Energiedemokratie – Ein Begriff mit hoher Relevanz für Wirtschaft, Politik und auch Religion(en)

Letztes Jahr begegnete ich dem Begriff „Energy Democracy“ das erste Mal und war von dem Gedanken sofort fasziniert – denn er stellte gewissermassen das Gegenstück zur von mir auf Politik und Religion(en) angewandten (Öl- und Gas-)Rentierstaatstheorie dar. Diese beobachtet: Wenn in einem Staat die Einkünfte – beispielsweise aus Öl und Gas – in den Händen weniger liegen, so werden autoritäre Staatsformen, Korruption und Gewalt dominieren. Die autoritäre Theokratie in Saudi-Arabien und der weltweite „Export“ des islamisch-extremen Wahhabismus wären ohne die enormen Ölfelder des Landes beispielsweise nicht denkbar – ebensowenig die autoritären und gewalttätigen Regime etwa in Russland und Venezuela.

In „Energy Democracy“ von Arne Jungjohann und Craig Morris stellen die beiden Autoren das Gegenmodell vor: Wo Energie dezentral erzeugt wird – etwa durch Privathaushalte, Energiegenossenschaften und Stadtwerke – wird die Bürgergesellschaft wirtschaftlich und politisch (und ich würde hinzufügen: auch religiös) gestärkt.

Energy Democracy. Germany’s ENERGIEWENDE to Renewables“ von Craig Morris & Arne Jungjohann, palgrave macmillan 2016

Die in Deutschland lange von den Grünen beförderte und dann unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeleitete Energiewende hin zu erneuerbaren Energien könnte demnach nicht nur CO2-Emmissionen reduzieren, sondern auch demokratische Werte voranbringen – von Brandenburger Dörfern über die arabische Welt bis nach Venezuela. Eine engagierte Energiepolitik würde damit auch Umweltschutz, Verteilungsgerechtigkeit und Menschenrechte stärken.

So habe ich nach den Erfahrungen im Irak auch erstmals ein Elektroauto (einen Renault Zoe Intens) erworben und es so organisiert, dass ich ihn bisher aus 100% regionalem Solarstrom laden kann. Doch käme dieser Solarstrom beispielsweise zentral aus der Sahara – wie es von Desertec erwogen wurde – so könnten durchaus neue, rentierstaatliche Strukturen entstehen. Der Clou des Energiedemokratie-Modells ist also nicht nur die Umstellung auf erneuerbare Energien, sondern ihre möglichst dezentrale Erzeugung!

Bewährt sich bislang mit 300+ km Reichweite und bis zu fünf Mitfahrenden hervorragend im Alltag: Der Renault Zoe Intens. Foto: Michael Blume

Das Energiedemokratie-Modell weist jedoch darüber hinaus auch auf die Probleme knapper Rohstoffe hin. Wenn beispielsweise für Batterien, Stromleitungen und -module sog. „Seltene Erden“ aus China oder Coltan aus der Demokratischen Republik Kongo importiert werden müssen, so treten die nächsten Engpässe und künftigen Rentierstaaten auf. Klug ist es daher, durch frühzeitige Forschung und Entwicklung, aber auch durch Einsparung und Recycling Rohstoffengpässe und -abhängigkeiten zu vermeiden und zu verringern. Schon gibt es Meldungen über Durchbrüche für neue Batterien auf der Basis von Glas und Natrium (wir werden sehen…) – und dabei hat beispielsweise die deutsche Industrie bislang noch kaum in die Forschung von Post-Öltechnologien investiert.

Auch in der Entwicklungszusammenarbeit lässt sich meines Erachtens „Energiedemokratie“ sehr gut fördern. Ein aufstrebendes Afrika könnte seinen wachsenden Energiehunger direkt dezentral aus Wind und Sonne stillen. Und das deutsche Bundesland Baden-Württemberg nahm nicht nur 1.000 besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak auf, sondern förderte auch Projekte in der Region Dohuk, um die Bleibe- und Wiederaufbauperspektiven für die Inlandsflüchtlinge zu verbessern. Besonders beeindruckend finde ich dabei ein Projekt der GIZ, das 1. auf die Wiedergewinnung von Wertstoffen zielt und damit auch die Umwelt entlastet, 2. Arbeitsplätze für Frauen und Männer, Flüchtlinge und Ansässige, Yeziden und Muslime schafft und 3. auch noch Wachstumschancen für die Nichtöl-Wirtschaft und die Landwirtschaft erschließt. Mir ist klar, dass es solche dezentralen Ansätze kaum je in die „großen Medien“ schaffen werden – doch ich glaube, genau solche Projekte weisen in die Zukunft!

Und so halte ich den Ansatz der „Energiedemokratie“ für eines der chancenreichsten, interdisziplinären Themen zwischen Natur-, Politik- und Religionswissenschaften. Es gehört zu den Lösungsvorschlägen, die ich in „Islam in der Krise“ (2017) präsentiere und wird auch hier auf dem Blog immer mal wieder Thema sein.

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und spezialisierte sich auf die Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Hat auch manches erlebt und überlebt...

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  1. Wo Energie dezentral erzeugt wird – etwa durch Privathaushalte, Energiegenossenschaften und Stadtwerke – wird die Bürgergesellschaft wirtschaftlich und politisch (und ich würde hinzufügen: auch religiös) gestärkt.

    Vielleicht, ganz klar ist dies einigen zumindest nicht.
    Zudem könnte auf die Idee gekommen werden, dass die Produktion generell lokalisiert werden soll, so dass bspw. auch die Produktion von Lebensmitteln oder Produkten aller Art lokal / dezentral / bürgerlich erfolgen soll – was ein wenig an den „Großen Sprung“ von Mao erinnert, konzeptionell, wodurch allerdings die Idee an sich nicht entscheidend in Frage gestellt ist.

    Helfen bei der Beantwortung dieser Fragen tun vielleicht Wirtschaftlichkeitsüberlegungen.
    Ist diese dezentrale / bürgerliche Produktion wirtschaftlich?
    Wie wird bspw. Solarenergie gespeichert?
    Wie verteilt?

    An sich könnte es sein, dass Energieautonomie oder Autonomie Lebensmittel meinend die Bürgergesellschaft / aufklärerische Demokratie stärkt.
    Es ist jedenfalls unklar oder schlecht zu begründen, dass sie dies nicht tun könnte, sondern sogar schadet.

    Die bundesdeutsche sogenannte Energiewende wird hier negativ gesehen, denn die Kostenfrage ist mittlerweile klar negativ beantwortet und zudem scheint es so, dass vor allem Ängste politisch genutzt und verwaltet werden, von der politischen Klasse, wobei sich hier auch keine besondere Kohärenz ergibt, denn einerseits an den atmosphärischen CO2-Ausstoß heranzugehen und andererseits die friedliche Nutzung der Kernenergie zu beenden, passt nicht zusammen: Angst essen Ratio auf, sozusagen.

    Insofern, aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen, nette Idee das mit der ‚Energy Democracy‘, aber praktisch nicht hilfreich, auch nicht hilfreich für die Developing Countries (denen vermutlich nur kulturell nachhaltig zu helfen sein wird, die Wirtschaftskultur sieht dort oft mau aus, wobei „Fernost“ sich allerdings prächtig entwickelt hat).

    MFG + schönes Wochenende,
    Dr. Webbaer

  2. Eine rein dezentrale Energieversorgung liegt noch in ferner Zukunft. Für Deutschland ist nämlich die Windenergie am vielversprechensten – weil saisonal am Gleichmässigsten -, und Wind ist entlang der Küste stärker. Zudem: Wer sich selbst mit Energie versorgt ist zwar energetisch autark, doch ist er damit mächtiger, autonomer? Gegenseitige Abhängigkeiten gibt es nämlich in vielen Bereichen und um Energie kümmern wollen sich die meisten gar nicht. Es reicht den Meisten, wenn sie den Schalter drücken können.

    • @ Herr Holzherr :

      Wer sich selbst mit Energie versorgt ist zwar energetisch autark, doch ist er damit mächtiger, autonomer?

      Er wäre dann selbst(st)ändiger und eigengesetzlicher sozusagen.
      Die Frage, die sich stellt, ist die nach dem Sinn, Sie zitierend:

      Gegenseitige Abhängigkeiten gibt es nämlich in vielen Bereichen und um Energie kümmern wollen sich die meisten gar nicht.

      Hier stellt sich die Frage, nach den Staatsaufgaben und nach den Aufgaben der privaten Wirtschaft.
      Die Staatsaufgaben wären grob skizziert mit der Verwaltung der Macht („Demokratie“), der Wahrung der inneren („Rechtspflege“) und äußeren Sicherheit („Militär“) und der Sicherung des Fortkommens Einzelner („Freiheit der Meinungsäußerung“, „genug Fressie / Sozialstaat“) aus liberaler Sicht womöglich hinreichend beschrieben, die Aufgaben der Privatwirtschaft mit „Medien“, „Produktion“, „Dienstleistung“ und „Arbeitsplatz“.

      Insofern müssten in einem funktionierenden Gemeinwesen, das ohnehin benötigt wird, weil ansonsten „alles kaputt geht“, die vornehmen („vorzunehmenden“) Aufgaben der Individuen gerade nicht in der Energieversorgung zu finden sein.
      Andererseits, stehen Energie produzierende Einheiten, bspw. Solarzellen, kostengünstig, jedenfalls für Individuen wirtschaftlich bereit, können bspw. Wohnhäuser wirtschaftlich mit Solarzellen „bepflastert“ werden, wäre dies gut.
      Sofern die vom Staat oder von Privatunternehmen bereit gestellte Infrastruktur dies unterstützt.
      Ähnlich gilt es für die Nahrungsversorgung, wobei es hier wohl utopisch wird.

      Nicht gut wäre, wenn das Individuum Zeit in Energieversorgung investieren müsste, denn dies ist nicht seine Aufgabe, womöglich wollen Sie darauf hinaus, Herr Holzherr.

      MFG
      Dr. Webbaer

      • Zu Bedenken: Wer selbsterzeugten Solarstrom im Überschussfall (über einigen sonnigen Mittag) ins Netz einspeist und umgekehrt in einer Mangelsituation (Nacht, Winter) wieder Strom aus dem Netz bezieht, ist weder autonom noch enlastet er das Netz. Im Gegenteil: er wälzt mit einem solchen Verhalten alle Probleme auf den Netzbetreiber ab und verteuert das Gesamtsystem. Nur wer Off-Grid geht, entlastet das Netz und ist wirklich autonom. Heute macht das kaum jemand weswegen ich auch davon spreche, dass eine echt dezentrale Strom- und Energieversorgung noch in weiter Ferne ist.

        • @Martin Holzherr

          Schon jetzt produzieren Haushalte nicht nur Strom, sondern speichern ihn auch. Auch mein Elektroauto wird grundsätzlich tags geladen, wenn Solarenergie anfließt.

          Vor allem aber entwickeln sich schnell immer bessere Konzepte der intelligenten Energienetze („Smart Grids“), die ähnlich wie das Internet dezentral organisiert sind:
          http://www.photovoltaik.org/wissen/smart-grid

          Auch wenn der Weg noch weit ist, die ersten Schritte sind gegangen: Nicht nur die Produktion, auch die Speicherung und Kalkulation von Energie wandert aus wenigen Zentralen zu den Bürgerinnen und Bürgern. 🙂

      • @Martin Holzherr, @Webbaer

        Da jedes Leben in technologisierten Zivilisationen Energieverbrauch erfordert, geht Energieproduktion mit höherer „Macht, Autonomie“ einher. Wirtschaftlich macht es einen enormen Unterschied, ob das Geld an wenige Energieproduzenten (z.B. nach Saudi-Arabien, USA, Iran oder Russland) fließt, oder aber in der regionalen Bürgerschaft zirkuliert. Und zwar nicht zwingend die Einzelnen, wohl aber die Region insgesamt gewinnen damit neben der wirtschaftlichen auch politische Autonomie.

