Antisemitismus-Vortrag beim Antirassismus AK-Grüne Stuttgart

Zu den Herausforderungen wie auch schönen und vor allem sinnvollen Seiten meiner Landes-Beauftragung gegen Antisemitismus gehört die Überparteilichkeit: Nicht obwohl, sondern weil ich auch selbst Mitglied einer demokratischen Partei bin, trete ich mit voller Überzeugung für den gemeinsamen Konsens der Landtagsfraktionen (außer einer) gegen den Antisemitismus ein.

So stehe ich – allerdings unter der Beachtung der sogenannten Karenz-Zeit in Wahlkämpfen – demokratischen Abgeordneten und Parteigliederungen gerne zur Verfügung. So sprach ich zuletzt vor vollem Haus bei der SPD Kisslegg und bei ebenfalls starkem Andrang zum Neujahrsempfang der CDU Nürtingen. Auch auf der Demonstration demokratischer Kräfte gegen den Auftritt des Verschwörungsunternehmers Daniele Ganser auf den Fildern am 12.5.2023 möchte ich fair und kritisch sprechen. Und wann immer es zeitlich leistbar ist, schreiben und veröffentlichen mein Team und ich auch die Redetexte dazu.

Entsprechend habe ich mich besonders über die Einladung des AK Antirassismus der Grünen Stuttgart gefreut, da mir dies ermöglichte, eine Reihe wichtiger Themen anzusprechen: Linken und ökologischen Antisemitismus, Republikfeindlichkeit und Antizionismus, das Gegeneinander-Ausspielen von Rassismus und Antisemitismus und auch pauschalisierte Antisemitismusvorwürfe etwa gegen Fridays for Future.

Wussten Sie etwa, dass der Hitler-Unterstützer Jakob Johann Baron von Uexküll (1864 – 1944) in seinem furchtbaren “Staatsbiologie” von 1920 den deutschsprachigen “Umwelt”-Begriff rassistisch, sexistisch und antisemitisch prägte? Und dass die Nazis führende Protagonisten des sehr viel besseren, dialogischen “Mitwelt”-Begriffs wie Helmuth Plessner (1892 – 1995) vertrieben?

Im Februar 2023 diskutierte ich mit dem AK Antirassismus der Grünen Kreisverband Stuttgart. Screenshot: Michael Blume

Weil das Thema für einen Abendvortrag viel zu umfangreich wäre, stelle ich das Skript hierfür bereits jetzt online und freue mich schon auf eine gerne auch intensive Debatte mit den Stuttgarter Grünen sowie gerne auch hier in den Kommentaren. Vielen Dank für Ihr Interesse!

Hier den Vortragstext zum selbstverständlich kosten- und barrierefreien Download:

 

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“, um Digitalisierung zu erforschen, Religionswissenschaft leichter zugänglich und niedrigschwelliger diskutierbar zu machen.

30 Kommentare

  1. Guten Morgen, Herr Dr. Michael Blume, vielen Dank für die Bereitstellung des Rede-Manuskripts und für Ihre langjährige Arbeit als Antisemitismus-Beauftragter (Dr. W ist kein Freund von sog. Beauftragten, die andernorts auch Zaren (sic) genannt werden, mag natürlich Ihre Aufgabentätigkeit).
    Ja, interessant, auch das (etymologische) Eingehen auf den Begriff der ‘Rasse’, insgesamt ist der Schreiber dieser Zeilen der Ansicht, dass es in der BRD immer weniger Antisemitismus gibt, denn dieses Vorhaben, diese Übung sozusagen ist leicht erkennbar unverständig und vermutlich ein emotionales Relikt [1], sozusagen.
    Sie mögen dies anders sehen, lieber Herr Dr. Michael Blume, darum sind ja auch Sie der Experte.
    Dr. Webbaer prüft noch Ihre Dualismus-Theorien und mag den Begriff ‘DACH’ nicht.
    Mit freundlichen Grüßen und weiterhin viel Erfolg
    Dr. Webbaer
    [1]
    Als Dr. W noch ein kleiner, junger Bär war, gab es Fremdenfeindlichkeit zuhauf, da wurde über den einen oder anderen hergezogen, der vor vielleicht zwanzig Jahren zugereist ist, weil er zugereist ist und nicht sozusagen zur natürlichen Menge gehört, da wurde in Fußballvereinen gejammert, dass dort “doch nicht mehr unsere Jungs” spielten, sondern aus Nachbarorten eingekaufte Kräfte – und so weiter …
    Ja, auch Dr. W war betroffen.

    • Danke, @Webbaer. Entgegen mancher Klischees schlage ich auch im Ihnen vorliegenden Redeskript nicht nur Alarm, sondern sehe auch echte Fortschritte in der Bekämpfung von Antisemitismus (und Rassismus?). Bin gespannt auf Ihre Meinung, wenn Sie es gelesen haben. ☺️☕️✅

        • Danke, @Webbaer – die sehr erfreulichen Klicks erfassen selbstverständlich nur die Downloads, nicht das wirkliche Lesen, Weiterleiten usw.

          Aber, ja, das Interesse ist schon sehr erfreulich, auch der AK hat bereits gedankt! ☺️📚✅

          Wenige Tippfehler im Skript sollten nun auch korrigiert sein – ich lasse es nun zumindest so, wie es nun ist.

          • Der Schreiber dieser Zeilen bleibt mal am Begriff der Mitwelt :

            -> https://en.wikipedia.org/wiki/Mitwelt

            Vs. Umwelt, Eigenwelt und sog. Überwelt.

