„Kleinbürger und Bullen in die Hölle von Hamburg“ – Vom Verschwörungsglauben der #NoG20-Linksextremisten

Erstaunlich oft stellen vermeintlich nichtreligiöse Akteure selbst Bezüge zur Religion – und damit auch Religionswissenschaft – her. So betitelten die teilweise gezielt gewaltsuchenden Linksextremisten ihre Demonstration gegen den G20-Gipfel in Hamburg bereits vorab mit „Welcome to Hell“, Willkommen zur Hölle. Und auch die Aufmachung der Demo-Homepage spielte nicht zufällig mit der Symbolik einer brennenden Stadt, sondern lotete die Grenzen zum direkten Gewaltaufruf aus: „International Days of Action. Blockieren – Sabotieren – Demontieren.“

Aufruf der linksextremen „G20toHell„-Bewegung. Screenshot: Michael Blume

Der Name spielt dabei sicher auch nicht zufällig – vermittelt über einen Fußball-Schlachtruf von St. Pauli – auf ein Album der englischen Black-Metal-Band „Venom“ von 1981 an, in dem die Lust an der Zerstörung mit satanistischen Symboliken kombiniert und zelebriert wurde.

Cover des Black-Metal-Albums von Venom (mit freundlicher Genehmigung)

Dabei ist natürlich auffällig, dass eine entschieden antiglobalistische, antikapitalistische und antiamerikanische Aktion in einer norddeutschen Stadt – als „international“ unter einen englischen Titel gestellt wird. Wie auch ihre Verwandten im Geiste, die religiösen Fundamentalisten, sind auch die Linksextremen Kinder der gleichen globalen Moderne, die sie erbittert bekämpfen. „Fuck the System!“ ist eben auch angelsächsische Populärkultur mit einem Schuss schlecht verdauter, akademischer Systemtheorie.

Von Verschwörungsglauben und Entmenschlichung

Und tatsächlich entfalten die Texte auf der Homepage ein mythisch-dualistisches Weltbild: Dort die bösen, „kapitalistischen“ Superverschwörer aller Länder, auf der anderen Seite die guten, antikapitalistischen „Demonstrant*innen“. Und während also einerseits die strengen Sprachkonventionen bezüglich des eigenen „queer feministischen Bündnisses“ (O-Zitat) penibel eingehalten werden, werden Polizistinnen und Polizisten konsequent nur als „Bullen“ bezeichnet, damit entmenschlicht und Gewalt gegen sie legitimiert. Die Argumentationsstruktur entspricht damit sogar bis in Details dem auf Verschwörungsglauben aufbauenden „pathologischen Dualismus“ nach Jonathan Sacks zu sowohl religiösen wie politischen Extremismen.

Schaubild zur These des verschwörungsgläubigen „pathologischen Dualismus“ nach Lord Rabbi Jonathan Sacks. Grafik: Michael Blume

Willkommen in der Hölle – Wo bleibt das Paradies?

Klar ist dabei, dass sich Linksextreme als fast vollständig „säkular“ verstehen, also ganz wörtlich jede Hoffnung auf Gottheiten, Transzendenz und Ewigkeiten als „falsches Bewusstsein“ ablehnen. Gerade deswegen muss sich das „Paradies“ aber im Hier und Jetzt, im diesseitigen „Saeculum“ einstellen. Und der einzige Weg dahin führe durch die Vernichtung der Superverschwörer und die Zerstörung des „kapitalistischen Systems“, wenn nicht gar der gesamten Zivilisation(en).

Wer diese „säkulare Paradieshoffnung“, die sich erst nach einer brutalen Zerstörung erfüllen kann, in all ihrer mythologischen Verheißung lesen oder hören möchte, dem sei beispielsweise der mythisch durchtränkte Song „Hurra die Welt geht unter“ der Berliner Musiker K.I.Z. empfohlen, Zitatbeispiel:

Drei Stunden Arbeit am Tag, weil es mehr nicht braucht
Heut‘ Nacht denken wir uns Namen für Sterne aus
Danken dieser Bombe vor 10 Jahren
und machen Liebe bis die Sonne es sehen kann
Weißt du noch, als wir in die Tische ritzten in den Schulen
„Bitte Herr vergib ihnen nicht, denn sie wissen was sie tun.“
Unter den Pflastersteinen wartet der Sandstrand,
wenn nicht mit Rap, dann mit der Pumpgun.
Und wir singen im Atomschutzbunker:

„Hurra, diese Welt geht unter!“
„Hurra, diese Welt geht unter!“
„Hurra, diese Welt geht unter!“
Und wir singen im Atomschutzbunker:

„Hurra, diese Welt geht unter!“
„Hurra, diese Welt geht unter!“
Auf den Trümmern das Paradies!

Gerne auch Gewalt gegen die „Kleinbürger“

Und so erklärt sich auch zum Beispiel der auf den ersten Blick wirre Facebook-Kommentar des linksextremen R.S., der in einer öffentlichen Diskussion auch die Gewalt gegen die Straßen und Fahrzeuge normaler Hamburgerinnen und Hamburger rechtfertigt (Orthographie im Original) und dafür durchaus „Likes“ erhält:

Wenn ihr mal jeden Tag so eskalieren würdet weil ganze Länder ausgeblutet werden , jeden Tag 30 000 Kinder verhungern, jeden Tag jedwede Form von Grundrechten immer ein klein wenig mehr beschnitten werden….da schweigt ihr zu. Aber wenn in Schland ne Mülltonne brennt ist Panik….Scheiß Kleinbürgermentalität

Screenshot aus einer öffentlichen FB-Diskussion: Michael Blume, 08.07.2017

Auf erboste Nachfragen anderer Diskutanten, inwiefern Zerstörung und Gewalt in Hamburg denn nun Kindern etwa in Afrika helfe (im Gegensatz zum Beispiel zur friedlichen Global-Citizen-Initiative) beruft sich R.S. dann sogar direkt darauf, dass nur terroristische Gewalt das Paradies herbeiführen könne:

Die politische Macht, kommt aus den Gewehrläufen! (Ulrike Meinhof) um es mal überspitzt zu zitieren. Bischen Fähnchen schwenken am 1.Mai und Krokotränen auf FB ändern gar nichts

Im Weltbild von Linksextremist*innen bilden „die Kapitalisten“ die letztlich übermenschlich begabten Superverschwörer, die durch entmenschliche Handlanger („Bullen“) beschützt würden. Doch besondere Wut richtet sich gegen die „kleinen Leute“, die „das System“ dadurch am Leben halten, dass sie arbeiten, wählen, Kinder erziehen, Autos besitzen und sich vielleicht gar in Kirchen, Vereinen oder Initiativen für Verbesserungen der realen Welt engagieren. Sie führen nach linksextremer Verschwörungslogik damit das säkulare Paradies gerade nicht herbei, sondern verzögern dessen Kommen! Der im Namen von #NoG20 ausgerufene „Summit of Solidarity“ verweigert den friedlichen Bürgerinnen und Bürgern also im Namen der Apokalypse genau diese. Brennen sollen die Güter der Un- und Kleingläubigen!

Fazit

Es ist sicher richtig, dass ein Teil der Randalierer in Hamburg einfach Aggressionen ausleben will und sich ebenso bei rechtsextremen „Globalisierungskritikern“ einfinden könnte, wie ja auch Fußball-Hooligans unter unterschiedlichen „Vereinsfarben“ um sich schlagen. Doch scheint es mir wichtig zu verstehen, dass sich Links- und Rechtsextremismus und deren Gewaltaffinität gerade auch dann besser analysieren lassen, wenn man die verschwörungsreligiösen Mythen und Symbole entschlüsselt, die das Fundament ihrer Weltanschauungen bilden.

Wenn sich die – oft berechtigte – Unzufriedenheit mit den Zuständen dieser Welt nicht überzeitlich-religiös auflösen lässt, wenn sich alle utopischen Hoffnungen in dieser säkularen Zeit erfüllen (oder scheitern) müssen – dann liegt der Traum von entfesselter Gewalt nahe, schein-legitimiert durch eine mythologische Hoffnung auf ein apokalyptisches Paradies nach der großen Zerstörung.

Willkommen in der Hölle…

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und spezialisierte sich auf die Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Hat auch manches erlebt und überlebt...

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  1. Zitat:
    Doch scheint es mir wichtig zu verstehen, dass sich Links- und Rechtsextremismus und deren Gewaltaffinität gerade auch dann besser analysieren lassen, wenn man die verschwörungsreligiösen Mythen und Symbole entschlüsselt, die das Fundament ihrer Weltanschauungen bilden.

    -> Ja, das sagen sie nun, aber tun es eben doch auch nicht.

    Das Fundament deren Weltbild ist im Zweifel auch noch mit Hetze fourciert – womöglich auch noch strategisch, damit sich eine vorzügliche „Kreuzigungssituation“ ergibt.
    Die Polizei-Strategie, erstmal nicht in die Randale einzugreifen, ist demnach eher eine Strategie, die darauf abzielte, den Randalierern auch Gelegenheit zum Randalieren und Eskalieren zu geben.
    Damit alle Welt sehen kann, wie „böse“ sie sind. Die Kreuzigung folgt dann auch genau aus diesem Grund. Und weil Nervengifte in den Wasserwerfern gemengt wurden. Das hat sie zusätzlich untertstützt und motiviert bei der Eskalation – ohne, dass sie es merkten.

    Ich würde sagen, es ist schon nicht verkehrt, von einer „Verschwörung“ zu sprechen.
    Unterm Strich ist auch die „Höllen-Metapher“ gar nicht verkehrt, denn all die Leute werden in die Selbe hineingelockt. Wie die Lemminge. Das ergibt sich daraus, was passiert, wenn deren Gehirne degenerieren, weil sie „Gottes“ Strafe für ihre Untaten ereilt. Kreuzigung und so.

    Sind sie, in ihrem christlich-demokratischen Hintergrund, fähig mir zu folgen?

    • Lieber @demolog,

      nun, ich fürchte, es gelingt doch eher Ihnen (noch?) nicht, zum eigenen Erleben auch mal analytische Distanz zu gewinnen.