        • Wenn deutsche Regionen energieunabhängig werden so sparen sie damit kaum Geld, denn 1) die Energiekosten sind in D nur ein kleiner Anteil an den Gesamtkosten 2) Energieimporte sind tendenziell billiger als selbsterzeugte Energie weil D ein Hochkostenland ist

          Wer allerdings kein Öl,mehr verbraucht, der macht Ländern wie Saudiarabien, Russland oder Venezuela Probleme, weil deren Ökonomien so stark vom Erdöl abhängen.

          • @Martin Holzherr

            Das ist nun natürlich ein ebenso sinniges wie bekanntes Argumentationsmuster: Erst zu behaupten, dass Alles so schwer und unlösbar sei – und dann umschwenkend zu erklären, es sei vielleicht doch möglich, bringe aber nicht viel. Typisch Deutsch, würde ich sagen! 😀

            Tatsächlich schwächen niedrige Ölpreise die Regime in Saudi-Arabien, Russland und Venezuela – was mittelfristig gerade auch für diese Gesellschaften nur gut sein kann!

            Wenn beispielsweise Saudi-Arabien inzwischen zunehmend entschieden seine „Vision 2030“ vorantreibt und dabei die Abhängigkeit vom Öl verringern, Bildung, Rechtsstaatlichkeit und die Erwerbsbeteiligung auch von Frauen fördern möchte, dann eben deswegen, weil ihnen langsam das Ende des Rentierstaatsmodells dämmert…
            http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/saudischer-koenig-treibt-reform-vision-2030-voran-14221632.html

            Wer mit dem Verbrennungsmotor zur Pegida-Demonstration fährt (und also direkt die Regime und Extremismen finanziert, die er dann lauthals bejammert) ist entweder ungebildet oder ein Heuchler. Wir alle können dazu beitragen, die Logiken und Finanzströme der Extremisten aufzudecken und abzuschalten.

          • Für Deutschland ist es in der Tat einfacher auf andere Energiequellen umzusteigen als für ärmere Länder, weil die Energiekosten in D einen viel kleineren Anteil an den Gesamtausgaben haben.
            Sie plädieren für diesen Umstieg wegen der angeblich damit einhergehenden Demokratisierung. Für mich ist das aber kein überzeugendes Argument, damit könnte man sogar den Weiterbetrieb der Braunkohlekraftwerke in der Lausitz rechtfertigen, denn Lokal nützt das den Leuten dort. Für mich ist die Dekarbonisierung der Wirtschaft das Entscheidende, denn im Unterschied zu Ihnen halte ich den Klimawandel für potenziell gefährlich. Ob die CO2 arme Energie nun dezentral/lokal oder EU-weit (und dann verteilt), erzeugt wird, ist für mich nicht so wichtig.
            Dass Saudi-Arabien, Russland und Venezuela bald einmal ohne Öl auskommen müssen, das ist gar nicht schlecht, da stimme ich Ihnen zu.

          • Lieber @Martin Holzherr,

            wo hätte ich jemals geschrieben, dass ich den Klimawandel für ungefährlich hielte? Das ist nun aber schon eine starke Unterstellung, muss so etwas sein? Zum Beispiel hier spreche ich mich doch ausdrücklich – und unter Einsatz eigener Mittel – für eine vollständige Dekarbonisierung aus und würdige in „Öl- und Glaubenskriege“ ausdrücklich die entsprechenden Zielsetzungen unserer Kanzlerin u.a. auf dem letzten G7:
            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dekarbonisierungskugel-fuer-den-weltfrieden-meine-erste-erfahrungen-mit-dem-elektro-renault-zoe/

            M.E. ist die Energiedemokratie neben den CO2-Emmissionen eine zweite Dimension der Energiewende!

            So profitieren gerade auch ärmere Menschen und Länder, wenn die Energiepreise sinken – und leiden besonders, wenn sie steigen! Auch habe ich oben einen (von inzwischen mehreren!) spektrum-Artikeln verlinkt, die aufzeigen, dass gerade auch ärmere Länder etwa in Afrika direkt in erneuerbare Energien investieren können, statt Milliardensummen an Öl-Rentierstaaten abzuführen!

            Umso mehr also auch in wohlhabenderen Ländern in erneuerbare Energien investiert wird, umso stärker profitieren davon auch die Ärmeren! Ärmere Regionen, die ihre Energie selbst produzieren, werden sich wirtschaftlich, sozial und auch politisch besser entwickeln als solche, die von Energieimporten und globalen Preisschwankungen völlig abhängig sind…

          • @Michael Blume. Ich erinnere mich, dass sie in früheren Beiträgen den Klimawandel ( Anstieg der Temperaturen um 2 Grad) für ein kleineres Problem hielten. In jüngster Zeit schreiben sie aber Anderes, das stimmt.
            Sie haben auch völlig recht damit, dass Energieporte für arme Länder zu teuer sind. Doch selbst in Afrika kann eine rein dezentrale Energieversorgung allenfalls die Landbevölkerung unabhängig machen, die schnell wachsenden Grossstädte dagegen benötigen eher Transmissionslinien, die den Strom von z.B. Megawasserkraftwerken herleiten.

          • @Michael Blume: da hab ich mich wohl geirrt (falsch erinnert): ich fand keine klimaskeptischen Beiträge von Ihnen. Im Gegenteil: seit 2012 wird der Klimawandel mehrmals als wichtiges Faktum erwähnt (einmal erscheint eine Auswertung von Nat Silver, die bei Protestanten mehr Klimaskepsis vorfindet, nur so nebenbei). Ich nehm die Aussage, der Klimawandel sei für sie nicht so wichtig voll zurück.

          • Vielen Dank für die Klarstellung, @Martin Holzherr! Tatsächlich habe ich die Befunde zum Klimawandel nie in Zweifel gezogen, sie erscheinen mir interdisziplinär überzeugend.

            Allerdings habe ich mehrfach zum kulturgeschichtlich spannenden Hype und Mythos des „Waldsterbens“ gepostet, der auf wissenschaftlich schwächer Grundlage stand und zumindest in seinem Alarmismus ja auch empirisch widerlegt wurde.
            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erst-stirbt-der-wald-dann-du-die-dissertation-von-birgit-metzger-zum-waldsterben-und-waldmythos/

            Vielleicht kam es da zu einer Verwechslung, nichts für ungut… 🙂

        • Klingt schon plausibel, werter Herr Dr. Blume, was Sie (auch) hier so schreiben, allerdings ist die Energiewirtschaft nur ein Aspekt der Zivilisation und vermutlich überschätzen Sie die gesellschaftlichen Auswirkungen, wenn es vielleicht in einiger Zeit so weit kommen wird, dass in Hausanlagen massenhaft Solarenergie gewonnen und gespeichert wird.
          Nur zum Vergleich angemerkt : Dr. Webbaer, der im Bereich der netzwerkbasierten Kommunikation mehr als 35 Jahre dabei ist, hat sich vom Web einiges versprochen, auch gehofft, dass die letztlich dort immer mögliche offene Kommunikation, dann verschlüsselt, zivilisatorisch einiges anstößt, gerade in Developing Countries, was aber nur begrenzt der Fall war.
          (Stattdessen haben sich „politisch korrekte“ Meinungsträger auch im Web durchgesetzt und sind noch dabei dies zu tun, Stichworte : Netzwerkdurchsetzungsgesetz, zunehmende Zensur in den sogenannten sozialen Netzwerken. Stattdessen wird eine Art Krieg um die Medien geführt, der US-amerikanische Präsident führt ihn witzigerweise an. – In den Developing Countries ist dem Schreiber dieser Zeilen ebenfalls kein besonderer gesellschaftlicher Nutzen des Webs aufgefallen, die Lage deterioriert stattdessen eher.)

          • @Webbaer

            Ich kann Ihren Frust verstehen, möchte jedoch im historischen Rückblick für Ausdauer plädieren: Auch die Einführung des Buchdrucks führte nicht unmittelbar nur zu Verbesserungen, sondern erschütterte erst einmal die bestehenden Institutionen (inklusive Hexenverfolgungen, Reformation und Konfessionskriegen), die sich zum Teil auch mit Repression zu wehren versuchten (z.B. katholischer Index, Verbot des Drucks arabischer Buchstaben in der islamischen Welt usw.). Doch auf Dauer setzten sich konstruktive Elemente des entstehenden Bildungsbürgertums durch und es entfalteten sich Humanismus und Aufklärung inner- und dann auch außerhalb der Religionen.

            Wir befinden uns derzeit in einem – allerdings noch sehr viel schneller verlaufenden – vergleichbaren Umbruch, in dem Neues und Repressives, Helles und Dunkles nebeneinander auftreten und miteinander ringen. Auch Sie selbst sind Teil des Geschehens, u.a. durch die Blogs und Bücher, die Sie nachfragen und kommentieren. Und neue Generationen machen sich bereit…
            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/digitale-hausarbeiten-wie-mich-studierende-des-kit-karlsruhe-begeisterten/

            Selbstverständlich markieren auch die Ansätze der Energiedemokratie nicht das Ende der Geschichte – doch sie stärken die demokratischen und liberalen Kräfte und schwächen die Autoritären und Bildungsverweigerer. Die Ölpreiskurve ist eben auch eine globale Fieberkurve – und diese sieht schon seit einiger Zeit nicht mehr so schlecht aus… #CarbonBubble

          • Herr Dr. Blume, Ihr Wort in Gottes Ohr, vielleicht haben Sie recht.
            MFG
            Wb

  3. „Der König ist tot, es lebe die … (?) – ja, DEMOKRATIE!“

    Solange Demokratie von den Bedingungen/Symptomen des Wettbewerbs DIKTIERT wird, ist alles nur Spaltung (Psychose), Konfusion (Neurose), FASCHISMUS („Massenbewusstsein“ im „Recht des Stärkeren“) – Einer der daraus entstandenen Geld-Könige wird den nächsten Krieg schon finanzieren, weil er völlig durchgeknallt denkt …

  4. Na ist doch klar: WIRKLICH-WAHRHAFTIGE Demokratie, OHNE den Imperialismus des „freiheitlichen“ WETTBEWERBs, auf der Basis eines UNKORRUMPIERBAREN Menschenrechts von KOSTENLOSER Nahrung, MIETFREIEM Wohnen und KASSEN-/KLASSENLOSER Gesundheit, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen.

    Tja, da unsere „Linken“ auch vom Parlamentarismus verkommene Subjekte sind, und die richtigen Worte wie Verstaatlichung nicht in den Mund und ihr Programm nehmen, liegt es an der „Macht der Strasse“, ob dies zur GLOBALEN Einführung gelangt.

    Auf jeden Fall ist dies ein vernünftigeres Konstrukt zum Nachdenken, Diskutieren und Bücherschreiben – nur der GEISTIGE STILLSTAND und der systemrationale Kommunikationsmüll skandiert: GEHT NICHT, HATTEN WIR SCHON!

    • Nun, lieber @hto – auf dem Wegbzu diesem „irdischen Paradies“ sind doch sinnigerweise die sozialen Marktwirtschaften sehr viel weiter gekommen als die Sozialismen, die Armut und Flucht hinterließen. Sogar das bedingungslose Grundeinkommen wird im Kontext sozialer Marktwirtschaften bereits diskutiert und experimentell erprobt.

      Auch die ergrauenden „Linken“ wurden doch erst in den Parlamentarismus gezwungen, da ihr SED-Staat zuvor zusammenbrach und die Menschen zu Millionen mit den Füßen abstimmten… 😀

      Interessehalber: Was halten Sie von der MLPD?

