Francis Fukuyama & Jan Assmann – Mein Respekt vor Selbst-Falsifikation nach Popper
Angesichts des derzeitigen Zusammenbruchs der alten Weltordnung durch die Schläge des Fossilismus vergeht keine Woche, in der ich nicht zu lesen bekäme, das nach dem Berliner Mauersturz 1989 verkündete “Ende der Geschichte” des Politikwissenschaftlers Francis Fukuyama sei ja “nun widerlegt”. Das stimmt – doch auch Fukuyamas Geschichte geht weiter. Drei Jahrzehnte nach der These vom “Ende der Geschichte” veröffentlichte er “Identität” (2019), in dem der Politikwissenschaftler im Rückgriff auf die griechische Antike selbst die Frage aufwarf, wo er sich geirrt hatte. Das Ergebnis war das vielleicht stärkste und bleibende Werk des US-Amerikaners, in dem er einräumte, dass Menschen eben nicht …