      So ist nach auch Ihrer Verschwörungslogik eigentlich von vornherein und immer der Staat schuld: Greift die Polizei zu spät ein, so um die Demonstranten gezielt als „böse“ hinzustellen. Greift sie früher ein, hat sie gezielt „eskaliert“.

      Weicht ein G-Gipfel z.B. nach Heiligendamm aus, dann heißt es, der „zivile Protest“ werde ausgesperrt. Findet er in einer großen Stadt statt, dann wird die Gewalt „in Kauf genommen“.

      Die Liste ließe sich beliebig verlängern, die Verschwörungslogik greift immer: Die vermeintlichen Superverschwörer sind immer an allem Schuld, selbst an der Gewalt ihrer Gegner…

      Und da Sie schon – mit gewohnt höhnischem Unterton – nach meiner Weltanschauung als Christ & Demokrat fragen: Ich kann tatsächlich nicht erkennen, dass es eine globale Superverschwörung gebe, die klar zwischen „Gut“ und „Böse“ scheide. Stattdessen sehe ich quasi-mythologische Versuche, Gewalt gegen Bürgerinnen und Polizisten zu rechtfertigen, sehr kritisch.

      Auch Ihr Versuch, die Angreifer mit dem Gekreuzigten zu identifizieren (und damit den Staat als Juden & Römer) scheint mir ebenso absurd wie typisch: Auch der Sänger der o.g. Band „Venom“ bezeichnete sich provozierend als „Jesus Christus“. Ich hoffe, Sie haben nicht erwartet, dass mich so ein argumentativer Trick noch schockt… 😉

      Ihnen ein schönes, friedvolles und gerne auch mal glückliches Wochenende! 🙂

      • Meinen sie, mein Erleben (und Erlebtes) sei Einzelschicksal? Ich glaub nicht dran, weil in der Analyse ebendie Möglichkeiten deutlich werden.
        Wieviel (analytische?) Distanz wär ihnen denn angememessen, wenn ihnen möglicherweise ihr Hirn flöten ginge?

        Ich fühle mich leider auch unendlich verarscht und an der Nase herumgeführt, weil die Erkenntnisse aus dem Erlebten so vollkommen dem wiedersprechen, was man allseits so propagiert. Das „postfaktische“ scheint mir schon seit eh und je existiert zu haben. Anders wäre diese Welt gar nicht zu erklären. Könnte es sein, dass es auch „gute“ Verschwörungen gibt? „Für wen gut“ ist da nur eine sofort aufdringliche Frage.

        Ich kann mich aus gutem Grund für keine „Seite“ entscheiden. Was dann wieder, in ihrer Diktion, anzeigt, es würden tatsächlich wirre Visionen von einer Superverschwörungen geben. Und natürlich kann ich die nicht ausschliessen. Und wenn es nur die Gottessphäre sei, die da die Strippen zieht. Aber ich soll ja auch die Menschen ernst nehmen. Für mich gerade ein unlösbarer Konflikt.

        Ich kann leider nicht gaaanz ohne Stolz berichten, dass soziemlich alle namhaften Geheimdienste dieser Welt (und wohl auch einige allgemein unbekannte Interessierte) wissen, wer ich bin. Damit bin ich, wie sie einmal verkündet haben, mit ihnen in guter Gesellschaft, nicht wahr?

        Aber das spielt keine Rolle. Neulich musste ich erst wieder feststellen, das sich alle Menschen eigentlich nur für ihre eigene Demütigungen interessieren – nicht für die Anderer und nicht für die Ursachen. Offenbar gab es da eine gewisse „Aufklärung“, die sie darüber informiert, das Widerspenstigkeit keinen Sinn macht. Wie bei den Borg: „Sie werden assimiliert – Widerstand ist zwecklos.“

        Oder?

        Über extrinsische und intrinsische Gewalt habe ich sie ja schon aufgeklärt?

        Zwischen gut und böse scheine ich eh nicht mehr zu unterscheiden. Zum Wohle des Guten gesundheitlichen Schaden anzurichten, oder „Gesundheit“ politisch zu normieren, wo machen sie da den Unterschied?
        Vielleicht am eigenen Lebensstandart, den sie verlieren könnten? Oder ach: Es ist ihre Gesundheit, oder? Das wäre jedenfalls noch halbwegs „ehrenwert“.

        Und das ist wichtig: Es braucht zur Kreuzigung keinen Jesus – das kann jeden treffen. Nur die biblische Überlieferung erfordert den Juden. Aber meine These mag sich von der Theologie vielleicht unterscheiden. Quasi „reformiert“. War Nietzsche denn ein Jude?

  2. Ich, als (u. a.) buddhistisch beeinflusster Mensch, habe (aber trotzdem) „gewisses“ Verständnis (oder auch: Kein Unverständnis) für den Zorn der (zumeist ja jungen) Leute — *Trotzdem*, weil Zorn im Buddhismus ein Geistesgift ist – auch Hass genannt.

  3. Pingback: Brennt Eure eigene Stadt ab « Feuerbringer-Magazin

  4. Der gute Polizist Kurras schoss dem Studenten Benno Ohnesorg aus kurzer Entfernung in den Hinterkopf.
    ‚Bulle‘ ist die Rotwelsch-Bezeichnung für Kriminaler, d.h. Polizeier ohne Uniform.
    Die (stets vermummten) Beamten sollten sich noch geschmeichelt fühlen.

    • Oh ja, und Kurras war zudem Stasi-IM und sozialistisches Parteimitglied. Worauf die Verschwörungsmythologen interessanterweise nicht kamen…
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Kurras

      Und von entmenschlichenden Begriffen wie „Bulle“, „Zecke“ o.ä. muss sich niemand geschmeichelt fühlen. Umso weniger, wenn diese Begriffe von Leuten gebracht werden, die selbst gerne Sprachpolizei spielen, das macht es noch unglaubwürdiger…

      • Sehr interessanter Wikipedia-Artikel! Wenn man den ganz gelesen hat, dann hat der Glaube an den Rechtsstaat hinterher einen kleinen Knacks…
        ‚Zecke‘ wird von Rechts verwendet. ‚Bulle‘ kommt möglicherweise von ndl. bol, Kopf, auch übertragen ‚kluger Mensch‘, was irgendwie einleuchtet: der kleine Schutzmann war oft nicht gerade das schärfste Messer in der Schublade, aber vor den Kripos musste sich der Kriminelle in Acht nehmen, da die nen Kopf zum Denken hatten.

        • Die heutige Autonome assoziiert mit dem Begriff natürlich das männliche Rind, und zwar als oft sinnfrei aggressiv, und ein bisschen dumm.
          Der deutsche Kriminelle der 1920er Jahre (Sie haben doch sicher „Berlin Alexanderplatz“ gelesen?) assoziierte auch das männliche Rind, aber vor allem als: gefährlich. Bloß nicht reizen.
          Die Autonomen dagegen reizen äußerst gerne (und die Polizei spielt mit sichtlichem Genuss mit). Sie phantasieren sich in die Rolle der Toreros. Was ziemlich seltsam ist, wenn man bedenkt, dass die oft Veganer sind.

      • Zunächst mal: Das bewusste Geschehen als ‚Mord‘ zu bezeichnen, ist möglicherweise justiziabel. Es war nämlich (vom Gericht für wahr befunden) Putativnotwehr. Die ‚funkelnde Uhr‘ des Ohnesorg (der seit Minuten, von Kollegen des Kurras fortwährend verprügelt, auf dem Boden lag) hat der Kurras für eine Waffe gehalten, und konnte somit nicht anders…
        Nach dem Datum des Ereignisses benannte sich später eine Vereinigung, die ganz echte (und auch von Gerichten für wahr befundene) Morde beging.
        Was ich nicht nur für falsch, sondern auch dumm gehalten habe, halte und halten werde.

        • Um mal die Frage, ohne umschweife, zu beantworten: nein. Das soll gar nichts rechtfertigen, sondern die alte Frage ein bisschen erklären: „Woher dieser Hass?“
          Der Hass ist „berechtigt“ (IMHO, irgendwie), aber er treibt seltsame und für mich nicht mehr akzeptable Blüten. Und es gab Verschwörungsmythen. Inakzeptabel.

      • Vielleicht ist „die Wahrheit“ auf der taz eine Verschwörungstheorien, vielleicht satire.
        Ich sehne mich nicht danach die Wahrheit zu suchen denn sonnst hätte mein Dasein auf diesen blauen Planeten genau so wenig wehrt wie Geld.
        Da ich ein Lebewesen bin lebe ich im hier und jetzt, übrig bleibt mit das geschehen zu leben.
        Im hier und vor Ca. 30 min. Habe ich diesen Artikel zu gelesen:
        https://www.taz.de/Die-Wahrheit/!5423840/
        Falls dieser artikel, so wie er verfasst wurden ist der Tatsache entspricht, muss ich mich schon fragen ob Geld mittlerweile mehr wehr hat als die Menschenwürde.

        Haben Sie dieses Video über Aliens, Satan und CIA unter diesen Artikel platziert?
        Falls ja, bitte ignorieren Sie meinen Beitrag unter diesen Artikel.
        Danke
        Roberto Callerame

  5. Ach nochwas: das „antiglobalistische“ im Begriff ‚antiglobalistas‘ richtet sich nicht wesentlich gegen grenzüberschreitenden Handel. Weil die Autonomen/Antiglobalistas auch gegen Grenzen sind.

  6. Es gibt vermutlich keine Weltverschwörung von irgend jemand gegen irgend jemand, weil das Kreativität, Intelligenz und Koordination erfordern würde.
    Völlig unabhängig davon, werden die armen Menschen immer ärmer, und werden die reichen Menschen immer reicher.
    Das gilt sowohl innerhalb von Ländern, als auch zwischen verschiedenen Ländern.
    Vermutlich kommt das Geld der reichen Menschen von der Arbeit der armen Menschen.
    Vermutlich kommt die Macht der reichen Menschen über die armen Menschen vom Geld der reichen Menschen.
    Die Aufteilung der armen Menschen in arme Arbeitslose und solche Menschen, die ein wenig mehr Geld bekommen, erschwert die Vereinigung aller armen Menschen.
    Die armen Menschen haben einen viel schwereren Zugang zur Bildung, als die reichen Menschen.
    Das dumpfe, unartikulierte Unbehagen der armen Menschen kann deshalb zu Aggressionen führen.
    Nachdem die armen Menschen vermutlich die demokratische Zweidrittelmehrheit übertreffen, könnten sie einige Gesetze gegen solche Ungerechtigkeiten beschließen.
    Was dazu noch fehlt, sind entsprechende Informationen, und die Bildung eines Bewusstseins der Gesamtsituation.

