Antisemitismus, Kopftücher und Kriminalität – Wie Vorurteile unsere Wahrnehmungen verzerren und entgleisen

In seinem “Mein Kampf” berichtet Adolf Hitler im Kapitel 2 “Wiener Lehr- und Leidensjahre” davon, wie sich durch den Antisemitismus seine Wahrnehmung verändert habe. So habe er “im väterlichen Hause” das Wort “Jude” nicht zu hören bekommen, sein “alter Herr” wäre zwar Nationalist gewesen, hätte aber auch Juden als Deutsche anerkannt. In “der Realschule” in Linz habe er nur “einen jüdischen Knaben” kennengelernt, der vor allem schweigsam gewesen wäre (möglicherweise Ludwig Wittgenstein, der an der gleichen Schule zwei Klassenstufen über Hitler war). Antisemitische Äußerungen habe er als “konfessionelle Stänkereien” abgelehnt und obwohl “Wien in diesen Jahren schon nahe an die zweihunderttausend Juden unter seinen zwei Millionen Menschen zählte, sah ich diese nicht.” (Mein Kampf, Eine kritische Edition (2016), Bd. I, S. 199-200)

Erst der Wiener Bürgermeister und bekennende Antisemit Karl Lueger habe seine – Hitlers – Wahrnehmung geändert. Nun erst habe er sich dem “Anschauungsunterricht der Wiener Straße” und den “ersten antisemitischen Broschüren meines Lebens” verschrieben. Und prompt – “seit ich mich mit dieser Frage zu beschäftigen begonnen hatte, auf den Juden erst einmal aufmerksam wurde, erschien mir Wien in einem anderen Licht als vorher. Wo immer ich ging, sah ich nun Juden und umso mehr ich sah, umso schärfer sonderten sie sich für das Auge von den anderen Menschen ab. […] Gab es denn da einen Unrat, eine Schamlosigkeit in irgendeiner Form, vor allem des kulturellen Lebens, an der nicht wenigstens ein Jude beteiligt gewesen wäre?” (MK, S. 207 – 213)

Diesen Effekt der – hier antijüdisch – verzerrten Wahrnehmung ist somit kulturell und sozial “ansteckend” und trug entscheidend zum antisemitischen Verschwörungsglauben, Hass und schließlich menschenverachtendend Genozid der Schoah durch das NS-Regime und seine Verbündeten bei. Natürlich wirkt diese Wahrnehmungsverzerrung im Alltag auch in harmloser Form: Werdende Eltern entdecken “plötzlich” überall Schwangere, denen sie vorher einfach weniger Beachtung geschenkt haben. Aber Vorurteile gegen religiöse und ethnische Minderheiten sind eben nicht harmlos, sondern können durch die Wahrnehmungsverzerrungen immer weiter eskalieren. So wird der Bevölkerungsanteil an Muslimen auch in Deutschland inzwischen um das Vierfache überschätzt. Und auf meine Daten zur rapiden Säkularisierung auch unter Muslimen in “Islam in der Krise” wie auch auf meinen Blogpost zum deutlichen Rückgang des Kopftuchtragens unter Musliminnen (auch) in Deutschland ernte ich neben viel Interesse immer wieder auch geradezu wütende Zweifel: Man “sehe doch überall Kopftücher”! Die “Islamisierung” schreite doch “sichtbar” voran! Die Universität Münster müsse sich täuschen!

Der massive Rückgang des Anteils von türkeistämmigen Kopftuchträgerinnen der zweiten und dritten Generation. Link zur Originalstudie im Blogpost.

Dabei stehen diese Befunde überhaupt nicht isoliert dar – sondern wurden nur bisher kaum wahrgenommen! Schon 2008 verzeichnete die Studie “Muslimisches Leben in Deutschland” (DIK 2009) einen massiven Rückgang der Minderheit von Musliminnen, die angaben, das Kopftuch “immer” zu tragen.

Schon 2008 war der Anteil der Musliminnen, die in der Öffentlichkeit “immer” ein Kopftuch trugen, von 25,2% in der ersten auf nur noch 17,8% in der zweiten Generation gesunken. Grafik: “Muslimisches Leben in Deutschland“, DIK 2009, S. 200

Nicht nur deutsche Islam-Ängstliche, auch manche Muslime taten und tun sich dabei durchaus schwer damit, ihre “gefühlten” Wahrnehmungen an den wissenschaftlichen Daten zu korrigieren.

Wenn in Sachsen die Kriminalität sinkt…

Doch die o.g. Wahrnehmungsverzerrung betrifft eben nicht nur religiöse Minderheiten wie Juden oder Muslime, sondern auch generell Zuwanderer und Flüchtlinge. So vermeldet die Polizei Sachsen just erfreuliche Zahlen: In den Grenzregionen der Oberlausitz gingen die Straftaten deutlich zurück und nur für eine Minderheit dieser Straftaten sind Migranten und Flüchtlinge verantwortlich (von denen es in Sachsen auch nicht sehr viele gibt).

Doch Polizeipräsident Torsten Schultze muss dazu erklären:

Die belastbaren Fakten der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigen ein anderes Bild der Lage, als das, was ich in Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern unserer Region häufig zu hören bekomme. Deren Wahrnehmung scheint zu sein, dass in den zurückliegenden Jahren alles nur „schlimmer“ geworden sei, insbesondere seit Öffnung der Grenzen zu unseren polnischen und tschechischen Nachbarn.

Doch das Gegenteil ist der Fall: Als die Grenzen noch geschlossen waren, wurde in unserer Region weit mehr gestohlen und häufiger eingebrochen als heutzutage – nur scheinen diese Fakten aus den Erinnerungen verschwunden zu sein.

Quelle: “Auswertung der Kriminalitätslage des Jahres 2017 in den Landkreisen Bautzen und Görlitz”, Polizei Sachsen 2018

Fazit

Die Evolution hat unsere menschlichen Wahrnehmungen auf das Lebensumfeld und die Bestätigung kleiner Gruppen hin entwickelt – entsprechend anfällig sind wir Menschen für kulturell erlernte und sozial bestätigte Wahrnehmungsverzerrungen. Ob religiös oder nicht, ob Akademiker oder Analphabeten – was wir bereits glauben, prägt, was wir “sehen”. Schlimmstenfalls können sich so Vorurteile und Ängste bis zu Hass und Gewaltbereitschaft aufschaukeln. Die Wissenschaft eröffnet uns die Chance, unsere Wahrnehmungen an der Realität zu überprüfen und zu korrigieren – wenn wir dies zulassen. Die Fakten sind verfügbar und es liegt an uns, ob wir sie an uns heranlassen und damit realistischere, komplexere und letztlich auch interessantere Weltbilder entwickeln.

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und spezialisierte sich auf die Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Hat auch manches erlebt und überlebt...

72 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr nett, dass Sie, lieber Herr Dr. Michael Blume, auch als Antisemitismusbeauftragter für Baden-Württemberg, im neuen Amt, Ihre WebLogger-Tätigkeit nicht einstellen, Ihre Beiträge haben nunmehr auch etwas Amtliches.
    >:->

    Auch wenn Sie hier womöglich trennen wollen, die eine, eher private Beschäftigung hier, das Amt da.

    Also, was es in der BRD wohl nun gibt, Dr. Webbaer war fast 15 Jahre nicht mehr dort, ist, dass sich das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger verschlechtert hat, ob gerechtfertigt oder auch nicht, sei dahingestellt, und die Alterskohorten den Weg in die weitere Islamisierung klar aufzeigen, es sind nämlich die Alterskohorten, die Jüngeren sind gemeint, an den Schulen und so, die Prädiktion erlauben, weniger der Gesamtbestand der hier Gemeinten, der wohl bei ca. 6 % liegt.

    Wünschen würde sich Ihr Langzeit-Kommentatorefreund, dass Sie, ähnlich wie beim “Führer” mit seinem National-Sozialismus, auch beim Islam an die Wurzeln des intrinsischen Antisemitismus gehen könnten, haben Sie sicherlich noch vor, stimmt’s oder hat Dr. Webbaer recht?
    Auch bei unseren politisch links stehenden Freunden mit ihrem Antizionismus, der manchmal aber doch in den Antisemitismus abgleitet, wird ähnlich erwartet.

    MFG
    Dr. Webbaer (der mal hofft, dass Sie im neuen Amt glücklich werden, er setzt auf Sie, und das Oster- oder Hasenfest gut erlebt haben, im christlichen Glauben)

    • @Webbaer

      Ich könnte versuchen, Ihren Text noch 20-30x zu lesen, um zu sehen, ob er dann verständlich wird. Aber es ist Montag, also: Nö…

      In Zukunft könnten Sie versuchen, einfachere Sätze zu bilden. Verschachtelung trägt nicht zur Verständlichkeit bei.

