Medientheorie: Alphabet, Semitismus und Antisemitismus

Wenn es um die Bedeutung von Medien in der Geschichte der Menschheit geht, finden sich noch immer zwei Extrempositionen. Für die einen sind Medien wie Bilder, Schriften und das Internet einfach “neutrale” Kommunikationskanäle, die gegenüber den transportierten Inhalten keine eigene Wirkung entfalten. So wird beispielsweise aus dem in den Wissenschaften immer noch nachwirkenden Marxismus die Geschichte der Menschheit und ihrer Religionen ökonomistisch als vermeintlich “reine” Wirtschaftsgeschichte erzählt – “Das Sein bestimmt das Bewußtsein”. Geistige Entwicklungen werden dann schnell als Nebenphänomene oder gar “Verschwörungen” der je herrschenden Klasse (v.a. der “Kapitalisten”) abgetan.

Auf der anderen, zahlenmäßig kleineren Seite steht die These, Medien wären so wirkungsvoll, dass sie die kommunizierten Inhalte vollständig bestimmten. Dazu prägte Marshall McLuhan (1911 – 1980) den programmatischen Satz: “The Medium is the message”. Demnach sei die Wirkung etwa von Sprache, Schriften oder Bildern so stark, dass sie die Aussagen im Einzelnen überformten und selbst zur gesellschaftlich bestimmenden Wirkung würden.

Meine Position dazu findet sich auch hier in der Mitte: Ich nehme an und beobachte, dass Medien tatsächlich sehr stark die kommunizierten Inhalte formen. Aber sie finden eben bereits auch immer bereits vorformulierte Inhalte vor – die ersten Schriftgelehrten beispielsweise mündlich tradierte Erzählungen, die sie “aufschreiben”, zitieren, interpretieren, die ersten Filmemacher geschriebene und gemalte “Filmstoffe” usw. Inhalte und Medien wechselwirken also ständig miteinander – und wirken sich deutlich, aber nicht deterministisch in alle Bereiche menschlicher Gesellschaft, gerade auch in Religion(en), aus.

So speist sich beispielsweise auch der digitale Antisemitismus selbstverständlich aus jenen Mythen und Symbolen, die bereits seit Jahrtausenden erzählt, beschrieben und gezeigt wurden. Der Internet-Hass mag sich “neu” anfühlen, seine Inhalte sind jedoch uralt.

Umgekehrt werde ich nicht müde zu betonen, dass Shem in den jüdischen Überlieferungen der erste Schul-Lehrer in Alphabetschrift war, also am Beginn einer Medienrevolution stand. Entsprechend werden das Judentum und alle weiteren semitischen bzw. abrahamitischen Religionen als Schrift- und Buchreligionen charakterisiert (was sie tatsächlich jedoch in sehr unterschiedlicher Weise sind). Christina von Braun formulierte entsprechend im “Handbuch Jüdische Studien” (utb 2018, S. 17 – 18):

“Nicht durch Zufall entstand mit diesem Schriftsystem, das im semitischen Alphabet seine früheste Ausgestaltung fand, auch zum ersten Mal ein Gott, der jenseits der physischen Welt verortet wird und der sich einzig in den Buchstaben der Schrift offenbart. […] Natürlich ist das Alphabet nicht die einzige Wirkmacht, die zur Entstehung einer neuen Religionsform führte, aber seine Bedeutung für einen grundlegenden Mentalitätswandel der alten Welt ist kaum zu überschätzen.”

Ob sich aber zum Beispiel Rassisten oder auch Marxisten wie z.B. Ingo Elbe von den Beobachtungen und Argumenten einer Kollegin überhaupt noch erreichen ließen? Wie viele Wissenschaftler werden es schaffen, ihre bisherigen, vor allem im 19. Jahrhundert ausgeprägten Perspektiven um Medientheorien zu erweitern?

In seiner brillanten Rede “The World We Make With Words” hatte Lord Rabbi Jonathan Sacks die Alphabetschrift als die grundlegende “Revolution” entschlüsselt, die das Judentum und nachfolgende Kulturen hervorbrachte und prägte. Aber zu oft wird noch immer „über“ Juden hinweg, als im Dialog mit ihnen geforscht.

Ich plädiere dagegen dafür, diese wissenschaftlichen wie auch jüdisch-religiösen Aussagen endlich interdisziplinär ernst zu nehmen und in einem “semitic turn to media” empirisch fruchtbar zu machen. Gerade auch weil dies bedeutet, sowohl völkische (rechtsextreme) wie einseitig ökonomistische (linksextreme) Erklärungen über Jüdinnen und Juden endlich zu überwinden und auch neue Vergleichsmöglichkeiten beispielsweise mit der bislang weitgehend schriftlosen Religionskultur des Ezidentums zu ermöglichen.

Auch der Archäologe Volkmar Fritz (1938 – 2007) hatte dazu bereits 1999 in der Theologischen Realenzyklopädie (Band 30, S. 437) im Eintrag “Schrift und Schreiber” bereits religionsvergleichend festgehalten:

“In der genialen Vereinfachung der Schrift auf eine begrenzte Zahl von Lautzeichen liegt eine der großen Errungenschaften des menschlichen Geistes vor, die zur Grundlage der gesamten westlichen Kultur geworden ist.”