    • Zitat:
      „Völlig unabhängig davon, werden die armen Menschen immer ärmer, und werden die reichen Menschen immer reicher.
      Das gilt sowohl innerhalb von Ländern, als auch zwischen verschiedenen Ländern.“

      Zumindest wenn man den im Post zitierten Verschwörungstheorien glaubt. Realiter ist das eben gerade NICHT der Fall. Zwar wächst in einzelnen Ländern die Ungleichverteilung teilweise an – die Armen werden aber mitnichten ärmer. Lebensstandard und Lebenserwartung steigen nachweislich beständig an. Gleiches gilt auf globaler Ebene. Die Situation in vielen „armen“ Ländern ist deutlich besser als noch vor Jahrzehnten. Das übersieht man nur leicht, wenn man es mit unserem Wohlstandsleben vergleicht.

      • Lieben Dank, @Hydroxide – genau das wollte ich auch schreiben und freue mich, dass Sie schneller waren!

        Erlauben Sie mir dennoch den kleinen Hinweis, das ich streng zwischen Theorien und Mythen unterscheide und entsprechend auch nicht Verschwörungstheorien und Verschwörungsmythen synonym verwende.

    • @Bednarik
      es fehlt eine Partei. Diese müßte zunächst eine gewaltige Bildungsarbeit leisten. Gabs alles schon mal, von ca. 1850 bis 1933. Die pauperisierten Massen sind, alleingelaassen, nicht zu mehr fähig als zu dem, was sie taten, zumal im Zeitalter des Internets.
      Hätten Sie das Wort „vermutlich“ doch einfach in ihrer Replik ausgelassen.

  7. „Die armen Menschen haben einen viel schwereren Zugang zur Bildung.“

    Bildung …, ich kann diese Propaganda nicht mehr hören, zumal es bewiesen ist, dass sie keine Garantie für Friedlichkeit und Gerechtigkeit ist!
    ES MUSS möglich sein, dass Mensch die FREIHEIT hat, zu entscheiden ob und/oder wann Bildung bei seiner Entwicklung mitwirkt.
    Als WAHRHAFTIGER Christ, UND DESHALB Sozialist/Kommunist, kenne ich die einzig vernünftigen Maßnahmen.

  8. Karl Bednarik: „Was dazu noch fehlt …“

    Mut zur WAHRHEIT, die zu Möglichkeiten in geistig-heilendem Selbst- und Massenbewusstsein führt.

  9. Michael Blume: „… mythologische Hoffnung auf ein apokalyptisches Paradies nach der großen Zerstörung.“

    Ja, so ist die SCHEINBAR unabänderliche Vorsehung in die Köpfe implantiert.
    Das dieses Schicksal / diese „göttliche Sicherung“ überwunden werden kann/soll, indem Mensch sich als „Einheit des Geistes“ …, dass widerstrebt dem funktional-konfusionierten Mensch, und verlässt sich so letztendlich auf das Versprechen der Pfaffen/“Geistlichen“: Ein Himmel für alle, denn der Sündenbock ist für alle Zeit genagelt 😇 halleluja!?

  10. Guten Tag Herr Blume,

    hier eine Wortmeldung aus Hamburg zu Ihrem Beitrag, der nicht nur polemisch ist, sondern im Kern an ähnlichen logischen Fehlern leidet, wie die von ihnen kritisierten Ideologien. Ihre genaue These bleibt unscharf und daher schwierig zu kritisieren. Ebenso ist ihre Methodik unklar. Was versuchen Sie denn zu zeigen, außer dass man Zitate aus linken Kontexten entnehmen und mit Verschwörungstheorien in Verbindung setzen kann – was soll uns das zeigen, und was könnte so ein Vorgehen im besten Fall zeigen? Nicht viel.

    Wenn Sie zeigen möchten, dass eine Meinung verschwörungstheoretische Elemente enthält, müssen sie diese schon inhaltlich argumentierend freilegen und als solche ausweisen. Ein paar Fetzen aus Flugblättern oder Songtexten zu entnehmen, die dann – wie im Bsp. des Liedes von K.I.Z. – auch fehlverstanden oder verzerrt werden, sind dafür kaum ausreichend. Es gibt übrigens, davon wissen Sie vielleicht nichts, eine große Debatte innerhalb der Linken, die sich mit dem Zusammenhang von Kapitalismuskritik, Antisemitismus und Verschwörungstheorie beschäftigt, und die die Linke durchaus spaltet. Diese Debatte läuft aber auf einem inhaltlich gänzlich anderen Niveau, vielleicht schauen Sie mal rein (googlen Sie „verkürzte Kapitalismuskritik“, „Antisemitismus in der Linken“).

    In concreto: Sie stellen eine Verbindung her zwischen Verschwörungstheorie und linker Ideologie, konkret am Bsp. der „Welcome to Hell“ Demonstration. Dann verallgemeinern Sie die gezogenen Folgerungen zu der These, dass sich „Gewaltaffinität gerade auch dann besser analysieren lasse[.], wenn man die verschwörungsreligiösen Mythen und Symbole entschlüsselt, die das Fundament ihrer Weltanschauungen bilden.“

    Meinen sie hiermit: Rechts- und linksradikale Ideologie basieren auf einem Fundament „verschwörungsreligiöser Mythen und Symbole“? Immer / notwendigerweise / manchmal? Schon diese These ist vage und falsch. Das mg der Fall sein, ist aber bestimmt nicht notwendigerweise so.

    Was sind denn Ihre Beweismittel?

    Ab hier wird es leider persönlich beleidigend, daher gelöscht. M.B.

    • Sehr geehrter @Post-Autonomer Familienvater,

      haben Sie herzlichen Dank für Ihren kritischen Kommentar! Leider haben Sie sich in der zweiten Hälfte wohl (wieder?) etwas in Rage geschrieben, so dass ich kürzen musste. Denn aus den vielfachen Anwürfen von rechtsextremer und islamistischer Seite habe ich u.a. gelernt, anonyme Pöbeleien konsequent zu unterbinden. Je nach Alter Ihres Nachwuchses werden Sie da ggf. auch noch ein paar Erfahrungen und Gedanken vor sich haben…

      Zu Ihren Anfragen gerne eine Antwort in zwei Punkten:
      1. Sie scheinen die Begriffe Theorie und Mythos bzw. Verschwörungstheorie und Verschwörungsmythos als synonym (gleichbedeutend) zu verstehen. Ich tue das ausdrücklich nicht: Theorien und Mythen erfüllen m.E. völlig unterschiedliche Funktionen, auch in linken und linksextremen Weltbildern (zwischen denen ich selbstverständlich ebenso unterscheide wie zwischen religiösen und religiös-extremistischen). Nun mag ich von Ihnen nicht erwarten, dass Sie gleich mein ganzes Buch „Verschwörungsglauben“ lesen, aber auch hier auf dem Blog finden Sie kostenlose Texte und auch Audioteile zum Thema „Verschwörungstheorie, Verschwörungsmythos, Verschwörungsglauben“, einiges ist ja auch verlinkt.

      2. Dies ist ein Blogpost und als solcher logischerweise auch vom Platz her beschränkt. Dass es unter Linken ebenso Streit und Diskussionen gibt wie unter Muslimen und Humanisten (und auch z.B. muslimische und humanistische Linke) dürfen Sie hier als bekannt voraussetzen. Bewusst bloggte ich zum gewaltaffinen Links“extremismus“ und nicht z.B. zu der in Hamburg regierenden Sozialdemokratie. Gerne wäre ich auch der Fußballspur weiter als mit der kurzen Erwähnung im Einschub und Fazit nachgegangen. So ließe sich nicht nur die Genese des Welcome to Hell- „Fanspruch“s von Sankt (!) Paul(!)i prüfend thematisieren, sondern auch die Schadenfreude von Erdoganisten, die die Hamburger Randale mit den Gezi-Protesten verglichen (an denen sich ja ebenfalls Fussball“fans“ beteiligten). Aber das hätte hier den Rahmen gesprengt, ggf. greife ich es nochmal extra auf. Und Sie werden mir sicher auch zustimmen, dass die lokalen Fussballmythen wiederum nur einen Teil der Gewaltbereiten motivierten.

      Persönlich und wissenschaftlich fände ich es großartig, wenn Ihre lokale Expertise zur Geltung kommen könnte. Neben der Kommentarfunktion gäbe es sogar die Möglichkeit eines Gastbeitrages. Denn das eben unterscheidet Theorien von Mythen: Sie werden grundsätzlich sachlich vorgetragen, sind nicht-normativ und immer überprüf- und damit auch überbietbar. 🙂

      • Herr Blume,
        Sie haben meinen Kommentar „Post-autonomer Familienvater“ nur gekürzt wiedergeben, da ich sie angeblich persönlich beleidigt hätte. Kritik und Beleidigung müssen Sie schon voneinander trennen können. Ich habe Ihre eklatante Unwissenheit über die Bezüge und Zusammenhänge am Bps. des Demo-Mottos dargelegt und ihnen am Ende nahegelegt, dass Ihre Argumentation nicht besser ist als das, was sie kritisieren. Wenn Sie das nicht als harte aber sachliche Kritik verstehen, sondern als Beleidigungen, sollten Sie vlt. nicht so einen Blog schreiben. Ihre Person habe ich in keiner Weise erwähnt, es ging allein um Inhalte. Weitere Beiträge, deren Ausmaß, Inhalt und Umfang sich danach richtet, ob er Ihnen gefällt, werden Sie so sicher nicht bekommen.

        • Lieber @Post-Autonomer-Familienvater,

          ja, wenn Sie bei sachlicher Kritik geblieben wären, hätte ich auch nicht kürzen müssen – übrigens das erste Mal seit Langem.

