Verschwörungsfragen 6: Gottesmord und Blutmagie – Die Wurzeln des christlichen Antisemitismus

Vor genau einer Woche verteidigte ein “Atheist” in Reaktion auf die Podcast-Folge 3 den Verschwörungsvorwurf, wonach “die Juden” Jesus ermordet und damit den christlichen Antisemitismus selbst verschuldet hätten. Wie kam es zu diesem Mordvorwurf und warum wird er bis heute geglaubt? Und warum sind Antisemitinnen und Rassisten immer wieder so fixiert auf “Blut”?

Die Folge 6 des Podcasts “Verschwörungsfragen” hier auch wieder als mp4-Datei bei Spotify, Deezer, ITunes etc. sowie via YouTube.

Und hier wieder der Text als pdf-Dokument zum Download & Lesen sowie im Folgenden als Fließtext.

Herzlich willkommen zur 6. Podcast-Folge von „Verschwörungsfragen“.

Wir schreiben den April des Jahres 2020. Noch immer tobt die Covid19-Pandemie und überall auf der Welt werden sich die meisten Gläubigen vernünftig verhalten. Sie werden auf Rat der meisten Gelehrten weltweit Versammlungen und Gottesdienste meiden, im Privaten beten, lesen und einander zu den Feiertagen gratulieren.

Und da begegnen sich gerade viele: Jüdinnen feiern derzeit Pessach und Christen gehen auf das damit verbundene Ostern – in Italien „Pasqua“ genannt – zu. Theravada-Buddhistinnen begehen heute Neujahr, Hinduistinnen und Sikhs Vaisakhi am Montag, Eziden am kommenden „roten“ Mittwoch Sor-Sersal. Musliminnen bereiten sich auf den Ramadan ab dem 24. April vor.

Ein friedliches Miteinander ist kostbar und nicht selbstverständlich. Das christliche Ostern war für Jüdinnen und Juden leider oft eine Zeit der Sorge und Übergriffe. Denn in vielen Kirchen wurde der antisemitische Mythos tradiert, wonach „die Juden“ Jesus, ja Gott ermordet hätten. Und auch diese antisemitische Tradition lebt noch fort, auch in deutscher Sprache.

In seinem eindringlichen Buch „Gegen Judenhass“ schildert Oliver Polak, wie er als Kind mit dem Mordvorwurf konfrontiert wurde, Zitat (S. 75/76):

„Ich sitze am Abendbrottisch einer befreundeten Familie in Papenburg im Emsland. Ich bin etwa sieben Jahre alt, der Familienvater ist schon alkoholisiert und wiederholt immer wieder, dass „ihr am Tod von Jesus die volle Schuld tragt“.

Mit „ihr“ meint er nicht uns Emsländer, sondern „die Juden“.

Ich sacke immer mehr in meinem Stuhl zusammen und unterdrücke meine Tränen. Ich habe nicht einmal wirklich Ahnung davon, wer Jesus war, warum er gestorben ist. Aber offensichtlich trage ich die Schuld daran. […] Titus und Ronald, meine beiden Freunde und in etwa gleichaltrig, sagen auch nichts mehr. Es ist still. Die Mutter kommt herein und fragt, warum es so still geworden ist. Der Familienvater wiederholt, dass die Juden Jesus umgebracht haben. Die Mutter verdreht die Augen.“ – Zitat Ende –

Längst hat sich der antijüdische Mordvorwurf auch vom kirchlichen Kontext gelöst und digitalisiert. So kommentierte auf meinem Blog ein „Matthias“ letzten Donnerstag zur Podcast-Folge 3, Zitat [mit verbesserter Rechtschreibung]: „Jesus wurde von den Juden an die Römer verraten. Die Römer hätten möglicherweise so gar nichts gemacht, aber nachdem der Vorwurf offiziell aktenkundig wurde, waren sie spätestens dann zum Handeln gezwungen. Die Juden hatten Jesus den Juden auf dem Kieker weil er sie dem Vorwurf der Geldmacherei ausgesetzt hat. (Übrigens schon damals.) Dass die Christen sauer waren kann man durchaus verstehen. Wieso das also absurd ist, könnten Sie einmal begründen. Aus meiner Sicht ist es tatsächlich absurd, da ich Atheist bin, und es damit kein Gottesmord sein kann, aber das ist sicherlich nicht das, was Sie meinten.“ – Zitat Ende –

Tatsächlich ist die Frage, ob man einen oder gar „den“ Gott überhaupt „ermorden“ kann, erst einmal eine der Theologie, nicht der Religionswissenschaft.

Religionsgeschichtlich ist der ganze Mordvorwurf jedoch absurd, weil die Folter und Hinrichtung Jesu durch die Besatzungsmacht der Römer erfolgte – und zwar unter der ausdrücklichen Anklage, dass sich Jesus als „König der Juden“ ausgegeben habe. Auch die schmähliche Todesstrafe der Kreuzigung entsprach römischem Recht und wurde von römischen Soldaten vollzogen.

Absurd ist zudem die Deutung, die Römer seien von „den Juden“ dazu gezwungen worden. Nicht nur im besetzten Israel, sondern im ganzen Reich, zum Beispiel gegen aufständische Sklaven wie die Nachfolger des Spartakus, wurde die römische Kreuzigung als Abschreckung buchstäblich Tausendfach praktiziert. Und gerade auch der römische Präfekt Pontius Pilatus war für besondere Gier und Grausamkeit bekannt und wurde – wie Philo von Alexandria berichtet – auch wegen der Anordnung von Hinrichtungen ohne juristisches Verfahren schließlich sogar von seinem Posten entbunden.

Zuletzt ist es schließlich absurd, in die Zeit Jesu einen Gegensatz zu „den Juden“ zu konstruieren. Jesus war ein Jude, ebenso wie seine Familie und praktisch seine gesamte Anhängerschaft. Er war gut semitisch in der Thora schriftgelehrt und wurde gar als Rabbi, Lehrer, bezeichnet. Zu seinen Lebzeiten bekehrte er auch keinerlei Nichtjuden, sondern zeigte sich von deren vereinzelten Glaubensbekundungen überrascht und – gut jüdisch – erfreut. Seine Bewegung gehörte zu Dutzenden innerjüdischen Strömungen, die sich gerade auch in der Auseinandersetzung mit griechischer und römischer Vorherrschaft gebildet hatten.

Besonders enge und auch inhaltliche Verbindungen bestanden zu der Reformbewegung des Täufers Johannes und zur Frömmigkeitsbewegung gebildeter Laien, den Pharisäern. Auch vereinzelte Zeloten, die das Ende der römischen Besatzung mit Gewalt herbeiführen wollten, schlossen sich der Bewegung an.Gemeinsam mit vielen anderen, jüdischen Strömungen standen die Jesusanhänger dagegen in Opposition zur Tempelaristokratie der Sadduzäer, die eng mit den Römern kooperierte und zum Beispiel mehrheitlich den Glauben an eine Auferstehung der Toten ablehnte.

Kurz: Jesus war als jüdischer Rabbi ein Teil des innerjüdischen Lebens und auch innerjüdischen Streits und er wurde von Römern hingerichtet. Es macht also überhaupt keinen Sinn, einen Mordvorwurf „der Juden“ gegen Jesus zu konstruieren.

Aber warum geschah es dann?

Eine immer noch populäre Annahme meint, „die Juden“ hätten eben Jesus nicht als Messias anerkannt – deswegen sei es zum Bruch gekommen.

Aber das greift nicht tief genug. Noch im 2. Jahrhundert nach Christus erkannten viele Jüdinnen und Juden Bar-Kochba als Messias gegen die Römer an, darunter auch Rabbiner. Doch auch das blutige Scheitern des Aufstandes führten nicht zu einem Ausschluss der Kochba-Anhänger aus dem Judentum.

Die Spaltung zwischen Juden- und Christentum hatte vielmehr direkt mit den Schrift- und konkret Alphabetmedien zu tun. Schon unter den frühen Anhängerinnen und Anhängern des Messias Jesus fanden sich viele, die ihren Glauben auf die griechische Übersetzung der Thora, die Septuaginta, begründeten. Auch immer mehr nichtjüdische Gottglaubende schlossen sich dem an.

Damit aber entstand eine Spannung in der religiösen Erfahrung, Praxis und Gemeindestruktur, die bis heute anhält. Bezweifelt wurde, dass sich alle Anhänger Jesus an die jüdischen Gebote halten mussten, wie er und seine Jünger – echte Follower – es noch getan hatten. Durften sie zum Beispiel nur koscheres Fleisch verzehren und mussten sie den Schabbat begehen? Oder reichte für nichtjüdische Christen der Glauben an die Gottesbotschaft durch Jesus?

Die heutige Forschung unterscheidet sprachlich zwischen Judenchristentum und Heidenchristentum, um das Auseinanderdriften zu beschreiben. Mehrsprachige Schriftgelehrte wie Paulus versuchten sich in Kompromissen, aber die Dynamik war nicht umzukehren: Aus der Sicht von immer mehr Juden wandte sich die Jesusbewegung vom Judentum ab, was immer mehr Heidenchristen wiederum als Verstoßung „der Juden“ interpretierten. Bald wurden bereits antike, judenfeindliche Traditionen aufgegriffen und statt der Römer zunehmend „die Juden“ des Justizmordes an Jesus beschuldigt.

Einige Strömungen kappten die Verbindungen sogar ganz und behaupteten, der „Gott der Juden“ sei gar nicht der Gott Jesu gewesen. „Die Juden“ seien vielmehr „Kinder des Teufels“, die versucht hätten, in Jesus die wahre Gottheit auszulöschen. Erhebliche Teile des Christentums lösten sich damit aus der semitischen, monotheistischen Tradition und wurden dualistisch und buchstäblich anti-semitisch. Klar, dass umgekehrt auch jüdische Schriftgelehrte wiederum Abgrenzungen gegen das entstehende Christentum und dessen Messias verfassten.   

Manche bis heute nachwirkende Abgrenzungen erscheinen harmlos und komisch. So liest man zur Tradition der christlichen Ostereier immer noch, diese gingen wohl auf römische, germanische oder gar babylonische Frühjahrsbräuche zurück. Und tatsächlich finden wir die gefärbten Eier auch schon im Neujahrsfest der Eziden zum ersten Mittwoch im Monat Nissanu.

Dass aber das Abendmahl Jesu ausdrücklich ein Sedermahl zu Pessach war und dass ein Ei als Symbol des Lebens selbstverständlich dazu gehört, ist bis heute kaum bekannt. Dabei stammt die erste Erwähnung des Ostereierbrauches im deutschen Sprachraum von einem Buch von Georg Franck von Frankenau aus dem Jahre 1682 mit dem Titel „De ovis paschalibus“.

Viel schlimmer als diese Verdrängung der jüdischen Wurzeln von Ostern war jedoch eine tatsächlich nicht-semitische Übernahme in Teile der christlichen Überlieferung – der Glaube an Blutmagie. Im jüdischen Ritus ist Tier- und erst recht Menschenblut strikt zu meiden. Doch nach einem angeblichen Ausruf weniger Juden bei Jesu Kreuzigung entwickelte sich die antisemitische Deutung, „die Juden“ seien ewig „durch Jesu Blut“ verflucht, „die Christen“ aber durch die gleiche Substanz von ihren Sünden „reingewaschen“.

Die Folgen waren – und sind – furchtbar: Hier finden wir den Keim des späteren, nicht nur europäischen Rassismus, nach dem es zur Beurteilung eines Menschen nur auf dessen „Blut“, also Herkunft, ankomme. Auch wurde Juden blutmagisch vorgeworfen, in der Hostie den Leib Jesu zu schänden, um den Lebenssaft christlicher Kinder für magische Rituale zu verwenden. Hier finden wir auch die Erzählwurzel der späteren „Hexensalbe“ und des heutigen „Adrenochrom“-Verschwörungsmythos, dessen neue Verbreitung auch im deutschsprachigen Raum durch Xavier Naidoo wir in Folge 5 besprochen haben.

Als Personifikation des Blutfluches und leider auch bald aller Juden galt im Antisemitismus Judas, der Jesus an die Tempelpriester und Römer verraten habe. Selbst heute lodern noch vereinzeln „Judasfeuer“, in denen die Verbrennung einer Judasgestalt nicht selten in Pogrome und Verbrennungen von Jüdinnen und Juden überging.

Für internationale Bestürzung sorgte zuletzt auch die Bekundung einer US-amerikanischer Christin gegenüber CNN, wonach sie auch weiterhin Gottesdienste besuchen werde, da ihr das Coronavirus nichts anhaben könne; sie sei ja „von Jesu Blut geschützt“. Spätestens hier wurde erneut deutlich, dass blutmagische Mythen nicht nur antisemitisch, sondern für alle Beteiligten gefährlich sind.

Mein Tweet zur Blutmagie-Aussage auf CNN (mit Link). Screenshot: Michael Blume

Und doch gibt es Hoffnung: Ab dem 19. Jahrhundert und verstärkt nach dem Abgrund des antisemitischen NS-Regimes und Holocausts entfaltete sich ein neuer Dialog zwischen christlichen und jüdischen Gelehrten. Viele Kirchen widerriefen antijüdische Lehren und Bräuche.

Jesus und Paulus wurden wieder zunehmend aus ihrem jüdischen Kontext heraus verstanden, zum Beispiel in „Weil wir Brüder sind“ von Schalem Ben-Chorin und in zwei erfreulich verständlichen Büchern von Guido Baltes.

Zunehmend wurde entdeckt, dass die biblischen Berichte Judas gerade nicht als Gierschlund ohne Gewissen darstellten, sondern entweder als von Jesu Zurückhaltung Enttäuschten oder aber gar als tragischen Mitwisser um Jesu Schicksal. Hierzu sei beispielhaft auf „Jesus und Judas“ von Amos Oz mit einem Vorwort des Potsdamer Rabbiners und Rektors Walter Homolka verwiesen; oder an Ben Beckers dramatische Inszenierung „Ich, Judas“, der die Tiefe der Person und Geschichte auslotet.

Auch päpstliche Kommissionen thematisieren inzwischen, dass sich die ersten Konzilien der Kirche wohl auf den Noahbund bezogen haben – den nach jüdischer Überlieferung Sem verschriftet und gelehrt hat. Einem Freund, der den Schrift- und Medienwandel zu Pessach und Ostern erkunden wollte, konnte ich das neue und bereits in Fachkreisen Aufsehen erregende „Corpora“ von Eckhard Nordhofen empfehlen.

Ein ganz besonderer Schatz der christlich-jüdischen Begegnung befindet sich noch verborgen in Baden-Württemberg. Die wegen der Fluchthilfe für Juden im NS-Regime KZ-inhaftierte Christin Dr. Gertrud Luckner (1900 – 1995) wurde in YadVashem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Sie begründete bereits 1948 die „Freiburger Rundbriefe“, in denen sich über Jahrzehnte hinweg jüdische und christliche Gelehrte in deutscher Sprache respektvoll austauschten. Inzwischen erscheint dieses weltweit einzigartige Magazin als „Zeitschrift für christlich-jüdische Begegnung im Kontext“, ist aber vom Verschwinden und Vergessen bedroht.

Ich habe daher in meinem Bericht an den Landtag und die Landesregierung dringend darum gebeten, diesen Schatz zu heben, alle bisherigen Ausgaben für Forschung und Öffentlichkeit kostenfrei zu digitalisieren und die Fortführung sicherzustellen.

Und zuletzt: Auch in der christlichen Bibel selbst verbirgt sich ein wenig bekannter Schatz gegen den christlichen Antisemitismus. Die Rede ist vom Brief des Jakobus, dem gerade noch die Aufnahme in den Kanon der meisten Kirchen gelang, wenn er auch meist hinten versteckt wird.

Der Brief beruft sich auf einen Bruder Jesu, einem ganz und gar nicht lateinischen Yaakov, Jakob. Schon das alleine hat viele christliche Antisemiten immer wieder verärgert, weil dieser Bruder nebenbei daran erinnert, dass Maria keine überirdisch schwebende, lebenslange Jungfrau gewesen ist, sondern eine bodenständige, jüdische Ehefrau und Mutter mehrerer Kinder. Der historische „Herrenbruder“ Jakob leitete die Jerusalemer Urgemeinde und war als jüdisch, fromm und gerecht bekannt. Gegen seine Hinrichtung um 62 nach Christus, kurz vor der Zerstörung des Tempels von Jerusalem, protestierten daher auch die jüdischen Pharisäer.

Und tatsächlich wettert der Autor des Jakobus-Briefes gegen allerhand magische Vorstellungen und verlangt von den frühen Christen eben nicht nur Glauben, sondern vor allem auch soziale Taten und konkret das Teilen von Reichtum. Der zunehmend antisemitische Martin Luther schimpfte daher auch über dieses biblische Buch, das seiner Entgegensetzung vom angeblich „werkgerechten“ Judentum versus dem „gnadenvollen“ Christentum zuwiderlief. Und er schob es, Heilige Schrift hin oder her, in seinen Bibelsammlungen ganz nach hinten.

Auch diejenigen, die doch so gerne Juden „Gier“ vorwerfen, blenden den Brief des Jakobus bis heute bewusst aus, da dieser ausdrücklich das Gegenteil bezeugt. Sogar noch in der „Stuttgarter Erklärungsbibel“ von 1992 wird säuerlich kommentiert, Zitat (S. 1594): „Sicher ist das Wort, das Jakobus zu sagen hat, nicht das erste Wort, das Christen hören sollen.“

Der evangelische, im besten Sinne semitisch gebildete Theologe und vom NS-Regime hingerichtete Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906 – 1945) hat einmal gesagt: „Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln.“ Wenn Sie über die Ostertage dazu beitragen wollen, die Reste des christlichen Antisemitismus zu überwinden, dann hilft die Entdeckung von Pessach und der zu Unrecht verdrängte Jakobus.

In diesem Sinne wünsche ich allen Christinnen und Christen gesegnete Ostern, allen Jüdinnen und Juden Pessach Sameach, allen Ezidinnen und Eziden ein gutes Sersal-Neujahr, allen Musliminnen und Muslimen einen friedvollen Ramadan und generell allen Menschen gute und besinnliche Feiertage. Bleiben Sie gesund!

Michael Blume

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Zuletzt erschienen "Islam in der Krise" (2017) und "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019). Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt... Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

145 Kommentare

  1. Na, jetzt muß ich ja aber doch intervenieren.

    Die Feindseligkeiten zwischen Christen und Juden gehen nun mal eindeutig von den Juden aus. Sie sind es, die den judenchristlichen Diakon Stefanus in Jerusalem gesteinigt haben. Die Jünger Jesu aus Jerusalem vertrieben. (Und ein gewisser Saulus sah dabei zu mit Wohlgefallen.) Klar gibt es auch jüdische Fanatiker, und die haben hier eine äußerst fatale Rolle gespielt. Konnte ja keiner ahnen, daß ausgerechnet aus dieser völlig unbedeutenden Sekte eine Weltreligion würde.

    Juden- und Heidenchristen haben, wie Sie weiter unten ausführen, auf dem Apostelkonzil einen Kompromiß gefunden auf Basis der längst etablierten noahidischen Gebote, ich sehe da nicht das Problem. Das sollte auch für nichtchristliche Juden akzeptbel gewesen sein.

    Die wichtigste Frage ist ja aber: Warum setzen die Autoren des Neuen Testamentes der offenkundigen historischen Wahrheit, die Römer haben Jesus veurteilt und hingerichtet, die mythisch-theologische Wahrheit entgegen: Aber die Juden hätten dies letztendlich zu verantworten, und (der historisch allerdings als außerordentlicher Stinkstiefel überlieferte) Pontius Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld? Die (sich an Judenchristen richtende) Passionsgeschichte bei Johannes liest sich ja schon wie die Mutter aller antisemitischen Verschwörungstheorien. Jüdisches Establishment, das heimlich seine Ränke schmiedet, und so der wirkliche Drahtzieher des Weltgeschehens hinter den Kulissen ist.

    • Die Steinigung des Stefanus zeigt nebenbei an, daß ein zentrales Motiv in den Passionsberichten historisch schlicht nicht stimmt: Die Juden hatten sehr wohl die Möglichkeit, einen Missetäter öffentlich vor Gericht zu stellen, ihn zu Tode zu verurteilen, und dieses Urteil auch zu vollstrecken.

      • Richtig, @Alubehüteter. Es ging eben immer um den Anklage- und Zeitpunkt. Jesus wurde ja vorgeworfen, sich gegen die römische Besatzung als “König der Juden” erheben zu wollen.

      • Wieso wiederholen sie einen Gegensatz zwischen Juden und Christen, den es zu Anfang gar nicht gab. Genauso könnte man einen Gegensatz zwischen Deutschen und Sozialisten kreieren. Waren es nicht die Deutschen, die hunderttausende Sozialisten verfolgt und in KZ umgebracht haben? Also haben die Deutschen mit dem Antikommunismus angefangen?
        Selbst die Nazis haben die Unlogik dieser Argumentation erkannt und die christliche Religion als das bezeichnet was sie ist. Eine im Ursprung jüdische Religion. Die Nazis, die ein ganz anderes Weltbild und Menschenbild hatten, eher dem Islam verwandt, haben die Juden nicht wegen der Religion gehasst, sondern weil ihre bloße Existenz ihrem Glauben von Rasse, Familie und Nation widersprach. Es kann keine ethnische Toleranz geben, wenn der Glaube an die eigene Rasse die Grundlage der eigenen Religion bzw. Einstellung ist. Die Grundlage der Nazis ist die genetisch angelegte Vorliebe zur eigenen Familie. Das bringt dem Einzelnen ganz konkrete Vorteile, wie Sicherung der eigenen Position, die nicht durch Fremde, und mögen diese noch so Vorteilhaft für die Gemeinschaft sein, gefährdet werden kann. Das Wiederholt sich bei Trumps Amerika first, bei dem Schutz von Zünften und in moderner Zeit, bei Gewerkschaften. (früher mehr als heute)

    • Lieber @Alubehüteter,

      abgesehen von der leider nochmal falschen Verwendung des Begriffes “Verschwörungstheorien” 😉 unterläuft Ihnen hier noch einmal der Fehler, schon zur Zeit des Stefanus zwischen “Juden” und “Christen” als abgeschlossenen Gruppen zu schreiben. Dabei war auch Stephanus Jude, ebenso seine Anhänger und seine Ankläger. Bei Paulus, der später (!) die Seiten wechselt, wird das ja geradezu dramatisch deutlich.

      Sie haben hier einen innerjüdischen Streit, in dem einige (!) Juden andere Juden wegen des Vorwurfs der Tempelbedrohung angreifen. Das Ganze aus einer Perspektive lange später aufgeschrieben wurde. Das ist genau die Dynamik, die ich oben darzustellen versuchte.

      • Wenn man, wie Jahrhunderte selbstverständlich gemacht, die Passionsberichte historisch liest, dann handelt es sich um.Verschwörungstheorien, wir können sie ja leicht falsifizieren.

        Andererseits, natürlich, das Neue Testament ist mythologisch zu lesen. Nach der theologischen Wahrheit der Verschwörungsmythen der Passionsberichte frage ich ja schließlich.

        Daß Stefanus (hellenisierter) Jude ist, habe ich ja selber oben geschrieben. Und daß die Jerusalemer Urgemeinde eine judenchristliche ist. Der Konflikt wird ja aber beschrieben aus heidenchristlicher Sicht des Lukas.

        Meines Erachtens spiegelt sich in den Passionsberichten wieder, daß zu dieser Zeit für die Christen die Christenverfolgungen der Juden das Hauptproblem waren, noch nicht die der Römer. (Wenn man genauer hinsieht, sind es vor allem die Sadduzäer, die den Tempeldienst aufrecht erhalten, die die Schwierigkeiten machen. Die Tempelbedrohung Jesu spielt ja auch in den Passionsgeschichten eine große Rolle vor dem Sanhedrin, natürlich nicht mehr vor Pilatus. Wobei Paulus gelernter Pharisäer ist. So ganz aussen vor sind die auch nicht.)

        • Jein und anders, @Alubehüteter: Es ging gerade auch den frühen, christlichen Gemeinden darum, weitere Verfolgungen durch die Römer zu vermeiden. Da lag es nahe, andere Verfolgungsgeschichten hervor zu heben.

          Erinnern Sie sich, dass wir die gleiche Debatte einmal anders herum geführt haben? Sie fragten danach, inwiefern die jüdischen Gemeinden in Babylon Verfolgungsgeschichten aus Ägypten und Persien konstruiert haben könnten.

          Faustregel: Wann immer wir Menschen erzählen oder gar schreiben, haben wir Addressaten und Folgen im Blick. Für religiöse Erzählungen und Texte gilt dies natürlich in besonders intensivem Maße.

      • Lieber Herr Blume!

        Zunächst einmal möchte ich mich bedanken bei Ihnen für Ihre interessanten
        und gut lesbaren Ausführungen zu den Verschwörungsfragen. Ich habe sie alle,
        wie sagt man so schön, mit “Gewinn gelesen” (am besten gefallen hat mir
        übrigens Folge 4). Und weil ich virenbedingt gerade viel Freizeit habe, gleich
        noch alle Kommentare und einige Wikipedia-Artikel dazu.
        Da fällt mir ein Detail (für Sie ist es wahrscheinlich mehr als nur ein Detail) auf:
        wann immer hier in den Kommentaren von “Verschwörungstheorien die Rede ist,
        widersprechen Sie vehement (s. o.).
        Verstehe ich das richtig, es geht Ihnen dabei darum, daß nicht irgendwelche hanebüchenen Unterstellungen, die auf abstrusen, unbelegten Behauptungen beruhen, in den Rang einer Theorie (im wissenschaftlichen Sinn) erhoben werden sollen?
        Was das angeht bin ich bei Ihnen, ich frage mich nur ob der
        Begriff Verschwörungstheorie das überhaupt nahelegt? Im gleichnamigen Wiki-
        pedia-Artikel (ich hoffe, Sie verdrehen jetzt nicht die Augen, ich fand ihn gut)
        wird ausdrücklich auf diese Problematik hingewiesen, der Begriff aber im Sinne
        der “gängigen” Interpretation weiter verwendet. Daß der umgangssprachlich ver-
        wendete Begriff “Verschwörungstheorie” eben keine “Theorie” meint, sondern im Gegenteil abwertend gemeint ist, wird denke ich auch dadurch belegt, daß ihre Anhänger sich selbst niemals als “Verschwörungstheoretiker” bezeichnen würden (die nehmen sich selbst ja gern als besonders kritisch denkend wahr).

        Oder habe ich etwas übersehen und Ihre Ablehnung dieses Begriffs hat noch ganz andere Gründe?

        Vielen Dank und viele Grüße
        Sven

        P.S.: der von Ihnen erwähnte Inquisitor Heinrich Kramer wird in Wikipedia als
        Hexentheoretiker bezeichnet, was sollen wir denn daraus schließen?
        Daß Wikipedia Hexen für einen Gegenstand ernsthaften wissenschaftlichen Interesses hält oder daß der Begriff “Theorie” eine engere und eine weitere Interpretation zulässt?

        • Vielen Dank für die Rückmeldung und -frage, @Mechaniker.

          Und, ja, der leider noch gängige Begriff der „Verschwörungstheorie“ bringt gleich zwei zentrale Probleme mit sich – weswegen er von Antisemiten und Rassistinnen auch immer wieder aufgegriffen und gefeiert wird.

          So hebt er 1. auch völlig unüberprüfbare Verschwörungserzählungen sprachlich in den Rang einer ernsthaften, wissenschaftlichen Theorie. Wer aber eine „Covid19-Soros-Verschwörungstheorie“ schon sprachlich neben die Evolutionstheorie oder die physikalischen Relativitätstheorien stellt, befindet sich bereits auf einer schiefen Bahn.

          2. Verschwörungsgläubige drehen den Vorwurf des „Verschwörungstheoretikers“ längst in die Gegenfrage um, ob der Vorwerfende also die Theorie vertrete, es gebe gar keine Verschwörungen.

          Auch hier auf in den Kommentarbereichen können Sie sich auch selbst ein Bild davon machen, wie antisemitisch argumentierende Accounts wie @Peter Müller und @Dietrich von Bern unbedingt auf dem Terminus „Verschwörungstheorie“ beharren. Denn der auch erkenntnistheoretisch präzisere Begriff „Verschwörungsmythos“ deckt die Argumentationsweisen und Funktionen der Erzählungen einer bösen Weltherrschaft von Superverschwörern viel präziser auf.

          • Danke!

            Speziell der Aspekt 2. ist mir wohl beim Lesen der Kommentare
            entgangen. Sie kennen das sicher, es gibt Schlüsselwörter (wie
            z.B. “Sorosbrüder”) – da weiß man schon was los ist und liest nur
            noch quer …

            Viele Grüße
            Sven

        • Eine antisemitische Verschwörungstheorie zu Covid-19 fand ich früh bei einem Klassiker der Szene, bei Freeman (verlinke ich nicht). Er zitierte Meldungen der israelischen Tageszeitung Ha’arez, wonach ein Forschungslabor unmittelbar vor der Veröffentlichung eines wirksamen Anti-Serums stehe. Freeman weist dann noch darauf hin, daß diese Firma eine Ausgründung sei des israelischen Militärs, und folgert: Klar haben die Israelis so schnell ein Serum; sie haben ja den Virus passend zum Serum entwickelt.

          Dagegen ist zuerst zu sagen: Ein Serum alleine besagt ja noch nichts. Es muß zunächst aufwendig an Tieren und dann Menschen getestet werden, ob etwa nicht beabsichtigte Nebenwirkungen schlimmer sind als das, wogegen es eingesetzt wird. Es wäre sehr leichtfertig, ein solches Killervirus in die Welt zu setzen und darauf zu zocken, daß das schon klappen wird mit unserem Serum.

          Inzwischen haben umfangreiche Genanalysen ergeben, daß das Virus tatsächlich zuerst bei Tieren wirksam war und, vielleicht über mehrere Wirtstiere, auf den Menschen übergegangen ist. Es ist nicht künstlichen Ursprungs. Das paßt zu dem Befund, daß die ersten Infizierten Stammbesucher waren eines Wildtiermarktes in Wuhan.

          Das ist also eine Theorie. Die läßt sich widerlegen.

          Ein Mythos ist, daß wieder einmal George Soros / Bill Gates / die Echsenmenschen dahinter stecken, wie noch stets. Da kann man nicht gegenargumentieren. Das glaubt man, besser: Man läßt es.