            Auch im mitweltlichen Sinne ist gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit unklug, Antisemitismus sehr unklug, wie Dr. Webbaer findet, denn so wird nicht nur von der Gruppe auf Einzelne abstrahiert, sondern auch noch nette und nicht selten (Liegt so bereits benevolenter X-Ismus vor? – Dr. W hofft, dass nicht.) talentierte Personen angegriffen, auf pauschalisierende Art und Weise.

            Wie gemeinte gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit müsste also schlicht, schlecht unverständig sein.

            Dr. Webbaer mag die Idee, dass sich einfach unterhalten wird, gerne auf einem gewissem Niveau; wie gemeinte X-Ismen fallen dann sozusagen wie von selbst weg.

            Mit freundlichen Grüßen
            Dr. Webbaer (der Elon Musk sehr smart findet, einige seiner Gags könnten von ihm sein bzw. waren von Elon (gemopst, aber sicherlich unbewusst))

          • Ja, @Webbaer – schon weil das Verständnis von Mitwelt Vielfalt als Teil einer monistischen Welt begreift, steht jeder gruppenbezogene, menschenfeindliche Dualismus und also insbesondere auch der Antisemitismus dazu im scharfen Gegensatz. Gut, dass Sie das herausgearbeitet und formuliert haben – vielen Dank dafür! 👍✅

          • Vielen Dank für Ihre Reaktionen, Herr Dr. Michael Blume,
            Ihnen alles Gute.

  2. Auch in Deutschland, ist Rassismus und Antisemitismus noch sehr präsent, weil die gleichermaßen unverarbeitete Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und egozentriertem “Individualbewusstsein” immernoch system-/wettbewerbsbedingt benutzt wird, für ALLE Bereiche des “Zusammenlebens”.

  3. Hass ist eine Verschwendung kostbarer Wut, und Wut ein Heilmittel gegen Depression. Wut ist einfach Energie, sie ist weder gut noch schlecht. Ob ein mächtiger oder ein schwacher Reaktor besser ist, hängt von der Person ab, die ihn betreibt: Ob sie die nötigen Technik-Kompetenzen mitbringt und welche Ziele sie verfolgt. Depression ist ein Schwarzes Loch, der totale Systemkollaps, der das Bisschen Ich, was übrig ist, einsperrt und zermalmt, sodass nur ein Fünkchen übrig bleibt, der im Kreis herum rennt, ohne entkommen zu können. Wut entfacht dieses Fünkchen, sodass das System neu gestartet werden kann. Was das System dann macht – naja.

    So funktioniert auch der Weltuntergang, die weiße Zivilisation stirbt wie ein Stern: Ist der Sprit alle, kollabiert er, der Druck erzeugt erneut Hitze, und die entlädt sich als Supernova. Weswegen es eigentlich Unsinn wäre, jetzt keinen Dritten Weltkrieg zu erwarten – 500 Jahre Treibstoff, die von den beiden Prequels kaum angerührt wurden, müssen endlich verheizt werden. Im Moment dauert die Implosion noch an: Polen nach Deutschland, Ukrainer nach Polen, Russen in die Ukraine, Sibirien verwaist, und auch sonst stürmt die Welt auf die letzten Spritquellen zu, vor allem Europa und Amerika. Leben kann solche Prozesse kanalisieren, wir könnten die Energie nützen, um uns weiterzuentwickeln, für einen Großen Sprung nach Vorne. Sieht aber eher nach einem Großen Sprung in den Abgrund aus. Naja, nächstes Mal. Evolution hört nicht auf, es zu versuchen.

    In großen Gruppen heben sich individuelle Eigenschaften gegenseitig auf, dazu gehört auch intelligentes Streben – übrig bliebt das Gemeinsame, das macht große Menschengruppen zu empfindsamem, fühlendem, doch hirnlosem Fleisch, das die Evolution von vorn beginnen muss. Faschisten haben schon Recht, wenn sie den Staat als Lebewesen sehen, der Fehlschluss ist, deswegen müsste man sich ihm unterordnen. Die Dinger sind doof und primitiv, stehen am Anfang ihrer Entwicklung, macht so viel Sinn, wie einem Kohlkopf zu dienen (hi, Vladimir, du auch hier?). Kohlköpfe züchte ich, ich pflege den Garten, ich bete sie nicht an, ich lasse mir von ihnen keine Weltanschauungen diktieren und hacke mir auch nicht den Arm ab, um sie zu düngen. Der Völkerbund war so was wie ein erster Versuch einer Bakterienkolonie, und Uexküll, wie alle Rassisten, ein kultureller Einzeller, der noch nicht mal die Fortpflanzung durch Zellteilung kannte– seine Staaten wachsen und fressen, teilen sich aber nicht mal. Die Vorteile zweigeschlechtlicher Fortpflanzung lagen weit jenseits seines Horizonts.

    Generell wirkt Uexkülls Argumentation wie „weil die Sonne scheint, muss ich einen Hasen blau anmalen“: Uniforme Lego-Steine namens Menschen formen Dämonen wie Staaten und Religionen, die alle einen eigenen Charakter haben und behalten wollen – und? Wo ist da der Bezug zum absoluten Herrscher? Klar, mit Hirn lebt’s sich leichter, auch für einen Dämon. Aber wenn man im Tierreich nachguckt, welche Systeme am besten funktionieren, haben die zwar eine CPU, doch auch überaus demokratische Züge. Demokratie ist die Oberliga der Evolution, doch wer’s irgendwann drauf hat, steckt die Diktaturen in die Tasche. Wenn nicht, dann umgekehrt, ich würde mir Mühe geben. Diktatur ist menschlich, Demokratie göttlich, Bioingenieurskunst für echte Profis.

