Religionswissenschaft aus Freude – Glücksmomente als Blogger & Autor

Das Motto meines wissenschaftlichen Engagements – einschließlich dieses Blogs – lautet ja: „Religionswissenschaft aus Freude„. Ich genieße es, in meinem Fach lebenslang zu lernen und immer wieder überrascht zu werden, Neues zu entdecken, Aha-Momente zu erleben. Das Bloggen hat durchaus auch die Funktion, Entdecktes festzuhalten und durch Schreiben & Diskutieren im Langzeitgedächtnis zu verankern! Aber natürlich erfahre ich immer wieder auch, dass neben der menschlichen Neugier auch der Bedarf steht, an althergebrachten Vorurteilen festzuhalten – und diese auch emotional zu verteidigen. So konnte ich mich zuletzt über viele Kommentare und Unterstellungen bei der Debatte um die zunächst ausbleibende Berichterstattung zum #ChapelHillShooting nur wundern. Manchen fiel es offenkundig schwer, auch nur den Text mal aufmerksam zu lesen…

Daher möchte ich heute auch einfach einmal den Menschen „Danke!“ sagen, die durch kleine Gesten – Mails, Rezensionen, Postsendungen – auch mal ermutigen und Kraft schenken. Dazu gehören Prominente wie der frühere Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU), dem ich einst zuarbeiten durfte, der in der Einleitung von „Religion & Demografie“ eine Rolle spielt – und sich mit einem persönlichen Schreiben revanchierte.

ErwinTeufelLeserbrief052014

Auf die Idee für diesen Blogpost brachte mich jedoch das kleine Überraschungspaket einer Abiturientin, die sich Religion & Hirnforschung als Seminarthema gewählt und dazu Bücher & Artikel gelesen sowie Fragen übersandt hatte. Gerne hatte ich zu helfen versucht, wie ich es im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten gerade auch bei Schülerinnen & Schülern sowie Studierenden eigentlich immer versuche. Umso mehr freute ich mich über eine liebe Dankeskarte, eine Schachtel Pralinen und die Mitteilung, dass sich die Mühe auch für die junge Forscherin gelohnt hatte!

ReligionswissenschaftGluecksmoment

Es sind solche Momente, in denen ich merke, dass eine dialogbereite Religionswissenschaft auch dann Sinn & Freude macht, wenn zwischendrin mal Frustmomente überwiegen. Und dass ein Facebook-Gefällt mir zwar eine nette Sache ist, aber nie soviel bedeuten wird wie die klassischen Gesten des menschlichen Miteinanders.

Daher hier also mal ein herzliches „Danke!“ an alle Lesenden, die die vielen Stunden des religionswissenschaftlichen Engagements hin und wieder durch „Glücksmomente“ beflügeln! 🙂

Dr. Michael Blume, Jahrgang 1976, studierte nach Wehrdienst & Ausbildung zum Bank-Finanzassistenten Religions- und Politikwissenschaft in Tübingen. Neben seinem Hauptberuf beim Land Baden-Württemberg lehrte er an verschiedenen Universitäten, derzeit in Köln. Blume promovierte über die Thesen von Hirnforschern zur Religion ("Neurotheologie") und forscht über die Evolution von Religiosität und Religionen. Als erster Deutscher wurde Blume in das internationale Forschernetzwerk der Evolutionary Religious Studies berufen, aus dem er seit März 2008 auch im Scilog "Natur des Glaubens" berichtet. Für diesen erhielt er 2009 den Scilogs-Preis und wurde 2010 mit dem Preis "Vermittlungen" der Evangelischen Akademie Villigst für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Der Hohe Rat der Yeziden in Lalish verlieh ihm 2015 eine Auszeichnung für den Einsatz für schutzbedürftige Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak. Der evangelische Christ ist mit einer Muslimin verheiratet, die beiden haben drei Kinder. Zehra Blume gründete auch den sciebooks-Verlag, in dem einführende eBooks und Taschenbücher zu wissenschaftlichen Themen erscheinen.

