Das neue Spektrum der Wissenschaft – wie ein Mathematiker vor einem falschen Verständnis von Altruismus warnt

Zu den (nicht sehr vielen) Dingen auf der Erde, die ich uneingeschränkt bejahe, gehören seriöse Wissenschaftszeitschriften. Als Kind aus einem Nicht-Akademiker-Haushalt haben sie bei mir die Faszination für die Welten der Wissenschaften geweckt (und ich werde meinen Eltern immer dankbar dafür sein, dass sie trotz aller Zwänge nie an Büchern, Magazinen und Bildung sparten). Sie informieren die breitere Öffentlichkeit und tragen damit zu einer besseren Entwicklung jeder Kultur und Zivilisation bei (und ja, das meine ich so groß, wie es klingt). Und sie eröffnen auch Spezialistinnen und Spezialisten den Blick über den disziplinären Tellerrand, wirken damit Abschottungen entgegen und geben der Forschung Impulse. Ich finde Spektrum der Wissenschaft nicht toll, weil ich hier (übrigens unentgeltlich) blogge. Ich blogge hier, weil ich Spektrum der Wissenschaft toll finde und darauf hoffe, dass auch noch künftige Generationen darin Wissen, Freude und Sinn finden werden.

Wenn man etwas schon als Jugendlicher geliebt hat, besteht natürlich die Chance, dass man zum Traditionalisten wird und irgendwann jede Veränderung ablehnt. So hatte ich mit dem Relaunch von 2011 durchaus gerungen, wenn auch mit positivem Fazit. Die neue Heftgestaltung ab September 2016 markierte nun einen deutlich schärferen Schnitt – der aber meines Erachtens auch nötig war. Denn Lesegewohnheiten ändern sich und es besteht m.E. schon die Gefahr, dass mit immer nur neuen Varianten funkelnder Sterne vor schwarzem Nachthimmel die zunehmend digital geprägte Generationen nicht mehr erreicht werden. Themen eröffnende Hingucker sind gefragt, Impulse zum Nachdenken, klare Schaubilder, auch ein wenig mehr Humor.

Cover_SpektrumderWissenschaft09-2016Schritt nach vorne: Die neue Heftgestaltung von Spektrum der Wissenschaft, Septemberausgabe 2016

Es wäre aus meiner Sicht nicht weniger als eine Katastrophe, wenn SdW Jüngere und Frauen nicht (mehr) erreichen würde. So finde ich es klasse, dass nach den genialen “Springers Einwürfen” mit “Freistetters Formenwelt” nun auch ein bekannter Astronomie-Blogger und Buchautor einen regelmäßigen Platz im Heft gefunden hat.

Für die Zukunft wünsche ich mir freilich auch eine Kollegin mit eigenem, regelmäßigem Heftplatz, die dort und multimedial auch neue Leserschichten anspricht und Mädchen wie Frauen als Vorbild dient – denn lebensnahe, interdisziplinäre Wissenschaft geht alle an, präsentiert und hinterfragt Klischees und unterhält. Dem folgenden Video stimme ich z.B. in einigen Aspekten nicht zu (Begriff der “Arterhaltung”, Beschränkung des Polygamie-Begriffs auf die Polygynie) – doch ist er humorvoll-frech gemacht und eignet sich als Starter zum Nachdenken und Debattieren.

Das Heft ist nach meiner Einschätzung übersichtlicher geworden, die Grafiken verständlicher und damit auch über Disziplingrenzen hinweg wirksamer.

Was damit gemeint ist, möchte ich gerne am hervorragenden Artikel “Psychologie. Einladung zum Mogeln” von Christoph Pöppe erläutern. Der promovierte Mathematiker hinterfragt dabei die Haltbarkeit einiger auch medial “gehypter”, spieltheoretischer Experimente.

SpektrumExperiment0916S33Dafür liebe ich Spektrum! Ein Mathematiker untersucht psychologische Studien auch zur Religion!
Foto: Michael Blume

Dies betraf auch eine Studie zur Evolution von Religion, die leider ebenfalls – ein häufiger Fehler – mit dem unklaren Begriff des “Altruismus” hantierte. Pöppel stellt dagegen klar (S. 34):

In der Tat fanden die Anthropologen eine Korrelation, die ihre Hypothese stützt: Je mehr ein Angehöriger dieser Gemeinschaften seinem Gott die genannten Eigenschaften zuschreibt, desto eher ist er bereit, einem fernen Glaubensbruder etwas mehr in die Spardose zu tun. […] Das ist auch wenig verwunderlich. Wer davon überzeugt ist, dass Gott ihm auch beim Würfeln im stillen Kämmerlein auf die Finger schaut, wird ganz grundsätzlich zu größerer Ehrlichkeit neigen. Das allein kann schon den beobachteten Effekt erklären. Mit Altruismus in einer großen Gemeinschaft hat das nicht unbedingt etwas zu tun.”

Dem kann ich als Religionswissenschaftler nur zustimmen: Religiös glaubende Menschen verhalten sich regelkonformer und damit auch häufiger In-Group-orientierter – aber das ist nicht gleich “Altruismus”, kann zum Beispiel auch von einer Terrorgruppe ausgefüllt werden. Leider wird noch immer zu selten differenziert. Wo also ein Mathematiker psychologische Studien kritisch-konstruktiv hinterfragt und damit dazu beiträgt, wenig reflektierte, geisteswissenschaftliche Begriffe wie “Altruismus” zu klären – dort leuchtet das Spektrum der Wissenschaft!

Und ich muss jetzt aufhören, weil da gerade noch im verführerisch aufgeschlagenen Heft so ein hoch interessanter Artikel zur “Magie der Schrift” und der alten Indus-Kultur…

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und spezialisierte sich auf die Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Hat auch manches erlebt und überlebt...

32 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Diesen Monat hätte ich beinahe das neue “Spektrum der Wissenschaft” zum ersten Mal seit Jahren nicht gekauft, weil ich es nicht wiedererkannt habe und es im Zeitungskiosk nicht an seiner üblichen Stelle zu finden war.
    Doch letzlich komm es auf den Inhalt an und der hat sich nicht grundlegend geändert. Es sind die Autoren und die Art der Themenbehandlung, die mich das Heft jeweils kaufen lässt. Nicht das Wissen an und für sich, sondern die wissenschaftliche Fragestellung und wie sie sich entwickelt stehen im Zentrum. Kein heutiges Wissenschafts- und Technikportal kann hier Ersatz anbieten, deshalb lohnt sich der Kauf auch heute – im Zeitalter der Überinformation durch online zugängliche Inhalte – noch wie eh und je.