          • Ja, @Alubehüteter: Durch die Digitalisierung kann jede/r in kürzester Zeit und kostengünstig Verschwörungsvorwürfe konstruieren und verbreiten. Und weil antisemitische und rassistische Vorurteile noch weit verbreitet sind, haben es antijüdische und anti-israelische Behauptungen immer wieder besonders leicht, leider…

    • Lieber Freund der Leichtmetall-Chapellerie,

      ich möchte Ihnen nichts unterstellen, aber der erste Satz Ihres Beitrags:
      “Die Feindseligkeiten zwischen Christen und Juden gehen nun mal ein-
      deutig von den Juden aus.” – also der hat schon Potential …
      (Xavier hat’s ja schon immer gewusst!)

      Nichts für ungut!

      Sven

      • Och, wir werden uns schon aneinander gewöhnen 🙂

        Sie werden schon merken, daß ich mir den Antijudaismus des NT nicht zueigen mache, aber ich frage, wo er her kommt.

        • Alles roger, ich hab mich schon astrein an Sie gewöhnt!

          Gerade deswegen bin ich ja über Ihren Satz, genauer: über Ihre
          Formulierung gestolpert!

          Vielleicht lassen Sie sich auf einen ganz kleinen Versuch ein:
          einfach im Kopf denselben Satz ohne das von mir kursiv ge-
          setzte den wiederholen.

          Klingt gleich ganz anders, nicht wahr?

          Viele Grüße und bis demnächst!
          Sven

          • Zugegeben. Mal wieder zu leichtfertig gewesen im Umgang mit bestimmten pauschalisierenden Artikeln. Liest sich anders, als von mir gemeint. 🤔😐

  2. Daß dieser Judas aber auch ausgerechnet „Judas“ heissen mußte, das ist aber auch echt ein tragisches Unglück der Weltgeschichte 😣

  3. Danke für die interessanten Ausführungen, die mir teilbweise bekannt waren aber auch neue Tatsachen nennen. Ihnen und Ihrer Familie dann schöne Ostertage.

    Gruß
    Rudi Knoth

  4. Die Karwoche ist der richtige Zeitpunkt über den Tod des Jesus von Nazareth nachzudenken.
    Hätte die Kreuzigung verhindert werden können ? Was waren die Umstände für die Kreuzigung dieses Menschen. Und letztlich können wir eine Schuldzuweisung machen, oder genauer, dürfen wir eine Schuldzuweisung machen.?
    Die Ursache liegt in der Person des Jesus von Nazareth.

    “Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen gegen seinen Vater und die Tochter gegen ihre Mutter und die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter.…“

    Dieser Ausspruch Jesu mag erschrecken, stimmt er doch gar nicht mit dem Bild des friedliebenden Menschen überein, der sogar Tote auferwecken kann. Was bedeutet das also ?
    Es bedeutet, dass Jesus sich als Sozialreformator sieht, der den Menschen aus seiner unverschuldetetn Unmündigkeit befreien will. Er will die Menschen frei machen von dem Gesetz der Blutrache, die den Sohn verpflichtet, die Schuld der Anderen zu rächen.
    Damals war es üblich, dass der Sohn dem Vater untertan war und die Frau dem Manne .
    Nach Jesus Meinung ist jeder Mensch nur Gott untertan.
    Und Jesus geht noch weiter indem er die Kaste der Priester infrage stellt mit der Behauptung, „du sollst Gott lieben und du sollst deinen Nächsten lieben. Das ist das höchste Gebot. Alle anderen Gebote sind diesem untertan“.
    Das war ein direkter Angriff gegen die jüdischen Rabbis , die nach dieser Meinung ihre Wichtigkeit einbüßen.

    Jesus wußte das, und er wusste auch, dass er deswegen gekreuzigt werden würde.
    Und er hat dazu am Kreuze nur gesagt : „Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun „

    Schuldzuweisung ? Fehlanzeige ! Der geschichtliche Ablauf war voraussehbar.
    Es gibt keinen Grund jemand anderes die Schuld zuzuweisen.
    Der zweite und entscheidende Grund keine Schuldzuweisungen zu machen ,liegt in der Religion selbst begründet, die ja hier angeblich verteidigt werden soll.
    Die Vergebung der Schuld. ist im Gebet der Christen festgelegt:“ Herr, vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern !“

    • Vielen Dank für Ihren Kommentar, @H.Wied. Die “richtige” Auslegung des Christentums – oder überhaupt jeden Glaubens – ist m.E. ja immer das Vorrecht der jeweiligen Gläubigen und ihrer Theologie.

      Aber als christliche Privatperson bin ich da nah bei Ihnen. In den Diskussionen um die “letzten Worte Jesu am Kreuz” spielt das Motiv von Vergebung und Leidannahme eine große Rolle, eine dualistische Schuldzuweisung an andere findet nicht statt:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_letzte_Worte

      Ihnen ein gesegnetes Osterfest!

    • @ H.Wied
      09.04.2020, 17:45 Uhr
      „du sollst Gott lieben und du sollst deinen Nächsten lieben. Das ist das höchste Gebot. Alle anderen Gebote sind diesem untertan“.

      Wir wollen bitte nicht vergessen, daß das zwei jüdische Gebote sind aus der Thora (Dtn. 16,5 und Lev. 19,18). Jesus lehrt nichts wirklich Neues, schon gar nicht „gegen“ das Judentum. Der Gott der Liebe des Neuen Testamentes läßt sich nicht ausspielen gegen einen strafenden und rachsüchtigen Gott des Zornes im AT. Wie Herr Blume oben schon sagt, es handelt sich zunächst um innerjüdische Auseinandersetzungen.

  5. Sehr geehrter Herr Blume,

    besteht die Möglichkeit weniger einseitig zu urteilen? Es stimmt , dass “christliche” Prediger lehren, sie könnten mit ihren Glaubenskräften Coronaviren besiegen, ob nun evangelikal oder orthodox.
    Sind viele Haredim in Israel nicht im gleichen Irrglauben verfangen?
    Diese stellen zehn Prozent der Bevölkerung – und die Hälfte aller COVID-19-Patienten in Israels Krankenhäusern.
    Rabbi Chaim Kaniewski verkündet: „Die Tora schützt und rettet.“

    Besteht ferner die Möglichkeit, Ihre Aussagen zum Verhältnis Jesu zu den Pharisäern zu relativieren?
    Ein gewisser Jude namens Levi bzw. Matthäus, einst Steuereinnehmer, schrieb:

    Kap. 23 2 „Die Gelehrten und Pharisäer sitzen auf dem Platz von Moses.
    13 Wehe euch, ihr Gelehrten und Pharisäer! Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Königreich der Himmel.
    Ihr geht nicht hinein und verweht es auch jenen, die auf dem Weg dorthin sind.
    15 Wehe euch, ihr Gelehrten und Pharisäer! Heuchler! Ihr zieht durch Land und Meer, um einen einzigen Nichtjuden zu bekehren. Lässt er sich belehren, wird er einer, der es doppelt so sehr wie ihr verdient, in der Gehẹnna (Müllverbrennung jenseits der Stadtmauer u.a. für Straftäter, die man nicht begrub) zu enden.
    23 Wehe euch, ihr Gelehrten und Pharisäer! Heuchler!
    Da gebt ihr 10 % von Minze, Dill und Kümmel, aber das Wichtigere im Gesetz von Moses, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue vernachlässigt ihr…
    25 Wehe euch, ihr Gelehrten und Pharisäer! Heuchler! Ihr macht den Becher und die Schüssel außen sauber, aber innen sind sie voller Gier und Maßlosigkeit.
    26 Du blinder Pharisäer!…
    27 Wehe euch, ihr Gelehrten und Pharisäer! Heuchler! Wie weiß getünchte Gräber wirkt Ihr äußerlich perfekt, während innen neben Knochen Unrat steckt.
    28So wirkt ihr äußerlich gerecht, innerlich seid ihr totale Heuchler…
    29 Wehe euch, ihr Gelehrten und Pharisäer! Heuchler! Ihr baut Propheten Gräber, schmückt sie…
    30 und sagt: ‚Hätten wir damals gelebt, wir hätten nicht deren Blut vergossen.‘
    31 So beschuldigt ihr euch ja, Söhne der Prophetenmörder zu sein!
    32 Na dann bringt zu Ende, was eure Vorfahren begannen.
    33 Ihr Schlangen, ihr Otternbrut, wie wollt ihr der Gehẹnna entkommen?
    34 Darum schicke ich euch Propheten, weise Männer und öffentliche Lehrer.
    Einige werdet ihr töten und hinrichten, andere in euren Synagogen auspeitschen und in einer Stadt nach der anderen verfolgen,
    35 sodass euch die Schuld am vergossenen Blut aller Gerechten auf der Erde trifft vom Blut des gerechten Abel bis zum Blut von Barachịas’ Sohn Sachạrja. Den habt ihr zwischen Heiligtum und dem Altar ermordet.”
    … und so fort..

    Traf die Aussage: “…sodass euch die Schuld am vergossenen Blut aller Gerechten auf der Erde trifft” wirklich die Besatzungsmacht?
    Gibt das der Text her?
    Falls der Ruf nach Übersetzungsmängeln laut wird… Matthäus schrieb nicht an griechisch Sprechende. Die hätten viele geschilderte Details nicht verstanden. Er schrieb hebräisch. Der Text des Schemtov ben Schaphrut liegt u.a. in der Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin vor.

    Ich möchte keine einzige der Untaten an Juden im Mittelalter und in der Neuzeit zu übersehen.
    Muss man aber Geschichte umdeuten?

    Ein anderer Jude namens Johannes schrieb: Kap. 11 45: Viele Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was er tat, glaubten an ihn, 46 doch gingen einige zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.
    47 Da riefen die Oberpriester und Pharisäer das höchste Gericht zusammen.
    Sie riefen: „Was sollen wir machen? Der Mann vollbringt viele Zeichen!
    48 Wenn wir ihn weitermachen lassen, glauben ihm alle…!“
    49 Einer, Kaiphas, der in dem Jahr Hoher Priester war, sagte: „Ihr begreift nichts.
    50 Ihr bedenkt nicht, dass es für euch besser ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk umkommt.“ …
    53 Von dem Tag an schmiedeten sie Pläne, ihn zu töten.

    Planten nun die Römer oder die ranghöchsten Juden, Jesus zu töten?

    Als Pilatus nichts Strafwürdiges an Jesus fand – wer schrie: „Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder“ ?
    Ein “angeblich” gehört in solch einen Text nicht hinein. Der Kontext ist eindeutig. Hier ging es um Mord, eingefädelt von den ranghöchsten Repräsentanten der jüdischen Religion, die sich von deren Wurzeln weit entfernt hatten.
    Muss man deren Hass und deren Gottesferne relativieren?

    „Die“ Wurzeln des christlichen Antisemitismus sind vielfältig, ein Aspekt liegt aber in der Nichtbeachtung von „wir und unsere Kinder“. Auch Jesus sagte: „Weint nicht um mich, weint um euch und eure Kinder.“
    In beiden Fällen geht es nicht um unzählige Generationen sondern um jene, die das Unheil bis zum Jahre 73 erlebte.

    Die gute Nachricht an diesem Geschehen ist Jesu letzte Bitte (Lukas Lk 23 34):
    “Vater, vergib ihnen. Sie wissen nicht was sie tun.”

    • Sehr geehrter @Johannes,

      wie von mir bereits mehrfach – ja, immer wieder – betont gibt es Fundamentalismus, Verschwörungsglauben etc. in allen Weltreligionen und Weltanschauungen. Anders wäre es ja auch seltsam, schließlich sind wir alles Menschen mit einer vergleichbaren (Religions-)Psychologie.

      So habe ich auf Twitter unter dem hier abgebildeten Tweet auch auf Berichte über vergleichbare Phänomene unter Haredim, Hindus usw. hingewiesen. Der von mir verlinkte Bericht stammt sogar direkt aus der “Jüdischen Allgemeinen” – also auch hier gibt es keinerlei bösartiges Verschweigen…
      https://www.juedische-allgemeine.de/juedische-welt/ignoranten-und-suendenboecke/

      Was Ihre Zitate v.a. aus dem Johannes-Evangelium angeht, so setze ich als Religionswissenschaftler schon das Wissen voraus, dass die Evangelien Jahrzehnte nach den Ereignissen aus diversen, mündlichen Überlieferungen geschöpft wurden. Anders lassen sich ja auch die teilweise gravierenden Unterschiede – die die Kirchen dankenswerterweise nicht zu tilgen versucht haben – gar nicht erklären. Und gerade der von Ihnen bevorzugte Johannes ist zeitlich und inhaltlich nach der Zerstörung Jerusalems und des Tempels bereits am Weitesten von Jesus weg und nimmt die Spaltung zwischen “Juden” und “Christen” bereits vor, die es zu Zeiten Jesu noch gar nicht gab.

      Etwas seltsam finde ich Ihre Annahme, irgendjemand “relativiere” die Heftigkeit der römisch-jüdischen wie auch innerjüdischen Konflikte jener Jahrzehnte. In Folge 4 dieses Podcasts zu Zeit & Kalender habe ich sogar ausführlich dargestellt, dass Jüdinnen und Juden bis heute an der Klagemauer über die Zerstörung Jerusalems klagen – und diese nicht etwa den Römern anlasten, sondern dem damaligen Hass und Streit in den eigenen Reihen. Hier dazu sehr ausführlich:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-4-zeit-und-kalender-zwischen-hoffnung-und-antisemitismus/

      Und wussten Sie z.B., dass sich Jochanan ben Zakkai als Mitbegründer des rabbinischen Judentums nach vergeblichen Versöhnungsversuchen in einem Sarg aus Jerusalem schmuggeln ließ und das Gespräch mit dem römischen Heerführer suchte?

      Sie müssen all das ja gar nicht mir glauben. Aber wenn Sie gegenüber den geistigen Traditionen fair und gerecht sein wollen, aus denen auch Jesus Zeit seines Lebens schöpfte, lehrte und liebte, so empfehle ich Ihnen beispielsweise “Die Weisheit des Talmud” des Holocaust-Überlebenden und Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel.

      Ob Sie sich gegen die Wurzel des christlichen Glaubens wenden, oder aber aus dieser intellektuell und emotional lernen – das bleibt Ihre Wahl.

  6. Noch einmal zum „Gottesmord“:

    Am deftigsten wird das zugespitzt beim Evangelisten Johannes (19,16). Danach sind es tatsächlich die Juden, nicht die Römer, die Jesus kreuzigen. Pilatus gibt ihnen lediglich die Genehmigung dazu und übergibt ihnen Jesus.

    Das wird jeder Zeitgenosse gewußt haben, daß das offenkundig historisch so nicht gewesen sein kann. Warum schreibt Johannes das dann? Warum ist ihm so wichtig, die Juden hauptverantwortlich am Tode Jesu zu zeichnen, ja, sogar als unmittelbare Mörder?

    Bei Wikipedia fand ich auch folgende interessante Erklärung:

    Historiker wie Jules Isaac und Paul Winter erklärten diese redaktionelle Tendenz aus der Situation nach der Tempelzerstörung des Jahres 70, als die Christen sich stärker von den Juden abzusetzen versuchten, um nicht mit ihnen von den Römern verfolgt zu werden.

    Das gilt ja aber noch nicht für Paulus und das Markus-Evangelium, mag aber Motiv sein für eine weitere Radikalisierung bei Johannes.

    • Ja, so ist es, @Alubehüteter. Gegebenfalls können Sie das auch mit einem Kommentator namens “Johannes” hier vertiefen, der seine sehr antijüdische Lesart des Christentums fast exklusiv aus der Deutung des späten Johannesevangeliums zu schöpfen scheint.

      Ich bin wirklich froh, dass diese Debatte hier viele – auch betroffene – Menschen erreicht! 🙂

      • Anders als ich liest der Kommentator „Johannes“ das Johannesevangelium ja aber historisch. Wie gesagt, daß jüdische Soldaten des Sanhedrin einen Menschen kreuzigen, ist historisch völlig undenkbar, und das wußten die Leser des Johannes, für die sein Evangelium bestimmt ist, auch.

        Übrigens, Pointe: Johannes richtet sich an hellenisierte – Judenchristen. Er setzt sehr viel an Wissen über jüdisches Brauchtum voraus, das Unkundigen wie mir entgeht.

        • Zustimmung, @Alubehüteter.

          Bei mir war es übrigens die letzte Rede von Dr. Martin Luther King jr., die mir die Augen für die Bedeutung von Kontext für das Verständnis auch von Bibeltexten geöffnet hat. Als King die Beobachtungen aus der gemeinsamen Reise mit seiner Frau zwischen Jerusalem und Jericho schilderte, ergab das berühmte Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Samaritaner) tatsächlich einen neuen Sinn:
          https://m.youtube.com/watch?v=ixfwGLxRJU8

          Seitdem versuche ich religiöse Texte immer aus ihrem konkreten, also lokalen und historischen Kontext heraus zu verstehen.

          • Als King die Beobachtungen aus der gemeinsamen Reise mit seiner Frau zwischen Jerusalem und Jericho schilderte, ergab das berühmte Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Samaritaner) tatsächlich einen neuen Sinn:
            https://m.youtube.com/watch?v=ixfwGLxRJU8

            Wer nicht hören will (immherhin über 40 Minuten, englisch), darf lesen: Hier 🙂

  7. Alubehüteter,
    “Der Gott der Liebe des Neuen Testamentes läßt sich nicht ausspielen gegen einen strafenden und rachsüchtigen Gott des Zornes im AT.”

    Doch das geht, denn der Gott ist der gleiche, nur die Vorstellung von diesem Gott hat sich nach Jesus um 180 Grad verändert. Jesus nennt das den “Neuen Bund”. Man könnte sogar so weit gehen und sagen, dass der Sinn der Kreuzigung Jesu nicht nur darin begründet ist, dass Jesus die Schuld der Menschen übernommen hat, wie das die Urchristen sahen, sondern darüber hinaus auch ein vollkommen neues Verständnis dieses Gottes ermöglicht hat.

    Michael Blume
    meine Absicht war, Schuldzuweisungen zu verhindern.
    Sie haben ja eine klare Linie verfolgt, dass nämlich die Römer verantwortlich waren für die Rechtsprechung. Und es ist verbürgt, dass Pontius Pilatus Jesus zum Tode verurteilt hat. Und es ist darüber hinaus auch bekannt, dass Pilatus noch andere Juden ohne Gerichtsprozess kreuzigen ließ. Er wurde deswegen 36 n.Chr. von seinem Posten enthoben.

    Zur allgemeinen Aufklärung: Die Behauptung eines Gottesmordes wurde erst 130 Jahre später aufgestellt von einem Bischof, der sich wahrscheinlich von den Juden abgrenzen wollte. Und seitdem vergiftet dieses Unwort die abendländische Kultur.

    • Dem stimme ich zu, @H.Wied. Man stelle sich nur einmal vor, wie monströs es wäre, würden christliche Traditionen eine „Blutschuld“ aller Römer und Italiener am Tod Jesu behaupten! Zu Recht würde es dagegen einen Aufschrei geben. Doch als antijüdischer Vorwurf hält sich diese Schuld-Kollektivierung leider bei einigen bis heute…

      • Moment mal. Die Römer/Italiener sind immerhin brave Katholiken geworden. Dieser Weg stand im christlichen Antijudaismus auch jedem Juden frei. Genügend sind diesen Weg ja auch gegangen.

        Der Vorwurf ist ja: Jeder Jude, der heute leugnet, daß Jesus der Messias ist, erneuert damit die Schuld. Die Juden haben dabei eine gegenüber anderen Ungläubigen eine besondere Verpflichtung, weil eben zu ihnen der Messias gesandt worden war.

          • Das gilt ja aber erst ab Spanien, Reconquista. Ab da ist Jude-sein keine Kollektivschuld mehr, die aber mit jeder neuen Generation und von jedem Einzelnen individuell übernommen wird, sondern ein Gendefekt, wo ich durch Geburt schuldig bin, eine Nummer, aus der ich nicht mehr rauskomme.

            Edith Stein markiert ja den Unterschied sehr anschaulich zwischen katholischem Antijudaismus und rassistischen Antisemitismus. Als katholische Nonne war sie hoch angesehen. Als geborene Jüdin wurde sie deportiert.

          • Jein, @Alubehüteter – erst in Spanien setzt sich der Rassismus in gedruckter Form breit durch. Aber blutmagische Vorstellungen sind – wie in dieser Folge geschildert – schon sehr viel älter und auch der in Folge 5 geschilderte „Hexenhammer“-Inquisitor Kramer hält Christinnen jüdischer Herkunft sofort für Lehrmeister-Hexen.

            Wenden Sie hier doch bitte einfach das gleiche, historisch aufgeklärte Denken an wie wir es um die sog. „Achsenzeit“ durchdekliniert haben. 😏📚🌍

    • Bevor jetzt hier alle Google anschmeißen: Fraglicher Bischof ist Melito von Sardes. Der aber kann sich unmittelbar auf den Passionsbericht des Johannes berufen (s.o). Das steht da, genau so.

      Wobei das NT ja durchaus differenzierter über „die“ Juden zu berichten weiß. Auch Johannes würdigt etwa Nikodemus und Josef von Arimathäa. Die Apostelgeschichte berichtet (5,34 ff):

      Da erhob sich im Hohen Rat ein Pharisäer namens Gamaliël, ein beim ganzen Volk angesehener Gesetzeslehrer; er ließ die Apostel für kurze Zeit hinausführen. Dann sagte er: Israeliten, überlegt euch gut, was ihr mit diesen Leuten tun wollt. Vor einiger Zeit nämlich trat Theudas auf und behauptete, er sei etwas Besonderes. Ihm schlossen sich etwa vierhundert Männer an. Aber er wurde getötet und sein ganzer Anhang wurde zerstreut und aufgerieben. Nach ihm trat in den Tagen der Volkszählung Judas, der Galiläer, auf; er brachte viel Volk hinter sich und verleitete es zum Aufruhr. Auch er kam um und alle seine Anhänger wurden zerstreut. Darum rate ich euch jetzt: Lasst von diesen Männern ab und gebt sie frei; denn wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen stammt, wird es zerstört werden; stammt es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten; sonst werdet ihr noch als Kämpfer gegen Gott dastehen. Sie stimmten ihm zu, riefen die Apostel herein und ließen sie auspeitschen; dann verboten sie ihnen, im Namen Jesu zu predigen, und ließen sie frei.

  8. @Wie kann man Jude werden?

    Eine Unterscheidung zwischen dem jüdischem Gott der Rache und dem christlichen Gott der Liebe habe ich schon öfter gehört. Offenbar ist dies wohl recht speziell, und stimmt so nicht sonderlich. Anfänglich waren die Christen ganz selbstverständlich Juden. Dass sich die Heidenchristen später von den Juden distanzierten, könnte daran gelegen haben, dass sie versucht haben, damit der römischen Verfolgung zu entgehen.

    Und auch habe ich schon öfter gehört, dass man dem Judentum nicht einfach so beitreten kann. Ich dachte das geht nur, wenn man da einheiratet. Das wäre natürlich eine logische Grundlage dafür, die Juden als „Rasse“ klassifizieren zu können. Im Gegensatz zu den sogenannten Weltreligionen, die sich durch teils aggressive Missionierung weltweit ausbreiten wollten und die dazu auch aktuell noch tendieren.

    Ich vermute, dass die Juden tatsächlich nicht missionieren, und das auch nie taten. Meine Frage an Sie: kann man dem Judentum beitreten, und wenn ja wie? Möglicherweise reicht das dann aber nicht, dass man automatisch israelischer Staatsbürger werden kann?

    • Vielen Dank für Ihre Frage, @Tobias Jeckenburger. Nach jüdischem Glauben sind alle Menschen Kinder Noahs und müssen also nicht jüdisch werden, um „Anteil an der kommenden Welt“ zu bekommen. Ein Übertritt zum Judentum war und ist aber für Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe etc. möglich. Gerne werde ich dazu mal eine Extra-Podcast-Folge anbieten.

  9. Ich möchte einen anderen Aspekt in die Diskussion einbringen, was das Gottesbild des Alten Testamentes anbelangt, nämlich das “narrativ” wiedergegebene Bild eines oftmals unbarmherzigen, rachsüchtigen und grausamen Gottes– und ich kann sagen, dass es vielen Gläubigen bei Lesungen des Alten Testamentes wie mir ergeht. Warum korrigieren die Prediger in den Gottesdiensten nicht im Sinne der historisch-kritischen Exegese dieses oftmals archaisch anmutende Gottesbild, statt viele Gläubige fassungslos zurück zu lassen.
    Mir „stehen die Haare zu Berge“, wenn wie gestern in der Liturgie des Gründonnerstags und in der Osternacht die Tötung der Erstgeborenen der Ägypter durch Gott selbst beim Paschafest der Israeliten vorgetragen wird (Exodus 12,12)! Wenn inzwischen das “flectamus genua” der katholischen Liturgie auch für die Juden gilt, so bleibt für mich diese Diskrepanz zum jüdischen Gottesbild bestehen, das zweifellos auch auf den Koran abgefärbt hat (Mohamed verfügte über solide Kenntnisse sowohl des Alten wie des Neuen Testamentes). Für mich ist die Wandlung des Gottesbildes zu dem eines primär barmherzigen, liebenden, allgütigen Vaters erst durch die Offenbarung (modern: „Information“) Jesu Christi im Neuen Testament erfolgt – zugleich mit der Vorstellung eines Dreieinigen, nicht pantheistischen Gottes.

    • Lieber Herr Khalben,

      das Judentum kennt die Spannung zwischen dem gerechten und dem gnädigen Gott, beispielsweise schon im Noah-Mythos. Auch Jesus stand in dieser Tradition und klagt daher auch Gott am Kreuz, warum Er ihn verlassen habe.

      Einen „lieben“ jesuanischen versus einem „bösen“ jüdischen Gott kann ich auch religionsgeschichtlich nicht erkennen, sondern immer wieder neu das Ringen zwischen einem strafenden & verborgenen sowie barmherzigen & vergebenden Gottesbild. Hier lebte und litt auch Jesus selbst m.E. fest auf dem Boden des Judentums.

  10. Mimosael Blume glaubt wohl dass wir die ganzen Videos in denen hunderte von Moslems trotz Corona dicht gedrängt aufmarschieren um dem Ruf des Muezins zu lauschen und Alahu Akbar zu schreien nicht gesehen haben, so viel also zum Thema dass die Christen sich nicht an die Maßnahmen hielten während die Moslems sich vorbildlich verhalten würden 🤡

    • Oh, @Yukterez – jetzt mal nicht gegen Juden und Frauen, sondern gegen Muslime? Was haben Sie denn jetzt gegen diese? Lassen Sie mich raten: Auch Muslime sind Teil Ihrer geglaubten Weltverschwörung. Richtig?

    • @Yukterez: Mehr als wirre Stimmungsmache hast Du nicht drauf? “[…]die ganzen Videos[…]”, das kann bei einem vernünftigen Menschen nicht mehr als ein mitleidiges Lächeln hervorrufen. Schade um die verschwendete RZ-Kapazität dafür. Im Übrigen: Interpunktion mangelhaft.

    • @Yukterez: Netter Versuch, mich jetzt auf meinem Facebook-Profil zu trollen, auch noch mit Bildern mit Gewaltdarstellungen. Wird alles gelöscht und bist blockiert.

      • Ja, der @Yukterez ist wirklich ein armer Troll. Aber immerhin informiert er durch sein Verhalten sehr viele Menschen über die Gefahren des Verschwörungsglaubens, auch hier auf dem Blog. ✅😉

  11. Prof. Paul Kalbhen,
    in der Mathematik wird unterschieden zwischen einer Zahl und der Zahldarstellung, die auf viele Arten erfolgen kann. Beides sind Abstraktionen. Beide haben den gleichen Wert, aber in der Darstellung unterscheiden sie sich.
    Der Gott des Alten Testamentes hat die Welt erschaffen, der Gott des Neuen Testamentes hat die Welt erschaffen, der Gott der Juden hat die Welt erschaffen, der Gott der Moslams hat die Welt erschaffen, der Gott der Inder hat die Welt erschaffen.
    Was lernen wir daraus ? Wir sollten uns nicht so wichtig nehmen mit der Gottesdarstellung und bei der Auslegung der Texte.
    Lessing hat uns doch ein gutes Lehrbeispiel angeboten mit der Ringparabel.

  12. Lieber Herr Wied,
    was in Nathans Parabel gerne übersehen wird, ist die Tatsache, dass ja noch ein “wahrer”, originaler Ring existiert! Ansonsten: Ein jeder nach seiner Fasson – soviel ich behalten habe, stammt dieser tolerante Ausspruch von Voltaire. Deshalb hänge ich meine Sicht zur “Existenz des christlichen Dreieinigen Gottes aus der Sicht der modernen Physik” (als Quintessenz meines gleichnamigen Buches zum Thema “Glaube und Naturwissenschaft”) noch dran:

    10 Thesen zum Thema „Glaube und Naturwissenschaft“

    1. Gott will in seinem Wesen erkannt werden, sonst hätte er sich nicht offenbart: in seinem Sohn, in seinen Propheten, in der Natur – und auch in der Wissenschaft von der Natur.

    2. Das Wirken Gottes in seiner Schöpfung ist geistiger Art: Mit der Erschaffung von Energie und Naturgesetzen aus dem „Nichts“ legte er den Grund für die Entwicklung des Lebens und machte mit seinem Geist den Menschen sich selbst bewusst.

    3. Die Ewigkeit Gottes ist im Sinne der Einstein‘schen Relativitätstheorie als Zeitlosigkeit denkbar. Nach Aussage der christlichen Dreifaltigkeitslehre ist „Gott-Vater“ allwissend – man könnte folgern, weil er als Schöpfer der Welt außerhalb unseres Raum-Zeit-Kontinuums existiert. Damit entfällt die theologische „Zwangslage“, Vorhersehung Gottes und Vorherbestimmung gleichzusetzen.

    4. Die Menschwerdung Christi ist die Materialisierung Gottes, die Auferstehung Christi ist die Dematerialisierung Gottes in der Welt. Die Inkarnation Gottes in Jesus Christus ist die Kernaussage christlichen Glaubens; in den gewandelten Gaben von Brot und Wein des Abendmahles, der Eucharistiefeier bleibt er sichtbar in der Welt.

