Warum Bücherverbrennungen Dualismus fördern und Freiheitsrechte missbrauchen

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Evolutionsgeschichte der Religion(en)
Natur des Glaubens

Der vom Judentum zum Christentum konvertierte Literat Heinrich Heine (1797 – 1856) schrieb einst: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

Der häufig als Vorausahnung der antisemitischen NS-Bücherverbrennungen und Massenmorde zitierte Satz entstammt dabei der Tragödie (“Almansor”) und verurteilt die Verbrennung eines islamischen Koran durch christliche Reconquistas:

Almansor:

Wir hörten daß der furchtbare Ximenes,Inmitten auf dem Markte, zu Granada –Mir starrt die Zung im Munde – den KoranIn eines Scheiterhaufens Flamme warf!

Hassan:

Das war ein Vorspiel nur, dort wo man BücherVerbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

Sie ahnen also, was ich zu den verschiedenen Anfragen zu Koran-Verbrennungen in Schweden gesagt habe. Ich halte Bücherverbrennungen – ob religiöse oder säkulare Literatur – für grundsätzlich illegitim und plädiere dafür, sie ebenso zu verbieten wie das Verbrennen von Flaggen.

Da das Judentum die erste Religion der Alphabetisierung war – der Noahsohn Sem als erster Alphabetlehrer gilt -, waren Jüdinnen und Juden besonders früh und oft mit der Praxis feindseliger Bücherverbrennungen konfrontiert – die sehr oft tatsächlich in Gewalt gegen Menschen übergingen. Auch die historische Erfahrung spricht also klar gegen jede Gestattung von Bücherverbrennungen.

Aus Respekt vor Büchern lege ich diese grundsätzlich nicht auf den Boden. Foto von einer Redenvorbereitung: Michael Blume

Nun wurde in Schweden eine Demonstration vor der israelischen Botschaft angemeldet, bei der die jüdische Thora und christliche Bibeln verbrannt werden sollen. “Als Präsident des Staates Israel habe ich die Verbrennung des Korans verurteilt, der den Muslimen auf der ganzen Welt heilig ist, und es bricht mir jetzt das Herz, dass das gleiche Schicksal einer jüdischen Bibel, dem ewigen Buch des jüdischen Volkes, bevorsteht”, teilte Israels Präsident Izchak Herzog mit.

Ein Tweet zur Tagesschau-Meldung über Bücherverbrennungen in Schweden. Screenshot: Michael Blume

Bücher und Flaggen als kollektive Symbole

Bücher sind mehr als nur Papier, ebenso wie Flaggen mehr als nur Stoffe sind. Sie sind jeweils Symbole für kollektive Identitäten und ihre planmäßige, öffentliche Verbrennung drückt damit die Absicht einer Vernichtung dieser Gruppen aus. Das gilt für religiöse Schriften, aber ebenso auch für philosophische Werke wie z.B. Marxens “Kapital”, Dawkins “Gotteswahn” oder “Gedanken zur Erziehung der Töchter” der frühen Feministin Mary Wollstonecraft, für Verfassungen, Lyrikbände und Musik-Partituren. Dienstag spreche ich über Goethes “Faust” im Faustmuseum Knittlingen – und ich kann Ihnen sagen, wie sehr eine Verbrennung auch dieses deutschen Klassikers mich und viele andere verletzen würde.

Einladung zum Faust-Vortrag am 18.07.2023 im Faustmuseum Knittlingen. Das Redeskript plane ich auch wieder auf diesem Blog einzustellen. Bild & Screenshot: Michael Blume

Förderung des feindseligen Dualismus durch Bücher- und Flaggenverbrennungen

Indem die angegriffene Gruppe durch Bücher- oder Flaggenverbrennungen in ihrer Gesamtheit entwürdigt und bedroht wird, entsteht ein Zwang zur Solidarisierung: Die Gruppenabgrenzungen werden verstärkt. Solche symbolischen Verbrennungen dienen also nie dem monistischen Diskurs, sondern zielen immer auf die dualistische Zerspaltung von Menschen in einander feindselige Gruppen. In Schweden gibt es entsprechend sogar Hinweise, dass die Koranverbrennungen durch Putin-Propagandisten befördert wurden, die damit auch die NATO spalten wollen.

Schon jetzt gehen die digitale Polarisierung und der eskalierende Dualismus quer durch alle Religionen, Kulturen und Weltanschauungen. Wer den durch die Klima- und Wasserkrise ohnehin zunehmend unter Stress geratenden Gesellschaften also eine gute Zukunft wünscht, sollte Bücher- und Flaggenverbrennungen untersagen.

DLF-Interview zum religions- und kulturübergreifenden Dualismus.Ein DLF-Interview zu “Rückzug oder Kreuzzug?” und zum weltweiten Vormarsch des Dualismus. Screenshot: Michael Blume 

Wer lieber (oder zusätzlich) lesen mag: Hier ein Artikel zur Frage von Meinungsfreiheit und Erkenntnisfortschritt.

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“ für Wissenschaft und Demokratie, gegen Verschwörungsmythen und Wasserkrise.

53 Kommentare

  1. Zwei Anmerkungen, die erste nur gelehrte Nörgelei:

    Der vom Judentum zum Christentum konvertierte Literat Heinrich Heine

    Der vom Judentum zum Christentum konvertierte Literat Karl Marx

    ginge Ihnen vermutlich nicht so leicht aus der Feder, obwohl beide aus denselben Gründen zum Christentum konvertierten: Weil man nur als Protestant im Staat Preussen mit seinem Staatschristentum Karierre machen konnte. Wirklich konvertiert ist Heine erst in seiner Matratzengruft, und da bleibt im Ungefähren, zu welchem Gott genau.