  2. Jahrelange Käufer, die ihr Heft am Kiosk nicht wiederfinden, da spielen sich Dramen ab, die mir als Abonnent erspart blieben, allerdings nicht der ästhetische Schock des gelben Umschlags. Der “Mr. Smith”, der das Universum aufbläst, ist ja wirklich witzig, aber die Farbe, meine Güte, mir tun jetzt noch die Augen weh. Ein Trost, dass sich die Heftfarbe offenbar von Nummer zu Nummer ändern wird.

  3. Spektrum der Wissenschaft habe ich mit Erscheinen der Erstausgabe im November 1978 abonniert und lese es seither regelmäßig, wenn auch nicht immer unmittelbar nach Erscheinen eines neuen Heftes.

    Der Inhalt macht es. Man vergleiche z.B. Pöppes Artikel “Und die Mondlandung fand doch statt!” mit den Beiträgen auf scienceblogs.de (von geografittico und gesundheits-check) zum Auffliegen von Verschwörungen. Da liegen nicht nur Welten dazwischen, vielmehr handelt es sich um ein anderes Universum.

    “Freistetters Formenwelt”, richtig heißt es “Formelwelt” ist ganz gewiss keine Offenbarung. Spätestens Freistetters Beitrag über Logarithmen lässt wehmütige Erinnerungen aufkommen: http://www.feynmanlectures.caltech.edu/I_22.html

    Das Layout ist Geschmackssache. Die Schwesterzeitschrift “Sterne und Weltraum” liest sich deutlich angenehmer. Ich setzte auf den technischen Fortschritte und hoffe, dass ich in nicht allzu ferner Zukunft mich einfach als Abonnent bei spektrum.de anmelde, im entsprechenden Menü das von mir bevorzugte Layout ankreuze und fürderhin eine gefällige Druckausgabe erhalte.

  4. Gemeinschaften funktionieren weder altruistisch, noch hedonistisch, sondern sozial, es ergibt sich hier auch eine Logik, denn Gemeinschaften meinen das Soziale.

    Es ist z.B. nicht möglich in einem sozialen Verbund jemandem vor den Ofen zu locken, oder den Hund, der sich hinter dem Ofen befindet, hervorzulocken, wenn es keine Belohnung gibt, dies ist womöglich eine passende Redensart.
    Es gibt in der Wirtschaft regelmäßig bestimmte Versuche Altruismus zu generieren indem das “große Ganze” beschworen wird, derartige Versuche scheitern regelmäßig.

    Hedonismus ist per se schlecht und endet evolutionär regelmäßig im Exitus.
    Ist aus evolutionäre Sicht für das Individuum zu riskant und würde letztlich Herrschaft oder gar Weltherrschaft bedeuten, wobei, wobei, es auch so etwas gibt:
    -> http://www.stern.de/panorama/wissen/natur/genverbreitung-ein-mann–1-5-millionen-nachfahren-3287144.html

    Kooperation und Angleichung der Interessen sind insofern die Zauberworte.
    Es soll ja Mehrwert generiert und verteilt werden.

    MFG
    Dr. Webbaer (der allerdings mit dieser audiovisuell aufbereiteten Gegenrede zur Polygamie nicht ganz glücklich wird, Polygamie, sofern die Weibchen kontrolliert bleiben, funktioniert, blöde nur, dass dann andere zu kurz kommen – das mit den Krankheiten scheint hier nebensächlich hinzugebaut)

    PS:
    Polyamorie könnte funktionieren, good luck beim Aufziehen der Zöglinge!

  5. @Webbär,

    das mit den zu-kurz-gekommenen und deren Aggressionspotential ist sicher ein Argument, warum eine Zivilisation wie die Unsere sich nur aus einer monogamen Tradition wie der griechisch-römischen entwickeln konnte – zu deren Festigung die Erfindung des (von Luther unnötigerweise in die weltliche Sphäre verwiesenen) “heiligen Sakraments der Ehe” sicher nicht unerheblich beigetragen hat. Nur: wie konnte so eine Tradition überhaupt erst entstehen? Als Alexanders Männer das Perserreich überrannten, taten sie das sicher nicht aus Treue zu ihren daheimgebliebenen Ehefrauen.

    Für die Entstehung monogamer Communities gibt die im Video dargestellte These zumindest interessante Anhaltspunkte. Und solange man sich im Klaren ist, welchen Teilaspekt des untersuchten Phänomens man gerade simuliert, stehe ich Simulationen nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber – die Ausbreitung einer bestimmten Krankheit als Funktion der Populationsgröße zu beschreiben, ist zumindest einfacher, als das Weltklima als Funktion diverser Spurengaskonzentrationen zu simulieren…

    • @ Störk :

      Statt hierzu mit Krankheiten zu argumentieren…

      Nur: wie konnte so eine [monogame] Tradition überhaupt erst entstehen?

      …bieten sich folgende Überlegungen an:
      Durch Religionen mit derartigen Anweisungen?

      Nein, Spaß beiseite, wenn Populationen bereit stehen, in denen beide Geschlechter annähernd gleichverteilt zur Verfügung stehen, sie zudem eine ähnlich hohe Lebenserwartung haben und annähernd gleiches Talent, liegt die monogame Idee auf der Hand. Auch damit sich nicht gekabbelt werden muss, wenn Polygamie vorliegt. (Polyandrie soll an dieser Stelle nicht erörtert werden, Männchen sind stärker. >:-> )

      Übrigens könnte der Grundgedanke der Demokratie aus ganz ähnlichem Befund heraus entstanden sein.

      Ihr Kommentatorenfreund, der daran glaubt, dass sich das Gute am Schluss durchsetzt (denn sonst wäre es nicht das Gute), sieht hier durchaus Sinn und Zweck von Evolution, räumt aber ein, dass aus jeweiliger zeitlicher Perspektive alles ganz anders aussehen könnte, bspw. könnte es in ein paar Jahrzehnten schon wieder so, also ganz anders, aussehen, es gibt hier bestimmte Tendenzen, allerdings ändert dies nichts an der Einstellung des Schreibers dieser Zeilen, dass das Gute, dies ist in diesem Fall nicht die Polygamie, am Schluss immer gewinnt.

      Diese Sache mit den Krankheiten wirkt ein wenig gekünstelt hinzugebaut und soll womöglich auch die Sittlichkeit und Kultur aus dieser Erörterung herausnehmen, ist aber nicht falsch.

