Warum jedes Kind „Evolution“ verstehen sollte

Neulich war ich mit meinem mittleren Sohn (9 Jahre) im Auto unterwegs, als er mich fragte: „Was findest Du eigentlich von der ganzen Wissenschaft am Wichtigsten zu wissen?“ Ich antwortete ihm spontan: „Die Evolution!“

BloggenfuerKinderscilogs2015

Natürlich wollte er wissen, warum. Und so erzählte ich ihm, dass alles Leben auf diesem Planeten – und wahrscheinlich auch alles Leben im Universum – durch Evolution entstanden ist und durch die Evolutionstheorie erforscht und beschrieben werden kann. Sie ist zugleich unheimlich einfach und doch unglaublich vielseitig – wie ein Schneekristall, der einerseits „nur“ aus Wasser besteht und andererseits faszinierend kompliziert, schön und einzigartig ist. Jeder Evolutionsprozess besteht aus drei Schritten – und Du selbst bist ein Teil davon!

Die drei Schritte der Evolution

1. Variation – Die Vielfalt

Bestimmt ist Dir schon aufgefallen, dass jeder Mensch und damit natürlich auch jedes Kind einzigartig ist. Auch wenn Du Geschwister hast, wirst Du feststellen, dass Ihr Euch trotz gleicher Eltern sehr unterscheidet. Ganz selten werden Mehrlinge geboren, die sich fast genau – aber auch nicht ganz genau – gleichen.

Das ist kein Zufall, sondern der Grundstein von Evolution: Weil sich auch Lebewesen der gleichen Art immer ein wenig unterscheiden, haben sie unterschiedliche Stärken und Schwächen – die sie dann auch weitergeben können. Du bist eine einzigartige Mischung aus dem, was Dir Mutter und Vater mitgegeben haben! Dich hat es nur einmal in der Geschichte des gesamten Universums gegeben – und wird es auch nur einmal geben – wie jeden anderen Mensch auch.

Schon vor fast zweitausend Jahren haben jüdische Gelehrte im Talmud niedergeschrieben: Menschenherrscher können nur Münzen prägen, die alle gleich aussehen. Aber Gott hat das Universum so eingerichtet, dass wir alle ein wenig unterschiedlich aussehen!

Leider gibt es immer noch viele dumme Leute, die meinen, alle Menschen sollten genau wie sie selbst aussehen und sein. Das ist Blödsinn: Nur durch Vielfalt sind wir Menschen auch neugierig, freundlich und klug geworden – die Vielfalt ist unsere Stärke! Es ist also gut, dass wir verschieden sind und wir sollten Angehörige anderer Völker nicht fürchten oder gar verachten, sondern kennenlernen.

2. Selektion – Die Prüfung

Vielleicht haben sie es Euch noch nicht gesagt oder wissen es selbst gar nicht – aber Eure Eltern sind Helden. Denn sie haben nicht nur alle Gefahren und Prüfungen ihres Lebens bestanden, sondern sich danach auch gegenseitig geprüft und ausgewählt! Erst dadurch konnten sie gemeinsam eure Eltern werden! Und wenn Ihr wollt, dass Sie mal ein bißchen rote Ohren kriegen, könnt Ihr sie ja fragen, warum genau sie sich eigentlich damals gegenseitig ausgewählt haben!

Ganz wichtig ist es dafür natürlich, „dass“ sich die Menschen gegenseitig frei auswählen können und von niemandem gezwungen werden – was leider noch nicht überall auf der Welt normal ist.

3. Reproduktion – Die Kinder

Auch wenn es Dir noch niemand gesagt haben solltest: Du bist – wie jeder andere lebende Mensch – nicht nur einzigarig, sondern auch das vorerst letzte Glied in einer unfassbar großen Kette des Lebens! Diese nahm vor vielen Hundert Millionen Jahren ihren Anfang bei ganz einfachen Lebensformen, die sich zu Fischen und später Landtieren, zu Vierfüßlern und schließlich Frühmenschen entwickelten. Millionen Mal bestanden Deine Vorfahren ihre Prüfungen und schenkten Kindern das Leben; wie nun zuletzt Dir. Unser ganzes Leben würde nicht ausreichen, um auch nur die spannendsten Geschichten zu erfahren, die Deine Vorfahren selbst erlebt und überlebt haben! Sie leben in Dir weiter – und vielleicht wirst Du in vielen Jahren wiederum auch selbst Kinder haben, die Deine Kette des Lebens fortsetzen. Und jedes dieser Kinder würde wieder einzigartig sein – ein Teil der Vielfalt, ein Teil von Schritt 1…

Leider waren wir nun zuhause angekommen – und mein Sohn und ich konnten unser Gespräch nicht fortsetzen. Aber ich hatte mich so gefreut, dass ihn das Thema so interessierte, dass ich ihm ein Buch besorgte: Entdecke die Evolution! von Anne Spitzner. Es ist auch, aber nicht nur für Kinder geschrieben und erklärt viele Geheimnisse der Evolution mit gelungenen Texten und gelungenen Zeichnungen. Vielleicht ist es ja auch ein guter Tip für Eure Eltern?

EvolutionAnneSpitzner

Aber auch für Lehrerinnen und Lehrer habe ich einen tollen Tip: Das Buch Evolutionsbiologie – Moderne Themen für den Unterricht von Daniel Dreesmann, Dittmar Graf und Klaudia Witte.

EvolutionsbiologieDreesmann

Und wenn Ihr – wie ich – auch der Meinung seid, dass Evolution schon in der Grundschule vermittelt werden sollte, ist die Seite Evokids für Euch, die Lehrerschaft und die Schulkonferenz wie geschaffen!

Aber Moment – haben nicht auch viele Leute vor der Evolutionstheorie Angst?

Tatsächlich meinen leider noch immer viele Leute, die Evolution würde ihnen den Glauben an Gott verbieten oder die Menschen auffordern, zueinander brutal zu sein. Beides sind alte Vorurteile, die leider noch immer durch die Welt geistern.

Tatsächlich erklärt die Evolution auch, wie der Glauben an höhere Wesen und schließlich Gott in die Welt kam – genau das ist mein Spezialgebiet. Weil jetzt schon genug Text geschrieben wurde, findet Ihr hier einen Film dazu. Meine Kinder fanden ihn spannend; aber das kann natürlich auch ein bißchen daran liege, dass ich gegen Ende darin vorkomme…

Evolution widerspricht der Religion nicht – die Religion selbst ist ja auch durch Evolution entstanden! Und es stimmt natürlich ebensowenig, dass uns die Evolution lehrt, „brutal“ zu sein. Denn wir verstehen immer besser, dass nicht die Brutaleren ihre Prüfungen am Besten bestehen, sondern diejenigen, die gut zusammenarbeiten und denen man vertrauen kann. Vor allem aber können wir aus der Evolution zwar unsere Geschichte verstehen – über unsere Zukunft müssen wir aber selbst entscheiden. Die Erkenntnisse aus der Evolutionsforschung können uns dabei helfen, klügere „Spielregeln“ für das Miteinander festzulegen.

Auch in der Kinderakademie Stuttgart hatte ich mal über das Thema Denken, Glauben & Evolution gesprochen. Wer also unbedingt noch mehr lesen möchte, findet unter dem Foto (oder durch Klick auf das Foto) einen Bericht dazu zum Abrufen. Allen anderen aber danke ich für die Aufmerksamkeit und wünsche Euch eine gute Zeit!

Mit evolutionären Grüßen – Dr. Michael Blume

BlumeKinderakademieStuttgart

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Michael Blume

Dr. Michael Blume, Jahrgang 1976, studierte nach Wehrdienst & Ausbildung zum Bank-Finanzassistenten Religions- und Politikwissenschaft in Tübingen. Neben seinem Hauptberuf beim Land Baden-Württemberg lehrte er an verschiedenen Universitäten, derzeit in Köln. Blume promovierte über die Thesen von Hirnforschern zur Religion ("Neurotheologie") und forscht über die Evolution von Religiosität und Religionen. Als erster Deutscher wurde Blume in das internationale Forschernetzwerk der Evolutionary Religious Studies berufen, aus dem er seit März 2008 auch im Scilog "Natur des Glaubens" berichtet. Für diesen erhielt er 2009 den Scilogs-Preis und wurde 2010 mit dem Preis "Vermittlungen" der Evangelischen Akademie Villigst für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Der Hohe Rat der Yeziden in Lalish verlieh ihm 2015 eine Auszeichnung für den Einsatz für schutzbedürftige Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak. Der evangelische Christ ist mit einer Muslimin verheiratet, die beiden haben drei Kinder. Zehra Blume gründete auch den sciebooks-Verlag, in dem einführende eBooks und Taschenbücher zu wissenschaftlichen Themen erscheinen.

70 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Schade nur, das nach neuesten Erkenntnissen die ET nicht stimmt.
    Also bitte de Kinder nicht mit diesem Unsinn füttern.
    Im Web gibt es Videos zur Evolutionslüge von namhafte Wissenschaftlern.
    Bitte informieren und auf keinen fall diese Bücher kaufe.

    • Michael Blume

      Na, wenn es „im Web Videos“ dazu gibt – dann muss das so stimmen! Ich habe gerade nachgeschaut, wozu es alles Videos im Web gibt: Außerirdische sind bereits unter uns, Islam und Christentum sind die je einzig wahren Religionen (beide?), die Bundesrepublik gibt es eigentlich gar nicht und unsere Regierung wird eigentlich gar nicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel angeführt, sondern von Fürst Norbert zu Romkerhall-Ritterhof aus dem Hause Schittke. Alles als Video im Web, also muss das alles wahr sein! 🙂

      @motz, vielen Dank für den Schmunzler am Morgen! Sie sind wirklich ein begnadeter Komiker & Pädagoge! 🙂

      Weniger witzig ist leider, dass mit solchem Die-Wissenschaft-ist-falsch-weil-das-irgendwo-im-Internet-steht-Quatsch zuletzt auch die Ablehnung von Impfungen angestiegen ist – wofür bereits jetzt Hunderte Menschen (v.a. Kinder) in Deutschland und Abertausende weltweit mit unnötigen und im Einzelfall lebensgefährlichen Erkrankungen bezahlen…
      http://www.spektrum.de/news/meinung-unnoetige-rueckkehr-der-seuche/1331142

  2. Mir wäre spontan was anderes eingefallen.
    Das mit der Sonne, die um die Erde kreist.

    Eigentlich hätte ich diese Frage wahrscheinlich gar nicht beantworten können oder wäre mit sowas wie Penecilin um die Ecke gekommen… Kinder können einen schon ins Schleudern bringen.

    • „Kinder können einen schon ins Schleudern bringen“

      Schon passiert.

      „Das mit der Sonne, die um die Erde kreist“

      Denn wer was anderes sagt, der kann auf dem Scheiterhaufen landen?

      • Denn wer was anderes sagt, der kann auf dem Scheiterhaufen landen?

        1. Da fehlte irgendwo ein „nicht“, schon klar. Danke, mich darauf aufmerksam zu machen.
        2. Entgegen anderslautender Gerüchte wurden deshalb meines Wissens kaum bis gar keine Leute auf den Scheiterhaufen geschickt. Im Gegenteil: Kepler, Kopernikus, Galilei – alles Angestellte der Kirche ihrer Zeit. 😉
        Solche historischen Sachen kamen sicher auch auf die Liste, die man wissen sollte, aber sehr viel weiter hinten.

  3. Wie genau kann denn die Evolutionstheorie den Glauben an Gott erklären? Und kann die ET auch erklären, welcher Gott der richtige ist?

