Wissenschaft und Selbstbetrug. Warum es (noch) Mut braucht, auf Fleisch zu verzichten

Die Schlagzeile hat es in sich: Klima-Wissenschaftler Rainer Grießhammer (Chemie) geißelt den “Selbstbetrug der Bürger”, der “immer absurder” würde.

Und ich fühle mich angesprochen, da ich bis letztes Jahr auch noch – wider besseren Wissens – Fleisch gegessen habe. Seit September 2019 bin ich nun Vegetarier und reduziere auch meinen Milch- und Käsekonsum.

Warum sollte das “Selbstbetrug” (gewesen) sein? Verteidigt nicht sogar Robert Habeck (Grüne) das “Recht auf ein Nackensteak”? Und – warum habe ich den Umstieg auch als Mutprobe erlebt, vor der ich mich viel zu lange gedrückt hatte?

Auf beide Fragen gibt es die gleiche, zweiteilige Antwort: Wissenschaft und Selbstbetrug.

Wissenschaftlich ist seit langem klar – und mir auch seit Jahren kognitiv bekannt – dass Menschen keinen besseren, individuellen Beitrag zum Umwelt-, Tier- und Klimaschutz leisten können als durch den Verzicht auf Fleisch.

Ein Informationsfilm über Fleischkonsum – der auch schon bereits über 5 Jahre alt ist…

  1. Für jedes Kilogramm Fleisch werden zahlreiche Kilogramm pflanzliche Nahrungsmittel sowie Unmengen an Wasser verschwendet. Zusätzlich verschlingt die Stallhaltung der Tiere weitere Energiemengen – und die Tiere produzieren dann auch noch weitere Treibhausgase wie Methan.
  2. Der Verzehr von Fleisch und vor allem die Massentierhaltung vergiften direkt und indirekt nicht nur Felder und Grundwasser, sondern führen auch immer wieder zum Überspringen von Krankheitserregern wie AIDS, SARS, aktuell das Coronavirus u.v.m. Zudem werden auch noch Medikamente wie Antibiotika eingesetzt, was die Verbreitung resistenter Krankheitserreger fördert. Wir Fleisch-fressen uns in Seuchenerkrankungen, die große Schäden anrichten und längst vermeidbar wären.
  3. Es ist nicht nur ökologischer, sondern auch wirtschaftlicher und politischer Wahnsinn, dass wir als Deutsche und Europäer noch immer die Fleischproduktion gegen Konkurrenz zum Beispiel aus Südamerika subventionieren und gleichzeitig mit autoritären Regimen wie Russland Gas-Pipelines durch die Nordsee ziehen und Waffen nach Saudi-Arabien liefern. Stattdessen sollten wir mit unserem eigenen Geld unsere eigene Landwirtschaft konsequent zur Energiewirtschaft entwickeln: Auf einem großen Teil der durch Fleischverzicht freiwerdenden Anbauflächen könnten Bäuerinnen und Bauern mit Energiepflanzen und Solarmodulen Biogas, Biosprit und Biostrom produzieren, wie es auch auf immer mehr Höfen beispielsweise in Bayern und Brandenburg schon geschieht. Ökologisch, politisch und wirtschaftlich klug wäre: Unser Geld nicht mehr in Massentierbetriebe, sondern in Energielandwirtschaftsbetriebe investieren! Dazu eine politikwissenschaftliche Faustregel: Öl- und Gasverbrennung stärkt autoritäre Rentierstaaten, dezentrale, erneuerbare Energieproduktion stärkt die Energiedemokratie.
Mit der Verbrennung von Öl und Gas vergiften wir Umwelt, Klima, aber auch Politik und Religion(en). Grafik: Michael Blume

Aber wenn ich doch seit Jahren der wissenschaftlichen Überzeugung bin, dass der Fleischkonsum ein solches Desaster ist – warum habe ich jahrelang nur vermeintlich “weniger Fleisch gegessen”, statt endlich konsequent zu verzichten?

Aus dem gleichen Grund wie ich viel zu lange den Facebook-Wahnsinn “mitgespielt” habe – aus Bequemlichkeit und Angst vor Abstrafung. Immerhin fahre ich doch schon ein Elektroauto – da wird doch “hin und wieder ein Burger drin sein”. In diesem psychologischen Mechanismus des Selbstbetruges (genannt “Holier-than-thou”-Selbstgerechtigkeit) “entlasten” wir – auch wenn wir Wissenschaftlerinnen, Christen usw. sind – uns durch kleine, moralische Handlungen selbst und “gönnen” uns dann größere “Sünden” – verharren also in Gewohnheiten, von denen wir “eigentlich” wissen, dass sie falsch sind. Hier haben mir schließlich starke, vegetarische Burger wie der “Naturbursche” von Hans im Glück und aktuell der “Rebel Whopper” von Burger King sowie Interventionen meiner Tochter geholfen, den eigenen, psychologischen Selbstbetrug wenigstens an dieser Stelle aufzulösen: Wenn ich für mich konsequent sein will, muss ich aufhören, mich selbst zu täuschen und auch auf das Fleisch-Burger-“Gewohnheitsrecht” verzichten.

Und warum sollte eine Abstrafung für Vegetarismus oder gar Veganismus drohen?

Ob wir es selbst wollen oder nicht – solange es eine Minderheitenposition ist, wirkt der bewusste Verzicht auf bestimmte Lebensmittel auf Beobachter wie ein (quasi “religiöses”) “Glaubwürdigkeit steigerndes Signal” (Credibility Enhancing Display, CRED), mit dem eine bestimmte, ethisch-weltanschauliche Überzeugung zum Ausdruck gebracht wird. Es ist der gleiche Effekt, wie wenn ich im Alltag religiöse Kleidung tragen würde: Selbst wenn ich gar nicht darüber rede, werde ich damit zum “wandelnden Vorwurf”, zur “Spaßbremse”, der sich “wohl für was Besseres” hielte, vielleicht gar “Verbote” anstrebe. Vegetarier und Veganerinnen – früher auch Nichtraucher, teilweise auch Alkohol-Abstinenzlerinnen – stehen daher unter einem psychologischen Druck, sich entweder ständig selbst erklären und also “missionieren” zu müssen, oder aber Aggressionen einfach “auszusitzen”. Dieser Effekt wird erst verschwinden, wenn der Verzicht auf tierische Produkte gar nicht mehr als “etwas Besonderes” gilt und so akzeptiert ist wie der Verzicht auf Hundefleisch.

In der Kantine oder auch als Vortragsredner vor wissenschaftlichen und politischen Institutionen, Kirchen-, Synagogen- und Moscheegemeinden, Polizei, Justiz, Medien, Vereinen und Parteien kann ich oft gar nicht verbergen, dass ich kein Fleisch mehr essen möchte.

So hatte ich erst letzten Donnerstag einen wunderbaren Vortrags- und Diskussionsabend zu den Gefahren des Antisemitismus mit interessierten Parteifreundinnen und -freunden bei Innen-Staatssekretär Wilfried Klenk (CDU) in der “Gaststätte Eisenbahn” in Sulzbach/Murr. Und bekam dort statt des obligatorischen Schnitzels eben köstliche, vegetarische Küchle. Gewagt, gewonnen.

Nach Vorträgen gibt es manchmal kleine Verzehr-Präsente – dieses hier war Gott sei Dank vegetarisch… Foto: Michael Blume

Also: Ich habe starke “psychologische Ausreden”, warum ich wider besseren, wissenschaftlich gestützten Wissens noch jahrelang in der kognitiven Dissonanz gelebt und nur vermeintlich “Fleisch reduziert” habe. Entsprechend mache ich auch niemandem Vorwürfe, der weiterhin tierische Produkte konsumiert – zumal dann, wenn es wirklich wenig(er) sein sollte. Aber Robert Habeck weiß es besser, seine Wortmeldung zu “Nackensteak” und “Tierschutzcent” war mir dann doch zu weichgespült und hat mich neben Grießhammer zu diesem Blogpost motiviert.

Denn wissenschaftlich eindeutig gilt: Wenn wir den bereits stattfindenden Klimawandel wenigstens noch abbremsen, demokratische Bewegungen gegenüber Rentiersregimen stärken sowie Gewalt und Flüchtlingsströme eindämmen wollen, dann wird der Umbau zu “netteren” Tierställen nicht reichen, dann müssen wir über eine ehrliche und deutliche Reduktion unseres Fleischverbrauches und auch über unsere eigenen Neigungen zum “Selbstbetrug” als Konsumentinnen und Konsumenten sprechen. Auch in der Wissenschaft, auch in den Medien, Wirtschaft, Religionen und Verbänden, auch in der Politik.

Als “Film zum Thema” kann ich “Cowspiracy” sehr empfehlen, der eindrucksvoll die entsprechende, “taktische Feigheit” und den noch immer vorherrschenden Selbstbetrug auch unter Umwelt- und Tierschutzverbänden sowie Behörden entlarvt.

Als Bücher kann ich “Vom Ende der Klimakrise” von Luisa Neubauer und Alexander Repenning sowie das geradezu schmerzhaft-persönliche “Wir sind das Klima!” von Jonathan Safran Foer empfehlen. Denn wir werden allesamt nicht sagen können, wir hätten von nichts gewusst.

Michael Blume

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Zuletzt erschienen "Islam in der Krise" (2017) und "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019). Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt... Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

145 Kommentare

  1. Ich gehöre zu denen, die nie „Fleisch reduzieren“ mussten, weil ich immer schon weniger als einmal pro Woche Fleisch ass. Dabei bin ich kein Vegetarier oder Veganer und würde auch jedem abraten sich dem Veganismus zu verschreiben, denn der Mensch ist zwar Vielfrass, profitiert aber ungemein von bestimmten Bestandteilen, die es fast nur im Fleisch gibt. Nur genügt es vollständig, einmal im Monat Fleisch zu essen um diesen Bedarf abzudecken. Und im 19. Jahrhundert ass ein durchschnittlicher Deutscher ja nur einmal in der Woche Fleisch. Fleisch war ein Luxus. Und gerade das ist wohl ein wichtiger Grund, dass viele Leute heute täglich Fleisch essen, denn heute kann sich ja jeder – ob arm oder reich – diesen Luxus erlauben, ist man in Deutschland (dem Autoland) doch erst dann arm, wenn man sich kein Auto mehr leisten kann. Vielleicht wird erst diese und die nächste Generation von diesem kompensatorischen Essverhalten, wo man vor allem das isst, was früher Luxus war, wegkommen. Doch um Fleisch für etwas nicht allzu wichtiges zu halten muss man nicht Vegetarier und schon gar nicht Veganer werden. Man kommt gut durchs Leben, wenn man nur selten Fleisch ist und man verliert dabei nichts.

    • Wenn es Ihnen wirklich gelingt, dauerhaft sehr wenig Fleisch zu essen, dann finde ich das sehr gut, @Martin Holzherr. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass wir Menschen uns bei unscharfen Regeln gerne auch selbst täuschen. Nicht zufällig arbeiten gewachsene Religionen meist mit klaren Geboten statt mit weichen Empfehlungen.

      Und dass gerade auch Erwachsene mit bewusster Ernährung (zum Beispiel Linsen) und wo nötig auch Nahrungsergänzung (zum Beispiel Eisen, Magnesium) völlig gesund vegetarisch leben können, halte ich längst für wissenschaftlichen Konsens. Und dass ich gerade meinen Cappucino mit Hafer- statt mit Kuhmilch zu mir nehme, schadet mir ebenfalls kein bißchen – im Gegenteil…

      • Zitat:

        Und dass gerade auch Erwachsene mit bewusster Ernährung (zum Beispiel Linsen) und wo nötig auch Nahrungsergänzung (zum Beispiel Eisen, Magnesium) völlig gesund vegetarisch leben können, halte ich längst für wissenschaftlichen Konsens.

        Theoretisch gelingt vegane Ernährung ohne Mangelerscheinungen, praktisch findet man bei deutschen, australischen und US-Vegetarierern+Veganern deutliche Ernährungsmängel und eine deutlich erhöhte Neigung zu Depressionen (doppelt so häufig wie im Durchschnitt). Dazu gibt es unzählige Studien und sie zeigen schon bei Vegetariern mehr Depressionen, bei Veganern aber noch mehr ( siehe etwa Vegetarian diets and depressive symptoms among men)

        Es ist übrigens nicht nur B12, welches Veganern fehlt, es sind auch eine Reihe weiterer Substanzen, die für den Hirnstoffwechsel wichtig sind.

        • Nun springen Sie aber von Fleischreduktion über Vegetarismus zu entschiedenem Veganismus, Depressionen und Suizidalität, @Martin Holzherr. Dabei spricht m.E. sehr vieles klar dafür, dass etwa lebensweltliche Sorgen nicht zuerst Konsequenz der Ernährung sind – sondern umgekehrt eine Umstellung der Ernährung auf eine stärkere Wahrnehmung von realen Problemen hindeuten kann. Hinzu kommen negative, manchmal gar aggressive Reaktionen aus der Umgebung, wie sie auch hier auf dem Blog bereits zu beobachten sind. Dass es oft leichter ist, auch wissenschaftliche klare Zusammenhänge zu verdrängen, als sich selbst in Frage zu stellen, kann ich auch aus eigenem Erleben bestätigen…

          Übrigens wird derzeit gerade nicht nur China von einer weiteren Erkrankung erschüttert, die wir dem Verzehr von Tierfleisch “verdanken”. Müssten Sie das nicht auch in Ihre Erwägungen von menschlicher (bzw. männlicher) Gesundheit einbeziehen?

      • Zitat:

        Wenn es Ihnen wirklich gelingt, dauerhaft sehr wenig Fleisch zu essen, dann finde ich das sehr gut,

        Ich esse wenig Fleisch – einfach so. Nur ein Süchtiger sagt: Alles oder Nichts, nur ein Alkoholiker darf gar nie trinken. Da ich nie Fleisch-süchtig war habe ich das von ihnen beschriebene Problem nicht – und kann mich damit auch nicht in sie hineinfühlen, denn nur Süchtige kennen die Gier nach Stoff (hier Fleisch).

        • @Martin Holzherr

          Auf jeden Fall gelingt es mir, Ihren beschriebenen Lebens- und Ernährungsstil respektvoll anzuerkennen – während Sie sich umgekehrt mit sehr starken Geschützen (u.a. ungesund, depressiv, suizidal, Fleisch-süchtig) in der Abwertung von Vegetariern versuchen. Das ist zwar interessant, aber auch ein wenig bedrückend.

          Ist das wieder so eine Alpha-Männchen-Geschichte? Kann es denn so schwer sein, Augenhöhe zu bewahren? Warum können wir uns nicht über das gemeinsame Ziel – weniger Fleischverbrauch – einig sein und verschiedene Wege dahin anerkennen?

          • Dass Veganer mehr mentale Störungen haben ist ohne jeden Zweifel. Das ist empirisch gesichert. Eine gute Übersicht findet sich in 2018 Vegan diets: review of nutritional benefits and risks der Schweizerischen Bundesbehörden.

            Dort liest man im entsprechenden Kapitel Mental Deseases über die Ergebnisse einer deutschen Studie (es gibt ähnliche Studien für die USA oder Australien):

            In der Stichprobe ernährten sich 1,3% (n = 54) der Teilnehmer ausschliesslich vegetarisch, 4,5% (n = 190) überwiegend vegetarisch und 94,2% (n = 3’872) nicht vegetarisch. Die vegetarischen Teilnehmer wurden mit sozioökonomisch ähnlichen Nicht-Vegetariern (n= 242) zusammengebracht. Wichtige sozioökonomische Faktoren waren Alter, Alter, Geschlecht, Heiratsstatus, Gemeindegröße, Bildung).
            Es zeigte sich ein konsistentes Muster mit einem allmählichen Anstieg der Prävalenz psychischer Störungen im Laufe der Zeit, abhängig von der Art der Ernährung (siehe Tabelle 8-4). Höhere Quotenquoten für Angstzustände und unipolare Depressionen wurden mit dem Grad der Einhaltung vegetarischer Ernährungsformen im Vergleich zur nicht-vegetarisch angepassten Stichprobe verglichen. Bei den somatoformen Störungen war das Ausmaß der ungeraden Verhältnisse zwischen den vollständig und den vollständig/überwiegend vegetarischen Gruppen jedoch ähnlich.

            Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

          • Und jetzt plötzlich wieder Veganer, @Martin Holzherr. Copy-Paste und Null-Eingehen auf meine Texte und Argumente. Hauptsachen: 1. Verdrängen von Emotionen. 2. Dominanzverhalten.

            Himmel, kommen Sie doch mal auf Augenhöhe mit Andersdenkenden runter. Glauben Sie, ich habe meinen Doktor im Lotto gewonnen und muss mich jetzt von jedem maßregeln lassen? Wagen Sie doch mal Respekt vor anderen Ansichten: Sie werden sehen, dass man auch geschätzt werden kann, wenn man nicht das Einzig-Wahre-Alphamännchen markiert. Auch Diskussionen werden dann interessanter und sinnvoller…

          • Hallo Herr Holzherr, auch wenn nun schon ein paar Tage vergangen sind, will ich Herrn Blume in diesem Punkt nochmal zur Seite springen (auch wenn er das gar nicht unbedingt nötig hätte). Aber Sie, Hr. Holzherr, zitieren die von Ihnen angegebene Studie (Link s. unten) nicht korrekt, und ich will ihnen da durchaus Absicht unterstellen: Denn direkt im Anschluss der von ihnen gewählten Stelle, die Sie dann in Übersetzung hier anführen, folgt ein Satz, der direkt Hr. Blumes Argumentation stützt. Dort heißt es sehr deutlich:
            –Zitat– Importantly, these authors indicate that “no evidence for a causal role of vegetarian diet in the etiology of mental disorders was found. Rather, the results were more consistent with the view that the experience of a mental disorder increases the probability of choosing a vegetarian diet, or that psychological factors influence both the probability of choosing a vegetarian diet and the probability of developing a mental disorder“. –Zitat Ende–
            Übersetzung (eigenhändig):
            „Wichtig ist, diese Autoren weisen darauf hin, dass „kein Beweis für eine (ursächliche) Rolle der vegetarischen Ernährungsweise in den psychischen Erkrankungen zugrunde liegenden ursächlichen Zusammenhängen gefunden wurde. Eher ließen sich die Ergebnisse mit der Ansicht in Übereinstimmung bringen, dass das Erfahren einer psychischen Störung die Wahrscheinlichkeit erhöht, eine vegetarische Ernährungsweise zu wählen, oder dass psychologische Faktoren zugleich mit der Wahrscheinlichkeit, eine vegetarische Ernährungsweise zu wählen, auch die Wahrscheinlichkeit, eine psychische Störung zu entwickeln, beeinflussen.“
            Auch wenn ich das jetzt ein wenig umständlich übersetzt haben mag, die Aussage ist an Deutlichkeit kaum zu überbieten. Auf einen solchen möglichen Zusammenhang hatte schon Herr Blume früher hingewiesen – im Beitrag vom 06.02.2020, 09:12 Uhr. Die Studie bestätigt ihn, geht dazu noch weit seine vorsichtige Vermutung hinaus.
            Eine weitere Anmerkung meinerseits:
            Wieso verweisen Sie auf den in englischer Sprache verfassten Endbericht zur Schweizer Studie (PDF, 3 MB)? Ein Hinweis auf die Zusammenfassung der Ergebnisse in deutscher Sprache (PDF, 448 kB) wäre nützlich gewesen (die Links zu beiden Dokumenten stehen direkt untereinander). Das hätte Ihre Behauptung aber von vornherein entkräftet – s. S.17 f. in der erwähnten Zusammenfassung.

    • Lieben Dank, @galileo2609. Da Ernährung immer ein hoch persönliches und biografisches Thema ist und wir alle “ExpertInnen” darin sind, die je ihren eigenen Lebensstil vor sich selbst rechtfertigen, rechne ich eher mit Gegenwind. Aber das ist ja auch okay so – ich blogge ja nicht, um Applaus zu maximieren…

      • Kognitive Dissonanz findet sich in eigentlich allen Lebensbereichen wieder und ist ein fester Bestandteil menschlicher Natur. (Man solle sich einmal vorstellen, wo die Menschheit ohne sie wäre.)
        Ich habe allerdings eigene interessante Erfahrungen gemacht. Als mein Freundeskreis und ich ins Teenageralter kamen, konnten wir das erste Mal in unserem Leben wirklich eigene Entscheidungen treffen und hatten endlich auch genug Verständnis, um uns über bestimmte Sachverhalte im Klaren zu sein.
        Auf der einen Seite waren wir natürlich naive Teenies auf der Suche nach dem ersten Liebesdrama und haben die ein oder andere dumme Erfahrung mit Alkohol gemacht, allerdings waren wir auf der anderen Seite viel empfänglicher für logische Schlussfolgerungen. Uns wurden verschiedene Missstände bewusst, dann wurden sie diskutiert und die einzig richtigen Entscheidungen umgesetzt. Es gab keine Ausreden a la “Ja, aber …”. Damals wurden die meisten aus der Clique schlagartig zu Vegetarierinnen oder Veganerinnen. Spott von außen oder Konflikte mit den Eltern waren uns egal. (Als Teen sucht man ja sowieso die Konfrontation.)
        Damals waren uns auch andere Missstände bewusst z.B.: konventionelle Landwirtschaft, Fast-Fashion o. Ä.

        Leider habe ich die Beobachtung (auch an mir selbst) gemacht, dass mit dem Erwachsen-Werden die Überzeugungen zwar blieben, allerdings die kognitive Dissonanz hinzu kam. Viele von uns essen wieder Fleisch, kaufen günstige Klamotten und Lebensmittel (obwohl uns jetzt mehr Geld zur Verfügung steht als vor einigen Jahren).

        Es ist schon ironisch, dass man es so einfach schafft, die eigenen Überzeugungen mit den Taten in Harmonie zu bringen und dann nach Jahren des konsequenten Lebens so leicht zurück fällt. Und es ist auch ironisch, dass wir in Teenager-Jahren in denen man stereotyp lasch und inkonsequent sei, konsequenter waren als nun.

        • Vielen Dank für diese wirklich konstruktiven und interessanten Beobachtungen, @Renate S.!

          Tatsächlich stimme ich Ihnen zu, dass die kognitiven Dissonanzen – der Selbstbetrug – ja vor allem als stille und leise Macht wirkt und uns meist eher “anschleicht” als anfällt. Mir scheint, das ist ein lebenslanges Ringes – das wir nie ganz gewinnen, aber immer dann verlieren, wenn wir es vergessen.

          Interessanterweise berichten spirituelle und religiöse Traditionen genau dieses und versuchen dem mit regelmäßigen Ritualen, Gedenken, Festen usw. zu bewältigen. Mit manchmal mehr, manchmal weniger Resonanz…

          Noch einmal herzlichen Dank für den anregeneden Kommentar!

  2. Im Spätmittelalter haben sich manche Menschen gegeißelt – um die Welt besser zu machen. Heute verzichtet man auf Fleisch – um den gleichen Effekt zu erreichen.

    Für beide Verhaltensweisen gilt – damit erreicht man das gewünschte Ziel nicht.

    Die Weltbevölkerung wird bis zum Ende des Jahrhunderts um ca. ein Drittel ansteigen. Dies bedeutet, dass alle Maßnahmen zum Klima- bzw. Umweltschutz durch die zunehmende Bevölkerungszahl innerhalb kurzer Zeit wieder egalisiert werden – und damit nichts bringen.

