Der Bullshit-Krieg

Egal ob Corona-Pandemie oder Krieg in der Ukraine: Krisen zeigen auf, wie sehr wir unseren Planeten mit Bullshit verseuchen. Warum landet der ganze Mist nicht mehr als Dünger in der Erde, sondern zunehmend in unseren Köpfen? Ein paar Gedanken und Perspektiven.

“Zu den auffälligsten Merkmalen unserer Kultur gehört die Tatsache, dass es so viel Bullshit gibt.”

So beginnt der 1986 erstmals veröffentlichte Essay “On Bullshit” von Harry G. Frankfurt. [1] Noch im Jahrtausend vor Beginn der Corona-Pandemie und anderer Katastrophen traf der US-amerikanische Gegenwartsphilosoph damit einen Nerv der Zeit. Doch warum müssen sich sogar Philosophen immer mehr mit Bullshit beschäftigen?

“Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit”,

soll US-Senator Hiram Johnson inmitten des Ersten Weltkrieges gern gesagt haben. Um dieses Thema ging es in meinem letzten Betrag. Aufgrund der intensiven Diskussionen rund um die anhaltende Desinformations-Pandemie geht es nun in den folgenden beiden Beiträgen um Bullshit.

Was ist Bullshit?

Das Wort Bullshit (englisch für “Bullenscheiße”) steht schon seit einigen Jahren im Duden. Nicht ohne Grund, denn diese Art von “Unsinn” verwenden wir recht häufig in deutschen Sätzen. Dabei begann die Verseuchung durch Bullshit schon lange vor der Corona-Pandemie, dem Krieg in der Ukraine, dem Klimawandel und anderen Problemen unserer Erde. Doch warum landet Bullshit nicht mehr als Dünger in der Erde, sondern mehr und mehr in unseren Köpfen?

Bullshit – perfider als “Geschwurbel”

Von Bullshit abzugrenzen ist das Geschwurbel mancher Corona-Leugner und Impfmuffel mit ihren unverständlichen, realitätsfernen und inhaltslosen Aussagen. Das ist zwar nervig, aber nicht so perfide wie Bullshit.

Werbung – zu 90 Prozent Bullshit

Denn Bullshit ist weder unverständlich noch realitätsfern. Ganz im Gegenteil. 90 Prozent der veröffentlichten Werbung ist Bullshit. Bullshit kann den Absatz eines Produktes fördern, ein positives Image des Unternehmens betonen und eine Markenbindung aufbauen. Bullshit ist ein bewährtes Mittel, um auf mehr oder weniger perfide Art und Weise anderen Menschen Geld aus der Tasche zu ziehen.

Trump & Co.: Meister des Bullshits

Der US-amerikanische Immobilienunternehmer, Entertainer, Milliardär und Politiker Donald Trump ist ein Meister des Bullshits. Laut einem Medienbericht der “Washington Post” hat der ehemalige US-Präsident allein während seiner Amtszeit mehr als 30.000 falsche oder irreführende Behauptungen in der Öffentlichkeit verbreitet. [2]

Es ist kein Geheimnis, dass Donald Trump häufig und geradezu systematisch Falschinformationen zu seinen Gunsten verbreitet. Ein Machiavelli ist er jedoch nicht, will und muss er auch gar nicht sein. Menschen wie Trump sind keine guten Lügner, sondern perfekte Bullshitter. [3]

Indem sie auf ihrem Standpunkt beharren, selbst wenn sie der Lüge überführt werden, stiften sie Verwirrung und sorgen für Ablenkung. Menschen wie Trump bereuen nicht und brauchen sich auch nicht zu entschuldigen. Dafür haben sie einen flinken Finger, mit dem sie allzu gern auf die vermeintlichen Schuldigen zeigen. Nur wer genau hinschaut, wird rasch erkennen, dass dabei drei Finger der Hand auf die Person weisen, die den Zeigefinger ausstreckt.

Seitdem der ehemalige US-Präsident von den wichtigsten sozialen Medien verbannt wurde, beklagt er sich außerhalb über die angeblichen Betrügereien der anderen. Da der Aufbau einer eigenen Twitter-Alternative noch etwas holprig verläuft, kommuniziert er weiterhin auf Twitter und Co. über seinen Clan und andere Anhänger.

Wer finanziert Menschen wie Trump & Co. und wozu?

Achtsamkeit gegenüber Autokraten

Auch der russischen Regierung geht es nicht um Wahrheit oder Lüge, sondern um Nutzen oder Schaden. Doch anders als Donald Trump oder Boris Johnson müssen sich Autokraten wie Wladimir Putin oder der Staatspräsident der Volksrepublik China, Xi Jinping, nicht einmal (mehr) einer Opposition stellen.

Vor allem in Europa lernen wir jetzt auf schmerzhafte Weise, dass (wirtschaftliche) Offenheit nicht automatisch die Demokratisierung unserer Handelspartner unterstützt. Ganz im Gegenteil. Darin waren und sind die Autokraten dieser Erde sogar äußerst ehrlich, wie auch Blognachbar Thomas Grüter (“Gedankenwerkstatt”) vor kurzem hier berichtete. Wir hätten nur etwas besser zuhören müssen, anstatt uns weiterhin am scheinbar günstigen Gas- und Exportmarkt zu bereichern.

Bullshit hat keine kurzen Beine

Ein Sprichwort sagt: “Lügen haben kurze Beine.” Mit Lügen kommt man meist nicht sehr weit. In Afrika heißt es:

“Mit einer Lüge kannst du einmal essen, aber nicht zweimal.”

Für eine guten Lügner ist es wichtig, sich im Fall einer Entlarvung moralisch zu zeigen, sich zu entschuldigen, zu bedauern und Zerknirschung zu zeigen und die Lüge einzugestehen. Durch diese Praktiken soll das Vertrauen, das durch die Lüge erschüttert wurde, zurückgewonnen werden. Es ist das Vertrauen, auf das Lügner besonders angewiesen sind.

Lügner brauchen ein gutes Gedächtnis. Sie müssen die Wahrheit im Hinterkopf behalten, während sie eine schlüssige Alternativgeschichte verbreiten.

