Geheimnisse des Korans – Die Rückkehr der Juden nach Israel vor dem Ende der Zeiten

Der neuerliche Konflikt um den Status von Jerusalem nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump legt wieder zahlreiche, weltweite Lebenslügen offen. So empören sich islamisch geprägte Regierungen wie jene der Türkei lautstark über den “Imperialismus” des Westens oder auch gleich des “Zionismus” – vergessen dabei aber zu erwähnen, dass sie selbst jährlich und voller Stolz zum Beispiel die Eroberung von Konstantinopel / Istanbul von den Oströmern (Christen) feiern. (Auch die Siedlungsgebiete der heutigen Palästinenser waren einst von den Osmanen erobert und unterworfen worden.) Und auch die Ausweitung des Staates Israel geht ja auf fehlgeschlagene Kriegszüge der arabischen Nachbarstaaten zurück.

In vielen westlichen Hauptstädten flieht man dagegen in Beschwörungen des “Nahost-Friedensprozesses” – den es tatsächlich längst nicht mehr gibt. Weder die israelische Rechte noch die palästinensische Rechte streben einen Friedensschluss an – für beide ist es (auch im Hinblick auf die jeweilige Korruption) viel bequemer, die jeweils andere Seite zu beschuldigen. Und in den Kriegen zwischen Sunniten und Schiiten, Arabern, Persern, Türken und Kurden sterben Jahr für Jahr Abertausende Menschen – auch Frauen und Kinder -, ohne dass dies zu empörten Friedensdemonstrationen führen würde. Noch immer glauben viele Konfliktparteien im Nahen und Mittleren Osten, durch Kriegszüge ihre Lage verbessern zu können. Von einer wirklichen “Friedensbewegung” ist kaum etwas zu sehen.

Tief im Unterbewusstsein findet sich zudem eine religiöse Erklärung für die Erfolge des jüdisch-demokratischen Kleinstaats, die so massiv verdrängt wird, dass sie von Muslimen gerade auch in arabischen Milieus kaum geflüstert werden darf: Der Koran selbst sagt die Rückkehr der Jüdinnen und Juden in die Gebiete des heutigen Israel als Zeichen der Endzeit voraus.

So heißt es in Sure 17, Vers 104 ausdrücklich:

“Und Wir sagten nach seiner [des Pharaos] Vernichtung zu den Kindern Isrāʾīls: „Bewohnt das Land. Wenn dann das Versprechen vom letzten Mal [der Endzeit] eintrifft, bringen Wir euch in buntgemischten Gruppen herbei.”

Die Existenz dieser koranischen Zusage lässt sich im Zeitkontext des 7. Jahrhunderts nach Christus selbstverständlich sehr gut erklären, wird aber innerislamisch häufig verschwiegen oder abenteuerlich umgedeutet.

Sehens- und bedenkenswert – Handschriften aus der islamischen Welt im Lindenmuseum Stuttgart. Foto: Michael Blume

Wissenschaftliche Erklärungen: Buchdruckverbot – Bildungskrise – Verschwörungsglauben

Natürlich gibt es aber nicht nur religiöse, sondern auch ganz empirisch-wissenschaftliche Erklärungen für die sowohl geistige wie auch militärische Krise der islamischen Welt: Demnach hat das osmanische Buchdruckverbot arabischer Lettern ab 1485 zur Stagnation und Bildungskrise der einstmals auch wissenschaftlich führenden Hochkultur geführt. Als Erklärung für diesen Niedergang zog die dünne Bildungsschicht ab dem 19. Jahrhundert häufig Verschwörungsmythen aus dem Westen (Freimaurer, Illuminaten, Protokolle der Weisen von Zion u.v.m.) heran. Und ab dem 20. Jahrhunderts kam der “Fluch des Öls” und die Rentierstaatlichkeit (die auch, aber nicht nur islamisch geprägte Gesellschaften betrifft) hinzu.

In “Islam in der Krise” habe ich die wissensbezogenen und auch technologischen Folgen dieser Entwicklung an den Patentanmeldungen festgemacht (vgl. S. 63): So verzeichneten im Vergleichsjahr 2013 die USA 244.000 Patentanmeldungen, Südkorea 123.000 und Deutschland 82.000. Die zahlenmäßig größte, arabische Nation – Ägypten – verzeichnete dagegen klägliche 129 Patente! Heftiger noch: Der gesamte arabische Raum mit über 350+ Millionen Menschen erreichte in besagtem Jahr 1.800 Patente, der Kleinstaat Israel mit gerade einmal acht Millionen überwiegend jüdischen Einwohnern 4.789 Patente, also zweieinhalb Mal soviel. Und mit der Vertreibung von Gebildeten und dem Verbot zum Beispiel der Evolutionstheorie in vielen islamisch geprägten Staaten wie der einst führenden Türkei verschlimmert sich dieser Abstand immer weiter…

Man braucht m.E. also nicht koranisch-religiöse Prophezeiungen zu bemühen und schon gar keine verschwurbelten Verschwörungsmythen, um zu (er-)klären, was in der Region gerade vor sich geht – wenn man den tieferen Gründen ins Auge sieht, über die die Konfliktparteien bei allem Geschrei und Getöse jeweils lieber schweigen…

 

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und spezialisierte sich auf die Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Hat auch manches erlebt und überlebt…

43 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. ‘Das Versprechen vom letzten Mal’ könnte die für Juden vorgesehen Endlösung bedeuten, auch insgesamt, Stichwort, “Mose(s) (arabisch موسى , DMG Mūsā)”, klingt die zitierte Sure “schön” antisemitisch, vergleiche :
    -> http://islam.de/13827.php?sura=17 (Ihre Quelle, Herr Dr. Blume)

    Dem Schreiber dieser Zeilen wäre es übrigens lieber, wenn nicht von ‘Konfliktparteien’ äqui-distant berichtet würde, sondern von einer ‘Konfliktpartei’ und einer anderen im Grundsatz friedliebenden Partei.