      MFG
      Dr. Webbaer (gerne ohne deutsche Umlaute)

  6. Eingangsstatement
    “Zu den (nicht sehr vielen) Dingen auf der Erde, die ich uneingeschränkt bejahe, gehören seriöse Wissenschaftszeitschriften.”
    Finde ich auch und insbesondere deshalb weil Wissenschaft von Wissen kommt und nicht von Glauben.

    Zu den wichtigen zeitgeschichtlichen Dingen, wo manche “Glauben” vorziehen und Verschwörungstheorie oder gar Verschwörungsglaube vermuten, habe ich was für Sie:

    http://www.europhysicsnews.org/articles/epn/pdf/2016/04/epn2016-47-4.pdf

    • Oh ja, @Dr. Thurner – und wenn Sie glauben (!), dass Menschen nur Wissen, aber keinerlei Art von Glauben zum Leben benötigten, dann sind Sie erkennbar noch nicht auf dem aktuellen Stand des (auch evolutionären) Wissens! 😉

      Danke auch für den Link zu dem 9-11-Verschwörungsartikels, der mir bekannt war. Auch wenn es für den Moment die Verschwörungsgläubigen ermutigt und befeuert, so finde ich es doch positiv, dass auf diesem Wege auch die wissenschaftliche Fachdebatte zum Einsturz der Türme angeregt wird. In einer Wissensgesellschaft sollte es möglichst große Freiheiten geben und Theorien (sowohl anerkannter (“orthodoxer”) wie belächelter (“heterodoxer”) Art) sollten der Überprüfung und ggf. Widerlegung zugänglich sein. Das eben unterscheidet freiheitliche Gesellschaften von autoritären wie die Türkei, China oder Russland – weswegen die Bewunderung vieler Verschwörungsgläubiger für Putin ein interessantes Paradoxon darstellt.

  7. Aber nein, @Michael Blume, sie unterstellen mir was, was ich nicht geschrieben haben. Wo habe ich behauptet: ” dass Menschen nur Wissen, aber keinerlei Art von Glauben zum Leben benötigten,” ? Nirgendwo.
    Welcher Glaube neben Wissen stehen sollte, ist Geschmackssache und durch die Religionsfreiheit gedeckt. Z.B. auch die Freiheit keine Religion zu haben.

    Zudem bezeichnen Sie einen peerreviewten Artikel aus einer anerkannten Physik Fachzeitschrift als “Verschwörungsartikel”. Wollen Sie sich da nicht berichtigen?
    Sie kannten diesen Artikel bereits? Das glaube ich nicht.

    Es geht darum daß Menschen, die berechtigte Zweifel (“Nichtglauben”) an der offiziellen Darstellung von z.B. wichtigen (politischen) Ereignissen wie ohne Zweifel der 11.Sept. , haben, allzugerne als Trottel, Aluhutträger, Dummköpfe, Unwissende etc. verunglimpft werden u n d mit keinem Wort auf die wissenschaftlichen (!) Belege, die diese Zweifel begründen, eingegangen wird, bzw. diese verdrängt werden per kognitiver Dissonanz.

    Muss ich leider auch bei Ihren Artikeln und Leserbriefantworten zu “Verschwörungsideologien, Verschwörungsmythen, Verschwörungshypothesen, etc.” feststellen.
    Vgl. auch
    http://gaylenixjackson.com/Research/CIA-Memo-Warren-Commission.pdf
    Wo dieses Vorgehen gegen unbequeme Nachfrager von der CIA 1963 skizziert und begonnen wurde. Auch Bush bzw. sein Redenschreiber kannten das:

    https://www.youtube.com/watch?v=6K5M0xtxQVQ

    Darf ich Sie nochmal an Ihr Eingangsstatement erinnern? M.Blume: “Zu den (nicht sehr vielen) Dingen auf der Erde, die ich uneingeschränkt bejahe, gehören seriöse Wissenschaftszeitschriften.”
    Bejahen Sie uneingeschränkt oder nicht ? Also bitte mal gründlich lesen (ab Seite 23 des PDF):
    http://www.europhysicsnews.org/articles/epn/pdf/2016/04/epn2016-47-4.pdf

    Im übrigen ist anzunehmen, daß inzwischen mehr als 2600 Architekten, Ingenieure, ja nicht alle unwissend, dumm oder in ihrem Fachgebiet völlig uninformiert sein können:
    Vgl. http://www.ae911truth.org
    oder wer z.B. die Punkte zu WTC 7 (was der Hälfte der Bevölkerung völlig unbekannt ist) lieber in deutsch lesen will
    http://www1.ae911truth.org/de/faqs/417-ae911truth-reaches-past-the-english-language-barrier-german-italian-french-spanish-japanese-chinese-dutch-finnish-.html
    Zusammenfassung:
    Das Verschwörungs-Theorie/Glaube , etc. Geschreibe ist unnötig, es führt erkenntnistheoretisch zu nichts.
    Erkenntnistheoretisch genügt die übliche wissenschaftliche Herangehensweise, um eine These als valide oder invalide zu erkennen.

    Man kommt also nicht darum herum entsprechende Literatur zu lesen, ggf. fachlich zu kritisieren bzw. selbst nachzudenken und zu überprüfen.

    • Lieber Herr Thurner,

      da läuft bei Ihnen doch einiges durcheinander. Wenn ich von einem “Verschwörungsartikel” schreibe, dann ist das keine abwertende Bezeichnung, sondern die Feststellung eines Sachstandes: Die Autoren des Beitrages präsentieren die These, dass die Zerstörung des WTC mit Tausenden von Toten durch eine kontrollierte Sprengung herbeigeführt worden und diese seitdem vertuscht worden sei. Wenn das kein Verschwörungsvorwurf sein soll, was soll denn dann bitte noch ein Verschwörungsvorwurf sein?

      Ich halte diese Verschwörungstheorie für ärgerlich absurd und unglaubwürdig – beispielsweise sehe ich kein realistisches Szenario, wie eine solche Superverschwörung samt simultaner Riesensprengung plus Flugzeugentführungen unbemerkt vorbereitet und danach vertuscht worden sein soll -, doch der Vorteil einer öffentlich präsentierten Theorie ist eben, dass sie diskutiert und überprüft werden kann. Und genau dies sollte m.E. in den kommenden Monaten und Jahren auch geschehen. Antisemitische und antiamerikanische Verschwörungsgläubige werden sich ohnehin nicht davon überzeugen lassen, dass es eben doch ein Attentat ohne “Selbstsprengung” war, sondern nur selektiv nach weiteren “Belegen” für diese suchen. Aber der vernünftige Teil der Menschheit kann wenigstens das Für und Wider der Argumente wahrnehmen und wertschätzen, dass es so nur in freiheitlichen Gesellschaften gibt.