  5. @Blume

    „Sogar das bedingungslose Grundeinkommen …“

    UNKORRUMPIERBAR muss es sein! In der Form wie das BGE aber diskutiert wird, ist es NICHT BEDINGUNGSLOS, denn das Spiel soll ja möglichst ungestört weiter funktionieren, was es dann sicher so nicht kann 😎

    Von der MLPD halte ich genausowenig wie von den anderen GESPALTENEN Gruppen mit entsprechend stumpfsinnigen Feindbildern und zeitgeistlich-reformistischen Fehlprogrammierungen – langjährige Erfahrung mit „Trotzkisten“.
    Ihre dogmatische Ausrichtung über den Parlamentarismus an die Hebel der Macht zu gelangen ist …
    Wenn sich diese zu EINER Kraft der „Macht der Strasse“ fusionieren würden, ohne …, dann …

    Demokratie bedeutet ALLE in Freiheit von „Arbeit macht frei“ und in unkorrumpierbaren Verantwortungsbewusstsein für „Wer soll das bezahlen?“ – Wenn GRUNDSÄTZLICH alles allen gehören darf, so dass „Wer soll das bezahlen?“ und „Arbeit macht frei“ keine DESTRUKTIVE Macht mehr hat, kann PRINZIPIELL alles menschenwürdig … 😎

  6. Für Werkstoff-Fanatiker:

    Die Firma Ceramatec entwickelte einen Natrium-Schwefel-Akkumulator, der schon bei 90 Grad Celsius funktioniert.
    Dabei bleiben Natrium und Schwefel fest. Natürlich sind Natrium und Schwefel immer noch sehr gut brennbar.
    Dieser Akkumulator verwendet eine NASICON-Membran als festen Elektrolyten. NASICON (nicht Nasobem) und NASIGLAS sind Natrium Super Ionic Conductors.
    Es handelt sich dabei um Glas-ähnliche Zirconium-Silikate. Zirconium ist kein besonders seltenes Element.
    Mögliche NASICONs:
    Na2Zr2(SiO4) (PO4)2,
    Na3Zr2(SiO4)2(PO4),
    Na4Zr2(SiO4)3.

    Enercon Windenergieanlagen verwenden keine Getriebe und auch keine Seltenerdmagneten, also kein Neodym-Eisen-Bor Nd2Fe14B.

    Eine 1,5-MW-Windkraft-Anlage von Vensys wurde auf einem 100 m hohen Holzturm der Timbertower GmbH montiert.
    Der Holzturm besteht aus 28 Stockwerken und besitzt eine stabile achteckige Außenwand von etwa 30 cm Wandstärke aus Sperrholz.
    Solange dieses Holz nicht verbrannt wird, ist es auch noch ein Speicher für das atmosphärische Kohlendioxid, aus dem es hauptsächlich entstanden ist.
    Türme aus Stahl und Beton setzen bei ihrer Erzeugung viel Kohlendioxid frei.

    Rentiere bilden keine Staaten, Rentiere bilden Herden.

  7. Michael Blume,
    ….Energiedemokratie,
    die Umstellung auf Windkraft verzögert sich, weil einige Bundesländer die Führung der Energietrassen nicht zulassen. Wir leiden deshalb mehr an unserem Föderalismus, als uns lieb sein kann. Das gleiche Trauerspiel wiederholt sich bei der Bildungspolitik, wo der Schulabschluss eines Bundeslandes im anderen nicht anerkannt wird.
    Da muss die Leitung zentral erfolgen. Genauso wird es in anderen Ländern werden. Die Energietrassen müssen zentral gesteuert werden.
    Dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Wirtschaftsform eines Landes und der politischen Machtverteilung ist klar. Ob jetzt der wirtschaftliche Hebel ausreicht um einen politischen Wandel herbeizuführen, bezweifle ich. Aber ich bin da offen für jedes Argument.

    • @Bote17

      Ja, die Energiewende ist ein Generationenprojekt, in dem es keine einfachen Lösungen gibt und immer wieder Versuch-und-Irrtum gespielt werden muss. So war ja auch die Einführung der Atomenergie ein zentralistisches und vermeintlich unschlagbares Projekt gegenüber der Ölknappheit – bis sich schließlich zeigte, dass weder die Probleme der Sicherheit noch der Endlagerung des strahlenden Mülls wirklich gelöst werden konnten. Auch in die Entwicklung von Fusionsreaktoren wurden Milliarden zentral investiert, ohne dass bislang eine Marktreife in Aussicht steht. Ebenso scheiterte die nationale Einführung von Biokraftstoffen der ersten Generation auf breiter Front nicht nur an technischen, sondern auch an sozialethischen Gründen (Verteuerung von Lebensmitteln durch Energiepflanzen).

      Gerade bei der Energiewende glaube ich daher nicht an zentralistische Lösungen. Schon jetzt entscheiden sich mehr und mehr Menschen dazu, selbst Solarstrom zu produzieren, zu Energieeinsparungen und Smart Grids beizutragen und durch den Kauf von Elektrofahrzeugen unserer Verbrennungsindustrie Beine (bzw. Räder) zu machen. Und dabei stehen wir ja erst am Anfang! Lassen Sie sich bitte nicht einreden, doch nichts verändern zu können – das wäre genau das autoritäre Denken, dass wir überwinden sollten!

      • Wenn irgendwo Planung nötig ist, dann bei Energiesystemen. Ihr Satz: „Gerade bei der Energiewende glaube ich daher nicht an zentralistische Lösungen.“ ist so gesehen ahistorisch, denn sogar rein marktwirtschaftlich orientierte Systeme (z.B. Die USA) mussten bei der Stromversorgung sehr geplant vorgehen. Wenn es gelingen sollte, dass Privatfirmen, Gemeinden und Städte sich ohne Abstimmung mit anderen selbst mit Strom und Energie versorgen können, dann wäre das ein absolutes Novum. Niemand zweifelt daran, dass eine Teilselbstversorgung ohne weiteres mit ein paar Solarpanels gelingt. Schwieriger wird es aber über ein ganzes Jahr hinweg inklusive Schlechtwetterphasen und Winter sich ohne Unterbruch selbst zu versorgen.

        • Oh ja, @Martin Holzherr – ich würde nie behaupten, eine Energiewende ließe sich ohne Planungen durchführen! Schon F.A. von Hayek wandte sich gegen das Missverständnis einer planenden Planwirtschaft versus einer vermeintlich ungeplanten Marktwirtschaft!

          Selbstverständlich planen auch die Teilnehmenden einer Marktwirtschaft – meist sogar viel genauer und zugleich flexibler! Privathaushalte planen ihre Budgets, kleine und mittelständische Unternehmen ihre Investitionen usw.

          Meine Skepsis richtet sich gegen den Vorrang zentralistischer Planungen, die auch in der Energiewirtschaft immer wieder Milliardengräber produziert haben! M.E. sollten die EU und der Bund vor allem verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, in dem dann Unternehmen, Kommunen und auch Privatpersonen Pläne erstellen und entfalten können. Und das ist ja keine weltfremde Utopie, sondern findet bereits täglich erfolgreich statt.

          Deutschlands auch wirtschaftliche Stärke basiert nicht zuletzt auf einer lebendigen Zivilgesellschaft, fähigen Kommunalverwaltungen und innovativen, v.a. mittelständischen Unternehmen. Auf diesen Stärken sollte m.E. auch Energiedemokratie aufgebaut werden, zumal einige Kommentatoren zu Recht bislang auch fehlende Effizienz bemängelt haben.

  8. @Blume

    Wo ist denn die Veränderung, wenn die Verbrennung / das CO2 für den irrsinnigen „Individualverkehr“ ziemlich offensichtlich nur verschoben wird?

    Parlamentarische „Demokratie“ ist nur heuchlerisch-spalterische Lobbyarbeit, wo wir längst wirklich umweltbewusst, friedlich und absolut gerecht zusammenleben könnten, und Verkehr wie auf Carrera-Schienen unsere Resourcen schont.

    • @hto

      Individualverkehr ist eine Grundbedingung von Freiheit – Milliarden von Menschen wollen nie wieder von sozialistischen Diktaturen „wie auf Carrera-Bahnen“ hin- und hergeschoben werden. Und dass verbrennungsfreier und CO2-sparender Individualverkehr bereits möglich ist, habe ich oben ja auch mit Bild beschrieben: Ich fahre nach 12 Jahren ÖPNV nun ein reines Elektrofahrzeug, das mit 100% Solarenergie betrieben wird. Die real existierenden, sozialistischen Wirtschaftssysteme haben solche technologischen Entwicklungen niemals hinbekommen, soziale Marktwirtschaften dagegen schon…

      Auch die Carrera-Bahnen wurden übrigens im deutschsprachigen „Kapitalismus“ entwickelt und zum globalen Markenerfolg… 😉 https://de.wikipedia.org/wiki/Carrera_(Autorennbahn)

  9. Wenn Freiheit mit UNvernunft und … korrumpiert werden muss, dann ist das sicher zur Freude der Emissionshändler und …!?

    Ich bin ja auch ein Mensch der bezweifelt das der Klimawandel durch unsere CO2-Produktion verursacht wird, aber der Dreck, der dadurch in unsere Umwelt gelangt und es der Natur schwerer macht zu regenerieren, ist schwerwiegender, besonders wenn nun alle diese Unart von Elektromobilität genießen wollen.

  10. Hierzu vielleicht noch ein wenig kritisch angemerkt :

    Die in Deutschland lange von den Grünen beförderte und dann unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeleitete Energiewende hin zu erneuerbaren Energien könnte demnach nicht nur CO2-Em[]issionen reduzieren, sondern auch demokratische Werte voranbringen – von Brandenburger Dörfern über die arabische Welt bis nach Venezuela.

    (Zu Desertec, das vor vielleicht 8 Jahren „gehypt“ worden ist, will Dr. W kein Wort verlieren, außer darauf hinzuweisen, dass die Verlagerung der Energieerzeugung in anderweitig politisch beherrschtes Gebiet nicht angeraten scheint – und nicht angeraten schien, sein Scheitern deshalb wurde hier vorhergesagt.)

    Die sogenannte Energiewende, wenn ihr die Ratio sozusagen zivilreligiös verloren geht, wonach es ein wenig in der BRD ausschaut, ist auch demokratisch problematisch, vergleiche mit diesem guten Stück :
    -> http://www.wbgu.de/hauptgutachten/hg-2011-transformation/ (Dr. Webbaer empfiehlt die Kurzversion, die lange Zeit als Version für Entscheider gekennzeichnet war, denn -Hey!- wer ist kein Entscheider?)

    Diese angestrebte große Transformation der Gesellschaft, an der auch Ökologisten und (moderate) Kollektivisten mitgearbeitet haben, der Name Claus Leggewie darf in diesem Zusammenhang vielleicht genannt werden, die anscheinenden Ökologisten vom PIK sollen an dieser Stelle nicht namentlich genannt werden, ist natürlich im demokratischen Sinne höchst problematisch.
    Dr. Webbaer will die expertokratischen bis zivilreligiösen Eigenarten dieses Dokuments an dieser Stelle nicht genau erklären, das Dokument ist auch von der politischen Spitze seinerzeit sozusagen weggehüstelt worden, abär : sie sind vorhanden und wer Zeit + Lust hat, darf sich diesem Dokument, als abschreckendes Beispiel, ein wenig zu Gemüte führen.

    Also, wie es nicht gehen kann.

    MFG + schönes WE,
    Dr. Webbaer

  11. Nur ein kleine Korrektur:

    „Die in Deutschland lange von den Grünen beförderte und dann unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeleitete Energiewende hin zu erneuerbaren Energien könnte demnach nicht nur CO2-Emmissionen reduzieren, sondern auch demokratische Werte voranbringen – von Brandenburger Dörfern über die arabische Welt bis nach Venezuela.“

    Die Energiewende wurde nicht von Angela Merkel eingeleitet, sondern von ihrer Rot-Gruenen Vorgaengerregierung.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz#Erneuerbare-Energien-Gesetz_.282000.29

    • Lieben Dank, @Detlef Schulze!