    Tja, zivilisatorisch sieht’s mau aus, auch die BRD betreffend werden einige sukzessive pessimistisch,
    MFG
    Dr. Webbaer

    • Lieber @Webbaer,

      es ist natürlich interessant – und auch bedrückend – dass Sie einen deutschen, nationalsozialistischen Begriff (“Endlösung”) in den Koran hineinlesen. Damit demonstrieren Sie vielleicht stärker als gewollt die menschliche Neigung, sich dunkler Aspekte der je eigenen Geschichte durch Übertragung zu entledigen.

      Sie sehen ja, dass ich die Krise auch der islamischen Welt schonungslos benenne und damit auch Musliminnen und Muslimen viel zumute. Umgekehrt darf ich jedoch auch Sie an die schmerzhafte Einsicht erinnern: Die beiden Weltkriege und der Genozid der Schoah waren Produkte unserer “Zivilisation”, des Reiches vor der “BRD”. Die vermeintlich gute, alte Zeit war weder gut noch ist sie wirklich alt…

      Ihnen alles Gute, vor allem viel Kraft zur (zugegeben oft schmerzhaften) Reflektion!

      • Herr Dr. Blume, kommen Sie bitte nicht mit der NS-Geschichte, Dr. Webbaer ist kein Deutscher.
        Zum distinktiven Element des Koran und der Hadithen gibt es auf Juden bezogen Quellen, vergleiche :
        -> https://en.wikipedia.org/wiki/Islam_and_antisemitism
        -> https://en.wikipedia.org/wiki/Sahih_al-Bukhari (Herr al-Bukhari ist nicht irgendwer)

        Der Schreiber dieser Zeilen findet das dankenswerterweise von Ihnen webverwiesene Dokument wie auch weitere Quellen recht eindeutig, mag sich aber irren, nicht aber derart, dass die hier gemeinte Veranstaltung, die sukzessive in die BRD eingeführt wird, sittlich niedrig stehend ist.
        Vielleicht ist ja in der islamischen Apokalypse kein genereller Judenmord vorgesehen? -Was meinen Sie?

        MFG
        Dr. Webbaer

        • Lieber @Webbaer,

          sicherlich sind wir uns einig darin, dass an den beiden Weltkriegen und den Massenmorden der Schoah nicht nur deutsche Staatsbürger beteiligt waren. Und auch die Lehren daraus gelten weit über Europa hinaus.

          Und, ja, die BRD halte ich für „sittlich hochstehend“ – solange sie sich um Bildung, Integration und die Lehren aus der Geschichte bemüht.

          Ihnen alles Gute ins europäische Nachbarland!

      • Affektive Empörung über Nazissprech kann dann womöglich auch nicht übertönen, das so mancher Terminus sich durchaus in den religiös (und auch anderweitigen) historischen Kontext recht Widerspruchsfrei einfügen lässt.

      • Welche Zeit war mehr “multikulti”:
        Die gute alte Zeit oder die Jetztzeit oder die Zeit, die kommen wird (laut ihrem Surenzitat)?

  2. Bonuskommentar zum zweitletzten Absatz Ihrer dankenswerterweise im Web zur Verfügung gestellten Nachricht noch, Herr Dr. Blume :
    Es ist nun mal so, dass der Verzicht auf das Sapere Aude dazu führt, dass die “Schwarmintelligenz” nicht frei gesetzt werden kann und dass es in Kollektivismen zu Verfallserscheinungen kommen muss.
    Die beiden großen Kollektivismen des letzten Jahrhunderts sind insofern auch spektakulär verreckt, beim zweiten Verrecken war Dr. W sozusagen ein wenig dabei, kannte auch den “Laden” östlicherseits.
    Der eine ist kriegerisch zugrunde gegangen, der andere sozusagen sukzessive abgeschmolzen, wobei der geschätzte Ex-Papst (ein Kandidat für das Wort des Jahres?!) insbesondere den Nihilismus und Relativismus, der bereits in der Französischen Revolution angelegt war, recht hübsch beschrieb.
    Die Ratio blieb ja zumindest formal längere Zeit und punktuell vorhanden.
    Die Grundfeste der Zivilisation blieben also längere oder kürzere Zeit vorhanden, das Fehlen der Loslösung der Schwarmintelligenz blieb aber entscheidend.
    Auch weil das Gute am Ende sozusagen immer gewinnt.
    >:->

    Insofern ist das Problem (vs. Krise) Islam nur realpolitisch zu bearbeiten, vernünftigen Kräften ist beizustehen, bspw. ist ja jetzt in Saudi-Arabien ein möglicherweise besonders zu beachtender Kronprinz aufgetaucht, auch Abd al-Fattah as-Sisi und selbst oder gerade auch im Iran darf aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen gehofft werden.

  3. Sehr geehrter Herr Blume:

    Ein interessanter Artikel. Noch einige kleine Anmerkungen:

    1. Der Konflikt zwischen Israel und den Arabern (Staaten wie Palästinenser) ist nicht der einzige Konflikt. Z.B. die Konflikte zwischen den Kurden und den Ländern Türkei und Irak gibt es schon seit einiger Zeit. Europa wurde erstmals durch die Terroranschläge in der Türkei vor etwa 20 Jahren darauf aufmerksam. Besonders weil es Touristenorte betraf.