    Mitwelt, Umwelt – ich nehme an, Mitwelt hat eher was mit den Zellen in einem Organismus zu tun, und Umwelt hat im Uexküll-Kontext einen anderen Sinn als in Biologie und Alltagssprache, und weil der zu primitivisiert und pervertiert ist, ignoriere ich ihn einfach. Rassisten sind Fische, die Dr. Igloo für schwach und minderwertig halten, weil er Schiffe baut, die viel besser schwimmen können als sie, und Fischstäbchen aus ihnen macht. Nur wenn er krank oder besoffen über Bord geht, können die Haie ihre rassische Überlegenheit beweisen. Eselskarren haben allen Grund, die Konkurrenz von Autos zu fürchten, doch das gibt ihnen ein Recht auf Reservate, nicht auf die Weltherrschaft und totales Autoverbot.

    Wohlstand und Freizeit bieten Menschen – auch Geschlechtern – mehr Entfaltungsspielraum, was allerdings wiederum komplexere Strukturen nötig macht, die wiederum durchgefüttert werden müssen. Die Zivilisation lebt von der Schufterei der Sklaven und wird von sadistischen Ausbeutern weiterentwickelt, gut und gerecht wird sie erst, wenn die Maschinen die Sklavenarbeit übernommen haben, sodass die Menschen alle Adelige sind. Die Nazis waren selbst mit Grausamkeit und Ausbeutung intellektuell überfordert, denn sie wollten sogar die Nutznießer des Systems auf das geistig-körperliche Stromsparprogramm der hungernden Massen zwingen.

    Die Arbeiterbewegung ist ein Fortschritt, denn sie erzwingt mehr Symbiose in dem immer noch recht parasitären Verhältnis zwischen Hirn und Körper. Gerechtere Verteilung von Gütern ist das Gegenstück zur besseren Sauerstoff- und Nährstoffverteilung im Organismus. Müssen wir noch üben, der Arbeiter ist echt nicht dafür geschaffen, für den Staat zu denken, und umgekehrt. Aber das lässt sich eben über Durchblutung regeln.

    Scheiß Amateur-Frankenstein. OK, war Anfänger, aber da soll man halt vorsichtig sein, statt Millionen Leute als Versuchskaninchen zu missbrauchen. Für mich sind der Mensch, Familie, Freunde, unantastbar, jedes meiner Modelle geht davon aus, das solche Zellen als Ganzes verbaut werden sollen, und das Ganze vor allem den Zweck hat, sie zu erhalten. Dass ich dazu der Evolution geben muss, was sie will, ist ein Mittel zum Zweck – ein lebender Organismus funktioniert halt besser, und wenn ich’s nicht auf die nette Tour versuche, macht sie es mit ihren üblichen Nazi-Methoden. Weltkriege, Weltuntergänge und Völkermord inbegriffen.

    Beim Weltuntergang ist ein Great Reset im Paket mit drin. Dazu braucht es keiner Weltverschwörung. Dazu braucht es nur zunehmenden Drucks durch kollabierende Wirtschaft und Verteilungskämpfe, weswegen sich alle zur Notwehr genötigt fühlen und zur Wehr setzen. Juden, Nazis, Russen, Demokraten, Christen, Islamisten, Ökos, Reiche, Arme, sie alle haben unterschiedlich viele echte Gründe dafür, doch was ihnen fehlt, saugen sie sich einfach aus den Fingern, sodass am Ende das Gleiche herauskommt: Jeder hasst jeden, und weil damit jede Gruppe von der ganzen Welt gehasst wird, ist die Weltverschwörung real und die Not zur Notwehr real – nur stehen keine Menschen dahinter, sondern Physik und Evolution.

    Weltverschwörungsjünger sehen durchaus reale Phänomene. Sie verstehen sie nur falsch. Wie jemand, der nachts eine wehende Gardine für ein Gespenst hält – bloß weil er sie für ein Gespenst hält, sind weder Gardine noch Luftzug widerlegt.

    Was Sie sonst noch beschreiben, ist einfach Brodeln im kollabierenden Stern – Meme verschmelzen, vermischen sich, werden aggressiv aufgeladen, wenden sich gegen alles und jeden, fliegen herum und zerstören jeden Kontext und jeden Sinn.

    Wie kommen Sie auf die Idee, unsere Verantwortung füreinander wäre kein eiskalter Darwinismus? Kooperation ist eine höchst wirksame Überlebensstrategie, unsere Ethik, unser Mitgefühl, haben durchaus eine Funktion beim evolutionären Maschinenbau. Ob wir sie anwenden, hängt allerdings davon ab, ob wir sie als wirksam einschätzen.

    Was Israel angeht – gerade weil es zurzeit so enthusiastisch faschisiert, wie es für Kreuzfahrerstaaten im Grenzgebiet typisch ist (Baltikum, Polen, Ukraine, der ganze Streifen runter bis Griechenland, gehört im Grunde zum gleichen Grenzgürtel wie Israel), trenne ich zwischen Juden, Israelis und Israel. Irgendwie stehen israelische und amerikanische Juden in ähnlicher Beziehung zueinander, wie Russen und Ukrainer: Manchmal werden sie die Gemeinsamkeiten betonen, manchmal die Unterschiede, je nachdem, wie es gerade nützt, und von Person zu Person verschieden. Ewiges Rumgezicke gehört zur Mitwelt dazu. Dafür wurden ja die Zäune zwischen den Zellen erfunden, sonst bringen die Starken die Schwachen um. Rest – ah, zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Frankenstein oder Geschichtslehrer, ich hab keinen Bock mehr.

