheidene Frage:

        Wie halten Sie es denn mit dem jüdischen Rassegesetz, dem ‘Law of Return’?

        Das ausschließlich Personen jüdischer Herkunft oder jüdischen Glaubens sowie deren Ehepartnern die Einwanderung nach Israel erlaubt, wobei im Zweifelsfalle (vor allen Dingen bei Juden aus der ehemaligen Sowjetunion) ein Gentest verlangt wird

        • Ja, @Dietrich von Bern – ich rechne es den Tradenten der Bibel hoch an, dass sie anstößige Texte aus der Frühzeit nicht getilgt, sondern bewahrt und immer wieder neu ausgelegt haben. Und wer sich auch nur ein kleines bißchen mit der Geschichte auskennt weiß, dass gegenseitige Eroberungszüge und Austilgungsfantasien keinesfalls nur in der Bibel vorkommen.

          Dass Sie wieder besseren Wissens das israelische Staatsbürgergesetz als “Rassegesetz” verunglimpfen, spricht ebenfalls gegen Sie. Sie wissen selbst ganz genau, dass zum Beispiel auch Zehntausende afrikanische Jüdinnen und Juden sowie Konvertitinnen und Konvertiten jeder Herkunft nach Israel einwandern konnten bzw. – im Fall der afrikanischen Juden – sogar aktiv gerettet wurden. Bewusst und niederträchtig versuchen Sie wiederum das Judentum nicht als Religion wahrzunehmen, sondern als “Rasse” abzuwerten.

          Pfui.

          • @ Michael Blume
            ……im Fall der afrikanischen Juden – sogar aktiv gerettet wurden. Bewusst und niederträchtig versuchen Sie wiederum das Judentum nicht als Religion wahrzunehmen, sondern als “Rasse” abzuwerten.

            Pfui.
            —-
            Lieber Herr Blume,

            schön, dass mein ursprünglicher Kommentar nicht veröffentlicht wurde.

            Aber ich versuch’ s nochmal (auch was die afrikanischen Juden- und Jüdinnen anbelangt:

            Nur am Rande sei erwähnt, dass – nach dem Zeugnis von Beobachtern und Betroffenen – offensichtlich auch innerhalb der jüdischen Gesellschaft selbst ein hierarchisches Klassen- oder fast Kastensystem herrscht, mit den ursprünglich mittel- und osteuropäischen Juden (Aschkenazim, oftmals mit deutschen Nachnamen) an der Spitze und den orientalischen Juden (Sephardim mit oft spanischen Namen) als
            Bürgern zweiter Klasse sowie den äthiopischen Juden (Schwarzen Juden) als unterster Klasse:

            “Sobald sich ein orientalischer Jude nach
            oben arbeitet, wird er vom System wieder zurückgestuft. Populäre orientalische Politiker, die die Dominanz der Aschkenasim-Elite bedrohen könnten, finden sich im Gefängnis wieder.” (Israel Shamir: ‘Blumen aus Galiläa’, Wien 2005, S. 32)

            Sefi Rachlevsk, der bekannte israelische Anti-Rassimus Aktivist, Autor und Religions-Experte, hat dazu ein seitenstarkes und vieldiskutiertes Erfolgsbuch mit dem Titel ‘Der Esel des Messias’ geschrieben (Hamoro shel haMassia’h, Tel Aviv 1998). In diesem Werk argumentiert er für die These, dass die religiöse, kabbalistische jüdische Führungsschicht Durchschnittsjuden abfällig ‚Esel des Messias‘ nennt, welche den Messias tragen sollen ohne im Grunde zu wissen wozu oder wohin.

            Rachelevsky ist überzeugt, dass die kabbalistische Theologie von Rabbi Kook [Ideengeber des religiösen Zionismus, erster Großrabbiner Palästinas 1904–1935 und geistiger Vater der radikalen Siedlerbewegung Gusch Emunim] mit ihrer Mischung aus Messianismus, Hass auf die Nichtjuden (Goy) und Bereitschaft zum Terror zur vorherrschenden
            Ideologie der orthodoxen Juden wurde. Ihr Hauptziel ist, so Rachlevsky, die national-religiöse Erlösung durch absolute Machtübernahme, Beendigung der Demokratie, Wiederaufbau des Tempels und globale messianisch-apokalytische Kriege.
            Säkulare oder sozialistische Juden sind hierbei nur vorübergehende Hilfstruppen.
            Der bekannteste israelische Friedensaktivist und Parlamentsabgeordnete Uri Avnery nannte es „das wichtigste Buch“ der letzten Jahre und eine „Pflichtlektüre“.

          • Lieber @Dietrich von Bern,

            nun habe ich Ihren antisemitischen und rassistischen Kommentaren ausreichend Raum gegeben, so dass sich alle ein Bild machen können. Aber es kommt nichts Neues mehr und Ihr Trolling samt Hass wiederholt sich nur noch.

            Deswegen ziehe ich jetzt einen Schlussstrich und veröffentliche keine weiteren Kommentare mehr von Ihnen. Punkt.

            Ihnen persönlich von Herzen gute Besserung.

  8. Es ist sinnvoll vorher den Weg der Geschichte zu beschreiten, wenn man die Gegenwart bewältigen muss.
    Die Vorstellungswelt der Vergangenheit ist noch nicht überwunden, ja sie feiert ständig neue Auferstehung, wie im web nachzulesen ist.
    Wir müssen uns also um die Geschehnisse der Vergangenheit bemühen, bemühen sie zu verstehn, Begriffe abzuleiten und mit diesen Begriffen versuchen einen Weg zu finden, wie die Zukunft wohl ablaufen wird.
    So ein Begriff ist der „Rassismus“, von dem jeder glaubt zu wissen, was er bedeutet.
    Und wenn man dann nachliest, was denn Alfred Rosenberg darüber gedacht hat, was Adolf Hitler dazu gesagt hat, was Martin Luther King meinte, dann ist der Begriff Rassismus nicht mehr eindeutig.

    Der Begriff kommt aus dem spanischen Kulturkreis und es ist klug bei der Reconquista zu beginnen.
    1453 wurde Konstantinopel von den Moslems überrannt und im Gegenzug wurde 1492 Andalusien von den christlichen Heeren überrannt.
    Militärischer Gleichstand kann man sagen.

    Dazwischen befanden sich die Juden, die in Andalusien sich mit den Moslems arrangiert hatten und die von den Moslems geduldet wurden.

    Man kann es vereinfacht als späte Rache ansehen, wenn man die Juden jetzt ebenfalls bestrafen wollte. Und so kam es ja auch. Isabella von Spanien verfügte, dass die Juden ebenfalls das Land verlassen mussten.

    Man kann auch ein wenig tiefer gehen, indem man die Motive genauer untersucht. Man hat ja den Juden vorgeworfen, mit den Moslems kollaboriert zu haben und man wollte sicher gehen, dass sich das nicht wiederholt. Also hat man den Begriff der Blutreinheit konstruiert, wer jüdischer Abstammung ist, ist Jude und damit kein Spanier. Und diese Denkart kam natürlich den spanischen Eroberern in Mittelamerika genau recht, hatten sie doch jetzt eine Begründung die Indianer zu unterjochen und ihre Goldschätze nach Europa zu transportieren. Indianer sind keine Spanier.

    Das war eine ganz neue Dimension im Bereich der kulturellen Zugehörigkeit, die Einbeziehung der Vorfahren als Kriterium der Einteilung. Und diese Auffassung hat sich bis ins 20. Jahrhundert erhalten, und hatte im 3. Reich ihren Höhepunkt.

  9. @H.Wied 15.05. 10:03

    „Das war eine ganz neue Dimension im Bereich der kulturellen Zugehörigkeit, die Einbeziehung der Vorfahren als Kriterium der Einteilung. Und diese Auffassung hat sich bis ins 20. Jahrhundert erhalten, und hatte im 3. Reich ihren Höhepunkt.“

    Entscheidend und außergewöhnlich war im 3. Reich vor allem, dass man anhand des Kriteriums der Abstammung festgelegt hat, wen man ausrauben und umbringen kann.

    Ansonsten ist das Kriterium der Abstammung normalerweise entscheidend, wer in ein Land einwandern darf und wer nicht. Das ist jetzt schon fast weltweiter Standard. Und das macht schon einen gewissen Sinn, dass man eben keine unkontrollierte Zuwanderung haben will. Das ist schon egoistisch im Sinne derer, die alteingesessene Staatsbürger sind, mit allen Rechten und Pflichten, die dazu gehören. Man will nicht unbedingt sein Land mit allen teilen, die gerne einwandern möchten.

    Hier ist jetzt aber auch wichtig, ob man jetzt persönlich von Einwanderung profitiert, oder nicht, je nach persönlicher Situation. Entsprechend unterschiedlich sind die Haltungen gegenüber dem Ausmaß von Migration. Wer billige Arbeitskräfte gebrauchen kann, und angesichts schrumpfender Bevölkerungsentwicklung Mieter für seine zahlreichen Immobilien benötigt, wird die Sache anders sehen, als einer, der nur gering Qualifiziert ist, und im Niedriglohnsektor arbeiten muss.

    Aus Gründen der Menschlichkeit Verfolgten eine Zuflucht zu gewähren, wäre glaube ich eher konsensfähig, wenn nicht gleichzeitig so viele Arbeitsmigranten einwandern würden. Entsprechend größer ist das Problem auf dem Wohnungsmarkt, und auch in manchen Bereichen des Arbeitsmarktes. Für die Einen. Die anderen, die hier alles besitzen, die verdienen doppelt daran.

    Das ist keine Verschwörung, auf beiden Seiten nicht. Sondern ein ganz normaler Konflikt um das Besitzstreben, mit Vermietung mehr Geld zu verdienen bzw. als Mieter Mietkosten zu sparen. Radikal oder menschenfeindlich bzw. menschenfreundlich ist das nicht automatisch.

    Wobei es wirkliche Menschenfeindlichkeit auch noch gibt, auch Gruppenbezogene. Die kann sich gegen bestimmte Ethnien richten, aber auch gegen vermeintlich selbstverschuldet weniger Leistungsfähige unter der ansässigen Bevölkerung.

    • Ansonsten ist das Kriterium der Abstammung normalerweise entscheidend, wer in ein Land einwandern darf und wer nicht. Das ist jetzt schon fast weltweiter Standard.

      Auch in Australien? Soweit ich aus der Serie “Australien Saga” von Chrotsopher Clarke mitbekommen habe gibt es dort Migranten aus Europa wie aus Asien. Wichtig sind Bildung, berufliche Qalifikation und Alter oder entsprechendes Vermögen.

      Gruß
      Rudi Knoth

      • Auch Kanada hat ein Einwanderungsgesetz dieser Art. Es ist recht schlüssig und nachvollziehbar, weil es sich gleichfalls auf Bildung, berufliche Qualifikation, Alter oder entsprechendes Vermögen gründet.

        Sollte eigentlich auf der ganzen Welt der Standard sein, so ein Gesetz. Die Ironie dabei wäre, wenn es alle Nationen dieser Welt hätten, dann würde es sich selbst überflüssig machen ;-))))))

  10. Tobias Jeckenburger,
    Mit dem Kriterium der Abstammung war ganz speziell nicht die politische Zugehörigkeit mit ihren Verpflichtungen z.B. Bürgern des Commonwealth als Beispiel gemeint, sondern die vermeintlich kulturell unerwünschte Zugehörigkeit, aktuell die Sinti und Roma.
    Diese Form von Rassismus besteht heute noch.