      Zur Begriffsverwendung von Verschwörungstheorie, -mythen und -glauben habe ich ausreichend publiziert (auch auf dem Blog, sogar auf YouTube) und würde es daher gerne dabei belassen.

      Mit freundlichen Grüßen!

  8. Zum video und der These Geschlechtskrankheiten und deren ( über Evolution/Selektion) vermindertes Auftreten in monogamen Beziehungen und dadurch Postulat dass die Evolution Monogamie selektiere bin ich skeptisch.

    Zum einen, weil es auch heute auf diesem Globus nicht nur monogame Gesellschaften gibt. Ursachen dafür sind bekanntermassen vielfältig, auch durch Vorgaben der verschiedenen Religionen bedingt.

    Zum anderen sollte man bei Überlegungen zur Fruchtbarkeit und der Fortpflanzung des Menschen den verlängerten Östrus nicht übersehen.
    http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/oestrus/47367

    Unsere (Menschen)Affenvorfahren hatten durch nur kurzzeitige “Brunftzeiten” bzw. fertile Phasen und dies auch nur äusserst selten eine entscheidende Bremse bzgl. der Zahl der Nachkommenschaft und waren wohl polygam u n d der (männliche) Führer der Gruppe hatte immer Vorrecht beim begatten.

    Mit dem sog. verlängerten Östrus der Weibchen, bzw. im Laufe der Evolution bei der homo sapiens Frau änderte sich dies grundlegend:
    https://de.wikibooks.org/wiki/Geschichte_der_Menschheit:_Entwicklung_des_Menschen
    nur zwei Punkte:
    “Versteckter Eisprung: Die Fruchtbarkeit von Tierweibchen wird in der Regel durch körperliche oder Verhaltens-Signale mitgeteilt, damit in dieser Phase eine Befruchtung stattfinden kann; bei Menschen ist dies nicht der Fall, die fruchtbare Phase ist für beide Geschlechter kaum ohne hochentwickelte Diagnostik erkennbar.

    Anders als bei fast allen Tieren wird Sexualität bei Menschen nicht nur zu bestimmten, genetisch fixierten Zeiten (Brunftzeiten) praktiziert. Menschen können grundsätzlich ganzjährig miteinander sexuell verkehren, und der Geschlechtsakt ist weniger stark als bei den Tieren mit der Fortpflanzung verbunden. Die jederzeit praktizierte Sexualität ist aber auch bei den nächsten Verwandten des Menschen angelegt: Sowohl Bonobos als auch Schimpansen sind für ihr ausgeprägtes Sexualverhalten bekannt. ”

    Hypothese: dadurch daß das die Menschen Frau nun so gut wie täglich zum GV bereit war, konnte der Gruppen/Hordenführer nicht mehr alle “beglücken” und seine vorher benachteiligten (weil vom GV mit weiblichen Gruppenmitgliedern ausgeschlossenen) männlichen Rivalen kamen zum Zuge.

    Das dürfte dann auch der Beginn der “Familienbildung” innerhalb der Horde gewesen sein inklusive des Beginns von Monogamie / Eifersucht, etc.

    Die Vorteile der Familie überwiegen allerdings, um Missverständnissen vorzubeugen.

    • Antwort zu Verschwörungstheorien:
      Lieber Herr Blume,

      Ihre Argumente stechen nicht. Sie sind sekundär.

      Es gibt keinen wissenschaflichen Zweifel z.B. daran, daß WTC 7 gesprengt wurde.
      Vgl. die wissenschaftlichen links die ich gab. Bitte lesen und ggf. widerlegen.

      Alle andere Begriffe Bezeichnungen und Vermutungen (antiamerikanische, antisemitisch, etc.) in ihrer Antwort bringen doch nichts zu den wissenschaftlichen Argumenten.
      Also bitte sich mit den vorgetragenen Inhalten auseinandersezten!

      • Lieber Herr Thurner,

        das ist GENAU, was ich meine! Sie verkünden eine Minderheitsmeinung und rufen dazu auf, Sie zu “widerlegen”. Zugleich verkünden Sie aber bereits im absoluten Ton, das Ergebnis ohnehin zu wissen: “Es gibt keinen wissenschaflichen Zweifel z.B. daran, daß WTC 7 gesprengt wurde.”

        Sie fordern ein vermeintlich offenes Verfahren, erkennen aber von vornherein nur Befunde an, die Ihrem gefühlten Glauben entsprechen.

        Und schließlich glauben Sie auch noch versichern zu können, das habe mit Antiamerikanismus und Antisemitismus nichts zu tun. Sie meinen, die Schuldigen an der vermeintlichen Superverschwörung bereits absolut zu “kennen”, das fühlen Sie – aber Sie wollen auf keinen Fall, dass klar wird, welche Ressentiments und Vorurteile dahinterstecken.

        Danke, dass Sie uns eindrucksvoll die Denk- und Argumentationsstruktur eines Verschwörungsglaubenden präsentieren…

      • Dem vom Ihnen verlinkten Artikel steht ein Vorbehalt der Redaktion voran:

        “NOTE FROM THE EDITORS This feature is somewhat different from our usual purely scientific articles, in that it contains some speculation. However, given the timing and the importance of the issue, we consider that this feature is sufficiently technical and interesting to merit publication for our readers. Obviously, the content of this article is the responsibility of the authors.”

        Offenbar wurde mit dem Artikel nichts “bewiesen”.

        • @Dr.Webbaer
          Wie man sehen kann haben sie keine Belege für Ihre Behauptung es gäbe wissenschaftliche Zweifel, daß WTC 7 nicht gesprengt wurde.
          Warum es keinen Zweifel geben kann, daß WTC 7 gesprengt wurde liegt am freien Fall des Großteils von WTC 7 über 25-28 m bzw. 8 Etagen (von 47) des am 11.9.2001 total (!) kollabierten Wolkenkratzers.
          @ Paul Stefan
          Ich vermisse statt dieser (unkritischen) Anmerkung eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem immerhin in einem peerreviewten, anerkannten Physik Journal veröffentlichten Artikel.