    • @Paul S

      Wettbewerb ist die Ursache aller Probleme des holographisch-programmierten “Zusammenlebens” in gleichermaßen Bewusstseinsschwäche.

      Wenn diese Probleme nur mit ignoranter Arroganz (“gesundem” Konkurrenzdenken) angegangen werden (was vohersehbar war/ist, also keineswegs Phänomenologie ist), dann schafft der GREAT RESET die vorgesehene Verschärfung der Bedingungen, was den zweiten geistigen Evolutionssprung nicht nur beschleunigt, sondern die größere Schwierigkeit, Bewusstseinsentwicklung von Konfusion und “Individualbewusstsein”, zum ganzheitlichen Wesen Mensch ebenbildlich/”göttlich”/vernünftig zu gestalten (Wertigkeiten, zweifelsfrei-eindeutig und wirklich-wahrhaftig zum Programm des Zentralbewusstseins).

  4. @Paul S
    26.01.2023, 21:20 Uhr

    Weltverschwörungsjünger sehen durchaus reale Phänomene. Sie verstehen sie nur falsch. Wie jemand, der nachts eine wehende Gardine für ein Gespenst hält – bloß weil er sie für ein Gespenst hält, sind weder Gardine noch Luftzug widerlegt.

    Im übertragenen Sinn könnte man es auch so formulieren.

    Nur weil der Verschwörungsmystiker Juden pauschal der Brunnenvergiftung bezichtigt, ist die Pest noch lange nicht widerlegt.

    Nur, was will uns der Verfasser mit solchen Vergleichen eigentlich sagen?

    • Julian, ich habe ‘Paul S.’ und ‘hto’ (“lange Zeit”) gelesen, und sage dazu, dass ich dankbar dafür bin, dass sie frei und hier vom werten hiesigen Inhaltegeber freigeschaltet, reden können.
      MFG
      WB
      PS:
      Sicherlich haben sie nicht selten auch einen “Punkt”.

      • Ja, @Webbaer – ich schalte sogar sachliche Inhalte von Leuten wie @hto frei, der mich schon vielfach und nicht selten mit drohenden Untertönen beschimpft hat.

        Allerdings kann ich umgekehrt nicht finden, dass die berechtigten Nachfragen von @Julian Apostata schon ein Verstoß gegen die Meinungsfreiheit wären. Wer eine pointierte Meinung äußert, muss doch auch Nachfragen und Gegenrede annehmen können. Ich bin auf jeden Fall schon ehrlich gespannt auf die Antworten von @Paul S. auf die Nachfragen von @Julian Apostata.

        • Es war alles iO, ich kann mit den Nachrichten von “‘Paul S.” und “hto” wenig anfangen.
          Mag aber deren Freischaltung.

          Vielleicht hätte ich Julian nichts schreiben sollen.

  5. @Paul S.
    Dein Beitrag geht runter wie Schlagsahne, bis man merkt dass zu viel Chili und falsche Zutaten drin sind.
    Ich greife mal nur drei Punkte heraus,
    1. Wut ist weder gut noch schlecht. Antwort:Man sollte im Zorn keine Entscheidungen treffen.
    2. Die weiße Zivilisation stirbt wie ein Stern. Antwort: Die weiße Zivilisation ist viel zu klein um eine Supernova auszulösen. Wir werden assimiliert.
    3. Das Tierreich hat demokratische Züge.Antwort : Im Tierreich herrscht fressen und gefressen werden vor.
    Trotzdem ein Plus für den Unterhaltungsfaktor.

  6. @Apostata 27.01. 11:23

    „Nur weil der Verschwörungsmystiker Juden pauschal der Brunnenvergiftung bezichtigt, ist die Pest noch lange nicht widerlegt….Nur, was will uns der Verfasser mit solchen Vergleichen eigentlich sagen?“

    Mit der aktuellen Ukrainekrise wird an vielen Stellen gut verdient. Rüstungsindustrie, internationale Öl- und Gaskonzerne und unsere heimischen Stromversorger machen Traumgewinne. Selbst die heimische Immobilienwirtschaft freut sich über 1,5 Millionen neue Mieter, in einer Situation eines ohnehin schon angespannten Wohungsmarktes. Vielleicht sind unter den Profiteuren sogar ein paar Juden dabei.

    Aber ohne Putin gäbe es diesen Krieg schon mal gar nicht. Man kann aber wohl hier und da damit rechnen, dass manch ein Profiteur ein wenig anheizt, sofern sich eine konkrete Gelegenheit bietet? Etwa indem er eine entschieden kompromisslose Haltung fördert und damit Verhandlungen verzögert?

    Muss nicht sein, kann aber. Es gibt hier auch ein großes Spektrum von verschiedensten Mitverdienern, die eher keinesfalls organisiert sind. Die aber alle ihr Süppchen kochen. Die Geschäftsmöglichkeiten begleiten immer unseren Alltag, das ist unvermeidlich, und nichts Neues.

  7. @Jeckenburger: “Die Geschäftsmöglichkeiten begleiten immer unseren Alltag, das ist unvermeidlich, und nichts Neues.”

    Das ist eine wettbewerbsbedingte Beschwörungsformel, damit der Geschäfts-Sinn möglichst unvermeidlich bleibt, NEUES war eh nie gefragt, im zeitgeistlich-reformistischen Kreislauf des imperialistisch-faschistischen Erbensystems / im Wettbewerb um die Deutungshoheit der …!?