    • Michael Blume

      Lieber @gLaber,

      die (selbstverständlich komplexe) Evolutionsforschung zu Religiosität und Religionen ist Thema dieses ganzen Blogs, des obigen Kurzfilms, aber auch z.B. der kostenlos abrufbaren G&G-Titelgeschichte „Homo religiosus“ oder des Buches „Gott, Gene und Gehirn“. Als internationales Journal ist „Religion, Brain & Behavior“ führend zu nennen.

      Als empirisch-historisches Theoriegebäude kann die Evolutionsforschung jedoch keine letzten Wahrheitsfragen beantworten. Sie kann immer besser erklären, wie wir Menschen zu unseren musikalischen, mathematischen oder auch religiösen Veranlagungen kamen – aber nicht, welche Musik die Beste, welche Gleichung die Richtige oder welche religiöse Lehre die Wahre sein könnte. Evolutionsforschende, die diese Grenzen nicht anerkannten, haben mitunter große Schäden angerichtet…

      • Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

        „Evolutionsforschende, die diese Grenzen nicht anerkannten, haben mitunter große Schäden angerichtet…“

        Haben Sie konkrete Beispiele für diese Behauptung?

        Zu dem Video: Man kann also zusammenfassen, dass Religiosität durch Unwissen darüber, was mit verstorbenen Menschen passiert, entstanden ist. Das ist ja eigentlich gar nicht so kompliziert.

        Sie sagen, es mache aus evolutionärer Sicht keinen Sinn, Energie für religiöse Bräuche zu verschwenden. Aber könnte es nicht sein, dass der Glaube an Etwas sogar sparsamer ist? Intensives Nachdenken, um den Dingen auf den Grund zu gehen, ist schließlich aufwändiger, als eine vorgegebene Antwort zu akzeptieren.

        Und noch einmal zum Text: In den abrahamitischen Religionen ist der Glaube verbreitet, dass die gesamte Menschheit von Adam und Eva abstammt. Die Geschichte der Sintflut ist Ihnen wahrscheinlich auch geläufig. Da finde ich Ihre Behauptung, Evolutionstheorie und Religion würden sich nicht widersprechen, schon sehr gewagt. Wenn Sie diese Behauptung auch noch Kindern vermitteln, finde ich das ehrlich gesagt noch problematischer.

        • Michael Blume

          @gLaber

          Als klassische Beispiele für den Missbrauch der Evolutionstheorie gelten Eugenik, Rassismus & Sozialdarwinismus.

          Und ja, Mythen wie die Erschaffung des Menschen oder die Sintflut erfüllen andere Funktionen als wissenschaftliche Thesen. Und daher ist immer (und seit Augustinus!) davon abzuraten, beides zu vermischen.

          • OK, das meinten Sie mit Missbrauch. Mir war nach Ihrer ersten Antwort nicht klar, dass Sie darauf abzielten.

            Bleiben Sie bei Ihrer Auffassung, Religion und Evolutionstheorie widersprächen sich nicht? Diese Behauptung ist doch eindeutig falsch, was ich mit den konkreten Beispielen belegen wollte.

            Oder wollten Sie sagen, dass Evolution und menschliche Religiosität sich nicht widersprechen?

          • Michael Blume

            @gLaber

            Mit Religion ist die Summe religiöser Traditionen gemeint (analog zur Sprache, Musik…). Und da diese selbst Ergebnisse des Evolutionsprozesses sind, können sie kein „Widerspruch“ sein.

            Ich meine, Sie so zu verstehen, dass manche religiöse Auslegungen (die z.B. das erste Buch Mose als naturwissenschaftlichen Bericht lesen) den Erkenntnissen der Evolutionsforschung widersprechen. Das stimmt natürlich – für diese konkreten Auslegungen. Ebenso können ja auch Aussagen von Dichtern, Musikerinnen etc. wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen, ohne dass dies auf „die Dichtkunst“ oder „die Musik“ zu verallgemeinern wäre.

          • @ Herr Dr. Blume :
            Nett geschrieben, verständlich und so, auch nicht zum Widerspruch einladend, hierzu vielleicht noch ga-anz kurz:

            Ich meine, Sie so zu verstehen, dass manche religiöse Auslegungen (die z.B. das erste Buch Mose als naturwissenschaftlichen Bericht lesen) den Erkenntnissen der Evolutionsforschung widersprechen.

            Irgendwo hat der Schreiber dieser Zeilen mal gelesen, dass auch dies nicht der Fall sein muss, nämlich genau dann nicht, wenn der Zustand der Erde so wie vor ca. 6.000 Jahren vom alttestamentarischen Gott bereitgestellt worden ist, das er den Anforderungen der Evolutionsforschung entspricht.
            😉

            Wobei zumindest die Römische Kirche seit Papst Pius, dem XII. , die biblische Schöpfungsgeschichte nicht mehr wörtlich nimmt.

            MFG
            Dr. W

          • Michael Blume

            @Webbaer

            Oh ja, nach einem klassischen Gedankenexperiment könnte Gott die Welt auch erst vor 20 Sekunden erschaffen haben – samt all unserer scheinbaren Erinnerungen, scheinbar alten Gesteinen und Fossilien etc. Logisch lässt sich dies weder be- noch widerlegen, weswegen es eine anregende, metaphysische Spekulation, aber nicht Bestandteil der empirischen Forschung(en) ist. 🙂

            Ihnen lieben Dank für das eingängige „Lob“, das für Ihre Verhältnisse ja geradezu überschwänglich ausgefallen ist! 😉

          • @Michael Blume

            Ja, im Prinzip haben Sie mich richtig verstanden. Aber genau wegen dieser Widersprüche in Teilaspekten, kann man eben nicht behaupten, eine Religion sei als Ganzes widerspruchsfrei gegenüber dem heutigen Kenntnisstand. Eine Religion definiert sich eben auch über die jeweiligen heiligen Texte und Überlieferungen und nicht nur über die „Summe religiöser Traditionen“. Und es gibt bestimmt nicht wenige gemäßigte Christen (Nicht-Kreationisten), die Ihnen widersprechen, wenn sie die Bibel mit bloßer „Dichtkunst“ vergleichen. Ich denke, da machen Sie es sich insgesamt etwas zu einfach.

            Ihr im Prinzip lobenswertes Anliegen, Kinder mit der Evolution vertraut zu machen, wirkt meiner Meinung nach nur vorgeschoben, wenn Sie nicht auch erwähnen, dass es religiöse Auffassungen gibt, die nicht mit der Evolutionstheorie und anderen Wissenschaften zu vereinbaren sind. Ich habe den Eindruck, Sie wollen den Kindern Ihre eigenen Ansichten sozusagen durch die Blume … bitte vielmals um Entschuldigung, den konnte ich nicht liegen lassen 😉 … unterschieben, dass Evolution und Religion, oder allgemeiner Wissenschaft und Glaube, schon irgendwie zusammenpassen.

          • Michael Blume

            @gLaber

            Hier tun Sie mir zweifach Unrecht: Weder habe ich behauptet, dass „eine Religion… als Ganzes widerspruchsfrei gegenüber dem heutigen Kenntnisstand“ sei, noch, dass es keine „religiösen Auffassungen“ gebe, die „nicht mit der Evolutionstheorie und anderen Wissenschaften zu vereinbaren“ seien. Vielmehr habe ich ganze Bücher über solche Gemeinschaften geschrieben, deren Weltbild nicht dem „Stand der Wissenschaften“ entspricht – die aber dennoch und teilweise deswegen evolutionär außerordentlich erfolgreich sind, z.B. die Amish:
            http://www.sciebooks.de/cms/books/die-amish-ihre-geschichte-ihr-leben-und-ihr-erfolg

            Und vor allem – doch, aus der Perspektive des Religionswissenschaftlers ist Religion zunächst eine Hervorbringung des menschlichen Geistes bzw. der menschlichen Kultur, ganz ebenso wie die Dichtkunst und die Musik. Wir sind eben KEINE Theologen, die über letzte Wahrheiten entscheiden wollten oder könnten – wir erforschen Religion(en), nicht Gott(heiten). Hier habe ich mir erlaubt, die erste Audioblog-Folge (noch mit Musik 😉 ) zum Thema „Was ist Religionswissenschaft?“ zu gestalten.
            http://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/natur-glaubens-audioblog-folge1-was/

            Alles Gute & herzliche Grüße!

          • @ „gLaber“ :

            (…) vorgeschoben, wenn Sie nicht auch erwähnen, dass es religiöse Auffassungen gibt, die nicht mit der Evolutionstheorie und anderen Wissenschaften zu vereinbaren sind.

            Es ist nicht Aufgabe der exoterischen Wissenschaft zu prüfen, was anderswo, im Politischen oder im Esoterischen, nicht mit der wissenschaftlichen Erkenntnis harmoniert.

            Im WebLog-Artikel findet sich denn auch, die Wurzel ‚relig-‚ meinend, nur der Tag ‚Religionskritik‘ und diese Aussage:
            ‚Evolution widerspricht der Religion nicht – die Religion selbst ist ja auch durch Evolution en[t]standen!‘

            …die recht freundlich klingt und zudem kritisch.

            MFG
            Dr. W

          • @Michael Blume

            Auszug aus Wikipedia über die Amische:

            „Allerdings gibt es unter den Amischen verschiedene, doch auffällig auftretende erbliche Gendefekte. Da fast alle modernen Amischen von wenigen Gründerfamilien […] aus dem 18. Jahrhundert abstammen, treten durch die Fortpflanzung untereinander viele mitgetragene, rezessive Gendefekte auf, das heißt, gleiche Erbträger treffen aufeinander und bewirken, dass Krankheiten, die durch die Fortpflanzung Nichtverwandter unterdrückt blieben, nun ausbrechen.“

            Also ein Biologe würde das sicher nicht als „evolutionär außerordentlich erfolgreich“ bezeichnen.

            Aber das nur am Rande, ich fürchte wir reden etwas aneinander vorbei. Mir ging es auch um die Art und Weise, wie Sie offensichtlich Kindern die Evolutionstheorie vermitteln. Da bleibe ich bei meinem vorher beschriebenen Eindruck. Oder haben Sie Kindern schon einmal deutlich gesagt, dass Menschen sich Götter nur einbilden und der Glaube und die religiösen Mythen aus fehlgeschlagenen Interpretationsmustern und Unwissen entstanden sind? Bitte um eine ehrliche Antwort 😉

            Und der Vollständigkeit halber: Den Satz „Evolution widerspricht der Religion nicht“ kann man ja eventuell auch so verstehen, wie ich es zu vermitteln versuche, oder auch nicht. Wenn ich mit meiner Ansicht nicht alleine dastehen sollte, sehen Sie meine Kommentare diesbezüglich einfach als konstruktive Kritik an Ihrer Ausdrucksweise.

            Beste Grüße.

          • Michael Blume

            @gLaber

            Vorab: Bitte gehen Sie nicht davon aus, dass Sie der Erste wären, der glaubt, hier auf dem Blog das coole Alphamännchen zu geben, der dem Religionswissenschaftler mal zeigt, was ein überlegener Denker ist. In dieser peinlichen Nummer haben sich im Laufe der Jahre hier schon viele versucht – resonanzlos. Sie sind hier gerne bei echtem Interesse eingeladen, aber für Spielchen habe ich – da in Beruf & Familie ausreichend eingebunden – weder Zeit noch Lust. Take it or leave it.

            Evolutionsbiologischer Erfolg – darwinsche Fitness – ist klar definiert, auch das finden Sie bei Wikipedia. Und, ja, die Amish wachsen weiter exponentiell, während z.B. die deutsche Gesellschaft seit Jahrzehnten unter Geburtenmangel leidet. Und, nein, ich halte die Biologie nicht für den einzigen Maßstab – er ist aber wichtig, wenn wir über Evolution, Erkenntnistheorie & „Vereinbarkeit“ sprechen.