  2. Hitlers Erweckung zum Antisemiten durch antisemtische Broschüren und antisemitische Persönlichkeiten wie Wiens Bürgermeister zeigt, was Verschwörungstheorien und rassistische Vorurteile so attraktiv macht: Sie erklären bis zu einem gewissen Grad die Welt, eine Welt, die sonst unverstanden bliebe. Dumm nur, dass die vermeintlichen Erklärungen, die Verschwörungstheorien und Rassentheorien geben, konstruiert und falsch sind. Doch das hindert die Leute nicht daran, solchen Dingen zu glauben und ihnen zu verfallen. Wer einmal daran glaubt, sieht und interpretiert die Welt anders und fühlt sich immer wieder bestätigt, denn er legt sich einen Filter auf die Welt zu, den er selbst nicht mehr kritisch hinterfragt. Es ist ähnlich wie ein Brillenträger mit einer verschmutzten Brille, der meint Dreck in der Welt zu sehen, wobei er aber nur Dreck auf seiner Brille selbst sieht.

  3. Vielen Dank insbesondere für den Einblick in Hitlers Episode. Wenn man mit entsprechenden Urteilsfehlern vertraut ist, dann erscheint Hitlers Beschreibung seiner Sich beinahe komisch selbstoffenbarend. Wenn ich dann aber an die Folgen denke, wird die Komik sehr bitter.

    Mein Eindruck ist, dass in letzter Zeit, gerade auch mit Blick auf Facebook, mehr über diese Urteilsfehler gesprochen wird. Ich hoffe, dass dies einige dazu bringen kann, den eigenen Blick zu hinterfragen. Wahrscheinlich führt es aber wieder dazu die eigene Ansicht zu stärken und den Anderen Urteilsfehler zu unterstellen.

  4. Ich sehe keine Möglichkeit Ihnen bei diesem Post zu widersprechen, lieber Herr Blume.
    Es ist ungemein wichtig, dass die von Ihnen erwähnten Erkenntnisse eine breite Öffentlichkeit gewinnen, aber die Abwehr, die Sie ja auch erwähnen, ist eben auch sehr heftig, und liebgewonnene Vorurteile aufzugeben scheint vielen Menschen unmöglich zu sein.
    Es sind die jetzt schon sichtbaren Folgen dieses Verhaltens, die mir zunehmend Bauchschmerzen bereiten. Ausländerfeindlichkeit ist wieder hoffähig geworden, und Bücher, die Rassismus im Stile der Nationalsozialisten begründen, feiern ein Comeback. Hier ein Beispiel:

    http://www.zeit.de/wissen/2018-03/rassenlehre-abstammung-intelligenz-rassismus-usa-rechtsruck

    Anscheinend gibt es immer noch genügend Menschen, die sich, genau wie Hitler damals, irgendwas zurechtbiegen (lassen), um…….ja, um was genau zu erreichen? Manchmal bin ich einfach nur ratlos.

  5. In jeder Stadt sind leider haufenweise Kopftücher.
    Dass nicht alle Kopftücher tragen sagt nur dass es leider noch mehr Muslime gibt.
    Und die Mädchenmorde sind natürlich auch nur Vorurteile.

  6. Erst der Wiener Bürgermeister und bekennende Antisemit Karl Lueger habe seine – Hitlers – Wahrnehmung geändert.

    Und die Fortsetzung dieser fatalen “Wahrnehmung” war, dass auch die Universität Wien vom Rassenwahn nicht verschont blieb. In Der tiefe Fall einer weltberühmten Fakultät werden die negativen Auswirkungen der massenhaften Entlassungen von jüdischen Wissenschaftlern während der NS-Zeit beschrieben. “Die Nazifizierung der deutschen und österreichischen Universitäten scheint mir einer der Gründe für die geistige Verarmung Mitteleuropas zu sein …”. schrieb der ehemalige österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky dazu in seinem Lebenserinnerungen.

  7. Vorurteile sind zumeist von Anderen (auch Eltern) übernommene [Vor-]Urteile oder das Ergebnis einer -wieso auch immer- gespürten Antipathie. Lernt man erst Jemanden (zufällig) kennen, der aus der “manipulierten Ecke der scheinbar Andersartigen” kommt, dann dreht sich das Bild innerhalb einer Selbstprüfungszeit in’s Positive. Die Fehler der >Großen< anderer Länder & Kulturen übertragen sich für den externen Betrachter auf "das bewußte Gen der vermaledeiten Störenfriede" einer scheinbar unverträglichen Welt. Dabei wollen nahezu Alle nur EINTRACHT, FRIEDFERTIGKEIT, FAIRNESS. Zu lösen wäre die psychosoziale Frage, woher und warum alle Menschen mehr oder weniger Gedankenzwillinge in einer Hirnschale sind. Warum sind wir anfällig für Feindseligkeiten, warum laufen wir den R+R (Rüpeln & Rotznasen) hinterher ?

  8. Ja, das Problem kennen wir alle:
    hochgebildete Kopftuch- und Burkafrauen, die den Wissenschaftsstandort Deutschland erhalten wollen, aber von tumben Nazis daran gehindert werden:-)
    Tradition ist nicht gleich Zivilisation!

  9. Das scheint wohl die gleiche Wahrnehmungsverzerrung wie bei Antisemitismusforschern zu sein. Einmal mit der Forschung begonnen, entdecken sie auch plötzlich überall neue Formen des Antisemtismus.

    • Mit dem feinen Unterschied, @Peter Müller, dass ernsthafte Forscherinnen und Forscher überprüfbare und also seriös diskutierbare Theorien vertreten – Verschwörungsgläubige aber dunkle Mythen. Darf ich zuversichtlich sein, dass Sie diesen feinen und wesentlichen Unterschied eines Tages verstanden haben werden?

    • So ist es, @Webbaer – auch den Kopftuchzwang hat der Kronprinz neulich aufgehoben, wie in den Vereinigten Arabischen Staaten längst geschehen. Und prompt legen auch viele Araberinnen den Hijab ab.

      Das Ganze wird auch gut erklärbar, wenn sie 1. auch politisch unterschiedliche Strömungen innerhalb „des Islam“ unterscheiden (Muslimbrüder in TR & Katar, Post-Wahhabiten in Saudi-Arabien und VAE, Schiiten in Iran & Syrien etc.) und die Auswirkungen sinkender Renteneinnahmen durch niedrige Ölpreise betrachten.

      Und falls Sie immer noch Zweifel am „Islam in der Krise“ haben, hier ein aktueller Bericht zu den ersten Folgen der türkischen Zwangs-Islamisierung:
      https://www1.wdr.de/nachrichten/tuerkei-unzensiert/religionsermuedung-mustafa-alp-dagistanli-de-100.html

      • Der hier gemeinte Kronprinz ändert so einiges, hoffentlich bleibt er erfolgreich.
        Ansonsten, das mit der Aufhebung des Kopftuchzwangs wusste Dr. W noch nicht, danke für den Hinweis.
        Und natürlich darf der Islam in seinen Glaubensrichtungen betrachtet bleiben, notgedrungen bauen hier viele i.p. Expertise hinzu.
        MFG + viel Erfolg im Amt!
        Dr. Webbaer (der hoffentlich mit seiner kleinen (unveröffentlicht gebliebenen) Kritik an der Studie der Universität Münster bei Ihnen nicht allzu sehr angeeckt ist)

      • PS + ganz genau! :

        Muslimbrüder in TR [“Top-Level-Domain der Türkei” – wohl also die Türkei gemeint] & Katar, Post-Wahhabiten [ein bemerkenswertes Fachwort] in Saudi-Arabien und VAE, Schiiten in Iran & Syrien etc.

      • Lieber Michael Blume,

        dass ist wohl eher Wunschdenken: Erstens äußerte sich der Kronprinz dazu, wie es seiner Meinung nach zukünftig in Saudi-Arabien sein sollte – umgesetzt hat er seine Ankündigung noch nicht. Und zweitens hat er sich gar nicht zum Kopftuch geäußert, sondern zu Abaya und Niqab – und dabei darauf hingewiesen, dass der Koran züchtige Kleidung vorschreibt.

        • Liebe @Myriade,

          nun war ich ja gerade in den Vereinigten Arabischen Emiraten und konnte dort sehen, wie viele Frauen dort bereits kein Kopftuch mehr trugen. Es gab auch einen großen Stolz darauf, dass Abertausende Saudis genau diese Freiheiten schätzten und die Hoffnung, dass sich genau diese Linie in der arabischen Welt und konkret in Saudi-Arabien weiter durchsetzen werde.

          Schauen wir also, was die nahe Zukunft auch, aber nicht nur dort bringt…

  10. Hallo Herr Blume,
    mir ist aufgefallen, dass die Überschrift zu der Grafik zum Anteil der Kopftuchträgerinnen nicht explizit das Verhalten in der Öffentlichkeit benennt, Sie es aber so formulieren.
    Viele Grüße
    MayaZi

  11. “Immer mehr Messerattacken: Gefühlte Wahrnehmung oder verdrängtes Problem?