15 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sollte Ihr Langzeit-Kommentator an der genannten Stelle ungünstig ein wenig aus sich herausgegangen sein, diese Möglichkeit besteht, erfolgt an dieser Stelle, wenn auch nicht unbedingt: gerne, eine Entschuldigung.
    Jeder hat seine Grenzen,
    MFG
    Dr. W (dem auch derartige und zunehmende Nachricht in einem als libertär geltenden Medium („EiFrei“) nicht entgangen ist: -> http://ef-magazin.de/2015/02/15/6406-die-morde-von-chapel-hill-ein-sadomaso-film-erschien-wichtiger)

          • Wenn Sie demnächst wieder bei „EiFrei“ schreiben, könnten Sie Ihre liberale Seite herausstellen; btw, besonders islamkritisch scheint man dort [1] nicht zu sein, es wird dort eher geglaubt, dass das allgemeine soziale Gerühre, der freie Markt sozusagen, diese Herausforderung am besten und vielleicht sogar en passant bearbeiten kann.

            [1] Herr Lichtschlag ist zuerst gemeint.

          • @Webbär: Ich habe dieses Magazin bewusst nicht verfolgt, aber bei gewissen „Liberalen“ scheint man der Überzeugung zu sein, dass allgemein immer die Marktwirtschaft die Antwort ist.
            Das scheint mir ein wenig kurz gegriffen.

          • Da kann ich @Noname nur zustimmen. Freiheit als reiner Marktradikalismus ist nur noch eine sterbende Schrumpfform der so wichtigen und kostbaren liberalen und auch libertären Freiheitsbewegungen!

          • Es gibt eine gewisse Form des Liberalismus, der auch Richtung Anarchismus geht, der hier nicht geteilt wird, dort aber einen Unterschlupf findet, zumindest gelegentlich, was natürlich sehr gut ist.
            Herrn Dr. Blume können Vorwürfe gemacht werden; dass er illiberal ist, kann aber kaum bis gar nicht behauptet werden,
            MFG
            Dr. W (gerne ohne deutsche Umlaute)

  2. Wenn ich Religionswissenschaftler wäre und vom Teufel persönlich solche Schmeicheleien bekäme, dann würde ich gründlich darüber nachdenken, ob da etwas schief gelaufen sein könnte, oder ob ich vielleicht den Beruf wechseln sollte!

  3. Lieber Herr Blume,

    Ich wollte mitteilen, dass ich Ihren Podcast schätze und Ihnen danken!
    Ich finde außerdem interessant, dass Sie die Kommentare auf YouTube abgeschaltet haben. Zwar weiß ich auch, dass Kommentare auf YouTube zu… tieffliegender Schwarm-Interdemenz tendieren. Würde aber gerne Ihre Gründe dazu hören.

    Viele freundliche Grüße,
    Dennis

    PS Einen Kommentar zum Podcast habe ich: Zu Beginn sagt eine Frauenstimme „Religionswissenschaft aus Freude“. Die Art und Weise wie sie es sagt, scheint mir der Ernsthaftigkeit des Podcasts nicht gerecht zu werden.

    • Vielen Dank, @Aaron! Ich hoffe, bald auch die nächste Folge präsentieren zu können.

      Bei den YouTube-Kommentaren ist es neben der berüchtigten „Qualität“ vor allem der Zeitmangel: Ich kann mich beim besten Willen nicht in noch mehr Online-Debatten verwickeln lassen. Schon hier auf dem Blog kostet das wöchentlich Stunden – und leider ist ein Teil der Kommentierenden auch gar nicht wirklich am Dazulernen interessiert.

      Die Stimme gehört meiner Frau, die tatsächlich auch ein Sonnenschein sein kann. 🙂

      • Lieber Herr Blume,

        Ich hatte es fast geahnt xD. Ich habe und hatte auch nichts gegen die sonnige Stimme Ihrer Frau; es war mehr ihr Tonfall, der für mich (und meinen Vater, den ich zur Sicherheit noch gefragt habe) nicht ganz gepasst hat.

        Sonnige Grüße an Sie beide,
        Dennis Sascha Aaron

        • Lieber Herr Aaron,

          danke für das ehrliche Feedback! Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werden wir eine neue Aufnahme machen. Wir müssen nur einen nicht ganz so sonnigen Moment finden… 😉

          Mit Dank und herzlichen Grüßen an Sie und Ihren Vater! 🙂

          Michael Blume

  4. Pingback: Religion und Demografie zwischen Wolfgang Huber und Thilo Sarrazin – Audioblog-Folge 3 › Natur des Glaubens › SciLogs - Wissenschaftsblogs

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