Islam und Kreationismus, Religion(en) und biokulturelle Evolution

Wie neulich schon gebloggt drängt das Thema “Religion(en) und Evolution” in neuen Formen und mit neuen Kenntnissen wieder in die Öffentlichkeit. In Münster hatte ich bei einer interdisziplinären und auch interreligiösen Fachtagung dazu sprechen können und auch in “Islam in der Krise” thematisiert, dass die Evolutionstheorie zunächst eigentlich auf positives Interesse unter islamischen Gelehrten getroffen war, dann aber schnell mit Verschwörungsvorwürfen eingedeckt wurde. Heute vertreten gerade auch religiöse Musliminnen und Muslime häufig Abwehr- und Verschwörungsargumente, die von christlichen Kreationisten übernommen wurden – erstaunlich analog zu Verschwörungsmythen über Freimaurer, Illuminaten und die gefälschten “Protokolle der Weisen von Zion”. Einen aktuellen Beitrag beim Deutschlandfunk zum “islamischen Kreationismus” finden Sie hier:

Islam und Kreationismus beim Deutschlandfunk 01/18.
Screenshot vom eigenen FB-Profil: Michael Blume

Angesichts vieler neuer und vor allem alter Debatten dazu ist es mir wichtig, zwei Aspekte klarzustellen:

1. Die interdisziplinäre Evolutionsforschung ist längst über Sozialdarwinismus und auch Reduktionismus hinausgewachsen. Es wäre nett, wenn gerade auch “Kritiker” der Evolutionstheorie nicht in den Wahrnehmungen und Argumenten des frühen 20. Jahrhunderts steckenbleiben würden.

2. Die Frage, wie sich religiöse Mythen zu evolutionswissenschaftlichen Theorien verhalten, wird in verschiedenen Traditionen ganz unterschiedlich beantwortet. Sie ist aber noch einmal deutlich zu unterscheiden von der Fragestellung evolutionärer Religionswissenschaft – wie Religiosität (biologisch) und Religionen (kulturell) in der Evolution entstanden und wie sie sich auswirken. In diesem Fragenbereich – der schon den studierten Theologen Charles Darwin selbst bewegte – liegen keine Glaubensfragen vor, sondern empirische Fragen analog zur Evolution von Sprache, Musik, Symbolverstehen usw.

Mich persönlich interessiert Frage 2 seit jeher viel stärker als Frage 1 – aber es freut mich umso mehr, dass beide Fragekomplexe in Bewegung sind.

Aktuelle Schriften aus der Evolutionsforschung zur Religion. Foto: Michael Blume

 

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und spezialisierte sich auf die Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Hat auch manches erlebt und überlebt...

19 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Herr Dr. Blume,

    Sie schreiben: “Heute vertreten gerade auch religiöse Musliminnen und Muslime häufig Abwehr- und Verschwörungsargumente, die von christlichen Kreationisten übernommen wurden”

    Genau so ist es mit einem Teil meiner Glaubensgenossen, was ich diesem Teil in meinem Artikel “Evolutionäre Schöpfung” auch ein wenig vorhalte – aber gerade auch von tiefreligiösen Muslimen habe ich dennoch positive Reaktionen auf den Artikel bekommen – diejenigen, die ihn ablehnten, hatten ihn häufig gar nicht gelesen, oder es stellte sich in Diskussionen heraus, dass Sie den Evolutionsgedanken doch recht weitgehend mitzutragen imstande sind.