Gefunden habe ich dieses starke und m.E. zutreffende Zitat über Oliver Krüger (2012): Die mediale Religion. transcript, S. 171

Michael Blume

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Zuletzt erschienen "Islam in der Krise" (2017) und "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019). Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt... Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

37 Kommentare

  1. Die Schrift ermöglichte erstmals die Verbreitung von detailliert strukturierten Regelwerken, Inventaren und Ideen, ja von ganzen Ideengebäuden. Geschriebenes konne auch schon vor tausenden Jahren leicht hunderte von Kilometern überwinden und damit Regelwerke, Inventare und Ideen weitherum verbreiten – und das zu einer Zeit, in der man selten weiter als 50 Kilometern im Tag kam.
    Und weil Geschriebenes in Form von Briefen, Katastern, Verträgen und Büchern nicht nur dem einmaligen, schnellen Lesen, sondern dem intensiven Studium offenstanden, entwickelte sich in der Folge eine Kunst des Interpretierens – also der reflektierenden Beschäftigung mit Ideen(gebäuden).
    Das ist in der Tat eine Revolution.
    Allerdings auch eine gefährliche Revolution, wenn die Ideen, die in Schriften verbreitet werden, keine empirische Grundlage haben oder gar dazu dienen, die Leser aufzustacheln – aufzustacheln gegen vermeintliche oder wirkliche Feinde.

    Zum Glück wurde inzwischen die Wichtigkeit der Empirie entdeckt: Wenn ein Text etwas über die wirkliche Welt behauptet, dann sollte man auch überprüfen ob es überhaupt zutrifft. Doch: Obwohl diese empirische Revolution inzwischen stattgefunden hat, gibt es weiterhin und sogar zunehmend das Phänomen, das Leute Ideen und Behauptungen verbreiten (inzwischen auch über schnellere Medien als die Schrift), die wenig mit der beobachteten Realität zu tun haben oder die sogar nichts anders als Lügen sind.

  2. Das Alphabet war in der Tat der erste (?) Schritt zur Digitalisierung: Die Vielfalt der Lautformen wurde auf ein begrenztes Alphabet reduziert und damit (wie wir heute sagen) codiert. Letztlich kann jeder Code mit einem beschränkten Zeichensatz auf einen binären Code abgebildet werden, also auf einen Code der nur noch aus einer Folge von 0 und 1 besteht. Und das Phänomen, dass wir heute immer mehr und schliesslich alles als Folge von Nullen und Einsen codieren, das nennen wir Digitalisierung.

    In der Terminologie der Digitialisierung müsste man die Umsetzung von gesprochener Sprache in eine Folge von Buchstaben als eine Codierung mit Informationsverlust einordnen , denn die Phoneme, also die genaue Form der Laute, geht bei der Umsetzung/Codierung in Schrift mittels Buchstaben verloren.
    Doch heute nehmen wir das (den Informationsverlust) nicht mehr wahr, heute betrachten wir nämlich Geschriebenes nicht mehr direkt als Niederschrift von Gesprochenem sondern als eigenes Universum. Wir sprechen von einer Schriftsprache. Und diese folgt ihren eigenen Gesetzen.

    Vielleicht waren die ersten Alphabete nur der Versuch Gesprochenes zu codieren. Nicht erst heute, sondern schon bald nach dieser Erfindung aber bildete die Schriftsprache, die man damit geschaffen hatte, ein eigenes Universum. Dieses Universum hat schon viele Entwicklungsstufen hinter sich und wird sich immer weiter entfalten.

  3. Nur eine Frage: Ist denn nicht “unser” Alphabet aus den griechischen und später lateinischen Buchstaben entstanden?

  4. Wenn heute sehr viel Hass über die sozialen Medien verbreitet wird (facebook, twitter) – dann sollten wir uns an das 3. Reich zurück erinnern:

    Damals haben viele Menschen die Ideen Hitlers akzeptiert, selbst verbreitet oder als Mitläufer aktiv gefördert.
    und nach dem Ende des 2. Weltkriegs – wollte es niemand gewesen sein.

    Ähnlich ist es heute: Wenn man trotz der Hassbotschaften, die per facebook, twitter, usw. verbreitet werden – sich nicht von diesen Medien trennt, dann verhält man sich genau so wie die Leute im 3. Reich. Man ist als Mitläufer aktiv damit einverstanden.

    Wer meint, sich nicht von facebook, twitter trennen zu können – weil die Vorteile für ihn die Nachteile überwiegen – dann ist dies der gleiche Gedankengang, den auch unsere Vorfahren hatten

    Facebook, Twitter sind Wirtschaftsunternehmen: Wenn mit der Verbreitung von Hassbotschaften sehr viel Geld verdient werden kann – wird man diese weiter zulassen. Wenn sich aber immer mehr Nutzer abmelden, weil man damit nicht einverstanden ist – wird man dort plötzlich ethische, moralische Regeln einführen – weil dies dann besser für das Geschäft ist.