    5. Aus der christlichen Offenbarung kann man drei absolute Eigenschaften Gottes folgern:
    Die Allgüte – da Gott als absolute Liebe außerhalb des Bösen existiert.
    Die Allwissenheit – da Gott als absolutes Sein außerhalb von Raum und Zeit existiert.
    Die Allmacht – da Gott alle Freiheit besitzt, innerhalb seiner Allgüte und Allwissenheit zu wirken.

    6. Angesichts des Leides in der Welt ist die Vorstellung eines absolut liebenden Gottes nur zu begründen, wenn man den Zufall als ein wesentliches Element in Gottes Schöpfungskonzept begreift: Denn Gott will das Leid nicht, sondern lässt es wegen der Freiheit seiner Schöpfung zu. Gebet ist Schutzwall des Guten gegen die Macht des Bösen.

    7. Die Gnade, die Güte Gottes kann nur wirksam werden, wenn der freie Wille des Menschen sie bejaht; insofern ist die Gnadenwirkung, die Fügung des Menschen unter den Willen Gottes, nicht vorherbestimmt – „determiniert“ -, sondern zufallsbedingt – „indeterminiert“.

    8. Das christliche Weltverständnis muss unter dem Blickwinkel der Quantenphysik „komplementär“ – sich gegensätzlich ergänzend – erfolgen. Der scheinbare Widerspruch zwischen Ordnung und Chaos, Notwendigkeit und Zufall, Gesetz und Freiheit löst sich auf unter einer ganzheitlichen Sicht der christlichen Offenbarung: Gott hat in seine Schöpfung sowohl Ordnungsstrukturen als auch Freiheitsgrade gelegt und diese zu statistischen – wahrscheinlichkeitsbedingten – Naturgesetzen verschmolzen. Der Zufall, als Unwägbarkeit und Unbestimmtheit im Weltgeschehen verstanden, ermöglicht erst Freiheit.

    9. Wesentlich für das Christentum ist eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen als Leib-Seele-Einheit, die ihre Auferstehung in der „Ewigkeit“ erfährt. Das heißt, dass der Mensch nicht nur als geistiges Wesen in das „Jenseits“ eingeht, sondern als genetisch geprägtes Individuum, dessen Ich-Sein in der Welt eben auch von seinen genbedingten Veranlagungen und Eigenschaften abhängig ist.

    10. Erst die Wechselwirkung von Gehirn und Geist, von Leib und Seele, von „Hardware“ und „Software“ des Individuums macht den sich selbst bewussten Menschen aus; die in den Genen gespeicherte Information ist geistigen Ursprungs. Für den Christen ist das Leben Teilhabe am Göttlichen Geist, dem “Heiligen Geist”.

    Frohe Ostern und gute Gesundheit Paul Kalbhen

    • Lieber Professor Kalbhen,

      ich musste jetzt doch zu Ihrer Eingangsbemerkung etwas schmunzeln und möchte ein paar Anmerkungen dazu machen. Letztendlich stellen Ihre 10 Thesen nicht die Existenz Gottes aus der Sicht der modernen Physik, sondern die Existenz der modernen Physik aus Sicht der Religion dar.

      Der religiöse Mensch mag Gott brauchen, die Physik nicht. Sie kennt keinen Gott und kommt sehr gut ohne ihn aus.

      Da ich – wie ich aus der Beschreibung Ihres Buches erfreut feststelle – ebenfalls Ihr Fach studiert habe möchte ich davon ausgehen, dass Ihnen das als Ingenieur mit weit höherer akademischer Bildung als meiner bekannt ist.

      Ihr Anliegen, aus religiöser Sicht die Naturwissenschaft kompatibel mit der Religion zu interpretieren ist aller Ehren wert. Ich fände es mit Hinblick auf Ihre Eingangsbemerkung nur fair, es dann transparent auch so zu darzustellen.

      Mit den besten Wünschen für ein gesundes Osterfest

  13. Lieber Herr Prof. Paul Kalbhen,
    vielen Dank für die fleißige und ausführliche Zusammenfassung von “Gott und der Welt”. Dem ist in dieser Form nichts hinzuzufügen.

    Mir ging es nur um einen Punkt, der Sprache. Wir denken in Begriffen, wir sprechen mit Begriffen und wir diskutieren über den Inhalt der Begriffe, aber wir fühlen mit dem Herzen.
    Der Ausgangspunkt war ja die unterschiedliche Sichtweise, die man über Gott haben kann und die dann zu den Glaubenskriegen geführt haben.
    Deswegen wehre ich mich gegen ein ” Bild “, das wir uns von Gott machen und ihm Eigenschaften, zumeist menschlich geprägte, zuweisen. Allwissend, gnädig, gütig, allmächtig, lauter Superlative, die man nicht überbieten kann.
    Dabei verbietet Gott im Dekalog ausdrücklich, dass wir uns ein Bild machen , weil dieses Bild logisch immer zu einem Widerspruch führt.
    Die Theodizee ist ja so ein Beispiel.
    Was bleibt? Vertrauen wir unserem Gefühl, Vertrauen wir Gott , dann wird es richtig.
    Ein schönes Osterfest

    Nachtrag: Wissen Sie , warum das ewige Licht in der katholischen Kirche, heute am Ostersamstag nicht brennt ?

    • Lieber Herr Chatzidis, lieber Herr Wied,
      ich habe Ihre Einwände akzeptiert, wenn sie mir auch ein wenig konträr zueinander zu sein scheinen. Zum “Dekalog” von Herrn Wied (AT, Deuteronomium 5,6 ff) bin ich freilich der Meinung, dass Sie ihn verkürzt interpretieren: denn mit “Du sollst dir kein Gottesbild machen …” ist mit dem nachfolgenden Text nach Meinung vieler Theologen gemeint, sich kein “falsches” Gottesbild zu machen! Zu Ihrem Nachtrag: Meines Wissens – Sie können mich korrigieren – ist das Ewige Licht in der kath. Liturgie mit dem dem Ausräumen des Tabernakels an Gründonnerstag verbunden,bis zur Feier der Osterliturgie. “Glaubenskriege” wurden m.E. oftmals auch aus politischen Gründen geführt; um jedweden Anschein davon aus dem Wege zu gehen, sei nachfolgende Begebenheit – die auch den Hinduismus von Herrn Wied berührt – zum besten gegeben.
      Die Reise des Elefanten über die Alpen –
      eine Episode aus dem Buch „Die Reise des Elefanten“ (Hoffmann & Campe, 2010) des portugiesischen Literatur-Nobelpreisträgers José Saramago, frei aus der Erinnerung nacherzählt: Der Elefant, das Geschenk des Königs von Portugal an den verwandten Großherzog von Wien (ca. 1550), muss – per pedes des Elefanten – über die Alpen gebracht werden, begleitet von dem Kommandanten des Soldatengeleits und dem indischen Elefantenführer ‚Mahut’. Bei den vielen Gesprächen zwischen ihnen entspinnt sich folgender Dialog: „Neben den drei Hauptgöttern des Hinduismus – Brahma, Shiva, Vishnu – gibt es nunmehr auch noch den Elefantengott“, meint der Kommandant, „wir aber haben nur die Trinität als Dreieinigkeit Gottes.“ Darauf der ‚Mahut’: „Dafür habt Ihr aber als vierten Gott die Jungfrau Maria!“
      Nochmals Ihnen beiden ein Gesegnetes Osterfest Paul Kalbhen

  14. Coronavirus und Gott – Jetzt wo es heraus ist, das es nach der Genesung KEINE Immunität gibt, man sich also stets erneut anstecken kann, wird sich das Gottesbild SICHER verändern, so wie sich alles DRASTISCH verändern wird 😏

  15. @Paul Kalbhen 11.04. 12:14

    Interessant ihre Zusammenstellung. Ich beschäftige mich auch schon länger damit, wie denn spirituelle Erfahrung mit der Physik vereinbar wäre. Mein Ausgangspunkt ist aber kein Christlicher, weil ich eine Mitgliedschaft in den entsprechenden Kirchen irgendwie lebenslang vermeiden konnte. Wobei ich natürlich in einer christlich geprägte Kultur groß geworden bin, von daher mir der christliche Standpunkt dann doch irgendwie geläufig ist.

    Zu Ihrer Zusammenstellung habe ich ein paar Anmerkungen:

    „Die Ewigkeit Gottes ist im Sinne der Einstein‘schen Relativitätstheorie als Zeitlosigkeit denkbar.“

    Das kann sein, aber ich kann mir auch gut eine allgemeingültige Gegenwart vorstellen, die gemeinsam durch die Zeiten reist. Wir selbst reisen offenbar durch unsere Lebenszeit, und wenn unser Bewusstsein geistige Anteile hat, würde es passen wenn der kosmische Geist mit uns zusammen auf der selben Reise wäre.

    „Die Allgüte – da Gott als absolute Liebe außerhalb des Bösen existiert.“

    Zum Leben gehört auch Sterben, und zum Leben als Raubtier gehört das Töten. Ich denke nicht, dass dieses außerhalb der absoluten Gottheit stattfindet.

    „Denn Gott will das Leid nicht, sondern lässt es wegen der Freiheit seiner Schöpfung zu.“

    Hier zu fällt mir ein, dass auch „Gottes“ Unterstützung andauernd in Zielkonflikte geraten muss. Wenn 10.000 Lottospieler um den Sechser beten, muss Gott entscheiden, wem er den Gewinn zuschustert. Bedient er alle, wären die Gewinnquote so schlecht, das wäre nicht das, wofür gebetet worden ist. Generell gehört Schmerz zum Leben dazu, das ist nicht nur unserer Freiheit geschuldet, sondern auch unserer Biologie. Wobei die Freiheit hier natürlich ein zusätzliches Argument ist.

    „Der Zufall, als Unwägbarkeit und Unbestimmtheit im Weltgeschehen verstanden, ermöglicht erst Freiheit.“

    Unbedingt, genau hier sehe ich die Verbindung zwischen Geist und Material. Der Quantenphysikalische Zufallskosmos wäre die passende Spielwiese, auf der Geist im Leben mit den naturgesetzlichen Vorgängen interagiert.

    „Das heißt, dass der Mensch nicht nur als geistiges Wesen in das „Jenseits“ eingeht, sondern als genetisch geprägtes Individuum, dessen Ich-Sein in der Welt eben auch von seinen genbedingten Veranlagungen und Eigenschaften abhängig ist.“

    Ich sehe keinen Grund und keinen Sinn darin, mein biologisches Leben mit ins Jenseits zu nehmen. Ich stelle mir mein Bewusstsein und mein Leben als eine Synthese des kosmischen Bewusstseins mit meinem lokalem Gehirn vor. Mit dem Tod löst sich dieses im kosmischen Geist wieder auf, genau dahin, wo es auch hergekommen ist. Man sieht hier, dass ich eben kein Christ bin. Ich habe mir das lange überlegt, und finde das nicht nur folgerichtiger, sondern auch erstrebenswerter. Was ich vom Leben will, muss ich mir im diesseits schon holen.

    „Die in den Genen gespeicherte Information ist geistigen Ursprungs.“

    Ich denke auch, dass „Gott“ bei der Evolution unserer Gene mitspielt, aber unser Genom könnte doch recht geistfrei von selber funktionieren. Wobei es aber durchaus möglich sein könnte, dass die Zellchemie schon nicht ohne geistige Unterstützung funktionieren kann. Einfach weil es zu kompliziert und zu schwierig wäre, derart komplexes Geschehen mit einer reinen Mechanik zu koordinieren.

    Das Gleiche gilt dann auch für Gehirne von Menschen und Tieren, und die geistige Unterstützung ist in diesem Falle eben genau das Bewusstsein im Sinne von innerer Erlebniswelt. Oder eben Seele. Wir sind hier, um die Organismen zu beseelen und zu unterstützen, und uns mit dem Leben zu vergnügen. Mit dem Tod lösen wir uns im allgemeinen Geist wieder auf, einfach weil wir dann nichts Konkretes mehr zu tun haben.

    „Für den Christen ist das Leben Teilhabe am Göttlichen Geist, dem “Heiligen Geist”.“

    Für mich als Nichtchristen auch, wobei mir der Ausdruck Kosmisches Bewusstsein besser zu passen scheint.

  16. @Jeckenburger

    Nach meiner Ausserkörpererfahrung, habe ich mich in einigen Details gefragt wie das wohl möglich sein kann – ein holographisches Programm, mit schwarzen Löchern die im Umkehrschluss “Das Weisse des Jenseits” sind, erschien mir denkbar aber nicht propagierbar.
    Nachdem ich nun aber von wissenschaftlicher Seite die berechnete Theorie des holographischen Universums kenne, mit der Vermutung die Lösung dieser in den schwarzen Löchern zu finden, bin ich hochentzückt 🙂 und kann die fraglichen Details einfach fragliche Details sein lassen :))

    Kosmische Ordnung, oder Zentralbewusstsein, passt meiner Meinung aus Bibel und AKE eher zur Schöpfung, aber wenn viele meinen sie müssten an einen Gott glauben, dann ist das OK, solange sie sich an die deutlichen Fakten der Bibel halten.
    Wenn sie das tun würden, dann könnte/müsste ich als Christusanhänger mit ihnen zusammen beten, denn Beten ist erst in der fusioniert-befriedeten Gemeinschaft wirksam, wie es Christus im begrenzten Besitz der Kraft des Geistes andeutete.

  17. Gottesmord und Blutmagie – Die Wurzeln des christlichen Antisemitismus.
    Ich meine, diese Aussage hat heutzutage geringere Bedeutung.

    Meines Wissens haben die Juden eine sehr harte und wirksame gegenseitige soziale Kontrolle. Aus unserer Sicht „denunzieren“ sie sich gegenseitig, wenn einer gegen die im Judentum sehr zahlreichen Gesetze verstößt.

    Dass führt dazu, dass sie geistig sehr rege sein müssen um Anschuldigungen wirksam abzuwehren. Dadurch „schaukeln“ sie sich gegenseitig zu geistigen Höchstleistungen auf, was sie gegenüber anderen Menschen geistig überlegen macht.

    Andererseits machen die vielen „juristischen Auseinandersetzungen“ das Leben nicht sehr bequem und es werde sinnlos Ressourcen vernichtet. Kein Wunder dass ehemals „Jesus“ auf ein anderes, schwer gegensätzliches Konzept kam: „halte die andere Wange auch noch hin wenn dich einer auf die eine Wange schlägt“. Diese und noch einige ähnliche „Werbebotschaften“ waren natürlich sensationell, aber eben auch provozierend und es kam dazu, wozu es letztlich kommen musste.

    Heutzutage „haut“ z.B. Herr Soros ganzen Staaten auf die „Finger“, wenn er sie wegen bedenklicher Finanzgeschäfte „auflaufen“ lässt und selbst daran mächtig verdient. Damit macht er sich keine Freunde (bei den Betroffenen) und die anderen Juden, die damit nichts zu tun haben „leiden“ am Antisemitismus mit.

    Was die Religion insgesamt betrifft, sehe ich es ähnlich wie

    @ Prof. Paul Kalbhen,

    vermutlich wegen meiner ähnlichen Prägung und Ausbildung. Ich habe eine auf etwas niedrigerer Ebene erworbene Ausbildung in Nachrichtentechnik, habe danach meine Kenntnisse in Informatik erweitert, was mich ganz besonders geprägt hat.

    Besonders deren Konzept dass Prozessoren, Prozesse und Information absolut grundlegend sind, letztlich diese Konzept der „3- Faltigkeit der Theologie“ entspricht, zumindest dann, wenn man dieses Konzept etwas abstrahiert. Letztlich sogar eine gewisse Ähnlichkeit zur Mathematik aufweist.

    Zitat Wikipedia: In der Funktionalanalysis, einem Teilbereich der Mathematik, beschreibt die Faltung, auch Konvolution (von lateinisch convolvere „zusammenrollen“), einen mathematischen Operator, der für zwei Funktionen f und g eine dritte Funktion f * g liefert.

    Besonders beeindruckt hat mich die Predigt eines kath. Bischofs, der ich zufällig in einem Stau im Autoradio zugehört habe.
    Für ihn war „Gott“ ein Begriff für den „transzendenten Gott“, der genau dass ist was wirklich existiert, den man eben nicht vollständig verstehen könne, wie auch andere transzendente Objekte (z.B. Pi). Er steht für alle Naturgesetze (Information), alle Prozesse, jegliche „Hardware“ (Atome,…. ) die eine Weltexistenz und Weltentstehung bewirkt haben, auch mit personalen Komponenten.
    Das ist zumindest eine nützliche Tautologie die immer stimmt.

    Ich meine, ein Problem ist, dass die Physik der „Information“ wie eigentlich auch den Prozessen, keine eigene Kategorien gerechte „Entität“ zuspricht. Prozesse akzeptiert sie gerade noch, sozusagen implizit.
    Information hat aber keinen direkten eindeutigen Zusammenhang mit den Rechengrößen der Physik, wie z.B. Energie. Die wäre direkt, z.B. mit Masse verknüpft (Einstein). Daher ist sie unabhängig.

    Im Prinzip sollten z.B. Naturgesetze (Information) potentiell vor der Hardware und den Prozessen existent gewesen sein, auch wenn sie (noch) nirgends explizit gespeichert worden sein können. Sonst wären Prozesse illegal.

    Information (z.B. Naturgesetze) muss sozusagen erst „geschöpft“ werden, so wie Geld, durchaus sinnvoll, aus dem „Nichts“ geschöpft wird.
    Die Wissenschaft ist alltäglich dabei neues Wissen aus dem abstrakten „Wissenspool“ zu „schöpfen“.

    Die Menschen wollen ihr Leben besser bewältigen und so suchen sie einen besonderen Zugang zum „Wissenspool“. Sie deklarierten verständliche „Bezeichner“ und „Zugänge“ um mit dem System erfolgreich interagieren zu können. Es ist letztlich ein System der Informationsverarbeitung und da ist es ganz klar, dass man mitunter in Widersprüche gerät. Ursache ist vermutlich, wie in der Informatik, dass „Objekte“ (wie Variable) fehlerhaft oder auch nur unpräzise deklariert, oder die Prozesse fehlerhaft formuliert wurden.

    Ich persönlich halte zwar die 10 Gebote, die in den Religionen deklariert wurden für sehr zweckmäßig, aber mit Details möchte ich mich nicht auseinandersetzen. Es führt sehr schnell zu Widersprüchen. In der Informatik ist man oft gezwungen ins Detail zu gehen. Es ist durchaus nicht immer leicht, auch nur in einem bestimmten eingeschränkten „Gültigkeitsbereich“ mit einem Softwarekonstrukt widerspruchsfrei zu bleiben.

    Den Religionen geht es genau so. In Saudi Arabien müssen die Menschen dass heiße Klima und den Wassermangel bewältigen, in Grönland die Kälte. Die Religonen/Ideologien versuchen passende wichtige Regeln zu formulieren und durchzusetzen.

    Eine Art von übermäßiger „Vermenschlichung Gottes“ führt zu Widersprüchen. Andererseits können sich die meisten Menschen die keine Insider im Bereich „autonome Maschinen“ sind, „tätige Objekte“ nur Menschen ähnlich vorstellen.

    Auf einige Zitate (kursiv) möchte ich eingehen.

    1. Gott will in seinem Wesen erkannt werden, sonst hätte er sich nicht offenbart: in seinem Sohn, in seinen Propheten, in der Natur – und auch in der Wissenschaft von der Natur.

    Die Menschen wollten das System erkennen und haben nach passenden „Verkündigungsobjekten“ gesucht.

    6. Angesichts des Leides in der Welt ist die Vorstellung eines absolut liebenden Gottes nur zu begründen, wenn man den Zufall als ein wesentliches Element in Gottes Schöpfungskonzept begreift: Denn Gott will das Leid nicht, sondern lässt es wegen der Freiheit seiner Schöpfung zu. Gebet ist Schutzwall des Guten gegen die Macht des Bösen.

    Der Zufall ist wesentlich bei der Evolution. Gebet ist „Autosuggestion“ um die psychischen Voraussetzungen zur Erreichung persönlicher Ziele zu verbessern.

    9. Wesentlich für das Christentum ist eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen als Leib-Seele-Einheit, die ihre Auferstehung in der „Ewigkeit“ erfährt. Das heißt, dass der Mensch nicht nur als geistiges Wesen in das „Jenseits“ eingeht, sondern als genetisch geprägtes Individuum, dessen Ich-Sein in der Welt eben auch von seinen genbedingten Veranlagungen und Eigenschaften abhängig ist.

    Meines Wissens bevorzugt das Christentum den Dualismus. Bedeutet, der Körper stirbt, Information (Gene, Meme, …..) existiert hauptsächlich im Netzwerk der Menschen weiter.

    10. Erst die Wechselwirkung von Gehirn und Geist, von Leib und Seele, von „Hardware“ und „Software“ des Individuums macht den sich selbst bewussten Menschen aus; die in den Genen gespeicherte Information ist geistigen Ursprungs. Für den Christen ist das Leben Teilhabe am Göttlichen Geist, dem “Heiligen Geist”.

    Information die auch weitergegeben werden kann ist nicht nur in den Genen, sondern auch im neuronalen Netz (Meme) gespeichert. Sozusagen in der Erinnerung. Natürlich auch auf künstlichen Informationsträgern. Z.B. die Werke von Göthe, Verdi ….

    Wünsche auch noch Gesundheit und frohe Ostern.

    • Wow, @Elekroniker – “die Juden” als sich und andere piesackende Rechthaber, die so den Antisemitismus selbst hervorriefen – was für ein Zerrbild…

      Erlauben Sie mir schlicht den Hinweis, dass jede Religion, deren Regeln und Gebote nur schaden würde, schnell aus dem Lauf der Geschichte verschwände. Wie Sie sicher wissen, ist das gerade auch beim Judentum nicht der Fall. Und warum sollten die Menschen auf das Agieren eines George Soros mit Antisemitismus reagieren, auf Warren Buffett und Wladimir Putin aber nicht mit “Antichristianismus”?

      Das Judentum war die erste alphabetisierte Religion der Menschheit und vermittelte ein neues, heute weltweites Konzept von Bildung (aus 1. Mose 1, 26: “Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde…”). Dies galt selbstverständlich auch für Jesus, den wir – als Sohn eines Zimmermanns – bereits vor über 2000 Jahren im Alter von 12 Jahren in der Diskussion mit Schriftgelehrten finden. Auf diese einzigartige und global wirksame Bildungsexpansion reagierten und reagieren Antisemiten mit Neid und Verschwörungsvorwürfen. Ausführlich dazu hier:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-folge-2-warum-immer-die-juden-warum-immer-israel-antisemitismus/

      Ihnen alles Gute – bleiben Sie dran und bekommen Sie ein würdigeres Bild von sich selbst und anderen! 🙂

    • Lieber “Elektroniker”,
      vielen Dank für Ihre Anregung, der “Information” mehr Bedeutung im Weltgeschehen zu geben. Wenn Sie in meinem Buch “herumblättern” (siehe meine Antwort an Herrn Jeckenburger), werden Sie unter dem Punkt “Biophysik” finden, dass ich das dort auch evolutionsgeschichtlich versucht habe, unterzubringen. Ein Wort noch zur fehlenden Verbindung in der Physik: Shannon hat mit seiner Definition der Information als “negative Entropie”, der sogenannten Negentropie, einen Bezug zum negativen Logarithmus der Boltzmann’schen Wahrscheinlichkeit in der Thermodynamik hergestellt.
      Alles Gute Paul Kalbhen

  18. Lieber Herr Jeckenburger,
    zu Ihrer Information: Ich habe meine 10 Thesen in meinem Buch “Glaube und Naturwissenschaft: Widerspruch oder Ergänzung?” (Autorenverlag BoD Norderstedt, 3. erweiterte Auflage 2015) mit den Bereichen “Relativitäts-, Quanten-, Astro-, Biophysik” in einemFormelanhang mathematisch “unterfüttert” – z.B. kann man aus der Eistein’schen Relativitätstheorie folgern, dass man den theologischen Begriff der Ewigkeit nicht “als unendlich lange Zeit” deuten kann, sondern als “Zeitlosigkeit”. Das hat schon der große Denker Thomas von Aquin (fides et ratio) im auslaufenden Mittelalter (13. Jahrhundert) so gemacht, dass nämlich für Gott-Vater Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenfallen. Natürlich bleibt alles metaphysische Spekulation, aber naturwisenschaftlich begründet! Wenn Sie mich unter “Paul Kalbhen, Gummersbach” googeln, können Sie auch in meinem BoD-Buch herumblättern. Interessannt ist auch, dass ich wegen meiner These des Zufalls als Synonym für Unwägbarkeit, Unbestimmtheit, Unschärfe (der Quantenphysik) große Schwierigkeiten zur Publizierung meines Buches in christlichen Verlagen erfahren habe, bis ich dann im BoD-Autorenverlag veröffentlicht habe! Dieser Fatalismus (Vorherbestimmung, Determinierung) ist im Gegensatz zu allen anderen Religionen eigentlich nicht charakteristisch für das Christentum, sondern hat über Augustinus (5. Jahrhundert) und Luther (Augustinermönch!), Calvin, Zwingli unheilvollen Einfluss auf die christlichen Kirchen des Westens genommen. Das braucht wohl noch Jahrzehnte, bis solch eine Floskel “So Gott will” göttlicher Fügung und Vorsehung auf dem Müllhaufen der Geschichte landet! Gott hat dem Menschen laut Jesus Christus primär Freiheit und Verantwortung gegeben.
    Ich hoffe, ich habe Ihnen hiermit etwas mehr Klarheit zu meinen 10 Thesen geschaffen. Ansonsten: Jeder nach seiner Fasson – soweit er sachlich und logisch bleibt! Alles Gut Paul Kalbhen

  19. hto,
    jetzt ist es heraus…..
    wir können nur hoffen, dass ein Umdenken einsetzt. Auch ein Umdenken gegenüber den Juden, das dem Herr Blume am Herzen liegt.
    Dazu habe ich ein Gebet gefunden, von Johannes XXIII am 3.6. 1963.

    “Wir erkennen nun, das viele, viele Jahrhunderte der Blindheit unsere Augen bedeckt haben, so daß wir die Schönheit Deines auserwählten Volkesnicht mehr sehen und in seinem Gesicht nicht mehr die Züge unseres erstgeborenen Bruders wiedererkennen konnten.
    Wir erkennen, dass das Kainszeichen auf unserer Stirne steht. Jahrhundertelang hat Abel daniedergelegen in Blut und Tränen, weil wir deine Liebe vergaßen. Vergib uns die Verfluchung, die wir zu Unrecht aussprachen über den Namen der Juden. Vergib uns, dass wir Dich in ihrem Fleische zum zweiten Mal kreuzigten. Denn wir wussten nicht, was wir taten …..”

    Das passt doch zum Osterfest !

  20. @Wied

    Das ist das Gebet eines heuchlerischen Ungläubigen, denn Christentum bedeutet im wahrsten Sinne Christus zu wirken, OHNE ….

    Wo also hat das Christentum die Schuld am/im Judentum wahrhaftig im Sinne von Christus befriedend bewirkt, denn Christus wollte schon das Judentum zum Zusammenleben OHNE … bekehren.

    Die Auflistung OHNE … ist elend lang!

    • Das ist eben genau Ihr Problem, @hto: Ob Juden oder Päpste, Geistliche oder Wissenschaftlerinnen – wer auch immer Ihrer sozialistisch-christlichen Privatoffenbarung nicht folgt, wird von Ihnen abgewertet, verurteilt und beschimpft. Sie vermögen es kaum, sich an ernsthaften Diskussionen zu beteiligen – Sie trollen leider nur. Und haben sich damit ja auch bei Ihren “GenossInnen” völlig isoliert.

      Schade. Auch für Sie selbst.

  21. Nein, das Problem bei mir ist, dass ich immernoch in der Emotionalität feststecke.
    So würde ich z.B. Dich zu sehr zu gerne in einer ewigen Verdammnis schmoren wissen, obwohl ich genau weiss, dass es sowas nicht gibt, und das diese Emotionalität nur meinem Bewusstsein schadet.

    • Ja, @hto – unsere jeweiligen Mythologien stehen mit unseren Emotionen in direkter Wechselwirkung. Und dass Sie – auch – mich am liebsten in der “ewigen Verdammnis schmoren” lassen würden, haben wir durchaus schon gemerkt. 🙂

      Aber keine Sorge – ich bin “Hate” mehr als gewöhnt und erwidere ihn nicht. Ich nehme mir gerne immer mal wieder Zeit für Sie und wünsche Ihnen ehrlich und von Herzen alles Gute – in diesem und ggf. gerne auch im nächsten Leben. 🙂

  22. “Es war seit jeher den Epigonen vorbehalten, befruchtende Hypothesen des Meisters in starres Dogma zu verwandeln und satte Beruhigung zu finden, wo ein bahnbrechender Geist schöpferische Zweifel empfand.” Rosa Luxemburg

    Diese Frau, soweit ich weiss auch eine Jüdin, ist für mich Vorbild in Sachen Unbeugsamkeit für die Wahrheit.

    Als Christ weiss ich, dass es eine Seele für Mensch nur in der Gesamtheit geben kann, deshalb ist es sicher wichtiger uneigennützig zu sein, aber vielleicht kann ich mit meiner Emotionalität auch besser umgehen als ich selbst denke 😏

  23. @ Michael Blume

    Sie haben mich mit meiner sehr kaltschnäuzigen Formulierung noch übertroffen, sind aber auf den 2. Teil meiner Aussagen, die eigentlich ein Kompliment für das Judentum sind, nicht eingegangen.

    Zitat: “die Juden” als sich und andere piesackende Rechthaber, die so den Antisemitismus selbst hervorriefen – was für ein Zerrbild …“

    Ich habe noch besonders betont, dass letztlich die Suche nach dem „absoluten Recht“ (was ja recht positiv scheint) geistig sehr anspruchsvoll, letztlich ein hervorragendes geistiges Training ist, um Anschuldigungen erfolgreich abzuwehren. Sie schaukeln sich gegenseitig zu geistigen Höchstleistungen auf, was sie gegenüber anderen Menschen geistig überlegen macht. Die Juden machen sich sozusagen selber zu “Hochleistungsdenkern“.

    Normalerweise wird Kontrahenten unterstellt, sie wären schlicht gesagt „geistesschwach“. Derartiges wird den Juden so gut wie niemals unterstellt, praktisch immer das Gegenteil. Das muss irgendwelche Gründe haben.

    Ich nehme an es liegt im Judentum begründet, das wie alle Religionen die Menschen zur strikten Einhaltung von Regeln zwingen will. Die Juden haben besonders viele Regeln einzuhalten und das kontrolliert weniger ein mitunter „weit entfernter Gott“ oder „die Polizei“, die letztlich nicht immer alles sehen können, worauf viele Menschen heimlich bauen.