    Herzlichen Gruß

    Muhammad ibn Maimoun

  2. Die Wissenschaft, wie wir sie heute kennen hat eine ihrer Wurzeln in der Tatsache, das sich die Beobachtungen und die hieraus resultierden Schlußfolgerungen, nicht mit den Erklärungen, der von ihrem Kulturkreis praktizierten Religion deckten. Das jedoch falsche Grundannhmen zu richtigen Ergebissen führen können, beweist der astronomische Mechanismus von Antikythera. Dessen astronomische Vorhersagen sind sehr präzise, obwohl das hierfür nötige Grundwissen von einem Geozentrischen Weltbild ausging. Die Komplexität des zu untersuchenden Gegenstandes führte zwangsläufig zu einer Aufsplitterung in verschiedenste Bereiche der Grundlagenvorschung. Jedoch die Verknüpfung aus diversesten Teilbereichen, führt uns heutzutage zu immer neuen sensationellen Entdeckungen von denen wir heute alle, im täglichen Leben profitieren.
    Die Beobachtungen, welche Darwin auf seinen Reisen machte und die logischen Schlußfolgerungen, ließen ihn ja letztendlich die Evolutionstheorie entwickeln. In meinen Augen sind die von ihm beobachteten Ereignisse nur eine Teilwahrheit. Deshalb erlaube ich mir, rotzfrech, den zweiten Punkt, der sie interessiert, durch Hinzunahme neuerster Erkenntnisse auf verschiedenen Fachgebieten von meiner subjektiven Perspektive aus, zu betrachten.
    Seitens der vergleichenden DNA Forschung können wir mittlerweise den Beweis der Richtigkeit der Evolutionstheorie antreten und den ungefähren Zeitpunkt bestimmen als die erste Urzelle entstand. Es gibt mittlerweile Indizien und erste Beweise, daß das Leben auf unserem Planeten mehrfach an verschiedensten Stellen und unterschiedlichsten Umweltbedingungen entstanden ist.
    Die neueste CTR-Technologie erlaubt es uns ja, das Hirn sowie die Aktivierung der neuronalen Netzwerke am lebenden Objekt zu studieren und bewußt zu stimulieren. Dies ermöglicht auch die Hirnregion gezielt zu stimulieren, welche für spirituelle Empfindungen zuständig ist. Nachdem dieser Bereich bei etlichen Probanden, verschiedenster kultureller Prägung stimuliert wurde, beschrieben diese die von ihnen gemachte spirituelle Erfahrung auf der Basis, ihres kuturellen und religiösen Umfeldes. Betrachtet man die vbisionären Überlieferungen verschiedenster Kulturen und Zeitalter ergibt sich zwangsweise die Schlußfolgerung, das selbige Region durch die Einnahme von Drogen ( Hildegard von Bingen, Alraunwurzel ), psychische und physische Grenzbelastung (Sitting Bull und seine Vision vom Sieg gegen General Custer) sowie Meditation (asiatischer Raum oder die Praktiken der Derwische) selbige neuronale Netzwerke aktiviert werden können und dem religiös kulturellem Umfeld entsprechend, interprtiert werden. Wann sich dieser Bereich im Laufe der menschlichen Evolution genau entwickelt hat läßt sich ja, aufgrund der Abdrücke im inneren der von den Paleotholgen gefunden Schädel nachvollziehen.
    Aus den jüngsten Ergebnissen der Verhaltensforschung komme zu dem Schluß das auch Tiere religiöse Praktiken in primitiver Form entwickelt haben, welche von den Menschen in ihrer unmittelbarer Umgebung adaptiert wurden. Die Begrüßung der Sonne durch die ägyptischen Paviane mittels lautem Geschrei bei Sonnenaufgang. Das Verhalten der Elefanten bei Begegnung der Überreste ihrer ehemaligen Kameraden. Ist es abwegig, das Verhalten von Katzen, wenn sie uns von ihr gefangene Vögel oder Mäuse bringt, als Opferritual zu sehen um uns für weitere Versorgung zu bitten ? Oder das Verhalten von Rabenvögeln, die, wenn sie ein Mensch mit Futter versorgt diesem kleine Geschenke bringen, diese als Opferritual zu betrachten um sich das Wohlwollen ihres Versorgers zu erhalten ? Die Komplexizität der Gehirne dieser Lebewesen, läßt die begründete Vermutung zu das diese Wesen auch über Hirnareale verfügen die spirituelle Erfahrungen erlauben, bzw sie auch spirituelle Handlungen vor unseren Augen praktizieren, welche wir in unserer selbstverliebten arroganten Sichtweise nur nicht als solche erkennen und interprtieren wollen?