Wichtigtuer haben es da leichter. Wer Bullshit verbreitet, dem ist die Wahrheit egal. Wichtig ist nur, welches Bild damit beim anderen hervorgerufen wird. Der Zweck ist in der Regel Eindruck zu machen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

“Alternative” Fakten-Bullshit

Unwahrheiten werden zu “alternativen Fakten” umdefiniert. Auch wenn solche Fake News mitunter wie Satire wirken, haben sie oft fatale Folgen.

So spielte Trump die Gefahr des Coronavirus bewusst herunter. Indem er beispielsweise falsche Zahlen verbreitete und sinnvolle Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen lächerlich machte, setzte er die Gesundheit von Millionen Menschen aufs Spiel. Die Coronagefahr wurde eine riesige Propagandashow mit Hunderttausenden Toten und Millionen von (unnötig) Infizierten.

Präventions-Politikum auch in Europa

Auch in Deutschland ist die Zumutbarkeit des Tragens eines Mundschutzes in (überfüllten) Innenräumen mittlerweile (wieder) zum Politikum verkommen. Es ist vor allem mehr Freiheit für die Viren.

In Asien dagegen ist das Tragen eines Mundschutzes schon lange normal. Es gilt zudem als höflich, die Mitmenschen nicht unnötig mit seinem eigenen Rotz zu beschmutzen. Japan zählt zu den Ländern, in denen die Menschen sowohl am längsten, als auch am längsten gesund leben. In Japan gibt es auch den größten “Club der Hundertjährigen“.

Mittlerweile würde niemand mehr in den Operationssälen dieser Welt auf die Idee kommen, wenn möglich ohne Masken zu arbeiten, um beispielsweise das Wohlgefühl der Operateure zu steigern.

Doch wir erinnern uns auch, dass der Vater der modernen Krankenhaushygiene, Ignaz Semmelweis, als Patient in der Psychiatrie endete. Zu seiner Zeit bevorzugten die Menschen andere Vorstellungen, was Prävention betrifft, vor allem seine ärztlichen Kollegen.

Dies kostete Millionen Frauen im Wochenbett das Leben. Noch heute erzählen wir unseren Kindern das Märchen vom Waisenkind Schneewittchen.

Doch was haben wir daraus gelernt?

Bamberger Studie zu postfaktischen Politikern

Auch Deutschlands Politiker sind nicht unbedingt ehrlich. Im Rahmen einer Studie befragten Prof. Dr. Olaf Hoffjann und Lucas Seeber zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 insgesamt 758 Personen aus drei Gruppen: Abgeordnete, Pressesprecher sowie Journalisten. [4] Obwohl die Ergebnisse aufgrund der Stichprobengrößen nicht als repräsentativ gelten können, zeigen sie doch ein interessantes Ergebnis.

“In einer postfaktischen Politik werden Fakten und ein Wahrheitsbezug zunehmend unwichtiger”,

erläuterte Kommunikationswissenschaftler Hoffjann, der an der Universität Bamberg lehrt und forscht.
Mehr als die Hälfte der Befragten sahen sich als Teil einer postfaktischen Demokratie. Politikern sei der Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen eher unwichtig. Interessanterweise glaubte vor allem die Gruppe der Politiker (55%) nicht an eine faktische Politik.

Lügen wurden allerdings eher selten Politikern unterstellt (15%). Bullshit (32%) sei dagegen häufiger, d.h. das Ergänzen von ungeprüften Aussagen, die wahr sein könnten, um die These einer Aussage zu festigen. Übertreibungen seien in der Politik weit verbreitet, fanden rund 78% der Befragten.

Dabei verurteilten mehr als 9 von 10 Befragten (94%) Lügen und Bullshit. Untersuchungen in anderen Betrugsfeldern argumentieren spieltheoretisch, dass Lügen und Bullshit aus Gründen der “Waffengleichheit” Einsatz finden könnten, so die Autoren. Dennoch stimmte es die Wissenschaftler optimistisch, das Lügen und Bullshit von der überwältigenden Anzahl der Befragten abgelehnt wurde.

Die braune Vergangenheit des Bullshits

Natürlich gibt es Menschen, die Bullshit und Propaganda verbreiten, schon etwas länger.

“Wollt ihr den totalen Krieg?”

Mit diesen Worten schwor Propagandaminister Goebbels am 18. Februar 1943 im Sportpalast in Berlin die Massen auf den “totalen Krieg” ein. Zwei Wochen zuvor hatte die Wehrmacht in Stalingrad kapituliert. Aus heutiger Sicht erscheint es unvorstellbar, dass danach noch jemand glauben konnte, den Krieg dennoch zu gewinnen. Heute wäre Goebbels ein Bullshit-Minister.

Bereits am 13. März 1933 und damit kurz nach Hitlers Machtergreifung, wurde von Adolf Hitler die “Gleichschaltung des politischen Willens der Länder” durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda angeordnet. Zuständiger Minister wurde Joseph Goebbels (1897-1945), der seine Karriere mit nur 47 Jahren am 1. Mai 1945 mit Selbstmord und Mord seiner ganzen Familie beendete.

Zeichen von Propaganda

Propaganda lässt sich eigentlich relativ einfach erkennen. Schon Adolf Hitler hatte in “Mein Kampf” einige Prinzipien beschrieben:

  • Konzentration auf wenige Themen und Schlagworte
  • Emotionales Ansprechen der Massen
  • Einfachheit, um Nachdenken und Differenzierungen zu vermeiden
  • Viele Wiederholungen

Hitlers aufhaltsamer Aufstieg und dessen fatale Folgen

“Lügen, heißt es, haben kurze Beine – nun betrachten Sie seine!”

So beschreibt Bertolt Brecht (1898-1956) in seinem 1941 im Exil entstandenen “Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui” Joseph Goebbels. [5, 6] Es ist eine Anspielung auf den Klumpfuß des Propagandaministers. In Brechts berühmter Parabel auf die mehr oder weniger “friedliche” nationalsozialistische Machtergreifung bis zum Jahr 1938 steht auch:

“Der Schoß ist furchtbar noch, aus dem das kroch!”