            Und zur Frage „Einbildung“ einfach eine Rückfrage: Gehen Sie davon aus, dass die Konstruktion von mathematischen Zusammenhängen auch nur Einbildung ist? Schließlich „gibt“ es z.B. Zahlen nicht im materiellen Sinne. Ich würde dennoch annehmen, dass die Menschen (auch) durch Mathematik „etwas“ entdecken, auch wenn die meisten von uns bei rudimentären Formen verbleiben. Ebenso „gibt“ es Menschenrechte nicht im materiellen Sinne und doch halte ich Ihre „Entdeckung“ für alles andere als Einbildung! Was meinen Sie?

          • „Ebenso „gibt“ es Menschenrechte nicht im materiellen Sinne und doch halte ich Ihre „Entdeckung“ für alles andere als Einbildung!“

            „Als Mensch anfing seine Toten zu bestatten, wurde Mensch zum Mensch.“ (unbek. Anthropologe)
            – Als Mensch aber anfing auch daraus EIN GESCHÄFT zu machen, war alles für’n Arsch, bzw. für die ILLUSIONEN der Einbildungskraft der bewußtseinsbetäubten Menschen im geistigen Stillstand seit der „Vertreibung aus dem Paradies“ MANIFESTIERT (manifestiert im Sinne des nun „freiheitlichen“ Wettbewerb um …) (Horst).

          • @Michael Blume

            Es tut mir Leid, wenn ich den Eindruck erweckt haben sollte, kein Interesse an einer ernsthaften Diskussion zu haben. Sind Sie denn daran interessiert, sich mit kritischen Nachfragen auseinander zu setzen? Falls ja, kann ich dann noch auf eine Antwort auf meine letzte, wirklich ernst gemeinte Frage hoffen?

            Dieser Blogeintrag hat mich zum Nachdenken angeregt und ich denke, der Grund meiner kritischen Anmerkungen ist, dass ich erst einmal skeptisch bin, wenn ein Religionswissenschaftler Kindern Evolutionstheorie beibringen möchte. Diese Skepsis kann natürlich auch widerlegt werden. Ein Spezialist muss ja nicht notwendigerweise besser erklären können als ein sagen wir mal Quereinsteiger. Unsere Diskussion bisher, der Blogeintrag selbst und der verlinkte Artikel über die Kinderakademie überzeugen mich allerdings nicht.

            Und wenn Sie mir eine auf Inzest basierende, exponentiell wachsende Population mit einem ebenso wachsenden Anteil von Erbkrankheiten als evolutionären Erfolg verkaufen wollen, egal unter welchen Gesichtspunkten, dann mindert das meine Skepsis ebenfalls nicht.

            Mathematische Zusammenhänge würde ich nicht als Einbildung bezeichnen. Also z.B. die Zahl Pi, Primzahlen und andere Konstrukte haben ja eine universelle Gültigkeit und wurden sozusagen entdeckt. Menschenrechte sind für mich ebenfalls keine Einbildung, allerdings sind diese nicht zwingend universell und können auch Anpassungen unterliegen. Ich bin mir aber nicht sicher, worauf Sie mit diesen Fragen abzielen. Ja, es gibt nicht-materielle Entdeckungen. Aber ist es deshalb falsch zu sagen, dass Menschen sich Götter nur einbilden?

            Falls Sie mich immer noch für eine peinliche Nummer halten, dann ignorieren Sie mich einfach. Auch ich habe ein Leben abseits des Internets, ob Sie mir das glauben (sic!) oder nicht, und werde Sie dann nicht weiter behelligen.

          • Michael Blume

            Lieber @gLaber,

            wie geschrieben: Die evolutionäre Fitness ist klar definiert und die Amish-Popularion von inzwischen über 250.000 Personen lässt sich nicht einfach als „Inzest“ abtun. Zumal die anderen Beispiele wie Mormonen und Haredim in die Millionen gehen…

            Zur Frage, ob in Mathematik, Recht und Religion nur „Einbildung“ vorliegt habe ich ähnliche Intuitionen wie Sie: Ich vermute, dass Ziffern, Formeln, Menschenrechte mehr als Einbildungen sind. Beim Glauben an überempirische Akteure halte ich dies ebenso für denk- und also glaub-möglich. Ebenso halte ich eine Lesart nach Dürkheim für denkbar, nach der sich soziale Gruppen über die „Wahr-Nehmung“ höherer Wesen praktisch selbst spiegeln. Empirisch und erkenntnistheoretisch liegen m.E. spannende Zeiten und Denatten vor uns.

          • Lieber @ Michael Blume,

            ich möchte hier widersprechen. Wenn gemäß der Emergenz und dem Schichtenmodell von Nicolai Hartmann mit dem Menschen eine neue Schicht in der Evolution entstanden ist, für die dann ebenfalls gilt: „Der Aufbau der realen Welt ist ein Schichtenbau. Nicht auf die Unüberbrückbarkeit der Einschnitte kommt es hier an ‑ denn es könnte sein, daß diese nur für uns besteht ‑, sondern auf das Einsetzen neuer Gesetzlichkeit und kategorialer Formung, zwar in Abhängigkeit von der niederen, aber doch in aufweisbarer Eigenart und Selbständigkeit gegen sie“, so heißt das, dass die Gesetzmäßigkeiten der Gene auf den Menschen gerade nicht mehr angewandt werden können.

            Bei der genetischen Evolution gilt, dass der Stärkere oder besser Angepasste die genetische Information, in der seine Vormachtstellung ja codiert ist, besser und weiter verbreiten kann, d.h. er hat mehr Nachkommen, die er zudem besser aufziehen kann.

            Beim modernen Menschen gilt dieser Grundsatz nicht nur nicht mehr, er hat sich sogar umgekehrt: die sozial Schwächeren haben in der Regel mehr Nachkommen. Das ist aber irrelevant, weil sich die genetische Evolution in ganz anderen Zeiträumen abspielt und für die weitere Entwicklung eben die neuen geistig-kulturellen Gesetzmäßigkeiten gelten.

            In der Gesetzmäßigkeit der neuen Schicht des Menschen gilt daher nicht mehr die genetische Fitness, sondern die geistig-kulturelle Fitness. Diese drückt sich in den Ideen und Technologien aus, also den „Einbildungen“, die sowohl die Individuen als auch die Gesellschaft hervorbringt, speichert und tradiert. Dieser neue Informationstransfer geschieht dabei auch auf einem völlig neuen Weg: Nicht mehr langwierig über die Gene, sondern extrem schnell über den neuronalen Weg, also über die Sprache und das Denken.

            Nur so lassen sich die „dunklen Rätsel“ von Darwin auflösen, wie denn innerhalb weniger Jahrhunderte die alten Griechen ihre geistig-kulturelle Vormachtstellung verlieren und die barbarischen Völker Nordeuropas diese stattdessen übernehmen konnten.

          • Michael Blume

            Lieber @Bernd Ehlert,

            diese Überlegungen finde ich interessant, vor allem folgenden Absatz:

            In der Gesetzmäßigkeit der neuen Schicht des Menschen gilt daher nicht mehr die genetische Fitness, sondern die geistig-kulturelle Fitness. Diese drückt sich in den Ideen und Technologien aus, also den „Einbildungen“, die sowohl die Individuen als auch die Gesellschaft hervorbringt, speichert und tradiert. Dieser neue Informationstransfer geschieht dabei auch auf einem völlig neuen Weg: Nicht mehr langwierig über die Gene, sondern extrem schnell über den neuronalen Weg, also über die Sprache und das Denken.

            Dazu hatte ich hier auch ein Stück Ratlosigkeit eingestanden:
            http://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ein-erweiterter-fitnessbegriff-f-r-die-evolutionsforschung-des-menschen-eine-frage-an-darwins-geburtstag/

            Gerne würde ich von Ihnen Näheres dazu lesen, gerne auch konkretisierend bzw. operationalisierend. Ich vermute, dass sich mit der zunehmenden Bekanntheit des durchschnittlich erhöhten Fortpflanzungserfolges religiös vergemeinschafteter Menschen die Debatten zu dieser Frage verdichten werden und habe für mich noch keine schlüssigen Antworten gefunden.

          • Lieber @Michael Blume

            Amische hin, Erkenntnistheorie her, Sie haben mir meine Frage immer noch nicht beantwortet. Deshalb noch einmal: Haben Sie Kindern schon einmal deutlich gesagt, dass Menschen sich Götter nur einbilden und dass der Glaube und religiösen Mythen aus fehlgeschlagenen Interpretationsmustern und Unwissen entstanden sind?

          • Michael Blume

            Lieber @gLaber, nein, denn wenn
            ich so etwas Unausgegorenes von mir geben würde, wäre das nicht mehr empirische Wissenschaft, sondern engstirnige Ideologie… (Und wenn Sie lesen wollen, welches Niveau ich befürchtet hatte, siehe den „Kommentar“ von @Gast… 😉 )

          • Nicht ein erweiterter sondern ein anderer Fitnessbegriff für die Evolutionsforschung des Menschen

            @Michael Blume.
            Auf dem angegebenen Link stellen Sie die Frage: „Religiosität erhöht im Durchschnitt den Fortpflanzungserfolg. Aber reicht das?“ Sie beurteilen hier etwas Geistig-Kulturelles (die Religion) auf der Ebene oder Schicht der genetischen Evolution. Damit befinden Sie sich vollkommen innerhalb des herrschenden Paradigmas in der Soziobiologie mit ihrem „gen-zentrierten Ansatz“, wie es etwa Eckart Voland in seinem Buch „Soziobiologie“ (Berlin-Heidelberg 2013) beschreibt und definiert.

            Für die Soziobiologie stellt das geistig-kulturelle Sein des Menschen entsprechend dem gen-zentrierten Ansatz ausdrücklich gerade keine eigene Kategorie oder Schicht dar. Geist und Kultur werden in der Soziobiologie nur als Imitation gedeutet, als ein „»imitiere die Erfolgreichen!«“ (Voland 2013, S. 216), also die genetisch erfolgreichen, wobei „Kul­turgeschichte begann, als das survival of the fittest ein Imitation of the fittest ins Schlepptau nahm“ (Voland 2013, S. 216). Weiter schreibt Voland, dass die weit verbreitete Auffassung, wonach „Sozialisation“ oder „Kultur“ Alternativen zur evolutiven Erklärung mensch­lichen Verhaltens sein sollen, auf einem Kategorienfehler beruhen: „Vor diesem Hintergrund wird das eigentliche Problem der sogenannten »nature/nurture-Debatte« sichtbar: die unter manchen Biologen und Kul­turwissenschaftlern gleichermaßen weit verbreitete Auffassung, wonach »Sozialisation« oder »Kultur« Alternativen zur evolutiven Erklärung mensch­lichen Verhaltens sein sollen, beruht schlichtweg auf einem Kategorienfehler“ (Voland 2013, S. 215).

            Ich möchte zu dieser Ansicht zwei Kritikpunkte anbringen. Zum einen hat zwischenzeitlich der Namensgeber und insofern Mitbegründer der Soziobiologie, der Biologie E. O. Wilson, die Gesamtfitnesstheorie als Grundlage der Soziobiologie einer geradezu vernichtenden Kritik unterzogen. In seinem Buch „Die soziale Eroberung der Erde“ (München 2013) schreibt er in den drei folgenden Zitaten dazu:
            „Schlimmer noch: Der Glaube an die vermeintliche Schlüsselrolle der Verwandtschaft bei der sozialen Evolution hat uns dazu geführt, dass die normale Reihenfolge biologischer Forschung umgekehrt wurde. In der Evolutionstheorie wie in den meisten Naturwissenschaften ist es erwiesenermaßen die beste Methode, ein Problem zu definieren, das sich aus der empirischen For­schung ergibt, und dann die geeignete Theorie zu seiner Lösung auszuarbeiten. Bei der Gesamtfitness-Theorie ist fast die gesamte Forschung umgekehrt verlaufen: Erst wurde hypothetisch die zentrale Rolle der Verwandtschaft und der Verwandtenselektion festgelegt, dann wurde nach Beweisen gesucht, die diese Hypo­these belegen sollten.
            Die größte Schwäche dieses Ansatzes besteht darin zu ver­hindern, mehrere konkurrierende Hypothesen in Betracht zu ziehen“ (Wilson 2013, S. 213).