    Auf der Basis der Forschung von C.G. Jung (Symole und Archetypen) entwickelten seine Schüler die Traumdeutung, welche richtig angewandt, dem einzelnen zur Analyse seines psychischen Zustandes dienen kann. Die Ethnologie diente ihm hierbei als Basis. Von etlichen ethnologischen Studien verschiedenster Kulturen, wird berichtet, das wenn die Menschen ungewöhnliche Erlebnisse mit Tieren haben, d.h. sich Tiere untypisch ihrer normalen Verhaltensweise, gegenüber ihrem Betrachter, benehmen, dieser das Verhalten als Hinweis seiner Gottheit, an ihn persönlich wahrnehmen und sich diese reale Symbolik von ihrem Schamanen oder spirituellen Führer interpretieren lassen. Ähnliches wurde von den Etruskern (Vogelflug) praktiziert welche dieses Wissen in schriftlicher Form (Disziplinea Etruskea leider nur fragmentarisch erhalten) an die Römer weitergaben. Leider führte unsere Entwicklung dazu, daß wir dies nicht mehr wahrnehmen, weil unser Blick zur Wahrnehmung unserer unmittelbarsten Umgebung nicht mehr geschärft ist, obwohl es jeder wahrnehmen könnte.
    Zu guter Letzt nehmen wir die jüngsten Ergebnisse der Quantenmechanik hinzu, genauer gesagt das erfolgreiche Experiment des Hr. Zeilinger. Des Informationsaustausches mittels verschränktem Zustandes. Sowie die jüngsten Ergebnisse der Quanten-Biologie von Prof. Jim Al-Khalili (https://www.youtube.com/watch?v=NUFHbfYG83c) . Es ist faszinierd das der experimentelle Nachweis gelungen ist, das im inneren von Zellen Prozesse ablaufen die den Gesetzmäßigkeiten
    der Quantenmechanik folgen. Nicht nur die Photosynthese verläuft mittels der Quantenmechanik. Dies sind erst die ersten Ergebnisse eines neuen Forschungsfeldes.
    Ergo cogito sum.
    Aus diesem Grunde komme ich zu dem zwangsläufigen Schluß das die Quantenmechanik nicht nur bei der Evolution eine maßgebliche Rolle spielt sondern auch bei der Entstehung der religiösen Vorstellungen verschiedenster Kulturen die räumlich voneinander getrennt sind. Man könnte sogar von einer konvergenten religiösen Evolution sprechen, welche auf verschränkten Zuständen des Informationsautausches basiert. Selbstähnliches Umfeld führt zu selbstähnlichen religiösen Praktiken. Basierend auf den Erkenntnissen des C.G.Jung ginge ich sogar noch weiter, das nicht nur die Verschränkung von zwei Positionen möglich und existent ist, sondern das mehrere Positionen sich im verschränktem Zustand befinden.
    Das sog. Göttliche offenbart und kommuniziert mit uns tagtäglich in verschränktem Zustand. Es liegt jedoch an uns selbst dies richtig zu interpretieren. Von diesem Standpunkt aus sind die rituale der sog. Schamanen, Druiden etc. sowie deren Bauten wie in Göbekli Tepe oder Stonehendge, nicht als abstrakte Handlungen zu sehen. Diese real existierenden Verbindungen wurden schon von unseren Vorfahren erkannt, jedoch wurden sie durch das Umfeld verschieden selbstähnlich interpretiert. Diese Fehlinterpretationen führten auch zu der uns heute unverständlichen Opferung von Menschen. Ich denke, das diesbezüglich beagabte Menschen als mittler dienten, sie jedoch nicht geschlachtet wurden, sondern in Notzeiten als persönliche Boten zur Fürbitte zu den von ihnen verehrten Gottheiten gesandt wurden.