    Wie sie aber zu Recht angemerkt haben, war die nichtarische Abstammung während des 3. Reiches eben entscheidend über Leben und Tod.

    Deswegen ist der Titel von Herrn Blume “Der Antisemitismus bedroht uns alle” sehr weitblickend und klug gewählt.

    Der Antisemitismus hat als eine Grundlage den ideologischen Rassismus, der darauf abzielt, den einzelnen Mensch als “unerwünscht ” abstempeln zu können.

  11. 1.
    Haben die Begriffe “Rasse ” oder “Rassismus” vielleicht sogar etwas mit Rinder- oder Hunderassen zu tun?
    2.
    Weshalb ist bei der Verabscheuungswürdigkeit genetischer bzw. biologisch – ethnisch- “rassischer” Begriffe und Betrachtungsweisen dann die Zugehörigkeit zum Judentum bzw. die Identifikation als Jude nur über die Hälfte eines individuellen Genoms (nämlich der Mutter) möglich? Und weshalb ist die Erlangung der israelische Staatsangehörigkeit im Normalfall ( !!) nur bei “ethnischer” Zugehörigkeit zum Judentum bzw. nach Identifikation als Jude möglich ?

    3.
    Den israelischen Historiker Shlomo Sand suggestiv in die Nähe von Antisemitismus zu stellen , ist schon ein starkes Stück (Propaganda)

    • Geschickt, @little Louis, wie Sie trotz Erklärungen im Podcast dennoch versuchen, die uralte, antisemitisch-rassistische Lüge aufrecht zu erhalten. So schreiben Sie bewusst wahrheitswidrig, man werde „Jude nur über die Hälfte eines individuellen Genoms (nämlich der Mutter)“ – als handele es sich beim Judentum um eine abgegrenzte „Rasse“.

      Dabei wissen Sie genau, dass das Judentum seit jeher auch Konversionen kannte und kennen sicher auch die oben geschilderte Geschichte von Rut, der Konvertitin und Großmutter des David.

      Das Judentum wird in Familien kulturell weiter gegeben – ganz ebenso wie es auch im Hinduismus, Islam, Ezidentum usw. geschieht. Dass das Judentum dabei Konversionen erlaubt und auch nichtjüdische Väter akzeptiert geht sogar weiter als viele andere Religionen.

      Was mich interessieren würde, @little Louis: Wie rechtfertigen Sie das Beharren auf Lügen, wenn diese doch bereits widerlegt sind? Was motiviert Sie, das Judentum auf Genetik zu beschränken, obwohl genau das doch gerade widerlegt wurde? Spüren Sie dabei denn gar keine Zweifel oder Gewissensbisse? 🤔

      • „Das Judentum wird in Familien kulturell weiter gegeben – ganz ebenso wie es auch im Hinduismus, Islam, Ezidentum usw. geschieht. Dass das Judentum dabei Konversionen erlaubt und auch nichtjüdische Väter akzeptiert geht sogar weiter als viele andere Religionen.“

        Und was ist mit den Kindern von nichtjüdischen Müttern? Als ab dem Jahr 1991 jüdische „Kontingentflüchtlinge“ nach Deutschland einreisen durften, wurde für sie ein unbürokratisches Einreiseverfahren geschaffen, das auf ein “formelles Beweiserhebungsverfahren” zur eindeutigen Definition jüdischer Identität verzichtete. Was dazu führte, dass die jüdischen Gemeinden in Deutschland einen Teil der sog. “Kontingentflüchtlinge”, die aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland emigrierten, nicht in ihre Gemeinden aufnahmen, weil sie sich am chalachischen Religionsgesetz orientierten, demzufolge Jude ist, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde. Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt dazu: „Die zentrale Frage, die sich sowohl die DDR- als auch die bundesrepublikanischen Behörden stellten, war die so oft im Laufe der Weltgeschichte und der Entwicklung der Weltreligionen gestellte Frage: “Wer ist ein Jude?” Der chalachischen Antwort nach, d.h. dem jüdischen Religionsgesetz entsprechend, sind Kinder einer jüdischen Mutter oder zum Judentum Übergetretene Juden und Jüdinnen. Der chalachischen wurde eine weltliche, nationale Antwort des 20. Jahrhunderts vorgezogen: Kinder und z.T. Enkelkinder jüdischer Väter und/oder jüdischer Mütter (oder beider Elternteile) durften als “Kontingentflüchtlinge” nach Deutschland auswandern. Eine solche ethnisch-nationale Auffassung von Judentum entsprach auch dem Paragraf 5 in den sowjetischen Personalausweisen. Darin gab es eine Spalte “nacional’nost’” (Nationalität), in der bei Juden “evrej” (“Hebräer”, Jude) stand. Die nationale Zugehörigkeit wurde in der UdSSR bei den Juden wie bei den Nichtjuden in der Regel väterlicherseits geführt. In der Folge standen zehntausende Männer und Frauen, die als Juden nach Deutschland kamen, nach allen Turbulenzen der Auswanderung und des Ankommens am Ende religiös gesehen als Nichtjuden vor geschlossenen Türen der jüdischen Gemeinden des Aufnahmelandes, da diese sich am chalachischen Religionsgesetz orientieren. Nur ca. 85.000 der knapp 220.000 Einwanderer fanden den Weg in die jüdischen Gemeinden der Bundesrepublik. Diese Menschen retteten de facto ein institutionalisiertes jüdisches Leben in Deutschland: Am Ende der 1980er Jahre, vor der Einwanderung, gab es knapp 30.000 Gemeindemitglieder. Viele von ihnen waren bereits höheren Alters. Hätte die Einwanderung nicht stattgefunden, gäbe es im heutigen Deutschland keine jüdischen Gemeinden jenseits der Großstädte mehr. Gegenwärtig gibt es 100.000 bis 105.000 Jüdinnen und Juden, die Mitglied in einer jüdischen Gemeinde sind. Mindestens 90 Prozent davon sind Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion.“
        Quelle: https://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/252561/juedische-kontingentfluechtlinge-und-russlanddeutsche

        • Ja, @Mona – so ist es. Nach vorherrschender Meinung in den jüdischen Gemeinden gilt die Abstammung von der Mutter oder die Konversion. Bei islamischen Gemeinden ist es die Abstammung vom Vater oder die Konversion. Bei Eziden müssten es beide Eltern sein und es gibt (noch) keine Konversion. Das Alevitentum öffnet sich gerade. Bei Christen kommt es auf die Taufe an (wobei einige Anforderungen wie Kurse daran knüpfen).

          So what? Das nennt sich Religionsfreiheit.

          • @ Michael Blume

            So what? Das nennt sich Religionsfreiheit.
            ——
            Da gibt’s aber gewaltige Unterschiede, Herr Blume.

            Zu Übertritt in die Gesetzes ‘Religion’ Islam, reicht schon das Murmeln der Shahada (das islamische Glaubensbekenntnis) aus und schon ist man ein Allahist (ein ‘Follower’ Allah’s). Allerdings gibt’s keine Exit-Strategie, ansonsten ist man ein Apostat und es droht die Todesstrafe (in den meisten islamischen Ländern).

            Christ wird man durch die ‘Taufe’, obschon das absoluter Unsinn ist, denn ein 8-9 Jähriger, der in der Pseudo-Christen-Religion des Katholizismus die ‘Taufe’ erhält, ist sich der Tragweite dieses Vorgangs noch garnicht bewußt. Selbst bei den Evangelen, die inzwischen ganz ohne Gott und Jesus Christus auskommen, und ein marxistischer und esoterischer Haufen sind, habe ich meine Zweifel. Christ sollte man daher nur als Volljähriger und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte werden dürfen.

            Um in die in sich geschlossene Gesetzes-Religionsgemeinschaft des Judentums eintreten zu können, bedarf es allerdings ganz besonderer Anstrengungen und Prüfungen. Hier sind so große Hürden zu überwinden. sodass viele Gutwillige schon freiwillig das Handtuch werfen.

          • Klar gibt es da “gewaltige Unterschiede”, @Dietrich von Bern. Zum Ezidentum könnten Sie zum Beispiel derzeit noch gar nicht konvertieren, zum Alevitentum bis vor Kurzem auch nicht und ob man zum Hinduismus konvertieren kann (und in welche “Kaste”), wird von unterschiedlichen Strömungen des Hinduismus ganz unterschiedlich bewertet. Das stört Sie alles aber null (ganz ebenso wie sich @Peter Müller nicht z.B. am Hellenismus oder Pakistanismus reibt) – nur das sehr viel offenere Judentum verunglimpfen Sie wieder und wieder als “geschlossene Gesetzes-Religionsgemeinschaft”.

            Auch dass aus jüdisch-religiöser Sicht alle Menschen in “Gottes Bild” geschaffen sind, als Nachfahren von Adam und Eva sowie als Kinder Noahs Anteil an der kommenden Welt erlangen können und es also gar keinen Missionsbefehl, Heilsexklusivismus o.ä. gibt, unterschlagen Sie ebenso.

            Immerhin haben Sie ja mal einen Seitenhieb auf den Islam in Ihrem Kommentar – natürlich ohne zu erwähnen, dass es auch innermuslimisch wachsende Bewegungen für Religionsfreiheit gibt und dass z.B. die früher abgelehnte Ehe zwischen einem christlichen Mann und einer muslimischen Frau heute unter europäischen MuslimInnen weithin akzeptiert wird:
            https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2019/42709/christlich-muslimische-familie

            In der Summe kann ich Ihnen nur empfehlen, sich mal selber zu prüfen, warum Sie anderen Religionen problemlos nachsehen, was Sie am Judentum zutiefst erzürnt und ob es nicht an der Zeit wäre, dass Sie zwischen Religionen und vermeintlichen “Rassen” zu unterscheiden lernen…

          • @ M. Blume

            Klar gibt es da “gewaltige Unterschiede”, @Dietrich von Bern. Zum Ezidentum könnten Sie zum Beispiel derzeit noch gar nicht konvertieren, zum Alevitentum bis vor Kurzem auch nicht und ob man zum Hinduismus konvertieren kann
            —–

            Entschuldigung, lieber Herr Blume,
            sowohl Jesiden als auch Aleviten, sind (häretische) Sekten des Islam und werden auch als ethnische Gruppen vom rabiaten, fundi Mainstream Islam verfolgt. Ähnlich wie die Mutaziliten (Freidenker) des Mittelalters von den Radikal-Fundis erbittert verfolgt und ausgerottet wurden. Damit war die letzte Chance zu einer Reformation des Fascho-Islam vertan. Von da an ging’s nur noch bergab!

            Das Judentum gehört jedoch zu den sog. ‘Weltreligionen’ und bezeichnet sich selbst als ‘auserwähltes Volk’. Egal ob jüdischer Atheist, Kommunist, oder sonstwas. In den USA glauben gem. einer Studie des renommierten PEW Research Instituts mehr als 60 Prozent der U.S. Juden nicht mal mehr an einen Gott. Gleichwohl fühlen Sie sich als (Volk) ‘auserwählt’, also als etwas ‘Besonderes’. Können Sie in der PEW Studie alles nachlesen.