            „Keine dieser Annahmen aber hat sich als tragbar erwiesen. Die Empiriker, die genetische Verwandtschaft messen und die Gesamtfitness für ihre Argumentation nutzen, sind bis heute der Meinung, ihre Überlegungen würden auf einer soliden theoretischen Grundlage fußen. Doch das ist nicht der Fall. Die Gesamtfitness ist ein mathematischer Einzelfall mit so vielen Einschränkungen, dass sie unbrauchbar wird. Anders als weithin angenommen, handelt es sich dabei nicht um eine allgemeine Evolutionstheorie; sie charakterisiert weder die Dy­namik der Evolution noch die Distribution von Genfrequenzen.
            Für die Extremfälle, in denen die Gesamtfitness-Theorie viel­leicht funktioniert, sind biologische Bedingungen nötig, die in der Natur nachweislich nicht existieren“(Wilson 2013, S. 220).

            „Das alte Paradigma der sozialen Evolution, das nach vier Jahrzehnten fast schon Heiligenstatus genießt, ist damit ge­scheitert. Seine Argumentation von der Verwandtenselektion als Prozess über Hamiltons Ungleichung als Bedingung für Kooperation bis zur Gesamtfitness als darwinschem Status der Koloniemitglieder funktioniert nicht. Wenn es bei Tieren überhaupt zur Verwandtenselektion kommt, dann nur bei einer schwachen Form der Selektion, die ausschließlich unter leicht verletzbaren Sonderbedingungen auftritt. Als Gegenstand einer allgemeinen Theorie ist die Gesamtfitness ein trügerisches mathematisches Konstrukt; unter keinen Umstän­den lässt es sich so fassen, dass es wirkliche biologische Bedeutung erhält. Auch für den Nachvollzug der Evolutionsdynamik genetisch bedingter sozialer Systeme ist es unbrauchbar“ (Wilson 2013, S. 221-222).

            Der zweite Kritikpunkt liegt ergibt sich in der Argumentation, dass mit dem Menschen gemäß dem Schichtenmodell des Philosophen Nicolai Hartmann eine neue Schicht entstanden ist, wie zuvor schon im Fall des Lebens selbst, der Pflanzen und der Tiere. Wenn das der Fall ist, kann das Sein des Menschen dann nicht von den Gesetzmäßigkeiten der Gene beurteilt und gesehen werden. Sollte das trotzdem getan werden, führt das definitionsgemäß letztlich stets zu einem Sozialdarwinismus, auch wenn das nicht beabsichtigt ist. Denn gemäß Wikipedia stimmen die unterschiedlichen Spielarten des Sozialdarwinismus nach Franz M. Wuketits in drei Kernaussagen überein: 1. Darwins Theorie der Auslese ist in sozialer, ökonomischer und auch moralischer Hinsicht maßgeblich für die menschliche Entwicklung. 2. Es gibt gutes und schlechtes Erbmaterial. 3. Gute Erbanlagen sollen gefördert, schlechte ausgelöscht werden.

            Die neue Schicht des Menschen nach Hartmann besitzt nicht nur eigene Gesetzmäßigkeiten, sondern vor allem auch ein eigenes Informationssystem. Interessant ist dabei ein Vergleich mit der Entdeckung des genetischen Informationssystems, das u.a. den Vitalismus überflüssig machte. Der Biologe Jaques Monod schildert das in seinem Buch „Zufall und Notwendigkeit – Philosophische Fragen der modernen Biologie“ (München 1991):
            „Wie sicher man sich auch seit Ende des 19. Jahrhunderts ihrer Geltung für die Erscheinungswelt war und obwohl sie die gesamte Biologie beherrschte – die Evolutionstheorie hing sozusagen in der Luft, wie es keine physikalische Theorie der Vererbung gab. Die Hoffnung, bald dahin zu gelangen, erschien noch vor dreißig Jahren trotz der Erfolge der klassischen Genetik wie ein Traum. Das jedoch, was man suchte, bietet heute die Molekulartheorie des genetischen Code. „Theorie des genetischen Code“ verstehe ich hier im weiten Sinne: Sie umfaßt für mich nicht nur die Einsicht in die chemische Struktur der Erbsubstanz und die in ihr enthaltene Information, sondern auch in die molekularen Mechanismen des morphogenetischen und physiologischen Ausdrucks dieser Information“ (Monod 1991, S. 19).

            Beim geistig-kulturellen Informationssystem des Menschen ist dagegen die physikalische Theorie dieses Systems schon bekannt, es ist unser neuronales System. Dieses hatte in der Evolution eine immer größere Rolle bei der Verarbeitung der Sinnesdaten gespielt und auf diese Weise die höheren Tiere mit ihren komplexeren Verhaltensweisen hervorgebracht, die zum Teil sogar schon zu einem kulturell erlernten einfachen Werkzeuggebrauch fähig sind. Beim Menschen erlangte diese neuronale Informationsverarbeitung dann plötzlich die Funktion eines sich selbst tragenden, die Welt und das Verhalten umfassend abstrahierenden und codierenden Systems. Dieses System ist nichts anderes als unsere Sprache, in der wir denken, neue, angepasstere Verhaltensweisen finden und diese immer wieder anwenden, speichern und tradieren können. Das hat nichts mit einem übernatürlichen Eingriff zu tun, sondern ähnelt dem Vorgang, als aus immer komplexeren chemischen Reaktionen plötzlich »Leben« wurde.

            Ein Beispiel für diese andere Sichtweise, die nicht mehr auf einem „gen-zentrierten“ sondern nun „geist-zentrierten“ Ansatz beruht, sind etwa die beiden Weltkriege mit ihren über 60 Millionen Toten. Haben diese Auseinandersetzungen, bei denen Tausende von Amerikanern (altruistisch?) ihr Leben opferten, bei den Siegern irgendwie genetisch zu einem Fitnessvorteil geführt? Nein, sie haben es auch nicht altruistisch geopfert, sie haben ihr Leben für eine Idee hergegeben, nämlich die der Art und Weise des menschlichen Zusammenlebens und der weiteren menschlichen Entwicklung. Allgemein steht bei dieser neuen Art der Evolution nicht mehr das Individuum und sein egoistisches Überleben im Vordergrund, sondern das der Gruppe bzw. Gesellschaft oder gar der Spezies selbst. Das hat unmittelbar damit etwas zu tun, dass der Informationsaustausch in diesem System gegenüber dem genetischen um mehrere Größenordnungen schneller erfolgt und somit sich die Einzelsysteme der Individuen „zusammenschalten“ lassen. Die Erfindung des Verbrennungsmotors, des Fliegens oder der Demokratie etwa hat nichts mehr mit dem Vorteil eines Einzelnen zu tun.

            Nur von daher ist dann auch die Religion zu verstehen, d.h. es ist eine der vielen, neuronal tradierten Ideen, wie das menschliche Zusammenleben zu gestalten ist. Dazu ein Beispiel: Im fünften Buch Mose/Deuteronomium, Kapitel 20, Vers 13-17 (Einheitsübersetzung) findet sich etwa eine Stelle, in der der Gott des Alten Testaments geradezu noch den Völkermord besonders an den direkten Nachbarvölkern gebietet (… „darfst du nichts, was Atem hat, am Leben lassen. Vielmehr sollst du die Hetiter und Amoriter, [..] der Vernichtung weihen“). In der evolutionären Perspektive entspricht dieses vom alttestamentlichen Gott vorgegebene Verhalten noch der innerartlichen Aggression der alten, animalischen Evolution und war darin ein zu dieser Zeit angepasstes, »gutes« Verhalten. Diese Bibelstelle ist hier ein authentisches Zeugnis der früheren Lebensweise des Menschen. Zu dem heutigen »bösen« Verhalten als größte Sünde überhaupt ist es erst mit einem neuen Religionsverständnis geworden (das wiederum bestimmte neue Lebensbedingungen erfordert hatten), insbesondere dem des neutestamentlichen Gottes.
            Theologisch, als Wille und Gebot desselben Gottes, ist dieser radikale und widersprüchliche Wechsel bei der an den Menschen gerichteten göttlichen Forderung eines Verhaltens nicht zu erklären. Im evolutionären Verständnis dagegen ist dieser Wechsel gar kein Widerspruch, sondern vielmehr die Bestätigung des evolutionären Verständnisses auch der Religion in der Anpassung des Verhaltens an geänderte Lebensweisen oder -bedingungen. Dabei löst sich nicht nur dieser Widerspruch auf, sondern auch alle anderen der vielfältigen Widersprüche und Spaltungen der Religionen zu einem einheitlichen Weltbild hin. Das Wesen der Religion ist in dieser Weise nur von dem neuen menschlichen Informationssystem her zu verstehen.

            Die Religion erweist sich so als eine Funktion oder ein »Trick« der Evolution zur Überwindung von nicht mehr passenden Verhaltensweisen, die noch der alten, animalischen Evolution entsprechen und tief im Instinktsystem verankert sind. Da sich der Mensch mit seiner neuen Fähigkeit auch übernatürliche Wesen vorstellen kann, kann über den religiösen Glauben auch der emotionale Widerstand der Instinktsteuerung (etwa beim Fremdenhass der innerartlichen Aggression) überwunden und das Verhalten an neue Lebensbedingungen angepasst werden. Dabei wurde das, was wir heute unter Sozialdarwinismus verstehen, hier zum ersten Mal kulturell überwunden, also durch die Religion – allerdings nur indirekt und unbewusst.

            Der religiöse Glaube an übernatürliche Kräfte und Wesen hatte so auch in der Evolution des Menschen eine große Rolle gespielt, d.h. er war dazu notwendig. Der religiöse Glaube ist daher so alt wie der Mensch und bis heute in jedem Volk und jeder Gesellschaft vorhanden. Richard Dawkins hat einerseits zwar richtig erkannt, dass die Religion in einem kosmischen Ausmaß vorhanden ist. Doch die Religion ist nicht, wie er es dann leider weiter ausführt, ein „Witz mit kosmischen Ausmaß“, der „eine riesige Verschwendung von Zeit und Menschenleben“ und letztlich „zu rein gar nichts“ gut ist (vgl. Richard Dawkins, Die Unwahrscheinlichkeit Gottes, in: Im Anfang war (k)ein Gott., Hrsg. T.D. Wabbel, Düsseldorf 2004, S. 138). Es ist eines der wichtigsten Grundsätze der Evolution, das sie nicht etwas beibehält, und schon gar nicht über lange Zeit in einem „kosmischen Ausmaß“, was keinerlei Nutzen hat.
            Allerdings ist es in der heutigen globalisierten und überbevölkerten Welt mit ihrem begrenzten Lebensraum notwendig, diesen Trick der Evolution zu durchschauen, und zwar mit der Vernunft, so wie es Kant schon vor 200 Jahren ganz ohne Evolutionstheorie erkannt hat, nämlich dass die moralischen Gesetze es sind, „deren i n n e r e praktische Notwendigkeit uns zu der Voraussetzung einer selbständigen Ursache, oder eines weisen Weltregierers führte, um jenen Gesetzen Effekt zu geben“, und dass wir „soweit praktische Vernunft uns zu führen das Recht hat, Handlungen nicht darum für verbindlich halten, weil sie Gebote Gottes sind, sondern sie darum als göttliche Gebote ansehen, weil wir dazu innerlich verbindlich sind“ (Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, B846-847).