    Indem die angegriffene Gruppe durch Bücher- oder Flaggenverbrennungen in ihrer Gesamtheit entwürdigt und bedroht wird

    Ist im Falle der Muslime völlig nebensächlich, daß damit auch eine Gruppe angegriffen wird. DAS WORT GOTTES wird geschändet. Das Wort Gottes ist im Koran inlibriert, wie es in einer geweihten katholischen Hostie inkorporiert ist (… und das WORT wurde Fleisch, Joh.1). Das Göttliche selber ist präsent, nicht einfach symbolisiert, in einem Koranspruch beim Dönermann, wie das Heilige vergegenwärtigt ist in einer Ikone in einer griechischen Pizzabude (so sie denn echt ist).

    Analog zur Koran- wäre nicht eine Bibelverbrennung, sondern eine Hostienschändung.

    Im Verlauf der Debatte um die Fatwa gegen Salmon Rushdie wurde in Großbritannien diskutiert, ob seine Satanischen Verse nicht auch unter dem britischen Blasphemieparagraphen fallen. Die Antwort war: Nein. Der britische Blasphemieparagraph begründet sich nicht aus irgendwelchen verletzten religiösen Gefühlen irgendwelcher Gläubiger, ebenso wie die Majestätsbeleidigung nicht nur und nur nebensächlich Gefühle von Royalisten verletzt. Man beleidigt die Queen nicht, man beleidigt Gott nicht. Den muslimischen Allah aber kann man in diesem Sinne nicht beleidigen, weil es ihn nach damaliger britischer Rechtsauffassung nicht gibt …

    • Was ist nur mit Ihnen los, @Alubehüteter? Manchmal kann mensch mit Ihnen die besten Debatten führen – und dann wieder posten Sie irgendwelche wirren Unterstellungen. So habe ich schon oft über die Taufe des jungen Marx gesprochen und geschrieben – warum sollte das für mich irgendwie schwierig sein? Religionswechsel sind in der Religionsgeschichte in alle Richtungen und aus den verschiedensten Motiven sehr häufig.

      Bitte bemühen Sie sich ein wenig, Ihre besten Standards zu halten, statt in Spekulationen über die Wahrheit von Konversionen, Göttern oder Marx-Heine abzudriften. Sie können das auch weiterhin besser.

      • Ich kenne Ihre Veröffentlichungen zu Marx nicht. Weder Heine, und schon gar nicht Marx nehme ich ab, daß sie zu diesem Zeitpunkt ehrlich zum Christentum, aus innerster Überzeugung konvertiert wären.

        Hatte etwas rausgesucht, von dem ich mich fragte, ob ich Sie damit nicht belästige, der Text ist etwas länger. Aber Heines Remix der Gretchenfrage könnte Sie ja interessieren, wo Sie derzeit wieder mit dem Faust beschäftigt sind, und jetzt gehört das natürlich erst Recht hier hinein:

        Die Harzreise, weiter heruntergescrollt finden Sie ein Gedicht, eine Bergidylle in vierzeiligen Strophen.

        Auf dem Berge steht die Hütte,
        Wo der alte Bergmann wohnt;
        Dorten rauscht die grüne Tanne,
        Und erglänzt der goldne Mond.

        In drei Teilen: Wenn Sie den ersten und dritten Teil in einem Guß lesen, nun ja, Heine halt, Durchbruch gerade mit seinem Buch der Lieder, hier Ähnliches, weiter ausgetragen. Der Zweite Teil dann allerdings sehr spürbar nachträglich hineinmontiert, tatsächlich aus Anlaß seiner abgenötigten Konversion, wo er hier jetzt seine eigentliche confessio ablegt. Und die ist eben nicht zum Christentum, sondern zu Hegel/Spinoza.

        Jetzo, da ich ausgewachsen,
        Viel gelesen, viel gereist,
        Schwillt mein Herz, und ganz von Herzen
        Glaub ich an den Heil’gen Geist.

        Dieser tat die größten Wunder,
        Und viel größre tut er noch;
        Er zerbrach die Zwingherrnburgen,
        Und zerbrach des Knechtes Joch.

        Bonus: Germanisten haben natürlich nachgeforscht, und ja, die Harzreise, eine Fußwanderung Heines rund um de Brocken, hat es tatsächlich gegeben. Und ihren scharfen Blicken war natürlich nicht entgangen, daß das eine sechstägige Wanderung war. Wurde man natürlich neugierig: Was tat der historische Heine am siebten Tag?

        Er besuchte Goethe.

        • Gut und schön, @Alubehüteter – nur scheinen Sie sich selbst nicht bewusst zu sein, wie leicht es für Privilegierte ist, über die „ehrlichen Überzeugungen“ Anderer zu spekulieren und zu spotten. So mag Ihnen die Vermeidung von Diskriminierung als unecht und verspottenswert erscheinen, doch für Betroffene mögen sich die Gefühle sogar wandeln.

          Ich beschreibe respektvoll, Sie richten von oben herab. Und das eben bedauere ich.

          Der Übergang der religiösen Sprache in Literatur, Kunst und Geniekult, die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Anerkennung – all dies war menschlich und ist gut erforscht. Danke für die schöne Schilderung dessen.

          • Ich spotte überhaupt nicht, schon gar nicht richte ich über Heinrich Heine? Drücke ich mich denn so mißverständlich aus ??

            Mein Alltagsverständnis von Konversion: Wenn ich erfahre, ein Arbeitskollege sei vom Islam konvertiert zum Christentum, dann gehe ich davon aus, daß er ein überzeugter, gläubiger Christ geworden ist. Weil man heute aus freien Stücken einer Religion zugehören, sie wechseln, oder es auch lassen kann. Und das aber ist bei Heine letztlich ebensowenig der Fall gewesen wie bei Marx. Zumindest für Heine habe ich nun eine Quelle beigetragen, daß er durchaus nicht so überzeugt war von seiner neuen Religion. Sie hatten andere, zu ihren Zeiten alles andere als verachtenswerte Gründe, zu konvertieren als die der inneren Überzeugung; in späteren finsteren Zeiten hätte man gesprochen von Gründen, sich “das richtige Parteibuch” zuzulegen. Ob sich ihre Gefühle für das Christentum nach der / durch die ihnen abgenötigte Konversion wandelten … ist Spekulation, und in meinen Augen eine sehr gewagte.