    „Jedermann“ ist berufen darauf zu achten dass die Regeln auch eingehalten werden und dass sofort sanktioniert wird.

    Ein hartes Leben würde ich sagen.

    Zitat: „Erlauben Sie mir schlicht den Hinweis, dass jede Religion, deren Regeln und Gebote nur schaden würde, schnell aus dem Lauf der Geschichte verschwände. Wie Sie sicher wissen, ist das gerade auch beim Judentum nicht der Fall.“

    Das stimmt natürlich. Die Regeln schaden nicht, aber das „harte Leben“ in der eigenen Gemeinschaft wurde „schwierig“ und das hat, abgesehen von der erfolgreichen Installierung des Christentums, vermutlich ehemals zur „Diaspora“ geführt. Dort lebten die Juden entweder räumlich getrennt, oder sie mussten zusammenhalten um sich gegen eine „feindliche“ Umwelt zu behaupten. Das müssen sie übrigens auch in Israel.

    Sarkastisch gesagt: Würden die Palästinenser den Juden jeden Tag Blumen streuen und sie heiß lieben, so führte sie dies in die nächste Diaspora.

    Zitat: „Und warum sollten die Menschen auf das Agieren eines George Soros mit Antisemitismus reagieren, auf Warren Buffett und Wladimir Putin aber nicht mit “Antichristianismus”?“

    Das ist auch ganz klar. Soros hat sich zu einer Art persönlichen und privaten „obersten Aufpasser“ (z.B. über Währungen …) gemacht, der daran stark profitiert wenn er „rechtliche Widersprüche“ und nicht ganz rechtskonforme „dunkle Bereiche“ in der Wirtschaft schonungslos aufdeckt und auch persönliche stark daran profitiert und andere, oft auch noch schuldlose Menschen, in den Ruin treibt.

    Das Christentum sieht derartige Praktiken nicht vor.
    Warren Buffett war eben immer phantasievoller als seine Kontrahenten und seine Geschäftspartner wurden eher nicht abgestiert.
    Putin verfolgt einerseits eine liberale Politik, sowohl die Kommunisten als auch die Ultranationalisten haben in Russland ihre Nische gefunden und er selber steht leicht rechts neben der CSU und verteidigt die nationalen Interessen Russlands.

    Ich versuche mir stets ein möglichst realistisches Bild zu machen.

    • Lieber @Elektroniker,

      nun, wer die gerade auch gegenüber Opposition und Medien zutiefst autoritäre Politik von Wladimir Putin samt dessen Besetzung der Krim und der Kriegszüge in der Ukraine und in Syrien als “leicht rechts von der CSU” verniedlicht und stattdessen den jüdischen Holocaust-Überlebenden George Soros als vermeintlich weltweite Bedrohung fantasiert – hat sich bereits weit von der faktischen Realität dieser Welt entfernt.

      Immerhin kann ich Ihnen in einem zentralen Punkt Recht geben: Im Gegensatz zu anderen Formen von Rassismus wird “der Jude” im Antisemitismus als vermeintlich besonders schlau, gerissen und verschwörerisch “aufgewertet” – deswegen fühlen sich gerade auch jene Antisemitinnen und Antisemiten von vermeintlichen jüdischen Weltverschwörern bedroht, die in ihrem Alltag mit Jüdinnen und Juden kaum zu tun haben.

      Wenn auch dieser Podcast Ihnen Chancen bietet, antijüdische Vorurteile zu hinterfragen und ggf. durch tiefere Kenntnisse der Religions- und Bildungsgeschichte zu ersetzen – dann würde mich das sehr freuen. Die Wahl dafür oder dagegen liegt ganz bei Ihnen.

  24. In der Psychologie ist es ja manchmal hilfreich, wenn man seinen Blickwinkel(Perspektive) verändert. So sehe ich das, was damals um oder mit den Juden (Jesus) geschehen ist auch aus der Perspektive des Römischen Weltreiches. Dieses Weltreich hatte unterschiedliche Stämme (Barbaren) unterjocht zum Zwecke der Ausbeutung, der Bereitstellung von Sklaven- zur Aufrechterhaltung der römischen Dekadenz. Die Römer waren also per se nicht an der jüdischen Religion interessiert, sondern allein an der Erhaltung ihrer Macht. Wenn dann so ein “Weltverbesserer” (Jesus) daher kommt, dann muss das für die Mächtigen zu mindestens suspekt gewesen sein, behauptet der doch das er der König der Juden wäre. Letzteres bedeutet, impliziert einen Machtanspruch, was kein Besatzungsregime zulassen würde. Da man überall auf der Welt solche Typen wie diesen JUDAS vorfindet, die für Geld ihre Seele verkaufen, die sich aus Angst und Feigheit mit der Macht arrangieren, wurde dieser Jesus dessen Persönlichkeitsbild lt. Darstellung von Herrn Wied sehr widersprüchlich war(Gibt es überhaupt ein Persönlichkeitsprofil von Jesus ?) von den Römern mit Hilfe der Armee der Denunzianten “beseitigt”. (Denunzianten sind nicht etwas spezifisch jüdisches sondern das tragende Machtgefüge vieler Staaten) Es war der Gott der Juden, einen von vielen Göttern der Vasallenstaaten des Römischen Reiches, den man damit getroffen hat, was den Römern, die ihr eigenen Götter hatten, wohl ziemlich egal war. Den Germanen /Galliern/ Thrakern etc. hatten sie auch ihre Götter genommen bzw. diese Völker assimilierten die römischen Götter wie sie sich in diesen Staat assimilierten.

    • Nun haben, @Querdenker, ausgerechnet Religion, Leben und Botschaft des schmählich hingerichteten Jesus von Nazareth Rom auch über die Zerstörungen der Völkerwanderung hinaus zu einer kulturellen und religiösen Weltstadt gemacht. Auch das lateinische Alphabet und das römische Recht lebten vor allem in den westlichen Kirchen fort.

      Und hätten Sie die o.g. Podcast-Folge gehört oder gelesen, so wüssten Sie, dass Judas längst nicht mehr einseitig als “Typ”, der “für Geld seine Seele verkauft” gedeutet wird. Warum sonst hätte er sich davor von Jesus entsenden und danach aus Leiden umbringen sollen? Sieht so ein gewissenloser Schurke aus?

      Heutige Deutungen des Judas reichen von einem enttäuschten Zeloten, der sich einen ehrlichen Aufstand erhofft hatte, bis hin zu einem Eingeweihten, der die Schuld auf sich nahm, Jesu letzten Weg einzuleiten. Nutzen Sie doch die Chance, hier nicht nur Ihr Juden-, sondern auch Ihr Judasbild auf den aktuellen Stand der Forschungen und Diskussionen zu heben.

      Ihnen alles Gute, bleiben Sie gesund!

      • Über den historischen Judas wissen wir schlicht zu wenig. Insofern ist er eine interessante Figur für Romane oder auch Musicals (Jesus Christ Superstar), aber nicht für.die Forschung. Es gibt das Jesuswort, für Judas wäre es besser gewesen, nie geboren worden zu sein, und dabei würde ich es belassen.

  25. Wenn wir jetzt so grundlegend philosophisch werden, möchte ich doch einwerfen:

    Stand der Dinge ist: (Natur-)Wissenschaft kann nur untersuchen, was sich innerhalb von Raum, Zeit und Kausalität befindet. Gott, freie und unsterbliche Seele usw. sind also definitionsgemäß nicht Gegenstand der Wissenschaft. Sowohl Glaube wie Nichtglaube an Gott sind mit der Wissenschaft vereinbar, da nicht ihr Gegenstand. Ein guter Arzt kann ein guter Arzt sein unabhängig davon, ob er ein christlicher oder ein atheistisch-materialistischer guter Arzt ist.

    Insofern würde ich dem werten Prof. Paul Kalbhen widersprechen wollen: Gott will – Stand der Dinge – jedenfalls nicht aus der Natur erkannt werden, allenfalls geglaubt.

  26. @Paul Kalbhen 12.04. 17:26

    „…dass man den theologischen Begriff der Ewigkeit nicht “als unendlich lange Zeit” deuten kann, sondern als “Zeitlosigkeit”. Das hat schon der große Denker Thomas von Aquin (fides et ratio) im auslaufenden Mittelalter (13. Jahrhundert) so gemacht, dass nämlich für Gott-Vater Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenfallen.“

    „Dieser Fatalismus (Vorherbestimmung, Determinierung) ist im Gegensatz zu allen anderen Religionen eigentlich nicht charakteristisch für das Christentum, sondern hat über Augustinus (5. Jahrhundert) und Luther (Augustinermönch!), Calvin, Zwingli unheilvollen Einfluss auf die christlichen Kirchen des Westens genommen. „

    Ja aber wenn viele Menschen selbstbestimmt ihre gegebene Freiheit nutzen, und selber ihre Entscheidungen treffen, wäre doch eine Vorhersage des Weltgeschehens deswegen unmöglich. Insbesondere auch für Gott unmöglich, sofern die Freiheit auch Gottgewollt und Gottgebenen ist. Das wiederum würde selbst Gott an der Gegenwart sozusagen festhalten, und würde einer Ewigkeit, die wie ein Block im Universum feststeht, entgegensprechen. Gott muss in seiner Unterstützung für uns und das Leben am Puls der Zeit bleiben, und nach jeder eigene Aktion immer erst unsere freie Reaktion erstmal abwarten, um zu gucken, wie er wiederum reagieren kann.

    Von daher bevorzuge ich für die Zeitstruktur des kosmischen Geistes die Selbe wie die unseres eigenen Bewusstseins: Dass wir gemeinsam durch die Zeiten reisen. Natürlich ist Gott selbst wohl recht Zeitlos, aber in dem was er hier an Unterstützung leistet, muss er mit unserer Zeit mitgehen.

    „Gott hat dem Menschen laut Jesus Christus primär Freiheit und Verantwortung gegeben.“

    Was Gott aber nicht davon abhalten muss, hier gute Aktionen unsererseits zu unterstützen.

    • Lieber Herr Jeckenburger,
      ich gebe Ihnen – als Antwort auf Ihren Einwand – meine Deutung des christlichen Trinitätsbegriffes, der Dreieinigkeit Gottes, aus der Sicht der modernen Physik wieder, die eben für mich kein logischer Widerspruch ist. Im Gegensatz zum pantheistischen Gottesbild etwa des Judentums und des Islam, bei denen m.E. die Allwissenheit des streng monotheistischen Gottesbildes in eine allgemeineVorherbestimmung, Determinierung durch Gott führt. Zum Begriff des Pantheismus – Gott und die Welt sind eins -, sei der bekannte Theologe Hans Küng zitiert: “Gott ist in diesem Universum, und dieses Universum ist in Gott” (aus seinem Buch “Der Anfang aller Dinge”)
      Man kann man aus der Relativitäts- und Quantenphysik folgern: Gott-Vater als Schöpfer der Welt existiert zeitlos allwissend jenseits unseres erfahrbaren Kosmos, ohne die Welt zu determinieren; Gott-Sohn als Mittler zwischen Gott und der Welt verweilte materiell in unserer Welt und offenbarte göttliche Wahrheit und Liebe; Gott-Heiliger Geist als Erhalter der Welt wirkt ideell und immateriell in unserer Welt und haucht ihr Freiheit und Erkenntnis ein. Das irrsinnige Leid in der Welt kann ich nur mit der Freiheit deuten, die Gott auch der Macht des Bösen einräumt. Der Quantenphysiker Pascual Jordan schrieb: “Die neue Physik hat gegenüber dem religiösen Glauben eine doppelte Verneinung ausgesprochen: Sie hat jene Vorstellungen älterer Naturwissenschaft als irrig erwiesen, welche früher als Beweis gegen Gott angeführt wurden.“
      Beste Grüße Paul Kalbhen

      • Das Böse in der Welt kann ich verstehen aus dem Willen, Freiheit des Menschen zuzulassen. Aber das Leid? Weltkriege ja, aber Erdbeben, Corona-Virus?

    • @ Tobias Jeckenburger
      13.04.2020, 16:37 Uhr

      Aber wenn viele Menschen selbstbestimmt ihre gegebene Freiheit nutzen, und selber ihre Entscheidungen treffen, wäre doch eine Vorhersage des Weltgeschehens deswegen unmöglich. Insbesondere auch für Gott unmöglich, sofern die Freiheit auch Gottgewollt und Gottgebenen ist. Das wiederum würde selbst Gott an der Gegenwart sozusagen festhalten, und würde einer Ewigkeit, die wie ein Block im Universum feststeht, entgegensprechen. Gott muss in seiner Unterstützung für uns und das Leben am Puls der Zeit bleiben, und nach jeder eigene Aktion immer erst unsere freie Reaktion erstmal abwarten, um zu gucken, wie er wiederum reagieren kann.

      In der Tat ein Problem der Politischen Philosophie, vom Menschen aus betrachtet: Es gibt einerseits Prozesse in der Geschichte, gegen die man sich nicht stellen, ankämpfen kann; Industrialisierung, Globalisierung. Die man aber gestalten kann. Maschinenstürmerei ist sinnlos, Digitalisierung nicht aufzuhalten. Aber wir können gestalten, wie wir damit umgehen. Das ist der Unterschied zwischen Globalisierungskritikern und Globalisierungsgegnern wie in Teilen der AfD. Es gibt also keine Geschichte, die zwingend „Recht“ gibt. Es gibt Rechnungen, die gehen auf, und andere, die gehen nicht auf. Geschichte wird hier zum Schachspiel mit mehreren Spielern. In Zeiten des Kalten Krieges war das noch vergleichsweise übersichtlich, da es hier vor allem zwei Antagonisten gab.

      Zum Ende gedachte man, die Wirtschaft der Sovietunion zugrundezurichten, indem man sie zu Tode rüstete. Diese Rechnung ging auf, weil ein Gorbatschow der Widerpart war, der sich nicht einlassen wollte auf das Wagnis eines Weltkrieges. Hätte das auch geklappt, hätten uns seine Vorgänger Andropow und Tschernenko nicht ein sozialverträgliches Frühableben beschert? Wie hätten diese entschieden?

      Theologisch/philosophisch sieht das jedoch gänzlich anders aus. Wenn wir Gott und Ewigkeit nicht als andauernd denken, sondern als jenseits der Zeit, dann bleibt uns unsere Freiheit der Entscheidung. Aber er wird immer schon wissen, wie wir uns entschieden haben werden, und entsprechend wiederum reagiert, eingegriffen haben ( so wir voraussetzen, daß er es tut). Für ihn ist, als gäbe es keine Zeit. Sieht einem Fatalismus zum verwechseln ähnlich, da alles schon gelaufen scheint, vorherbestimmt, ist aber etwas ganz anderes.

  27. Querdenker

    etwas Nachdenkliches ohne logischen Bezug

    Irdisches Geleit

    Alles ist Dir verliehen.
    Für flüchtige Zeit.
    So wie die Wolken dort ziehen,
    Sei du zur Reise bereit.

    Eigentum darfst du nicht nennen
    Kaum deine eigne Gestalt,
    Glaubst du sie endlich zu kennen,
    Bist du verändert und alt.

    Gib den wartenden andern,
    Noch leiden sie mehr als du,
    Zum unvergleichlichen Wandern
    Brauchst du nur Stab und Schuh.

    Von Oda Schaefer 1900

  28. @Michael 13.04. 07:32

    „Wow, @Elekroniker – “die Juden” als sich und andere piesackende Rechthaber, die so den Antisemitismus selbst hervorriefen – was für ein Zerrbild…
    Erlauben Sie mir schlicht den Hinweis, dass jede Religion, deren Regeln und Gebote nur schaden würde, schnell aus dem Lauf der Geschichte verschwände.“

    Das habe ich jetzt auch schon mal gehört, dass Juden besonders viele religiöse Regeln haben, und diese auch konsequenter untereinander eingefordert werden. Stimmt das denn nicht?

    Ich kann mir schon vorstellen, dass hier eine Forderung auch zu einer Förderung führen kann, selbst dann wenn die eingeforderten Regeln eher recht sinnfrei sind. Außerdem verschwindet wohl generell nicht alles automatisch aus einer Kultur, was eher kontraproduktiv ist. Das Tradieren von Unsinn wäre nichts Neues, z.B. hat der grassierende Antisemitismus selbst auch Tradition.

    Ich denke aber auch, dass hier Bildung maßgeblicher für den wirtschaftlichen Erfolg der jüdischen Kultur ist, als ein soziales Training durch gegenseitiges Einforderungen religiöser Verhaltensregeln.

    Aber selbst wenn hier die Regeln zum Erfolg führen würden, wäre das noch lange kein Grund die jüdische Kultur abzulehnen. Für mich wäre es allerdings ein Grund, nicht zum jüdischem Gauben überzutreten. Ich bin generell überhaupt kein Freund von Regeln, die nicht unbedingt sein müssen. Offenbar fordern Juden ihre Regeln nicht von Andersgläubigen ein, was ich als sehr positiv bewerte und das gar nicht selbstverständlich ist.

    • @Tobias Jeckenburger & @Elektroniker

      Selbstverständlich gab und gibt es auch Religionen, die mehr und strengere Regeln haben als das Judentum, z.B. der indische Jainismus. Hier eine eindrucksvolle Dokumentation auch über die vegane Ernährung – und die Forderung, sie auch Nicht-Jains abzuverlangen:
      https://www.youtube.com/watch?v=8eY6fwvSK7M

      Und, ja, auch die Jains sind durch ihre strikten Regeln und höhere Bildung zu einem gewissen Wohlstand gelangt. Auch Anshu Jain, ehemaliger Vorstand der Deutschen Bank, gehörte dazu.

      Religionswissenschaftlich festigen religiöse Gebote als CREDs – Credibility Enhancing Displays, Glaubwürdigkeit steigernde Signale – den Zusammenhalt und die Kooperationsbereitschaft in einer Gruppe: Wer all diese Gebote befolgt, signalisiert damit die Ernsthaftigkeit der eigenen Überzeugungen.

      Und – Surprise, Surprise – es gibt bisher keine antijainistischen Verschwörungsmythen, nach denen diese Religionsgruppe eine Weltverschwörung betreibe, um die ganze Welt zu unterwerfen und zu beherrschen.

      Viel Freude beim Schauen und ggf. auch Bedenken! Und vegetarisch zu Essen ist ja auch wirklich gesünder für Mensch, Tier und Klima! 😉

  29. @Alubehüteter 13.04. 14:31

    „Stand der Dinge ist: (Natur-)Wissenschaft kann nur untersuchen, was sich innerhalb von Raum, Zeit und Kausalität befindet. Gott, freie und unsterbliche Seele usw. sind also definitionsgemäß nicht Gegenstand der Wissenschaft.“

    Ja, aber das ist eventuell nur der derzeitige Stand der Dinge. Hier wird eine Geisteswelt gedacht, die mit der Materie keine Wechselwirkung eingeht, sich sozusagen nur im eigenen Bereich aufhält. Dann macht des in der Tat keinen Sinn, beim Erforschen der Natur auch geistige Einflüsse zu untersuchen.

    Wenn man so wie ich aber denn doch von Wechselwirkungen ausgeht, sieht die Sache anders aus. Wenn ich mein eigenes Bewusstsein als eine Synthese meines lokalen Gehirns mit einem kosmischem Geist verstehe, müsste sich dieses auch in der Funktionalität des Gehirns identifizieren lassen, falls es den wirklich so ist. Ich beobachte mit Spannung die weitere Erforschung der Details des Konnektoms des menschlichen Gehirns, auch in Bezug auf eine Beteiligung kosmischen Geistes am menschlichen Bewusstsein.

    Gott, freie und unsterbliche Seele usw. wären zwar weiterhin nicht direkt messbar, die indirekten Wechselwirkungen z.B. in laufenden Gehirnen wären aber durchaus konkret nachvollziehbar, soweit sie zur Wirklichkeit gehören.

    • Mit „Stand der Dinge“ beziehe ich mich auf Kant. Weder die nachfolgenden Denker noch Relativitäts- und Quantentheorie haben ihn da weiterdenken können. Wir wissen freilich nicht, was da noch kommen könnte.

      Kant läßt ja aber eines bestehen: Die menschliche Freiheit, wie wir sie erfahren im schlechten Gewissen. Wir können nicht sagen, wann und wie und was in uns eine freie Entscheidung getroffen haben. Ein Alkoholiker wird zumeist nicht sagen können, wann endlich die innere Entscheidung gefallen ist, endlich die Finger von dem Stoff zu lassen, die Einsicht wird er schon lange gehabt haben. Aber wenn wir ein schlechtes Gewissen haben, dann können wir uns noch so sehr einreden, wir hätten in dieser Situation gar nicht anders handeln können, als wie wir es getan haben. Irgend etwas mahnt in uns, wir hätten doch anders handeln sollen, und also: können. Das ist uns empirisch nicht zugänglich, aber eine Freiheitserfahrung, die wir doch machen.

    • Folgender Gedanke von Jostein Gardener:

      Wäre unser Gehirn so einfach, daß wir es verstehen könnten, dann wären wir zu dumm, es zu verstehen.

  30. @ Prof. Paul Kalbhen

    Danke für Ihre Antwort.
    Das von mir so besonders geschätzte Konzept „Prozessor – Prozess- Information“ soll angeblich ursprünglich vor 1960 von der RWTH Aachen Informatik ausgegangen sein.

    Wo erstmals tatsächlich auf einen denkmöglichen Zusammenhang mit dem 3 Faltigkeitskonzept der Theologen hingewiesen wurde weiß ich nicht. Ich habe eigentlich nur zufällig und so nebenbei davon erfahren.

    An den von Shannon gefundenen Zusammenhang von Information und Thermodynamik hatte ich nicht gedacht, obwohl wir das ehemals pauken mussten.

    Shannon selbst schließt Aussagen über den Inhalt und der Bedeutung der Botschaft für den Empfänger eigentlich aus. Dies ist nicht Gegenstand „seiner Informationstheorie“.

    Ihm ging es insbesondere darum, in der Übertragungstechnik die Datensignale vom Hintergrundrauschen zu trennen.

    Wegen der vielen in Betracht kommenden Aspekte scheint ein so eindeutiger Zusammenhang von Informatik mit der Physik nicht möglich, den es sonst z.B. innerhalb der Physik gibt.

  31. @ Michael Blume

    Ich verstehe nicht warum Sie mir praktisch Antisemitismus vorwerfen. Mir imponieren die Juden irgendwie und ich schätze ganz besonders dass sie keinem zum Judentum bekehren möchten. Es ist sogar so, dass ein Beitritt zum Judentum für einen nicht gebürtigen Juden praktisch gar nicht möglich ist. Andere Religionen zwingen anderen Menschen ihre Religion auf.

    Es gibt z.B. auch Speisevorschriften die Juden einhalten müssen. Habe übrigens von einem Bekannten der einige Zeit in Israel war gehört, dass er mit dem „koscheren Essen“ sein Magenleiden auskuriert hat.

    Ich habe weder gegen Soros noch gegen Putin Vorurteile. Soros wird selber klar sein, dass er von Menschen die Nachteile wegen seiner „Geschäftspolitik“ haben nicht gerade geschätzt wird. Diese „Geschäftspolitik“ wird von der jüdischen Religion, vermutlich aus Gründen die ich darzulegen versucht habe akzeptiert und die Abneigung fällt auf die Juden zurück. Mich wundert es zumindest nicht.

    Putin hat es akzeptiert dass die Ukraine die SU (übrigens durch einen inszenierten Putsch) „verlassen“ hat, weil die Ukrainer sich etwas von den Russen unterscheiden und unabhängig sein wollten.

    Die Russen in der Ukraine haben es aber nicht akzeptiert, dass man ihnen sogar ihre Sprache verbieten wollte. Auch die Russen haben das gleiche Recht auf einen eigenständigen Staat wie die Ukrainer.

    Vermutlich waren viele Mitarbeiter der Sicherheitskräfte in der Ukraine eher Russen die arbeitslos wurden und diese („kleinen grünen Männchen“) haben die Sezession durchgesetzt. Eine Mehrheit in ihren Gebieten hatten sie ohnehin.

    Es wird doch kein Mensch ernsthaft geglaubt haben, Putin würde sich seinen Kriegshafen auf der Krim und in Syrien „abknöpfen“ lassen. Dass Putin von den Ukrainern nicht geschätzt wird ist mir klar, hat er ihnen doch „vermasselt“ den Krimhafen als „Einstandsgeschenk“ in die Nato einzubringen.

    Er hatte offensichtlich nichts dagegen den „Ostblock“ los zu werden, da er sich deren Freundschaft mit reichlich Öl zum „Freundschaftspreis“ erkaufen musste. Jetzt sitzt er mit den Ölscheichs im „gleichen Boot“ und kann fest am Öl und Gas verdienen.

    • Es ist ganz einfach, @Elektroniker: Für Sie “fühlen” sich Juden als besonders schlau und George Soros als besonders verschwörerisch an. Gleichzeitig verteidigen Sie die nationalistische und autoritäre Politik von Putin – egal, was dieser tut.
      https://www.n-tv.de/politik/Duma-nimmt-Deutsche-Welle-ins-Visier-article21694747.html

      Dieser Podcast und Blog ist eine Einladung, die eigenen Vorurteile und Verschwörungsmythen mal zu überprüfen. Wenn Sie sich wieder nur selbst als Opfer fühlen wollen, vergeigen Sie sich selbst die Chance zu wachsen.

      Ihnen alles Gute!

    • @ Elektroniker
      13.04.2020, 23:42 Uhr

      Es ist sogar so, dass ein Beitritt zum Judentum für einen nicht gebürtigen Juden praktisch gar nicht möglich ist. Andere Religionen zwingen anderen Menschen ihre Religion auf.

      Ich habe neulich noch von Elyah Havemann gelesen (Sohn von Wolf Biermann, Enkel von Robert Havemann), Deutscher, keiner Kirche zugehörig: Ist zum Judentum übergetreten und hat dafür ein dreijähriges „Katuchemat“ durchlaufen, wie Katholiken es nennen würden (Religionsunterricht).

      Link zum Buch
      (Amazon)

      Die Juden sind nicht missionarisch unterwegs. Sich an die noahidischen Gebote halten reicht. Aber verwehrt wird die Konversion auch niemandem.

  32. @Paul Kalbhen 13.04. 18:17 Trinität

    Interessant, das hier noch mal zu konkretisieren.

    „Im Gegensatz zum pantheistischen Gottesbild etwa des Judentums und des Islam, bei denen m.E. die Allwissenheit des streng monotheistischen Gottesbildes in eine allgemeine Vorherbestimmung, Determinierung durch Gott führt.“

    Judentum und Islam glauben an Determinierung und das Christentum an Freiheit und Verantwortung? Das wäre mir neu, aber verzeihen Sie mir, dass ich über Islam und das Judentum nicht viel weiß.

    „…sei der bekannte Theologe Hans Küng zitiert: “Gott ist in diesem Universum, und dieses Universum ist in Gott”

    Gut und knapp formuliert, finde ich auch.

    „Gott-Vater als Schöpfer der Welt existiert zeitlos allwissend jenseits unseres erfahrbaren Kosmos, ohne die Welt zu determinieren; Gott-Sohn als Mittler zwischen Gott und der Welt verweilte materiell in unserer Welt und offenbarte göttliche Wahrheit und Liebe; Gott-Heiliger Geist als Erhalter der Welt wirkt ideell und immateriell in unserer Welt und haucht ihr Freiheit und Erkenntnis ein.“

    Das ist etwas komplizierter als bei mir. Für mich ist Ihr Gott-Vater zusammen mit Ihrem Heiligen Geist eben der kosmische Geist. Sowohl als kosmischer Grundkonstrukteur in einer relativistischen Ewigkeit, als auch als tätiger Geist, der das Leben belebt und unterstützt, und sich infolge dessen praktischerweise mit uns irdischen Existenzen zusammen durch Raum und Zeit bewegt – materiell wirksam innerhalb von dem Zufallskosmos der Quantenwelt.

    Mit Ihrem Gott-Sohn kann ich aber weniger anfangen, außer dass von ihm viele interessante Gedanken überliefert sind, die offenbar u.a. auf gründliche Inspiration zurückzuführen ist.

    „Das irrsinnige Leid in der Welt kann ich nur mit der Freiheit deuten, die Gott auch der Macht des Bösen einräumt.“

    Alles Leidvolle und Böse dieser Welt, das ich kenne, ist mit notleidender biologischer Existenz und mit handfesten Konflikten zu erklären. Und öfter auch einfach auf Dummheit zurückzuführen. Der Standpunkt des Bösen ist m.E. nicht definierbar.

    • Hallo Herr Jeckenburger, nochmals zur Klarstellung:
      Ich versuche den christlichen Trinitätsbegriff aus der Sicht der modernen Naturwissenschaft zu begründen und kann deshalb Ihre “pantheistische” Gottesvorstellung nicht teilen (übrigens ist es nebenbei für mich logisch, dass ein Schöpfer Gott-Vater nicht selbst im Universum “aufgeht” – à la Hans Küng. Die Astrophysiker Stephen Hawking und Alan Guth erklären in ihren Büchern “Eine kurze Geschichte der Zeit” bzw. “Die Geburt des Kosmos aus dem Nichts” die Entstehung des Universums aus dem “Nichts”, indem der positiven Materieenergie das Gleichgewicht durch die negative Gravitationsenergie gehalten wurde – mit der Gesamtenergie “null”! Wo findet da Ihr “kosmischer” Gottesbegriff noch Platz?)
      Zum Prädestinationsdenken eines Augustinus, das m. E. auf Luther und Calvin u.a. übergegriffen hat (Luther hat sowohl im Disput mit Erasmus von Rotterdam die menschliche Willensfreiheit verneint als auch komplementär “Von der Freiheit eines Christenmenschen” geschrieben), habe ich Ihnen erklärt, dass das nicht mit den Worten.Jesu Christi zu vereinbaren ist, der immer wieder zur persönlichen Entscheidung und zum eigenständigen Handeln des Menschen (zum Guten) aufruft. Freilich muss ich zugeben, dass im Römerbrief des Apostels Paulus gelegentliche Prädestinationsgedanken auftauchen; der christlich orientierte Philosoph Franz von Kutschera sieht diese in seinem Buch “Die großen Fragen” durch die Freiheitsworte Jesu klar widerlegt: “Wir glauben, dass Gott uns als freie Menschen erschaffen hat.”
      Bei der “Macht des Bösen” greife ich auf Textstellen des Neuen Testamentes zurück, natürlich nicht als personifizierte Gestalt (wie von den Evangelisten “narrativ” – erzählerisch – umschrieben, sondern als geistige Gegenmacht zum Göttlichen Bereich. Paul Kalbhen

  33. @ Prof. Paul Kalbhen, @ Tobias Jeckenburger,

    Zitat J.: „…Hier wird eine Geisteswelt gedacht, die mit der Materie keine Wechselwirkung eingeht, ..“

    Dass Geist nicht mit Materie wechselwirken kann, scheint ein Dogma in der Wissenschaft zumindest in der Philosophie.

