Laudatio für Dr. Michael Volkmann zur Joseph-Süsskind-Oppenheimer-Medaille 2021 in der Staatsgalerie Stuttgart

Es war mir eine große Ehre, als mich die Einladung von Landtagspräsidentin Muhterem Aras und vom Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs erreichte, die Laudatio für Pfarrer Dr. Michael Volkmann zu halten.

Dr. Michael Volkmann, Foto: elk-wue.de, MfG

Da vor dieser Laudatio schon mehrere getragene Rede gehalten werden würden, entschied ich mich, diese zu schreiben – und dabei auch etwas zu riskieren. Die positiven Reaktionen der Volkmanns und des Publikums haben ermutigt, das Skript auch hier auf dem Blog zu veröffentlichen. Das Original mit handschriftlichen Notizen erhielt selbstverständlich der Preisträger.

Sehr geehrte Frau Präsidentin Aras,

liebe Vorstandssprecherin Barbara Traub, lieber Vorsitzender Rami Suliman,

liebe Ausgezeichnete Julia Bernstein & Michael Volkmann,

liebe Angelika Volkmann,

lieber Herr Staatssekretär Hassler,

liebe Frau Generalkonsulin Carmen Shamir, – herzlich willkommen in Baden-Württemberg!

geehrte Abgeordnete,

liebe Rabbiner:innen, Pfarrer:innen und Schriftgelehrt:innen,

lieber Kollege Doron Kiesel, lieber Polizeirabbiner Shneur Trebnik,

liebe Freundinnen und Freunde,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

„You are so human!“ – „Ihr seid so menschlich!“

Wahrscheinlich haben die meisten hier im Saal diese Information über sich selbst schon einmal vernommen. Wir alle hier gehören – auch wenn selbst das inzwischen im Internet bestritten wird – der gleichen Säugetierart an, die sich selbst etwas verstiegen „Homo sapiens“ nennt.

Doch in diesem Jahr und an diesem Ort besagt der Ausspruch „You are so human!“ etwas mehr. In dieser Woche begingen wir das jüdische Neujahrsfest RoschHaSchana ins Jahr 5782 jüdischer Zeitrechnung. Wir begehen in diesem Jahr 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – wobei es aus vielerlei Gründen auch möglich wäre, von 1.700 Jahren Aschkenas zu sprechen. Und… wir feiern das Jahr 55 nach der ersten Folge von „Raumschiff Enterprise“ am 8. September 1966!

Auch falls Ihnen die Details dieser bis heute reichenden Weltraum-Serie möglicherweise gerade entfallen sein sollten, so kennen Sie bestimmt den Segensgruß des Vulkaniers Mr. Spock: „Live long and prosper – Lebe lang und in Frieden!

Dazu gehört eine bestimmte Handhaltung, die es im Internet-Zeitalter zu einem bestimmten Zeichen, dem Vulkanier-Gruß, gebracht hat.

Nun, dieses Handzeichen ist ein jüdischer Segen. Er entstammt dem hebräischen Buchstaben Schin. Als der Schauspieler Leonard Nimoy – seligen Angedenkens – gebeten wurde, einen mächtigen Gruß der Vulkanier darzustellen, griff er auf ein Segenszeichen zurück, das ihn als Kind in der Synagoge fasziniert hatte.

Nimoys jüdische Familie entstammte der Ukraine und er hatte viele Angehörige an den mörderischen Genozid der Nationalsozialisten verloren. Verständlicherweise hegte er eine tiefe Skepsis gegenüber Deutschland. Doch genau deswegen empfahl ihm sein Rabbiner, im Jahr 1999 eine Einladung zu einer Convention in Bonn anzunehmen. So trat Mr. Spock vor einer jubelnden Menge einer jüngeren Generation deutscher Fans auf und kaum jemand wusste, warum er dabei feuchte Auge hatte. Und dann grüßte er dieses neue, demokratische, wiedervereinigte Deutschland mit dem verwunderten Ausspruch von Mr. Spock „You are so human!“

Zu den Menschen, die an solchen Momenten mitgearbeitet haben, gehört Dr. Michael Volkmann. Er war gerade einmal 10 Jahre alt, als die erste Folge von Star Trek noch weitgehend unbemerkt im US-Fernsehen gezeigt wurde und widmete einen Teil seiner Jugend, Jahrzehnte seines beruflichen Lebens und zusätzlich auch sehr viel Freizeit dem christlich-jüdischen Gespräch.