    2. Das Endzeitszenario soll es auch bei Evangelikalen Christen geben. Da bin ich mir aber nicht sicher.

    3. Den wirtschaftlichen Niedergang der islamischen Welt habe ich mir mit dem Seeweg nach Indien (Gewürze) erklärt. Denn dadurch fiel sicher eine wichtige Einkommensquelle weg.

    Mit freundlichen Grüssen
    Rudi Knoth

    • Sehr geehrter Herr Knoth,

      zu 1. Zustimmung – diese und weitere Konfliktparteien (zum Beispiel im Jemen) sind daher oben auch angesprochen. Wenn auch ein Blogpost Themen immer nur anreißen kann.

      2. Ja, die biblischen und koranischen Endzeitszenarien sind eng verwandt. So erwarten auch sehr viele Musliminnen und Muslime die Rückkehr eines Mahdi und/oder Messias – nicht selten von Jesus selbst.

      3. Die Gewürzhypothese ist nett, aber sie setzt ja schon eine starke, wirtschaftliche Nachfrage aus Europa voraus. Diese entwickelte sich m.E. über den Buchdruck, Bildungs- und dann auch Technologieaufstieg ab dem 16. Jahrhundert.

      • Sehr geehrter Herr Blume:

        Noch etwas zum 3. Punkt:

        3. Die Gewürzhypothese ist nett, aber sie setzt ja schon eine starke, wirtschaftliche Nachfrage aus Europa voraus. Diese entwickelte sich m.E. über den Buchdruck, Bildungs- und dann auch Technologieaufstieg ab dem 16. Jahrhundert.

        Die Nachfrage gab es sehr wohl. Das Projekt “Seeweg nach Indien” wurde von “Heinrich der Seefahrer” etwa im 15 Jahrhundert begonnen. Der Buchdruck entstand auch zu dieser Zeit. Gewürze waren im Mittelalter sehr teuer und wurden zum Teil mit Gold aufgewogen. Möglicherweise sind beide Erklärungen richtig. Gegen meine Hypothese spricht auch, daß die Ölstaaten wie Saudi-Arabien heute wenig zu Wissenschaft und Technik beitragen, obwohl wegen des Öls Geld reinkommt.

  4. Ich kann Ihrem Artikel, respektive Post, nicht so richtig entnehmen, welche Vorschläge Sie denn zur Befriedung des Konflikts hätten, sehr geehrter Herr Blume.
    Aus meiner Sicht gießen Sie zudem Öl ins Feuer, wenn Sie einer Gruppe so ein bisschen unter die Nase reiben, wie unfähig sie ist.
    Mir fehlt da ein bisschen die Ausgeglichenheit.
    Vielleicht verstehe ich sie aber auch nur falsch.

    • @Alisier

      Ja, da verstehen Sie mich tatsächlich falsch…

      Für jede Lösung hielte ich schmerzhafte Ehrlichkeit für nötig. Sowohl meine jüdischen wie auch meine muslimischen Freunde im Nahen und Mittleren Osten halten uns Europäer wahlweise für völlig naiv und manipulierbar, oder aber für zynisch und nur am Öl interessiert. Über den sog. „Friedensprozess“ können sie nicht mal mehr lachen.

      Und was den Kulturvergleich angeht: Wie geschrieben war die islamische Welt über Jahrhunderte auch kulturell führend. Für das verhängnisvolle Buchdruck-Verbot von 1485 können heutige Musliminnen und Muslime erstmal gar nichts. Aber es bringt eben auch nichts, die Augen vor den Folgen zu verschließen: Aus den einstigen Eroberern sind Besetzte geworden, Armut, Bildungsferne und Abhängigkeit vom Ölexport prägen viele Gesellschaften. Durch bloßes Leugnen und Schimpfen verbessert sich das nicht. Auch hier bräuchte es mehr schmerzhafte Ehrlichkeit…

      • Ich stimme Ihnen gerne zu, wenn es um Offenheit und Ehrlichkeit in der Diskussion geht.
        Andererseits reagieren Menschen sehr empfindlich, selbst wenn das Gesagte weitgehend der Wirklichkeit entspricht, weil es nun mal oft als Kritik an der eigenen Person interpretiert wird. Zudem mischt sich es sich in Fällen wie diesem mit einem Gefühl der Hilflosigkeit, weil sie ja eben persönlich an der Grundsituation wenig ändern können.
        Ich erinnere mich an eine Sendung mit John Stewart, wie er genüsslich vorrechnete wieviele Nobelpreisträger mit jüdischem Hintergrund und wieviele mit muslimischem Hintergrund es im Laufe der Jahre so gab. Es waren Fakten, sicher, aber Fakten die demütigend wirken können.
        Ich bezweifle grundsätzlich, dass man wirklich Fortschritte erzielt, wenn man diesen Weg wählt. Kritischer Dialog ist sinnvoll und nötig, aber wie schnell riskiert man, dass Türen geknallt und nicht oder nur sehr schwer wieder geöffnet werden können.
        Ich könnte mir vorstellen, dass auch Sie z.B. von der Religionskritik eines Richard Dawkins oder eines Christopher Hitchens nicht sehr erbaut sind, obwohl ich dergleichen schätze und auch für richtig und nötig halte.
        MfG, Francois Bao

        • Vielen Dank, @Alisier! Ich habe große Sympathie für Ihr Anliegen: Den Gesprächspartner nicht bloßzustellen und zu überfordern.