  3. @ Lieber Herr Dr. Blume und nur kurz hierzu :

    Heute vertreten [i.p. Evolutionstheorie vs. Kreationismus] gerade auch religiöse Musliminnen und Muslime häufig Abwehr- und Verschwörungsargumente, die von christlichen Kreationisten übernommen wurden […]

    Das war mopsig [1] angemerkt!

    Der Islam hat da nichts übernommen, ganz sicher nicht vom Christentum, denn der Islam weiß, aus seiner Sicht natürlich nur.

    Womöglich halten Sie sich an der zitierten Übernahme nur deshalb fest, weil nur so potentiell Einfluss gewonnen werden könnte auf das (auf die BRD bezogen) kommende Ungünstige, im besten (oder schlechtesten) protestantischen Sinne sozusagen.

    Opi Webbaer hat hier mal reingeschaut :

    -> http://www.deutschlandfunk.de/islam-und-evolutionslehre-von-affen-und-allah.886.de.html?dram%3Aarticle_id=407777

    Sie können sich mit dem Islam nicht “irgendwie arrangieren”.
    Sie müssen nicht das, teils auch : reaktionäre, Christentum hier einbeziehen; das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

    MFG + schönen Tag des Herrn noch,
    Dr. Webbaer

    [1]
    ‘mopsig’ = ‘möglicher Klops’, landschaftlich, lautmalerisch & nett gemeint

    • Lieber @Webbaer,

      über die verbreitete Neigung, andere Religionen als „absolut böse“ definieren zu wollen, haben wir ja schon oft diskutiert.

      Ihre (neue?) These, das „teils auch : reaktionäre“ Christentum und der Islam hätten miteinander „nichts zu tun“, überrascht mich nun aber doch. Es ist eigentlich völliger Konsens in der Forschung, dass alle „abrahamitischen“ Religionen aus dem Judentum hervorgingen und in enger Wechselwirkung miteinander standen und stehen. Oder haben Sie dazu andere Erkenntnisse (außer gefühlter Abneigung)?

      • Lieber Herr Michael Blume,

        verteidigen Sie gerne diese Aussage, hier repetiert :

        Heute vertreten [i.p. Evolutionstheorie vs. Kreationismus] gerade auch religiöse Musliminnen und Muslime häufig Abwehr- und Verschwörungsargumente, die von christlichen Kreationisten übernommen wurden […]

        … oder nehmen sie zurück.

        MFG + schönen Tag des Herrn noch,
        Dr. Webbaer (der Ihre Arbeit goutiert, no problemo hier, hier dann auch sozusagen, lol, ein ‘völliger Konsens’, feststellbar)

        • Lieber @Webbaer,

          das ist nun wirklich kein Problem: Wie ich in „Islam in der Krise“ aufgezeigt habe, glauben muslimische Verschwörungsgläubige kaum je an eine Superverschwörung der Dschinn. Stattdessen glauben sie an Verschwörungsmythen westlicher Provenienz wie Freimaurer, Illuminaten und die aus Russland stammende Fälschung der „Protokolle der Weisen von Zion“ (ins Arabische übersetzt ab 1938).

          Auch beim Kreationismus sind Zusammenarbeit und direkte Übernahme der einschlägigen „Argumente“ aus US-fundamentalistischen Kreisen sogar vom Verfassungsschutz festgehalten worden, vgl. https://www.ksta.de/die-wahrheit-des-harun-yahya-13123510

          Die Bildungs- und Identitätskrise der islamischen Welt ist so stark, dass sie derzeit nicht nur fast 100% der Technologien und Wissensfragmente importieren, sondern sogar die Verschwörungsmythen. Extremisten übernehmen dabei nicht das Beste, sondern das Übelste, kluge Muslime halten es andersherum – meist liegt Mischung vor…

          • Lieber Herr Dr. Michael Blume :

            Wie ich in „Islam in der Krise“ aufgezeigt habe, glauben muslimische Verschwörungsgläubige kaum je an eine Superverschwörung der Dschinn. Stattdessen glauben sie an Verschwörungsmythen westlicher [Hervorhebung : Dr. Webbaer] Provenienz wie Freimaurer, Illuminaten und die aus Russland stammende Fälschung der „Protokolle der Weisen von Zion“ (ins Arabische übersetzt ab 1938).