            Aus der bloßen Tatsache, daß jemand ein SED-Parteibuch hatte, zu schließen, er sei ein überzeugter Sozialist gewesen, ist vorschnell. Ebenso wenig legitim ist die Annahme, Heine sei Christ gewesen, nur weil er (aus durchaus legitimen Karierregründen) der protestantisch-preussischen Staatskirche beitrat. Und so läßt sich Ihr Eingangssatz sehr schnell mißverstehen.
            Deswegen finde ich Ihre Eingangsbemerkung missverständlich bis überflüssig, das ist alles.

          • Es ist halt seltsam und auch ein wenig unangenehm, was Sie mir, Heine et al. unterstellen, @Alubehüteter. Schon die Annahme, bei Konversionen müsste es um „Überzeugungen, Glauben, richtige Gefühle“ gehen, ist stark konfessions-, generations- und geschlechtsgebunden.

            Hören Sie, ich kann und mag wirklich keine Einzelseminare leisten. Sie müssten sich schon selbst fragen, ob Sie sich vorstellen können, dass andere Menschen anders auf die Welt schauen als Sie. Religionswissenschaft ist dafür ein klasse Weg – auf den man(n!) sich aber auch einlassen müsste. Sie könnten das, da bin ich mir sicher!

  2. Wenn der brennende Koran oder die brennende Thora ein Fähnchen ist, das für eine kollektive Identität steht, ist das Löschwasser das Feuer.

    Es gehören immer noch zwei zum Tanz: Sie gehören zu den Gewinnern des Systems. Sie verstehen nicht, was die Gegner für Probleme damit haben. Ihre Gegner sehen nur, dass das System ihre Probleme schafft, also greifen sie alles an, was sie als Fähnchen dieses Systems wahrnehmen. Sie sehen nur, dass das System, das Ihre Probleme löst, angegriffen wird, also verteidigen Sie es als Ganzes – all seine Fähnchen, die zusammen ein Kollektivfähnchen ergeben, gegen das Kollektivfähnchen der Anderen. So wird aus einem lösbaren Wirtschaftskonflikt ein unlösbarer Religionskrieg.

    Ein Symbol ist das Grunzen des Alphatieres, um das sich alle Äffchen scharen, und das Tier hat viele Köpfe, die sich gegenseitig zerfleischen, und die Hure Babylon darauf ist keine Sexarbeiterin, sondern eher die Sorte, die all ihre Widerlichkeit auf Sexarbeiter und alle möglichen anderen Sündenböcke ergießt. Oder so ähnlich, hab jetzt keine Lust zu googeln, ob ich Kristallkugel-Johnny brauchbar parodiert habe.

    Der Religionskrieg nützt nur den Profiteuren beider Seiten, den Etablierten, die sich in Ruhe am eigenen Aas totfressen wollen, im Glauben, das Totsein auf Andere abwälzen zu können. Und den Populisten-Rädelsführern, die mit dem wütenden Lynchmob Karriere machen wollen, um Etablierte anstelle der Etablierten zu werden. Die einen wollen den Honigtopf verteidigen, die anderen um jeden Preis erobern, und den Preis zahlt das Kanonenfutter. Blödheit ist eine Behinderung und keine Sünde, hat keine Strafe verdient, sondern einen Hirnrollstuhl. Falls vorhanden, Arschtritt gibt Speed, Richtung beachten.

    Äffchen brummt der Magen, Äffchen geht jagen. Und die Bejagten schnappen sich auch bloß Speere und scharen sich um den Trump mit der größten Keule und kleinstem Hirn.

    Ich bin ja eher ein Reformer, ein Befürworter einer forschen aber friedlichen Revolution, bei der wir den Honig opfern, um einen Bienenstock zu kaufen, der den Topf immer wieder füllt. Der alte ist uns nämlich beim globalisierten Bienensterben irgendwie mit verreckt. Wie ein neuer aussehen könnte, weiß ich nicht, aber scheint mir irgendwie sinnvoller, als ein Neuaufguss des Dreißigjährigen Krieges. Ein Burning-Man-Festival reicht mir, muss ja nicht alles per Inflation entwertet werden. Wenn ihr Äffchen alle unbedingt Dschihad der dualistischen Monisten-Zombies wollt, macht nur, aber ich möchte vorher gern aussteigen, wenn’s genehm ist. Ich komme mit den Raben wieder und hole mir, was der Tod nicht haben wollte. Er lässt die Stachel liegen, denn Siege gehören nicht zu seinem Modus Operandi, und die Unsterblichkeit dieses abgenagten Kerns unserer Seelen garantiert, dass sein Königreich in alle Ewigkeit fortbestehen bleibt.

    Da haben Sie ein Symbol eines wahren Gottes. Schmieden Sie die Schwerter zu Pflugscharen, und es kommen doch immer wieder Schwerter raus, kein Feuer kann es zerstören, solange es Ihre Hände sind, die es entfachen. Der Typ ist ein Arsch, aber in seinem Job ist er spitze.