          • Und wieder springen Sie wild umher, um Ihren Verschwörungsglauben aufrecht erhalten zu können, @Dietrich von Bern: Einerseits werfen Sie dem Judentum vor, eine “Rasse” zu sein – andererseits messen Sie es an einer “Weltreligion”. Einerseits beklagen Sie – heuchlerisch – Verfolgungen, diffamieren aber andererseits nicht nur Muslime, sondern auch Aleviten und Eziden als AnhängerInnen eines sog. “Fascho-Islams”. (Tatsächlich wird die Zugehörigkeit zum Islam unter Aleviten kontrovers diskutiert und unter Eziden klar verneint. Aber Fakten spielen für Ihre Weltsicht ja kaum eine Rolle.)

            Im Kern werfen Sie Jüdinnen und Juden vor, sich für “auserwählt” und etwas “Besonderes” zu halten – und vertreten zugleich eine Weltsicht, in der sich die gesamte Welt und fast alle Religionen gegen Ihre eigene, germanische “Rasse” verschworen habe. Sie wollen sich gerne für einzig auserwählt halten und können deswegen weder Juden noch Muslime, Eziden oder Aleviten als Deutsche anerkennen.

            Kurz: Sie stecken richtig, richtig tief im pathologischen Dualismus des rassistischen Antisemitismus…

          • @ Michael Blume

            ….. “Eziden oder Aleviten als Deutsche anerkennen”….

            Lieber Herr Blume,

            Seit wann muss ich türkische, syrische oder irakische Jesiden oder Aleviten als ‘Deutsche’ anerkennen?

            Ich anerkenne diese Personen, sofern sie guten Willens sind und sich assimilieren wollen ohne Probleme als Deutsche Staatsbürger an.

            Deutschsein ist man von Geburt, und zwar wenn mindestens ein Elternteil deutsch ist.

            Wobei mir klar ist, dass die Linken versuchen das deutsche Geburtsrecht durch das sog. ‘Niederlassungsrecht’ zu ersetzen.
            Deswegen schwafelt auch unser ‘Regierender Hosenanzug’ von ‘denen, die hier schon länger leben’ und ‘jenen, die hier noch nicht so lange leben.

            Allerdings spricht unser GG eindeutig ‘vom deutschen Volk’ und nicht etwa von der ‘Zivilgesellschaft’. Und das kommt nicht von ungefähr!

            Was unter der Definition des Begriffs “Volk” zu verstehen ist, gibt der Duden (“Seit über 130 Jahren die maßgebliche Instanz für alle Fragen zur deutschen Sprache” –

            http://www.duden.de/ueber_duden
            vor:

            “durch GEMEINSAME KULTUR und GESCHICHTE [und SPRACHE] verbundene große Gemeinschaft von Menschen”.

            Das schreibt nicht das Meyers-Lexikon von 1905, auch nicht “Mein Kampf” von 1925, sondern Duden-online von 2014.

            (Allein deshalb kann ein Türke oder ein ‘stark pigmentierter’ Afrikaner, südlich der Sahara niemals per Einbürgerung dem deutschen Volk angehören, auch wenn Herr Steinmeier und Konsorten es anders sehen.)

            Sie können halt nicht zwischen de jure und de facto unterscheiden, vielleicht wollen Sie es auch gar nicht, wahrscheinlich ist Ihnen nur das heilig, was von oben vorgegeben wird, auch wenn es ein völliger Unsinn ist.

            Unter dem Begriff “Nation” versteht Duden eine “große, meist geschlossen siedelnde Gemeinschaft von Menschen mit GLEICHER ABSTAMMUNG, GESCHICHTE, SPRACHE, KULTUR, die ein politisches Staatswesen bilden”. (Aber eben nur “meist” geschlossen siedelnd, es ist also keine Bedingung. Und die Diaspora-Jesiden müssen nicht unbedingt ein gemeinsames “politisches Staatswesen bilden”, um Jesiden zu bleiben – wie viele China-Towns mit Abermillionen Chinesen gibt es weltweit schon einige Jahrhunderte, ohne dass die Chinesen dadurch aufhörten, biologisch Chinesen zu sein…)

            Das Freenet-Lexikon ist noch deutlicher: “Nation (vor dem 14. Jahrhundert ins Deutsche übernommen, von lat. natio, „Geburt, Herkunft, Volk“) bezeichnet größere Gruppen oder Kollektive von Menschen, denen GEMEINSAME KULTURELLE Merkmale wie SPRACHE, TRADITION, SITTEN, GEBRÄUCHE oder ABSTAMMUNG zugeschrieben werden. Diese sprachlichen und kulturellen Eigenschaften und Merkmale werden dann als der nationale Charakter eines Volkes oder einer Volksgemeinschaft ausgemacht. Grundlegend entspricht dies der Nation als anthropologischem Konzept, das sich in den Begriffen der Kulturnation oder ethnischen Nation widerspiegelt.”

            http://lexikon.freenet.de/Nation

          • Oh ja, @Dietrich von Bern – jeden Tag wachsen Deutsche verschiedenster Herkunft, Hautfarbe und Religion näher zusammen und bilden stärkere Gemeinsamkeiten der Abstammung, Geschichte, Sprache und Kultur aus. Nächstes Jahr – 2021 – werden wir zum Beispiel bundesweit 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland feiern. Und es werden Deutsche in all unserer Vielfalt daran teilhaben. Denn Rassisten definieren sich nur über die Vergangenheit. Republikaner und Semiten aber schauen immer auch auf die gemeinsame Zukunft. 🙂

          • Im Kern werfen Sie Jüdinnen und Juden vor, sich für “auserwählt” und etwas “Besonderes” zu halten –
            ——-

            Ich werfen den Juden und Jüdinnen gar nichts vor, sondern es ist eine Tatsache, dass sie sich -unabhängig von ihrem Glauben, als ‘auserwählt’ -also etwas ‘besserer halten’
            .
            Nachzulesen in der PEW Studie über amerikanische Juden!

          • Selbstverständlich gehen Jüdinnen und Juden von einer besonderen Erwähltheit ihrer Tradition aus – welche tut das denn nicht? Aber gerade auch das Judentum schließt ausdrücklich nicht aus, dass andere Menschen eigene Wege, auch Erwählungswege, zu Gott gehen.

            In Folge 13 habe ich dazu den nationalreligiösen Rabbiner Steinsaltz zitiert:
            Entsprechend erklärte auch Rabbi Steinsaltz, der dem interreligiösen Gespräch durchaus reserviert gegenüberstand, dass das „jüdische Verständnis der Erwählung Israels“ als „Priesterschaft der Welt“ anzusehen sei, Zitat (S. 92): „Ich will damit nicht sagen, Heiligkeit sei in irgendeiner Weise auf ein Volk beschränkt oder der Zugang zum Göttlichen stehe nicht der ganzen Menschheit in gleicher Weise offen. Die Juden nehmen lediglich eine größere Last auf sich.“ (Zitat Ende)
            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-13-tag-der-befreiung-und-die-juedische-mystik-zur-grossen-rede-von-richard-von-weizsaecker/

            Sie haben auch zu dieser Folge antisemitische und antidemokratische Kommentare eingestellt – aber es ist Ihnen offensichtlich nicht gelungen, den Text durch Hören und/oder Lesen erst einmal zu verstehen.

            Schade für Sie, wenn auch leider nicht überraschend. (Dualismus blockiert das Verstehen.)

          • sondern auch Aleviten und Eziden als AnhängerInnen eines sog. “Fascho-Islams”.
            ———

            Falsch, Herr Blume, ich habe die Aleviten und Jeziden als Häretiker und daher als Opfer des Fascho-Main-Stream Islam bezeichnet. Wie im Mittelalter die häretischen Mutaziliten, die Freidenker, die man mit Stumpf und Stiel ausgerottet hat.

          • Und das ist eben falsch, @Dietrich von Bern: Aleviten und Ezidinnen sind keine “Häretiker” des Islam, sondern Erben eigener, uralter, religiöser Traditionen.

            Die man im Übrigen auch dann zu achten hat, wenn sie bislang keine Konversionsmöglichkeiten kannten (bei den Aleviten ändert sich das gerade). Und das war der Ausgangspunkt unserer Diskussion: Sie hatten wieder mal auf das Judentum eingedroschen, weil es Konversionen so schwer mache.

          • @ Michael Blume

            “Kurz: Sie stecken richtig, richtig tief im pathologischen Dualismus des rassistischen Antisemitismus”…
            ——
            Vielleicht sollten Sie mal etwa mehr Phantasie walten lassen, die abgenutzte Platte vom ‘Antisemitismus’ hat einen Sprung.

            Antisemitismus

            Die krude Beschuldigung des “Antisemitismus ” (oder, im Fall der Juden, des “Selbsthasses”) gegen jeden, der gegen die Diskriminierung der Palästinenser protestiert oder auf eine zur “genehmigten Version” nicht passende Tatsache über die jüdische Religion oder die jüdische Vergangenheit hinweist, wird mit größerer Feindschaft und Vehemenz von den nichtjüdischen “Freunden der Juden” als von den Juden selbst erhoben.

            Gerade die Existenz und der große Einfluß dieser Gruppe in allen westlichen Ländern und insbesondere in den USA (sowie in anderen englischsprachigen Ländern) gestattet den Rabbinern und den Gelehrten des Judaismus, ihre Lügen nicht nur ohne Gegenwehr, sondern mit beträchtlicher Hilfe zu verbreiten.“ –

            Prof. Israel Shahak, jüdischer Menschenrechtler und Professor für organische Chemie an der Universität Jerusalem.

            Jüdische Geschichte , jüdische Religion – Der Einfluss von 3000 Jahren
            https://ia803106.us.archive.org/8/items/IsraelShahakJuedischeGeschichte/Israel_Shahak-Juedische_Geschichte.pdf

          • Ach, @Dietrich von Bern – die Palästinenser sind Ihnen doch herzlich egal, waren hier nie Thema. Sie beschimpfen das Judentum als vermeintliche “Rasse”, schwadronieren über vermeintliche, jüdische Weltverschwörer und ziehen sogar über Holocaust-Überlebende wie George Soros und Ellie Wiesel in übelster Weise her.

            Wenn Sie kein Antisemit mehr sein wollen, müssen Sie halt aufhören, einer zu sein. Sie sind hier nicht das Opfer – es ist Ihre Entscheidung, ob Sie weiterhin Verschwörungsmythen und Hass von sich geben.

  12. little Louis
    Ein kleiner Nachtrag zum praktizierten Rassismus in Andalusien.
    Im 15. und 16 Jahrhundert gab es keine Ausweise, keine Lichtbilder, es gab keine Möglichkeit auf die Herkunft eines Menschen zu schließen.

    Um also die Muslime und Juden aufzuspüren, die sich bedeckt hielten, machte man einen Test. Die Leute, die im Verdacht standen Muslime oder Juden zu sein, die mussten ein Stück gebratenes Schweinefleisch essen. Dabei war ein hoher Vertreter der katholischen Kirche anwesend. Der studierte die Mimik der Esser und stellte fest, ob sie mit Widerwillen aßen oder mit Genuss. Was mit den “Ertappten” geschah, das kann man sich gut ausmalen.
    Darin zeigt sich doch, dass im Aussehen der Personen kein sicherer Rückschluss auf deren Herkunft möglich war.

    Jude sein ist eine kulturelle Zuwendung und kein Rassemerkmal.
    Ein gutes Beispiel für den Beleg dieser These ist das Reich der Chasaren entlang der ehemaligen Seidenstraße. Die hatten die jüdische Religion angenommen waren aber zum Teil die Nachfahren der Skythen.