Es ist bis heute eine eindrückliche Warnung vor jeglicher Art von Politgangstern.

Propaganda-Chef Goebbels ging schließlich ein in die Annalen als einer der größten Volksverführer, den die Menschheit je kannte. Seine verzerrte Wahrheit führte Millionen von Menschen in Tod und Verderben, wobei er selbst seinem Führer treu blieb bis in den Tod.

“Arturo Ui” zeigt, wie die meisten schon lange vor dem Beginn des bislang grausamsten aller Kriege sahen, was eigentlich wirklich los war. Es wird schon nicht so schlimm werden, dachten damals viele. Durch Unterstützung des “kleineren Übels” könnte man vielleicht sogar noch selbst etwas davon haben. Die Wall Street profitierte gut davon, ebenso wie große Teile der deutschen Industrie. [7, 8]

Doch für die Bevölkerung endeten die Geschäfte im bislang verlustreichsten Konflikt der Geschichte. Einiges lernen wir darüber heute in der Schule. Doch was machen wir aus diesem Wissen?

(Was) lernen wir daraus?

Bullshit und Propaganda zielen ab auf Ängste und Hoffnungen. Wer daran glaubt, gehört dazu. Das suggeriert Sicherheit und Zusammenhalt. Der Preis ist jedoch hoch und heißt Unterwerfung.

Gegenmittel: Aufklärung und Information

Gegen Bullshit und Propaganda helfen Aufklärung und Information. Je mündiger und informierter das Publikum ist, desto weniger empfänglich ist es für Propaganda. Transparenz ist gefragt. Verlässliche Quellen und ein kritischer Blick sind essentiell.

Leider ist die Propaganda nicht mit dem Dritten Reich untergegangen. Und auch schreckliche Kriege und lieber weniger als mehr von der Welt beachtete Konzentrationslager gibt es auch heute noch auf unserem Planeten.

Beispiel: Uiguren – “Umerziehungs-Anstalten”

So werden beispielsweise die rund 10 Millionen Uiguren im fernen China unterdrückt. Millionen Menschen werden in Konzentrationslagern “umerzogen”. Uigurische Frauen werden zwangssterilisiert und vergewaltigt. Doch kaum jemand berichtet darüber. In der Rangliste der Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen rangiert China auf Platz 177 von 180. Schlechter steht es diesbezüglich nur noch in Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea.

Fact-Checking leicht erklärt

Journalistin Julia Bayer (@bayer_julia) fasst in einem Beitrag der Deutschen Welle über die Situation der Uiguren die wichtigsten Kriterien zusammen, wie jeder Informationen im Netz eigentlich recht einfach verifizieren kann:

Voraussetzung sind ein Internetanschluss und ein kritischer Blick.

Folgende Fragen sind hilfreich:

  • Ergibt das einen Sinn? Kann das überhaupt sein?
  • Was sind die Quellen?
  • Wer hat den Inhalt hochgeladen (und warum)?
  • Ggf. Bilderrückwärtssuche, z.B. über Google: Wo ist das Material schon einmal erschienen und in welchem Kontext?
  • Wer sich dann noch immer unsicher sein sollte, sollte die Information im Zweifelsfall nicht verbreiten.
  • Meine Zusatzfragen lauten hierbei immer auch:
    • Wer finanziert das und warum?

Fassen wir zusammen:

Bullshit zu verbreiten ist leicht. Ihn zu beseitigen dagegen ist mühsam und zeitaufwendig.

Bullshit-Übung: Ist die Corona-Impfung wirklich so gefährlich?

Eine praktische Übung zum aktuellen Bullshit in der Medizin gibt es nebenan im Blog “MENSCHEN-BILDER”. Stephan Schleim hat sich die Umfrage-“Studie” eines Berliner Anthroposophie-Stiftungsprofessors zur fraglichen Diskrepanz von Nebenwirkungen nach COVID-19-Impfungen angeschaut: “Belegt die Charité-Studie wirklich 40-mal so viele Impfnebenwirkungen?

Eine Umfrage hätte ergeben, dass Menschen extrem viel häufiger schwere Nebenwirkungen erlitten hätten als von der offiziellen Meldestelle, dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI), erfasst wurden. Erwartungsgemäß stürzten sich einige Vertreter der Presse sofort gierig auf diese Sensation. Was für eine tolle Schlagzeile! Das verspricht Klicks. Und Klicks bringen das oft so dringend in dieser Branche benötigte Geld.

Ja, liebe Leute, warum meldet ihr dann nicht eure schweren Nebenwirkungen dort, wo sie auch hingehören? Jede/r kann und sollte beim PEI entweder direkt oder über den behandelnden Arzt Verdachtsfälle melden. Hierfür hat das PEI eigens eine Seite eingerichtet. So einfach ist das.

Ich kann jedenfalls Stephan nur zustimmen. Er schreibt:

“Die Anthroposophen haben im Internet 40 x 8 – also 320 Menschen – gefunden, denen es nach einer Impfung sehr schlecht ging. Ich wünsche ihnen gute Besserung.
Was bleibt, ist eine ethisch und wissenschaftlich fragwürdige Medienberichterstattung.”

Auch hier grüßt das tägliche Murmeltier mit dem Confirmation Bias.

Im zweiten Teil folgt mein persönliches, kleines Bullshit-Lexikon. Stay tuned.