            Bei der ‘Superverschwörung der Dschinn’ weiß Ihr Langzeit-Kommentatorenfreund nicht so recht, haha, aber es ist schon klar, dass die Konzepte des Islam, wie in Koran und Hadithen festgelegt Eigenbau sind und nicht “westlicher” Ablehnung geschuldet.
            Sie sind doch Religionswissenschaftler.

            MFG
            Dr. Webbaer (der nicht vorhat, auch aus allgemeinen Schutz-Gründen, Konzepte und Vorhaben des Islam näher zu erklären, denn diese sind allgemein bekannt, könnten bspw. auch der der sogenannten Islamophobie unverdächtigen bekannten Online-Enzyklopädie entnommen werden)

          • Lieber @Webbaer,

            irgendwie kommt die Aussage bei Ihnen noch nicht richtig an: Im Koran findet sich allerhand, aber „keine“ Mythen über eine weltweite, nahezu allmächtige Superverschwörung von Nichtmuslimen gegen den Islam. Selbst noch der Verschwörungsglauben an Hexerei war im Osmanischen Reich verboten. Dagegen erfolgte jedoch die Übernahme von nichtmuslimischen Verschwörungsmythen über Illuminaten usw., die heute von sehr vielen Muslimen und auch vielen Nichtmuslimen geglaubt werden. Diese Übernahme stellt also auch eine Krise der jeweiligen Theologien dar.

            Ich hoffe, ich konnte den Punkt nun verdeutlichen.

            Ihnen ein schönes Wochenende! 🙂

          • Vielleicht könnte sich darauf geeinigt werden, lieber Herr Dr. Blume, dass der Islam die Feindschaft mit Nicht-Muslimen, insbesondere mit Juden und sogenannten Harbī pflegt, mit (noch) nicht Unterworfenen (“islamisierten”, mit Nicht-Muslimen, die (noch) nicht der Dhimma angehören), so dass an sich ein Spannungsverhältnis des Dār al-Islām mit der Dār al-Harb vorliegt und so dass es keiner aus dem “Westen” importierten Mythen bedarf, um anhaltend und wie gewollt (“theologisch” angelegt) aggro zu bleiben?
            Wenn Sie darauf bestehen, wird Dr. Webbaer nun anerkennen, dass das Dār al-Islām sich auch “westlicher” Verschwörungsmythen bemächtigt, wenn im Sinne der Veranstaltung nutzbar.

  4. kunzer christian,
    alles sehr logisch und scharfsinnig. Sie übersehen ein wichtiges Detail. Religion braucht keine rationale Begründung.
    Wer sich im Gebet an Gott wendet, der bekommt von ihm eine Antwort. Das ist der Beweis Gottes.

  5. “Wer sich im Gebet an Gott wendet, der bekommt von ihm eine Antwort. Das ist der Beweis Gottes.”

    Ich habe es wie Huckleberry Finn gemacht und Gott um einen Angelhaken gebeten. Habe weder Angelhaken noch Antwort bekommen. Gott existiert nicht.

    • “Ich habe es wie Huckleberry Finn gemacht und Gott um einen Angelhaken gebeten. Habe weder Angelhaken noch Antwort bekommen. Gott existiert nicht.”