          Wie geschrieben habe ich mit Extremisten mehr als genug Erfahrungen sammeln müssen und u.a. eine eigene „Anklage“ auf der rechtsextremen Prangerseite Nürnberg 2.0.

          Einschüchtern lasse ich mich nicht, gehe aber gegen anonyme Pöbeleien rechtzeitig und entschlossen vor. Denn das manche Leute nur auf Krawall und Destruktion aus sind, haben wir ja gerade auch in Hamburg sehen müssen…

  11. Übrigens war Jesus auch ein demonstrierender Randalierer, als er in den Tempel ging und bei den Geldwechslern „aufräumte“.

    Wenn die Randalierer in Hamburg nur Scheiben eingeworfen hätten, ohne zu plündern und ohne Gewalt gegen die „Ordnungskräfte“, dann wäre das ok, bzw. ein guter Anfang für eine Antwort gegen das Schweinesystem 🙆

    • Zitat:“Wenn die Randalierer in Hamburg nur Scheiben eingeworfen hätten, ohne zu plündern und ohne Gewalt gegen die „Ordnungskräfte“, dann wäre das ok, bzw. ein guter Anfang für eine Antwort gegen das Schweinesystem “

      Ja wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre,dann wäre ich heute Millionär. Die Gewalt gegen Polizisten und die Zerstörungen sind aber fester Bestandteil dieser Leute. Und dann auch die Frage: Wenn die Scheiben eingeschlagen sind, was hindert dann andere Menschen sich zu „bedienen“?

      • @Rudi Knoth

        Von Taktik oder Manipulation aufgrund von Verhaltensforschung und Erfahrungen der Vergangenheit noch nie gehört? – die Bildung der Suppenkaspermentalität im „Zeitalter der Kommunikation“ / im geistigen Stillstand für das „gesunde“ Konkurrenzdenken des nun „freiheitlichen“ Wettbewerbs um KOMMUNIKATIONSMÜLL 😆

        Die Plünderer sollen sich ja bedienen, auch wenn die „autonomen“ Randalierer das selbst zu verhindern suchen würden, das gibt brauchbarere Bilder 😎
        Und wartet nur noch ein Weilchen, die provozierte Apokalypse werdet ihr Extremisten des Konsum- und Profitautismus SO schon noch bekommen, aber nicht von den ohnmächtig-schwindelig „taumelnden“ Extremisten der Strasse!!! 💀🏁

  12. Wenn ich mir so diesen Liedtext ansehe, frage ich mich, wie naiv diese Leute sind. Wenn alles von dieser Zivilisation zerstört ist, dann kommt erstmal das große Aufräumen. Diese Leute sollten sich die Bilder aus den ersten Nachkriegsjahren anschauen. Sicher ist es richtig: der Arbeiter und der Angestellte, dem sein Auto lieb und teuer ist, gehört auch zu diesem Feindbild. Denn für die große Revolution ist er nicht zu gebrauchen. Ich hoffe mein Kommentar ist nicht zu hart.

    • Da stimme ich Ihnen völlig zu, @Rudi Knoth! Sowohl anarchistische wie sozialistische Extremisten „glauben“ an die apokalyptische Entstehung einer paradiesischen Ordnung nach der Zerstörung, ohne dies beweisen oder auch nur begründen zu können.

      Was wäre im vorgestellten Paradies zum Beispiel im Falle von Krankheiten, oder auch nur Zahnschmerzen? Wer würde die Alten und Behinderten pflegen oder sich um jene kümmern, die traumatisiert, durch Geburt oder Unfall behindert, weiter und wieder drogensüchtig wären? Niemand bzw. nur die, die gerade „Bock dazu“ hätten?

      Wie könnte das Entstehen marodierender Banden verhindert werden, vor allem, wenn die Ressourcen oder Sexualpartner*innen irgendwo knapp würden? Und wie und durch wen würden Übergriffe von Einzelnen oder Gruppen gegeneinander geahndet – gar nicht, durch Ausschluss, Auge um Auge, Gesetzestraditionen oder doch wieder nur das Recht des Stärkeren?

      Linksextreme Gläubige würden diese und andere Nachfragen jedoch als „kleinbürgerlich“ abtun. Denn aus ihrer Sicht leben ja demokratisch gesinnte Bürgerinnen und Bürger im „falschen Bewusstsein“ – wir sind aus ihrer Sicht Klein- und Ungläubige. Ohne die Superverschwörung des Kapitalismus gebe es schlichtweg keine Gewalt in Familien oder gar Banden, keine Raubtaten und Vergewaltigungen, aber auch (wie im Lied angedeutet) keine Krankheiten, keine Zahnschmerzen und keine Gründe für Drogen mehr.

      Es wäre eben alles – Paradies.

      Mythos pur, der nicht erkennt, dass er Mythos ist.

  13. Ein paar Anmerkungen zum Blog und den Kommentaren:

    1. Dass wir kleinen Leute mit unserem Alltag das System am Laufen halten, stimmt doch. Wie sollte das System sonst laufen? Die Trumps und Putins dieser Welt alleine könnten es nicht. Das legitimiert aber nicht Gewalt gegen die kleinen Leute. Zumal die „kleinen Leute“ keine homogene Masse von zynischen Mitläufern sind, die dem Elend in der Welt tatenlos zusehen. Viele engagieren sich, und viele sind mit Wolf Biermann ganz einer Meinung: „Das kann doch nicht alles gewesn sein … die Überstundn, das bisschen Kies und aabns inner Glotze das Paradies“.
    2. Interessant ist die Beobachtung des unterschiedlichen Sprachgebrauchs in manchen radikalen Gruppen, was das eigene Milieu und die anderen angeht („queer feministisches Bündnis/Bullen“). Ich glaube, solche Stellen sind auch Gelegenheiten, diesen Leuten Fragen zu stellen, weil sie Brüche in ihrem Denken markieren.
    3. Es stimmt, dass die Armen nicht generell ärmer werden (Kommentare Bednarik/Hydroxide). Aber durchschnittliche Entwicklungen helfen denen nicht, denen es tatsächlich immer schlechter geht. Mehr Wohlstand in China kompensiert nicht das Elend in Syrien oder Ostafrika.
    4. Zum letzten Absatz des Blogbeitrags: Dass der Versuch, das Paradies auf Erden herbeizuführen, leicht in die Hölle führt, ist ein alter Topos, mit dem man vorsichtig sein sollte. Bekanntlich hat auch der Glaube an das Paradies im Jenseits oft genug in die Hölle geführt und die Selbstmordattentäter des IS führen es gerade wieder vor. Man sollte vielmehr die von Nietzsche in der Rede des tollen Menschen formulierte Herausforderung, was der Tod Gottes für die Moral der Menschen bedeutet, ernst nehmen. Ohne den Willen, die Würde des Menschen, aller Menschen, auch der „Linksextremen“, auch der „Bullen“, zu achten und zu schützen, gibt es keine Menschlichkeit. Egal, ob man an einen Gott glaubt oder nicht.

  14. @ Michael Blume:

    „Und jetzt blogge ich einmal …. und schon heißt es“

    Sie werden es überstehen, mit Gottes Hilfe oder ohne. Die Frage bleibt, wie weit der Topos von der Hölle durch den Versuch, das Paradies im Diesseits zu schaffen, als Erklärung für die Gewalt „linker“ Gruppen in Hamburg trägt. Ich glaube, nicht allzu weit.

    • @Joseph Kuhn

      M.E. spricht doch sehr viel dafür, dass sowohl religiöse (also jenseitige, überzeitliche) Paradiesvorstellungen wie auch säkulare (also diesseitige, zeitliche) das Fühlen, Denken und Handeln von Menschen beeinflussen können. Und sowohl die z.B. anarchistischen wie marxistischen Texte wie auch das obige Lied malen ja ihre post-apokalyptische Utopie (wörtlich: ihren Nicht-Ort) eindrucksvoll aus.

      Ein anderer, sogar empirisch noch besser belegter Aspekt beträfe die Frage der #Anthropodizee und ihre demografischen Auswirkungen. Aber auch darüber ist bereits viel gebloggt, so dass wir uns systemerhaltend dem Schlaf widmen sollten… Gute Nacht! 😴

    • @Joseph Kuhn: „Die Frage bleibt, wie weit der Topos von der Hölle [..] als Erklärung für die Gewalt „linker“ Gruppen in Hamburg trägt. Ich glaube, nicht allzu weit.“
      Der Topos von der Hölle ist doch ein Narrativ, ein Kommunikationsmittel ähnlich wie die Warnung vor der Hölle auch ein Kommunikations- und Erziehungsmittel im Christentum ist.
      Natürlich erklärt das die Gewalt „linker“ Gruppen in Hamburg nicht [vollständig], doch für diejenigen, die diesen Topos selbst portieren, für diejenigen, die „Welcome to Hell“ als Losung ausgegeben haben, wird die Höllenvision samt ultimativem Feinbild als Teilerklärung und Teilrechtfertigung benutzt.
      Ich denke, es wäre falsch, diesen Artikel so aufzufassen, dass er die Vorkommnisse von Hamburg unter der Kategorie „Verschwörungsglauben“ abhaken will.
      Dass „Welcome to Hell“ und die Verlautbarungen und Äusserungen dazu aber Elemente von Verschwörungsglauben enthalten, daran zweifle ich nicht. Vielmehr gilt sogar, wenn „Welcome to Hell“ nichts mit Verschwörungsglauben zu tun hat: was dann.

  15. Pingback: Kleinbürger und Bullen : Burks' Blog

  16. Ich denke bei dem Thema auch an Hans Blumenberg: „Lebenszeit und Weltzeit, 2. Kapitel: Apokalypse und Paradies“:
    „Aber es geht doch auch und womöglich in hintergründiger Weise um die Aufhebung des Ärgernisses, welches der Einzelne daran nimmt, daß die Welt über die Grenzen seiner Lebenszeit hinweg unberührt feststeht und sich noch andere Freuden zu erfreuen anschickt, als ihm selbst vergönnt sein mögen.“

  17. Die gesamte Linke (also von weiten Teilen der SPD bis hin zu Autonomen und Kommunisten) ist an sich eine große Glaubensgemeinschaft – deshalb fällt es den Gemäßigten unter ihnen auch so schwer, sich von den Radikalen und Extremisten zu distanzieren (das sind quasi verlorene Söhne und Töchter). Und aus dem gleichen Grund wird von linker Seite auch relativiert und beschwichtigt.