    Habe sogar einmal eine halbwegs plausible und „gängige“ Erklärung für diese Aussage gelesen.
    Aber sie ist mir entfallen und ich würde irgend jemanden bitten mir die Erklärung „nachzuliefern“. Ich habe sie im Internet mangels passender Stichworte nicht gefunden.

    Für mich persönlich waren derartige Wechselwirkungen (in der Elektronik) selbstverständlich. Z.B. wird (geistige) Information von technischen “Interpretermechanismen” erkannt, sozusagen interpretiert und ausgewertet.
    Information ist nicht nur beschreibend, sonder kann auch Prozess steuernd sein und das ist völlig selbstverständlich in der Informatik.

    Information wirkt steuernd, aber auch umgekehrt, bei Prozessen kann Information „entstehen“.

    Information verarbeitende Systeme können vernetzt sein. Das ist bei den Menschen letztlich auch so. Sie können natürlich auch mit technischen Systemen weltweit interagieren, z.B. automatischen Auskunfts- oder Bestellsystemen (z.B. Google Alexa).

    Für mich ist der Begriff „unsterbliche Seele“ unzureichend definiert. Eine Definition ist vermutlich auch nur über das Transzendenz Konzept möglich. Aber im Prinzip existiert für mich nach dem Tod Information (z.B. genetische, memetische, virale….Information) weiter.

    • Hallo “Elektroniker”,
      die “Wechselwirkung zwischen Geist und Materie” findet doch laufend – wie Sie später selbst interpretieren – zwischen Software und Hardware von Prozessoren, Rechnern bis hin zu”Supercomputern” der Künstlichen Intelligenz (KI, AI) statt – wobei dort besonders die “hohe Kunst” des Progammierers gefordert ist.
      Paul Kalbhen

  34. Tobias Jeckenburger,
    Gottes Anwesenheit in der Kirche ist körperlich spürbar. Chiara Lubich sagt sogar: “Kirchen sind schön, weil Gott in ihnen wohnt “

  35. @Paul Kalbhen 13.04. 18:17 Trinität2

    „Gott-Sohn als Mittler zwischen Gott und der Welt verweilte materiell in unserer Welt und offenbarte göttliche Wahrheit und Liebe„

    Eine Anmerkung noch: Das erinnert mich doch ganz an den menschlichen Mesokosmos, an sein positives Potential. Nicht das Privileg des Messias, sondern ein Weg, den man zumindest teilweise als Mensch immer einschlagen kann. Wir verweilen in der materiellen Welt, bringen aber auch Geist mit, und fördern auch unsere Mitmenschen und unsere Umwelt, und ringen um Authentizität und um Erkenntnis. Nicht immer ohne Erfolg.

    @Alubehüteter 13.04. 20:10

    „Theologisch/philosophisch sieht das jedoch gänzlich anders aus. Wenn wir Gott und Ewigkeit nicht als andauernd denken, sondern als jenseits der Zeit, dann bleibt uns unsere Freiheit der Entscheidung. Aber er wird immer schon wissen, wie wir uns entschieden haben werden, und entsprechend wiederum reagiert, eingegriffen haben ( so wir voraussetzen, daß er es tut). Für ihn ist, als gäbe es keine Zeit. Sieht einem Fatalismus zum verwechseln ähnlich, da alles schon gelaufen scheint, vorherbestimmt, ist aber etwas ganz anderes.“

    Wieso soll Gott denn schon wissen, was ich mir in meiner Eigendynamik erarbeite und was im Kampf des Lebens dabei herauskommt? Und selbst wenn der kosmische Geist so manchen Kampf des Lebens mitkämpft, und selbst aktiv eigene Aktionen dazu beiträgt, selbst dann muss er nicht schon Jahre vorher wissen, was ich mir bis dahin noch zusammentragen werde. Und was in der Interaktion im Miteinander daraus wird. Hier bin ich vor allem selber gefragt, meine Ordnung in meinem Mesokosmos zu halten.

    Was die Bewegung der Planeten im Sonnensystem angeht, das ist sehr gut vorhersehbar, und von den Naturgesetzen sehr präzise festgelegt. Aber was wir hier auf der Erde treiben, mit so vielen Akteuren auf so vielen verschiedenen Ebenen, das bedarf doch gar keiner göttlichen Vorhersage – höchstens hin und wieder einer akuten Unterstützung.

    So wie 1983 der Kommandeur einer russischen Atomwaffen–Abschussbasis, als der Computer sagte, dass ein Angriff der USA erfolgt ist, und der Kommandeur dann unter Missachtung aller Vorschriften nicht den Befehl zum Gegenangriff gegeben hat. Der Angriff stellte sich als Softwarefehler in einem neuen Beobachtungssatteliten heraus, und der Mann ging trotzdem wegen Befehlsverweigerung in den Knast.

    Wie die das da untereinander geklärt haben, wird den Geisteswelten doch recht egal gewesen sein, aber wirklich wichtig war es, dass hier die Weltvernichtung vermieden wurde. Dazu brauchte es kein Vorabwissen darum, was der Kommandeur entscheiden wird, hier war die Macht gefragt, hier Ausnahmsweise mal konkret einzugreifen, und die richtige Entscheidung per akuter Inspiration herbeizuführen.

    Das war hier mit die wichtigste Entscheidung des 20. Jahrhunderts, aber im Prinzip eine ganz spontane. Das musste nicht groß vorhersehbar sein, aber dann ganz akut unbedingt genau so durchgeführt werden.

  36. @ Prof. Paul Kalbhen, Gummersbach
    12.04.2020, 17:26 Uhr

    Zitat:
    solch eine Floskel “So Gott will” göttlicher Fügung und Vorsehung auf dem Müllhaufen der Geschichte …

    -> Naja, dieser Spruch ist ja kein Diktum Gottes, sondern das Diktum könnte darin erkannt werden, das sich nicht fähig bin zu tun, was ich tun will oder was ich tun könnte.
    Es ist Ausrede oder demütige Feststellung, das, was nicht sein soll, nicht sein wird, weil ich es nicht werden lassen kann (oder auch will).
    Im Deutschen Kontext bedeutet es schlichterweise nur “Faulheit”. Aber das wird dem Kern des individuellen Problems nicht gerecht.
    Wenn die Population, in der sie leben, “beschlossen” hat, sie zu assimilieren, dann sind sie nicht mehr in der Lage, einfachste Dinge zu tätigen, weil die Population (aus der Gott emergent hervorgeht), das unmöglich macht. Und so kommt die Aussage “So Gott will” zustande. weil man dagegen machtlos ist.
    Un dich sage auch ausdrücklich “beschlossen hat”, weil gleichzeitig auch konkrete Aktivitäten gegen die unerwünschte Identität getätigt werden.
    Etwa indem man diue Assimilierung beschleunigt (mit Metallsalzen und Nervengiften auf die Person losgehen, damit das Gehirn sich in einen Ausnahmezustand versetzt, der es dem Menschen unmöglich macht, sich gegen Einflüsse von Extern souverän zu wehren).
    “Freiheit” ist idealistisch existent. Und das sie Jesus als Kronzeugen gegen den alten Gott der Strafe stellen, ist auch ein solcher Idealismus. Er eröffnete indirekt neue Denkweisen und Ideen. Aber er bleibt eine Idee. Trotzdem die Überliferung viele Indizien aufzeigt, die anderes versprechen.

    Und in dem Prozess, in dem Jesus dann zu tode kam (und mutmaßlich wieder auferstand) wurde dann über die Jahre nach dem Ereignis und Rezeption und Abgleich mit der Wirklichkeit tatsächlich eine neue Sichtweise über den Gegenstand.
    Aber der eigendliche Ursürung dieser neuen Sichtweise waren die Römer, die im Mittelmeerraum alles, was gegen sie aufbegehrte, töteten oder versklavten. Am Ende dieses “Tötungsprozesses” stand dann eine Population, die völlig neue Möglichkeiten erdenken konnte.

    Interessanterweise wird gerade, so im Zuge der “Seuche”, ähnliches erkennbar:
    Man ist plötzlich sehr angestrengt der meinung, das aus der Katastrophe auch was gutes bei rauskommen kann. Und das will man schon vor aller “Bereinigung” durch die Seuche, die nur entstehen konnte, weil ein neuer Gott und ein neuer Jesus in die Welt gesetzt wurde, demonstrativ besprechen – und also in die Welt bringen.

    Man muß das so sehen, das man aus der Erfahrung und der historischen Forschung natürlich den Eindruck bekommen kann, das nach den katastrophalen Pest-Pandemien im Mittelalter gewisse Entwicklungen in die Welt kamen, die man als Positiv erkennen kann.

    Das Problem dabei, das man nun beginnt, demonstrativ etwas Gutes in der Katastrophe zu sehen, ist, das man es ja gewusst haben muß und dann also auch herbeigewünscht hat, das die Katastrophe kommt. Die Apokalypse, die die Welt befreit oder so… gute, alte christliche Tradition. In dieser Szenerie verhält sich der Christ so, wie ein rebellischer Jugendlicher, der gegen seinen Vater aufbegehrt. Was eine auch weltlich gut bekannte Wirtklichkeit ist: Kampf gegen das Patirarchat, Männerhass und Feminismus und die konfrontative Gegnerschaft zum Männlichen.
    Und das ist aus grundlegenden Mechanismen hautpsächlich im abendländischen Kulturraum üblich.

    Oder in anderen Worten:
    Wenn Jesus zum Manne “erwachsen” wird, dann ist er unerwünscht und wird aus der Gesellschaft ausgeschlossen, was Kreuzigung bedeutet. Insofern ist hier die christliche Praxis, Jesus zu überhöhen, ein Heuchelspiel, das dann ins Gegenteil umschlägt, wenn Jesus nicht mehr seine Aufgabe erfüllt. Für den Jesus wird Gott dann zur strafenden und zur niederträchtigen Instanz.

    Wieso die Frage nach den zwei unterschiedlichen Göttern auftauchen kann, ist praktisch der Lücke in der Konsistenz der Geschichte geschuldet. Man will nicht wissen, woran es haperte, das Jesus seit 2000 Jahren nun nicht mehr “erschienen” ist, obwohl er in jeder Generation existent ist (oder sein könnte). Es liegt am inkonsistenten Ideal, das die Theologie in den Menschen erzeugt.
    Es ist dann auch kein Wunder, wieso nach der Formierung des Christentums sich die Religion der Moslems entwickelte: Weil es genau das bedarf, weil es einen Mangel an Anerkennung des Männlichen gab. Und zum Schutze dieser Männlichkeiten deutet man angestrengt und glaubhaft einen Gott über allem, damit einem selbst nicht die Strafe Gottes trifft…so die Hoffnung.

    Insofern ist aus dieser Perspektive die muslimische Religion aus anderen Beweggründen entstanden, als die christliche Religion. Im Grunde aber kann man es zwischen zwei Geschlechtern ausgemacht deuten.

    Eine der unausweichlichen Beweggründe wird gewesen sein, das den Menschen das Gehirn nicht nur sprichwörtlich “wegschmolz”, sondern tatsächlich. Es muß ein fundamentaler Unterscheid zwischen vielen Menschen sein, das einige ihre neurologische Entwicklung schon im Mutterleib erfahren, andere aber erst später, wenn sie im Leben stehen (und dort mit der Welt und gleichzeitig mit dem Weltgeist kollidieren).
    Nur so kann man annähernd erklären, wieso die allgemeine Auffassung der Medizin sei, das dieses “Neuralrohr”, worüber die Gehirnflüssigkeit (Fett) in den Anus abfliessen, in den Büchern als pränatal zurückgebildet erklärt wird.
    So finden dann also bei einigen menschen nach der Geburt nur “Spezialisierungs-Emntwicklungen” statt, während bei anderen Menschen sogar fundamentale “(Rück)bildungsprozesse” in deren Gehirnen stattfinden, aufgrund derer ihnen dann Gehirnfett aus dem Anus fliesst.

    Das im Laufe des lebens das Gehirn geradezu Schaden nimmt und tendenziel seine Masse und Funktion stückweise verliert, wissen wir aus der Erfahrung, das neurodegenerative Erkrankungen existieren, bei denen einer der Symptome ist, das die Gehirnmasse sich verringert.

    Und das ist vor allem erst ein weit verbreitetes Symptom seitdem die moderne Technologisierung und “Demokratisierung” in die Zivilisationen Einzug erhielt.
    Vorher sind die Menschen eher weniger alt geworden, sodass solche Symptome keine Wirkung ausüben konnten, wie man sie heute kennt.

    Aber die Eigenschaft gab es schon vor tausenden Jahren. Und auch, als Jesus lebte, wurde ihm das zum Verhängnis, weil er mit dem damals dominierenden Geist in Konfrontation geraten war.
    Der “strafende” Gott als neurodegenerierende Instanz.
    Weil das in dieser Moderne sehr viele Menschen betrifft, so ist man dazu angehalten, diesen Mechanismus nicht allzu deutlich zu bewerten (also quasi vollkommen zu verleugnen). Ansonsten würde das unangenehme Schlußfolgerungen erzwingen in den Populationen.

    Und ein dazu wesendlicher Faktor ist das metal im gehirn, das erst zu dieser Möglichkeit der Neurodegeneration führt – durch die im Zusammenhang mit dem Gehirn und seiner “Vernetzung” auftretenen “Verschränkung”.

    Die modernen neurodegenerativen Erkrankungen sind also Teil des Demokratisierungsprozesses, in dem jeder Mensch zum “Jesus” werden kann, der für die “Sünden der Menschen” zum Opfer wird.
    Nur, dfas diese Moderne es offenbar besser oder effizienter hinbekommt, diese immer stattfindenen Prozesse hinreichend zu steuern und zu leiten, sodass man annehmen muß, das man jeden menschen zum Opfer machen kann, weil jeder mensch einen Überlebensinstinkt hat und sioch gegen Anfeindungen und Anfechtungen zu wehren beginnt.

    An der Stelle wird deutlich, wieso die Religionen in der Praxis doppelt “Demut” und Opferbereitschaft prädigen: Weil so eine vollendung der Strafe hinausgezögert werden kann, wenn das Opfer damit Unschuld beweisen kann. Was aber nur eine Aufschub des Prozesses bedeutet, nicht, das er verhindert werden kann. Das der Mensch ewig leben kann, ist noch nicht Teil der Moderne und der technologischen Fähigkeiten.
    Aber man kann damit steuern, wer daran erkrankt und wer dagegen länger davon verschont bleibt. Der mittelalterliche Pranger ist da ja schon ein früher Versuch dafür gewesen, wie man den “Teufel” oder Dämon aus den Menschen bekommen wollte.

  37. @Wechselwirkung von Geist und Materie

    Mit Geist, der eventuell doch mit der Materie wechselwirkt, meinte ich eher die esoterische Variante.

    Aber klar, auch Information in Computern hat eigentlich seine eigene Kategorie an Existenz. Die in Zusammenhang steht mit uns Menschen, für den diese Maschinen arbeiten und die für uns auch ganz neue Informationen generieren können. Aber die Information in den Computern kann auch einfach Prozesse steuern, z.B. die Ampeln einer ganzen Stadt zentral steuern.

    Intern in unserem Gehirn laufen ganz ähnliche Prozesse ab wie in Computern. Die jeweilige Aktivität der feuernden Neurone kann man hier als Informationsgeschehen interpretieren, das von der gleichen Kategorie ist wie die Information in Computern. Auch dadurch wird der ganze Körper gesteuert, und dieses ist auch maßgeblich am aktuellen Bewusstsein eines Menschen beteiligt.

    Dennoch vermute ich hier mehr: Dass unser Bewusstsein eine Synthese des Kosmischen Bewusstseins mit dem lokalen Gehirn ist. Und eben diese Spuren der Wirkung des kosmischen Bewusstseins müssten bei einer gründlichen Erforschung und Entschlüsselung des Konnektoms des Gehirns von Menschen und Tieren eventuell zu finden sein. Einfach weil die kosmische Komponente unser Bewusstsein wirklich maßgeblich mit erzeugt.

    Das wäre dann Information von einer noch mal anderen Kategorie, Information die die internen Prozesse des kosmischen Bewusstseins erzeugt. Wie der jetzt in sich selbst wieder funktioniert, das denke ich ist dann in einer Welt verborgen, die aus irdischer Sicht wirklich ein ewiges Geheimnis bleiben muss.

    Also kurz gesagt: man kann vielleicht beobachten was der heilige Geist macht, wenn er in dieser Welt tätig ist. Aber wie Gott und der heilige Geist bzw. das kosmische Bewusstsein selber funktioniert, ist noch mal was anderes.

    • Hallo Herr Jeckenburger,
      ich hoffe, Sie sind nach der nächtlichen Schichtarbeit wieder hellwach für einige “Ergänzungen” von mir: Der zitierte Dreiklang von Hardware, Software und geistigem Hintergrund dafür, dem Programmierer, ist für mich persönlich eine Metapher für den christlichen Trinitätsbegriff.
      Zur Prädestination, Vorherbestimmung: Die von mir zitierte Floskel “So Gott will” ersetzt der Islam (nach Mohammed) durch die Formel “Wenn Allah will”. Zum Prädestinationsdenken des Judentums sei am besten Albert Einstein mit dem bekannten Ausspruch “Gott würfelt nicht” zitiert. Einstein fußt auf dem traditionellen jüdisch-pantheistischen Gottesbild einer determinierten Makrophysik, hat aber andererseits durch seinen Beweis des (äußeren) lichtelektrischen Effektes, des sogenannten Photoeffektes, zum Indeterminismus der Quantenphysik beigetragen! Beiträge dazu hat Spektrum der Wissenschaft geliefert mit den Heften 10/15 (Einsteins Weg zur Allgemeinen Relativitätstheorie – Irrungen und Wirrungen ihrer Entstehung) und 11/15 (Kosmische Würfelspiele – Indeterminismus der Quantenmechanik bei Einstein).
      Die heutige Physik setzt mehrheitlich auf die “Kopenhagener Deutung” eines Nils Bohr und Max Planck, die Werner Heisenberg – Platoniker! – so fixiert hat, dass die Quantenpysik die definitive Widerlegung des Kausalitätsprinzips (nach Kant) ist, also die Widerlegung einer angeblich stetigen und lückenlosen Folge von Ursache und Wirkung, und dafür den Begriff der Akausalität geprägt. Man kann die Unwägbarkeit, Unbestimmtheit, Unschärfe des mikrophysikalischen Geschehens auch als statistische, wahrscheinlichkeitbedingte Gesetzmäßigkeit der Naturwissenschaft beschreiben.
      Gruß Paul Kalbhen

  38. Lassen sich die erwähnte Blutmagie und die vielfältige Erwähnung von Christi Blut in den christlichen Liturgien, z.B. im Einsetzungsbericht, eindeutig voneinander trennen?

    • Das wäre eine Frage an die Theologie, @Schall und Rauch. Aus meiner Sicht haben jedoch alle Elemente der Liturgie eine symbolische – d.h. Vielfalt integrierende – Funktion. Entsprechend vielfältig lassen sie sich interpretieren und verstehen. Entsprechend habe ich z.B. auch “Corpora” von Nordhofen verstanden.

      Besten Dank für Ihr Interesse!

  39. @Paul Kalbhen 16.04. 12:38

    Hallo Herr Kalbhen, die Nachtschicht ist wieder aktiv. In der Einschätzung, dass die Makrophysik nicht grundsätzlich vorherbestimmt ist, und dass sich daraus auch die Freiheit des Menschen ergibt, sind wir uns wohl einig.

    „…die “Kopenhagener Deutung” eines Nils Bohr und Max Planck, die Werner Heisenberg – Platoniker! – so fixiert hat, dass die Quantenphysik die definitive Widerlegung des Kausalitätsprinzips (nach Kant) ist…“

    Was im Mikrokosmos an Quantenphysikalischem Zufall aufkommt, setzt sich dann Stück für Stück bis in den Makrokosmos fort. Bei manchen Vorgängen mitteln sich die Zufälligkeiten immer mehr raus, z.B. in der Thermodynamik können Größen wie Druck und Temperatur sinnvoll gemessen werden, obwohl sie sich aus einzelnen Stößen zufällig umherfliegender Moleküle ergeben.

    „Man kann die Unwägbarkeit, Unbestimmtheit, Unschärfe des mikrophysikalischen Geschehens auch als statistische, wahrscheinlichkeitbedingte Gesetzmäßigkeit der Naturwissenschaft beschreiben.“

    Bei dem Beispiel mit den Gaseigenschaften kann man Wahrscheinlichkeitsrechnungen anstellen, die dann sinnvolle und ziemlich exakte Lösungen im Sinne einer Beschreibung auf der Ebene des Makrokosmos erlauben.

    Geht es jetzt aber um Dinge wie eine Nervenzelle in Aktion, so sieht die Sache etwas anders aus. Hier sind die Strukturen z.B. an den Synapsen so klein, dass hier das Zufallsregime der Quanteneigenschaften bei den chemischen Reaktionen bei der Signalübertragung maßgeblich wird. Das Verhalten der Nervenzellen im Verbund ist so von einer erheblich zufälligen Art und Weise. Letztendlich ist die gesamte Psyche davon betroffen, und genießt neben einer gewissen Unberechenbarkeit auch eine gewisse grundsätzliche Freiheit.

    Wenn wir jetzt nach Wegen suchen, in denen Kosmischer Geist nach meiner Sortierung bzw. der Heilige Geist nach Ihrer Sortierung im Leben wirksam werden kann, dann bietet sich hier die Zufälligkeit von Quantenprozessen innerhalb von Nervenzellen und ihren Dendriten und Synapsen ganz gut an. Wenn hier nämlich Zusammenbrüche der Zufallsfunktionen nicht immer rein zufällig, sondern auch auf eine gewünschte Zukunft hin gezielt sein können, dann hätten wir ein Gehirn, das im Betrieb vom heiligen Geist unterstützt sein kann. So würden sich dann z.B. Inspirationen aller Art erklären lassen.

    Das setzt jetzt voraus, dass der heilige Geist bzw. das kosmische Bewusstsein in der Lage sein muss, in gewissem Sinne vorauszuberechnen, welche konkreten gezielten Zufälligkeiten zu welchen Ergebnissen später auf der Makroebene führen.

    Gerade dieser allgemeine Vorausberechnungsprozess macht für mich überhaupt erst die Gegenwart, dass durch die Zeiten wandernde Jetzt aus, was zugleich auch eine ganz wesentliche Eigenschaft des menschlichen und tierischen Bewusstseins ist. Weil das so grundlegend ist, vermute ich den ganzen kosmischen Geist mit uns allen zusammen auf der Zeitreise durch die Ewigkeiten. Und Bewusstsein an sich als Synthese des kosmischen Geistes mit dem lokalem Gehirn.

    Hier haben wir eine wandernde Ewigkeit im Jetzt, im Gegensatz zu der relativistischen Ewigkeit, die den Kosmos als 4-Dimensionalen Block beschreiben kann, der alles in eins umfasst.

    So, dann gebe ich mal an die Frühschicht weiter.

    • Hallo Herr Jeckenburger,
      wir könnten uns auf eine Schlussbetrachtung einigen, nämlich auf die “logische Möglichkeit” der menschlichen Willensfreiheit. Denn auch Sie schreiben ja von nicht-deterministischen, neuronalen Gehirnvorgängen; ein Spektrum-Autor hat es mal in einem Beitrag vor Jahren mit dem “Quantenspiel der Gedankenfreiheit” umschrieben. Natürlich gibt es äußere Zwänge wie Umwelt, Sozialfeld, genetische Veranlagung, aber es geht um grundsätzliche Freiheitsgrade für die menschliche Willensfreiheit. Führende Hirnforscher in Deutschland wie Wolf Singer und Gerhard Roth sind inzwischen eindeutig von deren strikten Verneinung abgerückt, die sie früher auf Grund umstrittener, automatisierter Laborversuche behauptet hatten.
      Bleiben Sie gesund! Paul Kalbhen

  40. @Paul Kalbhen 17.04. 13:46

    „Natürlich gibt es äußere Zwänge wie Umwelt, Sozialfeld, genetische Veranlagung, aber es geht um grundsätzliche Freiheitsgrade für die menschliche Willensfreiheit.“

    Genau. Im Miteinander folgt aus der Willensfreiheit Respekt, mit sich selbst kommt man so auch besser klar und der Staat und die Politik muss genausowenig alles mit Gewalt durchsetzen. Was gut geregelt werden muss ist das Eine, darüber hinaus ist man mit Machtmissbrauch schneller dabei, wenn man die Willensfreiheit herunterspielen kann.

    Die zugehörige Verantwortung folgt der Willensfreiheit dann irgendwann auch, spätestens wenn man sich daran gewöhnt hat, das Entscheidungen auch Folgen haben.

    • An Tobias Jeckenburger:
      Ja, die “zugegehörige Verantwortung” kann man m.E. selbst dem dem zwanghaft kranken Triebtäter zusprechen, wenn er sich bei klarer Erkenntnis seiner Situation nicht anderen anvertraut – Verwandten, Freunden Ärzten. Dort wird er schuldig auf Grund fehlender Verantwortung, die er nicht wahrnehmen “will”!

  41. Viele Worte, die m. E. jedoch am Kern vorbei gehen.

    1. Zum biblischen Befund:

    Nicht nur Jesus, vermutlich auch alle Autoren des Neuen Testaments waren selbst Juden. Wenn also vor allem Johannes von “den Juden” schreibt, ist das weder Judenhass noch Selbsthass, wie an vielen Stellen des Neuen Testaments klar zum Ausdruck kommt, in dem der Dienst am eigenen Volk im Vordergrund steht. Aus dem Kontext lässt sich an vielen Stellen schließen, dass Johannes mit “den Juden” den Klerus, also die geistlich leitenden Juden und damit die Antagonisten von Jesus meint, die (historisch unstrittig) später auch die ersten Christen verfolgt haben, wie die Apostelgeschichte hinreichend beschreibt. Auch Paulus beschreibt sich bekanntlich als anfänglich einer von ihnen, deshalb sind seine Formulierungen in der Sache wesentlich.

    > “Religionsgeschichtlich ist der ganze Mordvorwurf jedoch absurd, weil die Folter und Hinrichtung Jesu durch die Besatzungsmacht der Römer erfolgte – und zwar unter der ausdrücklichen Anklage, dass sich Jesus als „König der Juden“ ausgegeben habe. (…) Absurd ist zudem die Deutung, die Römer seien von „den Juden“ dazu gezwungen worden.”

    Wie kommen Sie denn zu diesen Behauptungen, die den Beschreibungen der Hinrichtung in den Evangelien völlig zuwiderlaufen? Ich kenne niemanden, der behauptet, die Juden selbst hätten die Kreuzigung vorgenommen. Vgl. eindeutig Joh 18,31. Es geht doch in den Evangelien (wie auch in den Prophetien dazu) klar um den hartnäckigen Antrieb zur Bestrafung und insbesondere Tötung von Jesus, die von den “Hohepriestern und Schriftgelehrten” ausgingen und nicht von Pilatus, der sich der Verurteilung erst zu entziehen versuchte. Lesen Sie einfach noch mal z. B. Johannes 18-19 oder suchen Sie im Johannesevangelium nach dem Term “die Juden”.

    > “Eine immer noch populäre Annahme meint, „die Juden“ hätten eben Jesus nicht als Messias anerkannt – deswegen sei es zum Bruch gekommen.”

    Diese “immer noch populäre Annahme” ist die Sicht des Neuen Testaments. An wen Judas Jesus verraten hat (nein, nicht die Römer, sondern an die Hohenpriester), steht in allen vier Evangelien. Muss man nicht glauben, aber das durch eine eigene, gegenläufige Theorie als historisch falsch (und entsprechend: gelogen) darzustellen, bräuchte schon etwas Argumente.

    2. Zur Gegenwart:

    Man kann natürlich viel kulturhistorisch herleiten und spekulieren, aber der Kern ist doch einfach, dass zu viele Menschen die Bibel viel zu wenig kennen und sich deshalb auf Einzelverse stürzen, ohne sie richtig zu verstehen und den Kontext zu lesen, und dadurch in einem vermeintlichen Antisemitismus bestärkt werden oder diesen dann mit der Bibel zu begründen versuchen. Auf solche Weise kann man bekanntlich alles mit der Bibel begründen. Das einzige, was hier hilft, ist “Volksbildung”, besserer Religionsunterricht und bessere Predigten über die biblischen Texte. Die Vorwürfe des Antisemitismus gegen die Bibel ist derart absurd, dass es einem Schulabgänger bekannt sein muss, warum die Bibel nicht antisemitisch sein kann, sondern im Gegenteil das Neue Testament das Heil des jüdischen Volkes sucht (das natürlich nach christlichem Verständnis nur über Jesus zu erlangen ist).

    3. Zu Ihren Vorschlägen:

    Pessach brauchen die Christen nicht wiederzuentdecken. Jeder, der schon mal den Auszug aus Ägypten und die Ostergeschichte gelesen hat, sollte Bescheid wissen. Auch darüber, dass das Passah nach Jesu (und entsprechend christlichem) Verständnis eine symbolische Vorwegnahme des Ostergeschehens ist, was mit Antisemitismus gar nichts zu tun hat.

    Den Jakobusbrief als “Medizin” heranzuziehen, ist auch etwas grotesk, wenngleich nicht falsch. Christen kennen hoffentlich den Jakobusbrief ebenso wie Römer 9-11 und unzählige weitere Stellen im Neuen Testament, die sich mit “Juden und Heiden”, Erwählung und Verdammnis etc. auseinandersetzen.

    > “Schon das alleine hat viele christliche Antisemiten immer wieder verärgert, weil dieser Bruder nebenbei daran erinnert, dass Maria keine überirdisch schwebende, lebenslange Jungfrau gewesen ist, sondern eine bodenständige, jüdische Ehefrau und Mutter mehrerer Kinder.”