    Im Grunde dieser Unvernunft seid ihr doch angekommen, könnt ihr euch wortlos zurücklehnen und das Finale der Fledder-Show genießen – aus Monopoly, Roulette und Risiko (für die Jüngeren: Call of duty/command and conquer) wurde Schach und Poker, mit integrativem Mensch ärgere dich nicht, nun heißt es bald: ALEA ACTA EST, SCHACH MATT, RIEN NE VA PLUS, das letzte Steinchen steht uneinholbar vor dem Einmarsch.

  8. Tobias Jeckenburger
    27.01.2023, 14:20 Uhr

    Mit der aktuellen Ukrainekrise wird an vielen Stellen gut verdient. Rüstungsindustrie, internationale Öl- und Gaskonzerne und unsere heimischen Stromversorger machen Traumgewinne. Selbst die heimische Immobilienwirtschaft freut sich über 1,5 Millionen neue Mieter, in einer Situation eines ohnehin schon angespannten Wohungsmarktes. Vielleicht sind unter den Profiteuren sogar ein paar Juden dabei.

    Und vielleicht auch ein par Katholiken und Protestanten. Doch warum werden die von Antisemiten ausgeklammert?

  9. @Paul S.: “Ob sie die nötigen Technik-Kompetenzen mitbringt und welche Ziele sie verfolgt.”

    Wir leben/vegetieren im geistigen Stillstand mit Konfusion der wettbewerbsbedingten Symptomatik (seit der “Vertreibung aus dem Paradies”), da ist Bewusstsein eine Kompetenz die fast nur durch die Bildung zu systemrationaler Suppenkaspermentalität “geordnet”/genötigt wird.

    Vernunft ist “Gott”, doch nur für den, der die Wahrheit mit Logik/Sinn von/zu zweifelsfreier Eindeutigkeit versteht – Ein Gott der Schuld und Sündenbocksuche bei den/dem “anderen”, ist angesichts der Realität eine närrische Absurdität (milde formuliert), auch/besonders wenn die Wut, wegen der einheitlich-kapitulativen Globalisierung, nicht mehr zu Hass gesteigert werden kann!?

    “Als Mensch anfing seine Toten zu bestatten, wurde Mensch zum Mensch.” (unbekannter Anthropologe)

    Als Mensch aber anfing auch daraus ein GESCHÄFT zu machen, war alles für’n Arsch, bzw. war der geistige Stillstand scheinbar unabänderlich MANIFESTIERT. (hto)

  10. @hto 28.01. 07:32

    „Das ist eine wettbewerbsbedingte Beschwörungsformel, damit der Geschäfts-Sinn möglichst unvermeidlich bleibt, NEUES war eh nie gefragt,…“

    Wir werden sehen, wie weit Sie recht haben. Will hier wirklich einer Ökosozialismus? Vernünftige Radwege in den Städten können den städtischen Autoverkehr halbieren. Das spart auch ganz viel Geld und Arbeitskraft, die kann in die Energiewende investiert werden. Ein Gerät von 1,5 t zum Transport von 75 kg ist einfach nicht rational. Ein E-Bike kommt mit 25 kg aus.

    Oder ein Fernradwegenetz und eine Förderung von inländischen Campingplätzen könnte den Flugreiseverkehr auch halbieren. Alles ohne Sozialismus. Investitionen in Infrastruktur und schlichtweg die Förderung von Genehmigungen für private Projekte, die die Sache insgesamt fördern können, das hat der demokratische Staat in der Hand.

    Das muss sich nur gegenüber anderen, eventuell weit größeren Geschäften durchsetzten. Also gegen Auto- und Flugzeugbauer und Hoteliers in aller Welt. Wenn der demokratische Staat das nicht schafft, behält hto irgendwie recht.

    Mir persönlich geht es nicht nur um die Ökologie dabei. Ich mag auch nicht so viel arbeiten, da tue ich lieber brotlos philosophieren. Und es geht für mich auch darum, die Welt zu erleben, und insbesondere dabei mag ich nicht Ressourcen und Atmosphäre belasten. Das passt für mich überhaupt nicht zusammen, das hat auch was Spirituelles.

    „ALEA ACTA EST, SCHACH MATT, RIEN NE VA PLUS, das letzte Steinchen steht uneinholbar vor dem Einmarsch.“

    Man kann hier in der Tat zugucken, wie mit unseren Waffenlieferungen eine dünne rote Linie noch der anderen überschritten wird, als wolle man mal gucken, wann das Maß wirklich voll ist. Es heißt, man will hier keine Eskalation, aber es ist absehbar, dass irgendwann unser gesamtes Kriegsgerät gegen Russland zum Einsatz kommt. Das ist dann defakto so ziemlich eine direkte Konfrontation. Auch wenn das Völkerrecht das formal anders bewertet.

    Nun gut, Putin mag einsehen, dass er gegen uns nichts ausrichten kann, und seine Weltmachtträume aufgeben. Hitler hat bis zum Untergang gekämpft, Putin ist hoffentlich vernünftiger.

    • Jeckenburger: “Will hier wirklich einer Ökosozialismus?”

      Es geht vor allem um die wirklich-wahrhaftige Ökonomie der menschlichen Ressourcen, da steckt, mit Vernunftbegabung und Bewusstseinsentwicklung, sehr viel mehr drin, als gewohnt bewusstseinsschwach gebildet und unterdrückt wird.

      Jeckenburger: “Nun gut, Putin mag einsehen, dass er gegen uns nichts ausrichten kann, und seine Weltmachtträume aufgeben.”