Quellen / weiterführende Literatur:

  1. Frankfurt, Harry G., Bischoff, Michael: Bullshit. Suhrkamp, 2005. ISBN: 9783518464908
  2. Kessler, Glenn, Rizzo, Salvador, Kelly, Meg: The Fact Checker, in: The Washington Post vom 24. 1. 2021, online [abgerufen am 06.05.2022]
  3. Özmen, Elif: Why Trump is not King Liar. Eine (kleine) Philosophie der politischen Lüge. Gießener Universitätsblätter 54|2021, S. 49-58
  4. Hoffjann, Olaf & Seeber, Lucas. (2021). Auf dem Weg in die postfaktische Politik? Medien & Kommunikationswissenschaft. 69, S. 483-504.doi.org/10.5771/1615-634X-2021-4-483
  5. Brecht, Bertold: Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui. Suhrkamp BasisBibliothek Band 55. ISBN 978-3-518-18855-2
  6. Sommer, Michael: “Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui (Brecht in 11 Minuten)”. Sommers Weltliteratur to go, YouTube, 06.05.2019 online [abgerufen am 06.05.2022].
  7. Sutton, Antony C., Bracher, Andreas (Übersetzer): Wall Street und der Aufstieg Hitlers. Perseus. 8. Auflage 2022, 205 S. ISBN: 9783907564691
  8. Vuillard, Eric: Die Tagesordnung. Roman. Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2018. ISBN 9783957575760.

Veröffentlicht von

Dr. Karin Schumacher bloggte zunächst als Trota von Berlin seit 2010 bei den SciLogs. Nach dem Studium der Humanmedizin in Deutschland und Spanien promovierte sie neurowissenschaftlich und forschte immunologisch in einigen bekannten Forschungsinstituten, bevor sie in Europas größter Universitätsfrauenklinik eine Facharztausbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe abschloss. Hierbei wuchs das Interesse an neuen Wegen in der Medizin zu Prävention und Heilung von Krankheiten durch eine gesunde Lebensweise dank mehr Achtsamkeit für sich und seine Umwelt, Respekt und Selbstverantwortung. Die Kosmopolitin ist leidenschaftliche Bergsportlerin und Violinistin und wenn sie nicht gerade fotografiert, schreibt oder liest, dann lernt sie eine neue Sprache. Auf Twitter ist sie übrigens als @med_and_more unterwegs.

32 Kommentare

  1. “Bullshit und Propaganda zielen ab auf Ängste und Hoffnungen. Wer daran glaubt, gehört dazu. Das suggeriert Sicherheit und Zusammenhalt. Der Preis ist jedoch hoch und heißt Unterwerfung.”

    So unwahrheitlich funktioniert der zeitgeistlich-reformistische Kreislauf des imperialistisch-faschistischen Erbensystems nun mal, da nutzt auch der schöne Schein der “Demokratie” des “gesunden” Konkurrenzdenkens für den nun “freiheitlichen” Wettbewerbs um die Deutungshoheit nichts.

    Seit dem ersten und bisher einzigen geistigen Evolutionssprung (“Vertreibung aus dem Paradies”), leider nur in den geistigen Stillstand: Mensch bleibt verantwortungslos, unvernünftig und konfusioniert in gleichermaßen unverarbeiteter instinktiver Bewusstseinsschwäche von Angst, Gewalt und egozentriertem “Individualbewusstsein”, also bis zur Unterkante Unterlippe im Bullshit seiner gewohnten und mit Bildung zu hierarchiesch-systemrationaler Suppenkaspermentalität manifestieren Überproduktion von Kommunikationsmüll in/zu materialistischer “Absicherung” im holographischen Universum, bis Mensch sich zum Gegenteil entschließt – Doch bleibt noch die Frage: Beginnt die Entwicklung von wirklich-wahrhaftigem Mensch am “Kopf oder Arsch”?!? 🤔 👋😎

  2. “Zu den auffälligsten Merkmalen unserer Kultur gehört die Tatsache, dass es so viel Bullshit gibt.”

    Wenn er ein in Selbstkritik und ganzheitlich geübter Philosoph wäre, dann müsste er so anfangen:
    “Zu den auffälligsten Merkmalen unserer Kultur gehört die Tatsache, dass alles zu Bullshit wird, im geistigen Stillstand des nun “freiheitlichen” Wettbewerb um die Deutungshoheit der konfusionierten Überproduktion von systemrationalen Kommunikationsmüll.”

    • Der “Philosoph” Jesus soll mal gesagt haben, als er für Wahrheit, Vernunft und Verantwortungsbewusstsein im Sinne von Nächstenliebe unterwegs war:

      “gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und … / … dann halte auch noch die andere Wange hin.” !?

  3. Frau Schuhmacher,
    Wenn man in 100 Jahren den Beitrag vom „Bullshit-Krieg“ ließt, was werden die Leute denken ?
    78 % der Politiker meinen, dass Übertreibungen weit verbreitet seien. Das heißt doch im Umkehrschluss, dass die Leute sehr wohl unterscheiden können zwischen Realität und Unwahrheit.
    Unwahrheit wird nicht als Lüge gesehen, wenn sie keinen Schaden anrichtet.
    Anti-Aging-Cremes als Beispiel werden teuer bezahlt, warum ? Wir lassen uns den schönen Schein etwas kosten.

    Wie sieht es mit der Impfpflicht aus ? Wir lassen uns unsere persönliche Freiheit etwas kosten, auch um den Preis von Sicherheit.

    Im gegenwärtigen Ukraine-Krieg passt der Begriff „Bullshit“ nicht so richtig, warum , weil eben die Folgen des Krieges nicht absehbar sind und sie sind vor allem kein Bullshit.
    Wenn der Krieg noch Jahre dauert, werden wir eine Inflation erleben wie vor 100 Jahren. In der Zwischenzeit wird ein Land verwüstet mit all seinen schrecklichen Folgen.

    Finden Sie jetzt das Wort Krieg im Zusammenhang mit confirmation bias nicht auch übertrieben ?

  4. Zur Kenntnisnahme und Selbstanalyse

    Kriegsgewinnler auf beiden Seiten

    Exemplarisch…

    Shell mit einem Rekordgewinn im ersten Quartal 2022…

    Russland chartert griechische Öltanker und umgeht das Einfahrverbot für russische Schiffe in europäische Häfen…

    Auf „gut Deutsch“, die Bürger werden nach „Strich und Faden“, nicht nur bei den Themen „Klimawandel“ und „Corona“, „verarscht“…

  5. @elboble: “Unwahrheit wird nicht als Lüge gesehen, wenn sie keinen Schaden anrichtet. […]
    Wenn der Krieg noch Jahre dauert, werden wir eine Inflation erleben wie vor 100 Jahren.”