    Man muss sich entscheiden, welche Welt man haben will

  5. Martin Holzherr schrieb (08.08.2019, 09:10 Uhr):
    > […] Zum Glück wurde inzwischen die Wichtigkeit der Empirie entdeckt:
    > Wenn ein Text etwas über die wirkliche Welt behauptet, dann sollte man auch überprüfen ob es überhaupt zutrifft.

    Eine sicherlich reizvolle Idee, die aber auch Fragen aufwerfen oder gar Unstimmigkeiten anstacheln mag …

    Mittlerweile wird die Bedeutung von Nachvollziehbarkeit begriffen:
    Wenn ein Text eine Anweisung oder einen Rat zu geben versucht, dann sollte er mit ausdrücklichen Interpretations- bzw. Dekodierungs-Regeln verbunden sein, die auf Koinzidenz-Bestimmungen hinauslaufen.

  6. “ ‘Nicht durch Zufall entstand mit diesem Schriftsystem, das im semitischen Alphabet seine früheste Ausgestaltung fand, auch zum ersten Mal ein Gott, der jenseits der physischen Welt verortet wird und der sich einzig in den Buchstaben der Schrift offenbart.’ ”

    Warum wird uns das eigentlich immer als der grosse zivilisatorische Fortschritt verkauft?

    Ich fand die heidnische Welt der Griechen und Roemer deutlich sympathischer, bevor die drei grossen Weltreligionen ueber uns hereingebrochen sind.

    • Das glaube ich Ihnen sofort, @Lars. Den widersprüchlichen Wunsch, einerseits zivilisatorische Errungenschaften wie das Internet zu nutzen und zugleich Juden für alle Zumutungen der Moderne verantwortlich zu machen, halte ich für eine wesentliche, emotionale Triebfeder des Antisemitismus.

      Selbstverständlich wären Sie ungerne ein Arbeitssklave oder eine verarmte Frau in einem römischen oder griechischen Haushalt gewesen. Aber daran, dass Sie auch kein Sklavenhalter und gebieterischer Patriarch mehr sein dürfen, muss ja jemand Schuld sein…

      Ich behaupte nicht, dass die Alphabetschriften und semitischen Bildungsideale alle Probleme des Menschseins gelöst hätten. Aber ich mache darauf aufmerksam, dass auch Sie diese ganz selbstverständlich nutzen – und sich Ihr Ressentiment also auch gegen Ihre eigene Kultur, ja gegen Ihr Selbst richtet…

  7. @ Herr Blume,

    dass Sie mir mit der Aussage Antisemitismus unterstellen ist sehr amuesant. Gerade vor mir als Atheisten und kulturellem Heiden muessen sich Juden naemlich am wenigsten fuerchten.

    Aber wenn Sie noch mal genau lesen, werden Sie feststellen, dass ich mit meinem Kommentar gar nicht auf das Judentum anspielte, sondern auf das Christentum und den Islam.

    • Lieber @Lars, ich habe Ihnen keinen Antisemitismus unterstellt, sondern darauf hingewiesen, dass Ihr selbst geschildertes Ressentiment gegen die alphabetisierte Moderne dem Antisemitismus regelmäßig zugrunde liegt.

      Bezeichnend ist natürlich, dass Sie Ihr Gefühl zu einem Blogpost zum Judentum formuliert haben. Um uns nun zu versichern, Sie hätten eigentlich mit Ihrer Abneigung „nur“ Christentum und Islam gemeint… 😅 #Semitismus

      Ich freue mich immer wieder, wenn Sie hier kommentieren! Könnte sich keiner besser ausdenken. #Lehrstücke 👍📚🌈

  8. Tja Herr Blume,

    wie ich es mit meiner Ignoranz und Dummheit trotzdem geschafft habe, mehr zu verdienen als Sie, das wissen nur die Goetter. 🙂

    • Und trotz Ihres sicher beeindruckend hohen Einkommens wählen Sie die AfD und verachten unsere Zivilisation samt Christentum sowie Migration, @Lars? Wollen Sie uns nicht ein wenig erläutern, was genau Sie an unserem demokratischen Rechtsstaat stört, der Ihnen doch offensichtlich Wohlstand ermöglicht hat? 🤷🏽‍♂️ #ehrlichinteressiert

      Offensichtlich stimmen wir darin überein, dass es Erfolg im Leben gibt. Aber wir scheinen sehr unterschiedlicher Meinung zu sein, auf welche Werte es dabei ankommt… 🙏🇩🇪🇪🇺🌈📚

  9. @ Herr Blume,

    Ich habe nie gesagt, dass ich unsere Zivilisation, das Christentum, den “demokratischen Rechtsstaat” oder Migration “verachte”.

    Aber gehen wir auf die einzelnen Dinge mal ein.

    1. “Unsere Zivilisation” ist ein ziemlich nebuloeser Begriff. Insgesamt ist der so schwammig wie “westliche Werte”.