Lieber Michael, wir lernten uns kennen, als ich noch junger Vorsitzender einer christlich-islamischen Gesellschaft war. Da wir als damals junge Christ:innen und Muslim:innen mit Antisemitismus aus beiden Religionen konfrontiert worden waren, hatten wir uns an die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs und an Dich gewandt.

Seitdem arbeiteten wir zusammen und bis zu Deinem Ruhestand warst Du auch Mitglied in meinem Expertenrat des Beauftragten gegen Antisemitismus, per offiziellem Beschluss berufen durch die Landesregierung. Der Florian Hassler und ich werden uns bald die Köpfe über den nächsten Rat zerbrechen, da Du konsequent jüngere Leute wie Deinen Amtsnachfolger fördern möchtest.

Heute kann ich es, lieber Michael, auch endlich einmal laut sagen: Seitdem wir uns kennen, bist Du für mich ein Vorbild.

Das liegt nur zum Teil an unserem gemeinsamen Vornamen. Den haben wir beide mit Michael Kashi von der IRGW gemeinsam, der Dir und Julia später mit Barbara Traub und Muhterem Aras die Urkunde und Medaille verleihen wird.

Michael ist ein ursprünglich hebräischer Name und genau gesagt keine Ansage, sondern eine Frage: Wer ist wie G‘tt?

So habe ich Dich auch erlebt: Obgleich Du als Pfarrer Deinen kirchlichen Auftrag sehr ernst genommen hast, hast Du zwischen Wissen und Glauben sehr genau unterschieden. Die Frage, das Zuhören und damit den Dialog sowie die Zusammenarbeit hast Du als besseren Weg erkannt als das Aufeinanderschlagen von dogmatischen Gewissheiten. Du hast damit über die Jahrzehnte ein solches Vertrauen in den jüdischen Gemeinden erwirkt, dass Dich die jüdische Gemeinde in Petrosadowsk bei Deinem Namen zur Lesung aus der Thora gerufen hat. Ich kenne bislang keinen anderen Christen, dem diese Ehre zuteil wurde.

Persönlich empfinde ich beim Namen >Michael< auch immer das Gefühl des Davongekommen-Seins. Denn meine Eltern hatten überlegt, mir 1976 den ebenfalls sehr schönen Namen „Benjamin“ zu geben. Allerdings wäre ich dann als Benjamin Blume ziemlich genau sechs Jahre alt gewesen, als Benjamin Blümchen – der Elefant – in den Handel gekommen war.

Ob ich das überlebt und wir uns kennengelernt hätten, weiß ich nicht. Aber ich werde mir, zur Feier unseres Namens und zu Deiner Ehre, ein einziges, erstes und letztes Mal im Leben die Freiheit nehmen, eine Rede vor diesem Hause mit Benjamin Blümchen zu beschließen.

Blume, Michael bei der Laudatio für Volkmann, Michael. Foto: Staatsministerium BW

Denn Namen sind eben nicht nur im Judentum von größter Bedeutung. Der hebräische Ausdruck für Name lautet „Schem“, wie in „HaSchem“ – der Name – für G’tt selbst. Auch einer der Söhne von Noah trägt in der Thora und übrigens auch im Koran diesen besonderen Namen, wir kennen ihn als Sem – und deswegen sprechen wir vom „Anti-Sem-itismus“.

Dieser Sem, meine sehr verehrten Damen und Herren, hat aber nach jüdischer Tradition genau gar nichts mit „Menschenrassen“ oder Sprachgruppen zu tun. Schon in der jüdischen Tradition der mündlichen Thora, des Talmud, lernen wir Sem als den Begründer der ersten Schule im heutigen Jerusalem kennen, den ersten Lehrer, der allen, die es lernen wollten, das Alphabet lehrte. Zumal er in der Bibel kurz, aber eindrücklich als Vater auch seiner Enkel gepriesen wird, dürfen wir ihn uns als eine Art Super-Dumbledore vorstellen; aber eben nicht in Hogwarts, sondern am Zionsberg.