    Kandel, Lünen, Flensburg – kaum ein Tag vergeht ohne eine neue Meldung über brutale Messerattacken. Zurück bleibt bei vielen ein mulmiges Gefühl, denn offizielle Statistiken zu Übergriffen mit Stichwaffen gibt es bislang kaum. Auf Anfrage von KONTRASTE haben nun viele Bundesländer erstmals Zahlen ermittelt. Das Ergebnis: Seit 2015 werden bei tätlichen Auseinandersetzungen immer häufiger Messer benutzt. Die Täter sind meist junge Männer, mancherorts sind Ausländer bzw. Flüchtlinge klar überrepräsentiert. Was hat das zu bedeuten und was kann man dagegen tun? Wir haben nachgefragt.”

    https://www.rbb-online.de/kontraste/naechste_sendung/naechste-sendung.html

    Die Herkunft der Täter wird in Deutschland oft nicht genannt, anders in Österreich. Als Leser der Salzburger Nachrichten ist man genauer informiert: https://www.sn.at/suche?q=messer

  12. @Michael Blume

    Dass das WTC 7 im fast freien Fall vollständig in sich zusammengebrochen ist, obwohl es keinen Flugzeugeinschlag gab, ist kein Mythos sondern Fakt. Das die BBC bereits 20 Minuten vor dem Einsturz darüber berichtet hat, ist ebenfalls Fakt. Ein Mythos ist es hingegen der zunehmende Antisemitismus.

    • Aha, @Peter Müller – Sie gehen also davon aus, dass ein Teil des WTC gesprengt wurde… Bestimmt können Sie uns auch sagen, welche übermenschlich begabten Gruppen hinter dieser monströsen Verschwörung stehen sollen?

      • @Michael Blume
        Ich weis nicht wodurch das WTC 7 eingestürzt ist. Mir erscheint nur die offizielle Begründung (Bürobrand) äußert unglaubwürdig, da noch nie ein anderes Hochhaus durch einen Brand im fast freien Fall in die eigenen Grundmauern eingestürzt ist. Der Einsturz erinnert in der Tat an eine kontrollierte Sprengung.

        Wie erklären Sie aber, dass die BBC über ein Ereignis berichtet hat, das erst 20 Minuten später stattgefunden hat? Gab es an dem Tag bisher unbekannte Quanteneffekte, die dazu geführt haben, das die Kausalität von Ursache und Wirkung aufgehoben wurde?

        • @Peter Müller

          BBC selbst hat den Vorgang seit Jahren aufgeklärt und klargestellt:
          http://www.bbc.co.uk/blogs/theeditors/2008/07/controversy_conspiracies_iii.html
          Sie meinen aber, eine Superverschwörung wäre die bessere Erklärung als die offizielle Version. Und Sie trauen sich auf Nachfrage nicht, die vermeintlichen Verschwörergruppen zu nennen – und zu erklären, wie und welche Menschen so eine monströse Verschwörung begangen haben könnten.

          Sie glauben an nicht belegte und also auch nicht überprüfbare Verschwörungsmythen. Und bitte entschuldigen Sie, dass mich das nicht beeindruckt.

  13. “Zu den vom vorherrschenden Narrativ erzwungenen Einschränkungen des Grundrechts auf Rede- und Wissenschaftsfreiheit in Bezug auf die anstehende Thematik gehört der Vorwurf der Islamophobie. Dieser Begriff wurde im Iran Anfang der 1980er-Jahre geschmiedet, um jede kritische Diskussion über Islam und Islamismus im Keim zu ersticken; er wurde als Vorwurf instrumentalisiert und von den Linken übernommen. Gegen diese Richtung argumentiert der französische Schriftsteller Pascal Bruckner. Er spricht von einer erfundenen Islamophobie, deren zentrales Opfer jene sind, die die beklagte Bestrebung, das Thema «islamische Zuwanderung und ihre Folgen» zu tabuisieren, nicht mitmachen.

    Demografischer Trend

    Unter dem Titel «Islamische Zuwanderung und ihre Folgen» habe ich ein Buch veröffentlicht, das von allen deutschsprachigen Medien verschwiegen wird. Ich gehöre zu den Opfern. Nun können Argumente diffamiert werden – wirksamer ist jedoch, sie medial totzuschweigen. Wie steht es aber mit den Statistiken?”

    So schreibt ein Insider, der im Laufe der Jahrzehnte von den Medien immer mehr boykottiert wird:

    https://bazonline.ch/das-beste-aus-der-zeitung/wenn-europa-so-weitermacht-wird-es-zu-eurabia/story/20258524

  14. @Michal Blume
    Woher soll ich wissen wer es war? Das ist doch unmöglich. Ich kann nur sagen, dass ich an Ursache und Wirkung glaube. Man kann von einem unvorhersehbarem Ereignis erst dann berichten, wenn es passiert ist. Da gibt es einfach keine andere Erklärung. Sie als Religions-“Wissenschaftler” mögen vielleicht das Wirken Gottes erkennen aber an solchen Unsinn glaube ich nicht.

    • Ganz im Gegenteil, lieber Herr Müller: Ich bin davon überzeugt, dass wir durch Wissenschaften, freie Medien, Parlamente, Justiz etc. eine recht gute Annäherung an das reale Geschehen erschließen können – Korrekturen aufgrund starker Belege immer inbegriffen.

      Sie glauben dagegen an das Einwirken böser Superverschwörer, die uns unsere Realität nur vortäuschen. Dass Sie nicht an eine gute Gottheit glauben, nehme ich Ihnen sofort ab – in Ihrer Weltsicht wird die Erde von bösen Mächten beherrscht.

      Das tut mir Leid für Sie – und ich wünsche Ihnen, dass Sie da eines Tages hinausfinden.

      Und ich bedauere, dass Sie auch den grundlegenden Unterschied zwischen Religionswissenschaft und Theologie(n) noch nicht verstanden haben.

      Ihnen alles Gute, viel Liebe und vielleicht auch einfach mal ein wissenschaftlich seriöses Buch. 🙂

      • @Michael Blume
        “Sie glauben dagegen an das Einwirken böser Superverschwörer”

        Sie sind offensichtlich ein Superuntersteller. Ich habe nun schon mehrfach gesagt, dass ich nicht weis wer die Täter waren. Da das aber Ihr einziges Argument zu seien scheint, ist es sinnlos weiter mit Ihnen zu diskutieren.

        • Ja, @Peter Müller – wir haben verstanden: Sie wissen nicht, wer Gott ist und Sie wissen auch nicht, wer die Superverschwörer sind. Sie glauben nur zu wissen, dass eine Superverschwörung mit Schwerpunkt USA die Welt regiert und unter anderem den Terroranschlag des 11. September orchestriert hat. Und Sie finden, das bei einer Blogdiskussion zum Antisemitismus verkünden zu müssen.

          Ich kann wirklich gut verstehen, dass Ihnen eine ernsthafte Diskussion zum Thema unangenehm ist. Denn in einer Weltsicht, die von bösen Verschwörungen dominiert ist, lassen sich schwerlich Argumente austauschen und reflektieren.

      • Nein, Herr Blume, das stimmt so nicht.

        Sie übersehen, daß die offizielle Erklärung auch nur eine Verschwörungstheorie ist. Und wenn man in Relation stellt, wie viel Geld die USA aufgewandt haben, um in einem offiziellen Untersuchungsausschuss zu klären, wie gewisse Flecken auf das Kleid einer Praktikantin eines Präsidenten gekommen sind, im Vergleich zu den sehr begrenzten Mitteln zur Aufklärung eines ungleich bedeutsameren 9/11, dann ist diese offizielle Verschwörungstheorie nicht einmal sonderlich gut untermauert.

        Sie besteht mehr aus Behauptungen, denn aus Ergebnissen unabhängiger objektiver Ermittlungen. Behauptungen ausgerechnet jener Behörden, die, sollten ihre Behauptungen stimmen, eines kollossalsten Versagens bezichtigt werden müssten; hier machen Mitbeschuldigte die Ankläger (mitbeschuldigt nicht der direkten Beteiligung, aber eines Mithelfens durch Komplettversagen).

        Herr Müller setzt nicht einen neuen Superverschwörungsmythos in die Welt. Er sagt nur: Zumindest im Falle des WTC 7 erscheint ihm die offizielle Theorie nicht evident. Wir haben etwa noch nie gesehen, daß ein Gebäude aus zufälligen Gründen so wie kontrolliert zusammenfällt.

        Mir persönlich ist das Thema 9/11 zu groß, diese Diskussion werde ich nicht weiter verfolgen.

        • Bisher hatte ich Ihren Nickname @Alubehüteter für ironisch gehalten. Nun haben Sie ja selbst erklärt, dass es damit seine Bewandnis hat.

          Zugleich traurig und interessant: Auch Ihre Verschwörungsmythen laufen auf „die üblichen Verdächtigen“ hinaus: Muslime, USA, Juden. Taten europäischer Weißer werten Sie dagegen konsequent als „einsam“ ab.

          Schade, ich hatte Sie für reflektierter gehalten.