    Die einzige wirklich erfolgreiche Maßnahme, um die Zerstörung unserer Umwelt zu bremsen – ist eine sofortige freiwillige und deutliche Begrenzung von Geburten: weltweit, in allen Ländern.

    Leider wird darüber noch nicht einmal ernsthaft diskutiert. Deshalb macht ein freiwilliger Verzicht auf Fleisch vielleicht ein gutes Gewissen; aber er bringt nichts.
    (Gruppen wie ´birthstrike´ sind bisher noch Exoten)

    • @KRichard

      Selbst wenn die Menschheit auf die Hälfte schrumpfen würde, würde sie mit dem Fleischverbrauch von Deutschland oder den USA immer noch viel zuviel CO2, Methan und Co. freisetzen, Wasser verbrauchen und vergiften usw. Ich kann es uns daher nicht ersparen, es Ihnen deutlich sagen zu müssen: Wenn Sie meinen, der Klimawandel ließe sich nur dadurch bremsen, dass “Andere” auf etwas verzichten, dann sitzen auch Sie dem Selbstbetrug auf.

      Es geht nicht darum, dass Sie sich geißeln müssen – ich habe das nie getan und tue das auch heute nicht. Es geht darum, dass wir alle nicht so tun können, als müssten nur Andere ihr Weiterleben überdenken und etwas tun.

      Und ein Fakt – die Geburtenraten fallen tatsächlich weiter, derzeit auch in den skandinavischen Ländern:
      https://www.nordisch.info/norwegen/geburtenrate-faellt-weiter/

      Jetzt wären (auch) Sie dran, wenn Sie sich selbst ernst nehmen…

      • @Blume
        Spätestens seit 1975 wurde mit dem Buch ´Grenzen des Wachstums´ vom Club of Rome der Denkanstoß gegeben, dass und wie wir uns ändern müssen – wenn wir die Zukunft der nächsten Generationen nicht gefährden wollen.
        Dass ausgerechnet der wichtigste Parameter (Bevölkerungszahl) weder in der Diskussion noch in der Praxis eine wirklichen Bedeutung hat, zeigt, dass kein echtes Interesse an Veränderungen besteht.

        Ich habe gehandelt und keine Kinder in die Welt gesetzt, weil schon seit den Informationen des Club of Rome verständlich ist, dass spätestens meine Enkel keine schöne Lebensbedingungen mehr haben würden.
        Geburtenkontrolle muss weltweit diskutiert und umgesetzt werden.

        • Klar, @KRichard – hier auf dem Blog ist der schnelle Rückgang der Geburtenraten ja auch wieder und wieder thematisiert worden. Bildung und Freiheitsrechte, je vor allem für Mädchen und Frauen, sind der Schlüssel.

          Wenn es aber überhaupt noch Menschen geben darf – darunter meine Kinder und ggf. deren Nachkommen – dann werden diese nur mit einer veränderten Ernährung überleben können. Wenn man keine Kinder hat, kann man das natürlich ignorieren und sich darauf verlassen, dass die Kinder anderer schon Rente, Pflege etc. sichern werden. Aber ich fände es besser, wir fänden als Generationen zu einem gemeinsamen Blick nach vorne. Auch über den buchstäblichen Tellerrand hinaus…

    • Sie beziehen sich sicher auf die Ausscheidungen bei der Massentierhaltung? Oder sollten wir etwa meinen, Sie hätten zu dem Thema nichts als Schimpfworte beizutragen? 😉

      Ganz klar: Ich traue Ihnen viel mehr zu, @K.Kleber! 🙂

  3. @ Michael Blume

    Auf einem großen Teil der durch Fleischverzicht freiwerdenden Anbauflächen könnten Bäuerinnen und Bauern mit Energiepflanzen und Solarmodulen Biogas, Biosprit und Biostrom produzieren

    Das sind so ziemlich die schlechtesten erneuerbaren Energien, die es gibt. Sie benötigen 1-2 Größenordnungen mehr Platz pro erzeugter MWh. Anders gesagt: Jeder Quadratmeter, auf dem “Energiepflanzen” angebaut werden, statt Photovoltaik oder Windkraft zu installieren, vernichtet direkt Biotope.

    Das mag irgendwann in ferner Zukunft anders sein, wenn wir über neue Züchtungen verfügen, bei denen wir die unglaublich ineffiziente Photosynthese stark optimiert haben. Aber heute sind Energiepflanzen einfach nur eine sehr schlechte Idee.

    • Klar, @Tim – auch Solarmodule und Elektroautos waren schon viel schlechter. Und wenn wir deswegen nicht in Weiterentwicklungen investieren, wird dies auch so bleiben. Ob EFuels bis zu grünem Wasserstoff – das Gerede, was alles nicht ginge, bevor es ernsthaft ausprobiert wurde, bringt uns m.E. nicht weiter.

      Durch Abwarten wird hier gar nichts besser. Und bedenken Sie, dass ich gar nicht für den Einsatz neuer Ressourcen plädiere, sondern für die kluge Umschichtung von Bestehenden. Wir mögen unterschiedliche Hoffnungen darauf haben, wie weit uns Energielandwirtschaften bringen. Aber was die bisherigen Massentierbetriebe anrichten, ist ja empirisch beobachtbar und vielfach beschrieben.

    • Mir kam an dieser Stelle des Textes fast der gleiche Gedanke. Der Anbau von Energiepflanzen bringt eine Reihe von Nachteilen mit sich (hoher Energieinput, Notwendigkeit der Düngung, Erosion, hoher Ausstoß von CO2 und Methan v.a. bei den oft genutzten trockengelegten Moorflächen, Entstehung von Agrarwüsten, Probleme mit der Entsorgung der bei der Biogaserzeugung entstandenen Gärreste usw.).
      Energiepflanzen, großflächig angebaut, bringen mehr Probleme, als sie lösen. Darüber herrscht inzwischen auch weitgehend Konsens. Dazu ist ihr Energieertrag, verglichen mit dem auf gleicher Fläche zu erzielenden Solarenergieertrag, gering.
      Viel zu gering getestet bzw. eingesetzt wurden bisher aber Technologien wie die Agrophotovoltaik, d.h. die gemeinsame Nutzung von Land für Landwirtschaft und Solarenergie-Ernte. Wenn die Landwirtschaft dabei extensiv ausgeführt wird, umso besser. Erste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Agrophotovoltaik auch mit einer erheblich erhöhten Artenvielfalt einhergehen kann. Eine verstärkte Forschung in diesem Bereich ebenso wie im Speicherbereich tut dringend not.
      Die gute Nachricht ist: da tut sich was, in beiden Bereichen (s. z.B. die Presseinformation #28 des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020“).
      Je tiefer man in diese Materie einsteigt, desto mehr wissenschaftliche und technologische Chancen tun sich auf! Das ist faszinierend und inspirierend! Bleibt der gesellschaftliche Druck hoch genug (den Freund*innen von Fridays for Future kann man gar nicht genug dafür danken, aber wir alle stehen jetzt in der Pflicht, ihnen auch effektiv Beistand zu leisten), dann kann und wird das schnell (weil wirtschaftlich vorteilhaft) zu nachhaltig ökologischen und sozial gerechten Lösungen führen – und zwar global!

      • Vielen Dank für den konstruktiven Beitrag, @Veit Raßhofer! Denn darum sollte es m.E. doch gehen: Einerseits die massive Energie-, Wasser- und Landverschwendung sowie die Treibhausgase durch Massentierhaltung zu reduzieren und andererseits durch einen auch innovativen Agrar-Energiemix die Verbrennung fossiler Rohstoffe schnell zu reduzieren. Statt immer nur zu bejammern, was angeblich alles „nicht“ ginge, braucht es dazu auch Mut, Experimentier- und Innovationslust. Sie haben diese gezeigt. 👍📚

  4. Ich empfinde Ihren Beitrag als sehr emotional, recht bevormundend und mahnend geschrieben. Trotzdem aber auch fokussiert und strukturiert. Obwohl ich nicht wirklich mit Ihnen einer Meinung bin, verstehe ich Ihren Standpunkt und stimme zu, dass sich bezüglich Massentierhaltung und Umweltverschmutzung einiges ändern sollte, falls wir, in Zukunft, eine schöne, saubere und gesunde Umwelt erhalten möchten. Allerdings bin ich fest davon überzeugt, dass auch solch radikale Gewohnheitsänderungen wenig für unsere Umwelt ausrichten können, selbst wenn sich die gesamte Menschheit gleichzeitig umentscheiden würde. Das Thema Umwelt muss wesentlich Umfangreicher angegangen werden und radikale Änderungen müssen gleichzeitig in Politik, Wirtschaft, Industrie und im Privaten gleichzeitig passieren, damit bereits kurzfristig Verbesserung sichtbar wird. Vielleicht ist das nämlich auch ein Problem. Kleinere Änderungen wirken sich erst langfristig aus und viele Menschen erleben die Auswirkungen nicht mehr und sind, vermutlich deshalb, schon von vornherein weniger motiviert.
    Wie auch immer, eigentlich denke ich, dass es derzeit wesentlich wichtigere Themen gibt, als Fleischkonsum.

    • Oh ja, @dermitdemwaldtanzt – wirkliche Veränderungen der Wahrnehmungen sind IMMER mit Emotionen verbunden! Stellen Sie sich nur einen Moment vor, jemand hätte für den Verzehr von Hundefleisch geworben. Es ist praktisch unmöglich, diese Themen nicht-emotional zu verarbeiten.

      Interessanterweise mache ich beim Klimaschutz fast die gleiche Erfahrung wie bei der Bekämpfung des Antisemitismus: Die meisten finden, dass dringend etwas getan werden müsste – aber doch bitte nicht bei sich selbst, sondern bei Anderen…

      Wir sind als Menschen Meister darin, die Splitter im Auge Anderer zu finden, statt den Balken in unserem eigenen Auge.

      Tatsächlich gehört der Verzicht auf Fleisch zu den schnellsten und wirksamsten Möglichkeiten zum Umwelt-, Klima- und letztlich auch Menschenschutz. Und wenn wir das leisten, können wir ja zusätzlich noch viel glaubwürdiger für weitere Veränderungen andernorts – zum Beispiel “in Politik, Wirtschaft, Industrie und im Privaten” eintreten. Das Eine stärkt unsere Kraft zum Anderen.

  5. Der Fleischkonsum in Deutschland ist immer noch zu hoch. Eine Ursache dürfte auch auf die Werbung für Fast-Food herrühren, also Burger King, Mac Donalds und sonstigen Fast-Food Ketten.

  6. Der Verzicht auf “Zusammenleben” OHNE imperialistisch-faschistische Symptomatik des nun “freiheitlichen” Wettbewerb wäre sinnvoller, denn dann würden sich die materialistisch-bewusstseinsbetäubenden Probleme in einer wirklich-wahrhaftigen Vernunft wie von allein auflösen.

  7. Ein gutes und wichtiges Thema, lieber Herr Blume.
    Wenn wir die Massentierhaltung zurückdrängen gewinnen auf Dauer alle.
    Bei Energiepflanzen bin ich nicht bei Ihnen, aber würde das hier jetzt nicht diskutieren.
    Auch Elektrautos sind auch nicht wirklich eine Lösung aus meiner Sicht.
    Allgemein sehr viel weniger zu fahren könnte weitaus mehr helfen.
    Wir haben das eigene Auto nach vielen Diskussionen ganz abgeschafft, und das war ziemilch hart, zuerst zumindest.
    Bleiben wir aber beim Fleisch, um das Thema nicht zerfasern zu lassen:
    Ich bin übrigens in zwei Projekte involviert, die auch das Ziel haben, den Fleischkonsum in Frage zu stellen und eine weitaus schonendere Naturnutzung nicht nur zu promoten, sondern konkrete Alternativvorschläge zu zeigen und Menschen zum Umsteigen zu motivieren.
    Wir essen übrigens immer noch eine Menge Eiweiß, das nicht pflanzlichen Ursprungs ist, ohne dass wir in irgendeiner Weise auf Massentierhaltung zurückgreifen. Denn Soja beispielsweise ist wegen der Transportwege auch keine Lösung, selbst wenn wir es nicht an Schweine verfüttern.
    Ich werde jetzt hier noch nicht konkreter, aber es könnte gut sein, das wir uns noch viel mehr zu erzählen haben, als wir dachten 🙂 .

  8. @Fleischkonsum

    Tiere gehören in gewissem Umfang zur Landwirtschaft. Auf vielen Weiden kann man gar keine Ackerfrüchte anbauen, ein gewisser Umfang von Grasfressern verbraucht also keine für Vegetarisches nutzbare Fläche. Wenn ich jetzt schon Milchprodukte habe, fällt auch entsprechend Fleisch an. An Hühner und vor allem an Schweine kann man einiges zusätzlich an Resten verfüttern. Völlig vegan brauchen wir also überhaupt nicht, völlig vegetarisch auch nicht. Den Konsum nur reduzieren wohl schon.

    Aber nicht sofort, meine ich. Wir haben selbst im dichtbesiedelten Deutschland reichlich Überschüsse, und exportieren soweit ich weiß 50% unserer Fleischproduktion, und ruinieren damit noch afrikanische Landwirte. Wenn die Chinesen noch mehr Geld zur Verfügung haben, und noch andere armen Länder in Afrika, Asien und Südamerika auch, dann wird die Nachfrage nach Fleisch entsprechend steigen. Und damit die Preise und entsprechend der Wert von Ackerland. Dann macht es erst wirklich Sinn, weniger Fleisch zu verbrauchen, und gleichzeitig werden dann auch die Fleischpreise ganz von selber so steigen, dass man da weiter wohl kaum eingreifen muss.

    Was den Gülleüberschuss angeht, so ist hier wohl offensichtlich das Problem, dass wir hier zuviel für den Export produzieren, und gleichzeitig entsprechend Futtermittel importieren. Die Gülle müsste dahin transportiert werden, wo die Futtermittel herkommen, oder eben hier weniger Tiere gehalten werden. Wenn wir weniger Fleisch kaufen würden, würde dann doch einfach nur noch mehr exportiert werden. Hier muss der Staat vor allem handeln, wir sind als Standort für Tierhaltung offenbar zu attraktiv. Maßnahmen für mehr Tierwohl würden auch dieses Problem einfach mitlösen können.

    Was die Treibhausgase angeht, so könnte man sicher was einsparen, wenn weniger Fleisch konsumiert würde. Aber so weit ich weiß, ist das so viel auch wieder nicht. Insbesondere große Flächen für Energiepflanzen zu nutzen, halte ich für absurd. Spätestens wenn die armen Menschen dieser Welt genug Geld haben, sich vernünftig zu ernähren, wären auch die Preise für Ackerland so hoch, dass hier andere technische Alternativen für den Klimaschutz absolut konkurrenzlos kostengünstiger wären.

    Aber schön ist es, wenn viele kein Fleisch mehr essen, dann bleibt mehr für die übrig, die da wirklich speziellen Hunger drauf haben. Von daher begrüße ich als leidenschaftlicher Fleischesser jeden, der auf Fleisch verzichtet.

    So wie wir mit den Tieren umgehen, das finde ich in jedem Fall ziemlich grausam. Ein besserer Umgang in der Tierhaltung würde ich in jedem Fall begrüßen, und schon aufgrund der damit auch steigenden Fleischqualität würde ich dann auch weniger Fleisch konsumieren. Das mache ich auch jetzt schon mit dem Bio-Fleisch und den Bio-Eiern von Aldi, das hat meistens schon mehr Geschmack, dass ich da für leckere Gerichte weniger von brauche.

    Fleisch vom Biometzger übersteigt allerdings bei weitem mein schon durch die Tabaksteuern arg strapaziertes Budget als Geringverdiener. Die astronomischen Preise beim Biometzger haben aber so weit ich weiß wenig mit besserer Tierhaltung und Fütterung zu tun, dafür umso mehr mit Verarbeitung und Vertrieb zu tun. Aber vermutlich ganz lecker, für den, der es sich leisten kann.

    Ganz akut haben unsere Landwirte wohl immer noch ein Finanzproblem mit den niedrigen Preisen, das scheint mir aber ganz hausgemacht zu sein, hier wird einfach immer noch zu viel von Allem produziert. Hier wäre wohl entweder eine Reduktion der Anbaufläche oder auch vorübergehend mehr Energiepflanzenanbau eine Lösung. Wenn es aber in China, Indien und anderswo weiter aufwärts geht, dann wird wohl demnächst der Weltmarkt das Problem der derzeitigen Überproduktion nachhaltig lösen.

    Dann werden wir froh sein, wenn wir einen weiteren Anstieg der Weltbevölkerung bis dahin verhindert haben. Da hilft aber kein Fleischverzicht, dafür bräuchten wir vor allem politische Stabilität und eine folgende wirtschaftliche Entwicklung in den armen Ländern. Wenn wir das dann geschafft haben, dann steht erst wirklich eine Reduktion des Fleischkonsums auf dem Programm, meine ich. Noch löst die Armut das Problem, die meisten Menschen dieser Welt können sich aktuell kaum Fleisch leisten, trotz niedriger Preise, nach unseren Verhältnissen.

    Aber wems eh nicht so recht schmeckt, der muss auch kein Fleisch essen. Ob es so was wie Fleischsucht gibt, oder gar als praktizierten Hauch von Luxus, da habe ich meine Zweifel. Die Vegetarier, die ich kenne, sind fast alle unterernährt und neigen zu allen möglichen Krankheiten. Ich kann mir das für mich nicht vorstellen. Deutlich weniger bei besserer Qualität schon.

    • @Tobias Jeckenburger: Gute Überlegungen zur lokalen+globalen Bedeutung der Landwirtschaft und zu Bionahrung als Statussymbol (ich kann mir das Gesunde leisten!).
      Hier noch das, wozu ich explizit zustimmen möchte: „ die meisten Menschen dieser Welt können sich aktuell kaum Fleisch leisten, trotz niedriger Preise, nach unseren Verhältnissen“ Genau: Täglich Fleisch im Teller kann sich jeder Deutsche leisten, aber keiner derjenigen mit einem ProKopf-BIP < 10‘000 Dollar. Und das Weltdurchschnitts-BIP per Kopf ist 11‘000 Dollar.

      Zur Ergänzung (nicht als Gegensatz): Die beste Nutzung von Land, das zwar landwirtschaftlich nutzbar ist, aber zuviel ist, ist es überhaupt nicht zu nutzen und es der Natur zu überlassen. Das ist besser als darauf Energiepflanzen anzubauen oder subventionierten Export damit zu betreiben.

      • @Martin Holzherr Und genau deswegen ist es ja mehrfacher Wahnsinn, durch den Verzehr von Fleisch jeweils ein Mehrfaches (!) an Futtermitteln, Wasser und Anbauflächen zu verbrauchen. Wer die Natur schützen will, reduziert seinen Fleischkonsum. Da gibt es wissenschaftlich längst nichts mehr dran zu deuteln…

        Sehr gerne erinnere ich mich daran, dass Sie bereits vor Jahren die Zusammenhänge im Verbrauch mit Öl und Gas eindrucksvoll und gut verstanden haben:
        https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-kommentar-jahres2015-martin-holzherr/

        Umso mehr bedauere ich, dass Sie nun zu glauben scheinen, Ihren eigenen Fleischkonsum nur durch aggressive Abwertung von Vegetariern und Veganerinnen verteidigen zu können. Schade.

  9. Zitat:

    Wissenschaftlich ist seit langem klar – und mir auch seit Jahren kognitiv bekannt – dass Menschen keinen besseren, individuellen Beitrag zum Umwelt-, Tier- und Klimaschutz leisten können als durch den Verzicht auf Fleisch.

    Falsch: wer Datteln 4 durch zivilen Ungehorsam oder Terrorismus verhindert, leistet einen viel grösseren Beitrag zum Klimaschutz als wer auf Fleisch verzichtet.

    • Und wer aufhören würde, durch die Produktion von Fleisch auch Unmengen an Energie zu verschwenden, würde damit sogar zahlreiche, fossile Kraftwerke unnötig machen – und den Weg für mehr Bioenergie bereiten.

      Wer aber durch übermäßigen Fleischverzehr Unmengen an Energie und Wasser verschwendet, kann umgekehrt kaum glaubwürdig gegen Kraftwerke demonstrieren…

      Habe übrigens gerade “The Game Changers” über die üblen Auswirkungen von Fleisch-Werbung und die starken, gesundheitlichen Effekte vegetarischer Ernährung angeschaut. Und wissen Sie was, @Martin Holzherr? Auch ich habe mich viel zu lange von Ideologen wie Ihnen täuschen lassen. Danke, dass Sie mich dazu motiviert haben, mich auch über die gesundheitlichen Fakten zu informieren…

      Hier der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=7JPGRGp4sSI

      Melden Sie sich gerne wieder, wenn Sie diesen Film oder “Cowspiracy” angesehen haben. Sie werden sicher Verständnis dafür haben, dass ich mich bis dahin nicht länger per Halbwissen und Copy-&-Paste trollen lasse.

      Ihnen alles Gute, vor allem Mut zur Wissenschaft.

  10. Ich aß heute zum Abendbrot ein nicht unerhebliches Stück der Rinderzunge, die ich gestern gekocht habe.
    Sie war köstlich und ich habe meinem Körper die Menge an verschiedenen Eiweißen, Vitaminen und Mineralstoffen, Fette nicht zu vergessen, die er gemäß seiner von der Evolution gestalteten Konstitution und Bedürfnisse benötigt, zugeführt. Er gab mir lauten
    Beifall.
    Übermorgen kommt die nächste Portion dran.

    • Ganz super, @Stephan. Kernige Männer wie Sie hätten noch vor wenigen Jahrzehnten stolz eine fette Zigarre zwischen die Lippen geschoben und uns anderen mit möglichst rauchiger Stimme gezeigt, was so ein richtiger Cowboy ist. Nichtraucher, pah! Wen kümmert(e) da schon Wissenschaft?

      Und so, wie ich niemandem verbieten möchte, sich durch Tabak zu vergiften – so möchte ich auch Ihnen nicht verbieten, durch Fleischkonsum Energie und Wasser zu verschwenden sowie unnötiges Leid zu verursachen. Ob Zigarre oder Fleisch: Es ist Ihre Wahl, Ihre Freiheit und Ihre Verantwortung.

      Und falls Sie sich zwischendurch doch mal wieder mit Wissenschaft befassen wollten, hier der “Scientific American”-Blog zur überwiegend vegetarischen Kost unserer Ahninnen und Ahnen. 🙂
      https://blogs.scientificamerican.com/guest-blog/human-ancestors-were-nearly-all-vegetarians/

      • Ich persoenlich bin auch einer dieser Cowboys. Leider liegt mir Rinderzunge nicht so. Bei mir war es gestern ein 340 Gramm Roastbeef-Steak mit ordentlich Fett am Rand fuer optimale Testosteron-Produktion (Testosteron ist dieses verteufelte Molekuel, welches “toxic masculinity” verursacht). Heute abend gibt es ordentlich Schnitzel ohne jedes Schuldbewusstsein. Whiskey und Zigarre ist erst naechste Woche wieder dran.