    Diese Begriffe werden gerne als moralisches Machtinstrument benutzt, wenn man z.B. Russland vorwirft, Syrien zu destabilisieren, waehrend man gleichzeitig auf Seite Saudi Arabiens beim Voelkermord im Yemen mitwirkt (USA und Grossbritannien, aber auch mit deutschen Waffen). Sie wundern sich vielleicht, aber selbst ich lese Noam Chomsky.

    Ich glaube nicht, dass die Zivilisten in Pakistan, Libyen, Syrien, Irak, Afghanistan oder Yemen viel von der Rhetorik von Demokratie halten, wenn sie in der Form von Bomben und Drohnenangriffen daherkommt.

    2. Ich als Libertaerer soll Migration “verachten”? Mitnichten! Die freie Marktwirtschaft lebt davon. Ich bin aber gegen staatlich subventionierte Einwanderung in die Sozialsysteme.

    Aber wir beide wissen natuerlich auch, dass ohne die expansive Geldpolitik der Zentralbanken, der Zoll- und Subventionspolitik der EU, der imperialen Kriege Amerikas und Russlands, sowie der Klimapolitik der Gruenen die Fluechtlingskrise gar nicht existieren wuerde (zumindest nicht in solcher Groesse).

    3. Dass der “demokratische Rechtsstaat” fuer unseren Wohlstand verantwortlich ist, wuerde ich mal stark bezweifeln. Vielleicht verwechseln Sie Ursache und Wirkung. Ich glaube wohl eher, dass die Demokratie das Ergebnis des Wohlstands ist, welcher ueber Jahrhunderte erarbeitet wurde. Satte Gesellschaften tendieren dazu, den Wohlstand auf verantwortungslose Weise umzuverteilen und den Staat zu pluendern. Niemand hat dies besser beschrieben als Toqueville.

    Haben Sie schon mal Hans Hermann Hoppe gelesen?

    Der wird Ihnen gefallen, oder auch nicht. 🙂

    http://www.jf-archiv.de/archiv05/200526062409.htm

    • Lieber @Lars,

      vielen Dank für Ihre Ausführungen!

      1. Sie verachten also die „westliche Moral“, weil sie nicht konsequent genug umgesetzt wird? Und halten dann lieber zu Russlands Oligarchen, die ihr Volk mit Gewalt unterdrücken und Expansionskriege führen?

      Klingt konsequent. Nicht.

      Tatsache ist, dass sich die Diktaturen von Russland bis Saudi-Arabien und auch das ambivalente Verhalten westlicher Staaten am Besten durch die Rentierstaatstheorie erklären lassen, über die – und die Peak-Oil-Fraktion der AfD – wir ja bereits hier diskutiert haben:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/und-sie-wissen-was-sie-tun-der-afd-fluegel-und-die-oel-theorie-des-peak-oil/

      Wenn Sie selbst also moralisch konsequent handeln und sowohl russische wie saudi-arabische Bomben nicht länger mitfinanzieren wollten, dann wäre ein Verzicht auf den Einkauf von Öl und Gas der direkteste Weg…

      2. Für freiheitliche Positionen habe ich große Sympathien. Und dass jemand, der sich selbst ein großes Einkommen zuschreibt, einerseits günstige Arbeitskräfte und andererseits niedrige Sozialabgaben wünscht, ist nicht absolut überraschend.

      Gleichwohl dürfte Ihnen nicht entgangen sein, dass von der eurokritischen „alten“ AfD längst nicht mehr viel übrig ist und Strömungen wie der „national-soziale“ Flügel deutlich an Gewicht gewinnen.

      3. Ich habe ganz bewusst nicht geschrieben, dass der demokratische Rechtsstaat den Wohlstand „hervorbringt“, sondern ihn „ermöglicht“. Denn Staaten schaffen keinen Wohlstand – sondern bestenfalls die Voraussetzungen für die Menschen, ihn selbst zu schaffen. Deswegen habe ich auch kein Problem damit, dass viele Menschen in der Privatwirtschaft besser verdienen als wir im öffentlichen Dienst und schon das Gehalt eines Sparkassendirektors eine Bundeskanzlerin toppen kann: Der private Sektor schafft – idealerweise – die Grundlagen des Wohlstands insgesamt.

      (Sorgen macht mir freilich die oft zu geringe Bezahlung einfacher Lohngruppen im öffentlichen Dienst, die in großen Städten angesichts dortiger Wohn- und Lebenskosten oder in den Grenzgebieten zur Schweiz kaum mehr wettbewerbsfähig sind.)

      Gerade auch in Deutschland gelang die Demokratie leider nicht alleine aufgrund des Wohlstandes allein (und man merkt auch Ihnen den Groll auf die US-amerikanischen Sieger und deren „westliche Moral“ noch immer an). Aber umgekehrt benötigen gerade auch freiheitliche Marktwirtschaften Rechts-, Sozial- und Bildungssysteme auf Basis von (Alphabet-)Schrift. Womit wir wieder am Anfang unseres Posts wären. 🙂

  10. Scheint nicht allen Kommentieren geläufig zu sein: Es geht hier nicht um die Erfindung der Schrift an sich, es geht speziell um die Erfindung der Alphabetschriften. Schrift gibt es schon viel früher, bei den Ägyptern, bei den Chinesen. Allerdings umfaßt das Chinesische rund 3000 Schriftzeichen, ist also wirklich „eine Wissenschaft für sich“, die nur Gelehrten zugänglich ist.