            Wie ist es in dieser neuen Perspektive nun um die „Fitness“ der Amish bestellt? Das kommt darauf an, welche Maßstäbe man anlegt. Genauso, wie viele Hochleistungssportler abergläubisch sind, weil das die Seele und das Gemüt beruhigt (worin wahrscheinlich schon bei der als heikel anzusehenden Menschwerdung der große Vorteil des religiösen Glaubens bestand), was für den Sieg gerade im Hochleistungssport entscheidend sein kann, so führt diese Idee der Lebensgestaltung bei den Amish zu einem in vor allem emotional und sozial gesicherten Bahnen verlaufenden Leben.
            Wir „normale“ Menschen sehen dagegen diese Art zu leben wohl allgemein als hoffnungslos rückständig an. Sollten allerdings bei der Jagd nach immer mehr Technik und immer mehr Wirtschaftswachstum in dem begrenzten Lebensraum der Erde unsere Art zu leben irgendwie kollabieren, etwa als neuer Welt(atom)krieg oder aus anderen Gründen, so hätte sich darin nicht nur das Leben und die Idee der Amish, sondern auch das jeder anderen primitiven Lebensart als „fitter“ erwiesen, einfach deswegen, weil sie überleben.

          • @Bernd Ehlert 13. Februar 2015 14:21
            Sie scheinen mit ihrer Fokussierung auf das (Zitat)„geistig-kulturelle Informationssystem des Menschen“ in Form seines neuronalen Systems die Bedeutung der physischen Reproduktion einer Gesellschaft aus den Augen zu verlieren. Sicher muss sich eine Kultur vor allem als Kultur reproduzieren, doch ohne physische Nachkommen dürfte das schwierig werden ausser es gelingt ihr diese Kultur zu exportieren. Sie bringen das Eingreifen der USA in den zweiten Weltkrieg als Beispiel wie eine Kultur ihren globalen Einfluss wahrt indem sie ihre kulturellen Werten verteidigt (Zitat:„sie haben ihr Leben für eine Idee hergegeben, nämlich die der Art und Weise des menschlichen Zusammenlebens und der weiteren menschlichen Entwicklung.“, scheinen aber zuwenig zu berücksichtigen, dass die Bürger der USA oder auch Europas nicht die Menschheit an und für sich repräsentieren, sondern eben die Kultur der USA oder die Kultur Europas.
            Vielleicht sehen sie ja eine neue Epoche angebrochen, in der es um die Entwicklung der ganzen Menschheit geht. Doch alles spricht dafür, dass das nur in eingeschränktem Masse der Fall ist. Zudem gibt es keinen sicheren Pfad zu mehr kulturellem Fortschritt. Vielmehr kann auch die westliche Kultur das gleiche Schicksal erleiden wie es die griechische und römische Kultur schon erlitten hat – sie kann also zerfallen. Dieser Zerfall kann aus inneren kulturellen Gründen stattfinden aber auch weil die Kultur sich nach aussen nicht behaupten kann oder sogar weil sie zuwenig Nachkommen auf die Welt stellt.
            Es scheint mir, dass sie auch zu einem Monismus tendieren, der das geistig-kulturelle Informationssystem über alles andere stellen will.

          • @Michael Blume

            Ja, ich würde gerne wissen, welches Niveau Sie befürchten, kann aber leider keinen „Kommentar“ von @Gast auf dieser Seite finden…

            Gibt es etwa empirische Belege dafür, dass Menschen sich Götter nicht nur einbilden?

          • Michael Blume

            @gLaber

            Gibt es etwa empirische Belege dafür, dass Menschen sich Götter nicht nur einbilden?

            Die Gleichen, die wir auch z.B. für Philosophie, Mathematik und Recht gelten lassen. Schon zum Beispiel die Annahme, dass nur „empirische Belege“ selbst zählen sollen, ist selbst überempirischer Art und nicht „empirisch belegbar“.

          • Das heißt also, die empirischen Belege, die Sie angeblich haben, mir aber immer noch vorenthalten, reichen am Ende gar nicht aus, um mich zu überzeugen, dass Götter nicht nur Einbildung sind.

            Jetzt haben Sie mich aber wirklich überzeugt, Herr Blume. Ich mir nun noch sicherer als vorher, dass Religionswissenschaftler nicht mit Kindern über Evolution oder andere naturwissenschaftlichen Themen sprechen sollten.

          • @Martin Holzherr
            Angesichts des Problems der Überbevölkerung sehe ich keinerlei Anlass zu der Sorge, dass es an physischen Nachkommen fehlen sollte.
            Warum die USA in die beiden Weltkriege eingegriffen haben, hat sicherlich mehrere Ursachen. Doch eine entscheidende darunter, die auch stets in den Vordergrund gestellt wird, ist die des Kampfes um Freiheit und Demokratie, also um Ideen.
            Genauso verhält es sich mit dem IS. Eine einfache Räuber- und Mörderbande könnte nie zu dieser Größe und Bedeutung aufsteigen. Es bedarf dabei stets einer Idee, unter der sich eine Gruppe unter einer gemeinsamen Identität zusammenfinden kann, wobei sich die religiösen Ideen mit ihrem übernatürlichen Bezug dazu nach wie vor bestens eignen. Dafür geben gerade im Islam viele Menschen ohne Weiteres ihr Leben, nicht nur die Märtyrer, sondern auch die Menschen, die hier in Deutschland schon (mehr oder weniger gut) integriert waren und dann aufbrechen, um für diese Idee und Identität zu kämpfen. Die Identität des Menschen liegt allgemein weniger in seiner körperlichen Erscheinung, sondern vielmehr auf der geistig-kulturellen Ebene.

            Sie fragen, ob es gelingt, Kultur zu exportieren. Grundsätzlich geht das sehr schnell. Wenn von einem gerade erst entdeckten Urwaldstamm, der noch wie in der Steinzeit lebt, ein Neugeborenes in einem modernen westlichen Industrieland aufgezogen wird, so wird dieser Mensch später von seiner Sprache, seiner Kultur, seinem Glauben, seinem Verhalten und seiner Intelligenz nicht von anderen Menschen dieses Industrielandes zu unterscheiden sein.
            Der Export von insbesondere westlicher Kultur findet zur Zeit durch die modernen Informationstechnologien (Internet, Fernsehen usw.), aber auch durch Technik und Wirtschaft in einem gigantischen Ausmaß statt. Kein Land der Erde kann sich dem, allein schon und vor allem aus wirtschaftlichen, aber auch medizinischen, militärischen usw. Gründen, entziehen (und wenn sie das, wie etwa die Amish oder Nordkorea tun, werden sie zu totalen Außenseitern).

            Ja, Sie haben darin recht, ich sehe tatsächlich und nicht nur vielleicht eine neue Epoche angebrochen, in der es um die Entwicklung der ganzen Menschheit geht. Was da geschieht, kann eine einfache Grafik vermitteln. Seit der letzten Eiszeit, also vor etwa 16.000 Jahren, ist die Weltbevölkerung nur ganz langsam gestiegen, die Kurve in einem entsprechenden Diagramm verläuft fast waagerecht. Erst in den letzten 300-400 Jahren, also etwa seit Beginn der Neuzeit (was vielleicht etwas mit dem geistig-kulturellen Wissenstransfer als Renaissance aus der Antike zu tun hat) steigt sie plötzlich exponentiell an. Dieser exponentielle Anstieg gilt nicht nur für die Weltbevölkerung, sondern auch für Entwicklungsparameter wie Produktivität, Energieausbeute, Waffentechnologie, Mobilität, Informationsgewinnung und -verbreitung, Umweltzerstörung usw. – und das in einem begrenzten, überbevölkerten Lebensraum.

            Als die Pest im Mittelalter ganze Landstriche entvölkerte, wussten die Menschen nicht, was da eigentlich vor sich ging, was die Ursache dafür war. Sie interpretierten es als göttliche Strafe und versuchten dementsprechend dagegen anzugehen. Sie hatten die falsche „Brille“ auf, um die wahren Ursachen zu erkennen und zu überwinden.
            Etwas Ähnliches sehe ich heute. Der Mensch erkennt nicht, dass er mit seinem heutigen Wirken nicht außerhalb der Evolution steht, sondern dass sich die Evolution im menschlichen Wirken in einer geradezu explosiven und auch dramatischen Entwicklung befindet. Dazu benötigt man jedoch die richtige „Brille“, sprich die Erkenntnis und das Wissen, wie die Evolution beim Menschen funktioniert und weitergeht. Diese „Brille“ kann wie schon im Fall der Pest oder allgemein der Seuchen und Krankheiten nur das aufgeklärte Denken und die moderne Naturwissenschaft liefern.

            Dieses durch eine neue „Brille“ ermöglichte „Selbstbewusstsein“ ist selbst eine geistig-kulturelle Weiterentwicklung und ein evolutionärer Fortschritt – wobei umgekehrt die Nichterkennung dessen und die weitere Bevorzugung der „religiösen Brille“ als größtmögliche Orientierung unter den heutigen Bedingungen tiefe Einblicke in das Wesen des Mensch-Seins und die Art und Weise der menschlichen Entwicklung ermöglicht. Darüber hinaus ist die heutige Entwicklung gerade unter dem Aspekt eines begrenzten Lebensraumes ein einmaliges Naturschauspiel, bei dem sich die Evolution gerade in einer entscheidender Phase befindet. Und auch da gebe ich Ihnen recht, die heutige westliche Kultur kann genauso schnell verfallen wie einst die griechische und römische, und zwar in vielerlei Weise.

            Stelle ich damit das „geistig-kulturelle Informationssystem über alles andere“? Ich setze es zumindest nicht für absolut, halte es aber für ziemlich wichtig, dass der Mensch auch in einem größerem Rahmen (wie ihn die Evolutionstheorie bietet) sich bewusst darüber ist, was gerade vor sich geht, erst recht wenn er darin die Hauptrolle spielt. Es ist der für den Menschen wichtigste und entscheidendste Aspekt dazu, Evolution zu verstehen.

            Bei der Frage, was das letztendlich alles bedeutet, haben Sie auch recht, ich tendiere da zu einem Monismus und zu einem Glauben an die letztendliche (neuplatonische) Einheit allen Seins (wie es im Grunde auch die Evolutionstheorie vermittelt, die ihren Ausgang von einem einheitlichen Sein aus genommen hat).
            Wenn Sie es christlich verstehen wollen: Ich verzichte ganz bewusst auf ein ewiges Leben für meine Person in einem jenseitigen (darin stets dualistischen) Paradies und solidarisiere mich stattdessen mit den davon Ausgeschlossenen.

          • @Michael Blume

            Keine Sorge, Ihr letzter Kommentar ist sehr gut bei mir angekommen. Er hat das wohlige Gefühl einer sich bestätigenden Vermutung ausgelöst 😉

            Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag.

          • Michael Blume

            @gLaber

            Ja, unter selektiver Wahrnehmung leiden Menschen mit starken, ideologischen Überzeugungen besonders stark. Aber es freut mich dennoch, zu „wohligen Gefühlen“ bei Ihnen beigetragen zu haben! 😉

            Auch Ihnen einen gesegneten Sonntag!

          • … besser hätte ich es nicht formulieren können. Da sind wir uns am Ende ja doch noch einig geworden. So viel Selbstreflexion hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut…

        • „Oder wollten Sie sagen, dass Evolution und menschliche Religiosität sich nicht widersprechen?“

          Solange sich beide im Kreislauf der systemrationalen Unwahrheit bewegen, also in Konfusion, geistigem Stillstand, gebildeter SKM und Überproduktion von KM, solange sind sie ungefährlich und somit M.B. genehm 😉

          Ansonsten wird hier gelöscht!