        • Vielen Dank, @Lars! Ich wusste doch, dass sich gleich wieder ausreichend “Freiwillige” finden würden, die die Voraussage dieses Blogposts nach Kräften bestätigen würden. 🙂

          Wenn Sie mit Whiskey und Zigarre Ihre – gefühlt bedrohte – Männlichkeit feiern, so gönne ich Ihnen dies schon deshalb sehr, weil Sie darauf ja auch ordentlich Steuern bezahlen und mittelbar Sinnvolles wie Bildung von Jungen und Mädchen (!) finanzieren. (Auch falls Ihnen gebildete Frauen Angst machen, das werden Sie tapfer überstehen!)

          Über entsprechend kluge Aufschläge auf Fleisch wird ja derzeit ebenfalls diskutiert. Die soziale und ökologische Marktwirtschaft kann klug genug sein, um auch aus “toxischen” Entscheidungen noch Kraft zu ziehen. 🙂

          In diesem Sinne: Lassen Sie es sich – und anderen – gerne gut gehen!

      • Lieber Herr Doktor, kernige und gesunde Männer wie ich haben weder subjektiven noch objektiven Bedarf nach Zigarren, nach fetten schon gar nicht, versehen Sie das? Ist schon mittelmäßig frech, mir mit solchem Unfug zu kommen. Kernige und gesunde Männer wie ich lassen sich ganz selbstverständlich von ihrem genetischen Code, sprich vom Ergebnis der Evolution leiten, nicht von Ideologien. Den Hag haben sie schon lange abgelegt.
        Sehen Sie sich doch mal die Lebensweise unserer Cousins und Quasi-Ahnen, der Schimpansen an. Dann wissen Sie, was wir benötigen.
        Und achten Sie mal auf, wenn Sie mal locker und ideologiefrei sowie frei von jeglichem Selbstbetrug sind, worauf sie Appetit haben. Ich verrate es Ihnen: zwei- dreimal Wochen verlangt Ihr unterernährter Körper nach Fleisch!
        Im übrigen ist die Landwirtschaft zu ca. 15% an der Klimaerwärmung beteiligt, davon 2/3 der Reisanbau. Was erzählen Sie mir noch für einen Unsinn bzgl. Fleischverbrauch? Unser Körper braucht 2…3 mal pro Woche Fleisch, ist das verständlich ausgedrückt?

        • Lieber @Stephan, ich verstehe völlig – habe es ja selbst oft durchlebt – dass wissenschaftliche Erkenntnisse auch kognitive Dissonanzen verursachen und geradezu körperlich schmerzen können.

          Aber da Sie fragen, kann ich Ihnen die Wahrheit nicht verschweigen: Wir Menschen sind genausowenig zum Verzehr von Massentierfleisch evolviert wie zum Konsum von Tabak oder Industriezucker. In all diesen Fällen werden vielmehr Anfälligkeiten Ihres Gehirns genutzt, um Ihnen Produkte anzudrehen, die Ihnen eigentlich schaden. Dies gelingt unter anderem, indem Ihnen vermittelt wird, es gehe um Ihre “Männlichkeit”.

          Tatsächlich haben sich unsere menschlichen Vorfahren überwiegend pflanzlich ernährt. Und Sie haben selbst angesprochen, wie Sie das leicht selbst überprüfen können: Vergleichen Sie doch bitte einfach einmal die Gebisse, die Därme und Gehirne je von Menschen und Schimpansen. Schon beim Vergleich der Zähne dürfte Ihnen einiges klar werden…

          Hilft es Ihnen, wenn ich hin und wieder zu dem Thema blogge? Wollen Sie Ihre Fehlannahmen über die Evolution des Menschen selbst überprüfen? Oder doch lieber im bequemen Status des Selbstbetruges verharren?

          Es ist Ihre freie Wahl und ich will Ihnen da auch nichts aufzwingen. Wissenschaft ist halt immer wieder nur für diejenigen von uns, die auch den Mut haben, eigene Ansichten wieder und wieder zu überprüfen – und bei Bedarf zu erweitern.

          Ihnen ein schönes Wochenende – und gerne viel Mut!

  11. Wirkungsgrade:
    Photosynthese der Landpflanzen: unter 2 Prozent,
    Silizium-Solarzellen: über 20 Prozent,
    Energetische Amortisationszeiten:
    Silizium-Solarzellen: rund 5 Jahre,
    Windkraftwerk: rund 5 Monate.
    —–
    Der Pescetarismus, also Fisch anstatt von Fleisch zu essen, hat gegenüber dem Vegetarismus gesundheitliche Vorteile.
    Falls Fische weniger Bewusstsein als Landtiere haben, dann hat der Pescetarismus gegenüber dem Essen von Landtieren auch ethische Vorteile.
    —–
    Die freiwillige Verringerung der Anzahl der Kinder ist ein wertvolles Geschenk an die Menschen der Zukunft.
    Unter Betrachtung der Anthropodizee hat die Verringerung der Anzahl der Kinder auch ethische Vorteile.
    Die Versorgung der Menschen der Zukunft wird zum großen Teil durch Maschinen durchgeführt.
    —–
    Eigenlob:
    Ich bin kinderloser Pescetarier.
    Ich reise nicht, habe kein Auto, und ich fliege nicht.
    10000 Kilometer pro Jahr nicht zu fliegen spart eine ganzjährige Dauerleistung von 570 Watt ein.
    —–
    Links:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Pescetarismus
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kinderlosigkeit#Streben_nach_einer_Verbesserung_des_Lebens_auf_der_Erde

    • Vielen Dank für Ihren Kommentar, @KRichard.

      Nur ein kleiner Hinweis: Schon jetzt ersetzt in Deutschland produziertes Biogas mehr als 20 Prozent der Gas-Importe aus Russland. Warum sollte dies nicht noch deutlich mehr werden dürfen, wenn durch die Reduktion von Fleischkonsum Futtermittel, Energie und Anbauflächen eingespart werden können? Warum soll ich es ökologisch, wirtschaftlich und politisch besser finden, Geld an Gazprom zu überweisen als an unsere eigenen Bäuerinnen und Bauern?

      Zu Biogas hier:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Biogas

  12. Tja, Herr Blume, im Bereich der Ernährung gilt wohl, wie Sie schon andeuteten, jedem das Seine.
    Und nicht nur dort. Schräge Ernährung ist das eine Drama, evolutionär nicht unbedingt so vorgesehenes Bewegungsverhalten womöglich das andere.
    Beides dient der kurzfristigen, individualisierten Befriedigung, die langfristigen Konsequenzen (=Kosten), die daraus entstehen, werden munter sozialisiert. Vulgo: Ich fresse mir die Wampe an, aber die daraus resultierende Diabetes vom Typ II soll mal schön die Gemeinschaft der Versicherten tragen.
    Ich habe mir schon oft überlegt, dass ein Ausweg vielleicht darin bestünde, streng marktwirtschaftlich die Verursacher mit den Kosten zu belasten. Dann würden sich viele Probleme von alleine regeln, ganz ohne Zwangsmaßnahmen. Einige davon wären gewiss diejenigen, zu denen übermäßiger Fleischkonsum beiträgt.

    Zu mir persönlich, um meinen Beitrag besser einordnen zu können: Ich mag Fleisch und würde ohne Not nicht darauf verzichten wollen, so wie es Ihnen vielleicht mit dem Sekt geht, der Ihnen überreicht wurde. Ich gehe sogar gelegentlich in das Restaurant Zum Goldenen M 🙂

    • Ja, @Thomas Klingbeil – da bin ich schon nah bei Ihnen. Ich bin kein Fan übertriebener Verbote und denke, dass beispielsweise die Besteuerung von Tabak, Alkohol und Fleisch ein guter, auch marktwirtschaftlich sauberer Weg ist. So können Menschen, die das wollen, “sich gönnen”, finanzieren aber über den höheren Preis auch Gemeinschaftsleistungen.

      Im Bereich von Tabak und Alkohol finde ich das schon ganz gut gelöst. Die Produktion von Fleisch und Futtermitteln – und damit auch eine gigantische Verschwendung von Energie und Wasser – wird jedoch derzeit noch sehr viel stärker subventioniert (!) als besteuert. Und das halte ich auch für ordnungspolitisch falsch. Wenn wir schon aus Steuermitteln landwirtschaftliche Betriebe fördern, dann sollten dies m.E. keine Massentierhaltungen, sondern Bioenergiebetriebe sein. Dies wird auch sicher in Zukunft kommen – die Frage ist, wieviel Zeit und lebendige Umwelt wir bis dahin verlieren…

  13. @ Michael Blume 06.02.2020, 17:24 Uhr

    Klimaschutz ist eine Art von moderner „Ersatzreligion“.

    Frustrierte, eventuell benachteiligte Menschen die „nichts mehr zu verlieren hatten“ haben sich früher ihren Frust an der Religion „abreagiert“, was für „Gläubige“ sehr provozierend war, mitunter sogar das Leben kosten konnte. Als Ersatz für die Religion müssen jetzt die Juden herhalten, weil Antisemitismus durchaus Aufsehen erregt. Genau das was Frustrierte wollen…

    Dies deswegen, weil man die Pfaffen demontiert hat, eigentlich auf niederträchtige Art. Man hat aus Einzelfällen verallgemeinert und aus damals „üblicher erzieherischer Gewalt“ sexuelle Gewalt konstruiert. Dass die Kirchen stärker als jede andere Organisation gegen sexuelles Fehlverhalten waren, wird ignoriert. Man macht einen riesigen Unterschied, je nachdem ob einer von einem Pfaffen oder einen Handwerksmeister missbraucht wurde. Frustrierte könnten bestenfalls mit den Medien im „Chor“ singen, was nicht gerade „prickelnd“ ist.

    Auch Politiker mussten und müssen noch immer zum „Frustabbau“ herhalten. Wenn Sie bestimmte natürliche Instinkte im „Volk“ nicht ausreichend berücksichtigen, kann das sehr gefährlich werden.

    Die Menschen wurden über Jahrhunderte in dem Sinne „dressiert“, jegliche Okkupation zu verhindern, Gott, Kaiser, Vaterland und Familie auch unter Einsatz des eigenen Lebens zu beschützen. Millionen Menschen mussten sterben. Klar dass manche es nicht so gerne sehen wollen, wenn Politiker mit offenen Armen an der Grenze stehen und dann auch noch für die eigenen Bürger fest verschlossene Geldsäcke öffnen …..

    • Sorry, nein, @Elektroniker – der Klimawandel ist nicht Mythologie, sondern wissenschaftlich-empirisches Faktum. Er findet längst statt und hat – wie ich im Nahen und Mittleren Osten wieder und wieder sehen und erleben musste – bereits längst zu Wassermangel, Temperaturanstieg und zur Eskalation von Konflikten etwa in Syrien, im Irak, Iran, der Türkei usw. bei.

      Gerne darf ich hierzu auf den Nachbarblog “Klimalounge” verweisen:
      https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/

      Wir leben mitten im Anthropozän – und tragen also gemeinsam und individuell Verantwortung für die Zukunft.

  14. Den Schritt weg vom Fleisch bin ich vor 10 Jahren gegangen und die Reaktionen des Umfeldes sind manchmal recht nervig gewesen. Das Angebot und das Umfeld ist aber in den letzten 10 Jahren besser geworden. Nichtsdestotrotz bleibt einem wenig übrig als damit umzugehen lernen.

    Zur Empfehlung von Cowspiracy gebe ich an Interessierte zu bedenken, dass einige Zahle dort übertrieben dargestellt werden. Der Film ist keine gute Quelle für wissenschaftliche Fakten. Die grobe Botschaft ist richtig. Tierhaltung ist ein großer Faktor im Klimawandel, aber wie im Film dargestellt der größte ist es nicht. Im IPCC-Bericht zur Landnutzung wird ein globales Reduktionspotential von bis zu 8GT CO2e pro Jahr durch vegane Ernährung. Das ist Äquivalent zu einem Viertel der jährlichen CO2-Emissionen derzeit. Also ist das Potential höchstens ein Fünftel der derzeitigen Emissionen nach dieser Abschätzung, da die Tierhaltungsemissionen im Wesentlichen nicht CO2 sind.
    Dies macht nicht den gesamten Film sinnlos oder inhaltsleer, aber ich finde man sollte den Beitrag nicht übertreiben.

    In Deutschland sind übrigens eher ca. 5% der Emissionen durch Tierhaltung, da einfach mehr fossile Brennstoffe verbrannt werden als im globalen Durchschnitt.

    Ich habe deswegen so meine Zweifel, ob Fleisch- und Milchverzicht tatsächlich die größte individuelle Maßnahme ist. Dies hängt aber natürlich vom eigenen Lebensstil ab. Wenn jemand sparsam ansonsten bescheiden lebt (ohne Auto und Flüge, kleine Wohnung mit effizienter Heizung), aber viel Fleisch isst, dann ist Fleischverzicht die größte individuelle Maßnahme. Wenn jemand aber ein überdimensioniertes Auto fährt, Fernreisen unternimmt oder eine große Wohnung mit Öl heizt, dann ist eine andere individuelle Maßnahme effektiver.

    Die tierethischen Aspekte lasse ich hier mal außen vor.

    Hinweis zur Nahrungsergänzung: Ich supplementiere B12 und im Winter Vitamin D. Beides in Absprache mit meinem Hausarzt. Letzteres kann auch für viele Mischköstler empfehlenswert sein.
    Falls jemand gesundheitliche Bedenken hat, könnte er auch auf Muscheln aus Aquakultur oder Insekten zurückgreifen. Ich habe das aber in den 10 Jahren bisher nicht gebraucht.

    • Danke, @libertador. Ich kenne generell kaum Filme, die im wissenschaftlichen Sinne unangreifbar wären. Aber was sie vermögen – und was gerade auch “Cowspiracy” vermag – ist, das Nachdenken und Nachforschen anzuregen. Und das ist ja schon mal was.

      Eine konstruktive Filmkritik u.a. hier:#
      https://www.youtube.com/watch?v=fM3qncXRFEQ

      Ihnen Dank für den konstruktiven Kommentar und alles Gute!

    • @libertador
      durch persönlichen Verzicht etwas zum Kampf gegen die Klimakatastrophe tun zu können, ist ein beliebtes, aber völlig nutzloses Argument von Leuten, die keine Ahnung haben und durch diese Lüge den Klimawandel noch beschleunigen. Bestenfalls sind diese als Spinner zu bezeichnen.

  15. In manchen Schulen braucht es eher Mut ein Brötchen mit Wurst zu verzehren, weil fast die ganze Klasse (mehr oder weniger freiwillig) vegetarisch ist.

    Irgendwie bewundere ich die jungen Leute, weil ihnen die Tiere leid tun und sie konsequent genug sind, auf Fleisch zu verzichten.

    Andererseits meine ich, dass es gut ist, wenn man sich an die Traditionen hält. Der Mensch hat sich vermutlich an die Ressourcen evolutionär angepasst und auch optimiert. Wie auch die Tierwelt.

    Der Überlebenskampf ist eher leichter geworden, vielen Menschen geht es zu gut und beginnen mit Tüfteleien. Manche Menschen glauben sogar ernsthaft auf das Klima Einfluss nehmen zu können.
    Das scheint unmöglich, selbst wenn man wissenschaftlich alles bestens erforschen könnte. Karl Marx hat einmal ernsthaft geglaubt, die Menschen könnten ein total „geplantes“ politisches System installieren. Dies ist wegen der Komplexität und der Wechselwirkungen unmöglich. Wir werden im Sinne von Noam Chomsky mit dem Chaos leben müssen.

    Beim Klima ist es nicht anders. Der Vorteil des „Einen“ ist der Nachteil eines „Anderen“ und das bedeutet Krieg. Auch Gesellschaftliche Veränderungen, z.B. Förderung der Homosexualität könnte zu einem massiven Geburtenrückgang führen. Beides könnte die Probleme fast von selbst lösen.

    • Lieben Dank, @Elektroniker.

      Ja, den Respekt vor evolvierten Traditionen teilen wir.

      Allerdings sind die Industrialisierung samt der Herstellung von Industriezucker und die industrielle Massentierhaltung selbstverständlich keine uralten Traditionen, sondern haben sich erst im 19. und 20. Jahrhundert durchgesetzt. Nicht zufällig leiden heute sehr viel mehr Menschen unter Übergewicht, Diabetes usw. statt unter Mangelernährung. Jede Rückkehr zu echten, menschlichen Traditionen würde also bedeuten: Sehr viel weniger Fleisch, sehr viel mehr Pflanzen. Und auch weniger Zucker und Sirup. 🙂

    • @Elektroniker
      “Auch gesellschaftliche Veränderungen, z.B. Förderung der Homosexualität, könnten zu einem massiven Geburtenrückgang führen. ”
      Nein, kann sie nicht.
      Es gibt keine Förderung, Homosexualität zu fördern ist a priori nicht möglich. Auch das Gegenteil nicht.

  16. @ Energiepflanzenanbau

    Wenn wir jetzt den Energiepflanzenanbau massiv steigern, und die Biogasinfrastruktur dafür ausbauen, werden die dafür getätigten Investitionen ja eher langfristig ausfallen. Ich fände es viel besser, wenn die armen Menschen dieser Welt sich besser ernähren könnten, auch mit moderatem Fleischanteil. Dafür könnten die hier – trotz hohem Fleischkonsum – gar nicht benötigten Flächen bereitgehalten werden.

    Wie lange soll das denn noch dauern, dass es in den armen Ländern mal aufwärts geht, und die Menschen sich dort endlich besser ernähren können? Auch eiweißreiche pflanzliche Kost ist teurer und braucht mehr und bessere Anbauflächen als die klassischen Kohlenhydratlieferanten.

    Klar können wir persönlich die Maßnahme ergreifen, und zumindest deutlich weniger Fleisch verzehren. Ich denke, ich werde auch in den nächsten Jahren mich kulinarisch weiterbilden und mehr Pflanzliches mit hohem Eiweißgehalt in meiner Küche verarbeiten. Das dürfte meinen speziellen Hunger nach Fleisch dann reduzieren – ob das wirklich so ist, würde ich dann aber nochmal genau beobachten.

    Ich fände es sehr lohnenswert, wenn wir den Klimaschutz hauptsächlich durch Wind- und Sonnenenergie, sowie ergänzend mit überregionalen Stromleitungen und auch einem gewissen Anteil an Synthesegas- und Sprit hinbekommen würden. Was dann an Resten so anfällt, kann man gut lagern und bei Bedarf in Biogas umwandeln und damit die verbleibenden Dunkelflauten überbrücken. Das müsste auch ohne den massiven Einsatz von Energiepflanzenanbau hinreichend realisierbar sein.

    Die Idee gefällt mir ganz und gar nicht, dass ich mit meiner eigenen guten Ernährung gegen Biosprit für 2-Tonnen-SUVs konkurrieren soll. Und die Menschen in den armen Ländern wird das noch schlimmer treffen. Wenn ich dieses aus Sicht der Frage nach Gerechtigkeit betrachte, so kann ich mir kaum was Asozialeres vorstellen.

    Sollten wir tatsächlich durch weniger Fleischkonsum demnächst reichlich freie Landwirtschaftliche Nutzfläche haben, wäre ich dafür, hier höchstens vorübergehend Energiepflanzen anzubauen, aufzuforsten oder diese Flächen der Natur zurückzugeben. Ich würde diese Flächen dann doch für die jetzt noch armen Menschen dieser Welt bereithalten, dass die sich mal so ernähren können, wie es ihnen auch schmeckt.

    Je schneller wir diese Länder aus Instabilität und Armut herausholen, desto kleiner wird die Weltbevölkerung am Ende werden, und desto besser wird das Essen sein, das uns in Zukunft zur Verfügung steht.

    • Vielen Dank, @Tobias Jeckenburger! Ich kann Ihren Ausführungen wirklich sehr weitgehend folgen. Erlauben Sie mir daher wenige Einwände bzw. Nachfragen?

      Wenn wir gerade auch in Deutschland endlich den Fleischkonsum und die Massentierhaltung reduzieren könnten, hätte dies natürlich Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Betriebe. Ihr Vorschlag, über die freiwerdenden Flächen Menschen in ärmeren Ländern besser zu ernähren würde bedeuten, dass unsere subventionierten Produkte dorthin exportiert würden und dort weitere Betriebe in den Bankrott trieben.

      Auch deswegen würde ich persönlich lieber die deutsche (und europäische) Landwirtschaft von der Massentierhaltung in die verbesserte Bio-Energieproduktion umlenken und damit auch neue, ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsplätze schaffen. Aber all diese Überlegungen machen selbstverständlich erst dann Sinn, wenn wir hier deutlich weniger Fleisch verbrauchen – und nicht etwa Fleisch und Tier-Futtermittel aus Südamerika importieren…

    • @Tobias
      “Das dürfte meinen speziellen Hunger nach Fleisch dann reduzieren ”
      Nein, das wird nicht passieren. Eisenhart wird die Evolution in Dir zweimal pro Woche fleisch von Dir einfordern. Vielleicht auch dreimal.

  17. @Michael Blume 07.02. 17:58

    Hier hab ich mich wohl unklar ausgedrückt. Wir sollten auf keinen Fall weiter mit subventionierten Exporten in den armen Ländern die Landwirte ruinieren. Ich denke da an eine Situation in der Zukunft, dass wenn die armen Länder aus ihrer Misere herauskommen, dass dann wirklich die Anbauflächen knapp werden, und wir dann unsere Überschüsse an gerne und gut zahlende Kunden verkaufen, die selbst ihre eigene Nachfrage nicht mehr auf ihren eigenen Flächen bedienen können.

    Bis dahin sollten wir dann lieber sogar Energiepflanzen anbauen oder vorübergehend Aufforsten oder Verwildern lassen. Wir sollten nur darauf vorbereitet sein, dass die vielen Milliarden Menschen, die heute schlecht ernährt sind, mal wirtschaftlich auf Augenhöhe geraten. Und die dabei dann auch entschieden unterstützen, auch damit die Geburtenraten sich dort weiter reduzieren, was in jedem Fall für den ganzen Planeten ziemlich dringlich ist.

    Soweit ich weiß haben wir unterm Strich einen deutlichen Überschuss in der Produktion, und exportieren mehr Fleisch als wie wir Futtermittel importieren. Hier ist viel Luft, erstmal komplett auf Bioanbau umzustellen, dann müssten wir die armen Länder auch nicht mehr mit subventionierten Lebensmittelexporten nerven. Diese Situation haben wir jetzt schon. Sollten wir tatsächlich unseren Verbrauch an tierischem Eiweiß reduzieren, würden hier die Spielräume nochmal wesentlich größer.

    @Stephan 07.02. 19:02

    „Nein, das wird nicht passieren. Eisenhart wird die Evolution in Dir zweimal pro Woche fleisch von Dir einfordern. Vielleicht auch dreimal.“

    Mehr habe ich ehrlich gesagt erstmal gar nicht vor. Eine Halbierung meines Konsums von tierischem Eiweiß würde ich als großen Erfolg betrachten. Damit wäre ich zumindest solange hochzufrieden, bis hier wirklich weltweit eine Situation eintritt, in der die Anbauflächen nicht mehr ausreichen. Wenn dann die ganze Menschheit auf Augenhöhe gut zusammenarbeitet, würde ich so begeistert davon sein, dass vielleicht einmal Fleisch die Woche reicht, und zwischendurch ein paar leckere Bioeier und mal ein Stück Käse.

    Wenn ich dagegen nur die Tanks von fetten Biosprit-SUVs füllen soll, würde mir jegliche Lust an der ganzen Geschichte vergehen.