    Da steckt soviel Bullshit drin!? 🥴👍

    • @elboble & Dirk Freyling

      Inflationärer Kommunikationsmüll

      Wenn es ein globales Gemeinschaftseigentum OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik geben darf, dann ist es vorbei mit Bullshit in Monopoly, Poker oder Mensch ärgere dich nicht, also kann es auch keine Inflation mehr geben!?

  6. hto
    mit dem Wort Bullshit kann man eine Behauptung abqualifizieren und muss sich nicht mehr die Mühe machen, die eigene Meinung zu begründen.

  7. Zum Bullshit gehört die Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit und es gehört ein Schuss Schauspielerei dazu. Donald Trump als Narzisst, der seinen Narzissmus nicht einmal gross verbirgt und der selber aktiv eine Rolle im Reality-TV suchte, hat(te) damit ideale Voraussetzungen zum Bullshiter der Nation zu werden. Zu jemandem, der keine Probleme löst, sondern Probleme schafft und der sogar noch stolz darauf ist, denn ist es nicht gut für Unterhaltung zu sorgen?

    Nicht wenige wollen heute von der Politik unterhalten werden und umgekehrt realisieren viele Politiker, dass Ehrlichkeit und biedermännisches Verhalten keine Wählerstimmen bringen.

    Bullshiter profitieren also von einem Publikum, von Staatsbürgern, die nicht realisieren um was es in der Politik wirklich geht. Es geht eben in einer ernsthaften Politik und Staatsführung gerade nicht um eine spektakuläre Show, sondern mehr darum Schlimmes zu verhindern/abzuwenden und Chancen für den eigenen Staat und alle Bürger zu bewahren oder auch zu eröffnen. In einem gewissen Sinne ist eine Politik sogar umso besser, je langweiliger sie ist. Wer Spannung sucht, sollte diese nicht in der Politik suchen, sondern in seinem privaten Leben und auch nur bei und mit Menschen, die ein spannendes und gefährliches Leben in Kauf nehmen oder selber suchen.

  8. Tja, Menschen SIND nun mal eben so!

    Das waren sie schon vor ZIG-tausenden von Jahren und WIRD in zigtausenden von Jahren noch immer so sein!

    Erwartet denn tatsächlich jemand ernsthaft, das sich Blei “freiwillig” plötzlich in GOLD verwandelt??

    Das wahre Problem ist, das seit der Erfindung der Druckmaschine (und insbesondere der heutigen Computer-Technologien und all den neuen Kommunikationsmöglichkeiten) diese schon seit “Urzeiten” bestehenden, dem Menschen an SICH zugehörige Eigenschaften existieren!!

    Sie werden sich auch nie ändern. Es sei denn man erfindet neue “ganz besondere” Dressur-Maßnahmen, die erlauben, die einen oder anderen “Verhaltensmuster” WEG zu dressieren.. (Nur, das Thema “Menschendressur” ist auch so eine Sache wo man ganz schnell in einen ganzen Schwarm Fettnäpfchen treten kann..)
    Letztlich wird wohl dieses Dilemma nur durch freiwillige “Selbst-Dressur”gelöst werden können, weil man WEISS, wie wichtig und notwendig es ist, bei der “Sache” zu bleiben und diszipliniert mit jeder Anforderung, die auf einen so im Alltag zu kommt, ENTSPRECHEND zu reagieren..

    Und genau DA hat der Mensch an sich noch einen riesigen “Nachholbedarf”.. (Manche Menschen KÖNNEN das, weil ihnen tatsächlich die GANZE Wichtigkeit ihres eigenen Wirkens und Erlebens voll bewusst ist, aber die meisten Menschen “fließen” noch immer in ihren jeweiligen Träumen herum..

    Im Grunde ist es eigentlich nur eine Frage des eigenen Erwachens.

    Nur: WANN entschließen wir uns denn endlich mal dazu, es auch wirklich zu TUN? Irgendwie hakt es da immer.. Und das schon seit vielen Jahrhunderten. Ich glaube, das frühere Generationen tatsächlich schon mal solche “Wach-Phasen” HATTEN, so wie manche Spuren aus der Archäologie eigentlich zeigen, wenn man dann all diese “Spuren” nicht immer nur irgendwelchen ominösen religiösen Bedeutungen zu weisen würde, vielleicht waren manche Dinge durchaus einfach aus der Notwendigkeit erwachsen, damit die damalige Gesellschaft richtig miteinander (und untereinander) Interagieren konnten, OHNE den ganzen “Bullshit” der heute unser aller Leben beeinflusst.

    Aber gut, da werden noch sicher einige Fragen zu untersuchen sein und vor allem in neue Richtungen GEDACHT werden müssen.. Ansonsten drehen wir uns weiterhin immer weiter im Kreise, so wie wir es eben “schon immer” getan haben.

    Wie auch immer..

  9. Oh.. kleine Ergänzung zu den neuen Technologien… (ganz vergessen)

    Diese neuen Technologien, die “helfen” nur, den “natürlichen Bullshit-Grad” um das tausend bis millionenfache zu vermehren und zu beschleunigen und DAHER unseren Brägen irgendwann mal völlig ZU zu kleistern, so sehr, das man selber nicht mehr weis, WAS man da sich eigentlich “zusammen” denkt.

    Das wahre Problem ist also, das wir heute viel zu VIEL denken, Kommunizieren, reden und hören und unser Brägen gar nicht mehr in der Lage ist, den “Spreu” vom “Weizen” zu trennen. Wir leben quasi gerade auf der “Überlast-Überholspur” und so lange wir nicht mal wieder die Bremse treten, wird es sich nicht ändern! (Außer es klatscht uns mal an die Wand der EVO)

    • Bullshit, als nach dem “Fall des eisernen Vorhanges” behauptet wurde, dass der “Kalte Krieg” vorbei ist!?

      Bullshit, als die “Globalisierung der Dienstleistungsgesellschaft” ausgerufen wurde, denn das bedeutet nur neue Methoden der verarmenden Sklaverei der Lohnabhängigen und die Maximierung der Gewinne durch Outsourcing der Produktion!?