          Insbesondere vermisse ich die wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Totalkollaps mit freien Fall des Grossteils von WTC 7 am 11.9.2001 und damit dem (indirekten!) wissenschaftlichen Beweis, daß WTC 7 gesprengt wurde; hier wird das erklärt:

          http://www.ae911truth.ch/freefall.html

          Zum besseren Verständnis der Vorgänge und damit später keiner sagen kann, er/sie hätte vom Totalkollaps und freien Fall dieses Wolkenkratzers (der von keinem flugzeug getroffen wurde) an 9/11 nichts gewußt.

          http://www.ae911truth.ch/jenseitsdertaeuschung.pdf

          @Herrn Blume
          ich weiß , daß hier Beiträge zensiert bzw. nicht veröffentlicht werden. Schade. Im Interesse der Wissenschaft und eines wissenschaftlichen Dialogs, sollten Sie ehrlich zu sich selbst sein und dem Phänomen der kognitiven Dissonanz entgegentreten, Widerspruch und Diskussion zulassen.

          • Lieber Herr Thurner,

            es ist selbstverständlich keine “Zensur”, darüber zu entscheiden, was auf meinem eigenen Blog erscheint. Sie entscheiden ja hoffentlich auch, wen Sie in Ihren Garten lassen.

            Wenn ich da nicht sehr klare Grenzen ziehen würde, wäre “Natur des Glaubens” längst von persönlichen Anwürfen und extremen Verschwörungsmythen überschwemmt worden. Hier gilt – nach langer Übung – ein strenges “Don’t Feed the Trolls”. Versuchen Sie also bitte, sich wenigstens einigermaßen vernünftig zu benehmen – sonst verschwenden Sie nur Ihre Zeit. (Und Verschwörungsglaubende verachten ja gerne Liberalität, “Gutmenschentum” und “Kuschelpädagogik”, also bitte ersparen Sie uns unglaubwürdiges #mimimi.)

            Gerne lasse ich eine – hoffentlich konstruktive – Diskussion zwischen Ihnen und @Webbaer zu.

      • Es gibt keinen wissenschaflichen Zweifel z.B. daran, daß WTC 7 gesprengt wurde.

        Doch, die gibt es. [1]
        Dass WTC-7 einige Merkwürdigkeiten aufweist, seinen Zusammensturz meinend, wäre korrekt angemerkt.
        Aber dieser Verschwörungsglaube, der sich in der resoluten Feststellung andeutet, darf gerne zu Hause bleiben.

        MFG + schönen Tag des Herrn noch,
        Dr. Webbaer

        [1]
        Es wäre müssig dies zu Zeiten des Internets zu belegen, es finden sich dafür viele Belege im Web, dass Ihre Feststellung falsch ist.
        Wer an einer sachnahen Auseinandersetzung interessiert ist, schreibt derart entscheidend nicht.

    • Die Thesen vom “Gruppen/Hordenführer”, der möglichst viele “beglücken” konnte, entstammen den feuchten Fantasien von Männern des 19. Jahrhunderts und haben einen langen Bart. Tatsächlich zeichnen sich gerade auch Primatenarten mit “Haremsstrukturen” wie z.B. Gorillas gerade nicht durch ein langes, “beglückendes” Liebesspiel aus. Dieses stabilisiert dagegen erst diadische (mitunter: monogame) Paarbeziehungen.

      Falls Sie das Thema weiter interessiert, hier ggf. Stoff zum Weiterlesen und -denken:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-rolle-der-frauen-in-der-evolution-von-religiosit-t-und-religionen/

  9. “Lieber Herr Thurner,
    es ist selbstverständlich keine „Zensur“, darüber zu entscheiden, was auf meinem eigenen Blog erscheint. Sie entscheiden ja hoffentlich auch, wen Sie in Ihren Garten lassen.
    Wenn ich da nicht sehr klare Grenzen ziehen würde, wäre „Natur des Glaubens“ längst von persönlichen Anwürfen und extremen Verschwörungsmythen überschwemmt worden. ”

    Lieber Herr Blume, zunächst danke, daß Sie wenigstens eine meiner Antworten freischalten, auch wenn ich die Hinweise auf Benehmen, persönliche Anwürfe etc. befremdlich finde.

    Ich warte also auf die inhaltliche Kritik, bzw. begründeten Widerspruch von Dr.Webbaer. Mal sehen ob da inhaltlich was kommt.

    Auch die anderen Mitleser sind herzlich eingeladen sich zu den vorgelegten Fakten (hier insbesondere dem freien Fall von WTC 7) zu äussern.

    Inhaltliche Kritik, die ich vermisse, gilt auch für meine Antwort zum eigentlichen Thema: vgl. mein Beitrag 15.11. 15.08 Uhr

    Ihre Antwort Herr Blume : “Die Thesen vom „Gruppen/Hordenführer“, der möglichst viele „beglücken“ konnte,..” trifft nicht das, was ich bezüglich des videos ausdrücken wollte.

    Zum video und der These Geschlechtskrankheiten und deren (über Evolution/Selektion) vermindertes Auftreten in monogamen Beziehungen und dadurch Postulat dass die Evolution Monogamie selektiere bin ich skeptisch.

    Zum einen, weil es auch heute auf diesem Globus nicht nur monogame Gesellschaften gibt. Ursachen dafür sind bekanntermassen vielfältig, auch durch Vorgaben der verschiedenen Religionen bedingt.

    Zum anderen sollte man bei Überlegungen zur Fruchtbarkeit und der Fortpflanzung des Menschen den verlängerten Östrus nicht übersehen.

    http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/oestrus/47367

    “Der Östruszyklus der weiblichen Säugetiere entspricht dem Menstruationszyklus weiblicher Primaten (Affen, Mensch, Menschenaffen). Seine Länge ist artspezifisch unterschiedlich; bei Ratten dauert er etwa 4 Tage. Manche Säugetiere sind nur 1mal im Jahr brünstig (monöstrisch), andere mehrmals (di- oder polyöstrisch); monöstrisch sind Pferde, Rinder, Wildschweine, Biber und Bären, diöstrisch Hunde und Katzen, polyöstrisch Mäuse, Ratten, Hamster und Spitzmäuse. Viele Haustiere sind ungleich ihren monöstrischen Vorfahren polyöstrisch geworden. Zwischen 2 Brunstzeiten liegt der Anoestrus (die Unbrunst). – Der Östrus wird durch Ausschüttung von Hormonen eingeleitet. Er führt zur Ausbildung von ihn anzeigenden Signalen, z.B. von Drüsensekreten, Schwellungen und Rötungen der Genitalregion usw. ”
    und
    “Bei Menschenaffen und Mensch tritt ein dem Östruszyklus analoger Menstruationszyklus auf, in dem unter Umständen ständige Paarungsbereitschaft, nicht aber Empfängnisbereitschaft herrscht.”