  18. Wie schon ein paar Leute hier gesagt haben, der Kram mit dem Klima ist eine Ersatzreligion. Das Christentum wurde als Ergebnis der Aufklaerung und modernen Technologien demontiert, was ein Vakuum geschaffen hat. Dieses Vakuum versuchen einige nun durch ihre modernen Zivilreligionen wie den Klimaschutz zu stopfen.

    Es scheint wohl ein natuerliches Beduerfnis von Menschen – ganz besonders den deutschen Herdentieren – zu sein, sich selbst zu kasteien. Heute macht man das eben mit Schuldgefuehlen beim Essen und Autofahren. Manche sind sogar so krank und kriegen keine Kinder mehr, um “die Welt zu retten”.

    Nichts von dem Bull**** der Klimaapokalypse wird natuerlich eintreten, und das weiss auch jeder. Wenn das unsere Klimaprediger selbst taeten, dann haetten die Obamas nicht kuerzlich fuer 15 Millionen Dollar ein Palast am Wasser gekauft, und die Hollywood-Celebs wuerden nicht weiter ihre Villen in Malibu am Strand beziehen. Und auch die Malediven wuerden nicht fuenf neue Flughaefen am Wasser errichten.

    • Nun, @Lars, die “Leute”, die die Umwelt-, Ernährungs- und Klimawissenschaften für einen “Schwindel” halten, sind auch wesentlich die Gleichen, die die gesamte, heutige Physik für eine “jüdische Einstein-Verschwörung” halten.
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-alte-antisemitismus-in-der-digital-befeuerten-einstein-relativitaetskritik/

      Ihren hier antideutschen Rassismus über “deutsche Herdentiere” könnten Sie sich mit etwas Wissenschaft ebenfalls sparen. Denn da Sie sich in früheren Kommentaren ja mal zur Marktwirtschaft bekannt haben, sollte es Ihnen nicht schwerfallen zu verstehen: Seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ist dank der Innovationskraft von Marktwirtschaften die Pro-Kopf-Porduktivität vor allem gebildeter Menschen massiv angestiegen.

      Die logische Folge: Wo früher Mangel zu verwalten war – zum Beispiel bei Zucker, der vielerorts durch Sklaven gewonnen wurde – gab es nun ein expandierendes Überangebot, zum Beispiel an Industriezucker.

      Völlig logisch also, dass immer mehr Menschen schon im 21. Jahrhundert an Überangeboten – etwa an Fleisch aus Massentierhaltung – zu leiden begannen. Und wir alle, Sie auch, häufiger und klüger Produkt- und vor allem Nahrungsangebote abwägen und auch ablehnen müssen. (Wenn Sie das nicht wollen oder schaffen, dürfen wir alle uns Ihre körperliche und gesundheitliche Verfassung vorstellen…)

      Sie brauchen also gar keine Verschwörungsmythen bemühen, lieber @Lars, um das neue, kulturelle Klima zu erfassen. Sie haben es vielmehr mit Nebenfolgen der Produktivitätssteigerungen durch Marktwirtschaften zu tun.

  19. Noch einmal die Wirkungsgrade:

    Photosynthese der Landpflanzen: unter 2 Prozent,
    Biogasanlage: unter 70 Prozent,
    Photosynthese und Biogas: unter 1,4 Prozent,

    Silizium-Solarzellen: über 20 Prozent,
    Alkalische Elektrolyse: rund 70 Prozent,
    Solarzellen und Elektrolyse: rund 14 Prozent,

    Power-to-Gas ist dem Biogas um den Faktor 10 überlegen.
    Deshalb sind die Flächen für die Energiepflanzen reine Verschwendung.
    Natürlich funktioniert Power-to-Gas auch mit Strom aus Windkraftwerken.

    Ölpalmen sind dreimal so ertragreich wie Raps und beanspruchen für den gleichen Ertrag etwa 1/6 der Fläche von Soja.
    Natürlich haben auch Ölpalmen einen Wirkungsgrad von unter 2 Prozent.
    —–
    Ich halte es für unethisch, zahlreiche Menschen hungern zu lassen, nur damit sich ihre schlecht funktionierende Landwirtschaft erholen kann.
    Fleisch kann in Mitteleuropa viel effizienter erzeugt werden, als das in Ländern mit chronischem Wassermangel der Fall ist.

    • Derzeit hungern Menschen nur noch aus einem einzigen Grund, @Karl Bednarik – weil andere via Massentierhaltung Unmengen an Futtermitteln und also Anbauflächen, Energie und Wasser verschwenden. Und damit auch den Klimawandel vorantreiben, der die Lebensgrundlagen weiterer Menschen (und Tiere) zerstört.

      Würden wir unseren Fleischkonsum reduzieren, so würden enorme Mengen an Nahrungsmitteln, Anbauflächen sowie Energie und Wasser unmittelbar verfügbar. Wenn Sie doch schon so erbittert gegen Bioenergieerzeugung “anrechnen” – warum dann nicht auch einmal die diversen Kosten für die Produktion von Fleisch? Nicht nur mich würden Ihre Berechnungen dazu interessieren, @Karl Bednarik!

      • Sorry Herr Blume, der von Ihnen genannte einzige Grund warum heute Menschen auf der Erde hungern trifft laut dem neuesten Bericht der UNICEF nicht zu: https://t1p.de/si4q

        Hier ein Auszug aus diesem Bericht:
        “Hunger nimmt in vielen Ländern zu, in denen das Wirtschaftswachstum zurückbleibt, besonders in Schwellenländern und in Ländern, die stark vom internationalen Warenhandel abhängen. Der jährliche UN-Report stellt außerdem fest, dass die Ungleichheit in vielen Ländern, in denen Hunger zunimmt, steigt. Dadurch wird es für die ärmsten und am meisten benachteiligten Menschen noch schwieriger, angesichts schleppenden Wirtschaftswachstums und Konjunkturabschwung über die Runden zu kommen.
        Am schlimmsten ist die Situation in Afrika, wo die Rate der hungernden Menschen in allen Regionen langsam aber stetig zunimmt. In Ostafrika ist fast ein Drittel (30,8 Prozent) der Bevölkerung unterernährt. Zu den Ursachen gehören Klimaextreme und Konflikte sowie die schleppende wirtschaftliche Entwicklung.”

        Es sind demnach an erster Stelle wiederholt genannte fehlende oder schleppende wirtschaftliche Entwicklung, sowie die Kriege oder Konflikte und es sind Klimaextreme – die bekanntlich in Afrika immer wieder auftreten.

        Der Fleischkonsum der reichen Länder sowie der Klimawandel hat nichts mit dem Hunger in den armen Länder zu tun. Wenn es wirklich einen Zusammenhang gäbe, er wäre von der UNICEF mit Sicherheit genannt worden, denn diese ist über die UNEP und damit die Arbeit des IPCC fraglos bestens informiert.

        • Wir leben in einer vernetzten Welt, @Wolfgang Richter, in der alle Faktoren miteinander wechselwirken. Und auch der UNICEF-Report bietet Ihnen alle Möglichkeiten, darin Einblick zu gewinnen.

          So erschließt sich die Not “benachteiligter Menschen” in Regionen “schleppenden Wirtschaftswachstums”, ja “Konjunkturabschwungs” und der “Rate hungernder Menschen” sehr schnell, wenn wir uns anschauen, wieviel Geld die Menschen für Nahrungsmittel und Energie ausgeben müssen. Während wir in den reichen Ländern höhere Nahrungs- und Energiepreise als Ärgernis empfinden, wirkt sie für Menschen in diesen Ländern lebensbedrohlich und entzieht auch dem Kauf und Konsum weiterer Güter (Wohnung, Bildung, Medien usw.) die Grundlage. Hinzu kommt dann auch noch, dass wir subventionierte Fleischprodukte in die ärmeren Märkte hineindrücken und damit die Lebensgrundlagen lokaler, landwirtschaftlicher Betriebe zerstören. Unsere massiven Ölimporte und eigentlich unnötigen Treibhausgas-Emmissionen befördern schließlich “Klimaextreme und Konflikte”, wie ich dies im Nahen und Mittleren Osten mit eigenen Augen sehen musste.

          Entsprechend hat auch UNICEF längst eigene Publikationen zur Gefahr des Klimawandels gerade auch für Kinder in ärmeren Regionen. Direkt hier: “The climate crisis is a child rights crisis”:
          https://www.unicef.org/press-releases/fact-sheet-climate-crisis-child-rights-crisis

          Wenn Sie es also gut mit den Menschen und dem UNICEF-Report meinen, lassen Sie uns über Maßnahmen nachdenken, die die Nahrungs- und Energiepreise gerade für die Ärmsten verringern, fairen Handel und Bildung (inklusive Geburtenrückgang) fördern sowie Treibhausgase und damit “Klimaextreme” und die “Klimakrise” auch im Sinne der Kinder wenigstens noch abbremsen.

          Es wird damit m.E. sehr schnell deutlich, was wir alle sofort tun könnten und sollten…

    • @Bednarik
      Das Märchen von den ertragreichen Ölpalmen wird immer wieder erzählt – obwohl es nicht stimmt.
      Der Fehler liegt darin, dass in solche Behauptungen mit falschen Zahlen gerechnet wird:

      Werden Ölpalmen angebaut, dann bringen sie in den Jahren vom Heranwachsen zunächst überhaupt keinen Ertrag. Ist die Pflanze ausgewachsen bringt sie sehr hohe Erträge – aber diese Erträge sinken nach wenigen Jahren. Dann muss man neue Pflanzen setzen.

      Rechnet man aber den Ertrag von Ölpalmen über die ganze Lebenszeit um, dann ist er vergleichbar niedrig wie bei anderen Pflanzen (wie dem Raps).

      Allerdings werden für den Erst-Anbau von Ölpalmenplantagen in der Regel meist sehr wertvolle Urwälder zerstört welche auch Lebensraum für seltene Tiere sind.

      Wir sollten beim Fleischkonsum nicht nur auf Menschen achten:
      Per DOI: 10.1371/journal.pone.0181301 ´Environmental impacts of food consumptions by dogs and cats´
      Ich kenne Leute, welche sich aus Tierwohl-/Umwelt-gründen vegetarisch ernähren – aber sie haben mehrere Hunde, die mit fleischhaltigem Futter ernährt werden.
      Dies ist auch ein Grund, warum ich nicht vorhabe auf Fleisch zu verzichten. Ich sehe nicht ein, wieso ich meine Lebensqualität einschränken sollte – wenn andere Menschen nur zu ihrem Vergnügen (= Haustiere) deutlich mehr Fleisch verbrauchen.

      • @KRichard

        Zu den Ölpalmen – und vielleicht auch zum Energieumsatz von Fleisch – wird Ihnen @Karl Bednarik sicher direkt antworten.

        Was Hunde angeht, bin ich mir empirisch nicht sicher – halte es jedoch für möglich, dass nicht wenige Menschen das Halten von Hunden als Alternative zu (weiteren) Kindern ansehen.

        Moralisch finde ich es generell schwierig, mit dem (vermeintlichen oder echten) Versagen anderer Menschen zu argumentieren, um die eigene Verschwendung von Ressourcen (etwa durch Fleischkonsum) zu rechtfertigen. Sind wir nicht alle je für unsere eigenen Entscheidungen verantwortlich?

        • @Blume
          Ich benutze manchmal einfach nur den Taschenrechner, um Sachverhalte besser zu verstehen:
          In Deutschland gibt es ca. 10 Mio. Hunde. Wenn jeder Hund pro Tag ca. 50 g oder 100 g Fleisch isst – sind dies 500 bzw. 1000 Tonnen reines Fleisch pro Tag (welches nur für Futterzwecke in Deutschland produziert werden muss).

          Wenn aber mein Hinweis darauf pötzlich zur schwiergen Moralfrage wird, dann sollten Sie Ihre bisherigen Blogbeiträge nochmals überdenken: Warum sollte es moralisch falsch sein, wenn man sich als Mensch mit Fleisch ernährt – wenn man die absichtliche Anschaffung und Fleischfütterung von Hunden moralisch akzeptieren sollte? Oder einfach gefragt: ist ein Hund moralisch mehr wert als ein Mensch?

          off topic – zur Erheiterung:
          Eine Frau in unserer Stadt hat sich entschlossen, aus Umweltgründen nicht mehr mit dem Flugzeug in Urlaub zu fliegen. Die Nutzung des Flugzeugs nur für Urlaubszwecke findet sie aus ökologischen Gründen nicht mehr akzeptabel. Sie fliegt jetzt immer noch in ferne Länder – aber jetzt nur, um einen aktiven eigenen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten

          • Lieben Dank, @KRichard. Eigentlich finde ich nicht, dass das Essen oder Verfüttern von Fleisch noch zur “schwierigen Moralfrage wird” – die Fakten liegen m.E. klar auf dem Tisch. Meine Rückfrage bezog sich lediglich darauf, ob wir unsere eigenen Schwächen und Inkonsequenzen durch den Verweis auf das Fehlverhalten anderer legitimieren können.

  20. @Bednarik: Ölpalme

    Nach dem Anbau dauert es 4-5 Jahre bis die Pflanze Ertrag liefert. Die höchste Produktivität hat sie zwischen dem 6.-10. Jahr – die Pflanze ist bis zum 25. Lebensjahr wirtschaftlich nutzbar

    Quelle: Henkel AG&Co, KGaA, 2012 – ´Palm- und Palmkernöl´

  21. Die große Illusion
    Gerade einmal 6 Prozent des Dieselbedarfs von Deutschland lässt sich bei einer monokulturellen Bewirtschaftung der gesamten deutschen Anbaufläche mit Raps decken. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Palmöl ist besser geeignet und billiger. Aber der Preis ist hoch. In Südostasien verschwindet der Regenwald. Und die Wertschöpfung für die Einheimischen bleibt gering. Denn die Bewirtschaftung von Palmölplantagen ist wenig arbeitsintensiv. Quelle – zackzack.at/

  22. Hallo Michael Blume,
    die Gewinnung von Biogas ist dann sinnvoll, wenn man landwirtschaftliche Abfälle und ähnliche biologische Substanzen dafür verwendet.
    Energiepflanzen extra anzubauen ist aber nicht sinnvoll.
    Auch die Ölpalmen sind den Solarzellen mindestens um den Faktor 10 unterlegen.
    Physikalische Fakten sind keine politischen Ideologien.
    —–
    Die Produktion von Hühnerfleisch ist wesentlich sparsamer als die von Rindfleisch, wenn man den Verbrauch von Energie und Wasser betrachtet.
    Der Unterschied hat ungefähr den Faktor 4.
    Außerdem ist Hühnerfleisch gesünder als Rindfleisch.
    Vielleicht könnte man die Fleisch-Esser in dieser Richtung beeinflussen.
    Ernährungsfragen können politische Ideologien sein.
    De gustibus non est disputandum.
    Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

    • Oh ja, @Karl Bednarik – deswegen hatte ich bei den Energielandwirten auch gar nicht exklusiv von Biogas geschrieben, sondern ausdrücklich auch zum Beispiel Solaranlagen erwähnt. Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe kombinieren dies ja auch längst. Auch Energieproduktion sollte schließlich wirtschaftlich und innovationsfördernd sein. Und durch den Verzicht auf Fleisch würden ja enorme Energie- und Wassermengen sowie Flächen frei. Hier in Baden-Württemberg wachsen beispielsweise auch große Mengen einer ganz klassischen Energiepflanze: Bäume, die Holz schenken und CO2 binden.

  23. @Hungernde Menschen

    Soweit ich das überblicken kann, fehlt es z.Z. nicht an Anbauflächen, sondern den armen Menschen an Geld. Die auf dem Dorf leben, haben zwar genug zu essen, aber dafür sonst erst recht kein Geld. Wer in den Städten wohnt, verdient zwar mehr, hat aber auch schnell zu wenig Geld, was zu Essen einzukaufen. Ausnahmen gibt es natürlich bei lokalen Klimaproblemen.

    Es würde keinen Sinn machen, noch mehr subventionierte Überschüsse nach Afrika und in andere arme Länder zu exportieren. Das lähmt die lokale Wirtschaft mehr als es den Menschen mit etwas günstigeren Lebensmittelpreisen entgegenkommt. Wenn wir denen helfen wollen, müssen wir politische Stabilität fördern bzw, aufhören, da zu destabilisieren. Die Mensch dort brauchen vernünftige, nicht so korrupte Verhältnisse und bessere Bildung und Infrastruktur. An Anbauflächen mangelt es meistens nicht, soweit ich weiß.

    China und eine Reihe von anderen Schwellenländern könnten da eine Ausnahme sein, bzw. in näherer Zukunft werden. Die können unsere Überschüsse auch problemlos einkaufen, das ist für beide Seiten kein schlechtes Geschäft.

    Von daher wäre mal so langsam weniger tierisches Eiweiß zu verspeisen dann doch keine absurde Idee. Aber nur damit und mal eben schnell den Hunger auf der Welt besiegen wird so nicht funktionieren. Wenn aber immer mehr Länder wirtschaftlich aufholen, werden dann auch die Anbauflächen doch immer mehr ein globaler Faktor, und (teilweiser) Vegetarismus entsprechend immer sinnvoller.

    Hier in Deutschland erstmal komplett auf Bioanbau umzustellen, würde wohl auch klimaschutzmäßig nicht weniger nützlich sein als ein deutlicher Rückgang des Fleischkonsums. Und Biolebensmittel haben durchweg auch mehr Qualität, damit gelingt es auch mit weniger Fleisch lecker zu kochen. Da sollte man sich an beides heranwagen, zumal sich das auch gut ergänzt: Bioanbau hat weniger Erträge, vegetarische Ernährung braucht weniger Erträge.

    Aber ganz? Ich finde Fleisch einfach auch lecker, und vielfältig in der Küche einsetzbar. Ich will doch nicht leben wir eine arme Sau, die gerade mal irgendwie satt wird. Ich wohne fast mitten in der Stadt, bin aber mit dem Fahrrad recht mobil und sammel gerne heimische Wildkräuter, am meisten Brennnesseln, aber auch Bärlauch und eine Reihe andere Kräuter, was gerade die Küche mit Fleisch und Käse ganz entschieden bereichert. Wenn auch nur im Frühling und im Sommer. Aber wie schon gesagt, ich will mich hier mal kulinarisch mit dem Einsatz von mehr stark eiweißhaltigem Gemüse weiterbilden.

    • Lieben Dank, @t.jagenburg. Ich würde Ihnen in einem m.E. wichtigen Aspekt ausdrücklich zustimmen: Wenn wir bei uns in Deutschland auf Biolandwirtschaft umstellen, aber unseren Fleischverbrauch nicht reduzieren, dann würde das tatsächlich negativ wirken. Denn wir müssten unseren Fleisch- und Futtermittelbedarf dann aus Ländern wie z.B. Brasilien decken, die mit noch größeren Energie-, Land- und Wasserverbrauch produzieren, hinzu käme Transportaufwand. Die Umstellung auf Bio macht also tatsächlich nur Sinn, wenn wir auch den eigenen Fleischverbrauch reduzieren.

      Beruhigen oder ermutigen kann ich Sie im Hinblick auf “leben wie eine arme Sau”. Meine Lebensqualität ist durch den Verzicht auf Fleisch nie gesunken, sondern gestiegen. Längst läßt sich z.B. Scheiben- oder auch Streichwurst durch wunderbar schmeckende, vegetarische Varianten ersetzen. Und erst gestern Abend feierten wir in der Familie ein Burgerfest mit freier Auswahl an Soßen, Salaten und Patties. Dass dabei inzwischen weit mehr vegetarische als fleischliche Varianten verspeist werden, liegt eben auch am Geschmack. Der “Naturbursche” bei Hans im Glück hat mich als Burger-Fan beispielsweise stark überzeugt. Der Verzicht auf Fleisch hat meine Lebensqualität – inklusive den Genuss am Essen und am Sport – erhöht.

  24. @Stephan

    Was ist ihr Argument dafür, dass persönlicher Verzicht schädlich sein soll?

    “Verzicht” trifft die Sache aber auch schlecht. “Ersatz” ist passender. Wenn ich kein Fleisch esse, dann esse ich was anderes. Wenn ich keine Fernreise mache, dann mache ich woanders Urlaub. Und das ist auch mit anderem Sachen so.

    Das Nutzen dieses Ersatz sorgt dafür, dass diese Optik für alle wirtschaftlich, sozial und politisch sichtbar wird und man selber das, was man vorher gemacht hat nicht mehr unterstützt.

  25. @Michael Blume

    Ich habe mal eine andere Frage zu “cowspiracy”, die ein häufiges Blogthema betrifft, was den Filmtitel für diesen Blog vielleicht besonders interessant macht. Der Filmtitel ist ja ein Wortspiel aus den englischen Worten für Kuh und Verschwörung. Der deutsche Untertitel ist dann ja auch: “Das Geheimnis der Nachhaltigkeit”.

    Ich finde wissenschaftliche Übertreibung im wichtigsten Fakt, den der Trailer transportieren will, vermeidbar. In der Videobeschreibung steht “Industriell betriebene Viehzucht und Agrarwirtschaft sind unser Klimakiller Nummer Eins”. Wenn einzelne Fakten nicht stimmen oder übertrieben sind, dann ist das unvermeidlich, aber im ersten Satz der Zusammenfassung, sollte das vermieden werden. Die namensgebende Verschwörung hängt sich ja auch genau an dieser Behauptung auf, die auch von Umweltorganisationen verschwiegen würde. Doch wenn diese Behauptung einfach übertrieben ist, dann brächte es keine Verschwörung.

    Der Fleischkonsum selbst als Teilursache wird von wissenschaftlichen Gremien und Umweltorganisationen ja nicht verschwiegen. Selbst das Bundesministerium für Landwirtschaft schreibt davon: “Neben Forschung und Züchtung wird es auf die künftige Entwicklung der Tierbestände ankommen.” Hier wird die Minderung der Tierbestände politisch motiviert nicht voll ausbuchstabiert, aber eine Verschwörung kann ich nicht entdecken.

    Ich habe drei Fragen zu dazu:

    Finden sich tatsächlich Muster einer Verschwörung, im Zusammenhang mit der Tierhaltung?
    Entwirft der Film etwas, dass als Verschwörungs-Mythos bezeichnet werden sollte?
    Ist das geschickte Rhetorik oder baut das eher ein “wir gegen die” auf, dass hinderlich sein kann, wenn man langfristige Ziele dazu verfolgt, die Gesellschaft nachhaltiger zu gestalten?

    • Wie ich es wahrnehme, @libertador, behauptet „Cowspiracy“ keine vorausgehende, illegale Absprache von Fleischproduzenten und Umweltverbänden. Stattdessen wird auf Bequemlichkeiten und die jeweiligen Geschäftsmodelle verwiesen, die über die Jahre und Jahrzehnte ein Interessen- und Lobbygeflecht ergeben. Die Beteiligten werden zudem nicht zu Superverschwörern mythologisiert, sondern als ziemlich fehlbare, sogar verlegene und sich bisweilen selbst täuschende Akteure vorgestellt. Insofern ist der Film m.E. ein gutes Beispiel dafür, wie sich reale Mißstände ganz ohne Verschwörungsmythen aufdecken lassen. 📽👍

      • @Michael Blume

        Ich fand den Titel einfach zu auffällig für diesen Blog, um darüber hinwegzugehen. Danke für die erneute Anwendung und kurze Darlegung zum Begriff Verschwörungsmythos.