          Ja, @Horst – völlig unverständliche und wirre Kommentare, die sich gar nicht ernsthaft mit dem Blogthema auseinandersetzen, haben hier nichts zu suchen und werden im Interesse der wirklich Interessierten als Spam gelöscht. Wenn es Ihnen auch weiterhin nicht gelingt, wenigstens einigermaßen konstruktiv und verständlich zu formulieren, dann lassen Sie es doch besser gleich. Freundliche Grüße, M.B.

          • Ich verstehe diesen Kommentar nicht. Er macht mir aber unbehagen:
            „Ansonsten wird hier gelöscht“ verstehe ich als Anschuldigung an Herrn Blume, unangenehme Kommentare zu tilgen.

            Gibt es dafür ein Beispiel? Ich habe Herrn Blume bisher ganz anders wahrgenommen. Er scheint mir sehr interessiert an einem netten Diskurs und ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass er begründete Meinungsäußerungen nicht als sehr hoch schätzt.

            Seine obigen Antworten sind glaube ich ein guter Hinweis darauf. Oder seine webseite http://www.blume-religionswissenschaft.de/.

            Freundliche Grüße :),
            Aaron

            PS Die Abkürzungen sind mir schleierhaft. SKM… Meinungen? Ich befürchte, dass „Horst“ damit derjenige ist, der für „Konfusion“ gesorgt hat.

            So ist es leider, @Aaron. Eine zeitlang habe ich @Horst Raum gelassen – was er mit dem Zuspammen ganzer Kommentarbereiche und der Beschimpfung anderer Diskutanten „dankte“. Dazu verwendet er stets die gleichen Satzbausteine, eine Art eigener Sprache mit eigenen Abkürzungen… Ich lösche ungerne & selten, aber irgendwann gilt halt: Don’t feed the trolls. Herzliche Grüße, M.B.

          • @Aaron

            SKM – nicht nur meine Erfahrung ist es, daß besonders die Wohlstands- und ignorant-arroganten Gewohnheitsmenschen der westlichen Welt- und „Werteordnung“ ihre Bildung bis zur Suppenkaspermentalität auf SYSTEMRATIONALER Schuld- und Sündenbocksuche betreiben und somit im „Recht des Stärkeren“ VERSTEHEN, was zur Folge hat, daß Meinungen anderer Art nicht nur nicht geduldet werden – Troll und Spam!?

  4. Dass unsere Welt evolviert, sich Neues aus Altem bildet durch 1) Vererbung, 2) durch Abwandlung von bestehenden Merkmalen (Variation) und durch 3) Behauptung des Erfolgreichen (Selektion), das würde ich als wichtige Erkenntnis herausstellen.
    Die Entstehung der Artenvielfalt zeugt am deutlichsten vom evolutionären Prinzip. Aber dieses Prinzipi wirken auch anderswo. Man kann sogar das, was sich in einem Atom abspielt als eine kleine Welt von Möglichkeiten auffassen, von denen sich nur wenige schliesslich realisieren, also im fertigen Atom sichtbar werden und damit ausgewählt werden.(Quantendarwinismus).
    Evolution ist ein Anpassungsmechanismus, der sich über mehrere Generationen hinwegzieht. Bei Generationen denken wir an Lebewesen und ihre Kinder und Kindeskinder. Über viele Generationen hinweg ändern sich Merkmale von Lebewesen durch Anpassung an ihre Lebensräume und das nicht durch einen Masterplan, sondern durch kaum merkliche Änderungen, die sich rein zufällig einstellen können und dann auf die nächste Generation weitergegeben werden. Das setzt voraus, dass der Bauplan des Lebewesens in einer Art Karte, einer Art Plan festgehalten ist, sich diese Karte aber ändern kann und die Änderung an die nächste Generation weitergegeben wird.
    Auch der Mensch macht Dinge, die nach einem Plan gefertigt werden und der geändert werden kann und auch – in Anpassung an eine geänderte Situation – geändert wird. In einer anderen Gegend bauen Menschen Häuser leicht anders, weil es beispielsweise andere Baumaterialen gibt. Sie ändern also die ihnen bekannten Pläne für den Bau eines Hauses. Auch hier kann man das evolutionäre Prinzip am Werke sehen, wenn auch mit einem wesentlichen Unterschied. Der Plan steckt nicht im Haus drin wie das bei Lebewesen der Fall ist, sondern er steckt in den Köpfen und Büchern der Menschen. Es gibt also keine Häuser ohne Menschen. Doch vielleicht ändert sich das ja irgendwann in der Zukunft. Vielleicht gibt es später einmal Häuser, die sich selber bauen und die ihre Baupläne selber anpassen. Ähnlich wie bei Lebewesen. Doch damit diese sich selbst bauenden Häuser für den Menschen einen Wert haben, muss der Mensch die Häuser auswählen, die ihm passen. Die andern Häuser wird er wieder abreissen oder vermodern lassen. Das wäre dann ein Beispiel einer Symbiose von zwei Arten. Menschen leben in Gemeinschaft mit sich selbst bauenden Häusern und beide profitieren voneinander.

  5. Die Evolution der Religion muss zum grossen Teil eine kutlurelle Evolution sein, denn wenn man die Vielfalt der Religionen in Analogie zur Vielfalt der Arten setzt, dann sind die Ursachen dafür ganz andere, denn Religionen entstehen in bestimmten Gesellschaften ohne dass sich biologisch etwas ändern müsste, während die Artenvielfalt rein biologisch erklärt werden kann.
    Im verlinkten Video wird aber deutlich, dass die Autoren annehmen letztlich sei Religion aufgrund einer biologischen Anlage entstanden, die evolviert sei. Damit hätten wir zwei verschiedene Einflüsse bei der Evolution der Religion, einen biologischen und einen kulturellen.
    Damit liegt es aber nahe, die Evolution der Religion ähnlich zu sehen wie die Evolution der Sprache. Auch die Sprachfähigkeit ist evolutionär entstanden. Die letzten paar tausend Jahre wird hat aber nicht die Biologie die Entwicklung der Sprachlichkeit bis hin zur Schriftlichkeit geprägt sondern die Kultur.

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  8. „Was findest Du eigentlich von der ganzen Wissenschaft am Wichtigsten zu wissen?“

    Hätte Herr Blume denn auch zweifelsfrei die Bewußtseinsentwicklung und die Menschenwürde antworten können, wo die Evolution dieser Welt- und „Werteordnung“ im Zusammenhang doch sehr zweifelhaft und wenig bis garnicht eindeutig ist???

  9. Lieber Michael, Du schreibst:
    „Evolution widerspricht der Religion nicht – die Religion selbst ist ja auch durch Evolution enstanden!“
    Weil mich diese m.E. unzulässige Vermengung immer wieder ziemlich umtreibt, versuche ich jetzt mal vorab – also ohne schon das ganze zugehörige Weltbild zu vermitteln – wie folgt, hoffentlich einigermaßen verständlich darzulegen, wo nach meiner Einschätzung die von dir vorgetragene „biokulturelle Religionsevolution“ zu kurz greift.

    Einverstanden bin ich in dem Sinne: Religion entwickelt sich, so wie wir Menschen auch evolutionär. ABER sie ist nicht evolutionär entstanden. Das markiert einen großen Unterschied. Auch wir Menschen sind nicht evolutionär entstanden, obwohl wir uns biologisch evolutionär entwickeln und genetisch vom Affen abstammen.

    Es ist eigentich nicht zu übersehen und doch wird es hierzulande und seit geraumer Zeit leider kräftig – um nicht zu sagen gewaltsam – übersehen. Und dann ist es schwer, sich diesem Einfluss zu entziehen. Man hat sich über die Jahre wohl relativ blindlings da hineingeritten und jetzt tut man sich schwer, da wieder raus zu kommen, ja die Notwendigkeit, da wieder heraus kommen zu müssen, überhaupt in den Blick zu bekommen.

    Evolution und Schöpfung können nicht voneinander getrennt werden und sie können nicht vermengt werden.

    Wofür Evolution steht, wissen wir heute schon allzugut. Wofür Schöpfung steht, wird dagegen reichlich missverstanden. Und erst recht wird missverstanden, wofür beider Zusammenspiel steht. Nämlich grundlegend für alles Leben in unserem Universum, das es in dieser Art, wie wir es kennen, ohne dieses Zusammenspiel nicht gäbe. [1]

    Mir scheint deshalb auch der Begriff biokulturelle Evolution zu schwach, um Schöpfung und Evolution in der rechten Weise zu verbinden und auch irreführend, weil sich beides, Bio und Kultur, zu sehr auf Evolution hin orientiert. Denn Schöpfung ist eben gerade nicht Evolution. Das Zusammenspiel kann nur lebenspendend wirksam werden, wenn Schöpfung als nicht evolutionär in die Evolution hineinwirkt. Das ist nicht nur möglich, es geschieht permanent, in jedem Augenblick und in jeder unserer Körperzellen und in jedem Atom. Evolution wäre ohne gleichzeitige Schöpfung nicht möglich.

    Um es mal in dieser Metapher zu beschreiben: 
    So wie wir nicht ohne Luft atmen und leben können, so kann Evolution nicht ohne Schöpfung atmen und leben. Mit Hilfe der Quantenphysik lässt sich dieses Zusammenspiel heute schon wesentlich klarer begründen als je zuvor. Das wird nur aus diversen Gründen noch nicht so recht wahrgenommen. Etwa, weil man in alten Vorstellungen festhängt(?). Im Detail und mit Bezug zur Naturwissenschaft auszuführen, wie die permanente Beziehung und das Zusammenspiel der beiden grundverschiedenen aber gleichermaßen grundlegenden, intim parallel ineinander wirkenden Realitäten, Schöpfung und Evolution, sich darstellen, ist im Rahmen dieses Blogartikels zu viel.

    Ich möchte nur mit Nachdruck das Risiko betonen, dass gegeben ist, wenn dieser grundlegende Unterschied zwischen „entstanden“ und „sich entwickeln“ nicht stets deutlich betont und berücksichtigt und stattdessen irreführend vermengt wird. Denn allzu schnell schlampen wir genau das und lassen das, was mit Schöpfung gemeint ist, vielleicht aus einer gewissen einseitigen Wissenschaftshörigkeit heraus, unter denTisch fallen. Das aber heißt nicht mehr und nicht weniger als Freiheit, Selbstbestimmung, Liebe unter den Tisch fallen zu lassen. (…so manche autoritär veranlagte Menschen scheinen genau das allerdings zu wollen. Man sollte meinen, dass sie sich dabei im Laufe der Geschichte schon hinlänglich eine blutige Nase geholt haben, um endlich davon abzulassen, aber offenkundig wird‘ s noch ein wenig dauern……..)
     
    Deshalb ist die Begründung in deinem obigen Satz nicht ganz korrekt. „Evolution widerspricht der Religion nicht – die Religion selbst ist ja auch durch Evolution enstanden!“ In einem weiteren Kommentar erklärst du:„Mit Religion ist die Summe religiöser Traditionen gemeint (analog zur Sprache, Musik…). Und da diese selbst Ergebnisse des Evolutionsprozesses sind, können sie kein „Widerspruch“ sein.“

    Beide Begründungen sehe ich insofern als nicht korrekt, als Religion durch ‚Schöpfung‘ UND Evolution begründet werden müssen, d.h. durch Schöpfung entstanden und durch Evolution sich entwickelnd. Und folglich lässt sich auch die „Summe religiöser Traditionen“ nicht allein durch Evolution begründen, sondern durch Schöpfung UND Evolution.