      Bullshit, zu behaupten der “freiheitliche” Wettbewerb würde Demokratien stärken und neue schaffen, seit einer WWK 1996 in den USA für ursächlich-düstere Fakten vieler nachfolgender Krisen/Kriege bewiesen, wo die Mächtigen der Weltwirtschaft ihre Bedingungen für die Globalisierung noch nicht durchsetzen konnten und sozusagen aus Langeweile ein neues Wort für “Brot und Spiele” erfanden: Tittytainment, meint Ernährung (Titty) und Unterhaltung (Tainment), für eine Weltbevölkerung im GLEICHBLEIBENDEN Verhältnis 1:5 von Wohlstand durch Arbeit und Beschäftigung (nachlesbar im Buch “Die Globalisierungsfalle”).

  10. @Bullshit und Medienmacht

    Die vierte Macht, die Medien, verlieren gerade an Macht. So erreicht immer mehr Bullshit die Menschen. Neben Plattformen, die den Mist noch fördern, ist es sicher auch ein Problem, dass die Politik bzw. der demokratische Staat eigentlich viel mehr Möglichkeiten braucht, überhaupt noch gehört zu werden.

    Wir brauchen hier Plattformen, die keine illegalen Inhalte verbreiten, und auf keinen Fall welche, die Bullshit auch noch fördern, weil sie so z.B. die Nutzer länger online halten und so mehr Werbung verkaufen können. Am Besten wäre hier sogar eigene öffentlich-rechtlichen Plattformen.

    Wir bräuchten aber auch viele, wenn nicht 50.000 Staatsbedienstete, die die Sicht der parlamentarischen Demokratie vertreten, und sich merklich in die Diskussionen im Internet einmischen. Die alten Medien haben von sich aus die Politik um ihre Sicht gefragt, und dies dann weiterverbreitet. Das Internet funktioniert anders, wer sich hier bemerkbar machen will, muss sehr viel mehr Arbeit investieren. Dazu fehlt den Demokratien eine kleine Armee von Leuten, die diese Arbeit leisten. Der seriöse Journalismus alleine reicht nicht mehr aus.

    Die Autokratien bekommen das hin, und die heimischen Feinde unserer Demokratien sind auch fleißig genug, sich hier ins Getümmel zu stürzen. Wenn die Demokratien hier nicht nachlegen, dann kommen eben auch Trumps und LePens zum Zuge.

    Der Bürger ist hier auch selber gefragt, und sollte kritischer Prüfen, was im so aufgetischt wird. Aber das reicht wohl derzeit nicht recht. Ein gewisses Maß von Mist macht nichts, wenn das aber dominiert, dann haben wir ein Problem. Die reine Diskussion innerhalb der Zivilgesellschaft ist sicher wichtig, aber die Demokratie als Staat kommt hier im digitalen Diskurs irgendwie fatal zu kurz.

    Früher hatten wir eher zu wenig Vielfalt und auch weniger Bullshit, als noch alles über die alten Medien lief. Inzwischen eben zu viel.

  11. Bullshit Herr Jeckenburger, wenn es in der Konfusion des “freiheitlichen” Wettbewerbs immermehr “wunde Punkte” gibt an dem sich die Menschen reiben (der Arbeits- und Wohnungsmarkt, die Kaufkraft und materialistische “Absicherung”, das “Gesundheitswesen”, usw.), dann zeigt das, wie sehr besonders die Medien ihre journalistische “Neutralität” / den Bildungsauftrag missbraucht haben, weil sie seit den Siebzigern immermehr mit der Konfusion und dem Markt gleichgeschaltet wurden – Wir brauchen radikale Veränderung was Vernunft, Verantwortungsbewusstsein, Eigentum und Demokratie bedeutet, es sollte dabei aber nicht zu einer Revolution kommen, denn bisher sind alle Revolutionen offensichtlich nur zu zeitgeistlich-reformistischer Verkommenheit des imperialistisch-faschistischen Erbensystems kanalisiert worden.

  12. Wir betreiben gerade Kulturkritik. Dabei müssen wir uns selbst ein paar grundsätzliche Fragen stellen. Stört uns das Überangebot an Information oder genießen wir es geradezu ?

    Wenn man die Jugendlichen betrachtet, immer das Smartphone vor dem Gesicht. Unser Briefkasten ist jeden Tag voll von Angeboten, Die Anbieter rufen uns sogar ungefragt an und wollen unsere Meinung oder unser Geld.

    Also, wie lässt sich die Situation beschreiben ?
    Es ist die fast grenzenlose Freiheit, die uns erlaubt am Morgen ins Wellnessbad zu gehen, am Mitttag im homeoffice ein paar Verträge abzuschließen und am Abend ein Date mit einer noch Unbekannten zu haben.

    Nachts gehen wir dann ins Internet und schauen uns die Neuigkeiten über die Ukraine an.
    Wohlgemerkt, wir bleiben die Unbeteiligten, die Beobachter, die letztlich nur die Neugier stillen.

    Das trifft nicht auf alle zu. Es gibt auch nocht die Gretas dieser Welt , die sich Sorgen machen und die Verantwortung auf ihre Schultern legen.
    Ja uns es gibt sie noch, die Kirchgänger, die am Sonntag für die Welt beten, für eine bessere Welt.
    Haben Sie etwas gemerkt ?
    Wir haben das Wort bullshit nicht gebracht,