        Eine gewisse Gefahr sehe ich allerdings in der Argumentation des Filmes. Dadurch dass er den Anteil durch Tiere übertreibt, könnte er bei einigen dazu führen, dass sie den Eindruck haben, dass sie gegen dieses Geflecht nicht ankommen. Gleichzeitig könnte es bei einigen, die den Fleischkonsum reduzieren dazu führen, dass sie sich selbst damit vollständig entschuldigen und andere Dinge zur Reduktion der Verbrennung fossiler Energieträger nicht wahrnehmen. Vielleicht bin ich dabei auch zu sehr der Wahrheit verpflichtet und die Botschaft ist durchaus effektiv.

        • Das sind interessante Überlegungen, @libertador. Wenn Sie die Wahrheit darüber so genau kennen, um „Cowspiracy“ korrigieren zu können, möchte ich gerne ehrlich interessiert fragen, wie hoch „der Anteil der Tiere“ (in Nutztier- bzw. Massentierhaltung) ist und woher Sie diese Informationen haben? Bei bisherigen Recherchen dazu war ich noch nicht überzeugend fündig geworden.

          • Ich habe gerade nochmal auf der Website zum Film nachgesehen. Dort wird auch den anderen Einschätzungen Raum gegeben, die unter 20% liegen. Das finde ich löblich.

            Eine Quelle hatte ich oben bereits genannt. Der IPCC-Bericht “Climate Change and Land” von 2019 zitiert Studien, die das Einsparpotential im Jahr 2050 durch vegane Ernährung auf 8Gt CO2e pro Jahr abschätzen (Kapitel 5, S. 488) und beinhaltet Kohlenstoffbindung auf eingesparten Flächen. Im Verhältnis dazu ist der globale CO2-Ausstoß pro Jahr derzeit ca. 35 Gt pro Jahr. Das Potential ist also durchaus bedeutend, aber nicht der größte Teil.

            https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/sites/4/2019/11/08_Chapter-5.pdf

            Eine andere Quellen (14,5% durch Tierhaltung):
            http://www.fao.org/ag/againfo/resources/en/publications/tackling_climate_change/index.htm

            Für Deutschland beziehe ich mich auf Zahlen des Umweltbundesamtes. Die Gesamtemissionen waren 2017: 907 CO2-Äquivalente. Die Emissionen durch Landwirtschaft lassen sich aus der Tabelle 66 CO2-Äquivalente errechnen (Etwa die Hälfte davon ist Methan). Das sind 7% der Emissionen durch die gesamte Landwirtschaft. Das ist nicht vollständig durch Tierhaltung, aber die freiwerdenden Flächen ließen sich ja auch anders nutzen.

            Quellen:
            https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland#emissionsentwicklung-1990-bis-2017
            https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland/methan-emissionen
            (Tabelle)

          • Die Zahl 51% findet sich auch auf der Website von Cowspiracy. Dort ist ein Report eines privaten Institutes verlinkt (Worldwatch). Ich habe mir mal angesehen, wie die auf diesen hohen Wert kommen. Die beiden größten Faktoren sind folgende:

            Ein Grund für die hohe Zahl ist eine Reduzierung des Zeitrahmens der Betrachtung der Wirkung von Methan auf 20 Jahre im Vergleich zu 100 Jahren.
            Da Methan eine kurzfristige Wirkung (insbesondere im Zeitraum bis 30 Jahre) hat, wird dadurch Methan als wirkungsvoller angesehen im Vergleich zu herkömmlichen Betrachtungen.

            Daneben zählt der Report noch die CO2-Atmung von Nutztieren als Emissionen (dabei ist das dabei freiwerdende C vorher von den gegessenen Pflanzen aufgenommen worden). Das ist als ob man bei Biokraftstoffen deren CO2-Emissionen zählt, aber nicht berücksichtigt, dass vorher Photosynthese war, die C aus der Luft entnommen hat.

            Es wird alles gemacht, um den Einfluss groß zu rechnen. Manches wissenschaftlich legitim und eine Wertfrage (Zeitraum der Betrachtung) anderes sehr merkwürdig.

            Die Quelle habe ich hier gefunden:
            https://www.cowspiracy.com/facts

          • Ja, @libertador – die Versuchung, sich immer genau die Datenreihen heraus zu suchen, die in die eigene Argumentation passen, ist quer durch die Lager weit verbreitet. Mir blieb vor allem der Prozentanteil an Biomasse zwischen Wild- und Nutztieren im Kopf. Was meinen Sie dazu? 🤔

  26. Karl Bednarik,
    das hört sich auf den ersten Blick gut durchdacht an, die Ernährung auf Hühnerfleisch umszustellen.
    Tatsächlich verzehren wir aber das Huhn eben nicht zu 100 %, sondern wir verwenden nur die Brust und die Hühnerschenkel.
    Der Rest wird nach Afrika exportiert, und dort werden die ansässigen Bauern arbeitslos, weil unser Wegwerffleisch dort die Preise ruiniert.

    Man kann es drehen wie man will, Tierzucht bleibt eine blutige Sache.
    Früher, als fast jeder zweite Deutsche noch auf dem Lande gelebt hat, da hat man mitbekommen, dass man Tiere erst töten muss, bevor man sie essen kann. Diese Vorstellung scheint in unserer Gesellschaft gar nicht mehr zu existieren.

    Die Juden unterscheiden genau, welche Tiere man essen darf und welche nicht. Ob es da schon Untersuchungen gibt, die Effezienz betreffend.

    • Und hinzu kommt natürlich noch, @bote, dass auch Geflügel in Massentierhaltung nicht nur gefüttert, sondern auch eingepfercht, mit Energieeinsatz gewärmt, getränkt, mit Zusätzen wie Antibiotika „versorgt“ und zuletzt geschlachtet werden muss…

      #Massentierhaltung #Energie #Nutzflächen

  27. „Manche Leute rauchen nicht, trinken nicht und essen nur Gemüse. Zur Strafe werden sie 100 Jahre alt.“ Diesen Spruch habe ich im Schaufenster eines Zigarrenladens gesehen und obwohl ich lebenslanger Nichtraucher bin, hat er mich ungemein amüsiert. Jeder soll nach seiner Fasson selig werden, jeder auf seine Weise, natürlich immer im Rahmen der geltenden Gesetze. Ärgerlich wird es nur, wenn manche Leute ihre Lebensweise als die allein seligmachende verkaufen wollen und dabei auch noch ein arrogant-moralisierendes Überlegenheitsgetue an den Tag legen. Wer kein Fleisch mag oder aus ethischen Gründen darauf verzichtet, bitte sehr, das ist ein freies Land. Ich esse gerne Fleisch, am liebsten Rind oder Lamm, natürlich nicht im Übermaß – das wäre in der Tat ungesund. Aber Fleisch ist für mich und Millionen andere Menschen ein Stück Lebensqualität, wie es mal in einem Werbespruch hieß.
    Wer allerdings glaubt, mit Fleischverzicht die Welt vor der Klimakatastrophe retten zu können, unterliegt einer unglaublichen Selbsttäuschung. Solange sich die Spezies Homo sapiens in einem so unglaublichen Maße vermehrt, vor allem in Afrika, dem arabischen Raum oder Südostasien, können wir hier in Deutschland und Europa Verzicht üben, so viel wir können oder wollen – und die Welt wird es gar nicht bemerken.
    Völlig absurd wird es aber, wenn Deutschland seine Fleischproduktion aufgeben soll und auf „Energiewirtschaft“ umstellen sollen: „Biogas, Biosprit und Biostrom“. Zu den Wirkungsgraden der Energiepflanzen hat Herr Karl Bednarik hier im Forum schon einiges gesagt. Biomasse zur Energieerzeugung anzubauen ist der größte Unsinn im Rahmen der ohne völlig irrsinnigen Energiewende in Deutschland. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat dazu im Jahr 2013 eine Studie verfasst: „Bioenergie – Möglichkeiten und Grenzen“; Link: https://www.leopoldina.org/de/publikationen/detailansicht/publication/bioenergie-moeglichkeiten-und-grenzen-20122013/
    Ich erlaube mir, die Schlussfolgerung aus dieser Studie zu zitieren: „Die direkte Nutzung von Biomasse als Rohstoff für industrielle energetische Nutzung verbietet sich wegen der geringen Effizienz und der vielfältigen Nebenwirkungen. Sie sollte auf die
    Nutzung nach einer Produktkette (Verbrennung von z.B. Sägeabfälle, Lebensmittelreste oder Altpapier) beschränkt werden. Die Nutzung von Biomasse ist auch nach Abzug der fossilen Prozessenergie noch nicht spurengasneutral und damit nicht klimaschonend.
    Ohne die Einbeziehung der Emissionen anderer Spurengase als CO2 ist die Klimabilanz falsch.
    Die Erzeugung von Biomasse ist in der Landwirtschaft nicht nachhaltig. Es kommt bei der derzeitigen Bewirtschaftungsintensität zum Abbau von altem Bodenkohlenstoff.
    Rein rechnerisch ist die Produktionsfläche von Deutschland nicht ausreichend, um signifikante Einsparungen in der Nutzung an fossilen Brennstoffen zu erreichen. Die derzeitigen Umwidmungen der Flächen in der Landwirtschaft sind nur möglich durch Futtermittelimporte aus dem Ausland. Die Nutzung von Holz für Bioenergie hat zu einer starken Verzerrung im Preisgefüge von Holzprodukten und zu nichtnachhaltigen Nutzungsformen (Vollbaumernte) geführt, was wiederum technische Maßnahmen der Düngung erforderlich macht, um den Nährstoffhaushalt auszugleichen. Diese Maßnahmen haben wegen des Abbaus von Humus erhöhte Emissionen zur Folge. Dabei sinkt die agrarische Produktionsfläche von Deutschland ständig durch die Ausweitung von urbanen Infrastrukturen. Aus all den zuvor genannten Gründen und trotz eines noch bestehenden Forschungsbedarfs hinsichtlich der Gesamtbilanzen postulieren wir, dass die Vorstellung, durch primäre Nutzung von Biomasse oder pflanzlicher Öle für energetische Zwecke den drohenden Klimawandel nennenswert abzuschwächen, falsch ist. Dies gilt auch für die direkte Umwandlung von Biomasse in andere Trägergase, denn die sekundäre Verarbeitung ändert nichts an dem Grundproblem der begrenzten Produktionsfläche und der Emissionen auf der Erzeugerfläche. Selbst wenn Biomasse unter dem Gesichtspunkt der heimischen Wertschöpfung genutzt wird, obgleich die Auswirkungen auf den Klimawandel kaum geringer sind als bei fossiler Nutzung, ist diese Nutzung selten nachhaltig. Sie geht auf Kosten der Bodenfruchtbarkeit, der Waldgesundheit und der Naturräume in anderen Ländern, die dann Lebensmittel und andere organische Substanzen für Europa produzieren.“
    Soweit die von hochkarätigen Naturwissenschaftlern erstellte Studie der Akademie Leopoldina. Mit dieser Studie von 2013 hätte eigentlich der Anbau von „Energiepflanzen“ in Deutschland beendet werden müssen. Leider geht der Wahnsinn der Energiewende immer weiter, große landwirtschaftliche Flächen werden in „Maiswüsten“ umgewandelt. Das Ganze lohnt sich nur aufgrund der hohen Subventionen, die für die Energiewende, diesen irrsinnigen deutschen Sonderweg, via Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) für Strom aus Biomasse, Solarenergie und Windkraft ausgegeben werden. Derzeit sind es ca. 25 Milliarden Euro pro Jahr, die den deutschen Stromkunden abgepresst werden, für eine im Weltmaßstab absolut lächerliche CO2-Einsparung!

    • @Dr. Armin Quentmeier

      Vielen Dank, dass Sie die Thesen dieses Blogposts durch die ganz typische Mischung aus vermeintlicher Sachlichkeit und beleidigter Emotion eindrucksvoll bestätigen.

      1. Ich habe keine „Lebensform als allein selig machende“ verkündet, sondern transparent gemacht, dass ich ja auch selbst bis vor wenigen Monaten wider besseren Wissens Fleisch verzehrt habe. Den Grundbefund, dass jedes Kilo Fleisch durch einen mehrfachen Einsatz von Futtermitteln, Energie, Wasser, Antibiotika etc. hervorgebracht werden muss, können ja auch Sie selbst gar nicht mehr bestreiten. Und über unsere Ernährung und deren Folgen entscheiden Sie, entscheiden wir Erwachsenen täglich neu. Das festzustellen ist nicht hypermoralisch oder arrogant, sondern einfach nur Fakt.

      2. Es ist umgekehrt zynisch und rassistisch, den eigenen, massiv über dem globalen Durchschnitt liegenden Verbrauch an Fleisch, fossilen Rohstoffen etc. mit Hinweis auf (noch) hohe Geburtenraten in Afrika usw. rechtfertigen zu wollen. Schließlich sind wir es, die für unseren Wohlstand auch Rohstoffe – wie z.B. Erdöl – aus diesen Regionen beziehen und zugleich mit der Klimakrise die dortigen Lebensgrundlagen zerstören. Selbst wenn Sie diesen Menschen nur rassistische Herablassung entgegenbringen würden, so sollte Ihnen doch die wissenschaftlich informierte Vernunft gebieten, nicht auch noch durch Ihren eigenen Lebenswandel und Konsum Elend, Konflikte und Flüchtlingsströme zu befeuern. Stattdessen wären Bildung, niedrigere Energie- und Nahrungskosten und also faire, wirtschaftliche Entwicklungen der richtige Weg, um auch die Geburtenraten in diesen Regionen schneller absinken zu lassen. Dazu kann jeder und jede von uns etwas beitragen.
      3. Es ist zwar nett, dass Sie aus einer alten Leopoldina-Studie zitieren. Allerdings habe ich nirgendwo für eine ausschließliche Produktion von Biogas etc. geworben, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass ein Teil der durch Fleischverzicht gewonnenen (!) Anbauflächen auch zur Erzeugung von Solarstrom, Bioenergie, Holz etc. genutzt werden kann. Es ist ja nicht nur ökologischer, sondern auch wirtschaftlicher und politischer Wahnsinn, dass wir einerseits immer noch Massentierhaltung subventionieren und andererseits Öl und Gas von autoritären, häufig antisemitischen Regimen importieren (und damit auch die Energiepreise gegen ärmere Menschen und Regionen hochhalten). Wir alle können – auch, aber nicht nur durch den Verzicht auf Fleisch – dazu beitragen, diesen Wahnsinn zu beenden. Mein Land Baden-Württemberg legt derzeit zum Beispiel Programme auf, um Ölheizungen durch bessere Alternativen zu ersetzen.

      Der tragische Witz an der Sache ist ja, dass Sie den Großteil der Zusammenhänge längst wissen und kennen. Genau das verursacht ja bei Ihnen die kognitive Dissonanz, Schmerz, Wut und den Wunsch nach Verdrängung. Besonders sinnig ist dabei, dass Sie einerseits beteuern, wir könnten doch nichts ändern – aber andererseits doch selbst einen langen Kommentar verfassen. Denn, klar, am Ende besteht die Geschichte der Menschheit aus den Entscheidungen von Milliarden mehr oder weniger Wissender und Engagierter…

  28. Michael Blume,
    der ethische Aspekt der industriellen Landwirtschaft muss auch überdacht werden. Die Pflanzen und die Tiere dürfen nicht nur nach Gewinn und Verlust beurteilt werden .
    Bei den Lakota Indianern in Nordamerika ist die Erde heilig.
    Wir machen nicht halt vor den Meeren und müllen sie zu, wir machen nicht halt vor der Luft und verpesten sie mit Abgasen, wir machen nicht halt vor der Erde und vergiften sie mit Pflanzenschutzmitteln.
    Wenn da nicht ein Umdenken einsetzt, wird die Weltbevölkerung das nächste Jahrtausend nur mit großen Anstrengungen überstehen.
    Anmerkung; dieses Themas sollten sich auch die Religionen annehmen.

    • Danke, @bote. Mich freut es, dass ein bloßer Wissenschaftsblog Menschen zu allerhand tiefen Gedanken zu führen vermag!

      Und doch vermag ich nicht mehr zu hoffen, als dass einige Menschen weiter und tiefer denken, vor allem aber handeln. Mir scheint, dass die Reduktion des Fleischkonsums aus Massentierhaltung nicht nur ein Gebot der wissenschaftlichen Vernunft sei, sondern zumindest einige auch emotional und spirituell weiter reifen und reisen ließe. Das Tun verändert nochmal anders als nur das Bedenken.

  29. @Bioanbau

    Der Bioanbau führt nur kurz und mittelfristig zu geringeren Erträgen. Langfristig führt er zu einer deutlichen Bodenverbesserung, und im Vergleich zu konventionellem Anbau dann langfristig wieder zu steigenden Erträgen. Angesichts der derzeitigen Überschüsse würde ich durchaus vorschlagen, innerhalb von 20 Jahren bei uns komplett auf Bioanbau umzusteigen. Die dadurch verbesserte Qualität der pflanzlichen Nahrungsmittel wird schon ganz von selber zu weniger Einsatz von tierischen Produkten in der Küche führen. Wenn dann noch Käse, Eier und Fleisch mehr Qualität haben, führt das auf dem selben Wege zu einer weitere Reduktion.

    Wenn wir dazu in der Küche Fortschritte machen mit dem Einsatz von deutlich mehr pflanzlichem Eiweiß, können wir letztlich ohne wirklichen Verzicht viel bewegen. Mit kaum einer Maßnahme kann man mehr selbst bewegen, wenn man weniger Fleisch verbraucht – und wenn weniger Nahrungsmittel im Müll landen. Das kommt direkt nach einem Komplettumstieg auf Fahrradmobilität.

    Bioanbau verursacht deutlich weniger Klimagase, und lagert noch langfristig immer mehr kohlenstoffhaltigen Humus im Ackerboden ein. Wenn dann wegen weniger Fleischkonsum noch reichlich Ackerflächen frei werden, kann man dort noch mehr für den Klimaschutz machen, also Energiepflanzen anbauen, Aufforsten oder wilde Natur einziehen lassen. Oder aber ganz langfristig gesehen für den Export produzieren, in zukünftig wirtschaftlich gut dastehende Schwellenländer, die selbst zu wenig Anbauflächen haben.

    Wobei ich mir nicht sicher bin, wie knapp weltweit gesehen die Anbauflächen wirklich sind, wenn man eine wirklich gute, aber auch vernünftige Versorgung der gesamten Weltbevölkerung dagegen rechnet. Gerade in Afrika gibt es riesigen Flächen, die mit nur sehr geringen Erträgen bewirtschaftet werden, weil Maschinen, Dünger und auch einfach das Know-how für modernen, ertragreichen Bioanbau fehlt.

    Auch Fortschritte in der Bio-Landbautechnik und in der zugehörigen Pflanzenzucht werden sich positiv auf die Erträge und die Qualität auswirken. Und wenn wir uns besser organisieren, und weniger Nahrungsmittel im Müll landen, bzw. der noch anfallende Müll besser verwertet wird, wird das nochmal was dazu tun.

    So wie es aussieht, sind die Perspektiven gar nicht so schlecht, für 8 Mrd Menschen genug zu produzieren, vielleicht sogar für 10 Mrd. Aber klar, je weniger wir sind desto einfacher wird es, und desto mehr wilde Natur können wir uns neben den genutzten Flächen leisten.

    Was das Gülleproblem angeht, so ist dieses auf die übermäßige Tierhaltung in Deutschland zurückzuführen. So weit ich weiß, wird 50% unserer derzeitigen Fleischproduktion in die ganze Welt exportiert. Eine weltweite Umstellung auf Bioanbau würde erfordern, dass die Gülle dorthin zurücktransportiert wo die Futtermittel herkommen, damit die dort verkompostiert werden kann um als nachhaltiger Dünger zu dienen. Einfacher wäre es, hier gar nicht erst diese Unmengen an Fleisch für den Export zu produzieren.

    • Vielen Dank, @Tobias Jeckenburger!

      Auch hier gilt ja, dass wir alle durch unsere Kaufentscheidungen die Produktion von Bioprodukten fördern können.

      Ein Beratungsgremium der Regierung hat zudem eine Zusatzsteuer auf Fleisch vorgeschlagen, mit deren Einkünften wiederum der Tierschutz verbessert werden soll. Mich würde Ihre Einschätzung dazu interessieren. 🤔
      https://m.tagesspiegel.de/wirtschaft/40-cent-aufschlag-pro-kilo-regierungsberater-erwaegen-zusatzsteuer-auf-fleisch/25518296.html?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.ecosia.org%2F

      • @Michael Blume 09.02. 18:15 Zusatzsteuer auf Fleisch

        Subventionen für die Bauern, Aufpreise für die Kunden, auch auf Importware? Wieder mal ein Vorschlag von der Politik, der zufällig auch den heimischen Umsatz fördert.

        Aus Grundwasserschutzgründen müssen wir doch vor allem auch den Export von Fleisch reduzieren, also muss der Standort Deutschland doch für Tierhaltung unattraktiver werden. Wenn Fleischsteuern wie Mehrwertsteuern zur Verteuerung von Fleisch genutzt werden, betrifft das doch gerade nicht die Exporte, weil die Mehrwertsteuer dort nicht erhoben wird. Die Verkaufspreise ab Hof müssen dagegen steigen, wenn in Deutschland weniger Tiere gehalten werden sollen.

        Also brauchen wir strengere Vorschriften für mehr Tierwohl, die von höheren Verkaufspreisen ab Hof getragen werden. Günstige Kredite für den Stallumbau wären noch denkbar, aber eher noch brauchen wird dafür zusätzlich Prämien für jeden Landwirt, der seine Tierhaltung reduziert, damit das Angebot zurückgeht, und dann die höheren Erzeugerpreise auch am Markt durchsetzbar werden. Wenn nötig müssten wir die Bauern dabei entschieden unterstützen, die höheren Preise gegenüber den Handelsketten durchzusetzen.

        Die geplanten CO2-Steuern wirken sich doch in Zukunft ohnehin auch auf die Fleischpreise auf, praktischerweise könnten die sogar dazu führen, dass Bioanbau konkurrenzfähiger wird. Ich fände es gut, die CO2-Steuern deutlich zügiger einzuführen.

        Wenn jetzt tierische Produkte dann maßgeblich teurer wären, egal auf welchem Weg wir das erreichen, würde ich mir dann auch einen entsprechenden Sozialausgleich wünschen, sprich höhere Harz4-Sätze und weniger Lohnsteuern. Oder alternativ eine Verringerung von 7% auf 0% Mehrwertsteuer auf Lebensmittel.

        Wo wir gerade beim Geld sind: klar kann man mit seiner Kaufentscheidung was bewegen. Die Bioprodukte vom Aldi kann ich mir ja gerade noch leisten, aber da ist mein Budget vor allem wegen der persönlichen Belastung durch Tabaksteuern dann auch schon ausgereizt. Mit Kaufentscheidungen bewegen kann man sicher mehr, wenn man mehr Geld hat. Andererseits komme ich mit meinem Budget überhaupt nicht mal auf die Idee, Auto zu fahren oder mit dem Flieger in Urlaub zu fliegen. Ich spar mir sogar denn öffentlichen Nahverkehr, und mache fast alle Wege mit dem Fahrrad. Wenns geht gibts Urlaub auch eher per Fahrrad, auf den Campingplatz im eigenen Bundesland.