      Was für ein billiger deal 😉

  6. Lieber hmann,
    ich brauche keinen Beweis ob es Gott gibt. 1999 in Rockanje bei Rotterdam, hat er sich mir in einer Art und Weise offenbart (ähnlich wie bei Franz von Assisi) welches auch mein unmittelbares Umfeld wahrnehmen konnte. Seither versuche ich das erlebte und das was ich heute noch wahrnehme, meinem armseligen Verstand erklärbar zu machen.
    Da ich nicht der einzige Mensch auf Erden bin dem dies passierte, kam ich zu der Überzeugung, das die Menschen, um sich das erlebte erklärbar zu machen, Rituale erfanden ( je nach Umfeld und Kultur verschieden), welche wir als Religion bezeichnen. da jedoch der Mensch in Bilder denkt ist es für uns unmöglich sich kein Bildnis oder Gleichnis Gottes zu machen. Jedoch ein bekanntes Phänomen ist in allen Religionen zu beobachten welches seitens der Psychologie und der Wirtschaft als Betriebsblindheit bezeichnet wird. Es ist immer die Interpretation des einzelnen, welches uns in die Irre führt. Von diesem Standpunkt stellt sich, nicht nur mir die Frage, wann begann der Mensch Gott als solchen zu erkennen und seine omnipotente Präsenz wahr zu nehmen ?

  7. Werner,
    du hast vergessen, die Bestellnummer mit anzugeben. Es gibt soviele Haken.
    Über eine ernsthafte Antwort würde ich mich freuen.

  8. “..wie Religiosität (biologisch) und Religionen (kulturell) in der Evolution entstanden und wie sie sich auswirken.”

    Das reduziert Religionen betriebsblind auf eine Funktion.

    • Nein, das tut sie nicht. Wer die Evolution von Sprachfähigkeit und Sprachen oder von Musikalität und Musiktraditionen erforscht, reduziert auch damit gar nichts, sondern vertieft unser Verständnis von Spanisch und Chinesisch, Jazz und Bach. Warum sollte die Erforschung von Genese und Funktionen irgendetwas reduzieren oder ausschließen?

      Also, ich wünsche mir auch in Europa mehr wissenschaftliche und interdisziplinäre Neugier und weniger Vorurteile zwischen Natur-, Kultur- und Geisteswissenschaften.

    • Selbst wenn so ‘betriebsblind reduziert’ werden würde, was nicht der Fall ist, wäre die derart reduzierte Betrachtung wichtig und für die Existenz der Religionswissenschaften hinreichend.
      Der Religionswissenschaftler ist dankenswerterweise kein Theologe und bearbeitet das nicht zu Reduzierende nachrangig, die Transzendenz ist in bestimmter Bedeutung etwas für die anderen.
      Sicherlich fällt derartige anthropologische Arbeit den Religionswissenschaftlern schwer, sie geraten auch unter Rechtfertigungsdruck und allgemein unter politischen Druck, unter bestimmten Bedingungen, wenn sie nicht nett sind und sich andere aufregen, aber so muss es sein, also es muss so sein, dass sie diesen Druck aushalten.

      MFG
      Dr. Webbaer (der mitfühlend, fast, aber nur fast auch gefühlig wird, wenn er dbzgl. Arbeit, rein kommentarisch natürlich nur, zu begutachten hat)

  9. Die religiösen Gläubigkeiten haben nachweislich zu viele Gemeinsamkeiten. als dass man die kulturell bedingt trennenden An- und Einsichten aller Gottesgläubigen aufrufen sollte, sich auf die religionsgeschichtliche Gemeinsamkeiten zu berufen, um sie ökumenisch so zu feiern, das religöse UNFRIEDLICHKEITEN ENDLICH EIN ENDE HABEN; DENN GOTT IST – ALS DIE vOLLKOMMENHEIT ALLES WAHREN` GLAUBBAR UND AUCH PHILOSOPHISCH LOGISCH BEGRÜNDET IDENTIFIZIERBAR, weil diese annehmbare in ihrer Gänze unfassbare Vollkommenheit alles, was ist, miteinander verbindet.