      Der EEG-Vorgänger – das Stromeinspeisegesetz – würde ja schon 1990 beschlossen, das EEG wiederum 2014 novelliert. Ich folgte hier der Argumentation des obigen Buches, nachdem der endgültige Abschied von der Atomkraft nach Fukushima die Zäsur bezeichnete. Denn bis dahin hatte die Union die Atomkraft protegiert wie die SPD die Kohle (bis heute).

      Wichtig scheint mir, dass jetzt das Engagement nicht erlahmt – gerade auch im Hinblick auf eine immer noch starke Verbrennungs(-motoren-)lobby…

  12. Detlef Schulze,
    ….“am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ (Kaiser Wilhelm II)
    Tatsächlich schaut die Welt auf Deutschland z.B. beim Atomaussstieg, und es wäre gut wenn wir bei der Energiewende genauso zielstrebig agieren würden.
    Unsere KFZ-Industrie hat leider die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt. Die japanischen Hybridautos erobern schon längst die Innenstädte unserer Nachbarn. M.Blume ist hier wieder Trendsetter.

  13. Energiewende,die: der Vorgang bei dem – dem gemeinen Bürger – der Geldbeutel gewendet wird. -> „Grüner“ Kapitalismus

    Kapitalismus, der: wird bald abgeschafft(-> Revolution), danach gibt es erst einmal Urlaub

  14. Wo Energie dezentral erzeugt wird – etwa durch Privathaushalte, Energiegenossenschaften und Stadtwerke – wird die Bürgergesellschaft wirtschaftlich und politisch (und ich würde hinzufügen: auch religiös) gestärkt.

    Vor, sagen wir mal 500 Jahren, wurde die Energie dezentral hergestellt und die Lebensmittel kamen vom eigenen Hof oder aus der Umgebung. War die Gesellschaft demokratischer?

    In der Diskussion wurde auch das Bedingungslose Grundeinkommen angesprochen. Ich befürchte, dass wird auch leicht zu Rentiersstaaten führen. Alle sind Rentner und eine starke Organisation, die die Renten verteilt, wird die Wut-Rentner an der kurzen Leine halten.

    • Vielen Dank für die Nachfragen, @Omnivor!

      Tatsächlich stieg der Energiebedarf mit den Technologien an. Neue Erfindungen wie die Dampfmaschine und die dadurch steigende Nachfrage nach Kohle veränderten ganze Regionen und entmachteten große Teile des Landadels.

      Denn genau dieser hatte sich in den Jahrhunderten zuvor u.a. die Hauptenergiequelle Holz, auf Frondienste wie auch das Recht auf die Genehmigung und Verzollung von (Wind- und Wasser-)Mühlen etc. gesichert. Wo den Landwirten, Dörfern und Städten mehr Zugriffsrechte auf diese Energiequellen gelang, setzten sich tatsächlich auch stärker frühdemokratische Elemente durch.

      Nicht zufällig findet sich der Zugriff auf Holz unter den Zwölf Artikeln (Forderungen) des Bauernaufstandes von 1525, in einem weiteren Sinne stehen gar die Artikel 3 bis 8 im energiedemokratischen Zusammenhang (und Artikel 1 fordert die lokale Wahl der Pfarrer):
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zwölf_Artikel

      Wenn wir noch weiter zurückgingen, könnten wir den Zusammenhang zwischen Energie, Bewässerung und Herrschaft auch schon im Alten Ägypten betrachten… Sie fördern da echt Ideen, danke! 🙂

    • @ Kommentatorenkollege ‚Omnivor‘ :

      So etwas wie eine oder Die Energiedemokratie kann nur, wie der Name schon andeutet, in aufklärerisch-demokratischen Systemen funktionieren, insofern bietet sich der Vergleich mit dem späten Mittelalter / der frühen Neuzeit nicht an.
      Also funktionieren könnte sie, Dr. W bleibt natürlich skeptisch.

      MFG
      Dr. Webbaer (der das sogenannte bedingungslose Grundeinkommen befürwortet und Ihre Bedenken teilt, andererseits entfallen so viele Prüfungen und es kann Beamtenzeit und Beamtenpersonal eingespart werden)

  15. Abteilung China:
    Eigentlich folgt China dem deutschen Vorbild der Nutzung der erneuerbaren Energien sehr engagiert.
    Allerdings arbeitet China dabei eher zentral gelenkt und etwas weniger demokratisch als Deutschland.

    Abteilung USA:
    Die Tesla Powerwall von Elon Musk ist ein leistungsfähiger Energiespeicher für Privathaushalte.
    Elon Musk hält ein bedingungsloses Grundeinkommen für notwendig, weil in Zukunft viele Arten von Arbeit automatisiert werden können.

    Abteilung Philosophie:
    Die Maximierung der Gewinne führt zum Weg des geringsten Widerstandes.
    Der Weg des geringsten Widerstandes führt zu maximalen Zerstörungen.
    Die maximalen Zerstörungen führen zur Erhöhung der Entropie.
    Die Erhöhung der Entropie ist das beobachtbare Ziel des Universums.
    Das intelligente Leben ist ein Katalysator zur Erhöhung der Entropie des Universums.
    Das intelligente Leben erlischt beim Erreichen des Ziels des Universums.

  16. Eine aus dezentralen, autonomen Einheiten bestehende Energiedemokratie ist eine Vision, die sich heute nur wenige leisten können – ausser sie verzichten auf eine unterbruchsfreie Versorgung mit Strom. Grund: In Deutschland gibt es immer wieder bis zu 2 Wochen lang anhaltende Dunkelflauten (im Winter), in denen PV+Wind zusammen kaum Strom liefern.
    Um eine Dunkelflaute zu überbrücken braucht es den bisherigen fossilen Kraftwerkpark oder aber eine Kombination von Batterien und solar erzeugtem Speichergas. Im von Karl Mistelberger verlinkten Bericht Windenergie in Deutschland und Europa wird geschätzt, dass die Überbrückung einer Dunkelflaute von 2 Wochen einen Stromspeicher von 21 Terawattstunden benötigt. Das entspricht mit CO2-armen Energiespeichern realisisert
    – 17’500 Pumpspeicherkraftwerken zu 200 MW (heute hat D einige dutzend davon)
    oder
    – 300 Millionen Tesla S – Batterien zu 70 Kilowattstunden

    Power-to-Gas wäre eine weitere Lösung. Dabei wird mit Strom letztlich Erdgas erzeugt (EE-Gas genannt) und dies bei Bedarf in einem Erdgaskraftwerk verstromt. Doch Power-to-Gas hat nur einen Wirkungsgrad von weniger als 30%, das heisst aus 3 Teilen erzeugtem Strom wird nur noch 1 Teil Strom bei der Wiedererzeugung aus dem Speicher.

    Lösungen des Speicherproblems für die Energiedemokratie
    1) Sehr wohlhabende Familienhausbesitzer können sich mit Solarpaneln, einer mit Batterien gefüllten Garage und einem für den Hausgebrauch miniaturisierten Power-To-Gas-Konverter und einer Brennstoffzelle (für die Verstromung des erzeugten Gases) schon heute autonom machen.
    2) Menschen, die sich nicht an einem 2-wöchigen Stromunterbruch stören können schon jetzt mit Solarpaneln allein und einem kleinen Batteriepack unabhängig machen
    3) Firmen und Gemeinden könnten sich zu autonomen Energiedemokraten machen, indem sie neben einem mittel grossen Batteriepack als Speicher noch einen Dieselgenerator anschaffen. Dieser Dieselgenerator würde dann den 2-wöchigen Stromunterbruch durch eine Dunkelflaute überbrücken. Alternativ könnten sie ebenfalls Power-to-Gas verwenden, was deutlich teurer wäre, aber ohne CO2-Emissionen auskäme.
    4) Landesweit wäre es eine denkbare Lösung für Dunkelflauten, dass man dann „Energieferien“ ausruft. In den „Energieferien“ wäre alles geschlossen und nur noch Spitäler und andere gesellschaftlich unverzichtbare Dienste würden weiterbetrieben.

  17. Martin Holzherr,
    …….Energiespeicherung,
    an dieser Stelle muss auch über eine Verringerung des Energieverbrauches nachgedacht werden.
    Das ist nicht populär, aber eine ausufernde „Energieverschwendung“ ist nicht mehr hinnehmbar.
    Warum müssen Städte nachts voll beleuchtet sein. Warum muss ein User ständig online sein?
    Warum muss der Rasenmäher elektrisch laufen? Warum müssen Schwimmbäder alle beheizt sein?
    Die Reduzierung der Leistung von Staubsauger auf 800 W geht da in die richtige Richtung.
    Was wird geschehen, wenn eine große Zahl von Autofahrern auf E-Autos umsteigen. Das schafft unser E-Netz gar nicht. Mir scheint unsere Gesellschaft hat die Probleme der Zukunft noch gar nicht erkannt.

  18. Energiedemokratisch mag Deutschland mit seinen Solardächern vorausgehen, klimapolitisch ist Grossbritannien weiter und zielgerichteter: Nur noch 9% des britischen Stroms stammt 2016 aus Kohle, in D sind es 40%. Bis 2025 werden in Grossbritannien alle Kohlekraftwerke stillgelegt, in D erst nach 2030.
    Die Energiepolitik der Briten ist überhaupt klimabewusster und klüger (mit google translate übersetzt):
    Niedrigere Emissionen in Großbritannien werden der „Liberalisierung der Energiemärkte“ und dem Wechsel von Öl und Kohle zu Gas in der Stromproduktion zugeschrieben. In der Tat stellt die britische Strom- und Wärmeerzeugung die größte Emissionsminderung im gesamten Block [EU] dar, was 7,5% der Gesamtreduktionen entspricht.

    Das Word Resources Institute (WRI) stellte ferner fest, dass das Vereinigte Königreich zwischen 2000 und 2014 sechs Jahre „absolute Entkopplung“ erreichte, wo das reale BIP wuchs, da die CO2-Emissionen sanken. Nach der Analyse erzielte das Vereinigte Königreich insgesamt ein BIP-Wachstum von 27% und eine CO2-Emission von 20% im Zeitraum von 14 Jahren.

    Allerdings sind die Briten bei der Dekarbonisierung des Verkehrs und des Raumwärmesektors genau so wenig weitergekommen wie die Deutschen.

  19. Nicht Energiedemokratie, sondern europäische Zusammenarbeit führt zu einem funktionierenden rein regenerativen Energiesystem. Wind allein von der Nordatlantikküsten destabilisiert das Energiesystem, denn Flauten können die ganze Nordatlantikküste von Spanien über England bis Deutschland gleichzeitig betreffen, so dass die über dort installierte Windparks erzeugte Windenergie um den Faktor 100 Gigawatt schwanken kann. Karl Mistelberger hat bereits auf 3 Berichte hingewiesen, die dieses Problem aufzeigen und zum Schluss kommen, es gäbe keine Lösung dafür (es gibt aber eine, wie ich weiter unten zeige).
    Trotz diesem Problem ist Wind heute und auch morgen die wichtigste erneuerbare Energiequelle Europas. Und es gibt Lösungen für das „Nordatlantikproblem“. Der Artikel Beim Windstrom sollte Europa mehr zusammenarbeiten, welcher auf eine Arbeit in Natur Science von ETH und Imperial-College Forschern hinweist, wird gesagt wie: Anstatt alle Windparks an der Nordatlantikküste zu konzentrieren, sollte ein beträchtlicher Anteil davon auf dem Balkan, in Griechenland und dem westliche Mittelmeerraum sowie Nordskandinavien gebaut werden, denn diese Standorte sind unabhängig von den Wetterverhältnissen an der Nordatlantikküste. Solch eine Lösung setzt natürlich ein europäisches Supergrid voraus. Solch ein transnationales Stromnetz hoher Kapazität bringt aber viele Vorteile. Letztlich ermöglicht es, an jedem Standort regenerativ erzeugten Strom zu verbrauchen, auch wenn es lokal keine erneurbaren Energiequellen gibt.