        Überhaupt sind die einfachsten und schnellsten Maßnahmen gegen die Treibhausgasemissionen einfach sehr viel weniger Geld auszugeben, und sich andere Ziele im Leben zu setzten als einen hohen Lebensstandard. Aber klar, die Klimaschutzziele sind auch durch Mehrausgaben zu erreichen, die den gewohnten Standard dann eben auf technischem Wege klimaneutral machen. Das ist wohl eine Frage der Kultur. Wie dem auch sei, beides hilft gleichermaßen, und auf Strom und Heizung mag ich auch nicht verzichten, und auch nicht ganz auf Fleisch, Käse und Eier.

        • Vielen Dank, @Tobias Jeckenburger! Gerade auch Ihre Einwände gegen den Export von Fleisch Aus Massentierhaltung teile ich völlig. Fossile Rohstoffe zu importieren und dafür Fleisch unter Umweltzerstörungen zu produzieren und zu exportieren – was für ein ökologischer, volkswirtschaftlicher und auch politischer Wahnsinn…

    • Eine kleine Sache sehe ich anders als Sie sie in Ihrem inspirierenden Beitrag schildern: Insgesamt werden die Erträge im Biolandbau wohl immer etwas geringer als im konventionellen Agrarbetrieb sein, dessen Vorteile bei der Erntemenge sind aber teuer erkauft – mit hohem Kapitaleinsatz, hohem Energieeinsatz, Bodenverbrauch und -verschlechterung, chemische Rückstände, Überdüngung etc. Bei einer Gesamtrechnung schneidet der Biobetrieb meiner Meinung nach viel besser ab.
      Allein die Bodenverbesserung: der Boden wird nach und nach fruchtbarer und kann mehr Wasser aufnehmen und speichern, sobald die Bodenfauna nach dem Ende übermäßiger Düngung und des Einsatzes chemischer Keulen wiederauflebt und er nicht mehr wie heute stark verdichtet wird (die teuren heute üblichen „Agrarpanzer“ richten so gesehen große Schäden an! Und sie sind bei den hiesigen Feld- und Ackergrößen sowieso völlig überdimensioniert).
      Beim Pariser Klimagipfel 2015 wurde unter Federführung französischer Behörden die Initiative “4 per 1000” gestartet; Hintergrund: durch die jährliche Erhöhung des Kohlenstoffgehalts in den oberen Erdschichten um 4 Promille könnte der CO2-Anstieg in der Atmosphäre deutlich gesenkt werden, für den Fall, dies geschähe auf allen dafür geeigneten Flächen, ließe sich der Anstieg komplett stoppen. Die Bodenverbesserung gibts gratis dazu.
      Bekannt ist mittlerweile das aus dem Amazonas-Becken stammende Terra-Preta-Prinzip – hier wird die nährstoffarme tropische Regenwalderde vor allem durch die Einarbeitung von Holzkohle (=Kohlenstoff in Reinform) dauerhaft fruchtbar gemacht. Dieses Prinzip läßt sich überall auf der Erde anwenden. Der Großteil der Einlagerung von Kohlenstoff im Boden geschieht aber durch die Bildung von Humus durch die unterschiedlichen Bodenlebewesen. Werden die geschützt, gepäppelt und mit Nahrung versorgt, ist das Gold wert.
      Offiziell gehört auch das dt. Landwirtschaftministerium zu den Initiatoren der 4-Promille-Initiative, aber ich habe trotz intensiver Recherche dazu keine offiziellen Informationen in deutscher Sprache gefunden. Da ließe sich mal wieder trefflich spekulieren, wer das denn wohl ausbremst!
      An geeigneten Flächen wird die gesunde Ernährung der Weltbevölkerung nicht scheitern. Am sinnvollsten erscheint es, und das haben inzwischen auch die großen Institutionen der internationalen Politik wie Weltbank, FAO u.a. ohne wenn und aber anerkannt,die Kleinbauern zu fördern, ihr Know-How zu verbessern und die Lager- und Transportinfrastruktur für Agrarprodukte zu verbessern. Daneben müssen auch die zerstörerischen Auswirkungen des hoch subventionierten internationalen Agrarhandels auf die kleinbäuerliche Landwirtschaft zurückgedrängt werden. An Maschinen fehlt es dagegen gar nicht so sehr.
      Sieht man, wie viele lokale Initiativen es in Subsahara-Afrika, in Lateinamerika und in Asien gibt, stimmt das eigentlich sehr hoffnungsvoll (tolle Beispiele liefert z.B. die Agroforstwirtschaft. Mit einfachen Mitteln, etwa Mulchen, angepasste Düngung, das Pflanzen von Bäumen und Sträuchern als Windschutz und Schattenspender, der Diversifizierung der Nutzpflanzen oder auch der gezielten Anlage von kleinen Wällen, um das rare Regenwasser aufzuhalten und zum Versickern zu bringen (und einer Vielzahl ähnlicher Maßnahmen), werden Ernten gesteigert, die Bauern können ihre Überschüsse verkaufen und trotz widriger äußerer Umstände ihre eigene Erfolgsgeschichte schreiben.
      Das alles macht Mut. Nochmal zurück zum Bioanbau im Allgemeinen: Was hier noch nicht angeführt wurde, betrifft die positive Auswirkung des Bioanbaus auf die Artenvielfalt – deren Rückgang ist ja eine weitere Angelegenheit, die niemanden von uns kalt lassen sollte!
      Und wer immer noch nicht einsehen will, dass tierische Produkte zumindest ehr sparsam, am besten aber gar nicht konsumiert werden sollten, der soll wissen, dass von den 5 Milliarden Hektar Agrarflächen auf der Erde etwa 3,55 Milliarden, also ca. 70 %, als Weideflächen dienen, 1,45 Milliarden Hektar sind Ackerflächen. Von letzteren dienen nur 260 Millionen Hektar der Nahrungsmittelproduktion, 55 Millionen Hektar dem Anbau von Energiepflanzen, 100 Millionen Hektar sind für die Erzeugung von anderen Nutzstoffen eingesetzt, und – Achtung, jetzt kommts! – der große Rest, 1,03 Milliarden Hektar, mehr als zwei Drittel aller Ackerflächen, dienen der … Futtermittelproduktion!

  30. Sebastian Foer (Autor von „Tiere essen“) sagt:

    Alle können den Planeten retten, wenn man bis zum Abend vegan lebt und tierische Produkte meidet.

    Foer ist klimaradikal und wäre wahrscheinlich in Deutschland unerwünscht. Nur leider stimmt es was er sagt. Er sagt nämlich, Essen, Fliegen, Fahren, Ferien machen – all das müssen wir ändern, nicht nur das Essen.
    Ich empfehle folgenden Text und folgende Sendung
    Sternstunde Philosophie,
    Wie Bestsellerautor Jonathan Safran Foer die Erde retten will

    • Klar ist Sebastian Foer bei vielen Rechten in Deutschland unbeliebt, @Martin Holzherr – schon deswegen, weil er Jude, wissenschaftlich gebildet und literarisch befähigt ist. Antisemitismus und der Vorwurf an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, radikale Verschwörer zu sein, hängen nicht zufällig eng zusammen.

      Und, ja, vor dem Vegetarismus bin ich beispielsweise auch zur Elektromobilität umgestiegen. Auch dagegen wandten viele vieles ein, unter anderem die Kosten und den Energiebedarf. Der Verzicht auf Fleisch kostet dagegen nichts, spart zudem Energie, Wasser und Anbauflächen und beschleunigt so auch Veränderungsprozesse in anderen Bereichen. Schon wenn wir die Subventionen aus der Massentierhaltung in erneuerbare Energien umleiten, entstehen starke Effekte.

      Es ist also kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-als-Auch.

  31. @Michael Blume: Beim Lesen der Diskussion zu diesem Beitrag habe ich den Eindruck, dass der Glaube daran, mit individuellen Änderungen des Lebenswandels den Klimawandel aktiv beeinflussen zu können schon religiöse Züge annimmt.
    Da gibt es ganz viele Propheten und Prediger, ganz viel Glauben und extrem wenig Wissen, der “Kampf gegen den Klimawandel” ist zu einer Pseudoreligion geworden.

    Zu Ihrem Ausgangsthema. Es gibt ganz viele Gründe, sich vegetarisch zu ernähren: Eine gesunde Ernährung und das Wohl des eigenen Körpers, das Wohl der Tiere und der Kampf gegen Tierquälerei, der Umweltschutz oder sparsamer Umgang mit den Ressourcen. Der Klimawandel spielt für mich dabei keine Rolle.
    Es gibt heute keine Wissenschaftler, die den Klimawandel bezweifeln. Über die Qualität und Quantität gibt es wissenschaftliche Diskussionen. Trotzdem wird der Begriff “Klimawandelleugner” heute so verwendet, wie im mir im Mittelalter die Verwendung des Begriffes “Ketzer” vorstelle, als Diffamierung und zur Stigmatisierung.
    Es gibt auch keinen Wissenschaftler, der bestreitet, dass der Mensch einen Anteil am Klimawandel hat. Über die Größe dieses Anteils gibt es dagegen durchaus sehr unterschiedliche Auffassungen und unterschiedliche Theorien.
    Die wissenschaftlichen Diskussionen zu diesen Themen werden extrem schnell weg von der Faktenebene hin zu einer Glaubensebene transportiert.

    Ein Grundproblem liegt darin, dass in den Naturwissenschaften die Anforderungen an eine Theorie oder ein Modell ist, dass es klare Aussagen zur Falsifizierbeit der Theorie liefern muss. Das Problem der Klimamodelle ist, dass eine Überprüfung dieser Modelle meist erst in der Zukunft stattfinden kann. Wenn man in den letzten Jahrzehnten verfolgt hat, wie schwer sich Klimawissenschaftler damit getan haben ihre Modelle so zu gestalten, dass die Klimawerte der Vergangenheit abgebildet wurden, dann ist eine gewisse Skepsis für die Vorhersagen durchaus angebracht.
    Das wichtigere Problem liegt aber darin, das das Klima das durchschnittliche Wetter über einen längeren Zeitraum beschreibt, oft werden 30 Jahre als Referenz benutzt. Wenn das Klima als Durchschnitt sich ändert, dann muss es vorher Änderungen des Wetters geben. Und genau diese Änderungen des Wetters sind es, auf die sich die Menschen einstellen müssen und zu denen es nach heutigem Wissen nahezu unmöglich ist vorherzusehen, wie diese durch menschliches Verhalten beeinflusst werden können. Selbst nur die Vorhersage des Wetters ist ja schon schwierig. Wenn es durch Änderungen in den Zirkulationen der Atmosphäre ( siehe z.B. NAO) zu Wetterereignissen kommt, dann haben wir heutzutage nur wenig Infos, wie diese durch den Menschen beeinflusst werden können und ob die Änderungsprozesse dort überhaupt durch unser Verhalten beeinflussbar sind. Ich will als Beispiel nur zwei Wetterphänomene der letzten Jahre aufführen: Zum einen hat sich die durchschnittliche Lage der Hoch- und Tiefdruckgebiete über dem Altlantik geändert mit der Folge, dass im Sommer statt feucht-warmer Luft von den Azoren trockene heiße Luft aus der Sahara nach Mitteleuropa geweht wurde. Der zweite Effekt ist, dass sich vom Atlantik kommende Hochdruckgebiete mit den kontinentalen osteuropäischen Hochdruckgebieten verbunden habe und über Wochen für warmes und trockenes Wetter in Mitteleuropa sorgten.
    Wir Menschen sollten unsere Anstrengungen darauf richten, unserer Abhängigkeit vom Wetter zu verringern und lernen, mit solchen Situationen zu leben, statt ganz viel Kraft in den abstrakten “Kampf gegen den Klimawandel” zu investieren, bei dem die Auswirkungen unseres Tuns völlig ungewiss sind, aber heute viel Zeit und Ressourcen beansprucht.

    Ich sehe allerdings auch einen positiven Aspekt des “Kampfes gegen den Klimawandel”: Der sparsame und sorgfältige Umgang mit den Ressourcen die Erde ist dringend notwendig und wenn die Menschen das aus Glaube an den “Kampf gegen den Klimawandel”, dann bewirkt dieser Glaube auch Gutes.

    • Interessanterweise erlebe ich es gerade auch als Religionswissenschaftler genau umgekehrt, @JoeSachse : Obwohl praktisch niemand mehr bestreiten kann, dass für jedes Kilo Fleisch eben auch Unmengen an Futtermitteln, Energie, Wasser und Land verschwendet werden – wird dieser auch wissenschaftlich völlig offensichtliche Zusammenhang mit geradezu religiöser Inbrunst bekämpft.

      Hier sehe ich tatsächlich sehr starke Parallelen zu einem Raucher, der alle wissenschaftlichen Studien über die Gefahren und Kosten des Tabaks ebenso erbittert von sich weist wie jeden Hinweis, dass die gesundheitlichen Folgen des Rauchens dann von der Gemeinschaft bezahlt werden müssen.

      Und sicher unfreiwillig komisch wird das Ganze dann, wenn Sie schließlich – nachdem Sie den „Vorwurf“ der Religiosität erhoben haben – schließlich selbst dazu übergehen, die Methoden und Befunde empirischer (Klima-)Wissenschaften anzuzweifeln.

      Mal unter uns Sachsen: Die Verschwendung von Energie, Wasser, Land, Antibiotika usw. durch Massentierhaltung müsste Sie auch betrüben, wenn es gar keinen Klimawandel gäbe. Wenn Sie unser Deutschland bzw. Ihren Freistaat darin aufrichtig lieben würden, so würden Sie dazu beitragen, dass wir unsere Abhängigkeit von ausländischen, etwa arabischen, russischen, amerikanischen Öl- und Gasimporten schleunigst verringern. Sie würden die Böden, Landschaften und Gewässer unseres gesegneten Landes von Giften und Gülleströmen bewahren und würden die Machenschaften von Produzenten von Tabak und anderer, blauer Dünste verständig zurückweisen.

      Aber tatsächlich reicht die Wahrheitsliebe mancher Patrioten leider nicht tief genug, um den Wissenschaften auch dann die Ehre zu geben, wenn die eigene Bequemlichkeit, der eigene Selbstbetrug auf dem Spiele steht… 😏🤷‍♂️📚

      Herzliche Grüße ins geliebte Sachsenland, oh Joe! 🇩🇪 ✊✅

      • @Michael Blume

        Klimaschutz als Argument ist heute genau so wenig nachprüfbar wie Gottes Wille als Argument.

        All das, was Sie im vierten Abschnitt Ihrer Antwort beschreiben kann ich sofort unterstützen. Das alles hat etwas mit Umweltschutz und vernünftigen Umgang mit Ressourcen zu tun, aber nichts oder wenig mit dem Thema Klimawandel.
        Genau das ist das Problem, auf das ich hinaus will. Wenn wir Dinge für den Umweltschutz tun, dann sind die die Wirkungen dieser Dinge nachweisbar: Sauberere Flüsse, weniger Schadstoffe in Natur und Nahrung usw. Wenn wir die Energiewende mit den von Ihnen angegeben Argumenten der Beseitigung der Abhängigkeiten angehen, dann sind das nachvollziehbare und in überschaubarem Zeitraum nachprüfbare Argumente und Wirkungen. Wenn wir das aber mit dem Argument des “Klimaschutzes” tun, dann sind die Auswirkungen nicht mehr nachprüfbar. Dadurch verschieben sich einfach Relationen in den Bewertungskriterien. Wenn pro Windrad ca. 0,5-1,0 ha. Wald gerodet werden, dann widerspricht das meinem Verständnis von Umweltschutz. Wenn als Argument dafür dann der “Klimaschutz” angebracht wird, dann ist dies nicht nachprüfbar und abwägbar. Wenn als Argument dagegen gestellt wird, dass wir mit 100 Windrädern ein Kernkraftwerk überflüssig machen, dann ist das konkret und nachprüfbar und evtl auch akzeptierbar.
        Und in den Wissenschaften ist es durchaus so, dass nach einem Studium des IPCC-Reports durchaus klar ist, dass wir viele Zusammenhänge und Wirkungen gar nicht oder nur qualitativ kennen, quantitative Angaben sind meistens mit großem Fehler behaftet, der meist korrekterweise angegeben ist, aber den Weg in die Medien wegen der Verkürzung der Aussagen nicht findet.

        Wir sollten aufhören “Klimaschutz” und Umweltschutz gleichzusetzen, denn nicht selten wird mit dem Argument “Klimaschutz” Umwelt zerstört, wenn nicht in Deutschland, dann irgendwo anders in der Welt.

        • @JoeSachse

          Die Biosphäre unserer Erde bildet ein System. Und auch wenn einige Aspekte – wie die Verschmutzung des Wassers durch Gülle – leichter nachzuvollziehen sind als andere – wie der Einfluss von Treibhausgasen auf das Klima -, so sind doch alle Aspekte wirksam.

          Der Verzicht auf Fleisch wirkt jedoch so klar zur Einsparung von Energie, Wasser, Landflächen und Antibiotika, dass er auch dann geboten wäre, wenn es gar keinen Klimawandel gäbe.

          Wenn Sie Ihr Land wirklich lieben, dann wissen Sie also längst, was zu tun ist, @JoeSachse.

          Ihnen eine gute Woche!

          • Der Verzicht auf Fleisch wirkt jedoch so klar zur Einsparung von Energie, Wasser, Landflächen und Antibiotika, dass er auch dann geboten wäre, wenn es gar keinen Klimawandel gäbe.

            Was die Massentierhaltung betrifft stimme ich zu 100% zu. Ich esse wenig Fleisch, und wenn ich mich meinen Rostbraten kaufe, dann stammt das Fleisch von Rindern, die hier auf kleinen Höfen auf der Weide gehalten wurden. Der Hofmetzger hier in Hohehlohe, bei dem ich einkaufe, weiss auch mit den Tieren umzugehen und sorgt dafür, dass die Tiere beim Schlachten keinem Stress ausgesetzt sind, keine verspannten Muskeln und kein Adrenalin. Und das merkt man dem Fleisch an, jeder Bissen ist geschmacklich ein Genuss. Diesen Genuss und diese Lebensqualität weiss ich seht zu schätzen. Und das ohne schlechtes Gewissen.

            Auch Ihnen eine gute Woche!

            (PS: Ich komme aus Sachsen, mache aber schon 29 Jahre “Aufbau West” im Ländle, vielleicht sieht man sich mal auf einem Ihrer Vorträge)

  32. Sehr geehrter Herr Blume,
    vielen Dank, Ihre Antwort hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern bei weitem übertroffen! Da Sie gegen meine Zahlen und Fakten, erst recht nicht gegen „alte“ Studien wie die Leopoldina-Studie offenbar kein sachliches Argument vorbringen können, packen Sie gleich die ganz großen Knüppel aus: „zynisch, rassistisch“; „..ganz typische Mischung aus vermeintlicher Sachlichkeit und beleidigter Emotion“, „Genau das verursacht ja bei Ihnen die kognitive Dissonanz, Schmerz, Wut und den Wunsch nach Verdrängung“. Noch mehr ad hominem- Argumentation geht wohl kaum. Sorry, aber mit dieser Küchenpsychologie liegen Sie doch wohl ziemlich daneben. Ich halte mich an Zahlen, Daten und Fakten. Holen Sie doch noch mal das Buch „Die Grenzen des Wachstums“ aus dem Jahr 1972 hervor. Damals lebten 3,84 Milliarden Menschen auf der Erde, heute sind es 7,6 Milliarden. Jedes Jahr kommen 80 Millionen Menschen dazu, d. h. die Weltbevölkerung wächst jeden Tag um fast 220.000 Menschen. Allein in Afrika wächst die Bevölkerung jedes Jahr um 30 Millionen Menschen, also um 82.000 Menschen pro Tag. In vielen Ländern werden die Anbauflächen allmählich knapp, ganz gleich, wie viel CO2 diese Menschen pro Kopf und Jahr ausstoßen. Das sind die Fakten! Hier mit „Rassismus“ zu argumentieren ist doch wohl etwas unterirdisch.
    Und der heutige Zustand in punkto CO2 ist ja nicht in Stein gemeißelt: der CO2-Ausstoß pro Kopf und Jahr wird in vielen Ländern steigen. Beispiel China: wie hoch war der CO2-Ausstoß in 1972, als „Die Grenzen des Wachstums“ erschien? Heute sind es 7 t pro Kopf und Jahr, als kaum weniger als in Deutschland (gegenwärtig 9 t, vor 30 Jahren waren es 11 t). Bitte nicht vergessen: es gibt 82 Millionen Deutsche – und 1,4 Milliarden Chinesen. Als nächstes steht Indien auf dem Sprung, nicht umsonst werden Dutzende neue Kohlekraftwerke gebaut und eine der größten Kohleminen der Welt, die Adani-Mine in Australien (Sie wissen schon, die mit der Siemens-Signalanlage!) wird von einem indischen Konsortium gebaut. Auch in vielen Ländern Afrikas laufen Kohlekraftwerke (z. B. Südafrika, 89% der Stromerzeugung aus Kohle) oder es werden neue gebaut.
    Wer im Zusammenhang mit unserem ach so hohen Ressourcenverbrauch mit „Klimaflüchtlingen“ argumentiert, kann angesichts dieser Zahlen nicht mehr ernst genommen werden. Beispiel Afrika: 1950 lebten auf den ganzen Kontinent 230 Millionen Menschen, 1980 waren es schon 480 Millionen, 2010 schon 1,022 Milliarden Menschen, gegenwärtig sind es 1,2 Milliarden und für 2050 wird sich die Zahl auf 2,5 Milliarden mehr als verdoppeln.
    Wenn sich die Bevölkerung in Deutschland ebenso vermehrt hätte, würden heute statt 82 Millionen über 400 Millionen Menschen in unseren Grenzen leben. Können Sie Sie sich vorstellen, wie unser Land unter solchen Bedingungen wirtschaftlich, sozial und ökologisch aussehen würde?
    Der Migrationsdruck in Afrika, der arabischen Welt und in Südostasien hat daher rein gar nichts mit unserem Fleischkonsum oder unseren Ressourcenverbrauch zu tun; das sind Märchen, die seit Jahrzehnten immer wieder aufs Neue wiederholt werden. Und wenn Sie behaupten (eine Ihrer Antworten auf Forumsbeiträge): „Derzeit hungern Menschen nur noch aus einem einzigen Grund, @Karl Bednarik – weil andere via Massentierhaltung Unmengen an Futtermitteln und also Anbauflächen, Energie und Wasser verschwenden.“ – dann ist das schlicht und ergreifend Humbug, oder soll ich lieber schreiben: „Fake News“ oder noch besser: „Glatte Lügen“? Der Hunger und auch Migrationsdruck in den genannten Weltgegenden ist in erster Linie eine Folge der Bevölkerungsexplosion, aber auch Korruption, Gier, Tribalismus und die Unfähigkeiten der Eliten spielen eine gewichtige Rolle. Dass es auch anders geht, zeigen Länder wie China, Südkorea und Taiwan: vor 60 Jahren genau so arm wie viele Länder Afrikas, dazu noch durch jahrelange Kriege verheert, aber innerhalb von zwei Generationen zu boomenden Industriestaaten mit hohem Bildungsgrad und enormen wissenschaftlich-technischen Niveau geworden.
    P.S. Sie schreiben „Ich habe keine „Lebensform als allein selig machende“ verkündet, sondern transparent gemacht, dass ich ja auch selbst bis vor wenigen Monaten wider besseren Wissens Fleisch verzehrt habe.“ Ihr Artikel trieft streckenweise nur so vor Stolz über Ihren Fleischverzicht. Ist der Stolz oder auch Hochmut nicht eine der sieben Todsünden?