Und in diesem Sinne können wir von Michael Volkmann also sagen, dass er gleichzeitig im besten, nicht-rassistischen Sinne als Christ und Semit, als Lernender und Lehrender gewirkt hat. Er studierte, liebte und lehrte die Thora mit ihren genau 304.805 Alphabet-Schriftzeichen nicht weniger als das Neue Testament. Für ihn ist klar, dass man das Eine nicht ohne das Andere verstehen kann.

Wir beide haben oft darüber gesprochen, dass man in Deutschland vielerorts noch immer christliche und zunehmend auch islamische Theologie studieren kann, ohne auch nur ein einziges Seminar zum Judentum zu belegen. Wir beide haben oft darunter gelitten, dass Thora und Tanach in der christlichen Tradition noch immer als „Altes Testament“ bezeichnet und abgewertet werden. Wir beide wussten: Rabbi Jehoschua – Jesus – hätte die Bücher Moses, aus denen er lebte und schöpfte, niemals so bezeichnet.

Aber im Gegensatz zu mir blieb Michael Volkmann – soweit ich es erleben durfte – immer ruhig. Anstatt Leute zu belehren, lud er sie zu Thoralernwochen, in denen Christinnen und Christen den Reichtum der jüdischen Auslegungen kennenlernen durften. Und er organisierte Reisen nach Israel, in denen das Land nicht als Zerrbild der BDS-Unterstützer, sondern als komplexe und vielfältige Demokratie erlebbar wurde. Michael Volkmann lebte vor, was mir am schwersten fällt: Ruhe. Geduld. Bäume wachsen lassen. Bibel-Nerds verstehen: Michael hätte sich mit Sems Vater Noah prächtig verstanden.

In den letzten Jahren hatte ich Gelegenheit, ein wenig hinter das Geheimnis von Michaels Weisheit zu schauen. Ich war mehrfach als Redner in die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Tübingen von Angelika Volkmann eingeladen.

Und so viele Schlagzeilen diese Stadt auch manchmal macht, wenn sie jetzt auch gute Chancen hat, auf Dauer in die neue Buchstabiertafel der Bundesrepublik eingeschrieben zu werden – in dieser evangelischen Gemeinde herrschte eine unglaublich interessierte Ruhe. Ich habe selten so volle, aber auch so intensiv fragende Gemeinden erlebt wie bei den Volkmanns in Tübingen. Und deswegen äußere ich die nicht nur wissenschaftliche These, dass Michael ein Teil seiner Weisheit, Ruhe und Tiefe auch der Ehe mit Dir verdankt, liebe Angelika.

Ich kann das auch aus eigenem Erleben deutlich unterstreichen: Wer täglich nicht nur gegen Vorurteile, sondern auch gegen Hass anarbeitet, braucht mindestens einen anderen Menschen, der ihn oder sie in Liebe trägt und anschaut. Mein Eindruck war und ist, dass Ihr beide, Angelika und Michael, füreinander diese Stütze seid.

Indem Landtag und jüdische Gemeinde Michael Volkmann und Julia Bernstein für ihre sich ergänzende Arbeit die Joseph-Ben-Issachar-Süßkind-Oppenheimer-Medaille bewusst gemeinsam verleihen, stellen wir alle auch einen geschundenen Namen wieder her. Hier in Stuttgart ist im 18. Jahrhundert und auch im 20. Jahrhundert großes Unrecht an ihm begangen worden. Heute aber geschieht Euch und ihm Recht.

In einer Welt, die sich zunehmend gegen die ökonomische Ausbeutung durch uns Menschen wehrt, scheint es mir wichtig zu sein, dass wir uns an unsere Verantwortung erinnern – füreinander und für alles Leben, das Namen trägt.

Daher danke ich für die Ehre, dass ich Michael laudieren durfte und schließe mit einem von Herzen kommenden

Schana Tova, live long and prosper – und Tööörööö!

 

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) & "Verschwörungsmythen". Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

6 Kommentare

  1. […], dass Thora und Tanach in der christlichen Tradition noch immer als „Altes Testament“ bezeichnet und abgewertet werden.

    Das ist interessant! Können sie das vielleicht in einem extra Blogpost ausführlicher erklären?

    • Als erste Idee, warum es eine Abwertung ist.