          Zugleich warne ich jedoch auch vor dem umgekehrten Phänomen: Sich über andere, erwachsene Menschen zu stellen, indem man bevormundend meint, die seien „noch nicht so weit“. Das wäre ja eigentlich eine gesteigerte Version der Herablassung!

          Wie geschrieben und verlinkt habe ich bislang vor allem positive Rückmeldungen und Rezensionen aus muslimischen Federn erhalten; dazu auch Einladungen zu Lesungen und Moscheeverbänden. Unter dieser Rezension eines christlichen Bloggers finden Sie auch eine muslimische ZDF-Sendung zu den Thesen:
          https://eulemagazin.de/eine-islamisierung-findet-nicht-statt/

          Mit Dank und herzlichen Grüßen!

          • Ja, das wäre es in der Tat, sehr geehrter Herr Blume.
            Aber gegen diese Art von Herablassug sind wir doch wohl beide hoffentlich gefeit, oder?
            Ein schönes Wochenende Ihnen und Ihrer Familie.

          • P.S.:
            Ihr Buch “Islam in der Krise” ist soeben auf meinem Wunschzettel gelandet. Ich freue mich aufs Lesen und bin gespannt, welche Erkenntnisse es mir bringen wird.
            Und Rückmeldung werde ich Ihnen wahrscheinlich auch geben wollen.

        • “Ich erinnere mich an eine Sendung mit John Stewart, wie er genüsslich vorrechnete wieviele Nobelpreisträger mit jüdischem Hintergrund und wieviele mit muslimischem Hintergrund es im Laufe der Jahre so gab. Es waren Fakten, sicher, aber Fakten die demütigend wirken können.”
          Natürlich ist das demütigend. Fakten sind immer demütigend, wenn sie das Selbstbild zum Wanken bringen. Und das sollen sie auch sein! Nun zwar nicht für den Einzelnen, sondern für eine Gesellschaft, deren religiöser Überbau nicht intellektuelle Leistung fordert, sondern religiösen Gehorsam und einen von keinem Zweifel angekränkelten Glauben. Die intellektuelle Minderleistung ist nicht so sehr das Problem Einzelner, sie ist ein strukturelles Problem islamisch theokratischer Gesellschaften, in denen political & religious correctness mehr gelten als Wissen und Können. Allein der Bildungs- und Leistungsvergleich islamisch dominierter Gesellschaften mit denen asiatischer Staaten (Südkorea z.B oder Singapur oder China) müßte den Apologeten des politischen Islam die Schamröte ins Gesicht treiben. Aber das ist nicht der Fall. Und zwar deshalb nicht, weil sie einen Vergleich mit Ungläubigen aus Gründen der religiösen Reinheit gar nicht zulassen. Sie nehmen zwar gern, was die Ungläubigen erfinden und produzieren, aber sie verachten sie zugleich.

          Und was die Bildung angeht, da werden wir in Deutschland auch bald an einem Problem zu kauen haben. Es ist nämlich kein Zufall, dass der Absturz Deutschlands im weltweiten Bildungsvergleich ((Deutschland kann unter tausend Zehnjährigen gerade mal noch 53 (!) Hochbegabte vorweisen (TIMSS 2015)) einhergeht mit einem Phänomen, das man strukturelle Verblödung nennen kann: Die Überschreibung eines einst vorbildlichen Bildungskanons mit Ideologie, Moral und Bildungszielen, für die immer weniger Leistung, aber viel gute Gesinnung erbracht werden muss. Wenn man dann noch in Rechnung stellt, dass Deutschland neben dieser strukturellen Ent-Bildung zusätzlich das maghrebinische und afrikanische Bildungsprekariat mit einem ausgesprochen islamisch geprägten Weltbild implementiert, kann man an zehn Fingern abzählen, wann der point of no return erreicht ist.

          • Deutschland hat erstens keinen Absturz im internationalen Bildungsbereich erlitten. Und wenn Sie je in asiatischen Bildungseinrichtungen (Singapur, China….) tätig gewesen wären, wüssten Sie womit bestimmte scheinbare Vorsprünge erkauft wurden. Ich für meinen Teil bin froh, dass hierzulande zumindest in Schulen noch anderes gilt als ein reiner, völlig einseitiger Leistungsgedanke.
            Diese Gesellschaft ist vielfältig, und das ist meiner Meinung nach auch genau ihre Stärke.
            Zur Hochbegabung: da es zu ihrer Behauptung keinerlei belastbaren Zahlen gibt, und zudem Hochbegabung immer noch nicht klar definiert ist, ist das, was sie sagen, nicht ernst zu nehmen.
            Zudem finde ich Ihre pauschale Verachtung für Menschen aus einem anderem Kulturkreis unerträglich. Zu unterstellen Menschen aus Kulturen, die sie, aus welchen Gründen auch immer, nicht mögen, würden Deutschland, in welchem Sinne auch immer, herunterziehen, halte ich für schwer daneben.

  5. “Tief im Unterbewusstsein findet sich zudem eine religiöse Erklärung für die Erfolge des jüdisch-demokratischen Kleinstaats, die so massiv verdrängt wird, dass sie von Muslimen gerade auch in arabischen Milieus kaum geflüstert werden darf:”

    Was genau meinen Sie mit diesem Satz, Herr Blume? Dunkel ist sein Sinn, jedenfalls mir.