    • Ja, Frank Stein, wobei die Linke nicht nur eine Glaubensgemeinschaft ist, sondern auch eine Erfahrungsgemeinschaft zu der beispielsweise auch der „Realo“ Joschka Fischer gehört – ein Realo, der in seiner Jugend als Strassenkämpfer Polizisten zusammengeschlagen hat.
      Der Krawall von heute erhält für viele Linke eine gewisse Rechtertigung durch den Krawall von gestern – dem Krawall aus der Gründerzeit quasi, in der man zum ersten Mal Das süsse Gift der Anarchie genossen hat.
      Ähnliche zerstörerische Krawalle wie in Hamburg gab es im Sommer 2011 in London. Nur wurden die dortigen Krawalle nicht durch vom „rechten“ Weg abgekommene Bürgersöhne begangen, sondern vorwiegend durch Schwarze aus benachteiligten sozialen Gruppen. Die Plünderer und Krawallbrüder von London wurden schwer bestraft: 4000 Festnahmen, 2000 Gerichtsprozesse, 864 im Gefängnis.
      Das gleiche Schicksal wie ihren Londoner „Brüdern“ droht den Krawallbrüdern von Hamburg kaum, denn sie haben einen gewissen Rückhalt in bestimmten Kreisen selbst einiger Parteien und ähnlich fühlender Bürger – einen Rückhalt, den die sozial Benachteiltigen, vorwiegend schwarzen Londoner Aufrührer und Plünderer nicht hatten.

      Um zum Thema zurückzukommen: Mit der Bezugsnahme auf religiös grundierte Symbole wie der Hölle und den Kapitalisten als (System-)Verwalter dieser Hölle werden Bilder und Symbole reaktiviert, die allen Menschen verständlich sind, sicher den Hausbesetzern der „Joschka-Fischer“-Jugend, aber selbst den politischen Gegnern. Diese Symbole entstammen der westlichen Kultur und markieren damit die Aufrührer als allenfalls vom rechten Weg Abgekommene, aber dennoch zum Fleisch und Blut dieser Kultur Gehörende. Das allein schon genügt um bei mehr Menschen Verständnis zu erwecken, als sie schlecht integrierten und gar gewaltsam vorgehenden Migranten (wie in London 2011) je zuteil werden konnte.

  18. Ich fände es sehr schön, wenn bei der Debatte über Linksextremismus nicht immer alles in einen Topf geworfen werden würde.
    Von vielen Linken sind einige radikal (im eigentlichen Wortsinne), von diesen Radikalen sind einige autonom, von diesen radikalen, autonomen Linken sind einige extremistisch. Und von vielen Menschen sind einige gewaltbereit und in den verschiedensten Lagern unterwegs. Einige von diesen sind nicht nur Gewaltbereit, sondern tatsächliche Gewalttäter.
    Gewalttätige wiederum finden sich bei Linken und Rechten, unter Polizisten und Kriminellen, unter Ehemännern und -frauen.

    Tatsächlich werden immer wieder auch Polizisten beobachtet, wie sie durchdrehen, was bei 48-Stunden-Schichten wie gerade in Hamburg auch irgendwie kein Wunder ist. Ich habe bei diesen Protesten einige Unverhältnismässigkeiten von beiden Seiten gleichermaßen gesehen und auch erfolgreiche Deeskalationsversuche zur Vermeidung von Gewalt von beiden Seiten gleichermaßen.

    Die da, die bösen (setzen Sie hier bitte Ihren Text ein) gibt es überall. Ausser den Weisen dieser Welt hat wohl jeder seinen Feind, an dessen Bösartigkeit er geradezu verschwörungstheoretisch glaubt. Trotzdem kann man nicht alle Menschen in eine Schublade kippen, nicht einmal Linksextreme.

    PS. Das Konzept der Polizei beim Gipfel lautete „Deeskalation durch Stärke“. Das ist so unglaublich erfahrungsresistent, dass einen „Welcome to Hell“ auch nicht mehr wundern sollte. Siehe Atombomben für den Frieden und so…

    • Liebe/r/s @Antischublade,

      lieben Dank für den Kommentar, der ja auch gleich mit einer saftigen Ironie einsteigt. So fordern Sie, dass – Zitat „bei der Debatte über Linksextremismus nicht immer alles in einen Topf geworfen“ werde – und tun damit genau das. M.E. gibt es derzeit nicht „die“, sondern Hunderte von Debatten zwischen ganz verschiedenen Akteuren dazu und gerade dieser Blogpost hier wirft „nicht immer alles in einen Topf“, sondern unterscheidet zwischen Links, Linksextrem, gewaltaffinem Linksextremismus und verweist sogar noch auf Phänomene wie die Fussballfankultur von St. Pauli, Hooligans und Gewalttourismus.

      Was mir aber schon auffällt ist die strukturelle Entsprechung zwischen den Argumentationsfiguren „den Islam / die Linke“ bzw. „den Islamismus / den Linksextremismus“ gebe es gar nicht und es sei daher auch unstatthaft, von muslimischen bzw. linken Sprechern Distanzierungen oder gar Kritik an den extremistischen Taten einzufordern.

      So einfach dürfen wir es uns alle m.E. nicht machen. Wir sollten jeweils genau hinschauen, aus welchen Quellen sich rechtsextreme, linksextreme oder auch religiös-extreme Rechtfertigungen von Gewalt speisen und über strukturelle Ähnlichkeiten wie Verschwörungsglauben, das Behaupten von Notwehr, Schuldumkehr etc. sprechen. So wenig sich ein „besorgter Bürger“, der bei Pegida-Demos Seite an Seite mit Skinheads marschiert dann einfach von jeder Mitverantwortung distanzieren kann, so wenig ein „Globalisierungskritiker“, der auf Demos mit Angehörigen des „schwarzen Blocks“ über „die Zerstörung des Systems“ und „Bullen“ schwadroniert. Umso lauter und hypermoralischer die „Kritik“ an Anderen, umso ernsthafter sollte auch die Bereitschaft zur Selbstkritik in den eigenen Reihen und Anschauungen sein, wenn diese in Gewalt münden. Wenn Sie selbst nicht in Schubladen steckenbleiben wollen, dann wären auch die eigenen Schubladen zu hinterfragen. Ich glaube beispielsweise ausdrücklich nicht an „einen Feind, an dessen Bösartigkeit ich geradezu verschwörungstheoretisch glaube“, sondern halte genau diesen (tatsächlich weit verbreiteten) dualistischen Verschwörungsglauben für sehr, sehr gefährlich. Und niemand kann Ihnen verbieten, sich da herauszuarbeiten. Wenn es – auch nach Ihrem Duktus – für wenige „Weise“ einen Ausstieg aus diesem Weltbild gibt, kann uns niemand verbieten, diese Form der „Weisheit“ anzustreben. Alles andere wäre wieder elitär.

      Ihnen alles Gute, herzliche Grüße!

  19. Sehr geehrter Herr Blume,
    Ihre These, die „Argumentationsstruktur“ auf der Seite G20-to-Hell entspreche „bis ins Detail dem auf Verschwörungsglauben aufbauenden ‚pathologischen Dualismus‘ nach Jonathan Sacks“, finde ich nach der Lektüre der Texte auf besagter Seite nicht überzeugend, weil viele der in Ihrem Schaubild zusammengefassten Eigenschaften des „pathologischen Dualismus“ sich meiner Meinung nach in dem Demonstrationsaufruf nicht finden lassen. Sacks sieht als ein Merkmal des pathologischen Dualismus „immer personale Akteure“. Im Demonstrationsaufruf werden aber kaum Personen als die „Bösen“ benannt. (Donald Trump wird namentlich genannt, jedoch nicht als Beispiel für einen Bösen, der die Welt beherrsche, sondern als Beispiel für einen „Rechtspopulisten“, der eine Wahl gewonnen habe.) Wenn von personalen Akteuren die Rede ist, dann von den „Herrschenden“. Diese werden an einer Stelle als „Charaktermasken“ bezeichnet, damit andeutend, dass es nicht wichtig sei, wer die Personen sind. Sie werden auch nicht als einheitlicher Block des „Bösen“ gekennzeichnet. Es werden Interessenkonflikte innerhalb dieser Gruppe der Herrschenden hervorgehoben. Von „übermenschlichen Fähigkeiten“, die laut Sacks diesen personalen Akteuren zugeschrieben werden müssten, ist keine Rede, eher von sehr menschlichen. Benannt werden: Krieg, Terror, Ausbeutung. In dem Demonstrationsaufruf wird gerade von einem nicht-personalen Akteur ausgegangen, mal wird er „kapitalistisches System“, mal „kapitalistisches Regime“, mal „neoliberales Regime“ genannt. Sacks Merkmal, der „Böse“ werde als „kurz vor dem drohenden Sieg“ stehend gesehen, finde ich auch nicht in dem Text. Er argumentiert, der Kapitalismus habe schon gewonnen, denn er sei die herrschende Wirtschaftsordnung. Im Aufruf wird sogar geschrieben, er sei in der Krise, verliere also an Macht.
    Die „Guten“ mögen in dem Text, wie Sie schreiben, die „Demonstrant*innen“ sein. Dafür, dass sie exklusiv eine „Verschwörung“, wie Sacks schreibt, der „Bösen“ erkannt hätten, finde ich aber auch keinen Hinweis. Von einer „naiven Masse“, hier einmal verstanden als weder die „Bösen“, noch die „Guten“, ist gar keine Rede in dem Text.
    (Nur nebenbei und als Korrektur, nicht um Ihr Argument der „Entmenschlichung“ zu entkräften: Auf der Seite werden Polizistinnen und Polizisten nicht „konsequent nur als ‚Bullen‘ bezeichnet“. In den dort dokumentierten Presseerklärungen ist auch die Rede von „Polizist*innen“.)
    Auf der Textebene findet sich die von Ihnen im Fazit benannte Hoffnung auf ein „Paradies nach der großen Zerstörung“ nicht. Eine Zukunftsidee wird im Demonstrationsaufruf nur einmal angesprochen, wenn von den „Vorstellungen einer lebenswerten Welt“ geschrieben wird. In dieser recht nüchternen und zugegeben vagen Formulierung vermag ich keine Paradiesesvorstellung zu erkennen, geschweige denn eine „apokalyptische“.
    Schöne Grüße