    Soweit die Fakten zur Überschrift im video: WARUM SIND WIR MONOGAM?

    Wie und wann dieser Östrus Zyklus mit ständiger Paarungsbereitschaft während der Evolution vom Affen zum (Trockennasen) Primaten bzw. Menschen aufgetreten ist, wissen wir nicht.
    Ausserdem gibt es auch heute auf diesem Globus unter Menschen nicht nur monogame Beziehungen, insbesondere religiöse Vorschriften variieren da stark, dürfte unstrittig sein.
    Dass es Unterschiede zwischen Vorschriften/Gesetzen und der Wirklichkeit gibt, ist ebenfalls nichts Neues.
    Weiterhin sind unsere nächsten Verwandten die Primaten ebenfalls sehr unterschiedlich bezüglich dieses Sozialverhaltens aufgestellt:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Primaten#Primaten_und_Menschen
    “Primaten haben in den meisten Fällen ein komplexes Sozialverhalten entwickelt. Reine Einzelgänger sind selten, auch bei Arten, die vorwiegend einzeln leben (zum Beispiel der Orang-Utan), überlappen sich die Reviere von Männchen und Weibchen, und bei der Fortpflanzung werden Tiere aus solchen überlappenden Territorien bevorzugt. Andere Arten leben in langjährigen monogamen Beziehungen (zum Beispiel Indriartige oder Gibbons). Vielfach leben Primaten jedoch in Gruppen. Diese können entweder Harems- oder Einzelmännchengruppen sein, wo ein Männchen zahlreiche Weibchen um sich schart, oder gemischte Gruppen, in denen mehrere geschlechtsreife Männchen und Weibchen zusammenleben. In Gruppen etabliert sich meist eine Rangordnung, die durch Alter, Verwandtschaft, Kämpfe und andere Faktoren bestimmt ist.”
    Stichwort Einzelmännchengruppen, gemischte Gruppen, Rangordnung.

    Z.B. wird bei den Gorillas “sex” durchaus nicht nur zur Fortpflanzung zugelassen.
    http://derstandard.at/1252036628066/Sex-ist-fuer-Gorillaweibchen-eine-hochstrategische-Sache.

    Das Liebesspiel der Gorillas, wurde von mir nicht thematisiert und warum dies in Ihrer “Antwort” erscheint ist mir völlig unklar.

    Worum es mir ging war der Gedanke, daß durch während der Evolution bei (Trockennasen) Primaten aufgetretene Änderungen im weiblichen Zyklus (Östrus)
    sich nicht nur leichter monogame Paarbeziehungen aufbauen konnten, wie auch sich erst dadurch und die viel später aufgetretene agrikulturelle Revolution eine Bevölkerungs Explosion inklusive genetischer Vielfalt sich auf diesem Planeten entwickeln konnte.
    Das hat mit feuchten Männerträumen (z.B. in den patriarchalischen Religionen: http://www.pressetext.com/news/20111011023 ) nichts zu tun.

    • Lieber Herr Thurner,

      es ist wohl sinnvoller, wenn Debatten je zu den Blogthemen geführt werden. Nur soviel: Ich stimme mit Ihnen völlig überein, dass jede monokausale Herleitung der (auch kulturell geformten) Monogamie zu kurz springt. Zugleich sehe ich keine Belege dafür, dass sich die Menscheit jemals in ihrer Gesamtheit in “Horden” unter autoritären “Führern” organisiert hätte, die monopolartig “ihre” Frauen “beglückt” hätten. Dieses im 19. Jahrhunderte populäre Bild, das (auch) Sie wieder aufgegriffen haben, scheint mir eine Männerfantasie zu sein.

      Aber jede Debatte an ihren Platz – ich bin nun gespannt, ob sich jemand findet, um mit Ihnen die Verschwörungstheorie einer Simultansprengung der WTC-Türme zusätzlich zu den Flugzeugeinschlägen zu debattieren…

  10. Lieber Herr Blume,
    vermutlich wird sich niemand finden um mit mir die Sprengung von WTC 7 (das war der 176 m hohe, 47 Etagen Wolkenkratzer, in den kein Flugzeug reingeflogen ist und der trotzdem am 11.9.2001, unter allen Zeichen einer Sprengung in seinen Grundriss total(!)kollabiert ist und über eine 8 ETagen bzw. 25-28 Höhe im freien Fall.
    Vgl. die links und Erklärungen die ich gab.

    Warum wird sich niemand finden das zu diskutieren? Weil die Fakten und insbesodnere der freie Fall des Grossteils von WTC 7 , nicht zu bestreiten sind. Vgl. hierzu auch die kümmerliche Antwort von Dr.Webbaer.
    Sekundärargumente, wie z.B. die Sprengmittel hätten vor 9/11 nicht unbemerkt in WTC 7 eingebracht werden können, zählen angesichts des auch von NIST (US Regierungsbehörde) gemessenen freien Falls und der für jeden sichtbaren, auf zig videos dokumentierten Sprengung von WTC 7, nicht.
    Ich danke Ihnen lieber Herr Blume (und rechne ich Ihnen das hoch an) trotzdem, daß Sie eine Plattform für diese leider nicht in Gang kommende Diskussion boten. An mir liegt das nicht. Es liegt vermutlich am Phänomen der sog. kognitiven Dissonanz und der leider vielerorts üblichen Stigmatisierung von angeblichen Verschwörungstheoretikern.

    • Lieber Herr Thurner,

      nun, auch Sie werden wahrscheinlich nicht glauben, dass reptiloide Außerirdische dabei sind, als getarnte Doppelgänger von Politikern & Papst die Erde zu übernehmen – sondern einen solchen (von manchen Verschwörungsglaubenden wie David Ike in vollen Hallen verkündeten!) Mythos als überzogen, wenn nicht gar lächerlich zurückweisen. Wahrscheinlich wollen Sie mit solchen “Verschwörungstheoretikern” auch nicht in einen Topf geworfen werden.