    • Jude sein ist eine kulturelle Zuwendung und kein Rassemerkmal.
      Ein gutes Beispiel für den Beleg dieser These ist das Reich der Chasaren entlang der ehemaligen Seidenstraße. Die hatten die jüdische Religion angenommen waren aber zum Teil die Nachfahren der Skythen.
      ————

      Das ist ein gutes Beispiel. Die heutigen aschkenasischen Juden, welche die absolute Mehrheit der jüdischen Weltbevölkerung (vor allen Dingen in den USA) stellen, sind die Nachfahren dieses turko-skytischen Mischvolks. Aber Vorsicht, wie schon Thilo Sarazzin richtig bemerkte, eint alle Juden auf dieser Erde ein sog. ‘Juden-Gen’. Für diese Äußerung wurde er -speziell aus dem linken Lager – als ‘Rassist’ verunglimpft.

      Guckst Du hier:

      Sind Sie Jude? Haben Sie jüdische Wurzeln (Gentest zur jüdischen Abstammung DNA)
      Haben Sie jüdische Wurzeln? Sind Sie Aschkenase oder Sepharde? Sind Sie ein Levi oder ein Cohen?
      Ein DNA-Test von iGENEA gibt Ihnen klare Hinweise, ob Sie jüdische Wurzeln haben. Aufgrund Ihrer spezifischen genetischen Merkmale können wir bestimmen, ob Sie jüdischer Abstammung sind, von welcher Linie die jüdische Abstammung ist (väterliche, mütterliche oder beide Linien) und sogar zu welchem Prozentsatz Sie jüdisch sind. Zusätzlich wird Ihr Profil mit über 700’000 Personen in unserer Datenbank verglichen. Finden wir genetische Treffer, also Personen, die mit Ihnen bis zu einem gewissen Grad übereinstimmen, haben Sie die Möglichkeit, mit diesen Personen in Kontakt zu treten und Ihre Familien-Forschung zu vertiefen.

      https://www.igenea.com/de/juden

      Ob man nun den Begriff „Rasse“ (Volk) angemessen findet oder nicht: aschkenasische Juden sind höchst definitiv eine genetisch einzigartige und eng verwandte Population. Was sie für bestimmte Krankheiten besonders anfällig macht.

      Laut 2014 durchgeführten Studien

      https://www.tabletmag.com/sections/news/articles/study-says-all-ashkenazi-jews-are-30th-cousins

      sind aschkenasische Juden soweit eine „Inzuchtpopulation“, daß alle Aschkenasim mindestens Vettern 30. Grades sind. Diese Forschungsarbeit zeigt, daß die modernen aschkenasischen Juden von einer Ursprungspopulation begründet wurden, die nicht mehr als 350 Menschen umfaßte. Es ist daher eine allgegenwärtige Tatsache in der modernen genetischen Forschung, daß aschkenasische Juden genau deshalb als Testsubjekte vieler genomweiter Assoziationsstudien bevorzugt werden, weil Aschkenasim als Ganzes einander genetisch so ähnlich sind, daß dies die Isolierung der Korrelationen zwischen individuellen genetischen Unterschiedene und verschiedenen Ergebnissen viel leichter macht.

        • Ja, @Dietrich von Bern – wie Sie sicher wissen, gibt es auch ertragreiche, genetische Studien unter den christlichen Old Order Amish. Wollen Sie nun also behaupten, deswegen wären Christen und konkret Amish eine “Rasse”? Oder triggern Sie wirklich immer nur gegen Jüdinnen und Juden?

          • @Dietrich von Bern – wie Sie sicher wissen, gibt es auch ertragreiche, genetische Studien unter den christlichen Old Order Amish. Wollen Sie nun also behaupten, deswegen wären Christen und konkret Amish eine “Rasse”?
            ——-
            Lieber Herr Blume, von den Amischen gibt’s mal gerade 300.000 Seelen in den USA, verteilt auf div. Bundesstaaten. Die Amish People sind deutsch-schweizerischer Abstammung.

            Ich zitiere mal ausnahmsweise aus Wiki:

            “In den Siedlungen fällt allgemein auf, dass bestimmte Nachnamen überwiegen. Dies lässt darauf schließen, dass ganze Sippen mit ihren Namensträgern von den Erstsiedlungen auszogen. Damit ist auch ihr Genpool mitgewandert. So überwiegt in Lancaster County zu 25 Prozent der Name Stoltzfus (alternative Schreibweise: Stoltzfoos), dann kommen die Namen Byler, Fisher, Petersheim, Lapp und King. In LaGrange, Indiana, überwiegen Borntrager, Miller und Schrock, in den schweizerdeutschen Siedlungen in Allen County, Adams County, Indiana die Nachnamen Graber, Grabill/Kraybill oder Schwartz.”

            P.S. Christen können gar keine Rasse sein, weil das Christentum im Gegensatz zum Judentum (eigentlich das mosaische Gesetz) eine Universal-Religion ist. Und im Gegensatz zu dem jüdischen Stammesgott Jahwe ist der Gott der Christen ein universaler Gott.
            Vergleichen Sie mal das Deuteronomium (Mose 5) mit der christlichen Bergpredigt. Das ist wie Schatten und Licht!

          • Lieber @Dietrich von Bern, sowohl das Judentum wie auch Christentum, Islam und Bahaitum sind semitische und universalistische Religionen. Dass es in allen diesen auch zu rassistischen Auslegungen (wie z.B. dem Ku-Klux-Klan) gekommen ist, widerlegt den universalen Anspruch nicht.

            Witzig, wie Sie das enorme Wachstum der Amish-Gemeinden durch den Hinweis auf die vermeintlich geringe Zahl zu negieren versuchen. 🙂

      • All das trifft übrigens auch auf Old Order Amish, Hutterer u.a. zu – die unser @Dietrich von Bern dennoch nicht zu einer “Rasse” ernennen würde. Und ein bißchen Chasaren-Mythos hat er in seinen “Kommentar” auch noch reingemischt… #Antisemitismus #Rassismus #ImmerdasGleiche

  13. @Einwanderungskriterium

    „Ansonsten ist das Kriterium der Abstammung normalerweise entscheidend, wer in ein Land einwandern darf und wer nicht. Das ist jetzt schon fast weltweiter Standard“

    Hier hab ich mich wohl unklar ausgedrückt. Ich meine, das man weltweit meistens ein Einwanderungsrecht hat, wenn man einheiratet, oder die eigenen Eltern mal ausgewandert waren. Darüber hinaus gibt es Einwanderungsabkommen wie innerhalb der EU, wo dann ganz bestimmte Staatsangehörige automatisch berechtigt sind, einzuwandern. Insgesamt decken sich diese Kriterien teilweise mit der Abstammung.

    Alle anderen dürfen in der Regel nur einwandern, wenn es ihnen ausdrücklich aufgrund spezieller Kriterien erlaubt ist, also z.B. als politisch Verfolgte oder mit gesuchter Facharbeiter-Qualifikation. Oder mit erheblichem eigenem Vermögen.

  14. @ M. Blume und zum Folgenden:
    Was motiviert Sie, das Judentum auf Genetik zu beschränken, obwohl genau das doch gerade widerlegt wurde? (Zitatende)

    Ich habe nirgendwo das Judentum auf Genetik “beschränkt”. Ich halte es aber für unredlich, die nationalistisch- ethnische “Blut – und Boden- ” Komponente nicht nur aber vor allem im Zionismus zu leugnen.

    @ H.Wied und zum Folgenden:

    “..Ein gutes Beispiel für den Beleg dieser These ist das Reich der Chasaren entlang der ehemaligen Seidenstraße. Die hatten die jüdische Religion angenommen waren aber zum Teil die Nachfahren der Skythen…” (Zitatende)

    Das ist mir bekannt, wei Sie sich denken können. Aber wo ist das Problem?
    (Und: Sie meinten wohl: Eventuell entlang eines Teils der Seidenstraße)

    Es gibt (nicht nur) in Mitteleuropa in fast jeder Region bzw jedem Staatsgebiet gewissen Anhäufungen von Phänotypen (mit unter sich etwas ähnlicher Genetik), die aus historischen Zufällen oder aufgrund politischer (auch religionspolitischer)Vorgänge entstanden sind. Der Volksmund nennt sie meist “Typen” (Z.B. Dieses Gesicht ist “typisch holländisch” usw.) Auch der europäische Adel düfte sich genotypisch etwas vom europäischen Durchschnitt unterscheiden, wenn auch vielleicht nicht sehr phänotypisch deutlich).

    In unserem Zusammenhang geht es aber darum, dass eine zur Zeit in Israel lebende Bevölkerungsgruppe zur Legitimation ihrer Staatsgründung eine genetische Linie eines Großteils ihres Staatsvolkes ca 3-4 Tausend Jahre zurück in ein recht genau definiertes Gebiet in der “Levante” (ziemlich freihändig )
    KONSTRUIERT.
    Wenn es passt, benutzt man dazu genetische Analysen, wenn es aber nicht passt verschweigt man sie oder erklärt sie für irrelevant. So ist das halt in der ethnisch- nationalistischen Politik. Ob jetzt chauvinistisch oder nicht.

    So ist das vielleicht auch mit der “Chasarenhypothese”, der neuerdings wieder mit “jüngsten” Genanalysen “Konkurrenz gemacht” wird, nach denen mindestens zwei Drittel des “Ashkenasischen Genoms” vor allem im mediterranen Mitteleuropa (Italien) seinen Ursprung haben soll.
    Nachtrag:
    Die Chasarenhypothese geht übrigens nicht auf Shlomo Sand zurück, sondern wurde besonders im “liberalen” bzw. nichtzionistischen Judentum schon lange vorher diskutiert. Wieder besonders populär gemacht wurde sie vor allem von Arthur Koestler. Zum Beispiel auch in seinem Buch : “Der dreizehnte Stamm. Das Erbe der Khasaren” (Englisch 1976, deutsch 1989 beim Gustav Lübbe Verlag)

    • Lieber @little Louis,

      Sie tun die ganze Zeit selbst, was Sie „den Juden“ und besonders „den Israelis / Zionisten“ vorwerfen. Als sei nicht jede nationale Identität – z.B. der Hellenen, der Deutschen, der Friesen, der US-Anerikaner, der Russen – mythologisch konstruiert. Mit Tendenz zu wachsender, genetischer Vielfalt. So what? 🤷‍♂️🌍

    • In unserem Zusammenhang geht es aber darum, dass eine zur Zeit in Israel lebende Bevölkerungsgruppe zur Legitimation ihrer Staatsgründung eine genetische Linie eines Großteils ihres Staatsvolkes ca 3-4 Tausend Jahre zurück in ein recht genau definiertes Gebiet in der “Levante” (ziemlich freihändig ) KONSTRUIERT.

      Deren Selbstdefinition ist doch nicht, genetisch von irgendwem abzustammen. Deren Definition ist religiös: In einem besonderen Bund mit Gott zu stehen (dem jeder beitreten = zu dem jeder konvertieren kann, unabhängig von seiner genetischen Ausstattung), profan: Von anderen als Juden oder hinreichend jüdischstämmig angesehen (z.B., siehe oben, weil sie einen jüdischen Vater haben) und aufgrund dessen verfolgt zu werden.