    • @Dr. Armin Quentmeier

      Es ist wirklich nett, mit welchem Engagement Sie zu beweisen versuchen, dass Engagement doch nichts bringt. 🤣

      Fakt ist: Wenn Chinesen und Afrikanerinnen auch nur annähernd soviel Fleisch, Energie und fossile Rohstoffe wie wir Deutschen im Durchschnitt beanspruchen würden, dann wäre auch der „Club of Rome“ längst übertroffen. Sie versuchen dagegen verzweifelt – und, ja, damit zynisch und rassistisch – die Existenz anderer Menschen zu problematisieren, um die eigene Verschwendung zu kaschieren. Als ob nicht auch der „Club of Rome“ gerade die Wohlhabenderen angesprochen und zu Verhaltensänderungen aufgerufen hätte!

      Und, nein, es ist m.E. überhaupt kein verwerflicher Hochmut, u.a. Selbstbetrug, Heuchelei und Rassismus beim Namen zu nennen. Klar hätten Sie lieber Kuschel-Christen, die weder etwas von Politik noch von Wissenschaft verstehen und auch Ihre Verschwendung bewundern. Aber mit dieser Erwartung sind Sie hier falsch. Für Ihre Leugnung simpelster, wissenschaftlicher Zusammenhänge und die Pseudo-Rechtfertigung von Massentierhaltung und also Energie-, Wasser- und Landverschwendung dürfen Sie hier keine billige Absolution erwarten. Denn ich meine, eigentlich wüssten und könnten Sie es besser. 😇📚✊

  33. @Quentmeier
    Herr Blume hat vollkommen recht, wenn der die Vorteile einer vegetarischen Ernährung und deren positive Auswirkung auf die Umwelt so stark betont. Dies ist seit langem bekannt – und wenn Herr Blume dies erst im letzten Jahr verstanden hat, dann hat er wohl bekanntes Allgemeinwissen bis dahin gründlich ignoriert.

    Leider ist es aber immer noch so, dass er entscheidende Zusammenhänge nicht versteht – dann kommt er mit moralischen Vorwürfen oder der Unterstellung von Rassismus.

    Fakt ist, dass die Anzahl der Menschen entscheidend für die Zukunft der Menschheit ist. Vermutlich ist nur bei einer Bevölkerungszahl von ca. 2 Milliarden Menschen ein langfristiges gutes Leben auf der Erde möglich.
    Denn die Klimaproblematik ist nur ein Teilproblem welches die zukünftige Lebensqualität bestimmen wird.
    – Schon jetzt haben wir in vielen Lebensräumen eine Übernutzung der verfügbaren Wasservorkommen – was langfristig zur Zerstörung von Lebensräumen führt.
    – Jeder Mensch braucht einen Platz zum Wohnen, für Wege und zum Nahrungsanbau (egal ob Vegetarier oder nicht). Allein dieser Grundbedarf pro Person an Platz führt z.B. zur Zerstörung von Urwald – und damit zur Vernichtung wichtiger Sauerstofflieferanten und biologischer Ressourcen(Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen)
    – schon Justus von Liebig wies darauf hin, dass die ausbeutbaren Minerallagerstätten der Erde begrenzt sind. Bereits jetzt wird diskutiert, dass es schon in der 2. Hälfte dieses Jahrhunderts gewaltige Probleme mit unseren verfügbaren Phosphat-Lagerstätten geben könnte. Phosphor ist für alle Lebewesen lebensnotwendig – ohne ohn gibt es kein Leben! Bisher gibt es aber überhaupt noch keine großräumig eingesetzten Konzepte, wie man diesen Rohstoff wiedergewinnen und im Kreislauf führen kann.

    Weil hauptsächlich nur die Anzahl der Menschen über die Zukunft der Lebensqualität auf der Erde entscheidet – darf man sich gerne vegetarisch ernähren, wenn man sich gut damit fühlt. Aber auch Fleisch darf man bedenkenlos weiter verzehren – denn fleischlose Ernährung bringt langfristig überhaupt keine Lösung unserer wichtigsten Probleme: Wassermangel, Vernichtung von Biotopen/Sauerstofflieferanten, Verschwendung von lebenswichtigem Phosphor

    • @KRichard

      Wenn Sie ernsthaft die Existenz anderer Menschen als überzählig im Hinblick auf begrenzte Ressourcen ablehnen, dann macht die Aussage „auch Fleisch darf man bedenkenlos weiter verzehren“ weder logisch noch moralisch Sinn. Das Mindeste wäre dann, auf die zerstörerische Massentierhaltung zu verzichten, den eigenen Fleischkonsum auf den globalen Durchschnitt zu reduzieren und damit auch anderen Menschen (und Tieren) weiterleben zu ermöglichen.

      • @Blume
        Solange es Leute gibt, die überhaupt nicht bereit sind darüber nachzudenken, dass und wie die Anzahl der Menschen auf der Erde sich auf die Umwelt und die Lebensbedingungen zukünftiger Generationen auswirkt – sind scheinbare Alternativen (Vegetarier, Veganer) keine Lösung des Problems.
        Zerstörung der Umwelt und der Lebensgrundlagen kann z.B. durch vegetarische Lebensweise nur einige Monate hinausgeschoben aber nicht verhindert werden. Deswegen bringt ein Fleischverzicht nur dann etwas – wenn gleichzeitig weltweit Geburtenkontrolle diskutiert und auch schnellstens umgesetzt wird.

        Sie sollten sich z.B. mit dem Thema ´Phosphor´ näher beschäftigen. Wenn in den nächsten Jahrzehnten die ausbeutbaren Phosphat-Ressourcen erschöpft sind – dann ist auch die Existenz moralisch korrekt vegetarisch lebender Menschen gefährdet.

        • @KRichard

          Dieses „Argument“ ist mir aus der Bekämpfung des Antisemitismus wohlbekannt: „Wichtig, da etwas zu machen, Herr Blume! Aber fangen Sie damit doch bitte nur bei Anderen an, nicht gerade hier!“ 🤔😏✊

          • @Blume
            Sie haben bis letztes Jahr Fleisch verzehrt – obwohl seit Jahrzehnten bekannt war, dass sich vegetarische Ernährung sehr positiv auf die Umwelt auswirkt. Für Ihr Verhalten waren aber nicht Sie verantwortlich, sondern andere Idiologen – die Sie verführt haben.

            Und nur weil ich auf Probleme hinweise werde ich jetzt in die Faschismus-Ecke geschoben!

            Sie machen es sich sehr einfach: Probleme lösen Sie, indem Sie andere Menschen beleidigen.

            Sie sollten noch einmal meinen weiter unten stehenden Beitrag lesen: Selbst wenn alle Menschen auf 30% ihres Verbrauches verzichten, werden wir zum Ende dieses Jahrhundert die gleichen Verbrauchswerte haben wie jetzt.

            und dazu noch ein Rechentipp: Weil die Hälfte der Menschheit auf ihren bereits niedrigen Konsum nicht verzichten kann (denn dann würden sie verhungern) bedeutet dies, dass die andere Hälfte auf deutlich mehr als 30% verzichten müsste!
            Vermutlich gibt es kaum Menschen, die dazu bereit sind.

          • Da kann ich Sie beruhigen, @KRichard – Sie gehören m.E. überhaupt nicht in die Faschisten-Ecke. In meinem Kommentar findet sich der Begriff auch gar nicht… Mein Hinweis bezog sich gerade nicht auf eine bestimmte, politische Gruppierung, sondern auf das allzu häufige Phänomen, Veränderungen lieber bei anderen einzufordern als bei sich selbst. Das scheint ein allgemein-menschliches Phänomen zu sein! Ich selbst hätte noch vor einem Jahr womöglich ebenso auf andere Verschwendungen abzulenken versucht… 😏

  34. Ganz ohne Rassismus, aber dafür mit Mathematik:
    Wenn eine Bevölkerung durch einen Vermehrungsfaktor von unter 1 schrumpft, dann stehen jedem Menschen mehr Ressourcen zur Verfügung.
    Ein Vermehrungsfaktor von unter 1 führt zu mehr Wohlstand.
    Wenn eine Bevölkerung durch einen Vermehrungsfaktor von über 1 wächst, dann stehen jedem Menschen weniger Ressourcen zur Verfügung.
    Jeder Vermehrungsfaktor von über 1 führt irgendwann zu einer Katastrophe.
    Die freiwillige Verringerung der Anzahl der Kinder ist deshalb ein wertvolles Geschenk an die Menschen der Zukunft.
    In Deutschland liegt der Vermehrungsfaktor bei unter 0,8, und China hat sogar versucht bis auf 0,5 herunter zu kommen.
    Pflanzenesser können bei gleichem Ressourcenverbrauch eine viel höhere Bevölkerungsdichte als Fleischesser erreichen.
    Deshalb sollten die Fleischesser ihren Vermehrungsfaktor niedrig halten.
    Wenn ich, zum Beispiel, 0 statt 2 Kinder habe, und 0 statt 4 Enkel habe, wie viel mehr Fleisch darf ich dann essen?
    Nachdem ich schon 570 Watt Dauerleistung durch nicht-fliegen einspare, fällt mir gerade auf, dass ich auch noch rund 4 Personen-Agrarflächen durch nicht-vermehren einspare.

    • Danke, @Karl Bednarik. Erlauben Sie mir jedoch den ergänzenden Hinweis, dass kein Mensch zum „Fleischesser“ verdammt ist, schon gar nicht zum Fleischesser aus Massentierhaltung.

      Nach Ihrer eigenen Rechnung könnten also sehr viel mehr Menschen leben – und also auch lieben, lachen, gestalten, entdecken -, wenn weniger Fleisch gegessen würde.

      Und so ist es auch.

  35. Hallo Michael Blume,
    ich bin nicht ganz sicher, ob eine Erhöhung der Bevölkerungsdichte nur positive Auswirkungen hätte.
    Möglicherweise steigt auch die Wahrscheinlichkeit von aggressivem Verhalten.
    Ich, zum Beispiel, bin zwar sicher menschenfreundlich, aber ich lebe wirklich gerne alleine und völlig ungestört.
    Je niedriger die Bevölkerungsdichte ist, um so mehr Wohnraum, Agrarflächen, Rohstoffe und Energiemengen stehen jedem einzelnen Menschen zu Verfügung.
    Das wirkt sich günstig auf die freie Selbstverwirklichung aus.
    Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

    • Hallo Karl Bednarik,

      ja, wenn man von Ihrer Präferenz für weniger Menschen in der direkten Umgebung ausgeht, erscheint es mir konsequent, dass Sie (auch) auf Nachkommen verzichten.

      Die eigentliche Frage – der erstaunlich viele hier wortreich ausweichen – ist jedoch, ob Wohlhabende die Existenz anderer, ärmerer Menschen (die im Durchschnitt auch weit weniger Fleisch konsumieren) als Rechtfertigung anführen können, um selbst überdurchschnittlich viel Fleisch aus Massentierhaltung zu verzehren.

      M.E. passt das nicht zueinander. Gerade auch wer davon ausgeht, dass es zu viele Menschen für diesen Planeten gibt oder geben wird, müsste doch selbst auch den eigenen Verbrauch an Ressourcen wie Energie, Wasser, Anbauflächen etc. reduzieren. Sonst läge m.E. Zynismus (Was kümmert mich das Schicksal Anderer und Späterer?) oder Selbstbetrug bzw. Heuchelei vor. Nicht wahr? 🤔📚

  36. Karl Bednarik,
    nach soviel Wissenschaft mal etwas aus der Bibel.
    Esau hat seinem Bruder Jakob für eine Linsensuppe, sein Recht des Erstgeborenen verkauft.
    Also nicht für einen Hammel, für eine Erbsensuppe!
    So muss man das sehen. Eine Erbsensuppe war eine Köstlichkeit, ist eine Köstlichkeit und wird es ewig bleiben.

    Und das Zweite, was essen Spitzensportler vor einem Wettkampf ? Keinen Hammel, die essen Kohlenhydrate, weil die dem Körper mehr Energie geben als Fleisch.

    Dieser Punkt ist noch gar nicht angesprochen worden. Wir essen nicht zum Vergnügen, wir esser weil wir Hunger haben und weil wir Energie brauchen, wenn wir körperlich arbeiten.
    Und dazu sind Nahrungsmittel mit Kohlehydrate besser geignet als Fleisch !!

  37. Hallo Michael Blume,
    zu Ihren Werbetätigkeiten gegen den Fleischkonsum:
    Ich kann das Verhalten von anderen Menschen nicht beeinflussen.
    Möglicherweise ist auch Ihr Einfluss darauf nicht sehr groß.
    Mein Verhalten kann ich schon beeinflussen:
    Seit 1946 keine Flugreisen, 73 Jahre mal 18.000.000.000 Joule,
    seit 1969 Verzicht auf mindestens 1 Kind,
    seit 1975 kein Verlassen des Großraumes Wien,
    seit 1981 Heizung mit Erdgas, halb so schlimm wie Kohle,
    seit 1986 keine Kunststofftaschen,
    seit 1990 Isolierfenster,
    seit 1999 Proteinquelle Fisch, selten Huhn,
    seit 2000 kein Auto, sondern öffentliche Verkehrsmittel,
    seit 2001 keine Zeitungen aus Papier, aber Internet,
    seit 2002 Hosen und Schuhe werden repariert, und nicht neu gekauft,
    seit 2004 energiesparender Kühlschrank,
    seit 2008 keine Glühbirnen sondern LEDs.
    Wo kann ich meine Klimaschutz-Prämie abholen?
    Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

  38. @Bednarik

    Derzeit gibt es 7,8 Mrd. Menschen auf der Erde – d.h. es werden 7,8 Mrd. Verbrauchseinheiten (VE) verbraucht.
    Wenn alle diese Menschen sofort auf 30 % ihres Konsums verzichten würden – dann hätte man einen Verbrauch von 5,46 Mrd. VE
    (7,8 Mrd * 0,7 = 5,46 Mrd.)

    Bis zur Jahrhundertwende steigt die Bevölkerungszahl aber auf ca. 11 Mrd. an. Mit 30 % reduziertem Verbrauch würden diese Leute dann 7,7 Mrd. VE verbrauchen (11 Mrd. * 0,7 = 7,7 Mrd)

    Dies ist ungefähr der gleiche Stand, den wir jetzt haben – und der als umweltzerstörend zu werten ist.

  39. @Gutes Leben mit wie Vielen?

    Im Prinzip finde ich das entsetzlich, wie wenig Bewusstsein die Menschen in Afrika und in der arabischen Welt darüber zu haben scheinen, welche lebensgefährlichen Probleme sie sich mit ihrem Kinderreichtum einhandeln. Wenn wir da nichts gegen unternehmen, oder die verantwortlichen Zustände auch noch fördern, dann sind wir sicher ein gewisser Teil dieses Problems.

    Es dürfte klar sein, das der Verbrauch von tierischen Nahrungsmitteln darüber entscheidet, wie viel ein einzelner Mensch an Anbaufläche benötigt und verbraucht. Was jetzt noch ein gutes Leben ist, hängt meiner Ansicht aber auch davon ab, wie viel Fleisch, Eier und Käse noch auf dem Speiseplan stehen kann.

    Einen gewissen europäischen Egoismus will ich hier nicht ablehnen. Wir schrumpfen uns tatsächlich gesund, und wenn die in Afrika weiter Bevölkerungsharakiri machen, so bin ich dafür, dass wir da nicht mitmachen, und uns selbst mit unseren eigenen Anbauflächen weiterhin gut ernähren. Einiges an weniger Fleisch wäre sicherlich drin, aber da muss jeder selber gucken wie er das macht, teilweise braucht es dafür auch viele Jahre mit langsamen Fortschritten in der kulinarischen Küchenkunst des Einzelnen.

    Wenn sich hier in Europa der Bevölkerungsrückgang fortsetzt, und dazu auch noch ein Rückgang des Fleischkonsums, dann haben wir natürlich die Möglichkeit, in die überbevölkerten Regionen Nahrungsmittel zu exportieren. Aber ganz oben auf der Liste stände ein Ende des Bevölkerungswachstums und eine wesentliche Verbesserung der Erträge vor Ort durch kompetenten Biologischen Landbau und den Einsatz von angemessenen Maschinen.

  40. Sehr geehrter Herr Blume,.
    Ich sehe wieder einmal: Zahlen, Daten und Fakten haben Sie nichts anderes entgegenzusetzten als haltlose Unterstellungen („Es ist wirklich nett, mit welchem Engagement Sie zu beweisen versuchen, daß Engagement doch nichts bringt.“), Polemiken und Beleidigungen („Selbstbetrug, Heuchelei und Rassismus“), garniert mit albernen Emojis.
    Daher möchte ich Ihnen noch ein paar weitere Zahlen servieren: Der weltweite jährliche CO2-Ausstoß lag in 2017 bei 36 Milliarden t, der Anteil von Deutschland liegt bei 800 Millionen t = 2,2 % (Zahlen von „statista“). Wenn man die Treibhausgase Methan und Lachgas, Distickstoff-Oxid mit einrechnet, sind es 2,5 %. Selbst wenn Deutschland heute nacht komplett stillgelegt werden würde – der Rest der Welt würde es fast nicht merken und der deutsche Anteil würde in ein bis zwei Jahren von anderen Ländern freigesetzt. Der Anteil der Landwirtschaft in Deutschland beträgt 66,3 Millionen t CO2-Äquivalente (darin sind neben dem CO2, das den Löwenanteil ausmacht, auch noch die sehr potenten Treibhausgase Methan und Lachgas, Distickstoff-Oxid, enthalten). Das entspricht 7,3 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland und 0,18 % der weltweiten Emissionen. Der Anteil der Tierhaltung daran beträgt in Deutschland 27 Millionen t, also 2,97 % der deutschen Treibhausgas-Emissionen. Das heißt, wenn wir in Deutschland alle vegan leben, dann sparen wir 2,98 % der deutschen Treibhausgas-Emissionen ein, im Weltmaßstab wären das 0,075 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen. Fürwahr, ein weltbewegender Anteil, ein eklatanter Fall von deutscher Verschwendungssucht! Daher ist das ganze Weltenrettungs-Getue mit veganer Lebensweise deutscher Bürger einfach nur lächerlich und albern! Am deutschen Wesen will die Welt nun mal nicht genesen, in viele Teilen der Welt bleibt der Fleischverbrauch hoch bzw. steigt weiter an.

    • Sie können Ihre Rechentricks so oft Sie wollen aufführen, @Dr. Armin Quentmeier – hier haben Sie zum Beispiel die Effekte aus Fleisch- und Futtermittelimporten (nicht zuletzt aus Südamerika) mal eben leise „vergessen“. Und selbst ohne diese ändert sich nichts daran, dass wir Deutschen pro Kopf ein Mehrfaches der Treibhausgase wie ein durchschnittlicher Mensch in Afrika oder China hervorbringen. Oder würde Ihre bevorzugte Partei plötzlich alle Wählerstimmen verschmähen, weil jeder einzelne Wähler doch nur 0,00001% des Wahlergebnisses ausmacht? Ach, das sei plötzlich relevant? Hmmm… 🤔

      Wenn Sie sich selbst unbedingt zu einem bedeutungslosen Pünktlein herabwürdigen wollen, ist das traurig genug für Sie. Wenn Sie aber auch anderen einreden wollen, es käme ja auf niemanden an und deswegen bräuchte sich niemand anzustrengen, dann ist das böswillig und verantwortungslos.

      Dabei wissen Sie selbstverständlich ganz genau: Wenn wir in den wohlhabenden Ländern nicht unseren eigenen Konsum verändern, verlieren wir gegenüber den Ärmeren jede Glaubwürdigkeit. Verzicht nur für die Armen wäre ungerecht und unglaubwürdig.

      Kurz gesagt: Halten Sie uns anderen bitte nicht für völlig doof und manipulierbar. Und hören Sie auf zu trollen, indem Sie sich selbst und uns immer weiter pseudo-verkleinern. Versuchen Sie sich lieber mal in Würde und übernehmen Sie Ihren kleinen Teil der großen und gemeinsamen Verantwortung.

      PS: Ihr Kommentar machte nur 0,003% aller bisherigen Kommentare auf „Natur des Glaubens“ aus. Ich habe mir dennoch gerne Zeit für ihn genommen. 😅👍📚

      • “Kurz gesagt: Halten Sie uns anderen bitte nicht für völlig doof und manipulierbar.”

        Ich will ja nicht unhoeflich sein. Aber Leute, die glauben, ihr persoenlicher Fleichkonsum habe mehr Einfluss auf diesen Planeten als Sonnenaktivitaet, kosmische Strahlung, Neigungswinkel der Erde, Planetenkonstellationen etc, hat die Frage seiner eigenen Manipulierbarkeit schon beantwortet.

        Sie koennen aber weiterhin auf Ihre Steaks verzichten und sie mir geben, wenn das Ihre Schuldgefuehle reduziert und der Petrus Sie dann am Tag des juengsten Klimagerichts belohnt. 🙂

        • Hihi, @Lars – selbst wenn Sie die Wissenschaftler für üble Verschwörer halten und den Klimawandel auf „Sonnenaktivität, kosmische Strahlung“ & Co. zurückführen wollen – dann ändert das gar nichts an der Verschwendung von Energie, Wasser und Anbauflächen für jedes Kilo Fleisch. Ganz abgesehen davon, dass Sie mit Massentierhaltung Ihr vermeintlich geliebtes Heimatland von Öl- und Gasimporten abhängiger machen und es mit Gülle und Antibiotika „beschenken“.

          So ganz unter uns: Wenn Sie und Ihre Gesinnungsgenossen unser Vaterland und Volk wirklich lieben würden, dann würden Sie nicht aus bloßer Bequemlichkeit ausgerechnet Verstand und Bildung opfern, sondern wirklich nachdenken und entsprechend handeln… 😏😅📚

          • Die Wissenschaftler sind keine üblen Verschwörer, aber sie haben ein sehr wichtigen Faktor übersehen, der zur aktuellen globalen Erwärmung geführt hat, die FCKW oder besser englisch die ozone-depleting-substances (ODS).
            Das hat eine ganz neue Studie, die im renomierten Fachblatt “nature climate change” publiziert wurde, gerade festgestellt: https://t1p.de/f0ew
            Bitte, wer es nicht glaubt, selbst nachlesen: die ODS sind für ein Drittel der globalen Erwärmung seit 1955 und für die Hälfte der Erwärmung der Arktis verantwortlich.
            Damit wird das CO2 doch schon ein ganz kräftiges Stück “entlastet”, stellt man die Aussage im letzten IPCC-Bericht AR5 dagegen, dass das CO2 für mindestens die Hälfte der globalen Erwärmung seit Anfang der 1950er-Jahre verantwortlich sei.
            Diese Studie hat bereits Eingang in die Klimawissenschaft gefunden, zu sehen am Bericht beim NSIDC hier:
            http://nsidc.org/arcticseaicenews/ ganz unten.