    Dies scheint mir doch eine recht abwegige Polemik. Das Dogma der lebenslangen Jungfräulichkeit Mariens ist ein Spezifikum der Katholischen Kirche und hat mit Antisemitismus ebenso wenig zu tun, wie die Klärung der Frage, ob der Schreiber des Jakobusbriefs der Herrenbruder Jakobus war oder ein anderer Jakobus.

    Wiederum: “christlich begründeter Antisemitismus” ist ein Oxymoron, das für alle mir bekannten Christen selbstverständlich ist und keinen normalen Christen befällt, der seine Bibel gelesen hat.

    Wie man dazu steht, ob auch Juden Jesus als Gottessohn und Erlöser zu erkennen haben, um ewiges Leben zu erlangen, ist eine ganz andere Frage, die Jesus, die Apostel und die christlichen Gemeinden bis fast zur Gegenwart sehr klar zu beantworten wussten.

    • Danke, dass Sie meine Hinweise zum christlichen Antisemitismus so eindrucksvoll bestätigen, @Gast.

      So bestätigen Sie in 1. doch genau wie ich, dass der Vorwurf des “Gottesmordes” gegenüber “den Juden” völlig sinnlos war. Allerdings scheinen Sie das nicht den christlichen Antisemiten (Anfangs: christlichen Antijudaisten) übel zu nehmen, sondern mir. Und ich kann Ihnen auch – gerade heute – die Wahrheit nicht ersparen – der Vorwurf, den auch Sie “absurd” finden, wurde über die längste Zeit der Kirchengeschichte von zu vielen erhoben, auch heute noch. Vgl.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Gottesmord

      2. Auch hier unterstellen Sie mir eine Position, die ich nicht bezogen habe. Ich habe nirgendwo behauptet, “die Bibel” (welche?) sei “antisemitisch”. Wie jeder Text wird auch “die Bibel” immer wieder neu gelesen und gedeutet. Wissenschaftlich aufgeklärte und fundamentalistische, liberale und orthodoxe, alte und neue sowie semitische und antisemitische Auslegungen kommen immer wieder zum Vorschein. Nicht zufällig gehört ein entsprechendes Jesus-Wort zu meinen Lieblingszitaten der Evangelien aus Mt 13,51: “: Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.”

      Hier ist übrigens auch klar zu erkennen, dass lebendiges Lesen nie in der Tradition erstarren darf, sondern immer auch nach Neuem zu suchen hat.

      So beharren Sie beispielsweise weiter in der alten, tendenziell antisemitischen Lesart, dass “Judas Jesus verraten hat”.

      Aber ist das so? Was bedeutet es, dass Jesus Judas sogar aufforderte, “zu tun, was Du tun musst”?

      Längst wird nicht mehr vom “Verrat”, sondern von der “Übergabe” Jesu auf dessen Weg übersetzt, zum Beispiel in Mk 3,19 :
      https://www.bibleserver.com/EU/Markus3%2C19

      Und es gibt eine riesige, internationale und theologische Debatte darüber, ob die alte Auslegung nicht völlig überholt sei, vgl.
      https://www.focus.de/wissen/mensch/religion/zweifel-an-bibel-botschaft-war-judas-wirklich-der-verraeter-oder-war-er-jesus-komplize_id_10611455.html

      Da Sie sich ja sehr engagiert für Religionsunterricht und “Volksbildung” ausgesprochen haben, darf ich Sie ermutigen, die Bibel als Schatzkammer auch immer wieder neu zu entdecken, wie es Jesus den Schriftgelehrten empfahl.

      Und damit kommen wir zu 3. und Ihrer Behauptung, Christen müssten Pessach gar nicht “wiederzuentdecken”.

      Dazu kann ich nur sagen, dass Jesus nicht irgendwann irgendwohin, sondern ganz gezielt an Pessach nach Jerusalem gegangen ist – und dort seine Botschaft entfaltete. Ob Sie sich für den tatsächlichen, historischen Jesus interessieren oder mit einem gewissermaßen historisch und kulturell “entwurzelten” Abbild zufriedengeben, kann ich nicht für Sie entscheiden. Für mich persönlich hielte ich es für seltsam, die Liebe zu einem Menschen zu bekunden, mich für dessen echtes Leben, dessen Kultur und Religion aber kaum zu interessieren. Aber das ist, wie geschrieben, Ihre Entscheidung.

      Heute ist übrigens nach jüdischem Kalender Yom HaSchoah, der Gedenktag für die Opfer des NS-Antisemitismus. Und nach gregorianisch-christlichem Kalender der Geburtstag von Adolf Hitler, den u.a. Rechtsextreme begehen. Auch deswegen wird heute eine weitere Podcast-Folge online gehen.

      Ihnen Dank für Ihr Interesse an der Bibel und an diesem Podcast – alles Gute, von Herzen!

  42. Danke für Ihre Antwort.

    > “Danke, dass Sie meine Hinweise zum christlichen Antisemitismus so eindrucksvoll bestätigen, @Gast.”

    Schön, dass Sie Ihre Theorien nun auch bei mir empirisch bestätigt finden. Mich implizit als “christlich antisemitisch” zu bezeichnen, kann ich allerdings nicht ganz ernst nehmen, selbst wenn ich mich in obigem schnell geschriebenen Kommentar etwas missverständlich ausgedrückt haben sollte.

    Ihr Text und Ihre Replik vermengt m. E. in fataler Weise sehr grundsätzliche theologische bzw. hermeneutische Auseinandersetzung zum christlichen Glauben mit dem Thema Antisemitismus. Letzteres, das wissen Sie als Antisemitismusbeauftragter, ist eine Sonderform des Rassismus und beruht auf pauschaler Herabwürdigung bzw. Hass auf eine bestimmte Gruppe Menschen. Wie z. B. das Verhalten des Judas und der Hohenpriester (mit Unterstützung des anwesenden “Volkes”, das nun wiederum überhaupt nicht das ganze damalige jüdische Volk umfasst) theologisch einzuordnen sind, hat doch nichts mit Antisemitismus zu tun.

    Wo biblische Vorgänge benutzt werden, um Antisemitismus zu schüren oder zu untermauern, geschieht dies klar im Widerspruch zur Bibel und beruht nicht auf der Bibel, sondern auf einem missbräuchlichen Umgang mit ihr. Entsprechend hilft nicht (pseudo-)wissenschaftliche Aufklärung über neue Lesarten biblischer Aussagen, sondern es reicht das offensichtliche Verständnis der Texte aus, das aber auch jeder Generation neu und richtig vermittelt werden muss. Nichts anderes wollte ich ausdrücken.

    Mein Kommentar fokussiert auf die aktuelle Problematik und Ihre Vorschläge zur Reduktion. Eine Auseinandersetzung mit der Religions- und Kulturgeschichte, wer wo was wann falsch gemacht hat und wie ich dazu stehe, halte ich in Bezug auf die aktuelle Problemlage für weitgehend irrelevant. Wenn ich konkrete Schuld in konkreten heutigen Situationen nicht mit einfachen Worten erkennen und formulieren kann, kann ich sie auch nicht vermeiden. Selbst wenn alles zuträfe, was Sie schreiben, ist es für die Einzelperson nicht hilfreich, die heute in ihrem eigenen Verhalten erkennen muss/soll, dass sie sich falsch gegenüber anderen Menschen verhält und/oder die Abwertung anderer Menschen instrumentalisiert. Das “pattern” hinter Antisemitismus, also die tiefer liegende Wurzel, kann sich auch in theologischen Auseinandersetzungen wiederfinden (siehe Kirchengeschichte).

    > “So beharren Sie beispielsweise weiter in der alten, tendenziell antisemitischen Lesart, dass “Judas Jesus verraten hat”.”
    (…) “Längst wird nicht mehr vom “Verrat”, sondern von der “Übergabe” Jesu auf dessen Weg übersetzt, zum Beispiel in Mk 3,19 :”

    Die verlinkte Einheitsübersetzung spricht von “ausliefern”, was eine der möglichen Übersetzungen von “paradidomi”, dem von Markus verwendeten Verb, ist. Die Bedeutung ist seit knapp 2000 Jahren klar, ein Aufhängen einer neuen Theologie an einer längst bekannten alternativen Übersetzung eines Begriffs etwas albern, wenngleich gerade “en vogue”.

    Das Ineinandergreifen von Vorherbestimmung und freiem Willen bzw. selbst zu verantwortendem (hier: schuldhaftem) Handeln ist eines der großen Geheimnisse des Glaubens, das wohl seit Menschengedenken diskutiert wird, in der Bibel auch schon im Alten Testament. Dennoch ist nirgends in der Bibel die Vorhersage eines Geschehens eine Rechtfertigung für Sünde und Fehlverhalten, ganz im Gegenteil geht es durchgängig um Umkehr und Abkehr vom Fehlverhalten.

    Um bei Markus zu bleiben: vgl. Mk 14,1a (“Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten.”), Mk 14,10 (“Und Judas Iskariot, einer von den Zwölfen, ging zu den Hohenpriestern, um ihn an sie zu überliefern. Sie aber freuten sich, als sie es hörten, und versprachen, ihm Geld zu geben; und er suchte, wie er ihn zu gelegener Zeit überliefern könnte.”), Mk 14,17 ff (“Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich überliefern, der, welcher mit mir isst. Sie fingen an, betrübt zu werden, (…) Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie über ihn geschrieben steht. Wehe aber jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen überliefert wird! Es wäre jenem Menschen gut, wenn er nicht geboren wäre.”) und schließlich Mk 14,41.42: “(…) siehe, der Sohn wird in die Hände der Sünder überliefert. (…) Siehe, der mich überliefert, ist nahe.”

    Also kein “Irrweg von 2000 Jahren Kirchengeschichte aufgrund eines versehentlich falsch übersetzten Verbs”. Wer die Evangelien in größeren Bögen liest und die Zusammenhänge erkennt, hatte schon immer keine Zweifel, was da gemeint ist. Mit “neuen Erkenntnissen der Wissenschaft” oder Antisemitismus hat das nichts zu tun.

    > “Dazu kann ich nur sagen, dass Jesus nicht irgendwann irgendwohin, sondern ganz gezielt an Pessach nach Jerusalem gegangen ist – und dort seine Botschaft entfaltete.”

    Ja, natürlich. Das weiß doch jeder Bibelleser oder Gottesdienstbesucher – was wird wohl am Gründonnerstag begangen? Pessach/Passa ist zentral in der Ostergeschichte. Die Einsetzung des Abendmahls als Zeichen für die Erfüllung des Pessach durch Jesus erfolgte ja nicht zufällig während der Pessachfeier.

    Auf Ihre weiteren theologischen Aussagen möchte ich nicht eingehen, auch wenn ich zu einigen erheblich anderer Auffassung bin.

    Antisemitismus ist ein Phänomen, das weltgemeinschaftlich adressiert werden muss und nur mit gemeinsamen Werthaltungen angegangen werden kann. In christlich-theologischen Fragen ist jedoch Christus der Herr, zu dem hin alle Wahrheitssuche geschieht, da möge der Heilige Geist beim Verständnis der Bibel jeden Leser einzeln leiten.

    Mit freundlichem Gruß

    • Lieber @Gast, m.E. unterliegen Sie immer noch dem Irrtum, „die Bibel“ (oder überhaupt irgendein Text) enthalte eine einzige, unveränderliche Wahrheit, die sich auch ohne Vorkenntnisse erschließe.

      Als Religionswissenschaftler kann ich Ihnen aber den Hinweis nicht ersparen, dass jeder Text – wenn er gelesen wird – immer wieder neu gelesen und verstanden wird. Wenn Sie meinen, „die Bibel“ zu verteidigen, so verteidigen Sie m.E. frühere Lesarten der Bibel – die sogar gewisse Annahmen bezüglich Ihres Alters ermöglichen.

      Das ist alles wunderbar so, dieser Podcast und Blog will ja zum Weiterdenken und gerne auch Lesen anregen! Mir wäre aber wichtig, dass Sie verstehen, dass es hier nicht um „die Bibel“, sondern um verschiedene Lesarten der Bibel geht. Diese haben sich immer wieder verändert und werden dies auch weiterhin tun. Und wir – Sie und ich – sind Teil dieses Prozesses.

      Ihnen Dank für das engagierte Interesse! 📚👍🌷

  43. Nachtrag zur Mail vom 20.4:
    Man sollte endlich einmal den strittigen Begriff der Erbsünde aus der heutigen Theologie tilgen, der auf den sogenannten Kirchenvater Augustinus von Hippo (um 400 n. Chr.) mit seiner Prädestinationslehre der „doppelten Vorherbestimmung“ des Menschen durch Gott zurückzuführen ist – entweder zur Seligkeit oder zur Verdammnis. Nebenbei hat er die menschliche Sexualität und die geistige Ebenbürtigkeit der Frau herabgesetzt und diffamiert, eine Verunglimpfung, die bis heute nachwirkt; und kräftig zum christlichen Antijudaismus – nicht Antisemitismus – der Vergangenheit beigetragen. Der christlich orientierte Philosoph Franz von Kutschera setzt statt auf Prädestinationsgedanken auf die Freiheitsworte Jesu Christi, der immer wieder zur persönlichen Entscheidung und Verantwortung aufruft, und schreibt in seinem Buch „Die großen Fragen“: „Wir glauben, dass Gott uns als freie Menschen erschaffen hat.“
    @ Michael Blume und “Gast”:
    Die “einzige, unveränderliche Wahrheit” (Dr. Michael Blume) aller christlichen Religionen ist für mich immer noch das Credo der Konzilien von Nizäa und Konstantinopel (325/381), als Quintessenz der Evangelien – kleine “redaktionelle” Änderungen inbegriffen (wie etwa das “filioque” der kath. Kirche und die “eine heilige kath. Kirche” selbst, die sie beansprucht zu sein).
    @ Gast”:
    “Das Ineinandergreifen von Vorherbestimmung und freiem Willen” – das gibt es für mich nicht, wenn Sie meine 10 Thesen vom 11.4. ff nachlesen. Sie verwechseln wie viele Theologen “”Vorherwissen, Vorhersehung” eines zeitlos allwissenden Gott-Vaters jenseits unseres erfahrbarenKosmos mit der “Vorherbestimmung, Prädestination, Determinierung” eines Augustinus – vgl. dazu auch meinen vorstehenden Beitrag.
    Beste Grüße und Wünsche Paul Kalbhen

  44. @ Prof. Paul Kalbhen, Gummersbach
    20.04.2020, 20:13 Uhr

    Nachtrag zur Mail vom 20.4:

    Ich bin ja der Auffassung, das die “Erbsünde” tatsächlich existiert. Dabei ist es das “Erbe” der Sünde von vorrangegangenen Sündern.
    “Erbe” hier als etwas verstanden, das “über uns “kommt, weil wir offen dafür sind oder weil wir zu wenig verschlossen dagegen sind – etwa, wenn man al sIndividuum zu wenig in sein soziales Umfeld integriert ist (was auch wieder viele Ursachen haben kann, nicht nur “Verweigerung” oder sowas – weil sofort der gedanke kommt: Ja warum desintegriert?” Muß ja eigene Schuld sein!)

    Wenn sie in die Welt hineinwachsen, suchen sie nach Vorbildern – oder suchen jhedenfalls nach einem Seins-konzept, das sie sich nahezu nur aus der Anschauung anderer Lebenskonzepte aneignen können, wenn sie wollen/es gefällt oder praktisch ist.

    Wenn sie desintegriert sind und dazu auch noch “introvertiert”, schüchtern und wenig integriert, dann besteht weniger Interesse am sozialen Umfeld. Womöglich auch, weil es einst schlechte Erfahrungen gab. Traumatisierungen und so.

    Und in solchen Umständen sucht man sich nicht aktiv Lebenskonzepte aus, sondern behält, was einem immer schon intrinsisch “Kraft” und Mut zum Leben gegeben hat. Und da aber warten dann die Dämonen auf uns….oder umgekehrt: Wenn diese Ursprünge der Dämonen wegsterben, dann kommt man in den Genuß, die Sünden dieser Dämonen erben zu können…also so zu werden, wie diese Menschen waren – zumindest ein Bischen. Es ist eine Frage der “identität”, die wir ausbilden müssen…oder können. Diese Identität ist aber nicht allein unserer eigenen Idee davon zu entwickeln, sodass wir dabei quasi nach einem “Baukastenprinzip” auswählen, und dann passt auch schon. Nein, die eigene Identität ist nur dann stabil, wenn sie vom sozialem Umfeld anerkannt ist/wird.

    Und an der Stelle wird deutlich, wie viel in der Kindheit schief gehen kann, wenn man Kinder als Mittel zum Zweck oder als Erfüllung der Bedürfnisse Dritter herranzieht, wo es dann heisst: Kind, du must doch was lernen… aber dann absolut nichts dafür tun, das Lernen auch leicht fällt oder spaß machen kann. Oder überhaupt etwas, das einem Lernerfolg erleichtert, praktiziert.

    Viele “unterschichten-Verhältnisse” sind davon gezeichnet, dass sie selbst nahezu nichts (oder überwiegend die schlechten, ungünstigen Einflüsse) an die Kinder weitergeben, weil sie es selbst nicht anders kennen und können.

    Dann wird das Kind zu allem möglichen gezwungen, nur, weil es eben sein muß. Und echte Lehre und Lernsituationen kommen dann gar nicht zustande, weil alle Situationen praktisch nur autoritärer Zwang ist, anstatt begründete Lehre und beibringen von etwas konkretem.

    Solche Menschen sind in der Gefahr, diese “Erbsünde” einfach aus dem Intrinsischen zu erben, weil sie sopnst nichts haben/hatten, was im Extrinsischen zum Mitmachen aktiviert und motiviert.

    Und es gibt noch eine weitere Bedingung, die die Situation dramatisiert:
    Neurologische Manipulation, die dafür sorgt, dass sich der Mensch immer weiter in sich zurück zieht. Das ist zuweilen sehr erwünscht, wenn man will, das die Person “Aufnahmefähig” bleibt..also in einem Zustand, wo sie “anleitbar” ist, und nicht alles um sich herrum ablehnt. Im Klartext heisst es, dass man damit die Aufkersamkeit erzwingt, weil es die intrinsische Welt hemmt.

    Nebenher hat es auch die Nebenwirkung, dfass sich dabei das Gehirn weniger leicht entwickelt, woraufhin der Kreislauf selbstverstärkend ist, weil daraufhin es um so wahrscheinlicher wird, das sich diese Menschen weiter in sich zurück ziehen, wenn von Extern belastende Signale kommen, die durch diese Manipulation verstärkt werden.
    Neuroenhancemend zum falschen Zeitpunkt un dzur falschen Zeit im Leben/Entwicklung ist also verheerend für den Herranwachsenden. Es behindert ihre Entwicklung/Entfaltung, weil sie die Vernetzung im Gehirn mit stark erhöhter Bereitschaftsaktivität zu viel mehr Reizsiganlisierung versetzt, sodass die Reize überwältigend werden, und ein Rückzug die leichtere Schutzfunktion ist.

    Warum man da etwas erben kann, wovon kein Vorbild im direkten Umfeld existiert?
    Weil unsere Gehirne miteinander verschränkt werden können / es situativ sind, sodass “Eigenschaften” und gar ganze Identitäten sich so von Mensch zu Mensch übertragen können.
    Dabei ist nur die Information innerhalb des Gehirns auf vorbewusste Ebene relevant, denn die Bewusstseinsebene würde sich idealerweise immer gegen solche Anmaßungen wehren.
    Je introvertierter, zurückgezogener desto mehr und dauerhafter ist man mit dieser “Quelle” von Identität und Leben verbunden. Und desto wahrscheinlicher könnte es zur “Erbsünde” kommen.

    Im Grunde ist das, was man da Sünde nennt, eigendlich nur das fundamentale, das uns Leben und Gesundheit verleiht. Es ist die eigendliche Funktion unseres Gehirns: wahrscheinlich befinden sich die Nervenzellen/Vernetzungen, die ich hier meine, im Stammhirn, und sorgen da für die Stabilität des Individuums.

    Das man das seit der Erfindung des Christentums als “böse” kennzeichnet, hat damit zu tun, das man mit der Religion zwar Gott anbetet, aber eigendlich nur dann, wenn es der “gute Gott” ist… andernfalls man den Gott bekämpft. Den Ursprung des Lebens.
    Welche Folgen das hat, kann man gerade an der Seuche sehen: Wenn Gott getötet wird, dann kommt ein neuer an Stelle und erzeugt Belastungen für Menschen am anderen, entfernten Ende der rhizomatischen Struktur der Verbindung der Menschen miteinander.

    Ein wesendliches Anzeichen dafür, das ein neuer Gott in die Welt kommt, ist, wenn ein Papst nur kurze Zeit amtiert und dann abdankt. Auch das hatten wir ja jüngst.
    Die kurze Amtszeit erklärt sich daher, das der Jesus, der Teil dieser rhizomatischen Struktur ist, eben auch gekreuzigt wurde, was ein sicheres Anzeichen dafür ist, das dieser fundamentaler Wandel stattfindet, dem eine Seuche um so wahrscheinlicher folgt, wenn der Wandel fourcierter angetrieben wird, weil die Menschenfamilie sich in der Wirklichkeit nicht bewährt hat (was aus vielen Gründen der Fall sein kann – etwa auch aufgrund einer Erbsünde).

    Man sollte also besser diese Erbsünde besser erklären, anstatt sie zu tilgen.
    Oder aber anerkennen, das es diesen “Mechanismus” gibt und das man damit anders umgehen kann.
    Als beste Umgangsweise wäre ja schon mal die Praxis, das man solche “Dämonen”, die die Sünde vererben, nicht tötet. Dann behalten sie ihre Sünden und dessen “Verwandte” bekommen die Chance, dass sie sich verändern oder eben bleiben, wie sie sind und nicht das Erbe “antreten”, weil die Primär-Identität
    eben hingerichtet wurde.

  45. @ @ Prof. Paul Kalbhen, Gummersbach
    20.04.2020, 20:13 Uhr

    Wenn man die Medien aufmerksam verfolgt, wird man feststellen können, das gewisse Ereignisse in relativer Regelmäßigkeit stattfinden. Ein Teil davon hat System.
    Etwa, wenn wir hören/lesen, das ein zum tode verurteilter nach vielen Jahren in Haft dann doch plötzlich hingerichtet wird.
    Oder, wenn mal wieder ein Bericht über einen getöteten Terroristen berichtet wurde.
    Es gab da eine seltsame Regelmäßigkeit in der jüngeren Vergangenheit:
    Man hat in Afghanistan mit Regierung und Taliban verhandelt, und dann hioess es, die Verthandlungen wurden abgebrochen. Dann aber kurze Zeit später gabs die Meldung, das man einen hochrangigen Terroristen hat getötet, woraufhin wieder einige Tage später berichtet/gemeldet wurde, das die Verhandlungen in Afghanistan wieder aufgenommen wurden. Das wierderholte sich zweimal oder so.
    Was könnte der Tot eines Terroristen also mit den Verhandlungen in Afghanistan zu tun haben?
    Die sogenannten “Terroristen” sind besondere Menschen, die zu viel vom Neuroenhancemend abbekommen haben und biologisch hinreichend dazu entwickelt sind, um im “Geist” eine einflußreiche Rolle zu spielen.

    Und dann tötet man einen davon, und hat dann einige Zeit darauf (etwa ~2 Wochen) eine andere Verhandlungsausgangsposition/Situation. Wenn man so will, “besinnen” sich die Verhandlungspartner, wie es zuweilen etwas abschätzig heisst.

    Und ein Fallout, wie er aus dem Tschernobyl-Unfall hervorging, ist eigendlich eine Katastrophe für diese Szenerie, weil auf einen Schlag viele Menschen neuroenhanced werden, die dazu weder vorgesehen, noch dazu gegeignet sind…etwa, weil sie zu jung oder nicht hinreichend Persönlichkeitsentwickelt dazu sind.

    Diese Szenerie bestand auch zu Beginn des 20. Jahrhudnerts, als der Tunguska-Vorfall geschah: der hat atomaren Fallout in unvorstellbarer Menge über die Nordhalbkugel verteilt und besonders Europa schwer getroffen und verwirrt.

    • Tatsächlich gehört das Erkennen von Mustern zu unserem normalen Gehirnapparat, @Andromed. Menschen erkennen auch in computergeneriertem Zufallsrauschen unterschiedlich stark vermeintliche Muster. Rüdiger Vaas und ich schrieben darüber u.a. in „Gott, Gene und Gehirn“.

      Wenn man die scheinbaren Muster einfach für wahr hält entsteht magisches Denken, eines der Grundlagen von Verschwörungsglauben.

      Werden die Muster dagegen überprüft und hinterfragt, entsteht Wissenschaft.

      Ihnen Dank für Ihr Interesse und alles Gute, bitte bleiben Sie gesund! 🙂

      • @ Blume
        Umgekehrt gibts auch die Aufmerksamkeitsblindheit, obwohl alles voll im Blickfeld problemlos zu sehen ist.

        Wissenschaft ist dumpf und blind ohne, das man mit der Spinnerei beginnt – was man früher mal Philosophie nannte, ist heute offenbar Anmaßung vor der vermeindlich gesicherten Erkenntnis – oder eben glaube daran.

          • “Schwurbellei” ist kein hinreichend konkreter Kritikpunkt. Jeder kennt “Schwurbellei”…jeder meint, das irgendwas eine sei.

            Wie wärs denn, wenn sie das konkretisieren würden, damit hinter ihren Aussagen auch Substanzielles steckt?

            Denn, sie wissen ja, das jeder Mensch am Ende seiner Argumentation…oder eben einfach ein Ende seiner “Muße” und Befassungsbandbreite hat.
            An diesem Ende verrät sich sogleich, wie ernst es ein Mensch mit seiner “Offenheit” und Diskursbereitschaft meint, oder ob er nur Sprachrohr eines präferierten Konsens/Kanons ist.

            An dieser Stelle beginnt nämlich die “schönere Wahrheit” zu siegen und wird so zum Primaten der historischen Sieger, die dann die Geschichte schreiben. Und auch die Wissenschaft.

            Sie wissen doch, das ein findiger Wissenschaftsphilosoph einmalö sagte, das sich Wissenschaftliche Konzepte erst nach dem Tod derer Gegner durchsetzen und etablieren werden.

            Insofern …. Wissenschaft ist dann natürlich doch ein demokratischer Prozess. Nur, das diese Demokratie sich plötzlich unsichtbar in einen evolutionären Selektionsmechnaismus verwandelt.

          • Ich denke, Sie haben den Unterschied schon selbst ganz richtig benannt, @Andromed: Schwurbelei ist die Vorliebe für gefühlte Wahrheiten. Seriöse Argumentationen orientieren sich an Vernunft und Wissenschaft.

            Auch Sie haben die Wahl, jeden Tag neu. 🌷

      • Es gibt noch ein Muster in den Ereignissen:

        Es wird berichtet, wie erneut einige Terroristen getötet wurden.

        Innerhalb einer bis zwei Wochen darauf gibt es einen Amoklauf, über den sodann verständlicherweise auch in den Medien berichtet wird.

        Aktuell ist ein Amoklauf in Kanada zu beklagen.
        https://www.zeit.de/video/2020-04/6150687249001/nova-scotia-mindestens-16-tote-bei-amoklauf-in-kanada

        und enige weniger dramatische Zwischenfälle auch in Europa.

        Nebenher wird über mordende Taliban und andere Terroristische Aktivitäten berichtet. In Afghanistan und in Mali.

        Ich gehe inzwischen absolut nicht mehr von zufällig gleichzeitigem Stattfinden aus. Eines hat mit dem anderen zu tun.
        Und wenn beides auch nur eine Folge eines anderen Ursprungs-Impulses ist.

        Das Töten muß aufhören. Auch aufgrund der Seuche, die durchaus auch in den Tötungen ihre Ursache hat. Wenn man die Populationen als Rhizom sieht, die voneinander abhängig sind, dann darf natärlich am Anfang der Wurzel kein Glied ausfallen, denn sonst sterben am Ende der Wurzellinie die Menschen weg, die von der Wurzel abhängig sind.

        Das ist der “Krieg”, der geführt wird, den Trump und Macron angesichts der Corona-Seuche ausriefen. Wobei natürlich der “Krieg” gegen den Terrorismus schon lange geführt wird und womöglich nichts anderes heisst, als das man Dominanz und Macht ausserhalb der Imperien (Europa und Amerika) nicht dulden kann/will, und gegen diese Gruppen aktiv vorgeht – mit subtilen Mitteln, die nur durch die Wissenschaft möglich wurden (Genanalyse und Kategorisierung/Einteilung der Menschen anhand ihrer Gene).

          • Antwort @ Michael Blume:
            Die überbordende Phantasie der “Andromeden”.
            Hoffentlich mit baldigem Friedensschluss!

          • Sie wissen, wer das demonstrativ tut. Jeder kann das wissen. Steht auch überall in den Medien.
            Aber es sind nicht nur jene bekannten Akteure, sondern alle modernen institutionalisierten Staaten, die in Menschen den falschen Gott erkennen. Der falsche Gott ist eben der Falsche., wenn er gegen die eigenen Interessen Stellung bezieht.

            Wozu natürlich auch Saudi-Arabien gehört. Russland un dauch China. Im Grunde streiten…führen sie Krieg gegen den gleichen Feind: Gegen den freien, souveränen Menschen.
            Da müssten sie mir doch eigendlich zustimmen können!?

            Oder gegen den Menschen, der einst mit Metallsalzen ins Reich Gottes erhoben wurde. Neuroenhancemend, das zur Erlangung der Macht auf vorbewusster Ebene führt, über die man unangreifbar herrschen kann.

            Der Kampf gegen das Patriarchat wäre genauso als Krieg gegen den “Terrorismus” erklärbar. Also Feminismus als unbewusster Helfer der untergebenen Institution, die Macht erlangen will. Das in den Massenmedien immer mal wieder gerne ansonsten eher unerwünschte Oppositions-Parteien ins Blickfeld gerückt werden, ist ja auch kein Geheimnis mehr.

            Wie man es gerade braucht. Gegen Etwas zu sein, ist eine Haltung. Zu wissen, “wann” man taktisch gegen de n Gegner zu Felde zieht, ist die eigendliche Kriegsführung. Und das wissen die meisten Bewegungen nicht. Aber entsprechend vernetzte Chefredakteure könnten hier der Schlüssel zum Erfolg mit den Waffen des Gegners (Feminismus) sein.