  13. Werbung -zu 90 Prozent Bullshitt:
    Da ich in der DDR sozialisiert wurde, es dort keine Werbung gab, entfiel zunächst einmal diese Form der Manipulierung. Im Prinzip ist ja der Mensch in diesem System eine Ware ,er vermarktet sich und lässt sich vermarkten. Um das Produkt bzw. sich als Produkt lukrativ zu machen, muss man Bullshitt produzieren ,Illusionen schaffen-auch mit Lügen- damit andere sein Produkt interessant finden und es kaufen, es für besser halten als die anderen Angebote .Es ist ein System in dem es nur um Geld geht und diese Einstellung die Menschen bzw. ihr Handeln prägt und leitet . Es ist ein System der Egomanen(Selbstdarsteller) die, je besser sie sind, Macht und Reichtum erlangen. Zu dieser Manipulierung gehören Heuchelei und Doppelmoral, so wie es die Kirche auch seit Jahrhunderten praktizierte in dem sie mit der jeweils herrschenden Macht ins Bett ging und ihre moralischen Prinzipien prostituierte. Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit was nicht stimmt da es jeweils nur eine systembestimmte Wahrheit gibt, also die Frage steht : Wem nutzt das ? Wer verdient daran ? Wer ist der Gewinner ? Die Propaganda ist dann der Hirtenhund der die Schafherde (das Volk) jeweils in die richtige Richtung treibt um sich freiwillig dem Schäfer (der Macht) auszuliefern . Werbung ist eine Form wo dem Menschen suggeriert wird das er das Produkt, was er eigentlich nicht haben möchte, für ihn wichtig wird um seine Sucht nach schönen Gefühlen zu befriedigen. Letzteres impliziert das man “schöne Gefühle” nur kaufen kann, was in dieser Gesellschaft mit den achthunderttausend Millionären ein erstrebenswerter Grundwert ist und wo flaschensammelnde Rentner keine Lobby in den Medien haben.

  14. Ja, man muss sagen: Es ist Bullshit zu sagen “Der Bullshit-Krieg”, denn alle Kriege entspringen dem Konkurrenzdenken des nun “freiheitlichen” Wettbewerbs.

    Also: Die Bullshit-Kriege, seit Mensch erstem und bisher einzigen geistigen Evolutionssprung (“Vertreibung aus dem Paradies”), leider führte dieser Evolutionssprung aufgrund der instinktiven Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und “Individualbewusstsein” nur in Konfusion und geistigem Stillstand, anstatt in die Entwicklung von Vernunftbegabung zu Vernunft und Verantwortungsbewusstein wie es sein könnte und sollte.

  15. Ich bin 1959 geboren.

    Als das Internet für Jedermann zugänglich gemacht wurde, war mir sofort klar: Das Bewusstsein von Mensch ist in seiner konfusionierten Verfassung nicht kompatibel mit diesen Kommunikations-Möglichkeiten.

    Es war mir auch klar: Das wird eine unaufhaltbare Völkerwanderung geben, denn die ausgebeuteten und unterdrückten Länder wie in Afrika werden sehen und wollen was möglich ist – Wir werden uns damit beschäftigen müssen, der Stumpf-, Blöd- und Wahnsinn der Wohlstands- und Gewohnheitsmenschen wird gnadenlos herausgefordert werden.

  16. Das Zeitalter des Bullshit: Die Meinung ist wichtiger als die Wahrheit
    Trumps Beraterin Kellyanne Conway reagierte auf den Fotonachweis, dass die Menschenmenge bei Trumps Amtseinführung nicht größer, sondern kleiner war als bei Obamas Einführung (entgegen Trumps Behauptung) mit der Aussage, Trump habe lediglich »alternative Fakten« angeboten.
    Ähnlich argumentierte Newt Gingrich, als er in einem Interview mit der Journalistin Alisyn Camerota äußerte, Gefühle seien für ihn als Politiker wichtiger als Tatsachen.

    Mit andern Worten: Meinungen, Wünsche übertrumpfen heute bei vielen Fakten und im Zweifel bleiben heute nicht wenige Leute, selbst Politiker, bei den von ihnen geliebten Meinungen, selbst wenn die Fakten dagegensprechen.

    Mit Bullshit arbeitet so gesehen auch die russische Propaganda, wenn sie im Ukraine-Krieg (oder der militärischen Sonderoperation dort) eine Antwort auf eine Aggression der Ukraine sieht.

    Nun: Verdrehungen der Wahrheit sind wohl schon älter als Bullshit. Dem echten Bullshiter ist die Wahrheit einfach egal und die Meinung ist ihm wichtiger.

  17. @elboble

    Leute die mit Bullshit einen Scheißdreck auf die berechtigten Sorgen der überwältigenden Mehrheit dieser Welt- und “Werteordnung” geben, sind zunehmend im Internet zu beobachten 😎👍

  18. Nun ist das mit der Bezeichnung BS so eine Sache. Ein Beispiel aus einer Facebook-Diskussion:

    As I warned and warned.
    Anecdotal BS is just that, anecdotal and amounts to nothing without the numbers to make it NOT anecdotal.
    Omicron as severe as other COVID variants -large U.S. study
    reuters.com
    Omicron as severe as other COVID variants -large U.S. study

    Also für diese Person ist schon die Aussage, daß eine Omikron-Infektion leichter verläuft, BS. Auf meinen Hinweis, daß die Studie im “peer-review” befindet, gab es folgende Antwort:

    I am a “Peer” and I “Reviewed” it. It shows what I and others have been saying all along. You seem to keep forgetting that I am a scientist that works in this field and who warned about Omicron the day its sequence came out back in November.
    I also posted some three months ago a study that showed Omicron’s intrinsic pathogenicity was no where near as decreased as what the “talking heads” of politics-over-science bullshit were trying to claim. Which is exactly why I led the Science March in Munich in the first place. As I said then, it had to do with science and not Trump.

    Also für ihn sind Aussagen der leichteren Verläufe von Omikron nicht zutreffend.

    Gruß
    Rudi Knoth

  19. Vom bullshit zum Kulturdünger
    Der Volksmund unterscheidet genau zwischen einem Großmaul und einem Dummschwätzer und auf der anderen Seite zwischen einem Klugscheißer und einem Besserwisser.

    Dazwischen liegen alle Schattierungen von Einsicht und Unwissen auf der einen Seite und Verständnis und Wissen auf der anderen Seite.

    Der Ausdruck Bullshit ist dagegen eindimensional.

    Aber, der Mensch, der ganz offen offensichtlich Falsches erzählt, der ist notwendig, der ist der Gegenpol zum Wahrheitssucher, der zwingt jeden Menschen sich eine eigene Meinung zu bilden.