      Das Attribut „alt“ wurde in der Substitutionstheologie des christlichen Antijudaismus im Sinne von „überholt“, „abgelöst“, „aufgehoben“ und „nicht mehr gültig“ gedeutet. Damit war die Abwertung des Judentums verbunden, die im christianisierten Europa oft in seine Unterdrückung und Verfolgung mündete.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_Testament

  2. @Die Freiheit des Geistes erkennen

    Welche Religion hat recht? Das ist eine gute Frage, finde ich. Religionsfreiheit ist bei uns Gesetz, und zumindest historisch gesehen gibt es dazu keine Alternative. Menschen glauben verschiedene Sachen, und es ist keine Option, hier mit Staatsgewalt einzugreifen im Sinne einer Glaubensverbesserung unter den Menschen. Man kann versuchen, in der Schule dieses Thema zu bearbeiten, aber ansonsten muss man das der Kultur und der Eigenverantwortung der Menschen selbst überlassen.

    Letztlich ist es schlichtweg unmöglich, einen ungeliebten Glauben per Verordnung zu verbessern, es sei denn, man kann jemanden tatsächlich überzeugen. Das sollte man dann wiederum nicht unterschätzen, wenn man sich wirklich Zeit und Mühe dabei gibt, kann man schon einiges erreichen. Der Mensch ist kein Totalidiot, den man prinzipiell nicht erreichen könnte.

    Es ist sogar ziemlich wichtig, dass man sich frei über die Inhalte von verschiedensten Religionen und Weltanschauungen informieren kann. Und dann unter Umständen dann auch zu einem eigenem Glauben zu kommen, wenn auch öfter ziemlich provisorisch. Aber man kann sich weiter vertiefen, und auch durchaus verschiedenste Systeme nebeneinander kennen lernen, ohne sich gleich entscheiden zu müssen. Viele sind irgendwie Agnostiker, einfach weil sie nie die Zeit hatten, sich genug zu informieren, um zu einer Glaubensentscheidung zu kommen.

    Aber wenn man sich wirklich die gesamte Szene anguckt, ist dies viel. Also die verschiedensten Weltreligionen in ihren zahlreichen Varianten, die Erkenntnisse der Wissenschaft mit ihrem eigenem Spektrum von verschiedensten Arten von Naturalismus, moderne Formen von eher politisch motivierten Verschwörungsmythen, die vor allem auf Wissenschaftsfeindlichkeit zielen, und wem das noch nicht reicht, der kann sich noch bei den Naturreligionen kundig machen, oder modernere esoterische Konzepte studieren, etwa wie den Kosmos von Rudolf Steiner und seiner Anthroposophie.

    Kann man hier Ordnung hereinbekommen? Es gibt ja auch das Fach Religionswissenschaft, die werden das vermutlich wenigstens versuchen.

    Letztlich zielen Religionen auch auf die Eigenschaften unseres eigenen Bewusstseins, und mögen dies tatsächlich positiv zu beeinflussen. Sich selbst als Geistesfaktum zu verstehen, macht im Leben dann doch einen Unterschied, als sich selbst für ein sinnloses Steuerungszentrum zu halten, das in eine ebenso sinnlose biologische Welt geworfen ist.

    Man sollte jetzt vielleicht gucken, mit welcher Art Motivation ein Glaubenssystem daher kommt. Will es einen nur einfangen, um Mitglieder zu haben, will es einen auf eine Moral festlegen, die letztlich den Religionsführern nützt, und will es vor allem auch primär einfach eine zahlende Mitgliedschaft erzielen? Das ist schon mal ein Ansatzpunkt.

    Die andere wirklich wichtige Frage ist: womit geht es mir wirklich besser? Soll ich nur im Sinne anderer funktionieren, werde ich hier einfach nur missbraucht, oder kann ich mit einem System wirklich meine Geistesfreiheit ausleben? Hier sind insbesondere säkulare Systeme für viele interessant, die gar keine Lust haben, sich mit irgendeiner Art von Übernatur auseinander zu setzen. Aber andere wiederum haben spirituelle Erfahrung, und sind entsprechenden Geisteswelten zugeneigt, und haben überhaupt keine Lust, sich auf das rein Materielle festlegen zu lassen.