    • @ Herr Holzherr :

      Offensichtlich erfordert ein europäisches „Super-Grid“ eine besondere Verbundenheit europäischer Staaten, die womöglich nicht besteht, bspw. wird die Immigrationspolitik von Frau Dr. Angela Dorothea Merkel kontinental nicht allgemein befürwortet, bspw. freuen sich Nachbarstaaten der BRD, wenn sie „Atomstrom“ in die BRD verkaufen können, die Datenlage : ca. 33 % Prozent an „Atomstrom“ in der Tschechei (vs. ‚Tschechien‘, Dr. W beömmelt sich immer ein wenig, wenn Česko mit ‚Tschechien‘ übersetzt wird, dies ist falsch und auf eine diesbezügliche Kampagne des SPIEGEL zurückzuführen, Anfang der Neunziger witzigerweise, als es noch die Tschechoslowakei gab) und ca. 80 % bei den Franzosen.
      Es wird diesbezüglich an bundesdeutsche „Atomstrom“-Heuchler verkauft.

      Zudem widersprechen Ihre Ideen der sogenannten Energie-Demokratie.

      Der Betrieb eines sogenannten europäischen Super-Grids ist zudem teuer, bedenken Sie vielleicht die Verluste.

      Internationalistisches Denken, dieses hat Dr. W bei Ihnen anzumängeln [1], verkennt die Notwendigkeit von Organisationsformen, die kompetitiv zusammen wirken und gerne auch national gebunden sein dürfen.
      Die Heterogenität diese Kontinents ist einzigartig und sein Erfolgs- oder Alleinstellungsmerkmal („USP“).
      (Kompetitivität / Diversität derart gilt es zu pflegen, nicht zu vereinheitlichen, durchaus im „Multikulti-Sinne“ (korrekt!, der Islam ist das Gegenteil davon).)

      MFG
      Dr. Webbaer

      [1]
      Sie kulminieren ja sozusagen persönlich in der Befürwortung der Geburtenkontrolle und halten eine Milliarde Menschen auf diesem Planeten für befürwortenswert, wobei Ihr Kommentatorenkollege an dieser Stelle nur Misanthropie feststellen kann.

      • @Dr.Webbaer (Zitat):„Der Betrieb eines sogenannten europäischen Super-Grids ist zudem teuer, bedenken Sie vielleicht die Verluste.“ Nein, ein Super-Grid ist weder teuer noch hat es grosse Verluste, denn es muss ein Hochspannungsgleichstrom-Super-Grid sein (Verlust auf 1000 km einige Prozent) und teuer ist deshalb nicht, weil der am billigsten erzeugte Strom nun alle ans Super-Grid angeschlossenen Länder erreichen kann. In Asien sind gleich mehrere Super-Grids geplant, das bekannteste darunter das Asia Super-Grid.
        Zudem: Für was soll die EU gut sein, wenn nicht dazu, gewisse Aufgaben gemeinsam, gesamteuropäisch anzugehen.

  20. Es gibt zahlreiche Meerengen im Mittelmeer und in anderen angrenzenden Ozeanen, die sich für die Errichtung von Meeresströmungskraftwerken eignen, weil in ihnen die Strömungsgeschwindigkeit höher als 2 Meter pro Sekunde ist.
    Meeresströmungskraftwerke sind grundlastfähig und daher zuverlässig bei der Versorgung mit elektrischer Energie.

    Für Offshore-Windkraftwerke eignen sich als Energiespeicher auf dem Meeresgrund liegende Beton-Hohlkugeln, aus denen bei Energie-Überschuss das Wasser heraus gepumpt wird.
    Im Gegensatz dazu, hätten Druckluft-Speicher hohe thermische Energieverluste durch die adiabatische Kompression.

    Wenn man bei Windkraftwerken an die Rotor-Achse nur eine relativ kleine und leichte Hydraulik-Pumpe montiert, dann kann man den viel schwereren Generator leicht erreichbar auf dem Boden aufstellen, und ihn mit einem Hydraulik-Motor mit konstanter Drehzahl antreiben.

    • Die Leistungsdichte beträgt bei einer Strömungsgeschwindigkeit von 2 m/s bereits 4000 W/m^2, denn in einem solchen Meeresströmungskraftwerk strömen 2000 kg Wasser mit 2 m/s durch eine Fläche von 1 m^2.
      Die Solarkonstante im Weltraum beträgt zum Vergleich nur 1367 W/m^2.
      Weil die Dichte des Wassers rund 775 mal so groß ist, wie die Dichte der Luft, können Meeresströmungskraftwerke viel kleiner als Windkraftwerke gebaut werden.

      Ein Kubikmeter in einer Beton-Hohlkugel auf dem Meeresgrund in 100 Metern Tiefe kann eine Million Joule oder Wattsekunden Energie speichern, wenn er leergepumpt ist.

  21. Kritische und faktenbasierte Einwände gegen die Energiewende nicht erwünscht?

    Wohlklingende Schlagworte wie „Energiedemokratie“ tragen leider nichts zur Energieversorgung bei. Der Beitrag von Herrn Blume ist leider in weiten Teilen reines Wunschdenken – und damit löst man keine Energieprobleme. Der Energiebedarf moderner Industriestaaten ist nur einmal riesig und wenn wir diesen deutlich verringern wollen, kann das nur eine drastische Absenkung unseres Lebensstandards zur Folge haben.
    Daß die Energiewende in Deutschland eine weitgehend nutzlose Veranstaltung ist und erst recht nicht als Modell für andere Länder dienen kann, zeigen viele Fakten, die jeder mit ein paar Mausklicks leicht überprüfen kann.
    Z. B.: „Die in Deutschland lange von den Grünen beförderte und dann unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeleitete Energiewende hin zu erneuerbaren Energien könnte demnach nicht nur CO2-Emmissionen reduzieren, sondern auch demokratische Werte voranbringen – von Brandenburger Dörfern über die arabische Welt bis nach Venezuela.“
    Die vielgerühmte „Energiewende“ hat bisher -trotz eines gewaltigen Aufwandes, keine nennenswerte CO2-Reduzierung gebracht. Ein paar Fakten aus einem Spiegel-online-Artikel vom 16.3.2017 mit dem Titel „Problem Erderwärmung – Adieu Klimaziel“ sagen alles: im Jahr 2016 lag der Ausstoß an Treibhausgasen in Deutschland bei 906 Millionen t CO2-Äquivalent (neben 800 Millionen t CO2 werden auch die Beiträge von Methan, Lachgas u.a. erfaßt). In 2009 waren es 907 Millionen t CO2-Äquivalent: also fast keine Reduktion in den letzten acht Jahren, obwohl mittlerweile über 26.000 Windräder mit 46 GW Leistung (80 % mehr als 2009) und 40 GW Photovoltaik-Leistung installiert worden (eine Vervierfachung gegenüber 2009!) ist und zahllose Häuser gedämmt worden sind. Die Kosten allein für die EEG-Umlage von 2009 bis 2016 lagen bei unglaublichen 120 Milliarden Euro – und das alles für eine kaum meßbare CO2-Einsparung! Stoppt endlich diesen Wahnsinn! Unsere Energiewende, die uns von der Politik gerne als großer Erfolg verkauft wird, ist ein kolossaler, bisher 120 Milliarden Euro teurer Unsinn. Das kann man gar nicht oft genug sagen, denn „die Wiederholung ist die Mutter des Lernens“.
    Über das „Voranbringen demokratischer Werte in der arabischen Welt“ möchte ich mich nicht weiter auslassen; es reicht ein Blick auf die Ergebnisse des arabischen Frühlings in Ägypten, Libyen und vor allem in Syrien.
    Aber einen Satz von Herrn Blume möchte ich noch kommentieren, um die ganze Weltfremdheit seiner Gedanken deutlich zu machen: „Ein aufstrebendes Afrika könnte seinen wachsenden Energiehunger direkt aus Wind und Sonne stillen.“ Wenn die Wirtschaft in einem Land einigermaßen funktionieren soll, ist eine sichere Stromversorgung eine Grundvoraussetzung. Aber genau das können Wind und Sonne auch in Afrika nicht leisten, denn auch in Afrika herrscht im Durchschnitt 12 Stunden Dunkelheit pro Tag und der Wind weht nicht regelmäßig. Hinzu kommt, daß Strom in großen Mengen nicht gespeichert werden kann. Die effizienteste Möglichkeit zur Speicherung sind Pumpspeicherkraftwerke, die große Mengen Wasser benötigen. Besonders in der Sahelzone, in Nordafrika oder in den Dürregebieten Ostafrikas ist das natürlich eine prima Option! Auch in Deutschland hat die Energiewende nur deswegen nicht zum Blackout geführt, weil für jedes Gigawatt an Wind- und Sonnenenergie ein Gigawatt konventioneller Kraftwerksleistung (Braunkohle, Steinkohle, Kernkraft und Gas) bereitsteht und so auch bei Dunkelheit und Flaute die Stromversorgung immer gesichert ist. Aber das hat, wie oben erwähnt, seinen Preis, gegenwärtig ca. 25 Milliarden Euro pro Jahr über die EEG-Umlage. Welches Drittwelt-Land kann sich so einen milliardenteuren Unfug leisten?
    Fazit: Die deutsche Energiewende ist fast völlig nutzlos und hat trotz eines gewaltigen Zubaus an Wind- Solar- und Biomasse-Kraftwerken, der mit einem dreistelligen Milliardenbetrag erkauft worden ist, zur kaum meßbaren Verringerung an Treibhausgasen, vor allem CO2, geführt. „Nur noch kurz die Welt retten“ – mit der deutschen Energiewende wird das nichts und am deutschen Wesen will die Welt wieder einmal nicht genesen- und auch nicht mit der „Energiedemokratie.“

    • Lieber Herr Quentmeier,

      selbstverständlich sind „kritische und faktenbasierte Einwände“ willkommen. Wir leben ja schließlich in Deutschland, dessen Reaktionäre es in „Das war ja noch nie da, das kann nicht funktionieren und wenn es dann doch funktioniert, habe ich es immer gewusst.“ zu eigenen Meisterschaften gebracht haben. In Stuttgart demonstrieren manche auch heute noch gegen S21… 😉

      Was ich zwar interessant finde, aber doch zur Nichtfreischaltung Ihres ersten Kommentars führte, ist die Vermischung mit persönlichen Angriffen. Selbst jetzt noch, in der entschärften Version, ein „Herr Blume“ hier, „Herr Blume“ da – selbst dort, wo ich ausdrücklich auf Artikel Dritter verlinke…

      Wollen Sie über die Sache diskutieren oder über meine Person? Warum fällt jeder Ihrer Kommentare so absolut negativ aus, dass man denken könnte, Sie lebten in einer eigenen, ziemlich finsteren und hoffnungslosen Welt? Stören Sie sich an der Resonanz dieses Blogs, mangelt es Ihnen im eigenen Leben an Aufmerksamkeit? Bekümmert es Sie, dass bislang nicht einmal der Wald gestorben ist?

      Miesepetrige Rechthaberei ist schlimm genug, Trollerei werde ich auch in Zukunft zu unterbinden wissen.