    Davon ab gibt es auch in vor- und außerschriftlichen Kulturen Wissen im erheblichen Umfang. In Koranschulen lernen Kinder heute noch den gesamten Koran in Arabisch auswendig (teilweise, ohne Arabisch zu verstehen), die Homeriden kannten die gesamte Ilias und Odyssee, die erst nach zwei Jahrhunderten verschriftlicht würden, auch das indische Rigveda ist über Jahrhunderte nicht schriftlich fixiert worden.

    Das Revolutionäre an der Alphabetschrift ist die Reduktion auf unter dreißig Lautzeichen. Die zu lernen ist kein eigener Ausbildungsberuf mehr, kein Privileg verschiedener Kasten (Schreiber/Beamte/Priester). Hier wird Verschriftlichtes viel mehr Menschen zugänglich.

  11. @ Michael Blume

    Sie zitieren eine Christina von Braun:

    “Nicht durch Zufall entstand mit diesem Schriftsystem, das im semitischen Alphabet seine früheste Ausgestaltung fand, auch zum ersten Mal ein Gott, der jenseits der physischen Welt verortet wird und der sich einzig in den Buchstaben der Schrift offenbart. […] Natürlich ist das Alphabet nicht die einzige Wirkmacht, die zur Entstehung einer neuen Religionsform führte, aber seine Bedeutung für einen grundlegenden Mentalitätswandel der alten Welt ist kaum zu überschätzen.”

    Einerseits hätte mich ja die Begründung noch interessiert, warum der Glaube an einen außerphysischen = transzendenten Gott zusammenhänge mit der semitischen Schrift. Zumal dieser eine Gott ja nicht, wie behauptet, mit diesem Schriftsystem entstand, sondern weit nach ihm, und bei den Semiten exklusiv bei den Juden. So ganz, wie beschrieben, stimmt das ja nicht.

    Andererseits interessiert es mich dann aber doch nicht soo arg. Weil es schlicht sogar überhaupt nicht stimmt. Man lese nur mal den Schöpfungshymnus des Rigveda (10,129), entstanden in einer vorschriftlichen Kultur, weit übrigens auch vor Abfassung des Alten Testamentes. ( http://www.zeno.org/Philosophie/M/Anonym/Die+Geheimlehre+des+Veda/Die+%C3%82tmanlehre+in+den+Hymnen+und+Br%C3%A2hmana%27s/Der+Ursprung+der+Dinge wissenschaftlicher http://12koerbe.de/hanumans/rgveda.htm#129 )

    Zum dritten hätte ich gerne mal Alttestamentler gefragt, wie weit die Transzendenz Gottes überhaupt originär jüdisch ist und nicht viel mehr auf arische Quellen, besonders Zarathustra, zurück geht. Jehova war einmal eine sehr physische Gottheit. Jakob hat mit ihm gerungen.

    • @Alubehüteter

      Ich hatte die Kollegin von Braun nicht so verstanden, dass sie den Mono- bzw. Henotheismus allein für das entstehende Judentum reklamierte (hiergegen wäre außer der Rigveda auch z.B. Echnaton anzuführen), sondern den Monotheismus, der sich nur noch durch Schrift offenbart. Und selbstverständlich entfaltet sich dieses schriftbasierte Offenbarungsverständnis über Jahrhunderte hinweg, wie es auch in der hebräischen Bibel nachzulesen ist.

  12. @ Michael Blume
    09.08.2019, 08:54 Uhr

    Ich dachte, es ginge Frau von Braun um die Transzendenz, das Außerphysikalische, sonst wäre in der Tat Echnaton – die Sonne – der naheliegendste Einwand gewesen. Jetzt verstehe ich gar nichts mehr.

    Daß eine Gottheit gebunden ist an ein „Wort“, eine Offenbarung, eine Überlieferung, ist nun wahrlich keine seltene Idee. Daß ein Gott gebunden ist an eine „Schrift“, an Buchstaben, setzt wiederum die Erfindung derselben voraus und wäre somit banal.

    • Wenn wir über Wissenschaft und wissenschaftliche Thesen diskutieren, dann scheint mir exaktes Lesen und das Verzichten auf Strohmänner (das Unterstellen von Behauptungen, die dann “widerlegt” werden) enorm wichtig zu sein…

      Frau von Braun schrieb: “Nicht durch Zufall entstand mit diesem Schriftsystem, das im semitischen Alphabet seine früheste Ausgestaltung fand, auch zum ersten Mal ein Gott, der jenseits der physischen Welt verortet wird und der sich einzig in den Buchstaben der Schrift offenbart.”

      Hier haben wir eine “Und”-Aussage – der semitische, monotheistische Gott offenbart sich – durchaus im Kontrast zu anderen poly- oder auch monotheistischen Gottheiten – “einzig” (!) “in den Buchstaben der Schrift”.