    Wie man sieht, es ist nicht nur ein riesiges Angebot an religiösen und weltanschaulichen Welten da, dem steht auch eine ebenso riesige wirkliche Nachfrage gegenüber. Ich meine, man muss hier gut gucken, ob ich hier einfach eingefangen werden soll, wofür auch immer, um dann in festen Händen zu sein, wo ich dann nicht leicht wieder heraus komme. Je größer der Anspruch ist, der reinen Lehre zu folgen, desto größer ist auch der Verdacht, dass man nur missbraucht wird. Einfach weil jeder, der sich wirklich auskennt, wissen müsste, das es die reine Lehre gar nicht geben kann, weil wir als Menschen das gar nicht können.

    Wir sind eben biologische Wesen, und keine Götter. Die Wiege der Zivilisation sollen die Pharaonen gewesen sein, die sich zum Gott erklärt haben, und dann noch Pyramiden als Riesengrabsteine bauen ließen, um auch nach ihrem Tod ihr Volk noch weiter zum Narren zu halten. Zivilisation ist eher, solche Betrüger zu erkennen, wenn wir Menschen mit unserem Leben und unserem Planeten wirklich weiter kommen wollen.

    Entsprechend unselige Glaubensgemeinschaften gibt es immer noch, und unsere Religionsfreiheit deckt das mit ab. Es bleibt aber erlaubt, sich hier auszutauschen, und sich gegenseitig dabei zu unterstützen, nicht Opfer von Betrügern oder Wahnsinnigen zu werden. Es gibt durchaus Vereine, die schrecken auch vor Gewalttätigkeiten nicht zurück, um ihre Schäfchen zusammen zu halten. Erst das ist dann wirklich illegal, und wird bei uns auch strafrechtlich verfolgt.

    Die Freiheit des eigenen Geistes zu erkennen, die ist aber im realen Leben sehr wohl erreichbar. Insbesondere wenn man die Freiheiten der Anderen sieht, wenn man sieht, wie sie auch gedeiht, selbst wenn man selbst ganz anders lebt, dann ist man wohl schon einen Schritt weiter.

    • Zitat:

      Die Religionsfreiheit ist ein Grund- und Menschenrecht, welches jedem Menschen erlaubt, die persönliche individuelle Glaubensüberzeugung in Form einer Religion oder Weltanschauung frei und öffentlich auszuüben.

      Ja, in der westlichen Welt wurde Religionsfreiheit zum Menschenrecht aufgrund der historischen Erfahrung und Überzeugung, dass eben nicht gilt: Cuius regio, eius religio, sondern dass Politik/Gesellschaft und Religion zwei verschiedene Sphären sind.
      Man muss sich aber bewusst sein, dass die Religionsfreiheit selbst in der westlichen Welt relativ spät als Menschenrecht anerkannt wurde und dass es in der islamischen Welt und teilweise auch in China Religionsfreiheit nicht gibt.
      In China ist jeder Religionsanhänger suspekt (besonders aber Christen und Muslime) und im Islam gibt es immer noch das Ideal von der Einheit von Religion und Politik.

      Die moderne Welt ist mehr oder weniger die westliche Welt. Sie ist das Ergebnis von jahrhundertelangen Auseinandersetzungen um die weltliche und geistige Macht und auch um das, was Überzeugungen und Glauben von Fakten und Wissen unterscheidet. Menschenrechte und auch Religionsfreiheit gab es nicht schon immer in dieser westlichen Entwicklungslinie und es gibt sie immer noch nicht in den meisten anderen Entwicklungslinien.

  3. Ja, sehr nett, “Star Trek” ist in gewisser Beziehung, nicht nur manchmal, jüdisch, auch jüdisch inspiriert, Gene Roddenberry war wohl nicht jüdisch, anders als hier angenommen, mehrere, viele Schauspieler waren es und es gab eben einige Idee, die zumindest in ihrer Ableitung dem Judentum zugeordnet werden könnte, bspw. die Idee Anderen, auch Gegnern, nicht unbedingt konfrontativ entgegen zu treten, auch dem Film mit dem Namen “The Good, the Bad & the Ugly” wird derartiger Grundeinstellung attestiert, im meta-cineastischen.
    (Plump formuliert : Den Hässlichen, auch wenn er häufiger mal gegnerisch auftritt : Leben lassen!)
    Danke für die Laudatio, äh, die Bereitstellung derselben ist hier ist gemeint.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    PS:
    Gegner also nicht anfeinden, viele Gegner lassen sich, über die Jahre, überzeugen oder zumindest überreden.
    Gegner dürfen auch, wenn sie nur ein wenig herumnagen, ignoriert werden.

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