          • Entschuldigung, ich lese Ihre Antwort hier erst jetzt. (Hatte stets nur aufs untere Ende geschielt.)

            Lieber Herr Blume,

            Wo wollen Sie bei mir einen Verschwörungsmythos feststellen? Wo mache ich USA und Juden als übliche Verdächtige für was verantwortlich? Muslime, o.k., im Falle Silvester/Köln liegt das nahe.

            Und so arg viel kommentiert habe ich hier noch gar nicht. Wie kommen Sie auf die These

            Taten europäischer Weißer werten Sie dagegen konsequent als „einsam“ ab.

            Das sehe ich etwa beim NSU überhaupt nicht so. Aber bitte nicht noch eine Baustelle.

            Das ist eine zirkelschlüssige Argumentation, die eine Diagnose nur bestätigen kann: Sagt der Alubehütete, hinter dem Irren aus Münster stecken auch finstere Mächte, dann ist er ein Verschwörungsmythologe; sagt er das nicht, ist er zwar auch einer, aber einer, der den Weissen Mann nur als Opfer sieht.

            Ich sehe auch hinter dem iranisch-arischen Nazi keine Verschwörung, der seinerzeit in München einen Amoklauf begangen hat. Auch wenn er ein türkenhassender Nazi war. Und Herr Gutjahr zu viel „Glück“ hat, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, aber das kann vorkommen. Es gibt Japaner, die haben den Atombombenangriff auf Hieroshima und auf Nagasaki überlebt.

            Ich stelle lediglich fest, daß die offizielle Version zu 9/11 eine nur sehr unzureichende, mit nur sehr wenigen finanziellen Mitteln untersuchte Verschwörungstheorie ist, die mehr aus Behauptungen besteht denn aus umfangreich und mit entsprechenden finanziellen Mitteln untersuchten und verifizierten Fakten. Die insofern sehr wohl der Bedingung der Verifikation oder Falsifikation unterliegt. Um eine Theorie, hier: die offizielle, zu falsifizieren ist es nicht nötig, sie durch eine neue, eigene Theorie zu ersetzen, wie Peter Müller richtig feststellt.

            Mir ist 9/11 zu groß. Da müßte man Jahre Lebenszeit für aufwenden.

          • Was ich merkwürdig finde, lieber Herr Blume, ist, daß Sie den Unterschied Verschwörungstheorie / Verschwörungsmythos nur in der Theorie zu machen scheinen. In der Praxis versuchen Sie hier in den Antworten jeden, der eine von der Wikipedia-/Tagesschau-Realität abweichende Theorie vertritt, gleich zu den Verschwörungsabergläubigen zu drängen. Von denen sich ja leider bei den Kommentatoren hier ja auch genügend befinden 🙁 Bei Herrn Müller oder Frau Lopez hingegen habe ich nicht den Eindruck; zumindest sind ihre Argumentationen und Zweifel nachvollziehbar (auch wenn ich die Schlußfolgerungen schließlich doch nicht teile).

            Im Falle Silvester Köln sind Sie gleich ad hominem auf mich losgegangen – Glauben Sie, daß hinter Münster, Norwegen auch was Grösseres steht? –, sind aber selbst dann, als ich das verneint habe, nicht auf meine Argumentation eingegangen (Anschlag nicht nur auf Frauen, sondern auch auf Gottesdienst; nicht nur in Köln, auch mindestens in Nürnberg; allerdings nur an einem einzigen Datum, niemals mehr wieder). Das deutet für mich umgekehrt, daß Sie einem unkritischen, quasireligiösen Glauben an die Wikipedia-/Tagesschaurealität anhängen, der jedes kritische Hinterfragen verbietet und sich sachlicher Argumentation entzieht.

            Nichts dagegen, wenn man sich an die Wikipedia-/Tagesschaurealität zu halten bemüht ist. Es ist aber ein Unterschied, ob man sie mit rationalen Argumenten verteidigt – Die Gleichzeitigkeit der Ereignisse von Nürnberg und Köln ließe sich aber auch ohne Zuhilfe einer Verschwörungstheorie deuten / verstehen / erklären, wenn man auch in Betracht zieht, daß … –, oder wie ein Gläubiger mit Unterstellungen ad hominem.

            Vermuten Sie auch hinter den Taten von Anders Breivik in Norwegen oder jetzt von Jens R. in Münster verschwörerische Hintergruppen, zumal ja vielerlei „Kontakte“ bestanden? Oder wird diese Ahnung internationaler Verschwörungen erst dann aktiviert, wenn es um – Zitat – „unsere Religion und unsere Frauen“ geht?

            Genauso verfahren Sie mit Frau Lopez. Die sagt: Wir kennen in Frankreich seit über 100 Jahren Nordafrikaner; das, was wir Silvester/Köln gesehen habe, ist in keinster Weise repräsentaiv für diese.

            Könnte man rational argumentieren: Die, die sich da getummelt haben, sind eben auch nicht repräsentativ. Das ist eine ganz bestimmte Klientel, die da neuerdings zu uns gekommen ist. Unter anderem in der von mir verlinkten Kölner Botschaft setzt man sich sehr ausführlich genau damit auseinander. Nichts davon liefern Sie. Sondern Sie stellen nur Gegenfragen, ob Frau Lopez etwas „beweisen“ könne – wie sollte sie sich die Whatsapp-Metadaten beschaffen, sollte es sich um eine Verschwörung handeln? –, um dann zu unterstellen, sie bewege sich in Richtung der Verschwörungsmythologie.

            Liefern Sie doch mal eine rationale Erklärung für Köln/Nürnberg ohne Verschwörung, dann habe ich was zum Drübernachdenken.

          • Lieber @Alubehüteter,

            es ist wirklich nicht so schwer: Ich bin tatsächlich der Auffassung, dass möglichst freie Wissenschaften, Medien, Debatten usw. geeignet sind, sich verbessernde Annäherungen an die Realität zu erzeugen. Diese Annäherungen sind nie perfekt – gerade das weiß und erlebt ja jeder Wissenschaftler -, aber immer weiter verbesserbar.

            Sie dagegen schreiben verächtlich über eine „Wikipedia-/Tagesschaurealität“ und vermuten/erahnen eine Schattenwelt von Superverschwörungen. Dazu drehen Sie einfach die Beseislast um: Nicht mehr Sie benötigen etwa für die These grandioser Verschwörungen zum 11. September 2001 oder zur Kölner Silvesternacht starke Belege – sondern Sie verlangen Belege, dass es nicht so sei! Aber natürlich erscheint Ihnen jeder Beleg und jedes Argument für die offizielle Realität nur wiederum als Indiz für die Verblendungsmacht der Verschwörer…

            So rutschen Sie entlang anfänglich kleiner Wahrnehmungsverzerrungen und „gefühlter Wahrheiten“ immer tiefer in einen Verschwörungsglauben hinein. Und ich kann nicht mehr tun, als Sie zu ermutigen, sich da selbst wieder hinaus zu arbeiten. Denn – abgesehen von meiner notwendig begrenzten Zeit -: Jedes Argument meinerseits werden Sie im Sinne eines Backfire-Effekts wiederum als Beleg für die Macht der Superverschwörer umdeuten.

            Ihnen alles Gute!

          • Kann da bitte jemand Drittes mal was zu sagen?

            Einer von uns beiden hat eine massive Wahrnehmungsstörung: Entweder ich von der Welt oder Herr Blume von mir. Herr Blume wittert überall Gläubige einer „Superverschwörung“. Dabei habe ich ausdrücklich gesagt, daß ich nicht an die eine große Superverschwörung glaube. Wohl aber, daß es immer wieder Verschwörungen gegeben hat und geben wird in der Geschichte. Von verschiedenen Akteuren, mit verschiedenen Zielen. Münster z.B. war kein Teil einer Verschwörung, und Breivik ein einsamer Wolf. Der Nazi von München war ein Amokläufer, egal, ob Iraner oder Nazi. Der NSU aber waren keine drei Einzeltäter, sie haben sich in einem Netzwerk bewegt, obwohl sie weiße Europäer waren.

            Für die Behauptung, daß Silvester Köln 2015/16 kein spontaner Hooliganismus gegen Frauen war, sondern eine verabredete Aktion gegen einen Gottesdienst und anschließend Frauen, liefere ich ja den von Herrn Blume geforderten m.E. starken Beleg: Genau dasselbe ist in Nürnberg auch passiert. Da fordere ich keinen Gegenbeweis für die Behauptung, daß es keine Verabredung gegeben habe, da liefere ich. Einen Beleg für meine These, daß das kein Zufall oder ein „dumm gelaufen“ gewesen sein kann. Statt diesen Beleg begründet anzuzweifeln, indem man eine einfachere Erklärung gibt, werde ich dahingehend pathologisiert, jedes weitere Argument von Herrn Blume würde ich ohnehin schon wieder in Richtung meiner „Superverschwörung“ verbiegen.