    • @Paul Stefan

      Theologisch ließe sich aus dem Koran ableiten, dass die Rückkehr der Juden ins heutige Israel göttlich vorausgesagt und gewollt sei. Das als muslimischer Gelehrter auch nur laut zu denken wäre im derzeitigen Klima jedoch lebensgefährlich…

  6. Ja, da muss ich Dr. Blume zustimmen: Einen Friedensprozess gibt es zwischen Israel und Palästina jetzt nicht und in vielen arabischen/islamischen Staaten gibt es – ganz unabhängig vom Palästinaproblem – Krieg oder/und Herrschaftszustände, die den Boden für Kriege schaffen. Vor kurzem las ich die Einschätzung eines Politologen, die jetztige Situation in Ländern wie Syrien, Jemen und umgebenden Ländern könne mit der Situation im 30-jährigen Krieg verglichen werden, wo man ebenfalls kaum noch zwischen Frieden und Krieg unterscheiden konnte. (Zitat aus ein Westfälischer Friede für den Nahen Osten: Sowohl der Iran als auch Saudi-Arabien fühlen sich unsicher in der Region und wähnen sich von Feinden umzingelt. Sie sind bis zu einem gewissen Grad paranoid und anfällig dafür, die wahre Natur der Bedrohung für sich und ihre Glaubensüberzeugungen falsch einzuschätzen. )

    Die Zeitungen sind heute aber dessen ungeachtet voll von Warnungen über die Folgen von Trumps Entscheid, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Allerdings liest man auch, dass die Solidarität zwischen den arabischen Länderen und den Palästinensern nicht sehr gross sei. Doch der Entscheid Trumps kann schon dazu dienen, Palästinenser für den Jihad zu rekrutieren.
    Im Artikel wird auch die Türkei erwähnt. Und hier stimmt einen sehr nachdenklich, dass die Türkei mit Erdogan einen Weg eingeschlagen hat, der von einer früher tendenziell säkularen Einstellung zu seinen Bürgern und dem Ausland, hin zu einer islamistischen gegangen ist. Kommt noch die zunehmende Konfrontation zwischen den shiitischen und sunnitischen Ländern hinzu, dann kann man für die nahe Zukunft des nahen Ostens und sogar der weiteren islamischen Welt nicht sehr optimistisch sein.

  7. “… wird aber innerislamisch häufig verschwiegen oder abenteuerlich umgedeutet.” Pardon, aber das klingt nach Verschwörung.

    Jedenfalls das erstere. Dass es verschiedene Exegesen gibt, geschenkt, aber wie soll eine Koransure “verschwiegen” werden, wenn Korane gratis verteilt werden, der Koran online steht, und es verschiedene Gruppen von Muslimen gibt, die einander nicht direkt grün sind, außer dass die meisten davon sich einig sind, dass das weglassen von Koransuren eine Sünde sei?

    Und wem soll es eigentlich verschwiegen werden? Den Nicht-Muslimen im Allgemeinen? Den Juden im speziellen? Den Muslimen selbst? Und wozu? Weil die Muslime sonst dächten, die Endzeit sei nahe?

    • Nö, @Mycroft – es gibt ja auch in der Bibel Stellen, über die christliche und jüdische Geistliche weniger gern sprechen und predigen… 😉

      Und, ja, offene, theologische Debatten sind in den arabisch geprägten Staaten derzeit schwer oder gar nicht möglich. Ein Ausleger, der das Existenzrecht Israels aus dem Koran ableiten würde, würde seine Lebenserwartung derzeit deutlich verkürzen… :-/

      • Da es gerade in arabischen Ländern viele Leute gibt, die den Koran auswendig lernen, halte ich es weiterhin für abwegig, dass diese Stelle nur “geflüstert” werden darf. Oder das dies bloß “unterbewusst” eine Erklärung sei. Wenn das für die Endzeit vorhergesagt ist – vllt. ist die erst in 1.000 Jahren oder in 100.000?

        Aber jetzt, wo Sie’s ansprechen, über welche Bibelstellen reden Pfarrer und Rabbis denn nicht so gerne?

  8. Und deswegen bimmeln um 12 uhr die katholischen Kirchenglocken ( zurück drängung/ niederlage der Osmanen bei Wien ) als permanent Erinnerung TÄGLICH ! ! !

    Wenn aufdecken, dann bitte Alles !

    Wer nicht glaubt kann Googln

    • Sehr geehrter Herr @Ulu,

      leider verstehe ich Ihren Einwand nicht.

      Dass sich die Wiener über das Scheitern der osmanischen Angriffe und Belagerungen freuten erachte ich eigentlich als ziemlich normal, oder!? Es ist doch ein riesiger Unterschied, ob ein erfolgreicher Angriff oder eine erfolgreiche Verteidigung gefeiert werden…

      Mit freundlichen Grüßen!

        • Ja, @Ulu – wir reden offensichtlich noch aneinander vorbei… 😉

          Nochmal: Es macht doch einen großen Unterschied, ob wir eine erfolgreiche Verteidigung feiern (z.B. die türkische Zurückschlagung der Besatzung oder die Zurückdrängung der Osmanen vor Wien), oder ob wir Eroberungskriege feiern (z.B. die Besetzung Istanbuls oder der Krim). Finden Sie nicht?

          • Was aber, wenn eine erfolgreiche Verteidigung zu Eroberungen führt?

            Unabhängig von den Methoden, die dabei angewandt wurden: Hitlerdeutschland hat einen Weltenbrand angezettelt, um im Osten „Lebensraum“ zu erobern. Ist es dann gerechtfertigt oder gar „gerecht“, ihnen im Falle ihrer Niederlage Lebensraum abzuknapsen?