    Dabei steht ‚Schöpfung‘ zunächst einmal völlig neutral nur für eine, zu unserem gesamten Alltag und Leben etc. intim parallele, aber völlig andere Realität/Universum…wie auch immer man sie bezeichnen mag, deren Existenz sich zwar schon mit Hilfe der Quantenphysik als quasi unbeschriebenes Blatt im alles tragenden Mikrokosmos theoretisch nachweisen lässt, und die sich in unserem Alltag auf vielfältige Weise manifestiert, jedoch in ihrem Sosein sich bislang noch in keiner Weise mit naturwissenschaftlichen Methoden experimentell nachweisen und beschreiben lässt. Was aber nicht heißt, dass wir nicht noch dahin gelangen können. Von daher ist es riskant und m.E. unwissenschaftlich sie da, wo sie hingehört, nicht – zumindest als anerkannte Wissenslücke – zu berücksichtigen, offen zu lassen.

     
    [1] mit dem Zusammenspiel ist nicht Dualismus von Geist und Materie gemeint

    • „Evolution und Schöpfung können nicht voneinander getrennt werden und sie können nicht vermengt werden.“

      In deinem Satz wird die SYSTEMATISCHE / „ideopatische“ Spaltung deutlich, die zu „Individualbewußtsein“ und der damit verbundenen Symptomatik des nun „freiheitlichen“ WETTBEWERBS um … führt – der Kreislauf des geistigen Stillstandes seit der „Vertreibung aus dem Paradies“ (Evolutionssprung, leider nur in den geistigen Stillstand) 😉

      Die Antwort, die unserer aller GLEICHERMAßENEN Vernunftbegabung entspringen müßte, sind FUSIONIERENDE Möglichkeiten eines Verständnisses von geistig-heilendem Selbst- und Massenbewußtsein.

      Der Ursprung von Schöpfung und Evolution, ist die Kraft, die Mensch Geist, Gott, Zentralbewußtsein, usw. nennt.
      Die evolutionäre Entwicklung, die Mensch mit seinem ersten geistigen Evolutionssprung eigenverantwortlich / verantwortungsbewußt gestalten sollte, für Schritte der Bewußtseinsentwicklung die „einzelner“ Mensch nur erahnen, bzw. begrenzt erkennen kann, wird spätestens nach dem nächsten geistigen Evolutionssprung zu einem Drahtseilakt, denn Mensch ist bisher in keinster Weise vorbereitet.

      „Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist“ – die Behauptung dieser Satz wäre ein Hinweis auf unsere heutige (evolutionäre?) „säkulare“ Gewaltenteilung, ist m.E. systemrational und deshalb ganz falsch. Denn dieser Satz bedeutet den entmenschlichenden Zusammenhang von Irrglauben und materialistischer Verkommenheit, den Mensch erkennen und verwerfen soll, mit der einzig menschenwürdigen Gelassenheit, gegenüber den systematischen Bedingungen, zur zweifelsfrei-eindeutigen / „gottgefälligen“ Bewußtseinsentwicklung zusammen-führen.

      WETTBEWERB = URSACHE aller zeitgeistlich-reformistischen Symptome / Probleme, die aus der Hierarchie intellektueller Vorstellungen irrtümlich und menschlich-fatal einer evolutionären Entwicklung zugeordnet werden!

      • Evolution und Schöpfung können nicht voneinander getrennt werden und sie können nicht vermengt werden. (Eli)

        In deinem Satz wird die SYSTEMATISCHE / „ideopat[h]ische“ Spaltung deutlich, die zu „Individualbewußtsein“ und der damit verbundenen Symptomatik des nun „freiheitlichen“ WETTBEWERBS um … führt – der Kreislauf des geistigen Stillstandes seit der „Vertreibung aus dem Paradies“ (Evolutionssprung, leider nur in den geistigen Stillstand)

        These und Entgegnung höchst mopsig, sozusagen.

        Schwierig, …, also das nicht zu Trennende nicht zu vermengen.
        Auch das Anti-Kompetitive der Entgegnung nagt ein wenig.

        MFG
        Dr. W

  10. Hmm, vielleicht noch kurz zur Evolution angemerkt, diese meint die allgemeine Entwicklung oder Umwälzung, ‚Auswälzung‘ ginge wohl auch, ‚velle‘, das Wollen, könnte hier im Spiel sein, es könnte ein sogenanntes Frequentativum gemeint sein und der ‚Volvo‘, also das Auto, lauert im Hintergrund.

    Es geht hier als nicht um Revolution, die idR tätiges Handeln beteiligter Subjekte meint, auch nicht um die Devolution, vgl. Devo, sondern um bestimmte Entwicklung, die bei näherer Betrachtung wenig bestimmt ist.

    Plump formuliert und ergänzt, die Evolutionstheorie betreffend:
    Die Giraffe hat nicht deshalb einen langen Hals, weil sie so besser fressen kann, sondern es ist komplexer.

    Letztlich wäre hier das Sein zu betrachten, im Ex Post, die Datenlage post festum („a posteriori“) angenommen und nach Erklärung suchend, nach Sichtenbildung oder Theorie, die Verästelung oder Kladistik meinend.
    Hinterher wird es besser gewusst sozusagen.

    In etwa so wie in der Wirtschaft oder in der Politik, wo ebenfalls Sichten gebildet werden.
    Fichte hat mal zur Evolution wie folgt angemerkt: [1]
    ‚Etwas ist, es ist, weil es ist, und es ist so wie es ist, weil es so ist, wie es ist.‘ [2]

    MFG
    Dr. W (der dies natürlich nur ganz am Rande angemerkt haben will)

    [1] der Schreiber dieser Zeilen hat’s genau so entwickelt, stieß aber dann irgendwann auf den Vorgänger
    [2] letztlich ist der sozusagen große Erkenntnisvorbehalt gemeint, der Kausatationen zuverlässig festzustellen verunmöglicht

  11. Schöner Blogpost, Michael, danke!

    Zwei Rückfragen:
    „Und so erzählte ich ihm, dass alles Leben auf diesem Planeten … durch Evolution entstanden ist“ – kann die Entstehung des Lebens (also letztlich der „ersten“ Zelle) durch Evolution erklärt werden – ich dachte bisher, dass nur die Entwicklung des Lebens Gegenstand der (zumindest biologischen) Evolutionslehre ist.

    Meinst Du nicht, dass es besser wäre, Kindern Humes Gesetz nahezubringen, dass nämlich aus dem Sein niemals ein Sollen folgen kann? Natürlich kommt es sehr sympathisch rüber, in Zeiten einer die zwischenmenschlichen Kooperation betonenden Biologie die Naturwissenschaft „ethisch“ darzustellen – aber Zeiten können sich auch wieder ändern und letztlich sind die Begründungen für ethisches Verhalten eben ganz anderer als naturwissenschaftlicher Art.

    Würde mich interessieren, was Du zu diesen beiden Punkten denkst!

    • Sich einmischend angemerkt:
      ad 1)
      Kinder haben ein gutes Gefühl für allgemeine Entwicklung, sie stehen sozusagen der Evolution konzeptuell offen gegenüber.
      Die Evolution wird nicht durch die biologische Evolutionslehre abgedeckt, sie spielt allgemeingesellschaftlich eine wichtige Rolle.
      Gerne auch erst einmal plump verstanden als „Survival of the fittest“, was Kinder betreffend und pädagogisch verwertet werden darf, worauf aufgesetzt werden darf.
      ad 2)
      Dass das Sein nicht das Sollen bestimmt, ist ein philosophischer Grundsatz, der beachtenswert ist, aber nicht richtig sein muss.
      Herr Dr. Blume könnte hier vielleicht zynisch werden und dem Grundsatz zustimmen, aber auch auf andere, die diesem streng folgten, verweisen, die nicht mehr da sind.

      Wichtich immer der sukzessive Aufbau von Wissen und Konzepten,
      MFG
      Dr. W

    • Der naturalistische Fehlschluss bedeutet, dass man nicht mit Allgemeinheit und Notwendigkeit vom Sein auf ein Sollen schließen darf. In konkreten Situationen ist es aber sehr wohl möglich, beispielsweise bei Gefahr und in Notlagen. Jede Warnung, z.B. vor Unwetter oder Vulkanausbruch, ist Ausdruck einer solchen Situation. Ein Risiko stellt nichts anderes als eine bestimmte Relation zwischen Sein und Sollen dar. Das Sein spaltet sich auf in ein gegenwärtiges und ein künftiges, zu erwartendes Sein, denn die Welt ist nicht statisch. Darüber sagt der naturalistische Fehlschluss an sich nichts.

      Umgekehrt gilt genauso, dass man nicht aus dem Sollen auf ein Sein schließen darf. Man sollte aus der Vorstellung des Guten und Bösen, aus dem Trieb zum Leben, nicht ein personifiziertes Sein ableiten oder konstruieren! Das betrifft die metaphysische Existenz von Göttern und Teufeln oder Dämonen, ein traditionalistischer Fehlschluss.

      • @ Herr Reutlinger :

        Umgekehrt gilt genauso, dass man nicht aus dem Sollen auf ein Sein schließen darf.

        Hmja, hier wäre philosophisch auszubauen, auch die Nachricht oder Sicht Humes betreffend, ist ein weites Feld, ein paar Skizzen:

        1.) Das Sein bestimmt das Sollen. (Was sonst?)
        2.) David Hume meint (vielleicht unbewusst), dass das Sein das Sollen deshalb nicht bestimmen kann, weil das Sein nicht umfänglich seitens des erkennenden Subjekts festgestellt werden kann.
        3.) Das Bewusstsein der Erkenntnissubjekte bestimmt in praxi *irgendwie* das Sollen.
        4.) Wobei Meister Eckhart zu nennen wäre, der die Wirklichkeit als Fachbegriff einzuführen gewusst hat, Herr Dr. Hoppe bemüht sich um die Wirklichkeit, jenes WebLog heißt auch so.
        5.) Im übertragenden Sinne bestimmt Nichts nichts und stattdessen wird in Form von sozialen Prozessen gemeinsam herausgearbeitet.
        6.) Wobei diese Prozesse offen oder exoterisch (das Fachwort) sein dürfen oder sollen, die zeitgenössische Wissenschaftlichkeit legt diesen Verdacht zumindest nahe.
        7.) Esoteriker sind nicht exoterisch und sind im aufklärerischen Sinne prinzipiell und potenziell als antihumanistisch zu bearbeiten.

        HTH
        Dr. W

      • Ich meinte ganz einfach nur, dass eine naturwissenschaftliche Beschreibung von Beobachtungen und möglichen Kausalzusammenhängen keine bewertende Komponente enthält.

        Natürlich sterben wir, wenn wir uns nicht an bestimmten Gegebenheiten orientieren, aber diese Tatsache sagt nichts darüber aus, ob es moralisch gesehen gut oder böse wäre zu sterben oder nicht zu sterben.

        Konkreter: Das lebensweltliche Urteil, dass das Leben ein schützenswertes Gut ist, muss ich bereits voraussetzen, wenn ich bestimmte naturwissenschaftliche Fakten – z.B. die Kooperativität der Menschen wie in Michaels Blogpost – als „gut“ beurteile, ich gewinne es nicht aus der Naturwissenschaft.

        So – jetzt aber Michael!

        • @ Herr Dr. Hoppe :

          Ich meinte ganz einfach nur, dass eine naturwissenschaftliche Beschreibung von Beobachtungen und möglichen Kausalzusammenhängen keine bewertende Komponente enthält.

          Ist (letztlich: auch) falsch, denn das wissenschaftliche Bemühen um Erkenntnis (vs. „Wissen“) folgt der ausschnittsartigen und näherungsweisen Erfassung von Datenlagen, immer auch interessen-gebunden.