            Die Gleichzeitigkeit von Nürnberg und Köln könnte man natürlich erklären mit der von Kölner Politik und Polizei ventilierten Annahme Der Musel ist nun mal so oder, entschärfter, wie ich es auch längere Zeit geglaubt hatte, zumindest bestimmte Neubürger sind so. Das ist aber dann nicht mehr haltbar, wenn sich dieses Verhalten nicht unter vergleichbaren Bedingungen reproduzieren läßt. Und da haben Polizei und Politik nicht nur nach Silvester 2015/16 wie gedruckt gelogen, sondern auch 2016/17. Flüchtlinge, zumindest bestimmte Gruppen unter ihnen, „sind nicht so“, wie die Polizei 2016/17 behauptet hat – sie haben es schon wieder versucht! Nordafrikaner! Aggressive Grundstimmung! Jaaaaa, wenn wir nicht gewesen wären! –, sondern sie waren es nur nur einmal, Silvester 2015/16, und das an gleich mehreren Orten mit derselben verabredeten Strategie.

            Silvester 2016/17 war dann völlig unauffällig. Karneval all die Jahre ohnehin. Silvester Köln blieb ein einzigartiges Ereignis, das aber an mehreren Orten zur gleichen Zeit mit identischem Vorgehen. Was ist an dieser Argumentation nicht schlüssig?

          • Lieber @Alubehüteter,

            damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich sehe schon Unterschiede zwischen Ihren Vermutungen, dass hinter Silvesterübergriffen “Muslimbrüder” stehen könnten – dies würde ich für eine, freilich schwache, Verschwörungstheorie halten – und Ihrer Annahme, hinter der “offiziellen Version” des 11. September verberge sich eine profunde Verschwörung – hier sehe ich den Übergang zum Verschwörungsmythos mit übermenschlich begabten Superverschwörern. Ein geschlossenes, verschwörungsgläubiges Weltbild kann ich bei Ihnen (noch) nicht erkennen.

            Ihnen von Herzen alles Gute.

          • Lieber Herr Blume,

            auf die Muslimbrüder waren wir gekommen, weil Frau Lopez islamistischen Terrorismus eingeführt hatte und meinte, ihr fiele gerade nicht ein, woran sie das erinnere. Daraufhin hatte ich auf die Taharrush gamea-Diskussion verlinkt kurz nach den Silvesterereignissen, die allerdings nicht mit Bezug auf eine Verschwörung diskutiert worden war.

            Ich, ganz persönlich, habe eine andere Privatmeinung, wo ich die Verursacher verorten würde. Für diese Meinung habe ich allerdings keinsterlei harten Hinweis, und darum behalte ich die für mich. Das mittelalterliche Decuit, potuit, ergo fecit, hier, frei: Er hatte ein Motiv, er hatte die Möglichkeit, also wird er es gewesen sein, was wir gegenwärtig permanent wieder finden als Die Russen waren es!, wir wissen, daß man das heute nicht mehr so machen kann. Das cui bono? alleine ist noch nicht ausreichend, dann wäre dieser Fall zu eindeutig.

            Was den 11. September angeht, nehme ich gar nichts an, das habe ich wiederholt gesagt. Ich sehe nur auch keinen Grund, die offiziellen Behauptungen zu glauben, weil man meines Erachtens die Bringschuld nur absolut unzureichend erbracht hat, sie mit offiziellen, rundum finanziell ausgestatteten Untersuchungen zu belegen. Die Angehörigen der 9/11-Opfer mußten gegen erheblichen Widerständen der Bush-Administration durchsetzen, daß es überhaupt einen Untersuchungsausschuß geben würde, und seine Möglichkeiten waren im Vergleich zu anderen Ausschüssen aus geringeren Anlässen ein Witz. Ich fand übrigens den Wikipedia-Eintrag zum Fall des WTC 7 durchaus für bedenkenswert. Aber ich bin kein Baustatiker, das zu beurteilen, und die Skepsis von Herrn Müller sollten wir doch alle geteilt haben, als wir die Bilder zum ersten Mal sahen.

            O.k., Sie halten mich also für nur gemäßigt bekloppt, zumindest bislang. 😉 Ist ja auch eine Basis. Zumal ich auch bei der Meinung bleibe, daß Sie zu schnell Verschwörungsgläubige sehen, wo doch oft doch nur Verschwörungstheoretiker unterwegs sind. Lassen wir’s für diesmal, wir finden bestimmt noch andere Gelegenheiten. Meinungen Dritter würden mich allerdings schon noch interessieren.

            Dann erst Mal alles Gute auch Ihnen! Ihr aktueller Blogbeitrag ist wie immer spannend, aber wie das so ist, mit Vorhersagen ist schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen, da halte ich mich lieber raus.

          • Lieber @Alubehüteter,

            tatsächlich halte ich (auch) Sie nicht “für nur mäßig bekloppt”, sondern für recht intelligent. M.E. entstehen Verschwörungsüberzeugungen stärker auf der emotionalen als auf der kognitiven Ebene – Menschen “spüren” und “ahnen” Zusammenhänge, für die sie dann nachträglich nach rationalen Argumenten suchen. Genau deswegen führt die “Cui bono?”-Frage m.E. regelmäßig zu jenen Feindbildern, die zuvor bereits bestanden – und verfestigen diese. Ihr Fühlen und Denken erscheint mir daher nicht “bekloppt” und Sie bemühen sich ja sogar um eine Reflektion.

            Daher möchte ich Ihnen einfach einmal für die guten Debatten und Ihr Engagement danken und meinen Respekt aussprechen. 🙂

          • Ach, Nachtrag:

            Ich bin davon überzeugt, dass wir durch Wissenschaften, freie Medien, Parlamente, Justiz etc. eine recht gute Annäherung an das reale Geschehen erschließen können.

            Und genau das ist eben in Sachen 9/11 nicht geschehen. Was das Parlament leisten durfte, war ein Witz. Gerichte wurden erst gar nicht eingeschaltet. Das ist genau, und zwar mein einziges Argument in dieser Sache.

  15. Was die Wahrnehmung angeht, mit dem Flüchtlingsstrom 2018 habe auch die Kriminalität zugenommen, so ist sie leider stimmig:

    „In Deutschland macht sich beim Thema Gewalt eine neue Entwicklung breit. Während zwischen 2007 und 2015 die Zahl der Gewalttäter in jugendlichem Alter um mehr als die Hälfte gesunken ist, steigt sie nach einer niedersächsischen Studie seit zwei Jahren wieder an. Verantwortlich dafür ist eine kleine Gruppe von Flüchtlingen – vor allem jene aus den nordafrikanischen Staaten Marokko, Algerien und Tunesien.“

    Man muß schon genau hinschauen. Unter die Flüchtlinge hat sich leider eben auch eine Gruppe gemengt, die hier nicht hin gehören. 🙁

    • Wobei das hier doch auch niemand bestritten hat… Ich versuche, das Phänomen zu verstehen, nach dem Aussagen gelesen werden, die ich gar nicht bloggte. So wurde ich auf Facebook dafür angegangen, dass in Österreich aber die Kriminalität gestiegen sei. Dabei hatte ich mich dazu doch gar nicht geäußert… 😮

      Lieber @Alubehüteter, könnten Sie mir bitte helfen zu verstehen, woher und wie dieser Effekt entsteht?

  16. Ich beziehe mich auf Ihren letzten Absatz. Gefühlt sei in den letzten Jahren die Kriminalität gestiegen, gerade durch Zuwanderer und Flüchtlinge; die Zahlen in Sachsen allerdings gäben das nicht her.

    Die in Sachsen nicht. Insgesamt aber schon. Kein Grund zur Hysterie, wie sie in einschlägigen Blogs betrieben wird, aber ein Problem ist da.

    Sie schlagen da einen sehr weiten Bogen bis vor den Fall der Mauer. Sprechen andererseits von „in den letzten Jahren“ im Zusammenhang mit „Flüchtlingen und Zuwanderern“. Das macht Ihre Aussage zu ungenau, um sie zu falsifizieren.

    • Lieber @Alubehüteter,

      nun war aber doch genau die Forderung, genau hinzusehen statt sich auf “gefühlte” Wahrnehmungen zu verlassen, die Aussage des Blogposts. Wenn Sie schreiben, dass die Kriminalität zwar in Sachsen nicht gestiegen sei, “insgesamt aber schon” – dann tun Sie auch anderen Regionen in Deutschland einfach Unrecht, zum Beispiel in Bayern:
      https://presse-augsburg.de/presse/kriminalstatistik-raum-augsburg-und-nordschwaben-zaehlt-zu-den-sichersten-regionen-in-deutschland/223909/

      Noch einmal: Ich behaupte ausdrücklich nicht, dass die Kriminalität weltweit überall sinke oder dass Migranten und Flüchtlinge nicht häufiger Straftaten begingen. Mein Plädoyer war und ist jedoch, jeweils sehr genau – auch regional – hinzuschauen und dafür empirische Daten zu verwenden, statt sich von “gefühlten Wahrheiten” verführen zu lassen.