      Es geht hier nicht um Putin – Es geht um eine menschenwürdigere Kommunikation, die schon Gorbatschow, zusammen mit den “kleineren” Ländern, 1996 in den USA versucht hat und vom vorherrschenden imperialistisch-faschistischen Erbensystem unterdrückt und verhöhnt wurde – Wenn die russische Wut nicht ausreichend zum Hass gesteigert wird, dann werden die anderen Zuschauer/Zuhörer mit Atomwaffen die Kommunikation vollenden, wenn nicht endlich Vernunft und Verantwortungsbewusstsein, für ein globales Gemeinschaftseigentum OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik zum Thema wird.

  11. Wettbewerber um die Deutungshoheit des gleichermaßen imperialistisch-faschistischen Erbensystems, ja absolut, die gehören “natürlich” dazu.
    Die Chinesen haben schließlich sogar den Rückzug auf den selbigen verkündet, offenbar aus Enttäuschung über den “freiheitlichen” Wettbewerb, den die Chinesen offensichtlich ziemlich gut beherrschen / beherrscht haben und trotzdem keine deutungshoheitliche Kommunikation in gemeinsames Umdenken bewirkt haben.

  12. @hto 28.01. 14:44

    „Es geht vor allem um die wirklich-wahrhaftige Ökonomie der menschlichen Ressourcen, da steckt, mit Vernunftbegabung und Bewusstseinsentwicklung, sehr viel mehr drin, als gewohnt bewusstseinsschwach gebildet und unterdrückt wird.“

    Wenn Sie hier die Schulbildung meinen, dann kann ich das sogar nachvollziehen. Man konzentriert sich auf Eigenschaften, die den jungen Menschen zum hilfreichen Arbeitnehmer machen. Und der soll nicht groß nachzufragen, was denn hier überhaupt sinnvolles produziert werden soll. Dagegen werden Kompetenzen, die man als verantwortungsbewusster Konsument braucht, eher weniger vermittelt.

    Das könnte hier einen Unterschied machen, nicht weiter sinnlose Verschwendung durchzuziehen, sondern wirklichen Wohlstand und nicht nur Umsatz zu suchen.

    @Apostata 28.01. 08:17

    „Und vielleicht auch ein par Katholiken und Protestanten. Doch warum werden die von Antisemiten ausgeklammert?“

    Selbstverständlich ist dies ja auch das Absurde des Antisemitismus. Hier werden Unterschiede gemacht, wo keine sind. Im Gegenteil, sind wohl jüdische Menschen aufgrund guter Bildung sogar eher vernünftiger als der Durchschnitt.

    • @Jeckenburger: “Und der soll nicht groß nachfragen, was denn hier überhaupt sinnvolles produziert werden soll.”

      Genau, denn es wird schließlich nicht wirklich-wahrhaftig demokratisch kommuniziert, sondern in der Freiheit der unternehmerischen Abwägungen, unterstützt durch das parlamentarisch-lobbyistische Marionettentheater, wo die “Chancengleichheit” schon in der Schule mit Einstellung zur Kapitulation auf systemrational-wettbewerbsbedingte Auslese, Bewusstseinsbetäubung/Tittytainment, also Verzicht zu Gunsten dieser “Ökonomie” konzentriert wird.

      Besonders in der Landwirtschaft wird deutlich, daß die Resource Mensch, zusammen mit Mitteln/Werten aus gemeinschaftlichen Eigentum (besonders Wasser / Salzwasseraufbereitung / Bewässerung), eine Befreiung von SCHEINBAREN/dummen Zwängen durch die Kosten-/Eigentumsfrage bringt, denn wenn GRUNDSÄTZLICH alles Allen gehören darf, hat die Frage “Wer soll das bezahlen?” und unternehmerische Abwägungen von/zu “Arbeit macht frei” keine Macht mehr / wäre das absurd – Wo nur wenige Hilfskräfte möglich waren/sind, können (fast unendlich) viele die besseren Möglichkeiten erfüllen, mit gerechter und garantiert stabiler Entlohnung, auf Basis eines UNKORRUMPIERBAREN Menschenrechts zu KOSTENLOSER Nahrung, MIETFREIES Wohnen und ebenso KASSEN-/KLASSENLOSER Gesundheitsversorgung.

      Eine GLOBAL erstmals zweifelsfrei-eindeutig vernünftige Leistungsgerechtigkeit, wo die Bereitschaft zur höheren Bildung für das Gemeinwesen, schon auf dem Weg dorthin entsprechend belohnt werden kann – Alles nur eine Frage des aufrichtigen Willens zur wirklich-wahrhaftigen / fusionierenden Kommunikation, ANSTATT heuchlerisch-verlogene Konfusion in Schuld- und Sündenbocksuche, ignorante Arroganz, Armut, Krankheiten und Krieg mit Menschenopfern in und von allen denkbaren …losigkeiten.

  13. Eine hochinteressante Rede mit vielen für mich neuen Informationen! So war mir die krude Sicht des Abdullah Öcalan auf Israel und seine Vorstellung vom Christentum als „Rache am römischen Reich“ unbekannt. Auch die schräge Weltsicht des Baron von Uexküll kannte ich nicht.
    In manchen Punkten wäre etwas Differenzierung angebracht. Die Einstellung von Martin Luther zu den Juden und zum Hexenwahn sind eine Katastrophe, keine Frage. Der Brite Lord Vansittart, ein übler Deutschenhasser, sah Marin Luther als Hitler geistigen Vorgänger. Ein anderer Autor, Peter F. Wiener, publizierte sogar ein Buch mit dem Titel „Martin Luther – Hitler´s spiritual ancestor“. Angeblich hatte der übelste der fanatischen Nazi-Judenhasser, Julius Streicher, im Nürnberger Prozess zu seiner Verteidigung Luthers Schrift über die Juden angeführt.
    Martin Luthers Türkenfurcht war allerdings berechtigt. Die Osmanen hatten zweihundert Jahre Krieg gegen das byzantinische Reich geführt und dieses schließlich mit der Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1453 vernichtet. Und zu Luthers Lebzeiten erfolgte eine beispiellose Reihe türkischer Eroberungen auf dem Balkan, in der arabischen Welt und in Nordafrika. 1529 standen die Türken vor Wien – da kann man schon Angst bekommen!