    • Sehr geehrter @chrastorpheus,

      es ist interessant, wie unterschiedlich wir die gleichen Texte lesen! 🙂

      So ist m.E. evident, dass dem global „erfolgreichen“ Kapitalismus damit die Übermacht zugesprochen wird – wenn nicht das widerständige, vermeintlich „wissende“ Bündnis noch rechtzeitig seine Schwächen aufdecke. Gerade auch Formulierungen von der personal unbestimmten, aber stets global aktionsfähigen „Herrschaft“, die sich hinter „Charaktermasken“ und entmenschlichten „Bullen“ verberge und nur noch durch Gewalt zu entlarven sei, evoziert das Bild durchtriebener, schattenhafter und letztlich übermenschlich begabter Superverschwörer. Und wie man angesichts des Titels und Titelbildes sowie der Schlagzeilen keine Symbolik apokalyptischer Zerstörungslust erkennen kann…

      Bedenken Sie bitte auch, dass diese Aufrufe eine möglichst vielfältige Teilnehmerschaft (O-Ton: „Spektren“) ansprechen und zudem justitiable Eindeutigkeiten vermeiden will. Dennoch ist sie strukturell m.E. mehr als eindeutig, sie hatte ja auch entsprechende Folgen.

      Aber unterschiedliche Textverständnisse und-interpretationen sind ja gerade bei mythologischen Texten stets zu erwarten… 🙂

      Beste Grüße!

      • Sehr geehrter Herr Blume,
        Sie haben Recht, es ist interessant, wie verschieden verschiedene Menschen Texte interpretieren.
        Ich denke nur nicht, der Grund dafür ist, dass es sich um einen „mythologischen Text“ handelt. Wie Sie ja richtig anmerken, ist es ein Demonstrationsaufruf, der verschiedene Spektren ansprechen will. Und deswegen liefert er Begründungen, warum Menschen sich der Demonstration hätten anschließen sollen. Was für Sie beim Lesen des Textes evident ist, ist es für mich nicht. Ja, dem nicht-personalen Akteur „Kapitalismus“ wird eine Übermacht zugeschrieben. Aber die Verfasser und Verfasserinnen schreiben nirgends von einer Dringlichkeit, Machenschaften des bösen Systems aufzudecken, weil sonst ganz Schreckliches geschähe. Das Schreckliche ist ihrer Meinung nach doch schon da, sie nennen das Kapitalismus (das ist, wenn ich es recht verstehe, die Hölle, die der Titel der Demonstration meint).
        Bei Ihnen „evoziert“ die Formulierung von der „stets global aktionsfähigen Herrschaft“ das Bild des Superverschwörers. Diese Evokation bleibt mir unverständlich, weil der Text teils das Gegenteil von dem behauptet, was er bei Ihnen evoziert. Von „durch Gewalt entlarven“ ist da nicht die Rede; dass sich Herrschaft hinter Charaktermasken und Polizisten „verberge“, steht nicht im Text. Dass die Polizei die Herrschenden beschützt, wird als ein Fakt behauptet. Das kann man richtig oder falsch oder ein bisschen richtig oder ein bisschen falsch finden. Nicht behauptet wird aber, dass es sich um eine Konspiration handelt, die die Organisatoren der Demonstration nun kurz vor Machtübernahme der „Bösen“ gerade noch aufgedeckt hätten. Die Herrschaft wird auch nicht als vollständig „global aktionsfähig“ gezeichnet. Ihre Macht wird als beschränkt dargestellt. Der Text nutzt dafür den Begriff des „Gated Capitalism“: Weil der Kapitalismus nicht mehr die Macht habe, überall zu herrschen, konzentriere er seine Macht auf die „verbliebenen Wachstumsinseln“ und lasse die „Armen und Geschundenen vor seinen Küsten und Zäunen ertrinken und verrecken“.
        So will sich bei mir das Bild „durchtriebener, schattenhafter und letztlich übermenschlich begabter Superverschwörer“ beim Lesen des Textes nicht einstellen: nicht durchtrieben, weil nirgends die Herrschenden moralisch qualifiziert werden (nur der Kapitalismus als nicht-personaler Akteur); nicht schattenhaft, weil sie nicht als im Verborgenen agierend beschrieben werden; nicht als übermenschlich, weil nur beschrieben wird, was menschenmöglich ist (Krieg, Terror, Ausbeutung). Und von Superverschwörern, die hinter den im Text als austauschbar dargestellten „Herrschenden“ die Fäden zögen, ist im Text nichts zu finden. Von einer solchen Idee distanziert sich einer der Anmelder in einem Video-Statement auf der Seite (https://g20tohell.blackblogs.org/media/) sogar ausdrücklich: Es ginge ihnen nicht um eine „personalisierte Kritik an einzelnen Funktionsträgern“. Im gleichen Satz spricht er von dem Anliegen, „nachhaltige Proteste“ zu initiieren, um eine „andere Vorstellung von Gesellschaft und Ökonomie zu entwickeln“ (in dem Video: „G20-Welcome to hell – Mobilisierung von Autonomen: Verschränkung von Kämpfen. Wozu schwarzer Block?“ ab min 2:56). Nachhaltige Proteste organisieren, um andere Vorstellungen zu entwickeln, evoziert bei mir auch nicht das Bild einer apokalyptischen Entscheidungsschlacht zwischen Gut und Böse bei einer Demonstration in Hamburg.
        Schöne Grüße

        • Tja, sehr geehrter @chrastorpheus,

          inzwischen haben ja die „Welcome to hell“-Macher mit einer Erklärung nachgelegt, die m.E. an dualistischer und verschwörungsmythologischer Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt. U.a. formulieren sie:

          „Der Kapitalismus ist ein gesellschaftliches Herrschafts- und Gewaltverhältnis, das eine Schneise der Verwüstung hinter sich herzieht: ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich. Eine Schneise der Verwüstung, die Menschen, besonders, aber nicht nur jenseits der Metropolen, allerorten die Lebensgrundlage entzieht. Der ausgerufene Siegeszug des Kapitalismus ist für viele Menschen nicht weniger als die Hölle auf Erden. Wenn wir unser Bündnis „Welcome to Hell“ genannt haben, dann meinten wir genau das: Den Herrschenden ihr G20-Treffen in Hamburg ansatzweise zu der Hölle zu machen, die sie zu verantworten haben und für die sie stehen.“

          Wenn „die Herrschenden“ also „die Hölle“ direkt „zu verantworten haben und für [die] sie stehen“ – dann ist die mythische Identifikation mit dem absoluten Bösen und der Vorwurf einer Superverschwörung nicht mehr ernsthaft wegzuinterpretieren. Welche überempirischen Akteure stehen nochmal für die Hölle..?

          Beachten Sie bitte auch, dass „die Herrschenden“ hier – von Angela Merkel über Justin Trudeau bis zu Wladimir Putin, Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan u.v.m. – dabei auch unterschiedslos in einen Topf geworfen, ihnen verschwörerische Aktionseinheit unterstellt wird! (Während seriöse, realistische Analysen eher ein Zu-wenig an internationaler Kooperation beklagen, beispielsweise beim Umwelt- und Klimaschutz, bei Sozialstandards etc.) Diese Bildung einer angeblich verschwörerisch geschlossen agierenden Gruppe steht in interessantem Kontrast zu den Einlassungen linksextremer Aktivisten, nach der wachsenden Empörung über die entfesselte Gewalt jetzt doch bitte „genau zu differenzieren“…

          Flora-Anwalt Andreas Beuth ruderte inzwischen bei der Bewertung der Krawalle zurück. „Solche Aktionen sind sinnentleerte Gewalt und haben eine Linie überschritten“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“.

          Noch am Samstag hatte Beuth Empörung ausgelöst, als er in der ARD erklärt hatte: „Wir als Autonome und ich als Sprecher der Autonomen haben gewisse Sympathien für solche Aktionen, aber bitte doch nicht im eigenen Viertel, wo wir wohnen. Also warum nicht irgendwie in Pöseldorf oder Blankenese?“
          https://www.welt.de/politik/deutschland/article166514704/Linksautonomes-Zentrum-Rote-Flora-soll-Kindergarten-werden.html

          M.E. bemisst sich der Wert wissenschaftlicher Theorien ja auch immer danach, wie sehr sie in der Lage sind, zukünftige Ereignisse bzw. hier Äußerungen zu prognostizieren! 😉 Wir dürfen wohl leider weitere, verschwörungsmythologisch unterlegte Texte (auch) aus linksextremen Federn bzw. Tastaturen erwarten… Wie ich auch das Verbot extremistischer „Moscheevereine“ befürworte, finde ich die aus Bürgerkreisen stammende Idee sehr gut, die „Rote Flora“ endlich in den Raum des Rechtsstaates zurück zu holen und in einen Kindergarten oder eine Grundschule zu verwandeln.

          Ihnen auch schöne Grüße!

  20. Michael Blume,
    ……Hölle von Hamburg,
    ist bei dieser Formulierung noch eine Steigerung möglich?
    Ich denke man sollte die Kirche im Dorf lassen.

    • Oh ja – und die Hölle aus der Politik…

      Schauen Sie, was die Welcome-to-Hell-Aktivisten nach der Randale getextet haben…

      Der ausgerufene Siegeszug des Kapitalismus ist für viele Menschen nicht weniger als die Hölle auf Erden. Wenn wir unser Bündnis „Welcome to Hell“ genannt haben, dann meinten wir genau das: Den Herrschenden ihr G20-Treffen in Hamburg ansatzweise zu der Hölle zu machen, die sie zu verantworten haben und für die sie stehen.

      Und diese Bewegung versteht sich selbst als aufgeklärt und säkular…

      #WelcometoReligionswissenschaft

      • Die, zumindest „menschlich“ gesehen korrekte, Zielgruppe „Herrschende“ hat in Hamburg aber am allerwenigsten abbekommen.