      Selbstverständlich nimmt Frau von Braun eine historische Entwicklung an – und für das rabbinische Judentum scheint mir ihre Aussage dann zu stimmen. Tatsächlich gibt es sogar eine berühmte, talmudische Erzählung, nach der die Rabbinen göttliche Wunder und sogar eine göttliche Aussage zurückgewiesen hätten, da nun alleine die Auslegung der Schrift über die göttliche Wahrheit entscheide:
      https://www.juedische-allgemeine.de/religion/der-streit-um-den-schlangenofen/

      Mir scheint die These der Kollegin also auch im Hinblick auf Rigveda, Echnaton etc. sehr stark zu sein, zumal “Sem” selbst ja nach jüdischer Tradition der erste Schriftausleger und -lehrer gewesen sei.

  13. Ich habe kein Strohmann-Argument bauen wollen, ich habe Frau von Braun anscheinend schlicht falsch verstanden. Ich dachte, es ginge ihr um den transzendenten Gott (steht immerhin im ersten Teil der „UND“-Aussage).

    Wenn es nur darum geht, daß ein Gott nur geoffenbart wird durch und zugleich gebunden ist an ein Buch, eine Schrift, dann sehe ich da tatsächlich nur eine Banalität, dann zu sagen, das setzt die Erfindung der Schrift voraus. Vor der Schrift waren Gottheiten allerdings schon oft gebunden an ein „Wort“, an verbindliche wörtliche, auswendig zu erlernende Überlieferungen. Übernatürliche Akteure können wir mit den richtigen Zaubersprüchen binden und bannen, das wissen wir nicht erst mit Harry Potter. Und das geht dann bis hin zu solch komplexen Überlieferungen wie den Veden. Der Islam anerkennt auch den Zoroastrismus als Buchreligion, der mutmaßlich älter ist als das Judentum; mir fehlt die Kenntnis, wie weit zu Recht (wie verbindlich die Gesänge Zarathustras sind für die Religion).

    Aber ich will mich nicht in eine Diskussion hineinsteigern. Mir war Frau von Braun bis hierhin völlig unbekannt, sie scheint sehr interessante Bücher geschrieben zu haben, werde mir mindestens eines mal näher ansehen.

    • Das freut mich, @Alubehüteter. „Banal“ finde ich bei Christina von Braun – die Mitherausgeberin des „Handbuch Jüdische Studien“ (2018) ist – erstmal gar nichts und habe mir über das mir bereits vorliegende, hoch interessante Handbuch hinaus ebenfalls noch eines ihrer Bücher bestellt. 👍📚🌈

  14. @ Herr Blume,

    1. “Sie verachten also die „westliche Moral“, weil sie nicht konsequent genug umgesetzt wird? Und halten dann lieber zu Russlands Oligarchen, die ihr Volk mit Gewalt unterdrücken und Expansionskriege führen?”

    Koennen Sie mir bitte erklaeren, wo ich lieber zu Russlands Oligarchen gehalten habe? Ich habe lediglich auf Doppelmoral hingewiesen, die zweifellos Merkmal jedes Staates ist, Machtinteressen durchzusetzen.

    Und wollen Sie gerade unterstellen, dass der Westen keine Expansionskriege fuehrt? Ich nehme an, die CIA-Operation Timber Sycamore, von Obama abgesegnet, galt wie ueblich nur den Menschenrechten.

    2. “Wenn Sie selbst also moralisch konsequent handeln und sowohl russische wie saudi-arabische Bomben nicht länger mitfinanzieren wollten, dann wäre ein Verzicht auf den Einkauf von Öl und Gas der direkteste Weg…”

    Tja so einfach ist das nicht. Nach der Logik muessten die Klimakinder um Greta Thunberg, die die Apokalypse in Form des CO2 an die Wand malen, mit dem Atmen aufhoeren. Das ist natuerlich unsinnig.

    Es gibt einen Begriff, der von Thorsten Polleit gepraegt wurde: Kollektive Korruption. Wir sind eben alle Teil des Wirtschaftskreislaufs. Und da macht der symbolische Verzicht auf Erdoel natuerlich keinen Unterschied, bzw. ist vollkommen unmoeglich, weil Rohoel elementarer Teil der Produktionskette ist, von Benzin ueber Plastik bis Kosmetik usw.

    3. “Gleichwohl dürfte Ihnen nicht entgangen sein, dass von der eurokritischen „alten“ AfD längst nicht mehr viel übrig ist und Strömungen wie der „national-soziale“ Flügel deutlich an Gewicht gewinnen.”

    Punkt fuer Sie. Mal sehen, wie sich die AfD (und andere Parteien) entwickeln.

    4. “Denn Staaten schaffen keinen Wohlstand…”

    Mit der Aussage zeigen Sie mehr Vernunft als 99% aller Mainstream-Intellektuellen und das rechne ich Ihnen auch hoch an.

    Deutschland leistet sich bei grob 80 Millionen Einwohnern etwa 2 Millionen Beamte und Angestellte im oeffentlichen Dienst (korrigieren Sie mich, wenn die Zahl nicht exakt stimmt).