    • @ little Louis

      @ M. Blume und zum Folgenden:
      Was motiviert Sie, das Judentum auf Genetik zu beschränken, obwohl genau das doch gerade widerlegt wurde? (Zitatende)
      ——

      Für den Eintritt eines Menschenstammes in die Weltgeschichte scheint seine organische Verbindung mit fremdrassigen Elementen Bedingung zu sein; denn es gibt und gab kein Volk, das in historischer Zeit noch reinrassig war. Auch die Juden bildeten bereits bei ihrer Einwanderung in Kanaan ein Mischvolk und haben — wie aus der Bibel hervorgeht — noch lange Zeit während ihrer staatlichen Selbständigkeit das Konnubium mit anderen Nationen gepflegt.
      Daher ist die sehr verbreitete Meinung, daß die Juden reine Semiten seien, falsch!
      An der Herausbildung des anthropologischen Charakters beim jüdischen Volke sind mehrere, nach Felix von Luschan, dem öster. Anthropologen und Archäologen, mindestens drei Rassen beteiligt: Die semitische, die arische und die hethitische (Sprache und Kultur des alten Kleinasiens).

      Die körperlichen Eigenschaften der Semiten sind: Braune Haut, dunkle Augen, schwarzes Haar, gerade Stirn, leicht gebogene Nase, nicht hervortretende Jochbeine, dolichozephaler (langköpfig)Schädel, Wuchs unter dem Mittelmaß.

      Die Arier besitzen eine weiße Haut, (zumeist) blaue Augen, blondes Haar, gerade Nase, dolichozephalen Schädel und hohen Wuchs.

      Die Merkmale des hethitischen Typus sind: Hervortretende Jochbeine, breite Nase, volle Lippen, prognates (Vorstehen des Oberkiefers) Gebiss, brachyzephaler (kurzköpfiger und runder) Schädel, dunkle Augen und Haare, gelblichbräunliche Haut, niedrige Statur (sog. armenoider Typ.).

      Welchen von diesen drei Elementen der überwiegende Einfluß auf die Wesensgestaltung der Juden zuerkannt werden muß, ist schwer zu entscheiden. Es liegt jedoch kein überzeugender Beweis für eine Bevorzugung des semitischen Typs vor.

      Die Gelegenheit zur Rassenmischung fand der jüdische Stamm, der den Ursemiten angehörte, auf seiner — vor 4000 Jahren erfolgten — Wanderung von Mittelasien nach Syrien. Hierüber schreibt der britisch-amerikanische Historiker Judt:

      „Wir weisen auf die lange Strecke der durchwanderten Länder hin, auf die unumgängliche Reibung mit den verschiedenartigsten Völkern in Pamir, Turan, Armenien, Mesopotamien und Süd-Chaldäa, und glauben infolgedessen, daß die wandernden Massen der Ursemiten fremde Rassenelemente der sie umgebenden Völkerschaften in sich aufgenommen haben.“

      Auch mit der Urbevölkerung Palästinas haben sich die Juden vermischt, bevor sie durch strenge (Rassen) Gesetze daran gehindert wurden. Und jene ältesten Bewohner Palästinas, die Kanaaniter selbst, waren zwar semitischer Abstammung, hatten aber ebenfalls schon durch Kreuzung fremdes Blut in sich aufgenommen. So ist schließlich gleichsam als Extrakt aus verschiedenen Rassenelementen eine Mischrasse entstanden, die durch eine Jahrhunderte lange Inzucht gewisse körperliche und seelische Eigenschaften reingezüchtet hat. Diese oft spezifisch gewordenen Eigenschaften verleihen der jüdischen Nation einen gewissen Zug von Einheitlichkeit, ja sie machen es, daß die Juden unter den (Misch-)Rassen der Kulturwelt gewissermaßen die „reine Rasse“ darzustellen scheinen.

      Natürlich sind auch während der langen Epoche des Exils Kreuzungen zwischen Juden und Nichtjuden vorgekommen.

      Dadurch aber wird die jüdische Rasse nur in geringem Maße beeinflusst; denn die Nachkommenschaft dieser Mischehen geht erfahrungsgemäß dem Judentum meistens verloren, wo das aber nicht geschieht, findet schon nach wenigen Generationen — wenn die Mischung keinen zu großen Umfang hatte — eine natürliche Entmischung statt. „Die quantitativ geringen Beimischungen einer fremden Rasse,“ schreibt Judt in Übereinstimmung mit anderen Autoren, „können der Kultur neue Wege bahnen, gehen aber in anthropologischer Beziehung spurlos vorüber. Es ist dies ein allgemeines Gesetz der Rassenbiologie.“

      Diejenigen fremden Bestandteile, die dem jüdischen Rassenorganismus assimilierbar sind, können die Variationenbildung des jüdischen Typus bereichern, die extremen Elemente aber werden auf dem Wege der individuellen Entartung ausgeschieden. Diese Entartung äußert sich entweder als Unfruchtbarkeit oder als krankhafte Anlage, die den „Fremdkörper“ in zwei bis drei Generationen erbarmungslos eliminiert.
      *
      Juden und Gene – Die heutigen Juden sind nicht die Nachkommen der biblischen Israeliten

      Dr Eran Elhaik, a Jewish scientist, has demonstrated that most Jews are Khazars, not Israelites.

      The majority of Ashkenazi Jews are descended from prehistoric European women, according to study published (October 8 2013) in Nature Communications.
      https://www.nature.com/articles/ncomms3543

      Evidence from mitochondrial DNA, which is passed on exclusively from mother to child, suggests that female ancestors of most modern Ashkenazi Jews converted to Judaism in the north Mediterranean around 2,000 years ago and later in west and central Europe.

      • Wie nett, dass Sie hier demonstrieren, dass es auch im 21. Jahrhundert noch immer Antisemiten gibt, die an die “Rassenbiologie” glauben, @Dietrich von Bern.

        Hätte ich das nur geschrieben, hätten mir viele nicht geglaubt. So können sich alle von Pseudo-Wissenschaft und Niedertracht selbst ein Bild machen…

  15. little Louis,
    Sie kennen sicher den Mythos vom “ewigen Juden”. Den gilt es hier aufzudröseln und als das hinzustellen was er ist, eine böswillige Konstruktion von kranken Menschen.

  16. Ziemlich am Ende des o. g. Artikels bezeichnet Herr Blume jedes Kind als ein Geschöpf im Bilde Gottes.
    Zitat:
    Doch wie in Folge 4 dieses Podcasts ausgeführt sehe ich den größten Unterschied zwischen Semitismus und Antisemitismus
    in der Deutung von Zukunft: In der Mythen- und Medientradition des Semitismus wird jedes Kind – jedes Kind – im Bilde Gottes
    gesehen; also als ein Geschöpf voller Potential, das Bildung und Förderung verdient. Wer sich an der Entfaltung – wie wir heute
    sagen: der Würde – eines Menschen vergreift, wendet sich damit auch gegen die Zukunftsmöglichkeiten, die Gott in jedem von
    uns angelegt habe. Umgekehrt werden Bildung, Förderung und Gleichberechtigung zum eigentlichen Gottesdienst.
    = = =
    Definitiv findet man nur in der Bibel bzw. Thora dazu eine entsprechende Aussage, und zwar im Buch 1. Mose 1, 26. 27
    Dort heißt es (Konkordante Übersetzung), Zitat:
    26) Dann sagte Elohim (Drei-Einigkeit): Lasst Uns Menschen machen in Unserem Bild und Uns gleichgestaltet.
    Sie sollen über Fische . . . Flügler . . . Haustier . . . usw. walten.
    27) So erschuf Elohim den Menschen in Seinem Bild, im Bild Elohims erschuf Er ihn: männlich und weiblich erschuf Er sie.
    Ergänzend dazu noch ein Ausspruch des König Davids – Gründer der Stadt Jerusalem (Israel) vor ca. 3 000 Jahre:
    Psalm 17, 15:
    Ich aber werde in Gerechtigkeit Dein Angesicht gewahren, und werde gesättigt, wenn ich erwache als Dein Abbild.
    = = =
    Entscheidend ist dabei nicht die Gestalt eines Menschen, bestehend aus Geist – Seele – Leib, sondern die persönliche Gesinnung,
    die, wie Herr Blume es ausdrückt, zu einem Gottesdienst führt – Dienst am Nächsten mit den verliehenen Gaben.
    Das heißt: Adel verpflichtet und bezieht Stellung gegenüber Hass, Rassismus verbunden mit Antisemitismus sowie
    sämtliche Verschwörungsmuster.

    • Vielen Dank, @W. Bülten. Gerne werde ich versuchen, in die nächste Podcast-Folge noch ein paar Hintergründe zum aus der Bibel gewonnenen Begriff der „Bildung“ einzuweben. Ihnen vielen Dank für Ihr konstruktives Interesse! 🤗📚✅

  17. W. Bülten
    16.05.2020, 21:18 Uhr

    Ja, das war schön zusammengefasst. Bis auf den Schluß, wo Verschwöhrungsmuster (fast) in einer Zeile mit dem üblichen Thema hier gesetzt werden.
    Das Problem ist, das Verschwöhrungen natürlich real existieren. Zumindst statistisch wären sie notwendigerweise als existent anzunehmen.
    Ich gehe sogar selbst soweit, das auch die ausgerufenen Menschenrechte eine subtile Verschwöhrung sind, denen man einen gewissen zynischen Deutungsgehalt nicht absprechen kann.
    Und das dann auch Menschen danach suchen, ist natürlich…. theologisch gesehen… verwerflich, denn Gott hat alles getan. Er ist der Herrscher über Welt (und allem). Wieso also soll nun ein kleiner Mensch irgendwo Verschwöhrungen finden, wo nur Gottes Wille ist?

    Merken sie, wo es hinführt?

    Entweder ist der Verschwöhrungstheorie-Vorwurf (und Diskreditierung) Zeuge von Wahrheit oder es ist ganz konkret Gottes Wille, das die Verschwöhrungen ungenannt bleiben.
    Oder:
    Was Verschwöhrung genannt wird, ist strukturell eine dynamische Nebenwirkung von “Normalität”.

    Nichts davon, was Verschwöhrungshypothesen diskreditieren will, tut es (in der Realität) wirklich. Und selbst, wenn da eine strukturelle Gewalt am Werke ist, liegt “Verschwöhrung” vor – perspektivisch, denn wir können ja alle inzwischen komplexe Konstrukte denken und nach Versachlichung wieder auf menschliches Handeln zurückführen.
    Das man mir als Kind früher auch mal vorhielt, das “Unwissenheit nicht vor Strafe schützt”, wäre hier mein Beistand, das meine Szeneriung von Verschwöhrung, die wirklich stattfinden (können), auch gültig ist – als “erweiterte Veschwöhrungstheorie”.

    So einfach mache ich es den Veschwöhrungsglauben-Gegnern natürlich nicht, das ich daran glaube, das die meisten Verschwöhrungen doch allzu weit hergeholt sind (bis auf jene, die massenmedial foure machen – was für echte Verschwöhrungen eher nicht zu erwarten ist, weil irreale Verschwöhrungstheorien mit deutlichem Absurditätspotential massenmedial auch einfach viel besser “laufen”. Aber diese “verschwöhrungen” sind meist Anlass für massenmediale “Zuwendung” und Widerlegungen, was dann auch sehr absurd ist, weil … was man auch anhieb sehen können soll (ode rbei geringster Befassung damit), wäre doch keine Befassung auf massenmedialer Ebene wert, oder?).
    Ich bin aber vorsichtig mit Schuldzuweisungen (also wer der eigendliche Verschwöhrer sei). Tatsächlich habe ich noch nie zu einer Theorie je einen Schuldigen auserkohren (so ich es nicht eindeutig aus eigener Erfahrung und höchstpersönlicher Anschauung genau weiß).