          Der Schreiber dieser Zeilen, der bekanntlich nicht relativistisch unterwegs ist, auch u.a am Kulturrelativismus zu nagen hat, den (ggf. : antirealisten) Ideen und Gedankengängen der zeitgenössischen Naturwissenschaft ohne Probleme folgen kann, auch der gesellschaftlichen-politischen Parallelität, nämlich dem Neomarxismus, nämlich der sogenannten Frankfurter Schule, hat hier zu widersprechen.

          Die Natur meinenden Aussagen über eine Sache oder über einen diesbezüglichen Verhalt, sind für den Systematiker immer zuerst als Aussagen einer Person(enmenge) über eine Sache oder über einen diesbezüglichen Verhalt zu bearbeiten.

          Die Evolution ist ein solches Konstrukt.
          Bei der biologischen oder biologistischen Evolutionslehre wird es vielleicht klarer.

          ‚Werte‘ sind ein Konstrukt, die Handlung anweisen oder anzuweisen scheinen.

          MFG
          Dr. W

          • Dass jedes, somit also auch wissenschaftliches Handeln immer schon evalutiven (lebensweltlich verwurzelten) Urteilen folgt und auf einen Soll-Zustand zielt, hat doch nichts damit zu tun, dass die Beobachtung, welche dann naturwissenschaftlich als Ergebnis dieser Bemühungen gewonnen und beschrieben wird, rein deskriptiver Natur ist und sich ausdrücklich jeden evaluativen Urteils enthält, will sie denn eine naturwissenschaftliche sein.

            Ich kann irgendeine naturwissenschaftliche Tatsache moralisch verwerflich finden (z.B. dass 20% aller Menschen faktisch nicht sexuell monogam leben) – aber dieses Urteil stände selbst außerhalb der Naturwissenschaft.

            Ich kann auch naturwissenschaftliche (z.B. psychologische) Erkenntnisse nutzen, um Menschen erfolgreicher in Richtung eines moralischeren Verhaltens zu beeinflussen (z.B. zu einem bescheideneren Lebensstil anregen). Wiederum hätte aber das leitende moralische Ziel nichts mit den faktischen psychologischen Zusammenhängen zu tun, die man dabei anspricht (z.B. das Motiv, Spaß zu haben).

            Jetzt aber wirklich Michael!

          • Michael Blume

            Lieber Christian,

            Danke für Deine Nachfrage!

            Mit dem Hinweis auf die „Entstehung“ allen Lebens, der Religion(en) etc. verweise ich nicht auf die Abiogenesis, sondern auf die Evolutionsgeschichte aller heute beobachtbaren Lebensformen einschließlich der Kinder selbst. Die theoretischen Fragen, wie das erste Leben entstand, wann genau aus der Chemie Biologie emergierte, ob es einen oder mehrere Lebensanfänge gab etc. markiere ich als eine von vielen offenen Forschungsfragen.

            Und zu Hume: Ja, ich gehe davon aus, dass zwischen empirisch-deskriptiven und normativen Wissenschaften genau der Graben zwischen Sein und Sollen verläuft. Allerdings sprechen wir hier von Kindern, die aus dem Elternhaus bereits religiöse bzw. weltanschauliche Prägungen mitbringen – nicht aber unbedingt Hinführungen zu empirischen Wissensfeldern. Daher sehe ich – wie übrigens viele andere Eltern auch – hier den größeren Vermittlungs-, ja Nachholbedarf. (Von Hume bin ich im Übrigen nicht restlos begeistert, da gerade auch die interdisziplinäre Evolutionsforschung kein stationäres „Sein“, sondern ein ständiges „Werden“ erkundet. Da finde ich z.B. Popper aktueller, aber das nur nebenbei.)

            Danke für die Frage, herzliche Grüße!

      • „Man sollte aus der Vorstellung des Guten und Bösen, aus dem Trieb zum Leben, nicht ein personifiziertes Sein ableiten oder konstruieren!“

        Nicht „man“, sondern der heutige Bewußtseinsstand, eines Menschen mit Verstand zu wirklich-wahrhafiger Vernunft, der KEIN allgemeingültiger Zustand ist, sollte nicht …!

        Aber GRUNDSÄTZLICH WÄRE dieses Konstrukt in Gänze zu tolerieren, bis Mensch den Zustand in Möglichkeiten von geistig-heilendem Selbst- und Massenbewußtsein mit zweifelsfreier Erkenntnis … 🙂

  12. @Bernd Ehlert;
    Wie sich eine Kultur ändern kann, jedenfalls bestimmte Aspekte, das sieht man zur Zeit in den Ebola-Regionen Afrikas. Kulturen sind einerseits träge, können sich andererseits sehr schnell ändern, wenn eine Notwendigkeit oder ein Zwang vorhanden ist. Solche Zwänge können von innen durch Gruppen oder Individuen infolge Entdeckungen oder Erfindungen, oder von außen durch Machtinteressen oder Einwanderung entstehen. Die Trägheit einerseits und die Zwänge andererseits können schwere gesellschaftliche Konflikte hervorrufen, wie es zur Zeit in der islamischen Welt zu beobachten ist.

    Der Bevölkerungszuwachs der jüngeren Vergangenheit hängt natürlich mit der Entwicklung der Landwirtschaft und der Ernährung zusammen, sowie mit den Fortschritten der Medizin zur Verringerung der Kindersterblichkeit durch Impfungen und verbesserte Hygiene und Desinfektion und außerdem zur Verlängerung der Lebenserwartung. Die Kinderzahl allein ist für die Ausbreitung einer Kultur/Religion also von geringer Bedeutung, zumal Kultur nicht angeboren ist.

    Das wesentliche Merkmal unserer Zeit und zunehmend erkennbare Problem ist der Partikularismus von Interessen, Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten und Informationen infolge der extremen Arbeitsteilung der modernen Industrie und Wirtschaft. Kein Manager und kein Politiker hat noch einen Überblick über die Folgen seiner Tätigkeit, während andererseits die Effektivität der menschlichen Organisation zur Ausbeutung der Ressourcen immer mehr zunimmt, verstärkt durch globalen Verkehr und globale Kommunikation. Bisherige Versuche zur Lösung, internationale Institutionen wie die UNO, sind völlig unzureichend. Die individuelle Freiheit stößt an ihre Grenzen, sichtbar an den schon vorhandenen Umweltgesetzen. Nachträgliche Reparaturen der Umwelt, soweit überhaupt möglich, bedeuten jedoch sehr viel mehr Einschränkungen als rechtzeitige Vorsorge. Was fehlt, das ist das Bewusstsein für Mitwirkung und Mitverantwortung jedes einzelnen Menschen am Ganzen der (diesseitigen) Welt. Wer auf ein Paradies im Jenseits hoffen kann, wird das Diesseits eher vernachlässigen.

    Insofern könnte sich das menschliche Bewusstsein als Irrweg der Evolution erweisen.

    • @Anton Reutlinger.
      Ja, richtig, aber das menschliche Bewusstsein kann sich ändern, so wie etwa der Rassismus heute im Gegensatz zu Darwins Zeiten nicht mehr als eine allgemein und wissenschaftlich anerkannte Tatsache und Eigenschaft des menschlichen Seins betrachtet wird, oder wie Krankheiten und Seuchen nicht mehr als göttliche Strafen angesehen werden.

      Ich bin allerdings nicht der Meinung, dass der Partikularismus das eigentliche Problem ist, d.h. dass alle Menschen das Gute wollen und die Probleme praktisch nur aus Versehen oder aus Unübersichtlichkeit entstehen. Ich glaube, dass vielmehr handfeste Macht-und Wirtschaftsinteressen im Spiel sind, wenn Klima- oder Friedensverhandlungen scheitern, wenn aufgrund von Lobbyarbeit an giftigen und krebserregenden Stoffen in der Nahrung und Produktion festgehalten wird usw.
      Ist dafür eine übernatürliche Instanz eines Teufels verantwortlich? Nein, das Problem liegt in unserem animalischen Erbe. Daher liegt die Lösung genau wie bei der Überwindung von Seuchen wie der Pest nicht in religiösen Ritualen oder Erklärungen, sondern in der Aufklärung und Erkenntnis der natürlichen Ursachen, sprich hier die Erkenntnis der Natur des Menschen.
      Nur so kann auch der Sozialdarwinismus endgültig überwunden und so der Weg freigemacht werden, für eine umfassende und tiefgründige evolutionäre Erklärung menschlichen Verhaltens. Bis heute hält jedoch die Soziobiologie an ihrem „gen-zentrierten“ Ansatz fest, der darin dem menschlichen Sein und Verhalten nicht gerecht wird und auch keine Lösungen der Probleme aufzeigen kann.

      • Vielleicht kennen Sie die Bedürfnispyramide von Abraham Maslow, ein Schichtenmodell(!) der physischen, psychischen und geistigen Bedürfnisse des Menschen. Ohne Zweifel sind die Bedürfnisse unabhängig von dem beschriebenen Partikularismus, aber wir erkennen die Folgen unserer Bedürfnisbefriedigung nicht mehr. Der mittelalterliche Handwerker oder Bauer hatte noch alles in seinem Zugriff, vom Rohstoff bis zum Produkt, der Abfall war organisch oder schlimmstenfalls Metall. Fremdartige Kunststoffe und Chemie gab es nicht. Heute kennen wir nur noch einen winzigen Ausschnitt der Welt, unseren Schreibtisch oder Arbeitsplatz. Niemand weiß, woher all die Zwischenprodukte kommen, welche Substanzen darin sind, welche Folgen der Konsum und die Entsorgung haben. Die Näherinnen in Bangladesh und die Kinder beim Plastikmüllrecycling in China oder Afrika sehen wir höchstens im Fernsehen. Es ist nicht unsere Zuständigkeit, nicht unsere Verantwortung, wir wollen es lieber nicht wissen oder bezweifeln es, so wie die globale Erwärmung.

        Das Problem ist nicht das Animalische in uns, das ist Natur, die wir schon immer hatten. Die Instinkte, sofern wir überhaupt noch welche haben, verbinden uns noch mit der Natur, z.B. die Hemmschwelle des Tötens. Dort wo die Instinkte nicht mehr funktionieren, wird es gefährlich, siehe IS. Das Bewusstsein kann sich ändern, es muss sich ändern, d.h. die Bildung muss sich ändern. Wir leben heute in einer völlig veränderten Welt, die viele Annehmlichkeiten bietet, aber auch viele Risiken infolge der Wirkmächtigkeit des modernen Menschen bzw. der effektiven Organisation seiner Möglichkeiten. Das ist den meisten Menschen nicht bewusst, obwohl die Zeichen immer deutlicher zu sehen sind. Die Evolution ist zu langsam, es braucht wohl eine Revolution des Denkens, denn die Natur nimmt keine Rücksicht.

    • > Kein Manager und kein Politiker hat noch einen Überblick über die Folgen seiner Tätigkeit,
      > während andererseits die Effektivität der menschlichen Organisation zur Ausbeutung der
      > Ressourcen immer mehr zunimmt, verstärkt durch globalen Verkehr und globale
      > Kommunikation.

      Wir Menschen nutzen die verfügbaren Ressourcen immer besser aus und schaffen damit immer mehr Wohlstand für immer mehr Leute, und das völlig, ohne das ein einzelner Marktteilnehmer einen „Gesamtüberblick“ oder einen „masterplan“ haben müßte oder auch nur könnte. Jup, genau das ist das Geile am Kapitalismus, gut beschrieben!

      > Bisherige Versuche zur Lösung, internationale Institutionen wie die UNO, sind völlig unzureichend.

      *amkopfkratz* bevor man sich an Lösungsversuche macht, sollte man vielleicht erstmal das Problem definieren? „Effizienz“, „Wachstum“ und „Wohlstand“ sind ja an und für sich erstmal keine Probleme, die nach Lösungen verlangen, oder?

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