    In Europa Interregnum, in jedem Zwergstaat Hussitenkriege und protestantische Bauernhorden, die Ernte verdorrt, Mordor erhebt sich im Osten, Kälber mit zwei Köpfen werden geboren, GroKo genannt und statt Milch und Fleisch gibt’s Ampel, und was ich bekomme, sind Kanzelpredigten. Es gibt eine Schwelle des Verfalls, eine Schwelle des kleinsten erreichbaren Übels: Vorher diktiert die Vernunft, alles zu tun, um die Zivilisation vor Hitler zu schützen. Hinterher diktiert sie, Hitler zu wählen, um die eigene Horde vor anderen Hitlers zu schützen. Und weil ich mir geschworen habe, diese Schwelle nie zu überschreiten, fühle ich mich gerade, als würde mich ein Laster voller Nazi-Zombies langsam aber unerbittlich an eine Felswand quetschen.

  3. @Alubehüteter 15.07. 13:37

    „Ist im Falle der Muslime völlig nebensächlich, daß damit auch eine Gruppe angegriffen wird. DAS WORT GOTTES wird geschändet.“

    Es ist hier schon eine gewisse Komplikation, wenn eine Religionsgemeinschaft Angst bekommt, dass ihr Gott ihnen selber Ärger macht, wenn er von Ungläubigen angegriffen wird und nicht hinreichend von den Gläubigen verteidigt wird.

    Verbrennung heiliger Bücher ist dann mehr als ein Angriff auf die eigenen Gefühle, es birgt die Gefahr, die ganze geistige Ordnung zu gefährden. Im Prinzip ist es oft schon Blasphemie, einfach nur einer anderen Glaubensvariante anzuhängen, aber ein aktiver Angriff ist entsprechend schwerwiegend.

    In einer globalisierten Welt machen entsprechend unvereinbare Glaubenswelten in der Tat auch mal wirklich Probleme. Nicht jeder sieht hier einfach nur persönliche Zugänge in die eigentlich universalen Geisteswelten, sondern durchaus existenzielle Probleme mit falschen Ansichten anderer.

    • Exakt, @Tobias Jeckenburger – deswegen sollte niemand öffentlich Bücher oder Flaggen verbrennen, egal welche. Wir Menschen haben echt schon genug Probleme miteinander und mit unserer Mitwelt…

  4. Überraschende Wende:

    “In Schweden ist eine Demonstration, bei der Exemplare der Bibel und der Tora verbrannt werden sollten, kurzfristig abgesagt worden. Die Polizei hatte die Veranstaltung bereits genehmigt, nun sagte der Veranstalter der Protestaktion sie wieder ab.

    Mit der Ankündigung habe er diejenigen verurteilen wollen, die in dem skandinavischen Land Bücher wie den Koran verbrennen. Der Mann sagte vor Journalisten, ein heiliges Buch zu verbrennen, sei “gegen den Koran”, und er werde es nicht tun. “Niemand darf das tun.””

    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2023-07/koranverbrennung-schweden-verbrennung-tora-bibel-demonstration

      • Niemand beantragt und genehmigt dort in Schweden Bücherverbrennungen.
        Die Regierung in Schweden genehmigt nur Demonstrationen.

        Ich gedenke der Menschen, die Ledereinbände von Büchern auskochten, weil der Hunger so schlimm war.
        Ich gedenke der Menschen, die sich nur durch das verbrennen von Büchern vor dem Erfrierungstod retten konnten.

  5. @ Blume

    Wer will denn gleich immer Gesetze und den ständige Ruf nach regender Polik.

    Der Schwede,der einen Rückzug von seiner Ankündigung gemacht hat, operiert mit ‘Anstand’.
    Etwas zu unterlasse,was man dürfte. Das entspricht auch eher einem Freiheitsbegriff,als alles ausreizen zu wollen.

    Möglicherweise lohnt es sich wieder mehr, die Bedeutung von Anstand gesellschaftlich auszuhandeln.

  6. @Tobias Jeckenburger

    Ich weiß nicht, wie ich das Nichtkatholiken erklären kann. Ich weiß noch nicht einmal, ob meine Deutung stimmt; ich bin kein Religions-, geschweige denn Islamwissenschaftler, bringe dafür philosophischen Background mit ein (Logostheologie).

    Ein Religionslehrer, aufgeklärt, Theologe, zweites Fach Biologie, hat mir gerade darum erzählt, wie wörtlich, sinnlich er das nahm als vielleicht 14jähriger mit der Realpräsenz Christi in der Eucharestie: Er sorgte sich, wenn er auf die geweihte Hostie beissen sollte, dann tut dem Jesus das doch weh!?

    Nun denkt sich der Islam das WORT keineswegs so persönlich, wie wir das (letztlich von Platon her einerseits, den Mysterien andererseits) übernommen haben. Dennoch nimmt der Islam das Wort Gottes nicht einfach wahr als Wahrzeichen, wie eine Fahne (für die Menschen ja auch bereit waren, zu sterben). Er würde sich nie niederwerfen vor dem Koran, um ihn anzubeten, wie das Katholiken tun in der Eucharistischen Anbetung, GANZ IM GEGENTEIL. Aber das sind für ihn auch nicht einfach ein Haufen Buchstaben aneinandergereiht. Zu den übelsten Methoden Weisser Folter in Guantánamo gehörte, vor den Augen von Muslimen einen Koran im Klo hinunterzuspülen.

    Sakrileg ist wohl das richtige Wort?

    Mit einigem Überlegen …. vielleicht, wie, wenn mit matschbedeckten, verschmutzenden Gummistiefeln eine Moschee betreten? 🤔 Jedenfalls krasser als das Verbrennen einer Nationalflagge.

  7. …deswegen wäre die Mitte zu stärken und ihr auch zu zugestehen,dass ihr Widerstand gegen Extremismus nicht gegen das Gewaltmonopol des Staates spricht. Nennt man Zivilcourage. Da hat z.B. Burg vs Lehrer völlig versagt.

    • …und also verstärkt sich die Anwanderung.