    Ich persoenlich empfinde diese Zustaende schon fuer sozialistisch. Dabei ist Deutschland sogar noch eine der freieren Marktwirtschaften weltweit. Mit Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland etc sieht es da deutlich uebler aus.

    https://www.heritage.org/index/ranking

    5. ” (und man merkt auch Ihnen den Groll auf die US-amerikanischen Sieger und deren „westliche Moral“ noch immer an)”

    Wenn der Eindruck rueberkommt, habe ich mich entweder unpraezise ausgedrueckt oder Sie mich missverstanden. Ich liebe Amerika.

    Nur in einer perfekten Welt waere natuerlich ein Mann wie Ron Paul US-Praesident. Der wird Ihnen gefallen, oder auch nicht. 🙂

    https://www.youtube.com/watch?v=DEcJuFvGkDU

  15. @ Herr Blume,

    Ich wollte mit dem Begriff ‘kollektive Korruption’ darauf hinaus, dass die US-Hegemonie eben unter anderem auf der Kontrolle der Rohstoffe des Nahen Osten beruht, und sich ein komplexes Geflecht von gegenseitigen Abhaengigkeiten entwickelt hat, aus denen man als einzelner nicht einfach ausscheren kann.

    Dass ich die Wahhabisten in Saudi Arabien indirekt unterstuetze, wenn ich mein Auto tanke, ist wohl klar. (Ich will auf Geopolitik hinaus, nicht auf den Klimaunsinn). Aber wenn man Mitglied der Gesellschaft sein und Geld verdienen will, kann man sich nicht unterm Stein verkriechen.

    • Ja, @Lars – und mein Argument war, dass wir also selbst Teil der „Doppelmoral“ bzw. „kollektiven Korruption“ sind, die wir bei anderen gerne beklagen. Auch Sie als gutverdienender Libertärer finanzieren durch Ihre Kaufentscheidungen jene Mächte mit, die Sie dann anprangern.

      Deswegen „verkrieche“ auch ich mich keinesfalls „unter einem Stein“, aber z.B. ein französisches Elektroauto, bewusste Bauweise oder den Verzicht auf manche Flugreise halte ich für machbar und liberal.

      Da die Bewertung semitischer Religionen aber ja eigentlich unser Ursprungsthema war und Sie sich offensichtlich für liberale und libertäre Weltanschauungsfragen interessieren, erlaube ich mir Ihnen einen Text zur Verfügung zu Friedrich August von Hayek zur Verfügung zu stellen, zu dem ich gerne und viel gearbeitet habe. Ggf. wird so einiges klarer:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/FamilieReligionMarktwirtschaftHayekBlume2017.pdf
      Ihnen Dank für Ihr Interesse und weiterhin alles Gute!

  16. @ Lars

    Nach der Logik muessten die Klimakinder um Greta Thunberg, die die Apokalypse in Form des CO2 an die Wand malen, mit dem Atmen aufhoeren. Das ist natuerlich unsinnig.

    Mann, Leute, was ist denn daran so schwer, zu verstehen!

    Von Natur aus sind CO² und Sauerstoff miteinander im Gleichgewicht. Pflanzen wandeln Kohlendioxyd in Sauerstoff, Tier und Menschen Sauerstoff in Kohlendioxyd.

    Das ändert sich in dem Moment, wo man vor Jahrmillionen gebundenes Kohlendioxyd ausbuddelt und zusätzlich freisetzt. Dann müßte man entsprechend viele Bäume anpflanzen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Das ist die ganze Nummer.

  17. Diese Fixiertheit darauf das man den Amerikanern nachtragen würde das sie den WW2 gewonnen haben nur weil einem die Politik nicht paßt erschließt sich mir nicht.
    Und warum man immer sofort den russischer Oligarchenfreund Strohmann aufbauen muss auch nicht.
    Das unsere amerikanischen Freunde genau so viel Dreck am Stecken haben wie unsere russischen Freunde kann man jederzeit nachschlagen.

    • Ja, @Uli Schoppe – schon die Linksextremen der 60er und 70er Jahre skandierten selbstgerecht „USA – SA – SS“. Heutige Rechtspopulisten dagegen verachten die USA für Demokratie und „Rassenmischung“, verteidigen aber bereitwillig Putins Politik von Tschetschenien über die Krim und Ukraine bis Syrien. Die Sehnsucht nach dem starken Sowjet bei gleichzeitiger Verachtung der – auch von innen erschütterten – U.S.-Demokratie bildet ein gemeinsames Mythenfundament der „Querfront“ – samt Verschwörungsmythen (Illuminaten, Bilderberger, Hooton-Plan etc.). Und so waren und bleiben Antiamerikanismus und Antisemitismus regelmäßig eng verknüpft…

      Eine wirklich reife Haltung würde dagegen die historischen Leistungen der USA anerkennen, ohne Russland zu verteufeln. Und durch Änderungen des eigenen Konsums und Verhaltens die verbleibenden Diktaturen schwächen.