    Zurück zur Eingangs-Szene:
    Wenn Verschwöhrungstheorien derart demonsatrativ diskreditiert werden, und daraufhin der Glaube an einen (irgendwie zustandegekommenen) Konsens geradezu erzwungen wird, dann… ist es natürlich auch nicht anders, als wenn man das damalige Kirchendogma hätte mit ähnlicher Strategie durchgesetzt.
    Was natürlich genau so stattfand.

    Will sagen, es ist ein unrühmliche und ein gefährliche Idee, auf “altbewehrte” Durchsetzungsstrategien zurück zu fallen.
    Allen Verschwöhrungstheorien und deren Diskreditierer ist gemein, das beide meisten absolut nichts jemals Genaueres zum Sachverhalt beweisen können.

    Alles ist (meistens) “Glaubenssache”.

    Und daraus ergibt sich, das der Streit um Verschwöhrungstheorien selbstverständlich allein der Durchsetzung von “schöner” oder taktisch genehmerer “Wahrheit” dient, wenn massenmedial Anerkennung von Wahrheit eingefordert wird (worunter auch dieser Blog hier zählt).

    Anders sieht es aus mit Maßnahmen zum Schutz der Menschen (Thema Seuchen) und menschenverachtenden und irrationalen Hassreden.

    Aber vorsicht: Zu unterscheiden ist, was Hassrede und was Klage ist. Das ist einer der gegenwärtig wesendlichsten probleme der massenmedialen Öffentlichkeit (und sozialen Netzwerken), wo Algorithmen dumm und Kontextfrei entscheiden.

  18. @ W. Bülten

    ….”Entscheidend ist dabei nicht die Gestalt eines Menschen, bestehend aus Geist – Seele – Leib, sondern die persönliche Gesinnung, die, wie Herr Blume es ausdrückt, zu einem Gottesdienst führt – Dienst am Nächsten mit den verliehenen Gaben.
    Das heißt: Adel verpflichtet und bezieht Stellung gegenüber Hass, Rassismus verbunden mit Antisemitismus sowie sämtliche Verschwörungsmuster.”
    ——-

    Sie wissen aber schon, dass der ‘Dienst am Nächsten’ gem. der Thora (Deuteronomium, Mose 5) und des babylonischen Talmud nur für Juden gilt und nicht für Goyim/Gentiles (Heiden), die außen vor sind.

    Zur Vermehrung Ihrer Ein- und Ansichten empfehle ich Ihnen das aufklärerische Sachbuch, des israelischen Menschenrechtlers, Prof. Israel Shahak ” Jüdische Geschichte, Jüdische Religion – Der Einfluß von 3000 Jahren”.

    Hier als kostenlose pdf-Datei

    https://ia803106.us.archive.org/8/items/IsraelShahakJuedischeGeschichte/Israel_Shahak-Juedische_Geschichte.pdf

    Israel Shahak war Professor für organische Chemie an der Universität
    Jerusalem. Er starb 2001. Als lebenslanger Kämpfer für Menschenrechte schreibt er über Aspekte des Judentums in Hebräisch und Englisch.

  19. @

    H.Wied
    16.05.2020, 20:37 Uhr
    little Louis,
    Sie kennen sicher den Mythos vom “ewigen Juden”. Den gilt es hier aufzudröseln und als das hinzustellen was er ist, eine böswillige Konstruktion von kranken Menschen.

    (Zitatende)

    Sicher kenne ich diesen Mythos. Er wurde schließlich jahrhundertelang für politisch- propagandistische Zwecke eingesetzt.
    Ich kenne aber auch noch weitere, ähnliche Mythen.
    Zum Beispiel den, dass alle Menschen, die Teile der “Hochfinanz” aus politisch-ethischen Gründen kritisieren einzig und allein verkappte biologisch- rassistische Antisemiten sein können.
    Ob dieser Mythos nun (auch) eine “böswillige Konstruktion kranker Menschen” ist, oder einfach nur heuchlerische Abwehr- Propaganda einer Macht- und Finanzelite , die letztlich das Andenken an millionenfaches Leiden für ihre egoistischen privatinteressen missbraucht, wäre aufs Intensivste zu diskutieren.

    • Kurzversion: Wer sich gegen Antisemitismus stellt, ist laut @little Louis Teil der jüdischen Weltverschwörung…

      Wenn Antisemiten doch wenigstens mal kreativ sein könnten… 😓🤷‍♂️

  20. @
    Dietrich von Bern
    17.05.2020, 15:09 Uhr

    Auf das………………

    The majority of Ashkenazi Jews are descended from prehistoric European women, according to study published (October 8 2013) in Nature Communications.
    https://www.nature.com/articles/ncomms3543

    ……………..hatte ich ja weiter oben schon hingewiesen.

    In Zeiten heutiger (relativ billiger) Gensequenzierungen und einfacherer anthropologischer Genanalysen ist man eigentlich nicht mehr allein auf die halbspekulativen Theorien des vorletzten Jahrhunderts angewiesen.

    Wie früher bleibt aber immer noch das Problem der “wissenschaftlichen Redlichkeit” in einem Fachgebiet, das von jeher (aus nationalistischen oder internationalistisch- politischen Gründen) erheblich wissenschaftlich (vorurteils-) “verseucht” ist.
    Auch die modernen Genanalysen sind nur selten unabhängig validiert und werden nur von einer winzigen Gruppe (nationaler) Spezialisten veröffentlicht.

    Es ist also auch hier größte Vorsicht geboten.

    • Übersetzt: Was @little Louis nicht in den antisemitischen Verschwörungsglauben passt – muss Verschwörung sein! 😏

      So bleibt das Weltbild geschlossen, hasserfüllt und faktisch falsch. 😓🤷‍♂️

  21. Memorand
    17.05.2020, 23:31 Uhr
    Zitat:
    a) Das Problem ist, das Verschwöhrungen natürlich real existieren.
    b) . . . denn Gott hat alles getan. Er ist der Herrscher über Welt (und allem).
    Wieso also soll nun ein kleiner Mensch irgendwo Verschwöhrungen finden,
    wo nur Gottes Wille ist?
    = = =

    Dietrich von Bern
    18.05.2020, 13:54 Uhr
    Zitat:
    Sie wissen aber schon, dass der ‘Dienst am Nächsten’ gem. der Thora
    (Deuteronomium, Mose 5) und des babylonischen Talmud nur für Juden gilt
    und nicht für Goyim/Gentiles (Heiden), die außen vor sind.
    = = =

    Zunächst noch einmal eine Wiederholung der Aussage von Herrn Blume:
    Wer sich an der Entfaltung – wie wir heute sagen: der Würde – eines Menschen vergreift,
    wendet sich damit auch gegen die Zukunftsmöglichkeiten, die Gott in jedem von
    uns angelegt habe.
    = = =

    Ganz allgemein:
    Bei diesen Zukunftsmöglichkeiten handelt es sich aus Sicht des Schöpfers mit der
    Erschaffung des Menschen um ein ebenbürtiges Gegenüber, ein Wesen, welches ähnlich
    wie ein Kind noch erzogen werden muss.
    Dazu verlieh ER diesem Wesen die Eigenschaft seines Schöpfers, einen freien Willen zu
    haben. Diese Möglichkeit benutzte das 1. Menschenpaar um gleich sein zu wollen wie ihr
    Schöpfer. Folge dessen verloren sie als Konsequenz ihre Unsterblichkeit und anschließend
    die direkte, geistige Verbindung zu ihrem Schöpfer.

    Den freien Willen durften sie behalten und können seitdem Entscheidungen für das Gute
    oder das Böse treffen, je nach Erziehung (Bildung), Vorbilder oder eigenem Gutdünken.
    Noch etwas hat der Schöpfer ihnen mitgegeben, nämlich das Gewissen als Erinnerung und
    Mahnung.
    Dieses kleine Instrument kann man durch Beachtung schärfen oder umgekehrt auch töten
    und zwar selbstverschuldet ober fremdmanipuliert. Bei dem zuerst genannten handelt sich
    um eine persönliche freiwillige Entscheidung, die bei eigennützigem Gebrauch zu den
    negativen Erscheinungen: Hass, Verleumdung, Machtanmaßung bis hin zu einer realen
    Verschwörung führen.
    Gefeit ist hier vor niemand, da steckt die ganze Menschenfamilie in den gleichen Schuhen,
    egal In welcher Schublade einer den anderen steckt.
    Einzig die Bibel gibt Auskunft darüber, wie ein Mensch mit diesem Dilemma umgehen kann.
    Durch den Propheten Jesaja lässt der Schöpfer des ganzen Universums einschließlich der
    Menschen folgendes sagen – Jes. 8, 12. 13.
    Zitat:
    12) Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dies Volk Verschwörung nennt, und vor
    dem, was sie fürchten, fürchtet euch nicht und lasst euch nicht grauen,
    13) sondern verschwört euch mit dem Herrn Zebaoth; den lasst eure Furcht und Schrecken
    sein.
    = = =
    Es geht hier wohlgemerkt nicht um reine Angst und Schrecken vor einem erbarmungslosen
    Schöpfer, sondern um Ehrfurcht und Verehrung einer unsichtbaren Drei-Einigkeit, die einen
    kleinen Erdling würdigt, sein wirkliches Abbild zu werden und hat auch einen Plan dazu.
    Wem es interessiert, kann sich ja mal unter:
    http://www.4-e-inigkeit.info/4-einigkeit/4-e-ues-.htm
    schlau machen.
    Mit Bedauern muss man feststellen, dass Wissenschaftler die Existenz eines Schöpfer-Gottes leugnen und sogar Theologen die Bibel für ein Märchenbuch halten.
    Allerseits noch einen erholsamen Abend gewünscht von W. Bülten.

    • @ W. Bülten

      Ganz allgemein:
      Bei diesen Zukunftsmöglichkeiten handelt es sich aus Sicht des Schöpfers mit der
      Erschaffung des Menschen um ein ebenbürtiges Gegenüber, ein Wesen, welches ähnlich wie ein Kind noch erzogen werden muss.

      ________

      Ihre These hat nur einen Schönheitsfehler. Jahwe ist kein universaler Gott (wie der Christengott) sondern ausschließlich der Stammesgott der Israeliten bzw. Juden. Alles was im ‘Gesetz’ (der Thora) niedergeschrieben ist, bezieht sich einzig und allein auf die Juden, angeblich ‘Das Volk Gottes’!

      • Auch das ist schlicht und einfach gelogen, @Dietrich von Bern: Schon die Schöpfungsgeschichte bezieht sich auf die ganze Welt, alle Menschen (!) sind laut Thora nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen und der mit allen Menschen – sogar allen Lebewesen – geschlossene Noahbund gilt als “Thora für die Völker”:
        https://www.lehmanns.de/shop/geisteswissenschaften/5212057-9783923095667-tora-fuer-die-voelker

        @Dietrich von Bern: Wieder einmal rechtfertigen Sie Ihren eigenen Antisemitismus, indem Sie Ihr eigenes “Stammesdenken” und Ihren Rassismus auf das Judentum projizieren.