      Habe das auf Twitter so gefasst:

      „Oy, aus unserer Region hauen die Fitten ab, es bleiben die verbitterten Rassisten! Was sollen wir tun?“
      „Lass uns Rechtsaußen wählen & engagierte Lehrkräfte vertreiben, das hilft bestimmt!“
      „Goil, Du bist ein echter Doitscher!“

      Über die sich auch demografisch öffnende Schere zwischen Regionen weltweit hatte ich ja oft gebloggt.

    • @ Blume

      Ächtung ist der nächste Begriff,der seitens rechtaussen verdreht wird.
      Wir sollten uns daran machen,dass auf sie zurück zu spiegeln.

  8. …gerade von rechts wird versucht, physische und psychische Gewalt als Argument der Notwehr ihrer Freiheitsdefinition und -rechte wieder salonfähig zu machen.
    Das mag den einen oder anderen reizen.
    Aber dagegen ist Zivilcourage das bessere Mittel.
    Die Mitte duckt sich weg,weil es hierzu keine Debatten und Unterstützung gibt.

  9. @ Blume

    Alles Vokabular und Techniken die zwischen 23-45 entwickelt und angewandt wurden,werden von rechtsauusen auf ihre Gegner projiziert.
    Das ist ganz simple Masche.
    Sie sind doch auch zivilcouragiert
    Ich habe auch einen Eid auf die Verfassung /das GG geleistet.
    Möglicherweise wird das alleine nicht reichen,aber es ist die Lehrer sind Vorbild und werden als Feiglinge verhöhnt.
    Das kapieren einige schon.

  10. @ Blume

    Ächtung als legitimes Mittel der Zivilgesellschaft wird nicht mehr als Methode der Mitte gegen rechtaussen verstanden.
    Was nicht heisst,dass man linksaussen toleriert.
    Aber Ächtung ist das Mittel der psychischen Gewalt,die eben nicht durch das Gewaltmonopol des des Staates hierarchisiert wird.

  11. @ Blume

    Und kommen wir mal von Ächtung zur Verachtung.
    Verstanden?
    Das ist ein zivildemokratischet Prozess.
    Ausgrenzung ist dualistisch auch von rechtsaussen.
    Aber monistische Hilferufe sind,sie mögen es mir verzeihen, Ideal. So gut.

  12. Flaggen sind eindimensional verglichen mit heiligen Büchern. Staatssymbole.
    Theodor Heuss lehrte mich alten Anarchisten, dass dem Staat die tieferen Gefühle vorenthalten bleiben sollten (z.B. Hass).
    Ich könnte es aber Haitianern nicht verdenken, wenn sie eine Flagge der Französischen Republik verbrennten.

    • Wenn wir halt anfangen darüber zu diskutieren, welche Bücher oder Flaggen zu Demonstrationszwecken „legitim“ verbrannt werden dürften, haben wir schon verloren.

      Ich lernte bei der Bundeswehr, sogar die Flagge des Feindes zu ehren. Das hat mich beeindruckt – und überzeugt.

      • Bei Flaggen habe ich weniger ein Problem. Die sind niemandem heilig. 🤔 – Israelflagge vielleicht, weil da ein ganzes Volk mitgemeint ist. Aber gegenwärtig Russlandflaggen?

        Eine Flagge zu verbrennen verletzt andere in ihrem Nationalstolz. Aber das soll es ja auch. Und anders als Herkunft oder Religion ist Stolz auf einen Staat oder einer Nation etwas, wofür ich etwas kann. Bin da sehr gerne belehrungswillig.

        • Wie geschrieben, @Alubehüteter: Als bundesdeutscher Soldat habe ich gelernt, auch keine Feindesflaggen zu verbrennen. Und ich meine, zu Recht. Wer monistisch für ein Miteinander einsteht, wird nicht Bedrohungs- und Wutgefühle entfesseln. Das bringt niemandem etwas, schon gar keinen Dialog oder gar Frieden.

  13. @ Blume

    “Angesichts fortschreitender digitaler Verrohung, Klima- und Wasserkrise werden wir einen stärkeren Staat mit strengeren Regeln brauchen, um relativistische und dualistische Menschen rechtzeitig zu stoppen, sie nicht in Chaos und Gewalt zu entlassen. Die kriegen Freiheit aus sich heraus nicht anständig hin…”

    Naja, wir reden die Krisen solange hoch bis wir wieder ein Ermächtigungsgesetz brauchen. Hatten wir schon *gähn*
    Die Altvorderen wollten auch die Welt retten. Gestern die Kommunisten heute die relativistischen Dualisten. Ist schon schön, wenn die Welt sich auf zwei Begriffe reduzieren läßt-gell. Alles ist irgendwie dualistisch und …wie heißt das Ding, auf das Sie so mächtig stolz sind? Richtig. Reaktanz. Egal. Mir kann’s wurscht sein. Mir geht’s wie Kundry. Müde.

  14. @Alubehüteter – mit der Realpräsenz Christi in der Eucharestie: Er sorgte sich, wenn er auf die geweihte Hostie beissen sollte, dann tut dem Jesus das doch weh!?
    Das hatte ich als 10jährige auch: ich wollte kleine Stühle, Tisch und Bett schlucken, damit er es in meinem Bauch gemütlicher hat. (Das mit dem Kauen hat er sich ja selbst eingebrockt, da hatte ich keine Bedenken.)

    Ich bin sehr erleichtert über diesen “anständigen Ausgang” – obwohl man eigentlich, um die Koranverbrennung auszugleichen, eine Hostie hätte verbrennen müssen.
    Wie Alubehüteter wohl auch andeutet. Um die parallele Symbolik “korrekt” wiederzugeben.
    (Schätze, dann hätte es mit der Thora aber nicht mehr “gepasst”.)