      • Lieber Herr Blume,

        mir scheint, wir schauen beide genauer hin, nur anders. Sie schauen halt lokal genauer hin. Und finden, daß die Kriminalität in Bayern und Sachsen nicht sonderlich gestiegen sei, auch nicht durch Flüchtlinge. (Um so erstaunlicher, daß in diesen beiden Ländern die AfD besonders stark ist, was meiner Meinung nach daran liegt, daß CSU und CDU dort jeweils Wahlkampf für sie macht. Der CDU-Wahlkampf in NRW etwa ging um Innere Sicherheit und Bildung, also durchaus auch um Migration, aber nicht gegen Merkel, und war erfolgreich.) Daß anderswo die Kriminalität nicht so steigt, das ist in NRW, wo ich lebe, nicht so sehr unser Problem, weil wir meines Wissens ins Insgesamtbild passen. Und das ist eben das des Pfeiffer-Teams: Insgesamt steigt in den letzten Jahren die Kriminalität wieder nach jahrelangem Rückgang, gerade eben auch durch den großen Zustrom an Menschen. Da ist für mich dann relevanter: Nicht, dass Migranten und Flüchtlinge häufiger Straftaten begingen, sondern ich will wissen: Welche Migranten und Flüchtlinge sind es denn genau, die hier Probleme machen.

        Und dann stellt sich als ein Merkmal heraus neben allgemeinen Merkmalen, die allen Flüchtlingen gemeinsam sind (alleinstehende junge Männer, die in jeder Bevölkerungsgruppe, auch der deutschen, die höchsten Zahlen stellen) Die Herkunft. Es sind eben weniger Kriegsflüchtlinge aus z.B. Syrien, als vielmehr Menschen mit allermeistens ohnehin ohne Bleibeperspektive, aus eben z.B. Marokko, Tunesien, Algerien und andere Trittbrettfahrer. Menschen also, die, wenn sie nicht ohnehin schon mit finsteren Absichten hierher gekommen sind, hier jedenfalls in der Situation sind, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel abzugreifen, bis sie wieder abgeschoben werden.

        Was sich wiederum mit Ihrem genaueren Hinsehen deckt: Genau diese Menschen gezielt nach NRW zu holen hielt man für eine clevere Idee, weil ja schon so viele Landsleute von ihnen hier sind, inklusive Infrastruktur (Übersetzer, Sozialarbeiter usw.). Zumindest bis Silvester Köln hielt man das für eine clevere Idee …

        Was Silvester Köln angeht, halte ich ja immer noch Navid Kermanis Kölner Botschaft für Pflichtlektüre: Link

  17. Zitat Alubehüteter: „Verantwortlich dafür ist eine kleine Gruppe von Flüchtlingen – vor allem jene aus den nordafrikanischen Staaten Marokko, Algerien und Tunesien.“

    Zitat Michael Blume: „Lieber @Alubehüteter, könnten Sie mir bitte helfen zu verstehen, woher und wie dieser Effekt entsteht?

    Eine Erklärung dafür habe ich in einem anderen Blog von Michael Blume dargelegt, und zwar, dass die kleine Gruppe von jungen Flüchtlingen aus Marokko, Algerien und Tunesien radikalisierte Islamisten sind, die in Deutschland gekommen sind, um Agitation zu betreiben, um die Bevölkerung zu spalten und zu terrorisieren, sowie die Gesellschaft zu destabilisieren.

    Dies ist für mich als Marseillerin anläßlich der Vorfällen der Sylvesternacht in Köln 2015 besonders deutlich aufgefallen, siehe hier:

    Ja, ein friedliches Zusammenleben ist möglich, die Menschen wollen auch friedlich zusammenleben, überall, nur politische Machthaber haben andere Interessen als das friedliche Zusammenleben der Menschen.

    Und zum friedlichen Zusammenleben gehört eben die Angst vor der Religion Islam abzubauen. Denn diese Angst ist unberechtigt, sie wird vor allem aus politischen Gründen gezielt geschürt.

    Ein eklatantes Beispiel dafür sind aus meiner Sicht die Vorfälle der Sylvesternacht in Köln 2015. Sobald ich davon gehört habe, wusste ich 100%-ig, dass es ein Terrorakt von radikalisierten Islamisten war. Es war ein Terrorakt genauso wie Attentate, um Angst und Haß zu schüren, um die Bevölkerung zu spalten und zu destabilisieren.

    Die Sylvesternacht war ein Terrorakt, das wusste ich sofort als Marseillerin als ich davon gehört habe. Denn wo gibt es denn sowas??!! Frankreich lebt seit mehr als Hundert Jahren mit einem großen Anteil von Muslimen aus Nordafrika, ich wurde in Marseille geboren (und bin Jahrgang 1948): So etwas hat‘s nie gegeben, nie. Wo gibt es denn so was??!! Glauben Sie, dass die Französinnen sich seit 100 Jahren auf der Straße von muslemischen Männern begrabschen lassen hätten? Das war ein Terrorakt, Hundert pro.“

    • Liebe Frau Lopez,

      dazu zwei Nachfragen, passend zu diesem Blogpost:

      1. Inwiefern haben Sie starke Belege für die These, dass Straftaten auch erkennbar säkularisierter und nicht selten alkoholisierter von “jungen Flüchtlingen aus Marokko, Tunesien und Algerien” auf deren Religionszugehörigkeit zurückgeht bzw. von Superverschwörern orchestriert wurde?

      2. Würden Sie analog auch Übergriffe zum Beispiel deutscher oder französischer Hooligans auf deren Religionszugehörigkeit oder auf “christlich” gelenkte Verschwörungen zurückführen?

      M.E. liefert Ihr Kommentar wiederum ein hervorragendes Beispiel für den Übergang zwischen überprüfbaren Theorien und nicht mehr überprüfbaren Verschwörungsmythen…

      • Ich wüsste nicht, Herr Blume, dass die IS-Terror für Sie ein “Verschwörungsmythos” sei…

        Und meine persönliche Lebenserfahrung und Beobachtungen könnten sehr wohl als “Belege” gelten, ohne dass ich an “Verschwörungen” glaube. Sie gehen sehr leichtsinnig und oberflächlich mit dem Begriff “Verschwörung” um, Herr Blume, mit Verlaub.

        Und IS-Terroristen, Sympathisanten und Anhänger sind nun mal sehr selten fromme Muslimen, praktisch nie, das erfährt man immer mit dem Werdegang der Täter nach Attentaten. Sie besuchten keine Mosche für das Gebet, sie tranken und rauchen, sie lebten westlich und säkular. Sogar die Eltern sind immer über die Radikalisierung überrascht und entsetzt, sie haben sie nicht einmal mitgekriegt, in der Art: Mein Sohn war nie religiös, er war nie in der Moschee, er hat nie das Gebet gefolgt.

        Sexuelle Belästigungen von Frauen in der Öffentlichkeit ist auch ein neues Phänomen in Rahmen der Radikalisierung in nordafrikanischen Ländern: Radikale Islamisten und sonstige Muslimbrüder haben vor ca. 10 Jahren die “Methode” erfunden, Frauen in der Öffentlichkeit sexuell zu belästigen, um sie daran zu hindern, an Demos und politische Geschehen teilzunehmen. Die Methode hat auch einen Namen, habe ich irgendwo noch vor kurzem gelesen, weiß aber nicht mehr wie es heißt. Sie ist nicht Bestandteil der moslemischen Religion oder Kultur, sie gehört zu Terror.

        • Nein, liebe Frau Lopez – ich gehe ganz und gar nicht leichtfertig mit dem Terminus „Verschwörung“ um, sondern decke solchen leichtfertigen Umgang auf.

          So ist die Mitgliedschaft im sog. „Islamischen Staat“ in Deutschland aus sehr guten Gründen strafbar. Haben Sie Belege für die Behauptung, dass z.B. Straftäter aus der Kölner Silvesternacht Mitglieder des IS gewesen sind? Wenn Sie solche Belege haben, so wären Sie verpflichtet, diese den deutschen (und den französischen!) Strafverfolgungsbehörden zu übermitteln!

          Wenn Sie aber keine überprüfbaren Belege für direkte IS-Verbindungen von zahlreichen Straftätern in Köln haben, sondern diese nur herbeiassoziieren und -raunen, dann verlassen Sie den Boden überprüfbarer Theorien und begeben sich auf das Gebiet von Verschwörungsmythen.

          Es ist so einfach, wenn die Begriffe und das darauf aufbauende Denken endlich geschärft werden.

          • Lieber Herr Blume, mir scheint, Sie haben nur zur Hälfte Recht.

            Denn Frau Lopez moniert doch erst mal zu Recht: Gerade wir in Frankreich kennen diese Leute, und Antanzen und Frauen begrabschen ist nicht Bestandteil der traditionellen algerischen Folklore. Hier kommt vielmehr etwas Neues ins Spiel, das wir zuerst beobachtet haben ausgehend von der ägyptischen Muslimbruderschaft.