    Zitat M. Blume: „Umgekehrt stärken wir demokratische, republikanische Bewegungen weltweit, wenn wir Energie entschlossen einsparen und zudem regenerativ und möglichst dezentral produzieren.“ Energie und Rohstoffe sollten so effizient wie möglich genutzt werden, aber zur Erreichung eines auch nur bescheidenen Wohlstandes wird der weltweite Energieverbrauch noch über Jahrzehnte ansteigen. Und wenn wir in Deutschland, wo Energie und Rohstoffe seit vielen Jahren besonders effizient genutzt werden, unsere Wirtschaft und damit unseren Wohlstand reduzieren sollen, dann wird die Akzeptanz der Demokratie gewaltig Schaden nehmen. Zumal dieser Wohlstand für mindestens 50 % der Bevölkerung in Deutschland eher bescheiden ausfällt und viele Millionen Menschen in unserem Land trotz harter und anstrengender Arbeit kaum Ersparnisse bilden können und fast schon von der Hand in den Mund leben.

    Zitat M. Blume: „Aber ich bleibe dabei, dass sich auch bürgerliche und liberale Kräfte stärker für die Energiewende samt Einsparungen in Landwirtschaft und Verkehr einsetzen müssen…“ Die Energiewende ist bei ehrlicher Betrachtung komplett gescheitert: Aufwendungen von hunderten Milliarden Euro, verbunden mit einer extremen Landschaftsverschandelung durch monströse Windräder, haben nur eine sehr bescheidene CO2-Einsparung gebracht, die im Weltmaßstab völlig unerheblich ist. Die nüchternen Zahlen von „statista“ dazu sehen folgendermaßen aus: der Anstieg der globalen CO2-Emissionen von 2000 bis 2021 betrug 11,89 Milliarden t CO2; von 25,23 Milliarden t im Jahr 2000 auf 37,12 Milliarden t in 2021. Das Jahr 2000 habe ich deswegen gewählt, weil in diesem Jahr das Erneuerbare-Energien-Gesetz verabschiedet worden war, mit dem die Energiewende ihren Anfang genommen hatte. In Deutschland wurden im Jahr 2000 900 Millionen t, also 0,9 Milliarden t CO2 emittiert und in 2021 noch 675 Millionen t, also ein Minus von 225 Millionen t. Diese Abnahme ist allerdings nicht nur der Energiewende zu verdanken, sondern auch zu einem erklecklichen Anteil einer gesteigerten Effizienz der Energienutzung in Industrie, Haushalten und fast allen anderen Verbrauchern. Die gesamte deutsche Energiewende mit der massiven Förderung von Solarstrom, Windmühlen und Bioenergie hat also gerade einmal gut 1 % der zusätzlichen globalen CO2-Emissionen verhindert, und das mit einem Aufwand von einigen hundert Milliarden Euro – ein Riesenaufwand für fast nichts!

    Zitat M. Blume: „Und so freut es mich, dass inzwischen auch Liberale wie
    der bundesdeutsche Finanzminister Christian Lindner regenerative Energien als „Freiheitsenergien“ bezeichnen.“ Sorry, was der Herr Lindner von sich gibt, ist das Geschwätz eines komplett Ahnungslosen! Es ist auf Jahre und Jahrzehnte nicht möglich, einen modernen Industriestaat mit Energie aus Wind, Sonne und Biomasse zu versorgen. Der Energiehunger von Industriestaaten, aber auch von Schwellenländern, wird meist gewaltig unterschätzt. Wenn unsere Politiker diesen verhängnisvollen Weg der angeblichen Freiheitsenergien weiter beschreiten werden, dann wird das Wort „Freiheitsenergie“ bald einen sehr unangenehmen Beigeschmack bekommen: Freiheit von Wohlstand, sozialer Sicherheit, sicheren Arbeitsplätzen und innerer Sicherheit.
    Dazu noch ein köstliches Gedicht von Wilhelm Busch zur Kraft des Windes, dass man exakt auf den heutigen Windmühlenwahn übertragen kann:

    Aus der Mühle schaut der Müller,
    der so gerne mahlen will,
    stiller wird der Wind und stiller,
    und die Mühle stehet still.
    So geht’s immer wie ich finde,
    ruft der Müller voller Zorn,
    hat man Korn so fehlt’s am Winde,
    hat man Wind so fehlt’s am Korn.

  14. @hto 28.01. 21:04

    „eine Befreiung von SCHEINBAREN/dummen Zwängen durch die Kosten-/Eigentumsfrage bringt, „

    Es fällt mir schwer, in Ihren Ausführungen ein praktikables Programm auszumachen. Aber die Wirkung des Eigentums und dessen Vererbung ist nachvollziehbar problematisch. Wem das hier alles gehört, und das ist nur ein ziemlich kleiner Teil, der will zuerstmal seine Zinseinkünfte haben. Die müssen alle erstmal erwirtschaften, bevor sie überhaupt für sich auch was zum leben haben können.