      Und mich im Übrigen weiter daran freuen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voranschreitet, die Öl- und Gaspreise auch deswegen im Keller sind (Carbon Bubble), Elektroautos immer mehr Reichweite und Komfort erreichen und die Entwicklung der Speicher- und Batterietechnologien Fahrt aufnimmt. Ja, noch ist die Entkopplung unseres starken Wirtschaftswachstums von CO2-Emmissionen nur teilweise gelungen, mehr Tempo wäre gut, aber die Richtung stimmt. 🙂

      Klar werden immer wieder große und neue Herausforderungen auftreten, manches geht zu langsam oder endet in Sackgassen – doch wir sind schon weiter gekommen, als die Unkenrufer es für möglich gehalten haben. Und wenn Sie auch noch so sehr granteln, so sehe ich doch viel Grund zu praktischem Optimismus: Wir schaffen das! 🙂

      Ihnen sonnige Tage und auch mal optimistische Gedanken jenseits von Früher-und-bevor-auch-Frauen-regierten-war-alles-besser! 🙂

  22. Dr. Quentmaier,
    …….CO2 Ausstoß,
    dass der Co2 Ausstoß in acht Jahren nicht gestiegen ist, das ist doch positiv, und dazu bei einer höheren Produktivität.
    und dieser CO2 Ausstoß wird sich noch viel stärker reduzieren lassen, wenn wir die energieintensiven Produktionen, z.B. Aluminium in das Ausland verlagern, wo mit Atomstrom gearbeitet wird. Die Franzosen werden sich darüber freuen.
    Die Windparks haben sich als rentabel gezeigt. Bei den Solarzellen haben wir uns von den Chinesen die Butter vom Brot nehmen lassen. Aber das kann sich auch wieder ändern.
    Bleiben Sie optimistisch“Germans to the Front haben schon vor 100 Jahren die Engländer gesagt (beim Boxeraufstand 1900 in Peking). Enttäuschen wir sie nicht.

  23. @Bote 17: Auslagerung energieintensiver Industrien schadet dem Weltklima – und Deutschland sowieso
    Wie viele energieintensive Produktionsverfahren wollen Sie denn ins Ausland auslagern? Erst die Aluminiumproduktion, dann womöglich Stahlherstellung, Zementfabriken, Ölraffinerien, chemische Industrie, Autoindustrie – alles nach Frankreich, China, Korea, Indien oder sonst wohin? Und was sollen die Arbeiter, Techniker und Ingenieure machen, die dann in Deutschland ihre Arbeit verlieren? Die können ja nicht alle grüne Politiker, Politologen, Theater-oder Gender- Wissenschaftler oder autonome Randalierer werden! Außerdem überschätzen Sie offenbar den Anteil dieser energieintensiven Industrien am Gesamtenergieverbrauch unseres Landes. Schauen Sie mal z. B. bei „agora-energiewende.de“ nach, einem ausgesprochenen Energiewende-Befürworter, wie sich der Stromverbrauch im Tageslauf verteilt. Selbst in den Stunden nach Mitternacht werden noch ca. 2/3 des Stroms zu Spitzenlast-Zeiten verbraucht, denn viele Anlagen, aber auch Infrastruktur-Einrichtungen und zahllose große und kleine Industriebetreibe laufen rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Die CO2-Reduktionsmöglichkeiten in Deutschland sind also begrenzt, zumal kaum ein anderes Land so ressourcenschonend und energieeffizient wirtschaftet wie Deutschland.
    Die Auslagerung energieintensiver Betriebe dürfte für das Weltklima und die globale Ökologie sogar von großem Nachteil sein. Andere Länder wirtschaften viel verschwenderischer: z. B. verbraucht China z. Z. 2,5 kg Rohstoffe, um einen Dollar Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu schaffen, Deutschland hingegen nur 0,54 kg (Spektrum der Wissenschaft Mai 2016, S. 18.). Je Dollar BIP werden in China 2,3 kg CO2 emittiert, in Deutschland nur 0,4 kg (USA 0,5 kg; Südkorea 0,7 kg; besser sind nur Japan mit 0,2 und Großbritannien mit 0,3 kg CO2 pro Dollar BIP (Zahlen von statista).
    Also: „Nur noch kurz die Welt retten“ ist gar nicht so einfach – und viele hier im Blog propagierten Ideen können aus naturwissenschaftlichen und wirtschaftlichen Gründen nicht funktionieren. Politiker können zwar lange Zeit gegen die Regeln einer funktionierenden Wirtschaft regieren, aber irgendwann ist Zahltag. Aber Regieren gegen die Naturgesetze kann nicht funktionieren!

    • Lieber Herr @Quentmeier,

      dann doch mal bitte Butter zu den Fischen, werden wir nach Ihren Rundumschlägen doch einmal konkret:

      1. Sie befürworten also am ehesten die Energiepolitik a la Donald Trump?

      2. Was genau sollte denn Ihres Erachtens energiepolitisch in Deutschland getan werden?

      Mit interessierten Grüßen!

  24. Dr. Quentmaier,
    …….Auslagerung,
    damit ist nicht gemeint, dass man das rucki zucki macht, das muss eine europäische Arbeitsteilung werden.
    Die Umstrukturierung unseres Ruhrgebietes wurde uns durch das Erdöl aufgezwungen. Wie überhaupt wirtschaftliche Entwicklungen nicht am grünen Tisch entschieden werden.
    Ganz konkret zum CO2.
    Das kann man verringern beim Individualverkehr durch gesetzliche Eingriffe durch den Staat.
    Das Abschalten von Braunkohlekraftwerken im Osten ist politisch nicht gewollt, wird aber irgendwann kommen.
    Die letzte Möglichkeit ist Aufforsten, nicht nur in Deutschland, Begrünen von Hausdächern, Hauswänden.
    Wenn alles nicht hilft, müssen wir halt die Menschen abschaffen.

  25. Energieversorgung nach marktwirtschaftlichen Prinzipien, ohne Ideologie und Wunschdenken

    Sehr geehrter Herr Blume,
    Ihren Wunsch will ich gerne nachkommen, sehe daher über Ihre doch eher unsachlichen Einwürfe hinweg („…Deutschland, dessen Reaktionäre…“; „ Sie lebten in einer eigenen, ziemlich finsteren und hoffnungslosen Welt?“; „Ihnen sonnige Tage und auch mal optimistische Gedanken jenseits von Früher-und-bevor-auch-Frauen-regierten-war-alles-besser“; „Sie befürworten also am ehesten die Energiepolitik a la Donald Trump?“) und komme zur Sache.
    Ich möchte eine Energieversorgung nach marktwirtschaftlichen Prinzipien, ohne Ideologie und Wunschdenken, auf der Grundlage der Gesetze von Physik, Chemie und der Ingenieurwissenschaften.
    Das würde für mich die Umsetzung folgender Punkte bedeuten:
    1. Sofortige Abschaffung des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz). Wind- und Sonnenstrom sowie Strom aus Biogas-getriebenen Kraftwerken darf nur noch zu Marktpreisen eingespeist werden. Wenn es ein Überangebot an Strom gibt, muß der Strom der zuverlässigsten Anbieter, also von Kernkraftwerken, Kohle- und Gaskraftwerken sowie Pumpspeicherkraftwerken bevorzugt abgenommen werden.
    2. Streichung aller Subventionen für die sogenannten „erneuerbaren Energien“, also Strom aus Sonne, Wind und Biomasse.
    3. Kompletter Ausstieg aus der Windkraft; Abriß aller 26.000 Windmühlen in Deutschland inkl. Rückbau der Betonfundamente.
    4. Abriß aller Solaranlagen, die auf landwirtschaftlich nutzbaren Flächen errichtet worden sind und Rückbau entweder zu landwirtschaftlich nutzbaren Äckern oder diese Flächen werden zu Landschaftsschutzgebieten.
    5. Einstellung aller Bauten für Hochspannungsleitungen zum Transport von Windstrom aus Norddeutschland nach Bayern und Baden-Württemberg.
    6. Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, der ermittelt, wie viele Subventionen in die Solar- und Windstromerzeugung sowie Stromerzeugung aus Biomasse geflossen sind, welche ökologischen Schäden durch den Bau von Windrädern in Deutschland entstanden sind durch Abholzung von Bäumen in Mittelgebirgen, Treibhausgas-Freisetzung durch Biogas-Erzeugung (Methan und N2O), wer sich in welchem Maße durch die „erneuerbaren Energien“ bereichert hat. Auch die Vernichtung hochwertiger Arbeitsplätze in den Energieversorgungsunternehmen und deren Steuerausfälle, weil das Überangebot von subventioniertem Wind- und Sonnenstrom die Geschäftsgrundlage ruiniert hat, sind zu untersuchen.
    7. Erneuerung des Kraftwerkparks in Deutschland: moderne Kohlekraftwerke arbeiten bei Temperaturen von fast 600°C und erreichen Wirkungsgrade von 45 %. Das muß Standard werden für alle Kohle- und Gaskraftwerke. Ältere Anlagen sind schnellstmöglich durch Kraftwerke auf dem Stand der Technik zu ersetzen
    8. Erneuerung der Pumpspeicherkraftwerke. Viele dieser Anlagen werfen wegen der Subventionierung von Wind- und Sonnenstrom keine Gewinne mehr ab und die Erhaltung wird vernachlässigt.
    9. Da eine Rückkehr zur Kernenergie in einem jahrzehntelang durch grüne Propaganda hysterisierten Land (unterstützt durch die überwiegend mit roten und grünen Journalisten besetzten Massenmedien) nicht möglich ist, muß an den Ausstiegsplänen festgehalten werden.
    10. Da die Kernkraftwerke fast ausschließlich zur Sicherung der Grundlast eingesetzt worden waren, sind diese durch neue Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke zu ersetzen.
    11. Fortschreibung der Braunkohleförderung für die nächsten 50 Jahre, denn die Braunkohle in Deutschland reicht noch für viele Jahrzehnte und die Versorgung ist sicher: kein Ölscheich oder sonstiger Drittwelt-Diktator kann uns diesen Energieträger streitig machen.
    12. Erdgas ist der mit Abstand wertvollste fossile Energieträger. Es sollte daher nur sparsam zur Stromgewinnung eingesetzt werden, vor allem im Spitzenlastbetrieb. Erdgas ist einer der wichtigsten Rohstoffe in der chemischen Industrie und viel zu schade, um es für die Stromversorgung im Grund- und Mittellastbetrieb zu verfeuern. Für eine sichere Erdgasversorgung ist ein gutes Verhältnis zu Rußland eine Grundvoraussetzung, weil die Russen alle ihre Lieferverträge mit Deutschland erfüllt hatten.
    13. Einstellung aller Forschungsarbeiten zu „CCS“, (Carbon Capture and Storage), also der CO2-Abscheidung aus Kraftwerksabgasen und deren Lagerung. Das ist zwar technisch möglich, senkt aber den Wirkungsgrad der modernen Kraftwerke um mindestens ein Viertel, also von 45 % auf ca. 33 %, was eine gewaltige Energieverschwendung darstellt. Außerdem können die riesigen CO2-Mengen niemals sicher und dauerhaft gelagert werden, denn ein einziges modernes Kohlekraftwerk stößt pro Jahr ca. 5 Millionen Tonnen aus. Wohin mit diesen Mengen einer GASFÖRMIGEN Verbindung?
    14. Einstellung aller Subventionen für den Verkauf von Elektroautos, bevor nicht leistungsfähigere Batterien zur Verfügung stehen.

    Damit die Technik nicht stehen bleibt, müssen große Anstrengungen bei Forschung und Entwicklung oberste Priorität haben. Statt jährlich Windmüller, Solaranlagenbesitzer und Biogasanlagen-Betreiber mit derzeit 25 Milliarden Euro auf Kosten der Stromkunden zu subventionieren, müssen Staat und Industrie entsprechende Beträge für folgende Forschungsthemen zur Verfügung stellen:
    1. Verbesserung der Kraftwerkseffizienz: Sind 700°C-Kraftwerke machbar? Das würde den Wirkungsgrad noch einmal erhöhen, also mehr Strom aus der gleichen Menge Brennstoff liefern.
    2. Steigerung der Energieeffizienz bei vielen großtechnischen Prozessen. Zwar ist hier in vielen Bereichen fast die Grenze des wissenschaftlich-technisch Machbaren erreicht, aber ein paar Prozent mehr kann man vielleicht noch rausholen.
    3. Der Dieselmotor ist die effizienteste Wärmekraftmaschine. Schon heute stoßen moderne Dieselmotoren in 40 t-LKWs weniger Schadstoffe aus als die meisten SUVs und andere PKWs. Das Beste kommt noch für den Diesel, entsprechende Forschung vorausgesetzt.
    4. Intensivierung der Batterieforschung. Bevor nicht-alltagstaugliche Elektroautos mit Subventionen in den Markt gedrückt werden, müssen deutlich leistungsstärkere Batterien zur Verfügung stehen, die in wenigen Minuten geladen werden können und auch im Winter, wenn das Auto geheizt werden muß, mindestens 500 km Reichweite ermöglichen. Falls es gelingt, müssen diese Batterien natürlich in Deutschland hergestellt werden!
    5. Mehr Forschungsmittel für die Kernfusion: erst wenn hier ein Durchbruch erfolgt sein wird, können wir über den Ausstieg aus der Kohleverstromung nachdenken.
    6. Last but not least: weniger inkompetente Politiker ohne fachliche Qualifikation in der Energiepolitik, keine Ethik-Kommissionen mit Bischöfen und Politologen, die über die Zukunft unserer Energieversorgung entscheiden, sondern Fachleute: Naturwissenschaftler und Ingenieure mit exzellentem Fachwissen und ohne ideologische Scheuklappen.