        • Auch das ist schlicht und einfach gelogen, @Dietrich von Bern: Schon die Schöpfungsgeschichte bezieht sich auf die ganze Welt, alle Menschen (!) sind laut Thora nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen
          ———-

          Ja das ist richtig und die Genesis bezieht sich hier auf uralte sumerische Mythen oder auf die Lehre Echnatons, des ‘Ketzerkönigs’ aus Ägypten.

          Aber dann geht’s los und es wird differenziert, denn Jahwe ist kein universaler Gott, sondern der Stammesgott der nomadisierenden Israeliten. Ein typisch bronzezeitlicher (eifersüchtiger) Gott, der seine alleinige Anbetung seinen ‘Followern’ mit Reichtum, Besitz, Wohlstand, Sklaven und Land vergütet. Falls die nicht gehorchen (oder anderen Göttern huldigen, wie z.B. Baal), droht er seinen Anhängern die fürchterlichsten Strafen an.

          • Wenn – wie Sie inzwischen ja immerhin zugeben – die ersten Texte der Bibel klar universalistisch sind, dann können auch spätere Texte in diesem Licht ausgelegt werden. Himmel, Sie tun gerade so, als ob es dazu nicht jede Menge frei verfügbarer Literatur gäbe, zum Beispiel von Rabbi Lord Jonathan Sacks oder auch das Ethik-Lehrbuch des Zentralrates der Juden in Deutschland. Es gibt einfach keine Entschuldigung mehr, das Offensichtliche zu verleugnen…

          • @ Michael Blume

            dann können auch spätere Texte in diesem Licht ausgelegt werden.
            ———-

            Ich könnte Ihnen jetzt Aussagen führender Rabbiner vorlegen, die ihre ganz spezielle Sicht der Dinge widerlegen. Macht aber keinen Sinn, da Sie offensichtlich -was den Judaismus anbelangt – mit Scheuklappen gesegnet sind.

            Ich antworte Ihnen daher nur mit Richard Dawkins, einem der bekanntesten zeitgenössischen Atheisten :

            Er beschreibt den Gott des ersten Teils der Bibel und Stammesgott der Juden mit den Worten:

            „Der Gott des Alten Testaments ist die unangenehmste Gestalt der gesamten Dichtung: eifersüchtig und auch noch stolz darauf; ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Überwachungsfanatiker; ein rachsüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer; ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, Kinder und Völker mordender, ekliger, größenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann.”

            Und D. P. Drach, der eine talmudistische Erziehung genossen hatte, später jedoch zum Christentum übertrat, fasst den Grundtenor des Talmud in seiner 1844 erschienenen Studie DeL’Harmonie entre l“Eglise et la Synagogue wie folgt zusammen:

            „Die Grundsätze der Gerechtigkeit, Billigkeit und Barmherzigkeit gegenüber dem Nachbarn gelten für den Christen ausdrücklich nicht; sie ihm gegenüber zu beherzigen, stellt im Gegenteil ein Verbrechen dar… Der Talmud verbietet ausdrücklich, einen Nichtjuden vor dem Tod zu retten…, ihm verlorenes Hab und Gut zurückzuerstatten oder Mitleid mit ihm zu empfinden.“

            Die von D. P. Drach zitierten Verbote aus dem Talmud finden sich, anders formuliert, bereits im Deuteronomium (Moses 5) , das ein rundes Jahrtausend vor dem babylonischen Talmud schriftlich schriftgelegt worden war. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sie sich im Talmud spezifisch gegen die Christen richten.

          • Ja, @Dietrich von Bern – über die antisemitischen Ausführungen von Richard Dawkins hatte dieser ja eine öffentliche Diskussion mit Jonathan Sacks. Und ich plane für die Zukunft mal eine eigene Podcast-Folge zu Verschwörungsglauben und Religionskritik. Sie dürfen dafür gerne noch ein bißchen Stoff aus Ihrem unerschöpflichen Copy-und-Paste-Fundus spenden. 😉

          • Eigentlich hat Dawkins noch WEIT untertrieben, denn als “Schöpfer” aller neuronalen Systeme ist der “Gott des Alten Testaments” logischerweise auch der URHEBER SÄMTLICHEN LEIDES IM UNIVERSUM! Ein hassenswerteres Dreckstück als ihn kann man sich überhaupt nicht vorstellen. Bin ich jetzt ein Antisemit, Herr Blume?

          • Ja, @Thomas, das sind Sie.

            Denn Sie leugnen – hier zu einer Podcast-Folge zur Geschichte von Rassismus und Antisemitismus, wohlgemerkt… – jede individuelle Verantwortung ab, spalten alles Böse auch aus dem eigenen Inneren ab und projezieren es voller Hass auf eine vermeintliche, vom Judentum bestimmte Weltverschwörung. Klassischer, intellektuell ziemlich dürftiger Dualismus.

            Schade, ich hatte – gerade auch für Sie selbst – gehofft, Sie wären ein wissenschaftlich reflektierter Humanist.

          • das Ethik-Lehrbuch des Zentralrates der Juden in Deutschland. Es gibt einfach keine Entschuldigung mehr, das Offensichtliche zu verleugnen
            ———-

            Das Ethik-Lehrbuch des Zentralrats ist natürlich eine glaubwürdige, seriöse Quelle, wie alles, was der Zentralrat so von sich gibt.

            Als Kontrastprogramm sollte man mal die Äußerungen führender Rabbiner zur Rate ziehen. Als Beispiel möge hier der legendäre Rabbi Yosef dienen, der ex Ober-Rabbiner der sephardischen Juden und das ehem. spirituelle Oberhaupt der Shas-Partei, die seit Jahren schon im Boot mit der zionistischen Regierungspartei des Zionisten ‚Bibi‘ Nentanjahu sitzt und mehr und mehr mit ihren ultra-orthodox-religiösen Sichtweisen das öffentliche Leben in Israel und vor allen Dingen der israelischen Armee (IDF) bestimmt.

            Auch die angeblich liberale ‚jüdische Allgemeine‘ feiert den Ultra als ‚moderaten, mitfühlenden Menschen‘, den –nicht nur unter orientalischen Juden- hochgejazzten ‚größten jüdischen Gelehrten unserer Zeit‘:
            http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/17291

            Als Kontrastprogamm kann ich u.a. auch das aufklärerische Werk des israelischen Menschenrechtlers Prof. Israel Shahak:

            “Jüdische Geschichte, Jüdische Religion Der Einfluß von 3000 Jahren”
            Israel – Ein Utopia für Auserwählte?

            empfehlen:

            https://politik.brunner-architekt.ch/wp-content/uploads/shahak_juedische_geschichte.pdf

            Der Autor Israel Shahak (geb. Himmelstaub, 1933–2001) aus Warschau, war 1943–1945 in Konzentrationslagern interniert und kam unmittelbar nach dem II. Weltkrieg nach Palästina, wo er nach dem Militärdienst in einer Eliteeinheit und einem Postgraduiertenstudium in Stanford Professor für Organische Chemie an der Hebräischen Universität Jerusalem wurde.

            Ab 1965 antizionistisch orientiert, war er 1970–1990 Vorsitzender der Israelischen Liga für Menschen- und Bürgerrechte. Der liberal-humanistische Denker wurde der international bekannteste Bürgerrechtler seines Landes, der mit Noam Chomsky, JeanPaul Sartre und Christopher Eric Hitchens auftrat und publizierte. Mit Chomsky veröffentlichte er 1982 Israel‘s Global Role: Weapons for Repression, das den massiven Waffenexport und die militärische Kooperation Israels mit Rechtsdiktaturen in Guatemala, El Salvador, Nicaragua, Argentinien, Malawi, dem Iran unter dem Schah und besonders
            intensiv mit der Apartheid-Regierung in Südafrika zum Thema hatte.

          • Es ist klar und klassisch, @Dietrich von Bern, dass Sie aufgrund Ihres Antisemitismus allen Veröffentlichungen des Zentralrates der Juden in Deutschland misstrauen. Und stattdessen lieber im Internet nach Bestätigungen Ihrer Verschwörungsmythen wühlen.

            Allerdings ist das Ethik-Lehrbuch in Deutschland und der Schweiz ja ausdrücklich Lehrbuch – wird also zur Unterrichtung der jüdischen Schülerinnen und Schüler eingesetzt. Sie müssten in Ihrem Verschwörungsglauben also so weit gehen, dass die gewählten, jüdischen Räte auch die eigenen Kinder täuschen wollten. Wollen Sie wirklich so weit gehen, @Dietrich von Bern? Oder finden Sie vielleicht doch einmal den Mut und die Kraft, Ihre eigene Ideologie des Hasses zu hinterfragen?

          • “Ja, @Thomas, das sind Sie.

            Denn Sie leugnen – hier zu einer Podcast-Folge zur Geschichte von Rassismus und Antisemitismus, wohlgemerkt… – jede individuelle Verantwortung ab, spalten alles Böse auch aus dem eigenen Inneren ab und projezieren es voller Hass auf eine vermeintliche, vom Judentum bestimmte Weltverschwörung. Klassischer, intellektuell ziemlich dürftiger Dualismus.”

            Nö, ich habe lediglich ein Dawkins-Zitat bestätigt und festgestellt, daß der “Gott des Alten Testaments” das größte nur vorstellbare Dreckstück ist. Egal, ob Jude oder Christ: wer ihn anbetet, outet sich als ethisch unzurechnungsfähig. Vermutlich werden Sie mir selbst daraus noch einen Antisemitismusvorwurf stricken, denn Sie haben eben nur einen Hammer und halten deshalb alles für einen Nagel. Zum Glück ist mir das sojawurscht.

            “Schade, ich hatte – gerade auch für Sie selbst – gehofft, Sie wären ein wissenschaftlich reflektierter Humanist.”

            Da ich nicht nur wissenschaftlich, sondern auch wissenschaftsphilosophisch reflektiert bin, weiß ich, daß der Bibelgott nicht real existiert, also ein fiktives Objekt wie Rumpelstilzchen und Donald Duck ist. Ein “Humanist” bin ich tatsächlich nicht, denn als jemand, der sich bemüht, ALLE notwendigen Lehren aus der “Braunen Phase” zu ziehen (und nicht nur solche, die seiner Bequemlichkeit entgegenkommen), kann ich mich keinem potenziell und leider meist tatsächlich speziesistischen Glaubenssystem anschließen. Daher bezeichne ich mich als Ethizist.

          • Rabbi Lord Jonathan Sacks und Richard Dawkins haben ja schon direkt miteinander diskutiert – und Sacks hat den Antisemitismus im „Gotteswahn“ ebenso deutlich wie freundlich angesprochen:
            https://m.youtube.com/watch?v=roFdPHdhgKQ

            Da Sie ganz offensichtlich gar nicht sachlich diskutieren, sondern nur beleidigen und trollen wollen, schalte ich erst einmal keine Kommentare mehr von Ihnen frei. Hater sind ja auch inhaltlich einfach langweilig, egal unter welchem Label. Kippen Sie Ihren plumpen, antitheistischen Dualismus gerne woanders aus.

            Ihnen alles Gute, vor allem für die Zukunft mehr Vernunft und Wissenschaftlichkeit. 🌷📚✅

  22. Dietrich von Bern
    18.05.2020, 13:54 Uhr

    @ W. Bülten

    Hm, ich meine aber, das es darauf nicht ankommt. Schon weil es im Christentum ja eigendlich nicht anders zugeht, mit der Nächstenliebe und so. Bei den Moslems wird es ähnliches geben.