      Es hat also nichts mit “Stigmatisierung” zu tun, wenn Menschen bestimmte Verschwörungserzählungen für glaubwürdig halten und andere nicht. Sie selbst tun das auch, halten jedoch perfekt orchestrierte Superverschwörungen für denkbar oder gar “bewiesen”, die für die meisten anderen Menschen als absurd erscheinen. Und Sie glauben (!) dies, weil Sie den vermeintlichen Superverschwörern (US-Diensten, Juden, Illuminaten o.ä.) übermenschliche Fertigkeiten zuschreiben – und sich damit auf das Feld der (negativ definierten) Religion begeben. Plötzlich “macht alles Sinn”, gehören Sie zur kleinen Gruppe der Wissenden (Gnostiker)! Als Religionswissenschaftler kann ich Ihre Motivation und Überzeugung schlüssig nachvollziehen.

      Kann ich völlig ausschließen, dass das WTC durch eine Kombination aus Flugzeugattentat und geheimer Supersprengung zerstört wurde? Selbstverständlich nicht – ebensowenig, wie ich völlig ausschließen kann, dass die britische Königin eigentlich vom Planeten Asmodeus III stamme und gerade mittels Tetastrahlen die Ehe von “Brangelina” sabotiert hat. Ich kann nur die Wahrscheinlichkeiten gewichten und auch meine eigenen (Vor-)Urteile immer wieder überprüfen.

      Menschen glauben seit Jahrzehntausenden an Mythen – Sie und ich eben auch. Wirklich gefährlich ist jedoch der Fundamentalismus, der die je eigene Wahrheit für nicht mehr bezweifelbar und alle Andersglaubenden für minderwertig hält. Ich wünsche Ihnen, dass Sie aus Ihrem (m.E. überzogenen) Verschwörungsglauben wieder herausfinden – bevor auch Sie bei den beängstigenden Mythen um reptiloide Invasoren landen…

  11. Lieber Herr Blume,
    der Versuch Menschen, die wichtige amtliche bzw. offzielle Aussagen von wichtigen Ereignissen aufgrund zahlreicher Widersprüche, Ungereimtheiten, etc. anzweifeln als Spinner und Verschwörungstheoretiker zu stigmatisieren ist von Übel und geht auf die CIA zurück, weil sehr viele Menschen die mit Widersprüchichen übersähte Warren Commission Geschichte nicht akzeptierten.

    Es gab noch kein Internet, keine fast lückenlose Fernseh/Video Dokumentation.
    Die von Ihnen aufgeführten Dinge, Reptiloide, Papst Doppelgänger, ich könnte noch erweitern: Chemtrails, Haarp, etc. sind doch Unsinn und sollen nur ablenken.
    Sie sollten mir auch nicht Dinge unterstellen und Grundlagen verwischen, wie ich würde Verschwörungs”erzählungen” für glaubwürdig halten :
    M.Blume: “Sie selbst tun das auch, halten jedoch perfekt orchestrierte Superverschwörungen für denkbar oder gar „bewiesen“, die für die meisten anderen Menschen als absurd erscheinen. Und Sie glauben (!) dies, weil Sie den vermeintlichen Superverschwörern (US-Diensten, Juden, Illuminaten o.ä.) übermenschliche Fertigkeiten zuschreiben – und sich damit auf das Feld der (negativ definierten) Religion begeben”

    Bitte lassen Sie doch solche Wertungen und Unterstellungen und bleiben an der Sache und dem was ich schrieb. Auch die offizielle Darstellung der Ereignisse an 9/11 eine Verschwörungstheorie (oder “Erzählung”) und ich darf Sie herzlich bitten auf das einzugehen, was ich bereits geschrieben habe und was zur Diskussion ansteht:
    “Insbesondere vermisse ich die wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Totalkollaps mit freien Fall des Grossteils von WTC 7 am 11.9.2001 und damit dem (indirekten!) wissenschaftlichen Beweis, daß WTC 7 gesprengt wurde; hier wird das erklärt:

    http://www.ae911truth.ch/freefall.html

    Bitte also nicht ständig um den heißen Brei herumschreiben. Wir sind doch in einem Wissenschafts Forum. Was im o.g. link erklärt wird ist wissenschaftlich einwandfrei und darauf sollten Sie eingehen.

    • Lieber Herr Thurner,

      interessant – nun haben Sie also endlich auch Ihre vermeintlichen “Superverschwörer” benannt: Die CIA.

      Klar, die können ja alles und sind nahezu unfehlbar… #Ironieoff

      Besonders spannend finde ich auch, dass Sie andeuten, meine Hinweise auf vergleichbare Verschwörungserzählungen seien ebenfalls Teil der Verschwörung:
      “Die von Ihnen aufgeführten Dinge, Reptiloide, Papst Doppelgänger, ich könnte noch erweitern: Chemtrails, Haarp, etc. sind doch Unsinn und sollen nur ablenken.”

      Während Sie einige Verschwörungstheorien und -mythen für wahr halten, meinen Sie, dass andere gezielt konstruiert und verbreitet wurden, um “ablenken” zu “sollen”…

      Wenn Sie sich da im Bezug auf andere, fantastische Verschwörungserzählungen doch so sicher sind – warum fällt es Ihnen so schwer zu akzeptieren, dass ich auch die “Theorie” eines koordinierten Anschlags mit einer gleichzeitigen Supersprengung des WTC für “Unsinn” halte? Durch das Internet drängen heute jede Menge Verschwörungsmythen an die Öffentlichkeit und auch z.B. “Impfkritiker”, Alien- und Chemtrail-Gläubige u.a. finden auch immer wieder einige “Fachleute”, die auf diesen Zug aufspringen. Wussten Sie, dass beispielsweise auch der österreichische Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer (FPÖ) parlamentarische Anfragen zu “Chemtrails” eingereicht hat – die Sie wiederum für “Unsinn” halten?

      Schauen Sie aktuell beim “Standard” hier:
      http://derstandard.at/2000044667602/Wie-Wissenschafter-Verschwoerungstheorien-entzaubern

      Nun haben auch Sie selbst jedoch Chemtrails als “Unsinn” verworfen und damit Chemtrail-Glaubende “stigmatisiert” – doch nicht etwa “im Dienste der CIA”? Merken Sie, dass sich Chemtrail-Glaubende der gleichen Argumentationsmuster bedienen können, die auch Sie selbst verwenden?