        Was schließen wir bzgl der Protagonisten daraus?

  21. Sehr geehrter Herr Blume,
    Sie haben Recht, die Presseerklärung des Bündnisses, die Sie zitieren, ist in diesem Absatz nicht sehr differenziert. Aber ich lese diese anders als Sie. Hier werden zwei Akteure als Verursacher von Üblem benannt: ein nicht-personaler, der „Kapitalismus“ (was also nicht zur von Ihnen behaupteten Anwendbarkeit der Theorie von Sacks passt) und ein personaler, die „Herrschenden“. Dazu, wie die „Herrschenden“ sich organisieren, ob offen oder in einer Verschwörung, steht nichts in der Presseerklärung. Dazu schreiben die Organisatoren aber etwas in Ihrem Demonstrationsaufruf. Dort sprechen sie von „Konkurrenz“ zwischen ihnen, von „Konkurrenzdynamik“, von „Konkurrenzlogik“, von „Widersprüchen“ zwischen den Herrschenden. Die „Herrschenden“ werden also nicht in jedem Aspekt in einen Topf geworfen und als „geschlossen agierende Gruppe“ benannt.
    Sie schreiben, Maßstab für den Wert wissenschaftlicher Theorien sei deren Fähigkeit, „zukünftige Ereignisse bzw. hier Äußerungen zu prognostizieren“. Die These Ihres Blogbeitrags, wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist, dass die Organisatoren der Demonstration / gewaltaffine Linksextremisten an eine Verschwörung glauben und dieser Glaube lasse sich, mit Sacks, am „pathologischen Dualismus“ ihrer Argumente erkennen. Wenn dem so wäre, hätte ich auf Grund dieser Theorie erwartet, dass die Organisatoren die „entfesselte Gewalt“ entweder begrüßen, weil sie die vermeintlich angestrebte Apokalypse und damit das Paradies danach ein Stück näher gebracht habe, oder sie verurteilen, weil sie in Wirklichkeit eine Verschwörung der „Bösen“ sei, etwa nur angezettelt von agent provocateurs. Die Äußerugen von Flora-Anwalt Andreas Beuth, die Sie zitieren, benutzen aber keines dieser Argumente. Er distanziert sich von der „sinnentleerten Gewalt“. Diese Äußerung ist durch die These der Verschwörungsgläubigkeit meiner Meinung nach nicht prognostizierbar gewesen. Auch hätte ich die so zwiegespaltene Äußerung von Beuth, er habe „gewisse Sympathien für solche Aktionen, aber bitte doch nicht im eigenen Viertel“ nach der Theorie nicht erwartet und prognostizieren können.
    Schöne Grüße

    • Sehr geehrter @chrastorpheus,

      vielen Dank für Ihre immer diffizilere Argumentation, die mich verblüffend an so manche Diskussion zum Thema Islam und Islamismus erinnert.

      Zukünftige, hermeneutisch spezialisierte Arbeiten können ggf. (Halb-)Distanzierungs- und Differenzierungsversuche auch linksextrem-„theologischer“ Art erkunden. 😉

      Ich denke, wir können es jetzt hier für den Moment belassen und werden in Zukunft sicher einen wacheren Blick auf die Phänomene und Texte bewahren.

      Ihnen lieben Dank für die anregende Debatte und alles Gute!

  22. Ja, das ist merkwürdig…

    Nach der „Internationalen“ erwarten sie (dummerweise, siehe zB Matthäus 5,6) ja gerade keine Hilfe von einem höheren Wesen.

    Aber vermutlich ist die Tranzendenz des Menschen einfach eine Realität.
    Auch für eingebildet primär materialistische (in Wahrheit satanische, die Früchte sprechen wohl für sich, Tod statt Leben, vom „Holodomor“ bis sonstwas) Ideologien.

    PS in der Bibel heißt der finale ewige Himmel übrigens „neues Jerusalem“, die Hölle „feuriger Pfuhl“, werden beide aber zumindest für den Normalbürger erst in ca 1000 Jahren zumindest final relevant.
    „Himmel“ ist eher das für Menschen im Allgemeinen unsichtbare Paralleluniversum in dem die Geistwesen (JHWH, Engel, Satan, Dämonen, vereinfacht, gewissermaßen Außerirdische.. sehr viele Kulturen, Religionen etc.. kennen sowas…) primär leben und handeln.
    Siehe 1. Mose 1,1: im Anfang schuf Gott die (nach aktueller Zählung sinds 4, Universum, „Himmel“, „Totenreich“, hier warten schon geschätzt 100 Milliarden Menschen auf ihre Auferstehung, und feuriger Pfuhl) Himmel (ist immer in der Mehrzahl) und die Erde.

  23. Pingback: Ideologien: Der Untergang taugt nicht als Utopie – Avada Classic

  24. Hallo Herr Dr Blume

    freut mich mal wieder was von Ihnen zu lesen.
    Bin überhaupt nicht überrascht, dass ausrechnet Sie was Kluges zum Thema „Religiöse Muster im linksextremen Denken“ zu sagen haben.

    Sorry, etwas OT: Zum Logo in diesem Blog: „I. Du sollst keine anderen Götter haben“? Ist das nicht das Zweite? Was ist mit „Ich bin der Ewige“?

    Gruss

    YM

    • Was ist mit 5. Mose 18,9-14?
      https://www.bibleserver.com/text/ELB/5.Mose18,9-14

      Leider! (siehe zB Jeremia 7,19) haben die Juden.. (ist ja besonders heute mehr als kompliziert) ihren Gott schon 2 mal umgetauft.

      Er heißt aber nach wie vor JHWH (ok, er hat 2 „beste göttliche Freunde“) .

      Und ist zB (2. Mose 34,6ff) barmherzig (brauchen wir alle), gnädig, langsam zum Zorn, groß an Gnade (brauchen wir alle) und Treue etc.
      🙂 🙂

      Wer will kann das nach wie vor und immer und überall in Anspruch nehmen (zB Psalm 34,23).

      • Eventuell ja noch interessant, 2 kontroverse jüdische Meinungen zum Thema Kommunismus (2 der 3 Erfinder des Marxismus/Kommunismus waren ja Juden, Moses Hess und Karl Marx; Engels war kein Jude aber ein Börsenzocker…; ein zB Kibbuz ist ein sozialistisches Kollektiv, speziell früher auch „Kommune“ etc, und Israel soll im Gendermainstreaming führend sein, „Soldatinnen“ etc).

        Die Meinung der eventuell anti-antisemitischsten Seite im Netz:
        http://www.antisemitismus.net/klassiker/1935/1935-1-03.htm

        Die Meinung der Orthodoxen:
        http://www.derisraelit.org/p/der-sozialismus-seine-theorie-und.html

        • Ach, @rap, „danke“, dass Sie uns mal wieder an antijüdischen Verschwörungsglauben erinnern… Ob Kommunismus oder Kapitalismus, ob Krieg oder Frieden – für manche ist immer „der Jude“ Schuld… Wenn ich schon lese „Engels war kein Jude aber ein Börsenzocker…“ – was für eine üble Verknüpfung von Klischees ist das denn? Wenn ein Christ bzw. Konfessionsloser ein Finanzspekulant ist, dann ist das für Sie dennoch „jüdisch“? :-/

          Tatsächlich wurde Karl Marx im Alter von 6 Jahren evangelisch getauft und hat sich später sehr abfällig über das Judentum geäußert. Und selbstverständlich waren (und sind) Jüdinnen und Juden an den meisten geistigen Strömungen des Westens beteiligt: Sie pflegten aus ihren religiösen Traditionen heraus ein überdurchschnittlich starkes Bildungsengagement, die Religiöseren auch kinderreiche Familien und als Diskriminierte und Verfolgte hatten sie oft jeden Grund, Bestehendes zu hinterfragen, auf Reformen und Entwicklungen zu drängen. Damit hatten sie an den geistigen Errungenschaften und Entdeckungen, aber selbstverständlich auch an den Irrtümern unserer Welt ihren Anteil. Das Gleiche ließe sich übrigens über evangelische Pfarrhäuser sagen, die ab dem 16. Jahrhundert das westliche Geistesleben prägten. Es braucht also wirklich keine absurden Verschwörungsmythen mit jüdischen Superverschwörern zur Erklärung dieser Umstände. Jüdinnen und Juden sind Menschen wie Sie und ich, nicht besser, nicht schlechter und es gibt überall „sotte und sotte“, wie der Schwabe weiß.

          Und selbstverständlich steht auch „Der Israelit“ nicht für „die Meinung der Orthodoxen“, unter denen es vielmehr eine sehr breite und eher zunehmende Meinungsvielfalt gibt, vgl. hier…
          http://www.sciebooks.de/cms/books/die-haredim

          Bitte unterlassen Sie also in Zukunft hier antisemitische Trollereien, für so einen Quark ist mir echt die Zeit zu schade…

          • Teilweise Ihre Projektion…

            Mit Engels „war ein Börsenzocker“ wollte ich nur auf die bodenlose kommunistische Heuchelei hinweisen („sind ja auch immer einige gleicher als andere“, etc).
            Und auch Marx war wohl nicht gerade ein Menschenfreund.

            Weiterhin definiert sich das Judentum über die biologische Geburt und nicht über die Religion (ok, die Orthodoxen sehen das wohl etwas anders…).

            Nach der Halacha, dem jüdischen Gesetz, ist man primär (Konversionen sind auch legal) Jude wenn (tanachwidrig) die Mutter Jüdin war (zur Zeit des 3. Reichs haben auch Juden denBegriff „jüdische Rasse“ benutzt, Rasse wurde damals so wie heute Volk benutzt).

            Sie wollen den Juden doch wohl nicht vorschreiben wer Jude ist und wer nicht?

            Dass Marx das (heute ja talmudische, oder schlimmer, kabbalaistische) Judentum nicht mochte ist aus mehreren Gründen verständlich.
            Auch wie der materialistische Marxismus ja alle Religionen haßt (dito wohl auch der Atheismus).
            Vermutlich samt ihrer Mitglieder (also ca 80% der Menschheit die ja irgendwie religiös.. sind).