    Ohne philosophisch erkenntnisstandgerecht begründeten, lebenspraktisch vernünftigen, ethischen Konsens* mit Menschen-Pflichten*, sind die Menschen-Rechte nicht durchsetzbar. Dazu braucht es einen global-ethischen Permanent-Diskurs* und -Konsens der Mehrheit. Wo finde man Projekte deren Philosophien sich erkenntnisstandgerecht* kausal mit der Diagnostik und Therapie der menschheitsgeschichtlichen Grausamkeiten* beschäftigen?
    Die Vergangenheit, die Menschheitsgeschichte* zeigt besonders eines, der Mensch ist und bleibt ein ein menschlicher Primat – und der findet, mit seinem unbewusst antriebsdynamisch dominierten Bewusstsein*, nicht nicht vom ICH zum WIR! Naive Philosophen und Populisten* haben uns weisgemacht, wir wären Lebewesen und keine Tiere, “Menschen” *von ganz besonderer Würde*, andere haben`s ins Grundgesetz geschrieben -und da ist die Würde meist auch geblieben.
    Der “Mensch” wird erst ein Mensch, wenn er seine Tierheit bewusst ethisch moralisch lebensförderlich reflektiert* und sich so – empathisch* entfaltend – von der antriebsdynamisch-lebenschädlichen Zwängen, der Natur und deren Logik, lebensförderlich* befreit. Wir Menschen können, wie alle Tiere, nichts dafür, dass wir uns unbewusst dominant wirksam, eitel, vorteils- und machtorientiert verhalten – wir machen uns schuldig, wenn wir uns nicht selbst dabei bewusst beobachten, bei Maßlosigkeiten erwischen und das Fehlverhalten ethisch-moralisch und erkenntnisstandgerecht* entschärfen. Deshalb müssen alle Menschen, besonders die Macht- und Einflusshaber*, transparent kontrollierbar gemacht werden. Sonst gibt es keine Demokratie u. keinen Frieden*!Man lese die “Evolutionäre Erkenntnistheorie”* bei Wikipedia, dann sieht man weiter.

    Gott* und die Wahrheit* sind entwicklungs-geschichtlich bedingt, wie Glauben und Wissen, so untrennbar miteinander verbunden, wie Liebe und Küssen!

    Jeder Gottes-Gläubige und beinahe alle Religionen* behaupten dogmatisch ihr Gott ist/sei allein die “absolute Wahrheit” und in ihrem Besitz, das ist philosophisch logisch unhaltbar, weil es nur eine denkbare `Vollkommenheit alles Wahren`* geben kann – weil es eine Vollkommenheit ist, für die es logisch weder ein Mehr noch ein Weniger gibt. Alle Gläubigkeiten und Gottesvorstellungen existieren wirklich / wirksam – sind Teil einer `philosophisch` widerspruchsfreien, hoch-wahrscheinlichen `Vollkommenheit alles Wahren`, die alles, was ist, verbindet, mithin auch global alle Menschen deren Gläubigkeiten und Religionen. Wir brauchen endlich den Religionsfrieden, wenn wir die existentiell globalen Problem friedlich lösen wollen.

    Kurz,philosophisch gesagt, Gott ist logisch als die `Vollkommenheit alles Wahren“ identifizierbar.
    Jeder ist Teil des Ganzen, ist wahr, wirklich und wirksam – friedlich empathisch und/oder… bis gewaltätig dominiert, was er heute bewusst ethisch moralisch reflektieren/ entschärfen kann! Jeder hinterlässt so seine öko-soziale und ökumenische Spur! Selbst die größten Wissenschaftler glauben an ihre Arbeitshypothesen, bis diese widerlegt sind. Ich wünschte mir ein globales Netzwerk und Forum für einen globalethischen Diskurs aller unser Vorhaben, ein sinnvolleres und friedlicheres Leben gemeinsam gestalten zu können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Roggendorf

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