            Womit wir ja mitten im Thema wären. Jerusalem sollte ursprünglich eine neutrale Stadt sein, die weder Israelis noch den Palästinensern gehört. Die Araber haben einen Eroberungskrieg geführt, seitdem ist West-Jerusalem jüdisch. Sie haben einen weiteren Krieg geführt: Seitdem ist auch Ost-Jerusalem … zumindest unter israelischer Besatzung.

  9. Nun, was viele nicht wissen: Der Koran verspricht den aus Ägypten ausgezogenen Israeliten nicht nur das Stückchen Land namens Kanaan, sondern mehr als das:

    “Und wir vertrieben sie aus Gärten, von Quellen,
    von Schätzen und einem vortrefflichen Standort (maqaam kariem).
    So (war das). Und wir gaben es den Kindern Israel zum Erbe.” (Sure 26, V. 57-9)

    Oder:

    “Und wir gaben dem Volk, das (vorher) unterdrückt war, die östlichen und westlichen Gegenden des Landes zum Erbe, (- jenes Landes) das wir gesegnet haben. Und das schöne Wort (der Verheißung) deines Herrn ging an den Kindern lsrael in Erfüllung (zum Lohn) dafür, daß sie geduldig waren. Und wir zerstörten, was Pharao und sein Volk (vorher) gemacht, und was sie (an Bauten) errichtet hatten.” (Sure 7, Vers 137)

    Nun, es wurde stets so gedeutet, dass die westlichen und östlichen Gegenden des gesegneten Landes jeweils Ägypten und Syrien darstellen.

    Wohlmöglich bezieht sich auch Ihr zitierter Vers auf Ägypten, man lese den vorigen Vers 103:

    “Und Pharao wollte die Kinder Israel aus dem Land verscheuchen. Da ließen
    wir ihn und alle, die mit ihm waren, ertrinken.”

    Vers 104 fordert dann jene auf, genau dieses Land zu bewohnen.

    Es ist in der Tat verblüffend. In der jüdischen/christlichen Literatur ist sowas nicht bekannt, Kanaan ist das gesegnete Land, wobei mir durchaus Abweichungen im AT bekannt sind, die das gottgegebene Land etwas größer darstellen möchten, doch nicht wie es jetzt im Koran der Fall ist.

    Ansonsten empfehle ich jedem diesen Artikel: https://books.google.de/books?id=LtzzDQAAQBAJ&pg=PA198&lpg=PA198&dq=Inheriting+Egypt:+The+Israelites+and+the+Exodus+in+the+Meccan+Qur%CA%BE%C4%81n&source=bl&ots=E-cSSAYQmp&sig=kpymGeO4jQX8IlTENBqKCyQfF44&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjynvD8kPrXAhVFnRQKHdOEDRwQ6AEINTAC#v=onepage&q=Inheriting%20Egypt%3A%20The%20Israelites%20and%20the%20Exodus%20in%20the%20Meccan%20Qur%CA%BE%C4%81n&f=false

  10. Interessanter Artikel. Es ist das ewig gleiche Hin-und Her, bei dem es v.a. um die politische Vorherrschaft im Mittelmeerraum geht.
    Mal hat Europa die Nase vorn, mal der heute islamische Bereich.
    Im Gegensatz zu den Thesen Sarrazins hat das nichts mit Genen zu tun, sondern ist einfach ein steter historischer Prozess, das, was der Islam heute durchmacht, findet sich bei uns im Mittelalter wieder. Auch bei uns fehlte es damals nicht an Potenzial, aber es galt auch bei uns die Herrschaft der Idioten, der Abergläubigen und Rückwärtsgewandten, die keinen Fortschritt zuließ.
    Immerhin waren wir vier Jahrhunderte nicht in der Lage, den Zusammenhang zwischen Pest und Hygiene zu erahnen, was bemerkenswert bescheuert war, selbst nach den Maßstäben der Zeit.
    Es mehren sich die frühen Vorzeichen für einen erneuten Rollentausch, Rainer Gebhardt hats schon angesprochen, der Westen tendiert zur Selbstgerechtigkeit und zur Selbstverblödung. Gleichzeitig beginnt das islamische Mittelalter zu enden, die Brutalisierung des Islamismus ist ein frühes Vorzeichen für eine islamische Säkularisierung.

    • @DH: so sehe ich das auch: die Verwandlung des islamischen Raums in eine permanente Kriegslandschaft, die wir jetzt beobachten, markiert wohl den Beginn einer Emanzipation der Muslime von ihrem Erbe. Bis dieser Prozess abgeschlossen ist können allerdings schon noch hundert oder sogar ein paar Jahre mehr verstreichen – zumal wir gerade erst eine Intensivierung der zunehmend auch kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Sunniten und Shiiten erleben. Ganz ungefährlich ist diese Entwivklung im islamisch/arabischen Raum auch für uns nicht: Anders als an der Grenze vom Mittelalter zur Neuzeit stehen heute auch ganz andere Waffensysteme zur Verfügung wie etwa Nuklearwaffen über die heute schon ein islamisches Land (Pakistan) verfügt und wonach weitere (Iran, Saudi-Arabien) die Hand ausstrecken.
      Ich teile auch sonst ihre Einschätzung. Das Zeitalter der Europäer und Amerikaner ist vorbei. Abgelöst wird es nicht durch das Zeitalter der Asiaten wie so oft gesagt, sondern durch das Zeitalter der Chinesen, was etwas ganz anderes ist: China will offensichtlich das chinesische Reich reinstallieren, ein Reich, das den Osten viele Jahrhunderte lang in jeder Hinsicht dominierte und das im Zeitalter der Globalisierung die Welt dominieren wird und auch dominieren will wie die Seidenstrasseinitiative zeigt. China hat in seiner langen Geschichte allerdings keine derartigen Auseinandersetzungen wie die innerislamischen Kämpfe gehabt – zumal es sich immer als Mitte der Welt definierte womit Konflikte weit ausserhalb Chinas ignoriert wurden. Am nächsten zur arabisch/muslimischen Welt liegt immer noch Europa. Sobald die USA ihre Weltpolizistenrolle aufgibt wird das Europa noch viel stärker spüren als bis jetzt.