    Mir ist klar, daß diese Ideen vielen Leuten gar nicht gefallen werden. Ich freue mich auf eine anregende Diskussion, hoffe auf sachliche Argumente. Und ich weiß, daß die Zahlen, Daten und Fakten auf meiner Seite sind!

    • Lieben Dank, Herr @Quentmeier – das ist ja tatsächlich noch schlimmer als Trump. Aber immerhin: Die lustvolle Unterwerfung unter Putin haben Sie auch drinnen. Demokraten und vor allem Demokratinnen sind für Sie nur Weichlinge, Sie wollen mal wieder von einem kernigen Führer angefasst werden. Keine Fahr- und Windräder mehr, dafür Atom und später Kernfusion, bis auch die wieder unterwürfigen Gattinnen dem Feminismus abschwören und endlich wieder auf die Knie gehen.

      Mich fasziniert ja diese psychologische Achse zwischen Energiedemokratie, erneuerbaren Energien, Liberalität und Gleichberechtigung auf der einen Seite und Gas- und Ölregimen, Ingenieursfantasien, autoritärem Sozialdarwinismus und Misanthropie auf der anderen Seite. Ob diese Aspekte einfach historisch verkettet wurden, oder gar auf je ähnlichen, psychologischen Strukturen bauen? Gerne würde ich dazu mehr erfahren und freue mich entsprechend auf weitere Kommentare von Ihnen, gerne auch weiterhin in diesem pseudo-naturwissenschaftlichen Kasernenhofton („1., 2. und 3.!, weil nur ich die Gesetze der Natur erfasst habe!“ – Buchstäblich herrlich!).

      Und übrigens: Gerade die Ihnen so verhasste Windkraft erreicht inzwischen die Gewinnschwelle auch ohne Subventionen…
      http://m.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/enbw-baut-windpark-ohne-subventionen-a-1143351.html

      Schmunzelnde Grüße, Ihnen eine gute Nacht! 🙂

    • @ Dr. Armin Quentmeier :

      Klang nicht schlecht, jedenfalls : rational, kam hier gut an, Sie sind vom Fach, woll?!
      Der Schreiber dieser Zeilen ist dies nicht, will neben all der grundsätzlichen Zustimmung an zwei Punkten noch ansetzen :

      1.) Putin ist realpolitisch zu bearbeiten, ein gutes Verhältnis zu Russland ist wünschenswert, eine ‚Voraussetzung‘ kann sich hier nicht ergeben, aus politischen Gründen, Russland ist eine Schein-Demokratie oder Meritokratie.

      2.) Hierzu : ‚[…] große Anstrengungen bei Forschung und Entwicklung oberste Priorität […]‘, die BRD kann die Energiegewinnung im hier gemeinten klimatologisch neutralen Sinne („CO2“) nicht erzwingen, auch durch Subventionen nicht.
      Dies klang hier ebenfalls nicht so-o gut : ‚weniger inkompetente Politiker ohne fachliche Qualifikation in der Energiepolitik‘
      Politiker sind Mandatsträger oder Angestellte des Volkes, des Wahlvolkes, sie sind idealerweise Generalisten, die Fachleuten zuhören, sie verstehen und nachfolgend umsetzen können, expertokratisch darf es hier nicht werden.
      Im sogenannten Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation gab es ebenfalls viele expertokratische Ansätze.

      MFG
      Dr. Webbaer

  26. Dr. Armin Quentmaier,
    ……..“weniger inkompetente Politiker ohne fachliche Qualifikation in der Energiepolitik, keine Ethik-Kommissionen mit Bischöfen und Politologen, “

    Das ist Wunschdenken aber keine brauchbare Politik. Wir beginnen nicht bei Null, wir können uns unsere Mitmenschen nicht aussuchen, vorallem sind Lösungen immer nur Kompromisse.

    Dass Sie die Wirtschaftlichkeit als oberste Maxime ansehen, beweist, dass Sie die Ängste der Menschen ignorieren. Die Angst vor der Kernkraft ist vorhanden und die Bedenken wohlbegründet. Ein Störfall wie in Cernobyl wäre in Deutschland eine mittlere Katastrophe, weil unser Land zu klein ist.

  27. „Probier´s mal mit Gemütlichkeit und mal ein bisschen Sachlichkeit“
    Sehr geehrter Herr Blume, ich habe Ihnen meine Vorstellungen zu einer sicheren Energieversorgung erläutert und mit Ihrer Reaktion darauf haben Sie meine Erwartungen nicht nur voll erfüllt, sondern noch gewaltig übertroffen. Sie haben keinen einzigen sachlichen Einwand auf meine Vorstellungen gebracht, nur haltlose Unterstellungen und regelrechte Beleidigungen. Wenn ich schreibe: „. Für eine sichere Erdgasversorgung ist ein gutes Verhältnis zu Rußland eine Grundvoraussetzung, weil die Russen alle ihre Lieferverträge mit Deutschland erfüllt hatten.“ antworten Sie „Die lustvolle Unterwerfung unter Putin haben Sie auch drinnen.“ Wo habe ich von lustvoller Unterwerfung gesprochen?
    Sie behaupten: „Demokraten und vor allem Demokratinnen sind für Sie nur Weichlinge, Sie wollen mal wieder von einem kernigen Führer angefasst werden.“ Wo habe ich das geschrieben? Können Sie das aus meinem Text belegen?
    Nächster Punkt: „Keine Fahr- und Windräder mehr, dafür Atom und später Kernfusion, bis auch die wieder unterwürfigen Gattinnen dem Feminismus abschwören und endlich wieder auf die Knie gehen.“ In meinem Beitrag habe ich überhaupt nicht über Fahrräder gesprochen, auch nicht über Feminismus – also eine haltlose Unterstellung. Zur Kernenergie habe ich geschrieben, daß an den Ausstiegsplänen festgehalten werden muß; Zitat: „Da eine Rückkehr zur Kernenergie in einem jahrzehntelang durch grüne Propaganda hysterisierten Land (unterstützt durch die überwiegend mit roten und grünen Journalisten besetzten Massenmedien) nicht möglich ist, muß an den Ausstiegsplänen festgehalten werden.“ Offenkundig ist Ihre Fähigkeit begrenzt, einfache Texte zu verstehen und korrekt wiederzugeben.
    Eine durchnummerierte Liste meiner Vorschläge ist übrigens kein „Kasernenhofton“, sondern eben nur eine durchnummerierte Liste.
    Ein paar Worte noch zur Windkraft, die ich für kompletten Schwachsinn halte. Haben Sie sich mal überlegt, warum die Menschheit das Dampfschiff erfunden hat (vor ca. 200 Jahren)? Unsere Altvorderen waren mindestens seit 3000 Jahren doch mit diesen unglaublich umweltfreundlichen Segelschiffen unterwegs!
    1. Noch ein Beispiel für die Unsinnigkeit der Windräder: Von meinem Büro aus sehe ich das vor wenigen Jahren neu errichtete Kohlekraftwerk in Lünen – ein beeindruckender Bau mit einer Leistung von 750 Megawatt (MW) und einer Auslastung von 86 %. Daneben stehen drei Windräder, ca. 113 m hohe Monstertürme, Rotordurchmesser 71 m, der Anlage „Ellwira“. Jedes Windrad leistet 2 MW bei einer Auslastung von 25 %: ich sehe diese Riesenwindmühlen oft genug stillstehen. Um 750 MW mit Windrädern zu erzeugen, bräuchte man also statt drei Windrädern schon 375 Windräder, die aber nur reichen, wenn der Wind ständig mit einer steifen Brise weht. Tut er aber nicht, also bräuchte man bei den erwähnten 25 % Auslastung schon 1500 dieser Windräder. Und oft genug ist Flaute, über Stunden, manchmal über Tage. Möchte man Strom aus windreichen Zeiten speichern, so kommen dafür auf absehbare Zeit nur Pumpspeicherkraftwerke in Betracht. Ein solches gibt es am Südrand von Dortmund, das Koeppchen-Werk, mit einem gewaltigen Speicherbecken auf dem Ardey-Gebirge und einer Leistung von 150 MW. Diese kann aber nur für 4 Stunden abgerufen werden, weil dann das Speicherbecken leer ist und dann erstmal 4 Stunden Wasser nach ober gepumpt werden muß. Wenn auf Kohlekraftwerke komplett verzichtet werden soll, müssen also entsprechende Pumpspeicherkraftwerke in großer Zahl gebaut werden. Um nur das eine 750 MW-Kohlekraftwerk durch Pumpspeicherkraftwerke zu ersetzen, um 4 Stunden Flaute zu überbrücken, bräuchte man also schon 5 Pumpspeicherkraftwerke wie das Koeppchenwerk und bei 24 Stunden Flaute 30 dieser Anlagen. In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es aber nur zwei dieser Anlagen! Bei bundesweiter „Dunkelflaute“ wären es schon 1500 Pumpspeicherkraftwerke… Allein diese paar Zahlen belegen den kompletten Unsinn der Windenergie. Damit Windenergie und Sonnenenergie nicht zu häufigen Blackouts führen, muß für jedes MW installierter Wind- oder Solarstrom-Leistung ein MW konventioneller Kraftwerkskapazität bereitstehen. Allein schon aus diesem Grunde lehne ich die Windkraft ab. Zusätzlich kommt die Zerstörung des Landschaftsbildes: von der Nordseeküste bis zum Alpenrand verschandeln derzeit 26.000 Windmühlen unser Land und es werden immer mehr. Auch Landschaften, an denen 200 Jahre Industrialisierung fast ohne Spuren vorbeigegangen ist, werden jetzt mit bis zu 200m hohen Windkraft-Monstern zu gebaut, selbst in Landschaftsschutzgebieten… „Daher wünsche ich mir: Kompletter Ausstieg aus der Windkraft; Abriß aller 26.000 Windmühlen in Deutschland inkl. Rückbau der Betonfundamente.“ Aber bitte zügig!

    • Lieber Herr @Quentmeier,

      wir hatten ja schon in der Vergangenheit „das Vergnügen“ – und an Diskutanten wie Ihnen habe ich gelernt, dass Autoritäre leider Freundlichkeit mit Schwäche verwechseln. Also lasse ich mich gerne auf Ihre Sprachspiele ein.

      Über Ihre naturwissenschaftlichen Qualifikationen will ich nicht urteilen, doch Ihre wenig fundierten Ausflüge in die Gebiete von Geschichte, Ökonomie und Politik unterstreichen, warum auch Kultur- und Geisteswissenschaften unverzichtbar sind.

      So schreiben Sie den Ausstieg aus der Kernkraft allen Ernstes allein „einem durch Jahrzehntelange Propaganda hysterisierten Land“ zu – und „vergessen“ nicht nur die tatsächlichen Atomkatastrophen wie Tschernobyl und Fukushima, sondern auch den Umstand, dass die Atomkonzerne keine überzeugenden Lösungen für den Atommüll gefunden haben und nun also die Öffentlichkeit diese Stromproduktion auf Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte subventioniert! Marktwirtschaft wird eben gerade nicht nur von Bürokratien bedroht, sondern häufiger und massiver von Firmenkartellen, Oligarchen und Diktaturen wie dem Ihrerseits verklärten Putin.