    Aber soweit ich informiert bin, ist für Muslime dieses “Wort Gottes” so etwas wie “sein Fleisch” (vielleicht i.S.v. “du bist, was du isst”?)
    Ein “heiliges Buch” liefert ja “geistiges Futter” – obwohl ich persönlich da die jüdische, rsp. semitische Tradition, die auch einen “Verdauungsprozess” (in Form der Deutung, wie bei Jesus und den Schriftgelehrten) vorsieht, vorziehen würde.

    Ich lernte bei der Bundeswehr, sogar die Flagge des Feindes zu ehren. Das hat mich beeindruckt – und überzeugt.
    @Michael Blume – das sind so diese Momente…
    Auch mich alte Anarchistin berührt so etwas – auch wenn es mich nicht überzeugt. (Also von Flaggen überzeugt. Aber der Anstand ist wichtig, egal, welche Überzeugung man vertritt.)

    • Danke, @Viktualia

      Um Ihnen und auch @Alubehüteter an dieser Stelle Recht zu geben: Der Vorwurf der “Hostienschändung” gehörte zu den schlimmen, antisemitischen Verschwörungsmythen, mit denen wiederum Bücherverbrennungen und auch Gewalt gegen Menschen dualistisch begründet wurden…

  15. … wenn ihnen dualistisch der Boden dem Teufel zu nahe ist, oder wo ist das Glaubensproblem?
    Ich respektiere den Boden mehr als alle Bücher. Ich weiß zu schätzen wer mich wer mich trägt.

    Mir ist die Erde, der Boden heilig, erschafft er doch aus den Toten neues Leben.
    Dem Boden haben wir sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel und frische Luft zu verdanken. Food, Cloth and Shelter.

    So wie Erzengel Gabriel Moses darauf hinweist die Schuhe auszuziehen, denn der Boden ist heilig.

    Denke mal das ein Mensch in ihrer Tradition ein Buch nicht auf den Boden legt, ist symbolischer Schutz vor der Verrottung durch Bodenfeuchte und dem damit einhergehenden Edaphon.

    • Ach, @Maisegen, von Drogen und Bücher ward gesagt, dass sie vereinzeln.
      Doch nicht das individuelle High, sondern die Bücher – und die Flaggen – stiften Gemeinsamkeit, wo sie nicht rauchen.

      Solange Sie vom Gegenstand denken, wie kann sich Ihnen da erschließen, dass der Mai-Regen niemals nur privat fällt?
      Es ist die Öffentlichkeit der Verbrennung, die aus Stoff oder Papier Zeichen der Bedrohung und Wut macht.

      Gruppengewalt ist ein Rauschmittel, an dem sich nicht Einzelne, sondern Mobs schon zu oft enthemmend berauschten.

      Bedenken Sie dies, bevor Sie das nächste Mal über Gemeinschaftsgefühle höhnen: Auch Sie setzen Produktion, Lieferung und Akzeptanz des Stoffes für sich bereits voraus.

      Das Drogen-High mag individualistisch und also relativistisch daherkommen,
      die Realität aber entfaltet sich im Mit- oder Gegeneinander.

      • Mein aus Vereinzelung und schnellem Denken verfasster Kommentar gefällt mir auch nicht. Den würde ich, wenn ich das Wort richtig verstanden habe nun reaktant nennen.
        Ich habe mich mit Ihnen leider erst wieder verbunden gefühlt, als mir eine Vinylscheibe auf den staubigen Boden viel.
        Ich stimme nun mit ein, Bücherverbrennung soll verboten sein.
        So warf ich “Die klingenden Zedern” damals in den Papiermüll, damit ein neues Buch draus wird, (was sich vielleicht bei anderen Büchern auch verbietet, da auch Klopapier daraus werden kann ). Was kann ich denn sinnvolles mit derartigen Büchern tun?

        Doch ohne Boden keine Menschen, noch Drogen, Bücher und Flaggen. (Die alle aus Hanf hergestellt werden können.)
        So ist der heilige Boden uns allen gemeinsam wie auch der Regen.
        Wenn ich darüber nachdenke dass Flaggen und heilige Bücher Eigengruppe und Fremdgruppe repräsentieren, dann entschuldige ich mich für meinen gescheiterten Versuch mein Selbstwertgefühl auf ihre Kosten zu steigern.

      • Ich habe mich mit Ihnen leider erst wieder verbunden gefühlt, als mir eine Vinylscheibe auf den staubigen Boden *fiel.

        • Boden = Erde

          Da habe ich doch eine Erdflagge aus Hanf gefunden!

          Auch eine Regenbogenflagge aus Hanf gibt es da, die habe ich mir gewünscht. Leider habe ich bedenken, die in meinem Garten aufzuhängen, weil ich Angst vor Anschlägen und Morddrohungen habe.
          Ist das vorauseilender Gehorsam oder Selbstschutz?

          Flaggen sollten immer aus Hanf sein, denn die aus Kunstofffasern sind Mikroplastikschleudern, wenn Sonne, Wind und Wetter sie zersetzen, zerfetzen und verteilen.

    • Nein, @Maisegen – auch Moses war sich bewusst, dass der Boden von jenem geschaffen war, den er ehrte.

      Die Schuhe auszuziehen und Bücher nicht auf Böden zu legen bedeutet keine Abwendung von der Erde, sondern das Gegenteil – es bedeutet den Respekt vor der Wechselwirkung von Wurzel und Krone. Wir brauchen Licht, Wasser und am besten schützende Gemeinschaft, um auch in der Tiefe leben zu können.

      • Auch die Gesetzestafeln Mose mit den 10 Geboten entstammen dem Boden und dem Himmel.
        So kann der Mensch die Einheit von Himmel und Erde, von Wurzel und Krone sein, wie der “Unsterbliche” des Tao. Nach dem Ebenbild des Ewigen lebend.
        Erst Himmel und Erde zusammen ergeben im Yin und Yang einen ganzen dialogisch monistischen Kreis. Ein heilige Dreifaltigkeit glaube ich dabei bestimmt durch meine katholische Prägung erkennen zu müssen, oder können?
        Auch der Stern Davids stellt diese monistisch dialogische Einheit meines Erachtens dar.
        Ein Dreieck steht für und auf dem Boden, eines kommt für den Himmel stehend von oben und verbindet sich harmonisch zu der lebensspendenden und schützenden Bienenwabe.