            Die andere Hälfte ist: Das ist nur eine begründete Beobachtung von Frau Lopez; einen direkten Beleg für Verschwörer aus islamistischen Kreisen hat sie nicht. Aber den Einwand, hier könne es sich nicht um eine zufällig eskalierte Situation vor Ort handeln, halte ich für nachvollziehbar.

            Zumal ich aus anderen Beobachtungen zu dem selben Schluß bekommen bin, morgen dazu mehr. Eine Beobachtung aber schon mal vorweg: Diese Situation ließ sich glücklicherweise nicht wieder reproduzieren. Es ist eben nicht so, daß ein Teil der neu Hinzugekommenen aus welchen Gründen auch immer potentiell „scheisse drauf“ wäre und man bei Feierlaune, Alkohol und schlecht aufgestellter Polizei prinzipiell jederzeit mit so etwas rechnen müsse, wie uns die Kölner Polizei ein Jahr später vorgelogen hat (wenn wir nicht dieses Jahr so massiv, SO MASSIV aufgetreten wären, sie hätten genau dasselbe gemacht! Binnen Wochenfrist mussten sie diesen Dreck zurücknehmen).

            Ihr
            Alubehüteter

          • Lieber @Alubehüteter,

            gerade wollte ich Ihnen Recht geben – da sah ich, dass Sie nun auch noch die Muslimbrüder aus dem Hut gezaubert haben. Dies erscheint mir zwar regional sehr viel plausibler als der von Frau Lopez angeführte IS – aber überzeugt bin ich noch nicht. Darf ich die Frage nach Belegen für einen Zusammenhang von Muslimbrüdern und Kölner Silvesternacht an Sie weiterreichen?

            Mit interessierten Grüßen!

          • Zitat Michael Blume: „So ist die Mitgliedschaft im sog. „Islamischen Staat“ in Deutschland aus sehr guten Gründen strafbar. Haben Sie Belege für die Behauptung, dass z.B. Straftäter aus der Kölner Silvesternacht Mitglieder des IS gewesen sind? Wenn Sie solche Belege haben, so wären Sie verpflichtet, diese den deutschen (und den französischen!) Strafverfolgungsbehörden zu übermitteln!“

            Soll das ein Witz sein? Natürlich habe ich keine Belege dafür, dass die Straftäter aus der Kölner Silvesternacht Mitglieder des IS gewesen sind. Bin ich die Staatsanwaltschaft? Dass die IS bzw. radikale islamische Strömungen in westlichen Ländern einige Sympathisanten, Anhänger oder Trittbrettfahrer hat, die Interesse haben Agitation zu betreiben, ist auch nicht belegt, gilt wohl jedoch als Tatsache. Und es ist natürlich leichter als Terrorakt Frauen zu begrapschen, als sich in die Luft zu sprengen. Die psychologische Wirkung und die hervorgerufenen Emotionen sind jedoch auch nicht unerheblich in der Bevölkerung, wie man es festgestellt hat.

            Meine Erklärung, dass es sich um Gruppen von radikalisierten jungen Männern bzw. Trittbrettfahrern aus Nordafrika gehandelt hat, ist auf jeden Fall plausiblere als Ihre Erklärung, dass es um „alkoholisierte“ Jugendlichen ging. Haben Sie etwa handfeste Belege über den Alkoholspiegel der Täter, Herr Blume? Alkoholisierte Jugendliche gibt’s seit jeher überall en Masse, bei jeder Massenveranstaltung und bei jeder Nationalität, ich wüsste nicht, dass ihre Angewohnheit im Rausch ist, sich abzustimmen um Frauen kollektiv zu begrapschen. Auf welchem Planet leben Sie denn? Wie gesagt, ich bin in Marseille aufgewachsen, traditionell seit Jahrhunderten eine multi-kulturelle Stadt, die um die 20% Ausländer zählt, überwiegend aus Nordafrika, und ich habe nie erlebt, dass so etwas wie in Köln 2015 in der Silvesternacht passiert ist, nie. Wo gibt es denn so was?!

            Zitat Michael Blume: „Wenn Sie aber keine überprüfbaren Belege für direkte IS-Verbindungen von zahlreichen Straftätern in Köln haben, sondern diese nur herbeiassoziieren und -raunen, dann verlassen Sie den Boden überprüfbarer Theorien und begeben sich auf das Gebiet von Verschwörungsmythen.“

            Herr Blume, Sie habe öffentlich einen Teilnehmer über die Problematik der Gewalt der Flüchtlinge gefragt „Lieber @Alubehüteter, könnten Sie mir bitte helfen zu verstehen, woher und wie dieser Effekt entsteht?“

            Ich habe mir erlaubt, meine persönliche Sicht darüber zu äußern. ist ja auch eine öffentliche Diskussion. Und prompt bin ich eine Verschwörungstheoretikerin. Soll das ein Witz sein?

            Was machen alle andere Teilnehmer, was machen Politiker, Journalisten, Soziologen, Experte und alle andere Bewohner Deutschlands bei der Analyse der Situation, wenn sie nach ihrer Meinung gefragt werden? Haben sie etwa handfeste Belege für ihre Meinungen und ihre Analysen der Situation, die sie der Staatsanwaltschaft übermitteln sollten? Was tun sie anders als „herbeiassoziieren“ und „nicht überprüfbare Theorien“ in die Welt zu setzen? Was tun Sie anders, Herr Blume? Sind Sie auch ein Verschwörungstheoretiker?

            Ich verabschiede mich also aus dieser Diskussion, ich muss mir das nicht gefallen lassen.

          • Liebe Frau Lopez,

            damit Ihre Argumentation nicht völlig entgleist, darf ich freundlich empfehlen, die Unterschiede zwischen Verschwörungstheorien und Verschwörungsmythen einmal nachzulesen und gedanklich zu durchdringen. „Verschwörungstheoretiker“ sind hier nicht das Problem.

            Ihnen alles Gute!

          • Das hier – Taharrush gamea – sollte weiter oben stehen, als Antwort an Frau Lopez.

            Das heißt noch nicht, daß Muslimbrüder hinter Köln/Silvester stecken. Das heißt erst mal nur, daß wir dieses Verhalten öffentlich zum ersten Mal aus dieser Ecke wahrgenommen haben. Das erlaubt, in diese Ecke zu fragen, identifiziert ist damit gar nichts.

            Ich habe keine smoking gun entdeckt, die in eine bestimmte Richtung weist. Belege habe ich hier nicht, das ist wirklich nur spekulativ. Und wäre in meinem Falle in eine ganz andere Richtung gegangen als der IS, was mir nur zeigt, wie letztlich unbegründet beide Mutmaßungen sind. Man weiß nichts.

            Gegen die offizielle Erklärung einer unter verschiedenen ungünstigen Bedingungen lokal eskalierten Situation steht aber allerdings die Beobachtung von Frau Lopez: In Frankreich haben wir nun auch genügend Probleme, Stichwort Banlieus, aber so kennen wir die Algerier z.B. nicht. Und meine Beobachtung: Trotz aller Sorge – Karneval! – hat sich Silvester/Köln unter vergleichbaren Bedingungen nicht wiederholt. Da scheint doch etwas Ungewöhnliches geschehen zu sein, nichts, womit öfter zu rechnen ist. (Immerhin, es gab kleine Trittbrettfahrersituationen, offensichtlich davon inspiriert, am Rande von Dorffesten, aber das blieb Ausnahme.)

            @Frau Lopez: „Alkoholisiert“ bis „stark alkoholisiert “ war neben „nordafrikanisch aussehend“ allerdings ein durchgehend beschriebenes Tätermerkmal, was mich damals auch von islamistischen Motiven abbrachte. Inzwischen kennen wir ja einige Täterbiographien, und etwa Anis Amri war auch gut „abgefüllt“, als er erschossen wurde. Alkohol und Islamismus schließen sich anscheinend nicht so unbedingt aus, wie man meinen sollte.

          • Silvester Köln, das war zweifelsfrei ein koordinierter Anschlag.

            Was in der breiteren Öffentlichkeit gar nicht angekommen war: Es war ein doppelter Anschlag. Zuerst auf unsere Religion, dann auf unsere Frauen. Zuerst, und zwar schon um 18:30 Uhr, war der Kölner Dom während des Silvestergottesdienstes unter massiven Feuerwehrraketen-Beschuss geraten.

            Und dasselbe hat sich auch in Nürnberg zugetragen: Erst Beschuß des Gottesdienstes, dann das Belästigen von Frauen.

            Ähnliches scheint auch in Hamburg geplant gewesen zu sein, da ist es nicht so hocheskaliert.

            Link zu Köln

            Link zu Nürnberg

          • Zur Frage nach den Urhebern dieser Doppelanschläge läßt sich nur feststellen, daß sie unseren Sicherheitsbehörden bekannt sind.