  18. Die Alternative zum Alphabet sind logographische (graphische Symbole für Teilbegriffe), piktographische und ideographische Zeichen. Die chinesische Schrift ist ein Beispiel für ein logographisches Schriftsystem. Es war und ist umfangreich, schwierig zu lernen (heute wird mit vereinfachten und reduzierten Morphemen/Graphemen gearbeitet). Damit blieb die chinesische Schrift Eliten und Beamten vorbehalten und Schreiben war und ist in China und Japan auch eine Art Kunstform.

    Das Alphabet aber war sehr schnell zu lernen. 1) Weil es nur wenige Zeichen gab. 2.) Weil eine enge Beziehung zur gesprochenen Sprache bestand.

    Tatsächlich verbreitete sich die alphabetische Schreibweise auch rasend schnell im Mittelmeerraum.
    Mir dem bereits von den Ägyptern erfundenen, billigen und doch dauerhaften Papier und einem passenden Schreibstift war Schreiben nun auch weiteren Schichten zugänglich, in kurzer Zeit beherrschbar und so billig, dass man auch weniger wichtige Dinge zu Papier bringen könnte.

    So gesehen bedeutete die alphabetische Schrift eine Demokratisierung des Schreibens.

  19. @Alubehüteter 10.08.2019, 14:19 Uhr

    Das ändert sich in dem Moment, wo man vor Jahrmillionen gebundenes Kohlendioxyd ausbuddelt und zusätzlich freisetzt. Dann müßte man entsprechend viele Bäume anpflanzen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Das ist die ganze Nummer.

    Warum wird dann aber Fleisch in die Diskussion gebracht? Die Futterpflanzen nehmen CO2 auf und produzieren Sauerstoff und organisches Material, das zuerst von den Tieren gefressen wird und deren Fleisch dann von den Menschen gegessen wird. Also erstmal wieder ein Kreislauf.

    Gruss
    Rudi Knoth

  20. Und durch Änderungen des eigenen Konsums und Verhaltens die verbleibenden Diktaturen schwächen.

    Du meinst so?

    … ein französisches Elektroauto, bewusste Bauweise oder den Verzicht auf manche Flugreise halte ich für machbar und liberal.

    Wenn Du Dir das leisten kannst ist das schön. Und Dir gegönnt 🙂 Ich muß mich leider an meinem 12 Jahre alten Diesel und meinem Altbau festhalten. Und meine einzige Flugreise in 51 Jahren ging von Köln nach München. Bezahlt von der Firma.
    Hm, vielleicht bei der Ausbildung der Kinder sparen? Vergesst das mit Abitur und Studium und lasst Dümmeren mit mehr Geld den Platz? 🙂

    • Nun, @Uli Schoppe, Sie hatten hier für @Lars Partei ergriffen – der stolz verkündete, sehr viel mehr zu verdienen als wir beide. Und der die Verhältnisse in Deutschland als nahezu „sozialistisch“ deutete. Was meinen Sie dazu? 🤔

      Und ganz abgesehen von Verteilungsfragen: Wenn also auch Menschen, die es sich leisten können, nicht das ihre gegen Rentiersregime und Klimawandel zu tun, wäre dies auch für die Zukunft unserer Kinder schade. (Ob @Lars Kinder hat, habe ich nie gefragt.)

  21. @Rudi Knoth,

    Rudi Knoth – 131. August 2019 @ 11:17
    Warum wird dann aber Fleisch in die Diskussion gebracht? Die Futterpflanzen nehmen CO2 auf und produzieren Sauerstoff und organisches Material, das zuerst von den Tieren gefressen wird und deren Fleisch dann von den Menschen gegessen wird. Also erstmal wieder ein Kreislauf.

    als zumindest rudimentär ausgebildetem Physiker werden ihnen Produktions- und Lieferketten analysierbar sein.

    Bei EIKE, wo sie auch gerne vorbeikommen, werden sie dazu allerdings nichts Sinnvolles finden.

    Grüsse galileo2609

  22. @Uli Schoppe,

    Uli Schoppe – 13. August 2019 @ 12:41
    Hm, vielleicht bei der Ausbildung der Kinder sparen? Vergesst das mit Abitur und Studium und lasst Dümmeren mit mehr Geld den Platz?

    wollen sie mit diesem Strohmann den diesseitigen Blog-AfDler Lars toppen, der für die Klimakinder um Greta Thunberg die Einstellung der Atmung empfehlen will?

    Es wäre ja schon viel gewonnen, wenn sie ihren eigenen Kindern (sofern vorhanden), eine intellektuelle Kompetenz erlauben würden, die sie sich selbst nicht gönnen wollen. Bereden sie diesen gerade abgelieferten und zukünftigen Unfug besser weiter im jenseitigen Grazer Forum mit ihrem Alt-Right-Troll Yukterez …

    Grüsse galileo2609

  23. „Im Anfang war das Wort,….“
    Das kann man wörtlich nehmen , man kann es als Metapher begreifen.
    Auf jeden Fall geht einer Einsicht ein Gedanke voraus, den man als Bild darstellen kann oder in Lautschrift.
    Durch eine gemeinsame Sprache und einer gemeinsamen Schrift lassen sich so die Gedanken weiter verbreiten.
    Wer immer die Schrift erfunden hat, es war eine Großtat der menschlichen Rasse.

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