      Lieber Herr Thurner, als Religionswissenschaftler kann ich zunächst nicht mehr tun, als die Funktionen und auch Gefahren des Verschwörungsglaubens aufzudecken und zu beschreiben. Mir ist dabei völlig klar, dass Sie bereits viel zu tief in entsprechenden Mythensystemen drinnen stecken, um derzeit dazu Abstand gewinnen können. Aber ich möchte Ihnen doch dafür danken, dass Sie uns aufzeigen, wie diese Art des Denkens und Glaubens funktioniert und via Internet an Schein-Plausibilität gewinnt.

      Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

  12. Lieber Herr Blume,

    weshalb gehen Sie, trotz nun zweimaliger Bitte , n i c h t auf die von mir vorgebrachten Tatsachen, dem Kern des Problems nämlich dem freien Fall des Grossteils von WTC 7 über volle 25-28 m und damit dem indirekten Beweis, daß WTC 7 gesprengt wurde, ein und vergeuden Schreibraum ? Kogntive Dissonanz?

    • Lieber Herr Thurner,

      weil ich pseudo-statischen Argumenten ebensowenig zu folgen bereit bin wie den pseudo-medizinischen “Beweisen” von “Impfkritikern”. Wer überaus starke Thesen wie die einer Superverschwörung mit Simultan-Flugzeugentführung-und-Mehrfachsprengung vertritt, ist in der Beweispflicht. Die vorgelegten “Indizien” ohne klare Belege überzeugen mich überhaupt nicht – gleichzeitig finde ich es richtig, dass in einer freien Gesellschaft auch abseitige Minderheitsmeinungen publiziert und diskutiert werden dürfen. (Versuchen Sie das mal in China, Russland, der Türkei…)

  13. lieber Herr Blume,

    ich nehme also zur Kenntnis, daß für Sie der freie Fall des Grossteils von WTC 7 am Nachmittag des 11.9.2001 über 25-28 m bzw. rund 8 Etagen und damit der (indirekte) Beweis dass WTC 7 gesprengt wurde, ein “pseudo-statisches” Argument ist, dem Sie nicht zu folgen bereit sind.

    Sie wollen also diesem (auch von der Regierungsbehörde NIST höchstoffiziell !) festgestelltem Beweis, Faktum nicht wissenschaftlich folgen, das nicht wahr haben, bzw. anerkennen.

    Besser kann man das psychologische Phänomen der kognitiven Dissonanz nicht zeigen. Danke.

    Der Beweis liegt doch auf dem Tisch, ich habe den mehrmals benannt, Sie wollen dem aber nicht folgen und sind der Meinung ich wäre in der Beweispflicht?

    • Lieber Herr Thurner,

      ja, genau: Von fachlichen Minderheiten fabrizierte “indirekte Beweise” (was soll das denn sein?) überzeugen mich gerade auch als Wissenschaftler überhaupt nicht – ob es dabei ums Impfen oder das WTC geht. Wer eine grandiose Superverschwörung mit koordinierten Flugzeugentführungen und simultanen Supersprengungen behauptet (das Ganze bei angeblich perfekter Geheimhaltung über Jahre hinweg!), müsste m.E. “direkte Beweise” erbringen – und nicht nur Wissenslücken a la “hat es so noch nie gegeben, muss daher Verschwörung sein”.

      Aber mir ist völlig klar: Wer an Superverschwörungen durch CIA, Illuminaten, Rothschilds oder Reptiloide glauben will, wird immer “indirekte Beweise” dafür suchen und finden… 🙂

  14. Lieber Herr Blume,

    Sie wollen also nicht auf den klaren physikalisch-wissenschaftlichen Beweis des freien Falls des Großteils von WTC 7 über volle 25-28 m eingehen, der allein und nur durch Sprengung von WTC 7 zu erklären ist und schreiben statt dessen völlig Abstruses wie:

    ” Wer an Superverschwörungen durch CIA, Illuminaten, Rothschilds oder Reptiloide glauben will, wird immer „indirekte Beweise“ dafür suchen und finden…”

    Merken Sie nicht, daß das solche Aussagen (die ich nicht tätigte, die Sie mir also unterschieben wollen) maximal n e b e n der Sache liegen, nichts mit WTC 7, worum es hier geht, zu tun haben?

    • Lieber Herr Thurner,

      mein Argument ist, dass Sie – und andere Verschwörungsgläubige – einen “klaren physikalisch-wissenschaftlichen Beweis” für eine Superverschwörung nur deshalb wahrnehmen, weil Sie ihn wahrnehmen “wollen”. Das ist in der Religionsgeschichte ja ein alltägliches Phänomen – und betraf nicht nur klassische Religionen (z.B. Wunder) und esoterische Erfahrungen (z.B. Nahtodeserfahrungen), sondern z.B. auch den pseudo-technologischen UFO-Glauben des 20. Jahrhunderts (z.B. “Entführungsbeweise” durch Hypnose). Mir ist völlig klar, dass Sie für sich eine scharfe Trennlinie zu solchem “Unsinn” zu ziehen versuchen, ebenso wie z.B. ein UFO-Glaubender sich mitunter von Chemtrailern abgrenzt…

      Und noch ein Hinweis: Seit Popper ist es erkenntnistheoretischer Standard, anzuerkennen, dass empirische Wissenschaften niemals endgültige “Beweise” hervorbringen, sondern nur wiederum überprüfbare Thesen und Theorien. Deswegen sprechen wir zu Recht von der allgemeinen Relativitäts- oder der interdisziplinären Evolutions”theorie”. Bei WTC-Verschwörungsgläubigen wäre eine entsprechende Reflektion auch sehr zu begrüßen!

      Ihnen einen schönen Abend!

  15. Lieber Herr Blume,

    M.B.: “mein Argument ist, dass Sie – und andere Verschwörungsgläubige – einen „klaren physikalisch-wissenschaftlichen Beweis“ für eine Superverschwörung nur deshalb wahrnehmen, weil Sie ihn wahrnehmen „wollen“.”

    Seltsames Argument (mit Unterstellung von Verschwörungsgläubigkeit) welches mit der Wirklichkeit und meinem Aussagen nichts zu tun hat.

    Mein Argument ist, daß der freie Fall über 25-28m des Grossteils von WTC 7 (einem 47 Stockwerke, 176 m hohen Wolkenkratzer in den kein Flugzeug reingeflogen ist) am 11.9.2001, physikalisch wissenschaftlich ( es handelt sich hier um Naturwissenschaft und nicht um Religionswissenschaft) allein und nur durch Sprengung von WTC 7 zu erklären ist. Links von Naturwissenschaftlern (inkl.NIST) und Fachleuten, die das nachwiesen, habe ich gebracht.

    Auch Ihnen noch einen schönen Abend

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