            Vermutlich gibt es auch eine Verbindung zwischen der Kabbala (mit deren Hilfe soll man werden wie Gott, bzw „G´tt“, was ja eigentlich aus vielen Gründen schon mal weder grundsätzlich geht noch nötig ist, und ja auch schon mal.. voll gescheitert ist, da Satan im Prinzip immer lügt) und dem Marxismus.

            Auch neulich auf eine Freimaurerseite gelesen: „die Kabbala ist das Herz der Freimaurerei“… (die „Mauerei“ hat mit dem Tempel Salomos zu tun, auf Salomo bezieht sich ja auch innerbiblisch die 666, etc)

            Hab aber keine Lust mich zu viel mit dem Bösen zu beschäftigen.

            PS dass die Orthodoxen von deristraelit nicht zu gut auf die Zionisten zu spechen sind hat, wenn man sich ein bißchen auskennt (wäre doch mal was für die „Wissen“schaft) völlig nachvollziehbare Gründe…

            Übrigens bestätigen sie hier eine der Behauptungen der Nazis: dass die zB US-Zionisten mit den Warenboykotten angefangen haben.
            https://derisraelit.wordpress.com/2010/04/26/weiter-in-der-debatte-zu-stephen-wise/
            Warum sollten die Nachfahren der Holocaustopfer den Rechten recht geben?

            PS2 Nach der Offenbarung des Johannes wird der mittelfristig kommende Weltdiktator Antichrist (Anti- heißt ja auch „statt“, er wird sich lügend als Welterlöser ausgeben) von Jerusalem aus regieren (siehe Offenbarung 11, nachdem er Mose und Elia getötet hat, zum physisch wiederkommenden Elia siehe Maleachi 3,23, auch Armageddon, die „Schlacht“ des Messias gegen den AC 3,5 Jahre später, ist in Israel) und einen „hellenistischen Geist“ (das griechische Weltreich „kommt wieder“, nicht das römische, das „Tier“ des AC in Offenbarung 13 ist der Panther/Leopard aus Daniel 7) haben. Und „Hellenismus“ heißt ja, neben vielem anderen Miesen, auch „Planwirtschaft“.

            PS3 im Gegensatz zu den Nazis versuche ich zwischen den ganzen jüdischen Gruppierungen zu differenzieren. Gab zur Zeit des Nazireichs ja mindestens 5: Orthodoxe, Säkulare, Kommunisten, Zionisten und „Finanzeliten“.
            Die „Protokolle der Weisen von Zion“ sind nicht nur wohl eine Fälschung sondern auch noch eine doppelte! false flag operation.
            Die die ausgerechnet die religiösen Juden (damals die „Ostjuden“) anschwärzt die von allen jüdischen Gruppierungen am wenigsten mit der „Weltherrschaft“ zu tun haben.
            Leider hat auch der Papst damals dem Katholiken Hitler (neben anderem zB dass im „neuen Bund“ Gewalt keine legitime Option mehr ist, für niemanden!, „wer das Schwert nimmt wird durchs Schwert umkommen“ etc) nicht erzählt dass der biblische JHWH alle die in den „Protokollen“ beschriebenen Taktiken haßt.
            Dass „Hebräer“ alles das im Auftrag ihres „Nationaldämons JHWH“ tun sollten, wie in den Protokollen behauptet, ist völligst ausgeschlossen.

            Die „Protokolle“ waren eine Falle (genauso wie zB Polen).
            Und die neopaganen Nazis sind voll hineingetappt (ok…, Kurzform).

          • PS der Arierquatsch (war genau so inden anderen Kolonialstatten vorhanden, die weißte britische rasse soll über diewElt herrschen, den Mist haben sie ja noch heute im Hirn, ok, Teile der City of London sind diesbezüglich nach wie vor im Geschäft) kommt übrigens erstmal aus der Theosophie.
            Die Arier sollen ja die 5. Rasse der 7 Wurzelrassen sein.
            Und die vollokkulte Madame Blavatsky hatte naturgemäß was gegen das Christentum, dito Judentum.

            Das gäbe doch mal eine schönen aufklärenden Artikel:
            die geistlich-religiösen Wurzeln des Nationalsozialismus.
            Incl. der germanisch-„keltische“ (-> „Chiemsee-kessel“ -> Wewelsburg, der Hort der „Kriegerelite SS“, damals normal falsches Männerbild -> babylonische „schwarze Sonne“ etc) und buddhistischen Zweige (das Hakenkreuz ist buddistisch).

            Aber dann kommt man aber auch schon schnell zur Anthroposophie und zur Kabbala.
            Und zum Rest der Religionsgeschichte… (biblische Dämonen/Götzen „Isais“/Isis/Istar, schwarze Sonne, Untersberg etc etc)

            An die völlig bibelwidrige (siehe nur zB Daniel 12,13)Wiedergeburt/Reinkarnation haben ja sowohl die Nazis wie die Juden (-> „Gilgul“) geglaubt….

            Gibt dazu interessante und verbindende Gedanken (der bisherige mir bekannte Gipfel der Skurrilität):
            https://anthrowiki.at/Yonassan_Gershom

            Alles eigentlich eine Steilvorlage für einen Religionswissenschaftler .

            Man sollte allerdings auch erleuchtend die Bibel (ist immer noch mit Abstand das meistverkaufteste, meistübersetzte und relevanteste Buch der Menschheit, egal wie oft sie die Atheisten aus den diversen Listen löschen, wie ja auch Abraham und Jesus die objektiv einflußreichsten Menschen der Menschheitsgeschichte waren/sind, waren /sind beide ein Segen) kennen und verstehen.

            (Hab übrigens neulich durch Gerald Pollack´s „Wasser: viel mehr als H2O“, gibt auch einleitend ein 1h:40 Video dazu, einen sehr tiefgreifende und überraschende Erkenntnis über den biblischen Schöpfungsbericht bekommen, der ist so genial, dito die Offenbarung, dass ihn scheinbar keiner versteht…)

            PS2 der „finale Golem“ wird schon in Offenbarung 13 angekündigt…!

            PS3 die oberflächlichste Ebene:
            das british empire wollte das neuentstandene deutsche Reich als Macht- und Wirtschaftskonkurrent vernichten.
            Stalin wollte Deutschland final in Traumreich der Kollektive zwingen (siehe zB : „Stalins verhinderter Erstschlag“).
            die Nazis wollten Deutschland ausschließlich (einfach mal „mein Kampf“ lesen, Hitler wollte es ausdrücklich nicht! wie „Alex „“der Große““ machen: die Welt erobern) als selbständiges Land erhalten (was im Vergleich mit anderen Weltmächten pragmatisch eine größere Landesfläche verlangte damit man nicht wieder gleich neu plattgemacht wird, steht alles in mein Kampf, Hitler hat aufgrund seiner Biografie 🙁 verstanden dass die Welt ein Haifischbecken ist 🙁 und er wollte schlicht dass Deutschland ein Hai, unter den andere Haien, ist und kein Hering, christlich-geistliche Maßstäbe kannte er leider nur bedingt).

            Welche der 3 Parteien hatte wohl die größte moralische Legitimation?

          • Lieber @rap,

            nun habe ich noch zwei Ihrer – nun ja – „Kommentare“ freigeschaltet, da sie für sich sprechen und das Thema „Verschwörungsglauben“ bzw. rechtsextreme Esoterik gut illustrieren. Jetzt muss es aber auch erstmal reichen, bitte verwenden Sie keine Zeit auf das Erstellen weiterer Traktate.

            Ihnen alles Gute und möglichst erfreuliche Begegnungen im echten Leben.

  25. Doch besondere Wut richtet sich gegen die „kleinen Leute“, die „das System“ dadurch am Leben halten, dass sie arbeiten, wählen, Kinder erziehen, Autos besitzen und sich vielleicht gar in Kirchen, Vereinen oder Initiativen für Verbesserungen der realen Welt engagieren.

    In der Tat, schön, dass das mal so herausgearbeitet wird.

    Ansonsten ist es noch so, dass politische Extremisten fast durchgehend Kollektivisten (heutzutage gerade auch : theozentrische) sind, diese Aussage ist sicherlich empirisch begründbar, auch wenn es vereinzelt bspw. im erweiterten liberalen Spektrum Anarchisten gibt, die gefährlich sind, und im politisch konservativen Spektrum ebenfalls gesucht und gefunden werden kann.

    Sie sind da, lieber Herr Dr. Blume, vielleicht gelegentlich ein wenig zu locker, wenn Sie im konservativen politischen Spektrum Rechtsextreme feststellen, die keine Kollektivisten sind. [1]
    Der Rechtsextremismus ist keine Folge von „konservativ/rechts -> rechter -> am rechtesten“, eine diesbezügliche Kontinuität gibt es nicht, sondern die Konservativen hatten in den Parlamenten das Pech, dass rechts neben ihnen die nationalistischen Kollektivisten zu sitzen kamen, der rein praktische Grund war, weil sich diese ansonsten mit den ganz links sitzenden internationalistischen Kollektivisten geprügelt hätte, im Parlament, lol.

    MFG
    Dr. Webbaer

    [1]
    Es ist wohl rechtlich in der BRD so, dass im Rahmen der Freiheit der Meinungsäußerung Personen als ‚rechtsextrem‘ bezeichnet werden können, auch wenn sie dies nicht sind, und Personen nicht als ‚Nationalsozialisten‘ oder ‚Kommunisten‘ bezeichnet werden können, wenn sie dies nicht sind.
    Die bundesdeutsche Rechtspflege unterscheidet hier „fein“ zwischen Meinung und Tatsachenbehauptung. Was natürlich zweifelhaft ist.

  26. Bonuskommentar zum „Pathologischen Dualismus“ :

    Es ist oft nicht einmal „Verschwörungstheorie / Verschwörungsmythos“, der Leute dazu anleitet wie vorgestellt zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, sondern besondere unangemessene Stringenz in der politischen Analyse, Borniertheit.
    So hat der Schreiber dieser Zeilen mehr als einmal Leutz kennengelernt, die als Pazifisten Weltkriege führen würden, um für sie den Idealzustand der Freiheit vom Krieg zu erreichen.
    Der Gag ist ja immer auch, dass es Nationalsozialisten, Kommunisten und bspw. Kräfte des „Islamischen Staats“ gut meinen.

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