            Wie man sieht lag die Klimawissenschaft mit der “Alleinschuld” beim CO2 daneben. Es gibt noch einen zweiten “Schuldigen”, der auch von der Menschheit verursacht ist, aber völlig anders gelagert ist, und einen wirklich erheblichen Einfluss hat.

          • Ja, @Wolfgang Richter – das ist eben einer der großen Unterschiede zwischen empirischen Wissenschaften einerseits und Verschwörungsmythologen andererseits. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hinterfragen, kritisieren und verbessern ihre Modelle immer wieder, während Antisemiten und Rassisten in ihren Wahnwelten feststecken. Und vielerorts auch weiterhin leugnen werden, dass der Klimawandel überhaupt von Menschen ausgeht…

  41. Bei aller Freude über die neue Ernährungsform sollte man die Gesundheit nicht außer Acht lassen. Ich habe mir mal die im Artikel erwähnten vegetarischen Burger “Naturbursche” von Hans im Glück und den “Rebel Whopper” von Burger King näher angesehen. Bei letzterem ist die Nährstoffzusammensetzung ja noch vergleichsweise passabel – auch wenn ich die dazugehörigen Wegwerfverpackungen aus Umweltschutzgründen ablehnen würde. Der „Naturbursche“ dürfte allerdings alles andere als gesund sein. Schließlich enthält er neben 10,1 g Zucker auch noch 53,2 g Fett, wovon 16,7 g gesättigte Fettsäuren sind, die als ungesund gelten, da sie den Cholesterinspiegel erhöhen und somit auch das Risiko für koronare Herzerkrankungen. Nun hat ja Getreide grundsätzlich keinen so hohen Fettgehalt und die Hersteller schreiben auf ihrer Webseite auch nicht woher das Fett im Burger stammt. Vermutlich handelt es sich dabei um Kokos- oder Palmöl, was auch den hohen Anteil an gesättigten Fetten erklären würde. Palmöl bzw. Palmfett ist wegen seines geringen Preises eines der meist verwendeten Fette weltweit. Die Produktionsbedingungen sind allerdings schwer in Verruf geraten, weil für den Anbau Regenwälder abgeholzt und der Lebensraum zahlreicher Tiere zerstört wird. Ähnlich sieht es mit Soja aus (mit dem Veganer ihren Eiweißbedarf decken), das oft aus Südamerika importiert wird und für das ebenfalls der Regenwald gerodet wird. Wer wirklich etwas für das Klima und die Umwelt tun möchte, der muss sich auch als Vegetarier Gedanken über sein Konsumverhalten machen und verschiedene Produkte miteinander vergleichen. Ansonsten füllt er lediglich die Kassen derer, die mit den Fleischersatzprodukten Geschäfte machen wollen.

    • Klar, @Mona – auch die bessere Ernährung ist selten die beste Ernährung. So mag ich ja beispielsweise auch Ketchup, trotz des Wissens um Industriezucker & Co. Und ob jemand noch Fleisch aus Massentierhaltung isst oder schon darüber hinweg ist – mir ist die Richtung wichtiger als das Bestehen auf Perfektion. Diese bleibt m.E. immer ein Ideal, dem sich reale Menschen zwar annähern, dass wir aber kaum erreichen werden.

      Vielen lieben Dank für die konstruktiven Hinweise! Und ggf. könnten wir ja „Hans im Glück“ einmal nach den verwendeten Fetten fragen… 🤔 #Kundenpower

    • off topic
      Heute abend 20.15 im TV: ZDFzeit: Die Tricks der Lebensmittelindustrie
      In dieser Sendung soll u.a. gezeigt werden, wie Veggie-Burger hergestellt werden.

      • Vielen Dank für den Hinweis! Es ist ja immer gut, sich über Nahrungsmittel und deren Produktion zu informieren. Wer würde wohl noch Fleisch aus Massentierhaltung essen, wenn er oder sie mit den realen Zuständen konfrontiert würde? Umgekehrt sollten auch vegetarische Produzenten kritisch unter die Lupe genommen und weiterentwickelt werden. 👍✅😋

  42. Nachdem unser Verwandter seinen Airedale- Terrier nicht mehr mit Fleisch gefüttert hat, der Tierarzt hatte eine Fleischallergie diagnostiziert ! !, sollte auch die Hundenahrung auf den Prüfstand.

    Hund müssen nicht jeden Tag Fleisch essen. In den Nachkriegsjahren wurden Hunde mit Abfällen gefüttert, meistens Kartoffelreste, und die haben auch gelebt. Besser gelebt. Fette Hunde gab es selten.

    Nur mal so zum Nachdenken !

  43. @Martin Holzherr

    Die Studienlage zu vegetarischer und veganer Ernährung und mentaler Gesundheit ist komplexer als Sie diese darstellen. Ich bin Ihren Quellen nachgegangen.

    Sie zitieren oben den EEK-Report. Dieser bezieht sich auf eine Studie von Michalak et al. Wenn Sie diese suchen und finden, werden Sie feststellen, daß die Richtung der Kausalität unklar ist. Das stimmt mit anderen Studie, die ich gefunden habe, überein.
    (Die Prävalenz-Angaben lassen keinen Schluss darauf zu, dass mit längerer vegetarischer Ernährung die Wahrscheinlichkeit steigen würde.)
    Zitat aus der Studie, die als Grundlage für den EEK-Report dient(Übers. Deepl):
    “Obwohl Unterschiede im Ernährungsstatus vor dem Beginn der vegetarischen Ernährung, die die Anfälligkeit für psychische Störungen beeinflussen, nicht vollständig ausgeschlossen werden können, stimmt unser zeitlicher Befund eher mit der Ansicht überein, dass psychologische Mechanismen die Assoziation zwischen Vegetarismus und psychischen Störungen verursachen.” (S. 8)
    Doi: 10.1186/1479-5868-9-67

  44. Sehr geehrter Herr Blume,
    immer wieder die gleiche Reaktion von Ihnen: ich liefere harte Fakten und belastbare Zahlen. Die können Sie nicht widerlegen, daher antworten Sie mit Polemiken, Beleidigungen und hanebüchener Rabulistik. Aber bitte, dieses Land ist ein freies Land, und „jeder nach seiner Fasson“, wie der große Friedrich schon sagte.
    Aber ich möchte noch einmal auf die Biogas-Erzeugung zurückkommen. „Die alte Leopoldina-Studie“ ( erstellt von hochkarätigen Naturwissenschaftlern in 2012) ist ja nach wie vor aktuell und die Schlussfolgerung ist immer noch völlig korrekt: „Die direkte Nutzung von Biomasse als Rohstoff für industrielle energetische Nutzung verbietet sich wegen der geringen Effizienz und der vielfältigen Nebenwirkungen“. Aber ich möchte einen aktuellen Beitrag aus dem Jahr 2019 nachliefern, und zwar aus „Spiegel online“ vom 24.5.2019, der auf einer Studie des Umweltbundesamt beruht und aus dem ich wie folgt zitieren möchte:
    Titel: Zahlreiche Mängel Alle zwei Wochen kommt es zu einem Unfall in einer Biogasanlage.
    https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/umweltbundesamt-warnt-vor-gefahren-durch-biogasanlagen-a-1269091.html
    „Das Umweltbundesamt warnt vor den Gefahren durch Biogasanlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen…..Einer Auswertung des Amtes zufolge kommt es durchschnittlich alle zwei Wochen zu einem Unfall in einer Biogasanlage, teils mit gravierenden Folgen. Seit 2005 seien dabei 17 Menschen getötet und 74 verletzt worden. ….
    In Deutschland sind derzeit laut dem Fachverband Biogas rund 9000 Biogasanlagen in Betrieb,…. 2018 wurden rund fünf Prozent des deutschen Stroms mithilfe von Biogas produziert… Erhebliche Gefahren, vor allem für die Umwelt, gehen dem Papier zufolge von sogenannten Gülle-Tsunamis aus. Dabei laufen Gärreste oder Gülle aus den Biogasanlagen aus, teilweise mehrere Millionen Liter. Diese könnten “Gebäude fluten, Fischsterben in Gewässern auslösen und Schutzgebiete erheblich schädigen”. Laut Statistischem Bundesamt sind Biogasanlagen für den Großteil an wassergefährdenden Stoffen verantwortlich, die bei Unfällen freigesetzt werden. So gab es im Jahr 2017 insgesamt 741 Zwischenfälle, bei denen 10,2 Millionen Liter solcher Substanzen austraten….
    Die zum Teil veraltete oder unzureichende Technik ist laut Umweltbundesamt nicht nur ein Sicherheitsproblem, sondern auch für das Klima schlecht. Denn das Treibhausgas Methan, das in den Anlagen erzeugt wird, kann an unterschiedlichen Stellen unkontrolliert entweichen. Der geschätzte Gesamtverlust belaufe sich auf 300.000 Tonnen Methan pro Jahr, was rund 0,8 Prozent der jährlichen deutschen Treibhausgasemissionen im Jahr 2015 entspräche. In der Gesamtbetrachtung könnten Biogasanlagen “sogar eine negative Klimabilanz aufweisen, das heißt mehr Emissionen an klimaschädlichen Gasen verursachen als einsparen…“ Ende des Zitats.
    Eigentlich hätte die Leopoldina-Studie schon zur sofortigen Beendigung des Biogas-Wahns führen müssen. Nun kommt das Umweltbundesamt, das nun auch kein Leichtgewicht und erst recht keine von „Rechtspopulisten“ unterwanderte Behörde ist und zeigt glasklar, dass Biogasanlagen nicht nur gefährlich sind, sondern auch für den Klimaschutz nichts bringen, sondern eher noch dem Klima schadet. Leider ist die Politik in unserem Land nicht (mehr) willens oder fähig, gravierende Fehlentwicklungen zu stoppen, denn das würde das Eingeständnis erzwingen, 20 Jahre lang auf dem Holzweg gewandelt zu sein und den Bürgern alternative Energien aufgezwungen zu haben, die eben diese Bürger noch mit absurden Subventionen über immer höhere Strompreise bezahlen müssen.
    P.S. 17 Tote und 74 Verletzte durch Biogasanlagen in 15 Jahren – das ist ein Mehrfaches der Opfer, die die Kernenergie-Nutzung in 60 Jahren in Deutschland gefordert hat! Dabei dürfte die Kernenergie ein Vielfaches der Strommenge erzeugt haben, die durch Biogas bisher erzeugt worden ist. Wo bleibt der Ruf nach Ausstieg aus der Biogaserzeugung, nicht nur wegen des erwiesenen Unsinns dieser Energieform, sondern vor allem wegen des eindeutig dokumentierten Gefahrenpotentials?

    • Sehr geehrter Herr Quentmeier,

      Ihren persönlichen Feldzug pro Massentierhaltung und Atomenergie sowie gegen Biogasanlagen finde ich sehr interessant. Dabei ignorieren Sie konsequent, dass ich nirgendwo einen exklusiven Einsatz von Biogas gefordert, sondern mich für die Förderung verschiedener Arten erneuerbarer Energien ausgesprochen habe.

      Wenn ich mich nun auf die Seiten des Umweltbundesamtes begebe, so muss ich feststellen, dass Ihre Ausführungen dazu irreführend und Ihre Forderungen nach einer “sofortigen Beendigung des Biogas-Wahns” fragwürdig sind. So mahnt das Umweltbundesamt zu Recht Verbesserungen u.a. bei der Sicherheit von Anlagen an, spricht sich jedoch grundsätzlich “für” die weitere Biogasnutzung aus.

      “Biogasanlagen können einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten, wenn sie emissionsarm betrieben werden. Durch zum Teil veraltete oder unzureichende Technik können sie allerdings – entgegen ihrem eigentlichen Sinn – auch erhebliche klimarelevante Methanemissionen verursachen.”
      https://www.umweltbundesamt.de/themen/biogasanlagen-muessen-sicherer-emissionsaermer

      Auch hier mache ich also wieder die Erfahrung: Seriöse Kritik zielt auf konstruktive Verbesserungen ab, hier beispielsweise durch den Vorschlag einer Biogasanlagen-Verordnung (also einer stärkeren Regulierung, gerade nicht einer Beendigung). Unseriöse Kritik nimmt dagegen selbst eine Diskussion über die unbestritten schädliche Massentierhaltung zum Anlass, um mit verkürzten Zitaten die “sofortige Beendigung” (!) eines vermeintlichen “Biogas-Wahns” zu fordern.

      Dennoch möchte ich mich bei Ihnen ehrlich bedanken. Durch die Diskussion mit Ihnen habe ich wieder einiges erfahren und gelernt und neue Einblick gewonnen.

  45. Interessant, dass sich spätestens seit dem 5. Februar nicht einmal @Michael Blume Gedanken darüber macht, ob man vielleicht mit dem Verzicht auf Thüringer Rostbratwürste beginnen sollte. Insbesondere auf die im Flötenblock schwarz verbrannten und die gelb verfärbten.
    Das könnte doch eine wahrhaftige Werteunion stiften …

    Grüsse galileo2609

    • Lieber @galileo2609, meinen Sie wirklich, dass das Herabwürdigen eines ganzen Landes hilfreich ist? Gerade weil ich immer und deutlich klare Kanten gegen Antisemitismus auch in der AfD gezeigt habe, erlaube ich mir den Hinweis darauf, dass es in Teilen der Linkspartei eben auch v.a. israelbezogenen Antisemitismus gibt – und dass zum Beispiel das antisemitische Bündnis zwischen RAF, PLO und SED/Stasi noch kaum aufgearbeitet wurde. Genau auch darum ging es hier vor Kurzem:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-haeufige-vergessen-antisemitische-anschlaege-in-deutschland-nach-1945/

      Für alle politischen Lager – auch für links – gilt: Wer den Kampf gegen Antisemitismus ernst meint, sieht den Handlungsbedarf nicht nur bei anderen. Und wer sich von oben herab über die Thüringerinnen und Thüringer erheben will, sollte zuvor einfach mal recherchieren, wo eigentlich Herr Höcke, Herr Kemmerich et al. aufgewachsen sind…

  46. Dr. A. Quentmeier,
    Biogas aus Gülle hängt direkt mit der Massentierhaltung zusammen.
    Wenn wir unsere Nachfrage nach Fleisch reduzieren, reduzieren wir die Güllemenge und damit auch das Biogas. Das wäre doch in Ihrem Sinne ?

    • Danke, @bote. Es hat ja tatsächlich eine gewisse Komik, die Massentierhaltung mit Warnungen vor Gülle und Methan aus Biogasanlagen verteidigen zu wollen… 😉

      M.E. spräche doch alles dafür, hier vernetzt zu denken und gerade auch durch die Reduktion der Massentierhaltung wie auch durch höhere Standards bei den erneuerbaren Energien Emissionen an Gülle, Methan, CO2 zügig zu reduzieren…

  47. Sehr geehrter Herr Blume,
    bei jeder Antwort von Ihnen muss ich erst einmal Unterstellungen, Halbwahrheiten und glatte Lügen von Ihnen zurückweisen. Also, auf geht´s:
    1. „Ihren persönlichen Feldzug pro Massentierhaltung und Atomenergie sowie gegen Biogasanlagen finde ich sehr interessant.“ Das ist nicht mein „persönlicher Feldzug…gegen Biogasanlagen“, sondern mein konsequentes Eintreten für die harten Fakten und gegen Ideologie und Wunschdenken.

    2. „Ihren persönlichen Feldzug pro Massentierhaltung und Atomenergie sowie gegen Biogasanlagen finde ich sehr interessant.“ Wo habe ich mich für Massentierhaltung ausgesprochen? Für mich gehört Fleisch zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, aber alles mit Maßen. Der alte Paracelsus kann auch hier zitiert werden: „Es kommt auf die Dosis an, ob ein Stoff giftig ist.“ Also kein Fleischkonsum im Übermaß, nicht jeden Tag ein Steak, ein Riesenkotelett, Bratwürste oder einen Hamburger. Wenn Fleisch, dann sollte es aus artgerechter Tierhaltung kommen. Massentierhaltung halte ich für verwerflich.
    3. Wo werfe ich Ihnen denn vor, dass Sie „einen exklusiven Einsatz von Biogas“ gefordert haben? Das habe ich nirgendwo behauptet, das ist eine glatte Lüge.
    4. Die Nutzung von Pflanzenabfällen aller Art, aber auch von Gülle, zur Biogaserzeugung kritisiere ich nicht, denn diese Stoffe fallen ja ohnehin an und müssen entsorgt werden. Ebenso fällt Biogas in den Faultürmen von Kläranlagen an. Allerdings müssen hier die allermeisten Biogasanlagen aufgerüstet oder erneuert werden, damit kein Methan in die Umwelt gelangt.
    5. Sie behaupten, meine Ausführungen zu der Studie des Umweltbundesamtes seien „irreführend“. Dazu ein Zitat aus dieser Studie: „Biogas aus Gülle oder Ernteresten statt fossiler Brennstoffe ist grundsätzlich gut fürs Klima. Gleichzeitig sind Biogasanlagen aber eine Gefahr für Mensch, Klima und Umwelt. Damit klimaschädliche Gase und wassergefährdende Stoffe nicht aus den Anlagen entweichen und hochentzündliche Gase zu Unfällen führen, empfiehlt das UBA eine rechtsverbindliche Biogasanlagen-Verordnung.“ Ende des Zitats. Solange es diese Verordnung nicht gibt – und erst recht nicht umgesetzt worden ist, sind Biogasanlagen eben „Gefahr für Mensch, Klima und Umwelt“ – und ihr Effekt auf das Klima ist eher schädlich als nützlich. In dem Zitat ist übrigens von Biogas aus Gülle oder Ernteresten die Rede, nicht von Pflanzen, die extra für die Biogas-Gewinnung angebaut werden. Nur dagegen wende ich mich vehement!
    6. Meine Forderung zur Beendigung des „Biogas-Wahns“ richtet sich gegen den gezielten Anbau von Energiepflanzen – dabei handelt es sich zum größten Teil um Mais. Der Anbau dieser Energiepflanzen, der auch in der Leopoldina-Studie kritisiert wird, hat mittlerweile erschreckende Ausmaße angenommen: In 2018 wurden auf etwa 1,35 Millionen Hektar (das entspricht etwa acht Prozent der gesamten Landwirtschaftsfläche Deutschlands) nachwachsende Rohstoffe für die Biogasproduktion angebaut. Der größte Anteil dabei entfällt auf den Maisanbau; Stichwort „Maiswüste“ oder „Vermaisung“ der Landschaft. Damit werden über 9000 Biogasanlagen beschickt und der so erzeugte Strom macht gerade einmal bescheidene 5,4 % der deutschen Stromverbrauchs aus.
    7. Laut „agora-energiewende“ werden durch Biogas 5600 MW elektrische Leistung erzeugt, das entspricht ca. sechs großen Kohlekraftwerken oder fünf Kernkraftwerken. Das ist, wohlgemerkt, der Bruttoertrag! Und für diese Leistung werden also auf 1,35 Millionen Hektar = 13500 km² nachwachsende Rohstoffe angebaut, zumeist Mais – das ist Intensiv-Landwirtschaft in Reinkulur. Das ist doch ein völlig absurder Flächenverbrauch für einen vergleichsweise bescheidenen Beitrag zur Stromversorgung.
    8. Wie bereits erwähnt, sind die 5600 MW elektrische Leistung der Bruttoertrag. Davon muss der Energie- und Materialeinsatz für die Maisgewinnung abgezogen werden – und das sind zahlreiche Schritte: Pflügen, Düngen, Aussaat, Ausbringen von Pestiziden (mehrfach), Ernte, Transport zur Biogas-Anlage, Silierung zur Lagerung für Ganzjahresbetrieb, Energieverbrauch der Anlage und Entsorgung der Gärreste. In diese Bilanz muss noch die mikrobielle Freisetzung von Distickstoffoxid, N2O (Lachgas) eingerechnet werden, das in der Landwirtschaft beim Einsatz von Stickstoff-Dünger zwangsläufig anfällt. Das ist als Treibhausgas ca. 300 mal potenter als CO2!
    Fazit: Biogas aus Energiepflanzen, die extra zur Biogasgewinnung angebaut werden, ist kompletter Irrsinn. Das nützt dem Klima überhaupt nicht, eher schadet es. Und dafür, dass für den Klimaschutz bestenfalls nichts erreicht wird, werden 13500 km² gutes Ackerland mit Energiepflanzen bebaut, Düngemittel, Treibstoffe und Pestizide eingesetzt und aberwitzige Subventionen in Milliardenhöhe gezahlt – und -ich wiederhole – das alles (bestenfalls) für nichts. Das ist ein landesweiter Schildbürgerstreich allererster Güte!
    Deutschland ist wirklich vom Land der Dichter und Denker zu einem Land der Fanatiker und Wirrköpfe geworden, die einfachste Tatsachen ignorieren und nicht einmal mehr die Grundrechnungsarten beherrschen.
    P.S. Zum Irrsinn der gesamten deutschen Energiewende erschien vor wenigen Wochen ein wunderbarer Artikel auf „welt online“, leider kostenpflichtig: „Die Energiewende ist nur bei drohendem Weltuntergang zu rechtfertigen“; Autor Stefan Aust, erschienen am 1.2.2020. Das einleitende Zitat zu diesem Artikel von Heinrich Heine möchte ich Ihnen zum Schluss nicht vorenthalten:
    “Franzosen und Russen gehört das Land
    Das Meer gehört den Briten
    Wir aber besitzen im Luftreich des Traums
    Die Herrschaft unbestritten.”

    • Ach, sehr geehrter Herr Quentmeier, herzlichen Glückwunsch zum nur noch nervigen Pseudo-„Kommentieren“. In diesem Blogpost ging es ganz konkret um die Reduktion des Fleischkonsums – und um die vielen Möglichkeiten für Energieeinsparungen und Energieerzeugung, die sich daraus ergeben. Sie haben es „geschafft“, in typisch Alphamale-rechthaberischer Form die Diskussion für Ihre ganz persönliche Obsession „gegen Biogas“ zu kapern (das in o.g. Post nur am Rande vorkommt). Nur, um nach zigfacher Intervention meinerseits jetzt zurück zu rudern und zu schreiben, Sie wären ja gar nicht gegen die Reduktion von Fleischkonsum (also die These dieses Blogposts!), fänden eine Biogas-Verordnung eigentlich ganz gut, hätten das mit der „Beendigung des Biogas-Wahns“ gar nicht so gemeint, sähen durchaus auch sinnvolle Bereiche für Biogas, wollten Massentierhaltung gar nicht grundsätzlich verteidigen usw.

      Ja, warum denn bitte nicht gleich so? Waren die ellenlangen Alphamale-„Kommentare“ hier wirklich nötig? 😏🤷‍♂️

      Nun, es ist schon gut. Das Internet verführt ja viele gesetzte Herren zum Trolling. Sie hatten nun Ihre Minuten digitaler Aufmerksamkeit, ohne selbst einen Blog betreiben zu müssen. Und wir alle konnten uns über Biogas und Netiquette unsere Gedanken machen. Das ist doch immerhin etwas.

      Gibt es sonst noch etwas, was ich für Sie tun kann?

      Nein, Platz für weitere, obsessive Anti-Biogas-Troll-Kommentare habe ich leider nicht zu verschenken… Lassen Sie es gut sein oder üben Sie sich doch ggf. etwas in digital-sozialer Kompetenz.

      Ihnen alles Gute, oder wie man im Netz auch sagt: Get a life! 🌷✅

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