            Eine durch Massenrezeption taktisch aufgebrachte Menge Menschen, die zugleich das Gleiche denkt und vor allem: fühlt, ist die eigendliche Waffe gegen das Patriarchat (oder den Feind, der zugleich meist auch zum Patriarchat gehört – sonst er ja nicht der Feind wäre).

            @ Prof. Paul Kalbhen, Gummersbach
            22.04.2020, 19:19 Uhr

            Hoffentlich mit baldigem Friedensschluss.

            -> Solange Blume nur alles verdreht und nichts substanzielles konkret gegen meine These vorgibt, wie könnte dann ein “Friedensschluß” zustandekommen?

            Inzwischen ist meine Auffassung, das man als etablierter “Wissenschaftler” (oder Wissenschaftskommunikator oder instituionalisiertes Sprachrohr) sicher nicht wirklich konkret Stellung gegen etwas bezieht, sondern verschwurbelt gegen alles zu Felde zieht, was nicht dem allgemeinen Konsens oder seine eigenen Vorgaben entspricht.

            Sie könnten ja, anstatt nur “Frieden” in Aussicht zu wünschen, schlichtend eingreifen und Stellung beziehen. Aber nein: nichts dergleichen.

            Nennen sie es auch nicht Phantasie.
            Sie wissen schon: Leugnen ist natürlich Pflicht, wenn man davon profitiert, was getan wird (was ich anprangere).

            Haben sie sich schon mal der Frage gestellt, wenn man den monistischen Weltsichtansatz derart reduziert verteidigt, inwiefern man überhaupt Menschen damit in friedlicher Koexistenz leben lassen kann?

            Es ist nämlich eine üble Heuchellei, wenn man vorgibt, Multikulti zu schätzen, antirassistisch zu sein, aber hintenrum subtil an den Grundlagen der “anderen Seite” manipuliert.

            Nehmen wir an, das Patriarchat ist eine Reihe Männern, die in ihrer Kindheit mit Metallsalzen in ein sogenantnes “Reich Gottes” integriert wurden. Das verhilft ihnen dazu, das sie allein aus ihrem Denken dazu fähig sind, andere Menschen durch ihre Gedanken zu steuern…geradezu vorzugeben, was sie denken und welche Ziele sie verfolgen oder zumindest nur, welche Haltung sie perspektivisch einnimmt.

            Das wäre natürlich vollkmommen “undemokratisch”. Denn dann wären ja die anderen Menschen, die in ihren Gedanken manipuliert werden, nicht frei in ihrer Innenwelt und in ihrer Identität.

            Aber was wollen sie dagegen tun?

            Und naja, da ist die erste und einfachste (oder brutalste und traditionelste) Methode, das man sie einfach tötet. Und ieser Krieg findet überall statt. Vor allem aber dort, wo sogenannte radikale Islamisten gedeutet werden.

            Aber Radikalisierung ist ein prozess, der Ursachen hat. Etwa darin, das sie mit Metallsalzen vergiftet wurden. Oder etwa, das sie einem anderen Mann aus dem Patriarchat Stressen und Unrecht antun. Das überträgt sich auf ie ganze “Identität” (oder Gruppe, die zussammen eine Identität bildet) und führt dann zu “unbedachtem”, eskalierendem Handeln der anderen, weil die zwar die Emotion spühren, aber nicht den kognitiven Aspekt. Den dichten sie sich aus ihrer Wahrnehmung zusammen.

            Solche verschränkungen/Synchronisationen sind der Grund, wieso man religionen und Monotheismus erfunden hat. Weil es bedeutet, das man selbst nicht allein ist, aber mit seinen Emotionen und Haltungen der Welt gegenüber Macht über andere ausübt, und die dann vielleicht zu unangemessenen Mitteln greifen…

            Weswegen ich auch erwähnte, das die Tötung von Patriarchen natürlich Folgen in aller Welt hat…oder auch: im Zusammenhang mit Verhandlungen in Afghanistan.

            Mir läuft zum Beispüiel jedes Mal, wenn mal wieder ein Giftgas-Angriff oder ein Terrorist getötet wurde oder Terroristen eine Gruppe ermordeten, die auch Teil des Patriarchats ist, ein wenig Gehirn aus dem Arsch.

            Können sie mir das erklären?
            Jedes Mal, wenn sowas in den Medien Schlagzeilen macht, ergibt sich bei mir eine Phase dieses Ausflusses aus dem Anus – was nicht Stuhl oder einfach nur Wasser ist, sondern eine fettige Flüssigkeit,.
            Was also ist das? Und warum geschieht es, wenn in der welt gewisse Dinge geschehen?

            Weil wir nicht “frei” sind. Weil wir untereinander verbunden sind.

            Aber zu töten, damit man nicht getötet wird, das wird mir selbst und anderen in Deutschland verboten. In der Welt da draußen aber wird es getan. Fast überall.

            Wo das hinführt, wenn man das Patriarchat tötet, kann man auch in der Popkultur sehen:
            Die Rasse “Asgard” in Stargate SG1 /Atlantis ist die fortgeschrittenste Rasse/Kultur der Galaxie. Aber sie haben die Fähigkeit zur sexuellen Reproduktion verloren und müssen sich Klonen, damit sie weiter existieren können.

            Ausgerechnet “Asgard” haben sie die genannt. Ein Terminus aus einer Kultur, eines Volkes, die es seit rund 800 Jahren nicht mehr als derart stabiles, dominantes Volk gibt: die Wikinger. Passt doch…

  46. https://www.zeit.de/video/2020-04/6152539835001/coronavirus-ansteckungsrate-steigt-laut-robert-koch-institut-rki-wieder-an

    Pantheisten werden ja als naiv und vorzivilisatorisch und gar als Idioten bezeichnet. Aber wenn man das Zusammenwirken oder “hängen” tatsächlich anerkennt, würd eman auch darauf stoßen, das gewisse Ereignisse in der welt mit gewissen anderen Ereignissen zusammenfallen und also ein deutliche Korellation besteht, die auf Kausalität hinweist.

    Wenn sie also Menschen töten, die im Rhizom der Menschheit genetisch nahe an der Kernwurzel (eines Abzweiges der Menschheit) liegen, dann ergibt das Probleme für die daran anhängigen Menschen. Die Seuche könnte also auch nur dadurch in die Welt gekommen sein, weil man einen speziellen Teil der Menheit in den vergangenen Jahren getötet hat, sodass eine fundamentale Schwächung der daran anhängigen Menschenfamilie erzeugt wurde.

    Mir war die “Virus”-Theorie nie wirklich schlüssig, auch, wenn sie soweit schlüssig zu sein vorgibt. Aber Viren haben immer nur dann im organismus eine Wirkung, wenn der Organismus geschwächt ist/wurde. Das in der Krise vor allem auch alte Menschen zum Opfer fallen, wäre ein Hinweis darauf, das es an der Konstitution liegt, die das Virsu erst verheerend wirken lässt.
    Die neue, dominante Geninformation (RNA) kann sich dann seltsamerweise in Organismen zum Leben erwecken, anstatt das die Geninformation einfach unwirksam bleibt, weil der Organismus insich stabil bleibt und neue Geninformationen mit seiner Stabilität und Dominanz einfach unwirksam bleiben lässt – sich nicht im Organismus etablieren/zu neuem Leben erwecken kann.

    Nun waren es offenbar Terroristen, die Menschen töteten. Und nicht der “böse” Ami…oder sonstwer. Aber… so einfach ist es dann doch nicht. Das Terroristen erst dazu gemacht werden müssen, dass sie so extrem werden, ist kein Geheimnis. Und wenn ihnen gesagt wird, das ihr Leben davon abhängt, das andere im Schwarm destabilisiert werden, dann tun sie natürlich… allzu menschlich… ihr eigenes Leben zu retten versuchen. Und irgendwer wird ihnen dann auch gesagt haben, was sie dazu zu tun haben.

    Terroristen als Vasalen der herrschenden Elite, die über Wohl und Wehe allein durch das Wissen darum entscheiden kann.

    Ich bin sehr enttäuscht von der Welt. Sie ist zutiefst opportunistisch und es gibt offenbar keine Gnade oder aus bisherigem Vorteil eine Anerkennung.
    Menschen werden zum Werkzeug und sind somit fast jederzeit austauschbar.

    “Menschenwürde”, die gegenwärtig erneut zum Thema wurde (Schäuble und Schlagzeilen) ist darauf reduziert, in Gnade zu leben (was eine Unterwerfung erfordert) oder eben verraten zu werden und zu vergehen.
    “Freiheit” ist im Zweifel nur der Lockruf, womit Menschen gegeneinander ausgespielt und aufgehetzt werden.

    Ich fordere hiermit auf, das Töten zu beenden und anzuerkennen, das es schädlich ist und weitere Menschen tötet, wenn man Menschen tötet. Ein Leben ist von weiteren Leben abhängig.
    Und die Frage, ob man erfolgreich politische Ziele etablieren und durchsetzen kann, wäre hiermit aufgedeckt, wenn man das anerkennen würde, das die Menschheit ein zusammengewachsener Organismus ist, der aufeinander angewiesen ist, um zu überleben.

    Vor allem das moderne Knowhow der Neurowissenschaften und über Gene und die Populationsgenetik ist hier der Faktor, der es ermöglicht, noch viel effizienter politische Strategien erfolgreich durchzuführen.
    Manipulationen am Gehirn und an den Genen sind praktisch das “hintergehen” der Bewusstseinsebene und der Grundlage des stabilen Lebens selbst.

    Mit solchen Methoden braucht man nicht mehr nach Recht und Gesetz fragen oder Rücksicht darauf nehmen. Demokratie, Menschenrechte, Freiheit, körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung als Farce und fixe Idee der modernen, technologisierten Gesellschaften.

    Das es schon lange üblich ist, zu erklären, das die Demokratie ihre Fundamente, auf denen sie erst bestehen kann, nicht selbst erschaffen kann, sollte immerschon Drohung sein und keine Bildung oder reine Gutmütigkeit der Information wegen.

    Nichts dergelichen, was befürchtet wird, wäre eingetreten, wenn man mich nicht vergiftet hätte. Ich wäre ein kleiner Junge geblieben, der niemanden irgendwas antut.
    Aber auch diese Niedertracht, die mir angetan wirde, wird nicht anerkannt. Weil es Teil dessen ist, was getan wird, weil die Demokratie und der moderne Rechtsstaat selbst nicht für ihre Existenzgrundlagen sorgen kann.

    Demokratie ist somit der wahrscheinlich größte Mörder, den es je gegeben hat, wenn man die beiden Weltkriege und Begleitereignisse zu den “Notwendigkeiten” zählt, die die Demokratie selbst nicht herstellen kann.

    Darunter zählt auch die Aufklärung und was mit ihr in die Welt kam, wovon niemand sonst einen Schimmer hat. Als ich neulich eine Grafik zur Weltbevölkerung nach Kontinentn und Jahr als Anteil gesehen habe, viel sofort auf, das ab der zeit, wo man den Beginn der Aufklärung deutet, etwas sonderbares geschieht:
    Weltweit gingen die Anteile der Bevölkerung signifikant zurück, außer in Regionen “Andere” (was Amerika und den Rest der mit den Großkontinenten nicht umfassenden Regionen noch existiert). In Südamerika wäre hier die größte Zuwachsmöglichkeit gewesen, weil es dort wenig Menschen im vergleich zu den anderen Kontinenten gab. Aber diese Populationen wuchsen im Verhältnis zu anderen stark an – gleich mit Restasien (ausser China und Indien).

    Link:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbev%C3%B6lkerung#/media/Datei:World_population_de.svg

    Sehr seltsam. als über die Menschheit praktische Vernunft kam, veränderte sich plötzlich das Populationsverhältnis global.

    Was praktisch nur daran liegen kann, das man in Südamerika eine ganz spezielle Population fand, die eine sehr spezielle Biografie hat und die gerade heute wieder eine besondere Rolle spielt, wo die religiöse Apokalypse ausbrach und der Tag des “jüngsten” Gerichts kommen gesehen wurde und der ja mit der Seuche praktisch auch endgültig da zu sein scheint….

    Was, wenn nicht eine solche Seuche wäre mit der Methapher des jüngsten Gerichts vergleichbar?

    Tja, und das ist nun in der Welt, weil man in Südamerika den neuen Jesus in den Stand versetzt hat, der ein neues Patriarchat begründet und ein Teil der Menschen dadurch eben existenziel destabilisiert wurde, weil ein neuer Zweig des Rhizoms der zusammengewachsenen Menschheit zum neuen Gott geformt wurde, der nun alles, was nicht mit ihm kompatibel ist, dahinrafft.

    Und Fukushima ist ein weiteres Teil der Bedingung, weil es alle nordpazifischen Populationen mit dem Fallout im Meer neuroenhanced und damit automatisch diesen neuen Gott erzeugt, der vorher durch Tschernobyl in Europa noch existierte.

    Aber der alte Gott hat seine Aufgabe getan (den Fall des “eisernen Vorhangs” zu erringen) und ist nun der neuen politischen Strategie im Wege, weil er so ganz strategisch “nutzlos” ein Eigenleben beginnt, das man so nicht wünscht.

  47. Die Befreiungstheologie Südamerikas als Rückversicherung und Geheimwaffe bei Kontrollverlust im “Normalbetrieb”.

    Das ist übrigens auch gut damit übereinstimmend, was man sonst noch so an Indizien hat:
    – Der Ausbruch der Zika-Seuche in Südamerika, dessen Virusstamm der “asiatische” sein soll.
    – Fukushima als notwendige Erschaffung des (neuen) Geistes frei nach dem Leib Christi im Nordpazifikraum. Unfälle dieser Art sind keine Unfälle, wenn daraus ein Vorteil gegen eine Wirklichkeit hervorgeht.
    – Seltsame Unfälle in Nordrussland (europäischer Teil), die die sibirische Population in den Geist integrieren und damit einen Bypass oder Brücke erzeugen, die die andere Wurzel-Linie über Persien überbrücken soll, damit sie “ausfallen/demontiert” werden kann.
    – Arabische Völker sind seit Jahrhunderten nicht mehr dafür bekannt waren, das sie imperialistische Interessen haben. Sie genügten sich selbst. Aber Saudi-Arabien bekriegt seine genetischen Brüder auf der Halbinsel (Jemen) und leistet dem Sudan Waffenhilfe gegen den Südsudan (Beides mit der saudischen Herrschaftsfamilie genetisch hochhomogene und ähnliche Populationen).
    – der jährliche Ausbruch von neuen Viren geradezu verlässlich in Chinas seit jahrtausenden zivilisatorischem Kernland
    – … mir fiele sicher noch mehr ein.

    Das die asiatische Populationen sozusagen “eingekreist” werden, etwa über die sibirische Populationen und derer Amerikas, die ebenso nahe verwandt mit der Ostasiens sind, über die man nun den Geist Gottes näher an sie herranbringt…unhintergehbar, wenn die Chinesen nicht verstehen, dagegen ein Mittel zu finden. Wonach es nicht aussieht.

    Oder andersrum:
    Die ostasiaten sind der Ursprung des neuen Geistes, weil sie als kommunistische, autoritäre, undemokratische Populationen auch als “prototyp-Populationen angesehen werden können, mit denen man ganz neue und zukunftsweisende Gesellschafts- und Politik-Konzepte verwirkichen kann. Nordkorea als ein fulminantes Beispiel für eine “Prototyp-Gesellschaft”, die man autoritär zu einer erwünschten Funktion und Struktur zwingt.

    Das wäre dier Lösung für zukünftige Politik-Probleme, denn diese Demokratie hat sich als nicht zukunftsfähig erwiesen. Zu zäh, zu unbeweglich, zu wenig steuerbar, und alles in allem zu aufwendig. Sie war nur noch solange gut genug, wie die globale Wirtschaft davon profitierte. Doch es scheint gerade die Tendenz zu entwickeln, vorbei zu sein. Die Idee des Klimawandels und die notwendigen Einschränkungen der Freiheit ist vollkommen unvereinbar mit dieser Art Demokratie.

    Ich dachte auch immer, Nordafrika, der nahe Osten und Persien seien sozusagen der “Ursprung” des Geistes und des Lebens. Aber eigendlich könnte es viel schlüssiger auch der Himalaya sein, aus dem der moderne Gottgeist hervorging…und mit ihm auch alle modernen Menschenfamilien. Immerhin scheint sich in Indien am südlichen Himalaxa entlang ab der Haplogruppe 90 % der modernen Menschen auf der Erde genau dort ihren gemeinsamen Ursprung zu haben. Und diese “Population” am Himalaya (Indien) ist praktisch aus anderer Perspektive, als der europäischen, sehr erfolgreich und stabil.

    Was darauf hinausläuft, das man den Denisova als eigendlichen Gottes-Ursprung bezeichnen könnte. Der Himalaya als letzte Zufluchts-Region der aussterbenden Menschenfamilie, aus der die neuen Haplogruppen erst hervorgingen. Die archiaischen Menschenfamilien (Neandetaler und Denisova) waren genetisch viel diverser und unterschiedlicher. Und jedes Mal, wenn einer der archiaischen Menschenfamilien ausstarb, wurde eine neue Haplogruppe oder neue Sapiensfamilien etabliert.
    Und theoretisch wäre es möglich, das es immernoch einige archiaische Menschenfamilien gibt. Also auch eine andere Gengruppe, als es die modernen Sapiens so abbekommen haben.
    Der Fantasie sind da keine grenzen gesetzt, was das bedeuten könnte: eine neue Sapiens-Menschenfamilie, die deswegen in die Welt kommt, weil erneut ein archiaischer Menschenstamm ausstirbt.

    Im Grunde ist der Genozid ja schon seit 150 Jahren voll im Gange. Und dauert bis heute an. Und die modernen genanalysemethoden haben da einige vorher undenlbare Möglichkeiten und Zielstrebigkeiten ermöglicht.

    Und zur Frage, ob ich denn ausgesprochen oder latent “Antisemitisch” sei, wenn ich solche Theoprien habe, müsste man das Szenario der väterlichen Verantwortung zur Hilfe nehmen: Möglicherweise bin ich Teil der Familienstammlinie von Sem (genetisch gesehen), weshalb auch meine Verwadnten (Väter) in der Linie für mich verantwortlich seien, was sie dazu veranlasst, mich zu kreuzigen, damit die globale Politik wieder im Lot sei…weil ich als ein Störfaktor erscheine, den man seine Aufgabe durch den Fall des eisernen Voirhangs hat entzogen, und nun nicht weiß, was der Sinn seines Lebens ist. Solche tun immer wieder Affekt-Oppositionel sein… ecken überall an und sind “unbequem” und nicht zufrieden zu stellen. Wie denn auch, bei solcher Misshandlung. Autisten sind eben nicht Teil des allgemeinen und “heiligen Geistes”. Sie sind davon dadruch getrennt, weil sie in sich eine andere genetische und neurologische “Vernetzungsstruktur” besitzen und nu rdadurch zu “zähmen” waren, dass man ihnen den Neokortex mit Metallionen sozusagen zukleisterte, damit die Signaldominanz darüber so hoch wird, damit sie sich darunter gezwungenermaßen zurück ziehen müssen und typische, introvertierte, schpchterne Autisten bleiben, anstatt zu dominanten und souveränen Identitäten werden.

    Irgendwo in Süpdamerika gibt es nun einen neuen “Super-Autisten” (Jesus), der als Fundament für das neue Patriarchat steht, und dem der Zeitgeist unterstützt durch das Monoatomare Neuroehancemend folgt… quasi eine “Identität” mit ihm bildet. Und dem man hocheffizient kontrollieren und manipulieren kann und der “Freiheitsbedürfnisse” in den anhängenden Schwarm sendet, weil er sich ultimativ unterdrückt empfindet.
    Das ist der eigendliche Freiheitssehnsuchtsursprung. Ein behavioristisch unterdrücktes Kind, das nach Freiheit und Leben sucht und nie finden kann, weil sein Gehirn auf spezielle Weise manipuliert wurde.

    Aber möglicherweise bin ich ja auch noch nicht mal ein Kind des kalten Krieges, sondern noch ein Überbleibsel der Nazizeit, ein Kukukskind, das man Europa in das Nest gesetzt hat…? Dann muß ich ja automatiosch ein Antisemit sein, weil…. ergibt sich logisch ja von selbst.

    Dann haben sie, Herr Blume, natürlich recht. Mit fast jedem Wort. Und tendenziel sowierso. Denn alles, was mir nutzen wpürde, wäre dann zum Nachteil der Juden… was sich ja auch logisch aus der Historie ergibt.
    Allerdings glaube ich nicht an diesen demonstrativen Dualismus. Da ist mehr, als nur 1 zu 1 konfrontation. Feindschaften sind nicht immer nur eine duale Konstellation. Es gibt auch generelle Differenzierung und Desintegration. Sie wissen schon: Gene sind nur zu xy% für irgendwas verantwortlich. Den Rest tut das soziale Umfeld und Umwelteinflüsse, in dem der Mensch herranwächst.

    Ausserdem war es früher, so unter Tieren, eh üblich, das man jeden als Feind ansah. Es gibt nur wenige Beispiele, die das anders in Gruppen regeln und organisieren. Eine sei die Hyäne.
    Kleiner Scherz mit dem Matriarchat, das es so nicht gibt, wie sich das die Leute vorstellen.
    Jedenfalls sind alle Matriarchate im Tierreich keine Prädatoren, sondern Teil der Nahrungskette (primär Säugetiere betrachtet). Das sollte uns zu denken geben. Auch, wenn sie recht erfolgreich sind.
    Es bedeutet, das die Frauenherrschaft niemals souverän und unabhängig ist. Ohne ein Patriarchat kann sie gar nicht existieren. Auch nicht in der modernen, von der Natur abgekoppelten Lebenswirklichkeit der urbanen Menschen.

    • Es ist etwas schwer, Ihren Gedankenwegen zu folgen, @Andromed.

      So gehe ich nicht davon aus, dass man die Menschheit dualistisch in Semiten und Antisemiten einteilen könnte. Die meisten von uns tragen sowohl semitische wie antisemitische, humanistische wie rassistische, lebensbejahende wie verschwörungsbezogene Mythen in uns. Die Frage ist halt immer, was wir damit machen – Tag für Tag. Lassen wir z.B. die menschenfeindlichen Vorurteile stehen und beginnen wir sie durch Bildung, Wissen und Begegnung zu überwinden?

      Ihnen von Herzen alles Gute.

      • Der gute @andromed scheint keine Ahnung davon zu haben, was ein Virus oder ein Rhizom eigentlich ist, was sehr schade ist, denn seit mindestens 5 Wochen erklärt Christian Drosten als Virologe in seinem fantastischen Podcast genau, was Viren sind und was sie machen. Was mich zu der Frage führt ob mangelndes naturwissenschaftliches und medizinisches Allgemeinwissen überdurchschnittlich zu Schwurbelei (oder Schlimmerem) führen…..

        Und was bitte wären die Wurzeln eines Rhizoms? Das hat nämlich keine, laut Definition: “Aus der Perspektive jeder wissenschaftlichen Disziplin sowie jeder neuen Herangehensweise bauen sich das System und die Ordnung des bestehenden Wissens in eigener Weise auf. „In einem Rhizom gibt es keine Punkte oder Positionen wie etwa in einer Struktur, einem Baum oder einer Wurzel. Es gibt nichts als Linien.“[8]” Gilles Deleuze, Félix Guattari: Rhizom. Aus dem Französischen übersetzt von Dagmar Berger. Merve Verlag, Berlin 1977, ISBN 3-920986-83-0.

        Wie ein derartig dynamisches Geflecht sich allen Ernstes in einen Verschwörungsmythos verirren kann, ist wohl nur so zu verstehen, dass der Verfasser dieses Narrativs gar nicht weiss, was es sein soll, aber es klingt halt eindrucksvoll, wenn man es möglichst oft im Text verwendet. 😉

        Ich habe übrigens noch eine Idee, die man mal in einem Podcast verfolgen könnte: Wieviele religiöse Speise- und Verhaltensgebote haben ihre Wurzeln im Schutz vor Seuchen und Epidemien? Diese mal mit Erkenntnissen aus der modernen Medizin abgleichen und dann unsere aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln, die wir in der Pandemie zur Zeit einhalten, danebenlegen. Da kämen einige sehr interessante Sachen dabei raus, glaube ich.

        So ganz nebenbei wären das bestimmt interessantere Narrative als dieser QAnon Mist, der ja unter den Verschwörungsmythen der heisseste Scheiss sein soll…;-)))

        • @ Anne Güntert,
          was die Wurzeln der “religiösen Speise- und Verhaltensgebote” anbelangt, so treffen Sie m.E. einen “wunden Punkt” im Judentum und Islam, für den Dr. Blume als Religionswissenschaftler zuständig ist. Denn im Alten Testament, das nach der historisch-kritischen Exegese der Bibel zweifellos auf den Koran abgefärbt hat, vermischen sich neben prophetischen Offenbarungsbüchern auch Kult-, Lehr- und Gesetzesbücher, wie auch ursprüngliche Gesundheitsvorschriften. So ist das Schächten von Tieren und die männliche – nicht die weibliche! – Beschneidung im orthodoxen Judentum und Islam noch anzutreffen! Für mich persönlich gegen Tierschutz und Menschenrechte verstoßend.
          Beste Grüße und Wünsche Paul Kalbhen

          • sehr geehrter herr professor kalbhen,

            danke für die kritik der beschneidung.

            auch als atheist kann ich begründungen sowohl im judentum, als auch im islam hisorisch nachvollziehen.

            als arzt im hier ´& jetzt lebend, kann ich nur sagen.

            PFUI – um die diskussion abzuküzrn.

  48. Hallo Herr Blume

    Erstmal möchte ich mich für die umfangreiche Zitierung und für die Auseinandersetzug mit dem Thema bedanken.
    Die Zitate sind korrekt, einige weitere Ausagen unterscheiden sich allerdings etwas von dem mir gesagten.
    Das möchte ich hier nochmal darlegen.

    Noch eine Sache vorab. Zum Thema Tempelreinigung, ich sagte ursprünglich die Christliche Kirche (Christen) sieht das so, in dem Kontext warum gibt es seit 2000 Jahren Antisemitismus. Es ist also nicht mein Vorwurf. Ich bin nur wegen ihrer Antwort dann nochmal genauer drauf eingegeangen. Letztlich ist für mich die Beantwortung der Frage wer da jetzt genau was gemacht hat, eher nebensächlich, aber für die Frage “warum gibt es seit … Antisemitismus” entscheidend.

    Ok dann kanns starten 🙂

    “Absurd ist zudem die Deutung, die Römer seien von „den Juden“ dazu gezwungen worden. ”

    Ich sagte durch die Denunziation waren die Römer zum Handeln gezwungen nicht das sie von den Juden gezwungen wurden. Das ist durchaus eine andere Aussage.
    Das die Römer damals grausame Taten begangen, habe ich auch nicht bestritten. Mir ist durchaus die Historie an der Stelle bekannt.

    Kommen wir aber zu einem Dissenz, da überzeugt mich ihre Begründung bis jetzt nicht.

    “Zuletzt ist es schließlich absurd, in die Zeit Jesu einen Gegensatz zu „den Juden“ zu konstruieren….”
    “Kurz: Jesus war als jüdischer Rabbi ein Teil des innerjüdischen Lebens und auch innerjüdischen Streits ”

    Hier muss man vorrausschicken das unterschiedliche historische Quellen sicher ein unterschiedliches Bild zeichnen.
    Der wichtigeste Punkt dazu ist doch der Vorfall in dem jüdischen Tempel. Hierzu auch einmal die Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Tempelreinigung

    Ich will jetzt nicht auf die Genauigkeit der Schilderung eingehen, aber ich denke man kann davon ausgehen das das Verhältnis der jüdischen Obrigkeit nach dem Vorfall zu Jesus emfindlich gestört war!? Ich denke das geht über den normalen ” innerjüdischen Streits ” durchaus hinaus. Aus meiner Sicht ist dieser Punkt der entscheidende, an dem sich die letzten 2000 Jahre hochziehen. Mir ist durchaus bewusst das das nicht jeder Christ so sieht und das die Christliche Kirche sich heutzutage davon distanziert, aber wir reden ja auch von den letzten 2000 Jahren.

    “keinen Sinn, einen Mordvorwurf „der Juden“ gegen Jesus zu konstruieren.”
    Einen direkten Mordvorwurf sagt keiner, aber die Schuld?

    “Eine immer noch populäre Annahme meint, „die Juden“ hätten eben Jesus nicht als Messias anerkannt – deswegen sei es zum Bruch gekommen.”
    Zu dem Begriff “Messias” gibt es leider unterschiedliche Definitionen. Meint man hier einen Propheten als “Menschen mit göttl. Botschaft” oder einen “Sohn Gottes”. An dieser “Feinheit” entzündet sich ja auch der tiefliegende Streit zwischen Christentum und Islam. Ohne die genaue Festlegung kann man an der Stelle keine weitere sinnvolle Aussage treffen. Solange man von einem Menschen ausgeht ist das für Juden wahrscheinlich auch unproblematisch.

    Ein anderes Thema was hier auch mit reinspielt ist wie sie selbst sagen das Thema „Gier“. Nur dazu lässt sich kaum sinnvoll eine historische Diskussion führen und die Kirche hat mit dem Ablasshandel auch ihre Vergangenheit.

    Soviel zum Dissenz, bei den ihren anderen Aussagen stimme ich ihnen zu, bzw einige Sachen waren mir auch komplett neu wie das Thema “Blutmagie”/Blutdissenz.

    mfg
    Matthias

    • Lieber @Matthias,

      dass Sie sich so tief in die Sache einlesen, finde ich schonmal klasse.

      Wenn Sie der “Tempelkonflikt” interessiert, so darf ich darauf verweisen, dass dieser auch ganz unabhängig von Jesus heftig umstritten war. Es gab massive Konflikte um den “richtigen” Tempeldienst, Aufstände und Übergriffe (z.B. um die Seleukiden), religiöse Oppositionsbewegungen (z.B. bei Qumran) und Streit um die Legitimität diverser Hohepriester, bis hin zu Absetzungen und Morden. Auch hierbei standen also keinesfalls etwa “die Jesusanhänger” einerseits “den Juden” andererseits gegenüber – eher schon gehörten Erstere zu den vielen, die die Zustände beklagten und nicht nur den Römern anhängten.

      Wenn einmal Zeit ist, mache ich zum Tempel gerne mal eine Extrafolge.