      • @Martin Holzherr
        Der Konflikt in Nahost wird gerne mit dem 30-jährigen Krieg verglichen, vielleicht eine Hausnummer, kann aber auch sehr viel länger dauern, stimme zu.

        “sondern durch das Zeitalter der Chinesen”

        Da dürfte was dran sein, inklusive der angedeuteten innerchinesischen Konflikte, wobei die eine gute Nachricht sind. China wird sich demokratisieren (müssen), sonst reichts nicht zur Weltmacht.
        Und Europa wird sich auf seine eigenen Füße stellen müssen.

  11. @M.Holzherr et alii
    Trump hat Jerusalem als Haupststatt anerkannt..OK aber wo bleibt das Geschrei, daß auch Putin der lupenreine, es im April 17 getan hat???

  12. 1. Zur „Blut fordert Boden“-These

    Dem Herrn (und seinem “Menschensohn”) sei Dank,dass ich bis zu Menschensohns Kommentar gelesen habe. Sonst hätte ich etwas ähnliches gepostet.

    Wir haben es hierbei mit einem von Gott befohlenen (rassischen) Ethno- Nationalismus zu tun, der ja doch (wie so typisch für den Herrn da oben) in sich völlig widersprüchlich oder wenigsten haltlos willkürlich ist. Denn wenn Jahwe nicht nur der (übersinnlich mächtige) Haushund der Kinder Israels gewesen ist, dann hat er ja zuvor denjenigen, die vorher in den “Gärten und Quellen lebten”
    (und eventuell mit einem nur geringfügig (!) abweichenden Genpool ausgestattet waren) unbarmherzig und wortbrüchig von ihrer (womöglich !) seit Jahrtausenden angestammten Erde vertrieben bzw. sie dort selbst ausgelöscht.
    Wieso also hört man bei “Gottes auserwähltem Volk” mit den Erbrechtsansprüchen wegen “Blut und Boden” eigentlich plötzlich auf? Womöglich deswegen, weil der “Genpool der meisten Palästinenser (eventuell) große Übereinstimmungen haben könnte mit denen, die der Herr von den “Quellen und Gärten” vertrieben hat ?
    Da solche Analysen seit einiger Zeit nur noch ein paar hundert Dollar kosten, dürfte das alles (auf allen Seiten aller Interessierte) zumindest intern schon längst geklärt sein. Aber da Bevölkerungsgenetik von denselben oder wieder anderen interessierten Kreisen ja immer noch gerne nur “nichtöffentlich” gehandelt wird, wird dies öffentlich halt kaum thematisiert. Zur Tarnung sagt man dann, es könne ja irgendwie dem “Rassismus” Vorschub leisten.
    Zumal man ein ebenso heißes Eisen auch nicht allzu öffentlich machen möchte:
    Dass nämlich ein erheblicher Teil des Genpools der jetzigen sich jüdisch verstehenden Bevölkerung Israels ( nämlich der Aschkenasim) aus eher kaukasisch-slawischen Turk- Komponenten besteht, die auf die Übernahme der alttestamentarischen Glaubensvorstellungen durch dortige Gruppen (spätestens im Mittelalter) zurückgeht.

    Das alles ist im liberalen Judentum schon lange bekannt und wurde von Arthur Köstler in den 70er Jahre breit publiziert (Der dreizehnte Stamm). Gegenwärtig hat insbesondere der israelische Historiker Shlomo Sand die Sachlage in seinen Publikationen ausführlich dargestellt. (Worauf einige Leute hier dümmlicher Weise vor diesem Autor warnten, weil er auch von hiesigen Rechten auf ihn Bezug genommen wird.)

    2. Zur arabische Rückständigkeit

    Herr Blume nennt als einen Teilgrund für die technologische Rückständigkeit „der muslimischen (?) Araber auch deren religiös motivierte Ablehnung der (darwinschen) Evolutionstheorie. Nun weiß er aber selbst, dass die religiöse Verblendung (nur zum Beispiel) auch ein markantes Merkmal weiter Teile der ländlichen Bevölkerung der USA kennzeichnet. Gerade auch bezüglich der Evolution. Hat er aber dort weitverbreitete technologische Rückständigkeit oder gar Technologiefeindlichkeit ausmachen können?? Na ja, eventuell ist der calvinistische Glaube an die heilbringende Wirkung erfolgreiche Ökonomie einfach ein wenig stärker. Mag sein.

    Dann vergleicht Herr Blume die (höhere) Patent- Potenz und die Nobelpreis-Potenz Israels mit der niedrigeren des muslimischen Raumes und führt dies auf das Buchdruckverbot zurück. Da würde mich aber ein Vergleich mit der Intellektualpotenz anderer Weltgegenden interessieren, die in etwa denselben Zeiträumen ebenfalls keinen Buchdruck kannten oder das Bücherdrucken verboten haben. Oder in denen das Verbreitung von Bücher aus sonstigen gründen behindert wurde.