      Ebenso haben Sie offensichtlich grundlegende Marktgesetze nicht verstanden, wenn Sie verschwörungsmythisch behaupten, die „von roten und grünen Journalisten besetzten (sic!) Massenmedien“ würden die öffentliche Meinung steuern können. Tatsächlich werden Medien von Kundinnen und Kunden konsumiert und die Auswahl an Medien war nie größer als heute. Nicht nur Kanzler wie Kohl behaupteten sich gegen Journalistenspott, auch der Hype um den vermeintlichen „Gottkanzler“ Schulz fiel nach kurzer Zeit in sich zusammen.

      Wer allen Ernstes Putin lobt, dafür eine rot-grüne „Besetzung“ vermeintlicher „Massenmedien“ in Deutschland konstruiert, gezielt Geschichte verfälscht und nicht einmal die Grundregeln der Marktwirtschaft verstanden hat, macht hier keinen Stich. Selbst die vermeintlichen „klugen Provokationen“ des AfD-Handbuchs erfordern mehr Niveau.

      Ihnen alles Gute, holen Sie sich ggf. wieder gerne etwas Zuspruch in den bräunlichen Nischen des Netzes (Medienmarkt!) – oder nutzen Sie die Chancen, sich auch stärker kultur- und geisteswissenschaftlich zu bilden. Dann werden die Mitmenschen und Sie einander wohl besser verstehen. 🙂

  28. „Die Wiederholung ist die Mutter des Lernens“
    Sehr geehrter Herr Blume, das wußten schon die alten Römer vor 2000 Jahren: „Repetitio est mater studeorum“. Sie haben leider bei Ihren Antworten keinerlei sachliche Argumente vorgebracht, nur persönliche Angriffe, Verdrehungen und glatte Lügen. Beispiel: Ihre Behauptung: „Wer allen Ernstes Putin lobt, dafür eine rot-grüne „Besetzung“ vermeintlicher „Massenmedien“ in Deutschland konstruiert, gezielt Geschichte verfälscht und nicht einmal die Grundregeln der Marktwirtschaft verstanden hat, macht hier keinen Stich.“
    Meine Worte waren: „Für eine sichere Erdgasversorgung ist ein gutes Verhältnis zu Rußland eine Grundvoraussetzung, weil die Russen alle ihre Lieferverträge mit Deutschland erfüllt hatten.“ Das hat auch nichts mit Geschichtsverfälschung zu tun, das ist eine Tatsache!
    Zu den mehrheitlich linken Journalisten zitiere ich eine Quelle, die auch in Ihren Augen unverdächtig sein sollte, das Nachrichtenmagazin „Spiegel“: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/s-p-o-n-der-schwarze-kanal-warum-sind-so-viele-journalisten-links-a-895095.html
    Zitat aus diesem Artikel:
    „Was die politische Überzeugung angeht, sind die Zahlen eindeutig. Nach einer der größten Studien zum Thema, 2005 durchgeführt vom Hamburger Institut für Journalistik unter 1500 Journalisten aller Gattungen, verteilt sich die politische Sympathie der im Meinungsgeschäft Tätigen wie folgt:
    Grüne: 35,5 Prozent,
    SPD: 26 Prozent,
    CDU: 8,7 Prozent,
    FDP: 6,3 Prozent
    Sonstige: 4
    keine Partei: 19,6 Prozent.
    Dem bürgerlichen Lager neigen also gerade mal 15 Prozent der in Deutschland arbeitenden Journalisten zu.“
    Noch Fragen?
    Meine wichtigsten Quellen sind übrigens keine „bräunlichen Nischen des Netzes (Medienmarkt!)“, sondern Spiegel, FAZ, Welt, mit Abstrichen Focus und für naturwissenschaftliche Fragen Spektrum der Wissenschaften, Nature, Science etc.
    Aber noch mal zurück zur Windkraft, weil diese neben Biomasse und Solarstrom der größte Unsinn der Energiewende ist. Ich möchte Ihnen noch ein paar Fakten zum Thema Windkraft liefern, in der Hoffnung, daß Sie doch noch mal etwas Sinnvolles über Erneuerbare Energien lernen. Ich erlaube mir dabei, z. T. aus einem früheren Beitrag zu zitieren. Wie immer, alle Zahlen, Daten, Fakten sind mit ein paar Mausklicks zu überprüfen, z. B. bei Spiegel online oder http://www.agora-energiewende.de. Machen Sie sich doch mal die Mühe!

    1. Die Leistungsabgabe der Windmühlen ist völlig unzuverlässig; sie kann zwischen fast Null und ca. 80-90 % der installierten Leistung liegen. Ein moderner Industriestaat braucht aber eine sichere Stromversorgung, die nur durch Kohle-, Kern- und Gaskraftwerke gesichert werden kann.
    2. Strom ist in großen Mengen NICHT speicherbar; er muß dann erzeugt werden, wenn er gebraucht wird. Für jedes Gigawatt installierte Sonnen- und Windkraft muß ein Gigawatt konventionelle Kraftwerkskapazität bereitstehen (Kohle, Gas oder für einige Jahre noch Kernkraft), für den Fall von Dunkelheit und Flaute!
    3. Ich möchte nicht, dass unser ganzes Land, von der Nordsee bis zum Alpenrand, in einen riesigen Industriepark verwandelt wird. Viele Landschaften, an denen 200 Jahre Industrialisierung fast spurlos vorübergegangen sind, werden jetzt in Industrieparks mit gegenwärtig 26.000 Windmühlen verwandelt, die immer größer gebaut werden, 100 m und höher. Selbst in Landschaftsschutzgebieten werden die Windkraft-Monster errichtet. Schauen Sie sich die Nordseeküste, das Sauerland, die Eifel und Sachsen-Anhalt etc. etc. an!
    4. Windkraftanlagen in Wäldern erfordern großflächige Rodungen und entsprechende Zufahrtsstraßen. Vor einigen Jahren berichtete die FAZ über den geplanten Bau von 10 Windrädern im Taunus; für diese 10 Windräder sollten 4000 Bäume gefällt werden!! (Artikel: „Streit um Windräder; FAZ vom 5.11.2014). Klimarettung durch Waldzerstörung?
    5. Ich kann es immer nur aufs Neue wiederholen: Die Energiewende in Deutschland ist nutzlos, sie hat praktisch nichts Positives bewirkt, also keine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen: im Jahr 2016 lag der Ausstoß an Treibhausgasen in Deutschland bei 906 Millionen t CO2-Äquivalent (neben 800 Millionen t CO2 werden auch die Beiträge von Methan, Lachgas u.a. erfaßt). In 2009 waren es 907 Millionen t CO2-Äquivalent: also fast keine Reduktion in den letzten acht Jahren, obwohl mittlerweile über 26.000 Windräder mit 46 GW Leistung (80 % mehr als 2009) und 40 GW Photovoltaik-Leistung installiert worden (eine Vervierfachung gegenüber 2009!) ist und zahllose Häuser gedämmt worden sind. Aber die negativen Auswirkungen sind unübersehbar: die Landschaftsverschandelung durch die vielen Monster-Windmühlen – und die drastische Erhöhung der Stromrechnung dank EEG-Umlage, selbst wenn der Verbrauch nahezu gleichbleibt: Kosten allein für die EEG-Umlage von 2009 bis 2016 lagen bei unglaublichen 120 Milliarden Euro – für nichts und wieder nichts!

    • Lieber Herr @Quentmeier,

      wie schön, dass Sie endlich beginnen, einmal empirische Daten aus den Kultur-, Sozial- und Medienwissenschaften wahrzunehmen! Merken Sie, dass die Welt dadurch facettenreicher wird?

      So haben Sie völlig Recht mit der Beobachtung, dass der SPIEGEL selbst auf die 12 Jahre alte Umfrage verwies – was bereits gegen Ihre Thesen von verschwörerisch „besetzten (!) Massenmedien“ spricht. Gerade auch die größeren Medien lernen nicht zuletzt aufgrund der Konkurrenz durch das Internet, dass sie es sich gar nicht mehr leisten können, die eigene Leserschaft lenken zu wollen. So mag der zahlenmäßige Anteil der Journalisten mit konservativen und liberalen Weltanschauungen niedriger sein – aber niemand hindert Sie daran, dann eben auch genau solche Medienangebote nachzufragen! Raten Sie beispielsweise mal, warum der früher stark linkslastige SPIEGEL heute auch Stimmen wie Jan Fleischhauer („Der schwarze Kanal“) eine eigene Kolumne gibt?
      http://www.spiegel.de/thema/spon_fleischhauer/

      Übrigens wurde genau in dem Ihrerseits angeführten Jahr 2005 die rot-grüne Bundesregierung in vorgezogenen Neuwahlen durch eine schwarz-gelbe Koalition abgelöst! CDU/CSU wurden wieder zur stärksten Fraktion im Deutschen Bundestag, Bündnis 90/Die Grünen zur schwächsten. Und auch heute liegen CDU/CSU in Umfragen weit vor der linken Konkurrenz.

      Die „These“, das linksgerichtete Journalisten die Politik und Gesellschaft eines Landes „von oben herab“ alleine bestimmen und gar lenken könnten, ist also nachweislich falsch bzw. mehrfach empirisch widerlegt. Dass Sie den Ansatz der Marktwirtschaft gerade auch in Medienfragen bestenfalls in Ansätzen verstanden haben – okay. Aber haben Sie als (angeblicher) Naturwissenschaftler das Konzept der Falsifikation von Thesen denn wirklich nie gelernt oder nicht verstanden? Wieviele empirische Widerlegungen brauchen Sie, bis Sie grundlegende Annahmen Ihres Weltbildes einmal hinterfragen?

      Über Ihre groben Aussagen zur Windkraft kann ich entsprechend auch wieder nur staunen. Kein Mensch hat hier gefordert, dass alle erneuerbare Energie aus Windkraft gewonnen wird – und wenn wir auf Erfolge von Windkraft hingewiesen haben, dann vor allem im Bereich von Offshore-Anlagen.

      Auch Ihre Falschbehauptung nicht speicherbarer Energie wird auch durch Wiederholung nicht glaubwürdiger – mein real existierendes Elektroauto fährt auch heute noch mit der Energie, die es Freitagvormittag geladen hat. Auch mehrtägige Standzeiten führen nur zu minimalen Reichweiteverlusten. Dabei steckt die Entwicklung von Batterietechniken auch „dank“ der Versäumnisse der deutschen Autoindustrie leider noch in den Kinderschuhen.

      Und schon mehrere Diskutanten haben Sie darauf hingewiesen, dass die Entkopplung des CO2-Ausstoßes vom Wirtschaftswachstum der letzten Jahre schon einen guten Zwischenerfolg darstellt! Zwischen 2009 und heute ist das BIP der Bundesrepublik Deutschland um viele Milliarden Euro gewachsen – ohne dass dafür noch Millionen Tonnen CO2 extra ausgestossen werden mussten! Und dieser Zwischenerfolg geht eben maßgeblich auch auf den Ausbau der erneuerbaren Energien zurück, der daher klug und zügig (m.E. vor allem im Solarbereich und dezentral) fortgesetzt werden sollte.

      So, und damit erlaube ich mir jetzt einmal, diesen Diskussionsstrang hier zu schließen.

      Wenn Sie unbedingt Ihre Angstlust weiter verkünden wollen, stelle ich Ihnen gerne den Kommentarbereich des aktuellen Blogposts zur Verfügung:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/zukunftsglauben-zwischen-paradies-und-hoelle-zwischen-demokratie-und-extremismus/

      Ihnen noch ein schönes und möglichst angstfreies Wochenende! 🙂

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