      Ihnen viel Freude beim Weiterforschen, Lesen und Bedenken und alles Gute!

  49. @ Anne Güntert
    30.04.2020, 00:08 Uhr

    -> Nana, woher nehmen sie die Erkenntnis, das ich keine Ahnung von Viren habe?

    Ich habe eine recht konkrete Vorstellung von Viren, die mit allen Verlautbarungen über Viren von …wer wars noch? Drosten kompatibel ist.
    Sie habens einfach mit der Kritik an “irgendwelchen kommentartrollen”, die da daherkommen und irgendwas erzählen. Nämlich, weil die Frage, was ein Virus ist, so genau in der WIsenschaft gar nicht geklärt ist. Es ist halt nur ein Schnippsel DNA/RNA, der im Organismus plötzlich neues Leben erzeugt. Das aber ist nur eine auf das Phänomen selbst reduzierte Erklärung.
    Mit diesem Hintergrund können sie jeden Menschen mit erweiterter Erklärung sofort attestieren, er hätte keine Ahnung, weil die Konsenserklärung des Virus eben kaum hinreichend erklärend für das Phänomen ist. Kritik, wie ihre, trifft dann immer zu.

    Kritik an der Konsenserklärung wird gleichzeitig aber als Wissenschaftsfeindlich und … naja, als “Verschwöhrerisch” abgestempelt. Und dabei geht diese anmaßende Öffentlichkeit so vor, das eben keinerlei Kritik an der Konsenserklärung gültig ist. Was viel mehr davon getrieben ist, dass man in de Krise Handlungsmöglichkeiten schaffen muß und Maßnahmen treffen muß, und das fast jede Kritik ausschliesst, aber kaum sachliche Kritikerwiederung ist. Einfach, weil in der Krise für solche grundlegenden Fragen keine Zeit sei. Maßnahmenpläne als solche seit vielen Jahrzehnten bestehen und diese vor allem in der Krise nicht hinterfragt werden sollen.

    Mehr als nur das ist ihr Hinweis, das Herr Drosten seit Wochen über nichts anderes redet, nicht wert.

    Und das Rhizom ist eigendlich klar, was es ist. Wieso sie sich gegen meine Aussagen und Szenierungen wehren, ist mir hingegen unklar. Abgesehen davon, das meine Aussagen dazu theoretisch sind, weil es keine Theorie dazu gibt, muß ich mich mit Analogien behelfen, damit verstädnloich wird, was es sei.

    Sie wollen nur eben nicht verstehen, sondern nur akzeptieren, was konsens ist. Was “Ja und Ahmen” bedeutet und absolut nichts anders. Und das, obwohl diese Konsenerklärung nun wirklich wenig erklärt.
    Typische Wissenschaftserklärungen sind Reduzierungen auf den Gegenstand, der in der Reduzierung keinen Zusammenhang mit dem Rest der Welt hat. Diese Reduzierungsstrategie/Philosophie wird besonders anhand der Neurowissenschaft deutlich, wo man im Grunde das Gehirn als eine Blackbox beschreibt, die keine Verbindungen nach Extern hat, ausser der üblichen Sinneswahrnehmung, wie Augen, Ohren Haut und weitere Standardsinne. Dabei sind diese Sinne nur ein Teil der Vernetzungen ins Externe ausserhalb des Gehirns selbst.

  50. Das Jesus als jüddischer Rabbi beschrieben wird, finde ich dann auch etwas seltsam.

    Er war doch schlicht nur ein Schreiner/Bautischler, der zu predigen anfing… oder wenigstens als eine sehr symphatische Erscheinung wahrgenommen wurde, sodass man ihm durchaus zuhörte. So die allgemeine Deutung, die auch atheisten zuweilen begegnet.

    Oder waren damals die Kriterien, wie man zum Rabbi wurde, nicht so “institutionalisiert”, sodass jeder dahergelaufen kommen konnte und zum Rabbi werden?

    Das es damals fast chaotische Zeiten waren, so ohne stabilität (die nicht von der römischen Besatzungsmacht hergestellt wurde) und ohne gewachsene Einigkeit und Gesellschaft, das findet man..oder kann man aus den Überlieferungen aller Art herrauslesen. Und auch aus der Überlieferung, das regelmäßig Aufstände stattfanden, wird das ja deutlich.

    Es waren eben unruhige Zeiten, so im Zuge der römisch imperilaistischen Machtpoolitik und Imperiumsbildung.
    Zwischen diesen Überlieferungen kann man (wie zwischen den Zeilen) auch vieles über die Nebenwirkungen solcher Prozesse und Ereignisse lesen.
    So kann man die Römer als die ersten konsequenten Bekämpfer des Patriarchats erkennen. Eben weil sie dieses überall, wo sie auftrumpften, es bekämpften – entweder, es wurde in Militär eingegliedert (Auxiliar-Kräfte) oder es wurde als Vasalen unterworfen, oder es wurde eben getötet.
    Das es da überall gesellschaftliche Umwelzungen gab, deren Nebenwirkung eben unruhige Zeiten/Verhältnisse waren, ist da nur schlüssig anzunehmen.

    • Nun, @Andromed – tatsächlich hatten die früheren Rabbiner („Lehrer“) des Judentums die unterschiedlichsten, oft handwerklichen Berufe. Nach einigen Auslegungen sei es sogar verboten gewesen, sich für die religiöse Lehre bezahlen zu lassen.

      Die Institutionalisierung und Bezahlung von Rabbinaten setzte erst lange nach Jesu Tod und der Zerstörung des Jerusalemer Tempels ein.

  51. @ Anne Güntert
    30.04.2020, 00:08 Uhr

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rhizom_(Philosophie)

    -> Das Rhizom hat keine Wurzel? Diese Frage ist irgendwie besonders absurd, weil dieses Rhizom ja wie eine Wurzel gedeutet wird.
    Und natürlich könnte ein eWurzel auch eiune Wurzel haben. Etwa indem ein Ende einer Wurzel eben davor ihre Wurzel hat…im oberen Teil der Wurzel.

    Lieber Herr Blume, sie mögen ja dankbar dafür sein, Beistand zu haben. Aber finden sie es gerecht, das man auf mich so rumhacken darf, als ob ich vollkommen dämlich wäre?

    Mir ist immer auch völlig unverständlich, wieso alle auch immer meinen, ich würde die Wissenschaften in Frage stellen. Dabei ist die Szenerie doch auch dort nicht vollumfassend eindeutig und fertig. Das möchte man als Normalmensch gerne so haben. Das daraus dann ein Glaube wird, der so querschläft, wie es so oft geschieht, ist schon sehr traurig. Und das ist keine Kritik an der WIssensachaft, sondern an den Rezipienten und Gläubigen der Wissenschaft.

    • Lieber @Andromed,

      nur so ein Gedanke: Wenn Sie sich von „allen immer wieder“ mißverstanden fühlen – könnte dies dann auch ein wenig an Ihrem eigenen Kommunikationsstil liegen? Gerade digital entstehen Mißverständnisse leicht – und ist manchmal weniger mehr…

      Ihnen alles Gute! 🌷

      • Nein, weniger ist (meist) eben nicht mehr, wenn es um komplexe Zusammenhänge geht.
        Wer weniger daraus macht, begeht die Anmaßung an die Wirklichkeit und den Menschen, die es genau nehmen.

        Es ist praktisch jedes Mal, wenn eine banale Reduzierung von Zusammenhängen als abweisender Kommentar daherkommt, ein Zeichen von Arroganz, Niedertracht und gar auch mal Dummheit. Oder berechnender Machtspiele, die da Wahrheit über Wirklichkeit nicht kursieren lassen wollen – Wissen ist eben Macht.

        Wenn einem das irgendwo in “sozialen Netzwerken” in tendenzielleN Blasen geschieht, mag einem das nicht wundern. Aber wenn man auf sich für seriös haltende Plattformen so affektiv bekämpft und diskreditiert wird, ist das schon sehr befremdlich.
        Und am Ende stehen zwei Faktoren, die hier eine Rolle spielen könnten: Entweder Rasse (oder Art oder Menschenfamilie) oder eben das alte Ding zwischen Mann und Frau und also der erwünschte Mann oder der unerwünschte Mann (oder Frau).
        Beides sind ultimativ spaltende Grundkonfigurationen und Ausgangepositionen, mit denen man eben sich zwingend ergeben spalten kann.

        Das man kaum auf Details eingeht, ist da nur der Beweis für den Nonsens, der sich auf seriösen Plattformen so als unkritisierbar Allwissend darstellt. Die verhandlung von Ideologie im Kommentarbereich von Wissenschaftskommunikation ist offenbar legendär. Waren nicht schon die 68´ger durchaus schon erpicht darauf, Wahrheit” zu verhandeln? In den Unis? Also in den früheren Horten der Wahrheit? Dort, wo die Wahrheit nicht nur gelehrt, sondern eben auch “erfunden” wurde – so Forschungseinrichtungen bestanden.

        Insofern ist es inzwischen (und eigendlich schon immer) die Strategie, das man die erwünschte Wahrheit in jeder Generation neu verteidigen muß., weil eine neue Generation beginnt, diese Wahrheiten zu hinterfragen (und zuweilen auch etwas findet), und also Wahrheiten in gefahr bringt.

        Das Spiel ist also kaum ein tatsächlicher Prozess der Wahrheitsfindung, wo alle beteiligt sind, sondern eine banale Verteidigungshaltung, die damals in der Uni, heute in vorgeblich seriösen Plattformen im Internet, dafür sorgt, dfass die Wahrheit erhalten bleibt, wie sie ist.

        Wobei “Wahrheit” das ist, woran wir glauben. Womti es dann noch eine Ebene weitergeht, die uns wieder zurück ins Mittelalter führt:

        Wenn es bedeutet, Wahrheit zu erhalten, um der Wahrheit Willen (etwa weil die taktisch besser ist, für den Machterhalt), dann ist das in nichts unterschiedlich zum mittelalterlichebn Dogma, das Wahrheiten auch nicht zu hinterfragen duldete.

        So und zum Problem:
        Wenn Sie sich von „allen immer wieder“ mißverstanden fühlen – könnte dies dann auch ein wenig an Ihrem eigenen Kommunikationsstil liegen?

        -> Korrekt. Aber wer a priori demonstratives Nettsein vor jeder Wahrheit abverlangt, hat nicht verstanden, worum es bei Wissenschaft geht.
        Sie würden doch einen genialen Geist nicht aus der “community” der Forschung ausschliessen, nur, weil er es an sozialen kompetenzen mangeln lässt (was natürlich gewisse Ursachen hat, die wiederum auf die Gesellschaften zurück zu führen sind – oder eben daran liegt, das Soziale Kompetenzen … oder Nettigkeitsheuchellei… eben auch kognitive Fähigkeiten belegt, sodass man umgekehrt es an Intelligenz fehlen lassen muß, falls man Nettigkeit als wichtiger erkennt, als sachliche Auseinandersetzung)?

        Sie könnten jetzt aber argumentieren, das Nettsein natürlich ein menschlicher Wert schlechthin sei und dem alles um das Zusammenleben unterzuordnen sei.

        Aber Ablehnung erzeugt Anpassung: wer eigendlich immer (gefühlsmäßig) abgelehnt wird, und dem immer wieder ob seiner speziellen Thematik Herrablassung und Diskreditierung wiederfährt, der will von sozialen Kompetenzen eben wenig wissen, weil sie ihm nie zuteil wurden, was sie bedeuten.

        Ich könnte es auf Dummheiut der Einlassenden schieben, wenn man meine Aussagen nicht mit der notwendigen Sachlichkeit begegnet, weil… immer dann, wenn man etwas nicht versteht, es zur üblichen Übersprungshnadlung kommt, die Sachverhalte auf Allgemeinplätze reduziert, damit man sich selbst nicht als “unwissend” und unbeholfenb stehen sieht. Überforderung ist eben allzu menschlich…aber die Reaktionen darauf eben auch.

        Da sman dann immerzu mit Herrablassung reagieren muß, ist da abe rnicht meine Schuld.

        Schauen sie sich die Kommentare an: Erste Einlassungen sind nicht ablehnend, sondern sachlich feststellend. Erst, wenn die erste Reaktion kommt, erzeutg das Frust..und das Unheil (in ihrer Perspektive) nimmt seinen Lauf.

        Aber es schallt aus dem Wald herraus, wie hineingeblökt wird. Ich kann nichts dafür, das ich mit meinen sachlichen Aussagen anderen ihre perspektivische konsistenz auflöse, weil es in der Sache daraus folgt…allermeist, wenn Menschen allzu naiv und Reduktionistisch auf die Wirklichkeit schauen.

  52. Das Digitale eröffnet uns die Möglichkeit, uns gegenseitig Deutungen an die Köpfe zu werfen, ohne, das daraus folgt, das der andere mich dafür direkt erstmal aus Wut verprügelt.
    Haben sie mal versucht, mit Antisemiten oder Rassisten (oder andere ideologisch überkompensierte Geister), die mit einer speziellen Unnachgiebigkeit Standpunkte vertreten, in der (physischen) Gegenüberstellung zu diskutieren und haben versucht den Standpunkt des gegenübers wirksam zu diskreditieren?

    In der Regel werden sie in solchen Situationen eben verprügelt – falls sie sich in Gesellschaft sogenannter “unzivilisierter” Gruppen befinden.

    So, und jetzt der Umkehrschluß:
    Die Erwiederungen auf meine Kommentare sind eben genau das: das Verprügeln des Überbringers, der die eigene Perspektive untergräbt, wie es bei Prollen in der Wirklichkeit so ist.

    Sie gehen ja auch nicht zur nächsten Strassengäng und fangen an zu schwurbeln: also hört mal Jungs, das ist doch alles nicht gut, was ihr da macht..”…usw.
    Aber es behindert die Kommunikation.
    Das Internet ermöglicht physisch gewaltfreie kommunikation. Leider schliesst es eben nicht aus, das man auch verbal gewalt anwenden kann, wie es hier und anderswo immer wieder der Fall ist, wenn Menschen sich in ihrer Perspektive allein wegen Theeorien untergraben fühlen.

    Im Grunde ist es die Aufgabe der Moderatoren, diese afektive gegenwehr zu unterbinden oder schlichtend zu wirken, ohne dabei Sachlichkeit aus dem Blick zu verlieren.
    Leider funktioniert das nicht. Wenn alle vorgeben würden, sie gingen bei streitigkeiten auf der Strasse dazwischen, … für den Kommentarbereich gilt das nicht. Da wird es zugelassen, das andere reduktionistisch auf menschen losghehen und es dabei nicht wenig an dieser nettigkeit ubnd der Sachlichkeit mangeln klassen.
    Ganz so, wie die Streitigkeit auf der Strasse..

    Wenn ichs genau bedenke, ist das dazwischengehen eigendlich eher nur eine Hoffnung, die wir als Idealisten immer wieder vorgeben, zu tun, wenns erforderlich ist. Aber was nie stattfindet.

    Der Kommentarbereich ist daher eigendlich kaum von der Konfrontation auf der Strasse unterschiedlich.
    Wollen sie für ihren Auftritt gelobt und anerkannt werden, dann erfüllen sie doch zuerst die idealistischen Anforderungen, die sie anderen opportunistisch abfordern.

    • Lieber Andromed,
      rauchen Sie die Friedenspfeife mit Dr. Blume – zumal in Zeiten der Coronakrise. Und lassen sie dem “Spiel des Zufalls” im Weltgeschehen etwas mehr Raum, denn “nobody is perfect”, auch keiner von Ihnen beiden. Mein Leitspruch ist übrigens: Der Zufall ist ein wesentliches Element in Gottes Schöpfungskonzept – sonst wäre Freiheit nicht möglich! Um nicht missverstanden zu werden: Daneben gibt es natürlich Ordnungsstrukturen, die zu einer wahrscheinlichkeitsbedingten Naturgesetzlichkeit führen. Machen Sie das Beste daraus, zumal innerhalb Ihrer Mitmenschlichkeit.
      Beste Grüße und Wünsche Paul Kalbhen

      • @ Prof. Paul Kalbhen, Gummersbach
        17.05.2020, 12:07 Uhr

        Ja, also der Blume raucht wohl nicht. Aufzwingen will ichs ihm auch nicht.

        Für Frieden sind bestimmte Bedingungen von beiden/allen Seiten zu vereinbaren und zu erfüllen. Bisher bleibt Blume aber ziemlich resistent gegen das dazu erforderliche Entgegenkommen.

        Da täuscht es auch nicht darüber hinweg, das er durchaus immer nett alles Gute wünscht. Leider verkommen solche selbstlosen und wirklich anteilnehmenden Wünsche zu oft zu Phrasen und reiner Form – Misstrauen ist nicht nur der möglichen Niedertracht angebracht, sondern auch, weil Menschen auch einfach unwissend und naiv auf irgendwas Gutes hoffend, Dinge tun, die der Dramatik nicht angemessen sind.

        Und zum Zufall:

        Tatsächlich gibt es den Zufall gerüchteweise nur auf Quantenebene. Alles makrophysikalische ist, der Physik nach, ausschliesslich Ursache und Wirkung – Kausalität eben.
        Das Problem bei Menschen, die an Zufall glauben, ist nur, dass der Normalmensch fast unmöglich alles wissen kann, was zum Verständnis dieses vermeindlichen Zufalls notwendig ist.
        Da wir aber eine fortgeschrittene Kultur der Arbeitsteilung haben, entsteht das Problem, das selbst diejenigen, die fachspezifisch Spezialisten sind, zu wenig interdisziplinär verknüpfen, sodass der größere Zusammenhang bewusstwerden kann.

        Jedenfalls ist die moderne Genetik und das Knowhow ein Schlüssel dazu, dieses Rhizom zielgerichtet zu analysieren. Was dazu befähigt, genau zu erkennen, wer zu wem gehört.

        Sie können, wenn man annimmt, das die Geistessphäre, und deren Grundlage die Genetik, ein wesendlicher Faktor bei der “zugehörigkeit” ist, mit Demokratie und Institutionalisierter Kompromissfindung nicht Frieden schaffen, wenn sie wissen, wie sie mit den modernen Methoden Bewusstsein manipulieren können – und das im Fürsprechen über Demokratie und Frieden einfach vergessen und unbeachtet lassen.
        So kommen dann zwar vielleicht Verhandlungen zustande, aber die Forderungen, die einseitig abverlangt werden, mögen andererseitig nicht akzeptiert sein. Wenn sie nun aber manipulieren können, wie die Gegenseite denkt (wie souverän und Erkenntnisorientiert), indem sie einfach deren Identitätengruppe manipulieren (oder gar Teile davon töten, damit die Souveränität der Verhandlungspartner reduziert wird), dann ist jeder demokratische Prozess ad absurdum geführt, weil weder die Gegenseite als Instanz anerkannt wird, noch eine Verhandlung überhaupt stattfindet, sondern nur Forderung, bei Ablehnung dann Schwächung der Gruppe und erneute Forderung….und so weiter, bis die Forderung anerkannt wird.

        Sie kennen doch die “MK-Ultra”-Versuche?
        Das ist der Ursprung der kontrollierten Manipulationen.
        Die Genetik ist da nur die zur besseren Umsetzung notwendige Information, die man braucht, um wirksam zu manipulieren.

        Ich habe solche MK-Ultra-Versuche selbst durchgeführt – episodisch. Und die Erfolgrate war unerwartet hoch.

        Ich bin davon überzeugt, das eine der Bedingungen, die dazu passen müssen, die Genetik ist und eine andere ist die Konstitution des Gehirns (etwa auch Neuroenhancemend mit Metallen).
        Die damaligen Feudalisten hatten schon recht, wenn sie sagten, das sich nicht jeder zum König eignete.
        Und wenn sie auf der Karte nachschauen, wo die Kriegs-/Terroristen-Krisenherde sind, werden sie feststellen, das die sich an der genetischen Population orientieren (Nordafrika und Afghanistan).

        Das ist kein Zufall. Das ist der Gegenstand, weshalb es geschieht.

        Aber genau dieser Gegenstand, der im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen ums Leben kommt, ist dann auch eine Ursache dessen, warum wir heute eine Seuche haben (und sie ernst nehmen – ganz anders, als noch 2003/4 oder so, wo durchaus hunderttausende an einer Grippe verreckten, aber das kaum Resonanz fand). Ein Grund, warum sie jetzt ernst genommen wird, ist, das man unausgepsrochen einen hinreichenden Grund dazu hat, der erwarten lassen kann, das an dieser Seuchensituation tatsächlich mehr Menschen sterben können, als an allen vorher – seit der spanischen Grippe.
        Denn es scheint, als ob die globale Population an einem neuralgischen Punkt gelangt ist, an den tatsächlich fundamentale Veränderungen Wirklichkeit wurden und die Situation tatsächlich dramatisch sein könnte.

        Aber in den Medien und den Blogs und Komentarbereichen ist von einer seltsamen Rutine die Rede…nur mit einem etwas konsequenterem Ablauf.

        • @ Andromed,
          schade, dass Sie Dr. Blume die Friedenspfeife verweigern – auch wenn “der Blume nicht raucht”, also kein permanenter Raucher ist, könnte er es doch vielleicht mit Ihnen mal per Zufall versuchen! Durchbrechen Sie also Ihre Kausalität des Verweigerns.
          Was Ihre Deutung des Zufalls in der Makrophysik anbelangt, so liegen Sie m.E. falsch, denn auch die klassische Physik unterliegt nach der Koppenhagener Deutung der meisten Quantenphysiker einer statistischen, wahrscheinlichkeitsbedingten Naturgesetzlichkeit. Beispielsweise ist in der mikrophysikalischen Biophysik die indeterminierte, akausale Mutation als “Quantensprung der Bioologie” anzusehen, die eindeutig auf die Makrophysik abfärbt. Auch in der Vererbungslehre und Genetik wimmelt es nur so von quantenphysikalischen Unschärfen. Wenn Sie dann zur Chaosphysik “springen”, so kann es dort infolge schwankender Anfangs- bzw. Randbedingungen in so genannten nichtlinearen, dynamischen Prozessen zu chaotischen akausalen Instabilitäten kommen. Als Beispiele seien genannt das Herzkammerflimmern in der Medizin, Wetteränderungen in der Meteorologie, indeterministische Epidemien.
          Bleiben Sie gesund in einer Welt voller Unwägbarkeiten, Unbestimmtheiten und quantenphysikalischer Unschärfen – und denken Sie an die Fiedenspfeife mit dem “Nichtraucher Blume”.
          Gruß Paul Kalbhen

          • Nein, wirklich: Ohne Kausalität als Bedingung anzunehmen, braucht man letztlich nichts mehr von der ganzen Wissenschaft ernstnehmen. Denn dann fehlte ja die Primärannahme und die ganze Idee von Sinn, Zweck und Notwendigkeit in Wirklichkeit.

            Und streng genommen kann es auch subatomar keinen Zufall geben.
            Auch, wenn sie evolutionäre Mutationen als Zufall erkennen, wird immer eine Ursache für die Mutation existiert haben.

            Und wenn es sowas metaphysisches, wie Geist wäre, das Quanteneffekte auslösen kann, dann gab es eine Ursache.
            Diese Ansicht ist auch kein “Mechanismus” oder sowas, sondern einfach die ziemlich notwendige Annahme, das auch dem “Zufälligem” eine Bedingung zugrunde liegt.

            Verweigerung? Hm, nein. Aber wer lässt sich schon gerne verhöhnen. Nettikette missbraucht, indem Wirklichkeit kanonisch wird und Interaktion daran bemessen.

            Oder sehen sie so:
            Manche Menschen brennen schon zu Lebzeiten in der Hölle und lassen es ihren Mitmenschen wissen. Was diese dann aber nicht hören wollen – oder davon ausgehen, das sowas verdient sein muß.

          • Prof. Paul Kalbhen, Gummersbach
            20.05.2020, 12:25 Uhr

            Wissen sie, was absolut gegen den “Indeterminismus” spricht?
            Das man das Nichts nicht beweisen kann.

            Wenn sie also argumentieren, das es unbewegte Beweger gibt, dann bauen theoretisch sie eine Unmöglichkeit, die sie nie beweisen können, da man das Nichts eben mit nichts beweisen können.
            Aber die gute Wissenschaft funktioniert ja praktisch nur positivistisch – also es ist nur da, was eindeutig gemessen werden kann. Dagegen bei Nichtmessung man nur mutmaßen kann, ob etwas da ist oder nicht…oder ob man nicht das richtige Messgerät/Messtechnik hat.

            Abgesehen davon, das die lateinische Vorsilbe “de” eigendlich abschwächt, was in der allgemeinen Verwendung aber “festgelegt” bedeuten soll.
            Wer sagt, er sei nicht determiniert, und meint, er sei nicht festgelegt, der sagt eigendlich, das er eben doch festgelegt ist.

            Die ganze Kunst und (unbewusster) Sinn der Verdrehung scheint mir zu sein, das man in der Unwahrheit einfach gesünder lebt. Quasi eine Täuschung Gottes (oder des kosmischen Geistes) weil man etwas sagt, das man nicht meint. Von der Selbsttäuschung oder selbsterfüllenden Prophezeiung (auch möglich) ganz zu schweigen.

  53. Lieber Andromed,
    wir werden in unseren Definitionen für den Zufall wohl nicht mehr übereinkommen. Deshalb zur Klarstellung für den “indeterminierten Zufall”, der also nicht vorhersehbar und berechenbar ist, ein Zitat des russischen Mathematikers Lew Terrassow (aus seinem Buch “Wie der Zufall will? / Vom Wesen der Wahrscheinlichkeit”): “Der grundlegende Charakter des Zufalls lässt durchaus nicht den Schluss zu, die uns umgebende Welt sei ungeordnet und chaotisch aufgebaut. Der Zufall bedeutet bei weitem nicht, dass kausale Beziehungen fehlen. … In der realen Welt sind die Kausalbeziehungen wahrscheinlichkeitsbedingte Beziehungen.”
    Gruß Paul Kalbhen – und denken Sie daran, wenn Sie zufällig Dr. Blume begegnen, mit ihm die Friedenspfeife zu paffen.

    • Wieso lasse ich mich ablenken von Banalitäten und taktisch zur Schau gestellter Ideotie?

      Weil wir soziale Wesen sind. Aber wenn Menschliches zum Ziele der Manipulation ausgenutzt wird, dann wirds natürlich niederträchtig.

      Auch sie machen s´es sich zu einfach, meinem Kernanliegen auszuweichen. Das spricht für niemanden, der sich dazu verleiten lässt.

      • Pardon Andromed,
        aber ich habe nicht alles nachverfolgt, was Sie hier geschrieben haben. Was ist denn Ihr “Kernanliegen”?
        Gruß Paul Kalbhen

        • Tja, wo wir beim Zufall angelangt sind:
          Oben habe ich von den Parallelen bei bestimmten Ereignissen gesprochen. Und auch die Seuche als erwartbar erklärt – mit Begründung (die nur anders ausfällt, als bei Gates).

          Der Normalmensch siehgt lieber Zufall walten, gegen den man machtlos ist. Ist ja auch so: wer hätte dennn wohl Einfluß darauf, das woanders der “Terrorismus” mit Morden und Krieg bekämpft wird.

          Wenn ich meine Einsichten konsequent weiter schlußfolgernd konkretisiere, dann ist das auch ein unsichtbarer Rassismus, der da abläuft. Denn wenn man die Krisenherde auf eine Karte mit den überwiegend vorkommenden Haplogruppen legt, dann ergibt das wieder eine erstaunliche Übereinstimmung.

          Ich muß mich aus gewissen Ereignissen fragen, ob ich denn wohl zu dieser fokussierten Haplogruppe gehöre.

          Da es mir nicht wirklich gut geht, und man meine Hilfe- und Aufklärungssuche jahrelang ignoriert und abgeblockt hat, … empfinde ich auch das als eindeutig.

          Sie können ja nochmal meine Kommentare durchgehen. Hier und Hier:
          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-12-die-guten-mythen-von-star-wars-dank-an-george-lucas-joseph-campbell/?unapproved=104465&moderation-hash=2c12047ef4bd11a7c3bf6626adad6767#comment-104465

          (@Andromed/Demolog/Memorand)

  54. Wie interessant Herr Blume:

    Hier wird erklärt, das man die Eigenschaften von Metallen, die sie zusätzlich zu den Eigenschaften von (leichteren) Nichtmetallen haben, nur über die Quantenphysik erklären kann.

    Inwiefern können sie nun noch erklären, das meine Metalvergiftungs-Idiotie Blödsinn ist, wenn eben gerade Metalle die Eigenschaft leisten können, wie ich intendiere?

    Der geneigte Physiker (des Beitrags im Link) äußert sich natürlich nicht dazu.

    Und wie das im üblichen Rechtssystem so ist, wenn man keinen Beweis für seinen Schaden hat, habe ich woanders irgendwo geschildert.

      • Kurzfassung?

        Ich bin vergiftet worden. Und niemand richtet darüber.

        Als ob das der Lauf der Dinge wäre. Aber eine Gesellschaft, die Vergiftungen duldet / erlaubt, gleichzeitig aber vom Recht auf “körperlicher Unversehrtheit” fabuliert, ist eine falsche Gesellschaft, die mit Rechtezugestehung umherwirft, die sie aber nicht einhält.

        Ausserdem ist es eine Farce, wenn überall von “Wissenschaftlichkeit” fabuliert wird, aber der kern der Gehirnfunktionen gar nicht erforscht oder/und kommuniziert wird.

        Ausserdem die Wirkungen der Folgen von Metallionen im Organismus seit tausenden Jahren ungefähr bekannt ist, die “Geschichtsschreibung” aber konsequent drum herum-erzählt.

        Schon im alten Ägypten ist bekannt gewesen, das manche Edelsteine geradezu “göttlicher” Art sind. Und zwar, weil sie Schwermetalle in hoher Konzenteration enthielten, die neurologiosch wirksam sind, wenn man sie ins Gehirn bekommt.

        Sie wurden nicht, wie heute unter Esoteriker üblich, verehrt wegen ihrer schönen Farben und so.

        • @ Andromed:
          Da bleibt m.E. nur der Gang zum Radiologen; gute Genesung!
          Gruß Paul Kalbhen

          • Von der Erbsünde über verchränkte Geisteswelten und andere Muster und Sünden, und all das mündet in der bahnbrechenden Idee, ein Radiologe wäre doch jetzt der Richtige?

            Wieso eigendlich?

  55. @ Andromed:
    Weil “Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung” (nach Christian D. Grabbe) die beste Therapie sind.
    Gruß Paul Kalbhen

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