  16. In den Staaten ist die Verbrennung von Flaggen, auch der Verbrennung der US-amerikanischen Flagge als Teil der für die liberale Demokratie zentralen (“konstitutiven”) individuellen Meinungsäußerung vom Supreme Court als nicht strafbar erkannt worden, in der Sache “Texas vs. Johnson“.


    Zudem ist ja auch nicht klar, wann genau etwas eine Flagge ist, wenn bspw. ein Stück Papier oder Stoff mit Herrschaftssymbolen verbrannt wird.


    Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Verbrennen von Büchern, soll jedes Buch sorgsam der Müllabfuhr anvertraut werden, darf nicht im Kamin enden?


    Und wenn nicht spezielle “Flaggen” und “Bücher” gemeint sind, wo fängt es dann an und hört es auf?

    Insofern gibt es die zwei grundsätzlichen Möglichkeiten :

    1.) Generell die wie gemeinte Entsorgung, die auch öffentlich erfolgen könnte und Teil politischer Veranstaltung sein könnte, generell zu erlauben.

    2.) In die “Flaggen und Bücher-Verwaltung” i.p. Entsorgung generell staatlich einzusteigen und manchmal etwas zu erlauben und manchmal nicht.

    Dies nur zum rechtlichen, auch rechtsphilosophischen Hintergrund derartiger Entsorgung ergänzt, aus liberal-demokratischer Sicht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    • Nein, @Webbaer – es gibt nicht nur die beiden Möglichkeiten. Wie weit das öffentliche, demonstrative Verbrennen von Büchern und Flaggen geht, kann und soll gesetzlich geregelt (m.E. verboten) werden. In den USA gab es Rechtsprechung dazu und es sind u.a. auch Hakenkreuze und Holocaust-Leugnung erlaubt. Ich sehe nicht, warum Deutschland 🇩🇪🇪🇺 das (oder die Todesstrafe, Waffengesetze etc.) übernehmen sollte. Ich liebe die Vereinigten Staaten, aber: Wagen Sie doch gerne ein bisschen europäisches und eigenes Denken! Wir haben das Recht und die Verantwortung dazu! 😊🖖

      Meine persönliche Auffassung zu der Rechtsfrage der demonstrativen Bücherverbrennung deckt sich sehr mit jener des Rabbiners von Malmö, Rabbi Moshe David HaCohen:

      https://www.juedische-allgemeine.de/religion/freiheit-hat-grenzen/

      Ich hoffe, dass sich zeitnah auch in Schweden etwas tut – das Laissez-Faire hat dem Land und der NATO bereits genug geschadet…

      • Aus atheistischer Sicht, Dr. W ist Agnostiker, ist die Ablehnung von Symbolen und Schriften, gar verbrennend, wichtiger Teil der für die Liberale Demokratie konstituierende Freiheit.

        Wenn nicht selektiv staatlicherseits punktuell angefangen werden soll zu begutachten, festzustellen und gar zu bestrafen, wenn religiöse, aus atheistischer Sicht, Dr. W ist Agnostiker, wie gemeint entsorgt werden darf oder auch nicht.

        Auch im Sinne dieser Idee :

        -> https://hpd.de/artikel/katholische-kirche-kritisiert-un-freiheit-religion-15346

        Also die “Freiheit von Religion” meinend. [1]

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. Webbaer

        [1]
        Aus humanistischer Sicht ist diese Freiheit wichtich (mittelniederdeutsch), sie darf auch ausgelebt, sich so aus ausgetobt werden.
        Denn, Hand aufs Herz, die Religionen waren es nicht, die im Sinne der Europäischen Aufklärung zur Ratio, zum Prinzip des Falsifikationismus, Sir Karl Popper *, bringen konnten.

        *
        Eigentlich war dieses Prinzip, vor Popper, schon lange Zeit philosophisch bekannt, es konnte dann von Sir Popper öffentlich sozusagen verkündet werden, aber sozusagen auf den Schultern von Riesen gestanden habend.

  17. *
    Wenn nicht selektiv staatlicherseits punktuell angefangen werden soll zu begutachten, festzustellen und gar zu bestrafen, wenn religiöse, aus atheistischer Sicht, Dr. W ist Agnostiker, Schrift wie gemeint entsorgt werden darf oder auch nicht.

    • Ja, @Webbaer – Sie dürfen das Verbrennen von (auch religiösen) Büchern und Flaggen für einen Teil Ihrer Freiheit halten. Mir steht es umgekehrt ja auch frei, mir das meine über empathielose Zyniker oder gar Dualisten zu denken, denen es Freude macht, Menschen zu verletzen und gegeneinander zu hetzen. Ich sehe es auch nicht als meine Aufgabe, jede/n zu überzeugen. Gerade auch Herzen lassen sich per Internet ohnehin schwer erreichen.