    Aber dass keine Missverständnisse aufkommen:
    Natürlich halte auch ich den verknöcherten Islam im Sinne einer „Technologischen Moderne“ generell für rückständig. Für noch gefährlicher aber halte ich dessen relative Impotenz bezüglich der Fähigkeit zu liberaldemokratischen und humanistisch solidarischen Gesellschaftsentwürfen.

    • @L.Schaber

      Zu den genetischen Spekulationen: Die enge, genetische Verwandtschaft zwischen Juden und Palästinensern ist seit langem festgestellt und gut erforscht. Damit erübrigen sich dann aber auch rechtsesoterische Spekulationen über alternative Abstammungen…
      https://www.sciencedaily.com/releases/2000/05/000509003653.htm

      Die Erklärung für die anhaltende Bildungskrise in der arabisch-islamischen Welt sehe ich in der Verknüpfung der drei Faktoren: 1. Buchdruckverbot, 2. Übernahme Verschwörungsglauben (auch, aber nicht nur gegen die Evolutionstheorie) und 3. Öl-Rentierstaat.

      Nichtwestöiche Gesellschaften wie Japan, China, Südkorea, zuletzt auch Indien usw. hielten westliches Wissen selten für verschwörerisch und eigne(te)n es sich massiver und schneller an. Atatürk hat Gleiches für die Republik Türkei versucht – und sein Erbe zerschellt gerade unter Putsch- und Verschwörungsvorwürfen… :-/

    • @L.Schaber
      In Teilen der USA sind Evangelikale besonders stark, lokal wohl sogar dominierend, v.a. im “bible belt”, im Südosten (ohne Florida). Aber diese Kräfte bestimmen nicht die Ausrichtung der USA insgesamt.
      Ihre Erfolge beschränken sich bislang darauf, die lokale Atmosphäre des Zusammenlebens zu bestimmen, was sicherlich unangenehm genug ist für ihre Nicht-Anhänger.
      Hie und da nehmen sie auch Einfluß auf Lehrinhalte an Schulen, und selbst da geht es fast immer nur darum, die christlisch-fundamentale Lehre neben und nicht statt der Evolutionstheorie zu lehren.
      Wie ein Land wie die USA aussähen, würden Evangelikale bestimmen, ist eine spannende Frage.

  13. There Was No Peace Process for Trump to Destroy schreibt Rober Cohen in der Ney York Times und zusammengefasst schreibt er weiter (übersetzt von DeepL):
    – Ethnonationalistische israelische religiöse Ideologen, die glauben, dass das ganze Land zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer in der Bibel an Israel verkauft wurde (und egal, wer jetzt dort lebt), haben die Oberhand gewonnen -mit Netanyahus Komplizenschaft.
    – Anfang des Jahres erklärte schon Russland: “Wir betrachten Westjerusalem als die Hauptstadt Israels.”
    Die russische Erklärung war jedoch ausgewogener. Er sagte auch: “Wir bekräftigen unser Bekenntnis zu den von der UNO anerkannten Grundsätzen für eine palästinensisch-israelische Siedlung, zu denen auch der Status von Ost-Jerusalem als Hauptstadt des künftigen palästinensischen Staates gehört.
    – Trump’s [Aussage zu Jerusalem] war eine dumme, rücksichtslose Geste. Was gibt es sonst noch Neues?
    – Trump’s Aussage wird sie[ die Fakten] nicht ändern. Sie richtete sich vor allem an ein einheimisches Publikum von Evangelikalen und großen amerikanischen jüdischen Gruppen. Das sei “ein längst überfälliger Schritt, um den Friedensprozess voranzubringen”, sagte er. Unsinn!

  14. MH,
    Kinder und Narren sagen die Wahrheit. DT sagt nur, was schon ist. Netanjahu wollte ja sogar vor etwa 20 Jahren den Dollar als Währung einführen. Das ist damals abgelehnt worden.
    Die USA und Israel sind eine Simbiose eingegangen. Wer das versteht, der versteht die gegenwärtige Politik Israels. Eine Bewertung ist nicht möglich.
    Vergessen wir nicht, die USA sind auch in der Nato.

  15. Das Leitthema dieser Sure scheint ja in der Tat Israel, besonders Jerusalem zu sein; beginnt sie doch: „Preis sei Dem, Der Seinen Diener bei Nacht von der geschützten Gebetsstätte zur fernsten Gebetsstätte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, reisen ließ“, was allgemein ausgelegt wird als die Himmelfahrt Mohammeds vom Felsen des späteren Felsendoms aus.

    Weiß hier eigentlich irgend jemand, warum dieser Fels den Muslimen heilig ist, schon vor Mohammeds Himmelfahrt heilig war? Für die Juden und in deren Folge: Klar, hier stand einst der Tempel. Spätere Legenden sehen diesen Fels als Mittelpunkt der Welt (ähnlich dem Delphi der Griechen), als den Ort, wo Gott Adam aus Lehm erschaffen habe, und dort sei Abraham bereit gewesen, seinen Sohn Israel zu opfern. Von all dem finde ich bei den Muslimen nichts. Warum eigentlich ist Jerusalem dem Islam nach Mekka und Medina das drittwichtigste Heiligtum?

    Was ich finde: Daß es in der Frühzeit sogar unter einem Gegenkalifat noch für Jahrhunderte ein Mekka ebenbürtiges Parallelheiligtum war. Auch hier wurde der siebenmalige Umlauf begangen; Eide, die hier geleistet wurden, waren denen in Mekka ebenbürtig. Warum um alles in der Welt?

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