    Derweil die Eigentümer so viel Geld niemals ausgeben können, noch nicht mal annähernd, was dann dazu führt, dass hier der Geldkreislauf ins Stocken gerät. Das sind dann die typischen Überflusskrisen des Kapitalismus. Letztlich läuft das nur noch so recht rund, wenn neue Geschäftsfelder erschlossen werden können, wo dann das überschüssigen Kapital erstmal wieder angelegt werden kann.

    Entsprechend ergibt sich hier ein gewisser Wachstumszwang, der dann schwer daran mitwirkt, dass die Ressourcen dieses Planeten übernutzt werden.

    Eine Lösung wäre allerdings, wenn man einfach mehr Zins-, Vermögens- und Erbschaftssteuern eintreibt. Damit kann dann auch das überschüssige Geld bei denen, denen das hier alles gehört, abgeschöpft werden, und die Wirtschaft bleibt auch ohne Wachstum im Fluss.

    Die eigentliche Schwierigkeit ist wohl eigentlich die, dass die entsprechenden Eigentümer wohl die beste Lobby haben, die man sich denken kann. Ich weiß nicht, ob und schon gar nicht wie, man einen funktionierenden Sozialismus hinbekommt, aber eine Drohung mit Sozialismus könnte durchaus hilfreich sein, dass entsprechende Kreise es sich gefallen lassen, dass sie zwar ordentlich zahlen müssen, aber wenigsten nicht ganz enteignet werden.

    Wobei ich prinzipiell nichts gegen Wachstum habe, aber ich denke, dass wir zumindest hier in Deutschland eigentlich keins mehr brauchen, bzw. dass wir erstmal gucken müssen, wie wir die ökologischen Probleme lösen können. Selbst dazu gehört ein Stück mehr Wirtschaft und auch Kapitalbedarf, aber auf der anderen Seite gibt es jede Menge Konsum, den wir uns gut sparen können.

    Wenn etwa einfach Fahrradfahren gut, schnell und sicher überall im Land möglich wird. Dann können viele auf den eigenen PKW verzichten, und auch Flugreisen kann man vermeiden, wenn man im eigenen Land gut und günstig Urlaub machen kann.

  15. @Jeckenburger: “Eine Lösung wäre allerdings, wenn man einfach mehr Zins-, Vermögens- und Erbschaftssteuern eintreibt. […]
    … aber eine Drohung mit Sozialismus könnte durchaus hilfreich sein, dass entsprechende Kreise es sich gefallen lassen, dass sie zwar ordentlich zahlen müssen, aber wenigsten nicht ganz enteignet werden.”

    Dieses globale Gemeinschaftseigentum OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik, bedeutet: Schluss mit dem konfusionierenden Unsinn um Zinsen, Steuern zahlen und manipulativ-spekulativ-schwankende “Werte”, ERARBEITETES Eigentum/Vermögen bleibt ein Leben lang sicher und stabil, Enteignung nur, wenn Verbrechen gegen Menschlichkeit und Gemeinschaft vorliegen, oder wenn das Eigentum einem Imperialismus gegen die Gemeinschaft gleich kommt (Bsp.: Niemand muss mehrere Immobilien zur Alters- oder Vermögenssicherung besitzen und vermieten/verpachten!).

  16. @Quentmeier 28.01. 23:27

    „hat also gerade einmal gut 1 % der zusätzlichen globalen CO2-Emissionen verhindert, und das mit einem Aufwand von einigen hundert Milliarden Euro – ein Riesenaufwand für fast nichts!“

    Passt doch, wir sind ja auch nur 1 % der Weltbevölkerung. Man sieht hier allerdings auch deutlich das Ausmaß des Problems. Ist es ernsthaft Ihre Konsequenz, dass es zu teuer ist, das Klimaproblem zu lösen? Nach 3° kommen dann aber 4°, 5° und so weiter, solange bis die fossilen Energieträger zur Neige gehen. Und am Ende müssen wir dann doch noch die Energiewende angehen, inmitten einer akuten Rohstoffkrise und eines völlig aus den Fugen geratenen Weltklimas. Und das inzwischen Freigesetze CO2 bleibt dann auch ca. 1000 Jahre in der Atmosphäre, und man kann sich dann die ganze Zeit über die verpassten Chancen ärgern, die wir jetzt verstreichen lassen.

    „dann wird das Wort „Freiheitsenergie“ bald einen sehr unangenehmen Beigeschmack bekommen: Freiheit von Wohlstand, sozialer Sicherheit, sicheren Arbeitsplätzen und innerer Sicherheit.“

    Ich denke nicht, dass Wirtschaft und Wohlstand ernsthaft durch die Energiewende gefährdet sind. Selbst wenn einige aus Eigenverantwortung weniger konsumieren, so macht die Energiewende ja auch zusätzliche Arbeit, dass hier keinesfalls Arbeitslosigkeit droht. So schlimm wie die aktuelle Gaskrise wird es nicht mal kommen, und die hat überhaupt nichts mit der Energiewende zu tun. Im Gegenteil, ohne die inzwischen installierten PV-Module und Windräder träfe uns das Ausbleiben der russischer Gaslieferungen noch viel härter.

    Und z.B. ein vernünftiger Ausbau des Radwegenetzes wäre zumindest aus meiner Sicht ein ganz wesentlicher Wohlstandszuwachs, insbesondere für die, die sich dann den eigenen PKW sparen können, und dann auch finanziell gleich sehr viel besser da stehen. Wie gesagt, die Arbeitskräfte, die dann in der Autoindustrie eingespart werden, die werden nicht nur den allgemeinen Fachkräftemangel entschärfen, sondern können darüber hinaus ganz konkret für die Umsetzung der Energiewende eingesetzt werden. Ich weiß nicht, wie Sie hier auf Arbeitslosigkeit kommen.

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