            Es sind genügend Smartphones sichergestellt, daß man die Meta-/Verbindungsdaten der Whatsapp-Chats erfassen und zurückverfolgen kann; nach Marokko, Ägypten, Syrien, Türkei, Rußland, wohin auch immer.

            Die Frage lautet also: Von wem will die Politik nicht, daß wir wissen, daß er dahinter steckt?

            Eine weitere Frage könnte sein: Wem schulden diese Menschen vielleicht noch einen Gefallen; sprich: Sind sie von anderen über die Balkanroute hierher gekarrt worden? Oder wie sonst hat man sie zu diesen Taten bequatschen können? Wer hat Kontakt zu Peer-Groups?

          • @Alubehüteter

            Interessehalber: Vermuten Sie auch hinter den Taten von Anders Breivik in Norwegen oder jetzt von Jens R. in Münster verschwörerische Hintergruppen, zumal ja vielerlei „Kontakte“ bestanden? Oder wird diese Ahnung internationaler Verschwörungen erst dann aktiviert, wenn es um – Zitat – „unsere Religion und unsere Frauen“ geht? 🤔

          • Lieber Herr Blume,

            weder in Norwegen noch in Münster sehe ich irgend einen Anlaß, an den offiziellen Angaben zu zweifeln. Komisch wäre mir in Münster vorgekommen, wollte man dem Täter irgendwas mit Islamismus unterschieben, weil es sich schließlich um einen erweiterten Selbstmord handelte und nicht ein jihadistisches Attentat. Aber so halte ich die offizielle Erklärung für stimmig.

            Aber das kam mir gleich komisch vor in Berlin: ein Attentäter auf der Flucht? Den zuerst verhafteten Pakistaner mit Lagerkoller hätte ich ihnen abgenommen angesichts der unsäglichen Zustände in der Flüchtlingsunterkunft Tempelhof. Für die Alleintäterschaft Amris vermisse ich bis heute jeden Beweis. Warum sollte er sowohl Ausweis als auch Smartphone am Tatort hinterlassen, wenn er vorhat, zu fliehen? Eines mag Versehen sein, beides ist Absicht. Wer war der Fahrer, der den LKW auf dem Parkplatz ausweislich GPS erkennbar dilletantisch bewegte, im Gegensatz zum Könner, der den Truck fachgerecht in den Breitscheidplatz einfädelte?

            Allerdings verstehe ich nicht, aufgrund welcher Reflexe Sie mir prinzipiell „Ahnungen internationaler Verschwörungen“ unterstellen. Silvester Köln, da wäre bzw. war der einzige innerdeutsche Nutznießer gemäß der cui bono?-Frage die AfD, und da sehe ich keine Möglichkeit, daß die dahinter stecken könnten. Darum suche ich in diesem Falle den Verursacher international.

            Die Smoking Gun in Sachen Breitscheidplatz aber ist Lutz Bachmanns Glaskugel. Und die deutet eher in Richtung deutscher Sicherheitsbehörden.

            Aber bevor wir von Vorfall zu Vorfall hoppeln: Wenn sowohl in Köln als auch in Nürnberg einmalig am selben Datum sowohl die Religionsausübung gezielt gestört wird als auch anschließend Frauen belästigt werden, sind Sie nicht der Meinung, daß das koordiniert sein muß?

            (Zu Bachmanns Glaskugel)

          • Lieber @Alubehüteter,

            das Doofe an „Cui bono“-Argumentationsketten ist halt, dass dabei fast immer nur die jeweiligen „Lieblingsfeinde“ herauskommen, während dort nicht hineinpassende Taten systematisch heruntergespielt und verdrängt werden.

            Und so folgt das Abdriften aus dem Bereich des Überprüfbaren ins mythologische Raunen. Und entsprechend kommen als „Lieblingsfeinde“ dann auch jeweils nur Juden, USA oder Muslime heraus.

            Damit sich das Ganze nicht im Kreise dreht, würde ich es gerne hierbei belassen und wünsche Ihnen eine gute Woche.

          • Hallo lieber Herr Blume,

            ich glaube durchaus nicht an die eine große, finstere Weltverschwörung. Ich denke, daß durchaus verschiedene Kräfte in verschiedene Richtungen zerren, in einer nicht mehr ost-west-zwiegespaltenen Welt immer mehr Player drängen, zumindest regional mitzuspielen, wie in Syrien erkennbar.

            Allerdings bin ich überzeugt, daß es Verschwörungen gibt. Daß sich immer wieder Menschen geheim verabreden, um koordiniert auch finstere Dinge zu tun, um gesellschaftliche Diskussionen und gar politische Entscheidungen in ihre Richtungen zu bewegen. Das müssen aber nicht immer dieselben sein. Das beginnt für mich mit mehr oder minder klandestiner Lobbyarbeit und hört mit Militärputschen wie in der Türkei nicht auf. Es vertreten auch nicht alle dieselbe Agenda. Im Gegenteil drängen die Lobbyisten der Bertelsmann-Stiftung die Politik in eine ganz andere Richtung als die in den letzten Jahren ins Blickfeld geratene Open Society-Foundation. Google hat eine ganz andere Agenda als Facebook.

            In Sachen Breitscheidplatz weisen für mich verschiedenste Hinweise auf eine False-Flag-Aktion mindestens einer deutschen Sicherheitsbehörde. Der Hauptagitator und Inspirator in der Abu-Walaa-Gruppe – Ihr träumt immer von Syrien, das kriegt Ihr doch eh nicht auf die Kette; macht doch was hierzulande, tragt den Krieg ins Hinterland, macht doch mal was mit LKWs –, ein guter Kumpel von Anis Amri, war Spitzel des Verfassungsschutzes NRW.

            Silvester Köln wiederum: Da ergibt ein inländischer Strippenzieher entweder keinen Sinn, oder er verfügt, wie die AfD, nicht über die Möglichkeiten.

            Insofern bin ich in der Wahl meiner jeweiligen „Lieblingsfeinde“ durchaus flexibel. 🙂

            Es gibt aber auch leider genug Spinner, leider auch Gestörte, die aus überhaupt keinen politischen oder religiösen Gründen fürchterliche Dinge tun. In Münster sehe ich nichts, was dagegen spricht. Und es gibt einsame Wölfe wie Breivik.

            Ihnen wünsche ich auch eine schöne Woche. Aus der Frage, wie Sie sich (und mir) die 1.) einmalige 2.) Koinzidenz von Störung eines Silvestergottesdienstes und nachmaliger systematischer Belästigung von Frauen in gleich mehreren Orten erklären, wenn nicht mit einer Verabredung, möchte ich Sie aber doch nicht so schnell entlassen 😉 Wie sollen Menschen unabhängig voneinander an verschiedenen Orten auf die selbe Idee kommen, wenn sie das vorher und vor allem nacher nie mehr taten?

            Noch mal zu Bedenken: Was wir in Köln beobachtet haben, war nicht die Summe vieler einzelner sexueller Übergriffigkeiten, die sich in Gruppen auch schon mal hocheskalieren können. Wo man sagen könnte: Viele junge Männer aus allgemeinem Anlaß in ausgelassener Stimmung, enthemmt durch Alkohol und womöglich anderem, da muß nicht immer, kann – und leider wird – sowas aber immer wieder passieren. Wie man sowas sehen kann auf dem in diesem Zusammenhang viel referenzierten Münchener Oktoberfest. Hier aber sind Frauen systematisch von Gruppen abgedrängt worden von ihrer Begleitung und sahen sich nur noch von Tätern umringt. Das ist ein verabredetes Vorgehen. Das ist Technik, strategisches Vorgehen, nicht spontaner Exzess. Da hatte Frau Lopez recht: Das sieht nicht spontan, sondern verabredet aus; das war es auf jeden Fall in Kairo, wo zumindest wir in Westeuropa das zum ersten Mal beobachtet haben. Und: Solches ist nur dieses eine Mal passiert. Eben nicht zu anderen Silvestern auch in anderen Städten.

  18. triviale Frage:

    Die “gefühlte Wahrnehmung” wird sich eher auf absolute Zahlen bzw. Anteil an Personen in der Öffentlichkeit überhaupt beziehen, die Befragung auf Anteile an türkischstämmigen bzw. muslimischen Personen. Da müssen also unterschiedliche Ergebnisse gar keinen Widerspruch bedeuten.

    • Oh ja, @zabki! Zwischen den Aussagen „In Deutschland tragen immer mehr Frauen ein Kopftuch.“ und „Der Anteil der Frauen muslimischer Herkunft in Deutschland, die ein Kopftuch tragen, sinkt von Generation zu Generation.“ besteht erst einmal ein „gefühlter“ Widerspruch. Wenn man es jedoch einmal empirisch-wissenschaftlich durchdenken konnte, löst sich dieser Widerspruch auf.

      Freilich ist rational-wissenschaftliches Denken deutlich mühsamer und weniger intuitiv als die schnelle Wahrnehmung. Umso wichtiger sind m.E. wissensbezogene Bildung und Aufklärung.

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