    Aber es könnte durchaus sein, das die Thora da was anders meint/deutet, als wir darunter verstehen. Unter gewissen Annahmen nämlich ergäbe sich eine ganz andere Deutung von “Gottesdienst” und Dienst am Nächsten.

    Bei den Christen besteht ein wesendlicher Teil der “Nächstenliebe” darin, sich dem Leid der Menschen anzunehmen… Seelsorge und Pflege und so. Seit Jahrhunderten ist das typisch christlich kirchliches Tätigkeitsfeld.

    Dienst am Nächsten kann aber auch noch ganz anderes bedeuten.
    Das Leid deines Nächsten ist ja nur ein Teil der Wirklichkeitszustände und Verhältnisse. Schon mit der Frage, warum das Leid existiert, führt in ganz andere Sphären der Wirklichkeiten. Und es gibt durchaus gute Gründe dafür, konsequent Gottesfürchtig und gefällig zu leben und allein das als Dienst am Nächsten zu erkennen. Denn wie das eskalieren kann, wenn man genau das nicht tut, kann man oft genug an den uns immer wieder als Terroristen und ihren Taten gezeigten Szenerien sehen. So ist bestimmt keinem Nächsten wirklich gedient. Oder jedenfalls nicht wirklich im Sinne einer christlichen Deutung.

    Aber, wie gesagt, die christliche Deutung ist nicht die einzige und nicht die einzig wahre. Sie ist vielmehr eben nur die Anerkennung und Hinnahme der Wirklichkeiten einfach aus Ohmmacht – für die meisten Menschen nur die einzig mögliche Deutung.

    Wer das Christentum in seinem größerem Zusammenhang mit der Welt versteht, der weiß das sowieso. Immerhin wird ja alljährlich die Opferung eines Menschen gedacht (und gefeiert). Es wird also genau der Teil bedacht, der stattfindet, wenn ein Mensch in die Krise gelangt und daran zugrunde geht. Und das ist es auch, was sich durch das ganze liturgische Brumborium und der Gesamtidee hindurch immer wieder prominent angedacht wird.

    Die populären Überlieferungen der jüdischen Religion klingen da manches Mal ganz anders. Was man aus der protestantischen Richtung ja auch immer wieder anhand des alten Testaments mehr oder weniger deutlich ausgesprochen beklagt. Die protestantische Bibel umfasst ja auch nur ~ 50 Bücher (von einigen mehr)…da hat man wohl demonstrativ Überlieferung ignoriert / von der “wahren Lehre” ausgeschlossen.

    Das Aspekte der Wirklichkeit ausgeschlossen/ausgeblendet werden, ist zwar ein allzu menschlicher dings….aber dann darf man kaum Anspruch auf “Durchblick” beanspruchen. Aber über solche Details der menschlichen Existenz zu reden, das ist auch seeehr unpopulär.
    Ansonsten ist es sehr üblich, vorgekaut zu bekommen, was zu glauben sei (leichte Kost eben). Das war früher so, und ist heute nicht anders – trotz der geradezu demonstrativ unfehlbaren Wissenschaften…sic.

  23. W.Bülten,
    mit Jes. 8,12 sind Sie zum Kern des Themas vorgedrungen.
    Das Heilmittel gegen die Verschwörungsängste ist das Gottvertrauen gepaart mit Sachverstand.

  24. Sehr geehrter Hr. Dr. Michael Blume,
    vielen Dank für Ihre lesenswerte und informative Podcast-Reihe.
    in Ihrem Podcast „Verschwörungsfragen“ Semiten, Sklaven & Chasaren – Die Wurzeln des Rassismus im 16. Jahrhundert. Folge 14 von „Verschwörungsfragen“ vom Mittwoch, 13. Mai 2020 führen Sie aus (zitiert nach dem PDF-Text):
    S. 3 „Tatsächlich aber etablierte sich der Begriff der „Rasse“ ab dem 15. Jahrhundert als ein Thema der Theologie. Im Gebiet des heutigen Spanien und Portugal eroberten Christen in der „Reconquista“ muslimisch regierte Regionen zurück. Jüdinnen und Muslime hatten zunehmend nur die Wahl, ob sie sich katholisch taufen ließen, oder aber flohen“.
    S. 4 „Als erste Verwendung des raza-Begriffes in der Theologie gilt heute die Forderung des spanischen Erzbischofs Siliceo von 1547, kirchliche Ämter nur noch an Christen „ohne Rasse [raza] eines Juden, Mauren oder Häretikers“ zu vergeben“.
    S. 4 „Nun also fiel eine der ältesten Lehren der christlichen Mythologien: Dass durch die Taufe alle Christinnen und Christen vor Gott gleich sein würden. Stattdessen wurde nun behauptet, dass die Herkunft, „das Blut“ und die sichtbare Hautfarbe über die Qualität und das Schicksal der Menschen entscheiden würden“.
    S. 5 „Centinela contra Judios“ – deutsch: Schildwache gegen die Juden -, in dem behauptet wurde, dass das Blut der jüdischen „Kinder Sems“ bis in die 21. Generation antichristlich wirke“.
    S. 14 „maßgebliche Werk des europäischen und lateinamerikanischen Antisemitismus und Rassismus „Centinela contra Judios“ von 1674“
    Dazu zwei Fragen:
    1. in welchem der in Ihren Quellen genannten Werke stehen diese Informationen das? Sie sind für mich völlig neu.
    2. Dann gilt nicht mehr die trennscharfe Gegenüberstellung von theologisch begründeter Judenfeindschaft, der Juden durch Taufe grundsätzlich fliehen konnten, auch wenn getaufte Juden verfolgt wurden, einerseits und rassisch begründetem Antisemitismus in der Folge von A. de Gobineau und H.St. Chamberlain. Dann wäre in dieser Variante der theolog. begründeten Judenfeindschaft der rassistische Antisemitismus bereits angelegt. Dann sind die Übergänge fließend. Dazu müsste die Wirkungsgeschichte von „Centinela contra Judios“ – deutsch: Schildwache gegen die Juden – von 1674 untersucht werden. Wie sehen Sie das und kennen Sie Literatur zur Wirkungsgeschichte “Schildwache”?

    Besten Dank !

    Freundl. Grüße

    • Vielen Dank für Ihre tiefen Fragen, @Markus E.

      Ich stimme Ihnen zu, dass die auch theologische Tragweite dieser Befunde noch kaum in den Blick gekommen sind. Die wesentlichen Belegstellen finden Sie bei Horst Junginger, „Verwissenschaftlichung“. Ich habe zusätzlich die englische Übersetzung der „Centinela“ erworben. Und setze große Hoffnungen in die künftige, europäische, interdisziplinäre und interkonfessionelle Forschungsverbünde.

  25. @ W. Bülten
    19.05.2020, 18:56 Uhr

    Schlauer bin ich jetzt aber nicht. So oder so ähnlich kann man es einschlägig überall lesen.
    Das “Verschwöhrung” offenbar schon im Buch Jesaja explizit erwähnt wird, ist schon eine erstaunliche Ontologie.

    Was tun? Sterben legen? Gott anbeten? Christ sein?

    Wenn alles nichts nutzt, wieso dann überhaupt Gedanken drüber machen? Was ja eigendlich immer die Aufforderung sei, wenn es darum geht, den aufgeklärten Menschen “werden” zu lassen. Also irgendwie eine hinterhältige Nidertracht, weil Hinterfragen auf Gottesebene nicht erwünscht ist.

    Solange ich also tatsächlich meinem inneren Gott gefolgt bin, war ich wenigstens unantastbar. Aber das wurde von Extern nicht geduldet.

    Dann kann man in dieser modernen Wirklichkeit praktisch nur verlieren. Es sei denn, man “glaubt” unhinterfragt von Anfang an. Aber dann ist man ebenso Aussätziger und Hinterweltler. Aus meiner Sicht also vom Regen in die Traufe. Nass wird man immer.

  26. @ W. Bülten
    19.05.2020, 18:56 Uhr

    Zu 4-E/4:

    Wie aufschlußreich: eine quattuoritas als nächste Stufe der Trinität.

    Gendergercht oder Wirklichkeitsgeträu? (oder beides?)

    Was mich immer wieder irritiert, ist, wieso die Menschen/Lehre meint, das sich Jesus geopfert habe. Könnte es nicht sein, das er dazu gezwungen wurde?

    Und was ergäbe es dann? Eigendlich Mord, der sich darin äußert, das er selbstmörderisch handelte, weil er nicht anders konnte.

    Und alles nur zum Wohle der Menschen. Fragen sie mal einen Jesus, wie er das sieht. Denn das Opfer ist kein Einzelfall mehr, sondern Kulturtechnik und Werkzeug in jeder Generation. Die Parusie, die in jeder Generation stattfindet – ganz ungesehen und trotzdem brutal.

    Andererseits: Er war ja auch nur ein niederer Patriarch. Wieso also groß drüber nachdenken? Dann doch besser die alte, glattgebügelte Geschichte vom Jesus v. Nazareth erzählen und in Hoffnung schwelgen auf den nächsten Jesus.

  27. Entschuldigung: Das ist nicht hilfreich.
    ist das ein Test?
    Und wenn ichs nicht verstanden hab, dann muß man weiter kreuzigen oder töten?

    Denn Verstehen kommt aus dem Vorbewussten und bedarf keine Argumente – was für das theologische gilt, nicht für das irdische Akademische.

    Glaube ist das, was immer da war oder plötzlich einfach da ist.

  28. Lieber Herr Blume, Ihren Beitrag zu Antisemitismus und Rassismus fand ich sehr aufschlussreich. Als säkularer Humanist muss ich aber einem gläubigen Christen die Frage stellen: Haben die abrahamitischen Religionen durch ihre Intoleranz nicht alle drei mehr zur Abgrenzung der Menschen und zur Verfolgung als zu ihrer gegenseitigen Verständigung beigetragen? Sind die Religionen nicht das größte Hindernis dafür, dass die Menschen sich als eine Menschheit begreifen und wäre ein weltweiter säkularer Humanismus nicht hilfreicher als konfessionelle Spaltung.
    D.h. flächendeckender Ethikunterricht, in dem die Werte gelehrt werden, die uns alle verbinden, wäre sinnvoller als konfessio

    • Lieber Herr Fakler,

      vielen Dank für Ihre Rückmeldung und konstruktiv gestellte Frage.

      Und, ja, auch aus meiner Sicht bringen religiöse Vergemeinschaftungen Licht und Schatten mit sich: Gemeinschaftlichen Zusammenhalt, Motivation und Kooperation (“Wärme”) nach innen, Abgrenzung und ggf. auch Intoleranz nach außen. Dafür spricht auch der evolutionäre Befund, hier filmisch umgesetzt bei Quarks & Co.:
      https://www.youtube.com/watch?v=Iy9J9ddelVw

      Schon aus empirisch-demografischen Gründen halte ich jedoch eine Zukunft ohne Religionen für derzeit ausgeschlossen, zumindest konnte sie sich nirgendwo auch nur demografisch stabilisieren:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-empirische-beweislast-der-antitheisten/

      Daher plädiere ich dafür, Wissenschaft, Religionen und auch Humanismus nicht als Gegensätze aufzufassen, sondern als Ergänzungen – was auch bedeutet, sie jeweils in ihren Funktionen und auch Grenzen zu reflektieren.

      Zumal ich mit den diesbezüglichen Überlegungen jedoch noch lange nicht zuende bin, würden mich Ihre Beobachtungen und Überlegungen dazu sehr interessieren!

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