      Aber eine Bitte hätte ich doch: Wenn Sie schon Ihre hin und wieder auch rechtslibertären Meinungen kundtun, so bemühen Sie sich bitte doch um eine verständliche Sprache. Es ist ja Teil meiner Freiheit zu entscheiden, welche Texte ich hier freischalte und damit anderen zumute…

      Ihnen alles Gute, bleiben Sie gerne stabil! 🙂

      • Es ist halt nicht sinnhaft verwaltbar, wenn Sprache und Schrift strafrechtlich verfolgt werden soll, in der BRD ist dies ohnehin der Fall (und “nicht wirklich” verwaltbar)
        Wenn Sprache und Schrift einige verletzen, ist dies auch umgekehrt der Fall, wenn so eben nicht sprachlich und schriftlich erlaubt ist.
        Vielen Dank für Ihre Toleranz gegenüber auch “böser” Meinung.
        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. Webbaer

        • Gerne, @Webbaer. Und auch in den USA können Sie für “Sprache und Schrift strafrechtlich verfolgt werden” – beispielsweise für Gewaltaufrufe oder Verleumdungen. Rufen Sie in einem vollen Saal grundlos „Feuer!“, so machen Sie sich ggf. straf- und haftbar. Infowars und FoxNews mussten für ihre Falschmeldungen zudem bereits massiv Schadensersatz bezahlen – und auch das ist gut so.

          Worte und Geste sind Taten und können als solche also auch strafbar sein. Ein Bankräuber muss nicht erst schießen, um wegen Bankraubes verurteilt zu werden.

          • Das sind, lieber Herr Dr. Michael Blume, Argumente, die Dr. Webbaer selbst, auch bei Ihnen, sozusagen x-fach beigebracht hat, sie lauten :

            1.) Aufrufe zur Gewalt gehen nicht, sie gehen genau deshalb in liberal-demokratischem Herrschaftssystem nicht, weil der Bedrohte dann ein Widerstandsrecht hätte, das mit dem staatlichen Recht zu konkurrieren hätte, aber aus allgemein nachvollziehbaren Gründen so nicht geht umzusetzen.
            Wenn bspw. der Hausnachbar an der Gartengrenze mit “Wumme” aufmarschiert und den Tod des Hausbesitzers androht, kann dem Hausbesitzer schlecht verübelt werden zuerst tätig geworden zu sein.
            (Hört sich vielleicht “komisch” an, war aber in den Staaten bevor das Recht landesweit durchgesetzt worden ist, dies war lange Zeit nicht der Fall, ein ernstes Problem.)

            2.) Panik zu erzeugen geht nicht, wenn es keinen Grund gibt zu warnen, so insofern Leben gefährdet werden, wenn nachvollziehbare Abreisebemühungen beim falschen Ausruf im vollbesetzten Theater erfolgen und dieser Ausruf “Bombe gefunden!” oder ähnlich lautet.
            (Dies ist übrigens auch der Grund dafür, dass Sie (und andere) sich bei Flughafenkontrollen in den USA keine sozusagen anarchistichen Gags erlauben sollten, so der Art “Ich bin in meiner Freizeit Terrorist, haha!”)

            3.) Auch geht die öffentliche Verbreitung von bestimmter Pornographie nicht, auch darf sich manchmal nicht selbst so zur Schau gestellt werden.
            (Dies ist der schwächste Hindernisgrund für die Einschränkung der individuellen Meinungsfreiheit in den Staaten, Larry Flynt weiß davon, ein kleines lol an dieser Stelle, haben Sie den Film von Miloš Forman gesehen?)


            Insofern, ganz bei Ihnen, lieber Herr Dr. Michael Blume, ansonsten gilt es aus liberaler Sicht die “Korridore” der freien individuellen Meinungsäußerung bestmöglich breit und groß zu halten. [1]
            Denn die individuelle Freiheit der Meinungsäußerung ist konstitutiv für die liberale Demokratie.

            Insofern darf auch ein wenig geschweinigelt werden, öffentlich, auch auf Spekulationen beruhend, in der BRD gibt es dafür den Begriff der Verdachtsberichterstattung.
            So war zuletzt wohl auch in der “Sache Rammstein” erlaubt.

            Mit freundlichen Grüßen
            Dr. Webbaer

            [1]
            Sog. Libel ist ein Fall für sich, in den Staaten fällt es schwer, aus gutem Grund, so juristisch durchzukriegen, meist in von US-Demokraten geführten Staaten ist so möglich, ansonsten ist es schon so, dass Meinung auch schädigen darf, dafür ist sie ja auch da, nicht wahr?
            Haben’S nicht auch mal letztlich unbegründet, vielleicht nicht von Anfang an genau informiert, auf Anderen “herumgehackt” ?

          • Zu meiner persönlichen Meinungsfreiheit gehört es, Leute für empathielos, zynisch oder dumm zu halten, die durch das Verbrennen von Symbolen sowie durch dessen Gestattung Radikalisierungen den Weg bereiten.

            Die schwedische Botschaft im Irak wurde von dualistisch Aufgeputschten gestürmt und in Brand gesetzt:

            https://www.fr.de/politik/news-irak-botschaft-schweden-proteste-demo-koran-vebrennung-brand-zr-92412334.html

            Unter uns, @Webbaer: Solche Gewalt nehmen Sie doch gerne in Kauf – ggf. freut sie Sie sogar?

  18. this right also comes with certain responsibilities and limitations. It is essential to strike a balance between respecting freedom of expression and being mindful of how our words and actions can impact others and society as a whole.

    While you are entitled to your own opinions and beliefs, it is crucial to approach discussions about others’ behaviors and beliefs with empathy and understanding. Labeling people as lacking empathy, cynical, or stupid can be harmful and may not contribute constructively to meaningful dialogue. People have diverse perspectives and experiences that shape their beliefs and actions, and it is essential to approach these differences with openness and a willingness to listen and learn from each other.

  19. Mag es nicht “heilsam” für radikale Muslime sein wenn man quasi so lange Korane verbrennt bis das gar nicht mehr als Schlagzeile reicht und sie komplett den Überblick verloren haben wen sie jetzt eigentlich genau alles hassen müssen?

    • Das können Sie an sich selber überprüfen, @georg: Wirken ständige Provokationen, Verhöhnungen und Demütigungen auf Sie „heilsam“?

      Nein. Nun, Muslime sind Menschen wie Sie.

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