  20. @hto 08.05. 07:42

    „..dann zeigt das, wie sehr besonders die Medien ihre journalistische “Neutralität” / den Bildungsauftrag missbraucht haben, weil sie seit den Siebzigern immermehr mit der Konfusion und dem Markt gleichgeschaltet wurden …„

    Die alten Medien sind in der Tat auch von neoliberalem Zeitgeist beeinflusst. Zusätzlich sind die öffentlich-rechtlichen unter gewisser staatlicher Kontrolle sowie die privaten letztlich von Kapitalisten geführt.

    In diesem Sinne belebt hier die Konkurrenz aus dem Internet wohl auch tatsächlich das Geschäft.

    „..Wir brauchen radikale Veränderung was Vernunft, Verantwortungsbewusstsein, Eigentum und Demokratie bedeutet,…“

    Mit einem großem Knall werden wir das nicht bekommen, aber so nach und nach gehts dann am Ende wohl doch auch.

  21. Wichtig bleibt der möglichst freie Diskurs, so auch in der (liberalen) Demokratie vorgesehen, die Freiheit der individuellen Meinungsäußerung ist wie gemeint zentral, um falsche Tatsachenaussagen bestmöglich zu identifizieren, auch sog. Bullshit, gemeint wohl “Geschwurbel”, das der Sacharbeit nicht zuträgt.
    Schlecht wäre dagegen aus diesseitiger Sicht “falsche Meinung” zu identifizieren und auszugrenzen zu versuchen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  22. @Webbaer 09.05. 18:36

    „…,die Freiheit der individuellen Meinungsäußerung ist wie gemeint zentral, um falsche Tatsachenaussagen bestmöglich zu identifizieren…Schlecht wäre dagegen aus diesseitiger Sicht “falsche Meinung” zu identifizieren und auszugrenzen zu versuchen.“

    In der Tat ist es zunächst das Wichtigste, dass zutreffende Aussagen nicht unterdrückt werden. Wenn Unsinn verbreitet wird, kommt der Widerspruch auch schon von selbst, der freie Diskurs ist hier ja zunächst tatsächlich sowieso wirksam.

    Hier haben wir vielleicht aber ein Problem mit der Menge an Bullshit. Richtige Journalisten werden immer weniger bezahlt. Der demokratische Staat sollte sich m.E. eine kleine Armee von kompetenten Schreibern leisten, die sich an den Diskussionen im Netz beteiligen, und der Zivilgesellschaft bei der Bewältigung des Ausmaßes von Bullshit helfen.

  23. Es gilt aus diesseitiger Sicht zuvörderst die allgemeine Webkompetenz zu schulen, so dass im Web möglichst jeder selektiv Nachricht und Einschätzung (“Kommentar”) holen und selbst bewerten kann.
    ‘Unsinn’ liegt oft im Auge des Beobachters, Journalisten müssen nicht recht haben, können Falscheinschätzungen aufsitzen und in der Folge ungünstig kommentieren, manchmal, so wird gemunkelt, handeln sie so auch Inhaberverhältnissen in ihren Medien folgend.
    Der Staat kann aus diesseitiger Sicht hier “nicht wirklich” aushelfen, denn er multiplitziert sozusagen zwingend Regierungsmeinung bzw. Meinung, die ihm nicht direkt missfällt, denn genau so finanziert er Journalismus, wenn ihm so aufgetragen wird, er kann dann ja kaum anders, finden Sie nicht, Herr Tobias Jeckenburger?
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der als Liberalist insofern zwar demokratie-, aber deutlich weniger staatsgläubig, regierungsgläubig ist)
    PS:
    Sicherlich hat es eine Art Demokratisierung des Journalismus gegeben, weil im Web sozusagen jeder schreiben kann, auch journalistisch, die Qualität ist sicherlich sozusagen im Keller, deshalb ja auch der Rat zur Selektivität und vor allem möglichst breit in Medien hineinzuhören, oder zu lesen.

  24. @Webbaer 11.05. 19:09

    „Der Staat kann aus diesseitiger Sicht hier “nicht wirklich” aushelfen, denn er multiplitziert sozusagen zwingend Regierungsmeinung bzw. Meinung, die ihm nicht direkt missfällt,..“

    Das ist mir schon klar, dass der Staat seine eigene spezielle Sicht hat, die auch mit Vorsicht zu genießen ist. Aber einfach angesichts der Menge dessen, was so alles im Netz getextet wird vermisse ich dennoch die demokratieinterne Sicht der Dinge. Nicht zu viel davon, aber eben so viel, dass man die Sicht des Staates wenigstens detailliert kennt.

    Ich hätte dann sogar Lust, mit offiziellen Beitragspersonen so manches mal gründlich auszudiskutieren.

    Neben Beamten, die eh wenig zu tun haben, die sich hier produktiv beteiligten könnten, sind natürlich auch Experten u.a. aus dem Wissenschaftsbetrieb aufgrund ihrer Kenntnisse gefragt, den allgemeine Diskurs zu bereichern.

    Wenn ich mir die Wahlergebnisse von Trump und LePen ansehe, da habe ich schon den Eindruck, dass die moderne Demokratie ein dickes Medienproblem hat, dass man besser entschärfen sollte. Da lohnt sich das m.E. , hier wirklich auch richtig Aufwand zu investieren.

  25. Dr. W.
    wenn im Radio die Meldung kommt auf der A1 bei München kommt ihnen ein Panzer entgegen. Überholen sie nicht.
    Was hilft dann noch die Webkompetenz ?
    Da braucht es Vertrauen in die Meldung.

  26. @ Kommentatorenfreund Tobias Jeckenburger

    Die in der BRD verbreitete (und womöglich allgemein durchgesetzte) Idee, dass politisch rechte Meinung irgendwie unschicklich und insbes. politisch linker Meinung zu folgen sei, ist aus liberalistischer Sicht unpassend bis gefährlich.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der mal hofft, dass Kommentatorenfreund ‘elboble’ nicht allzu viele Panzer auf der A1 entgegen kommen)

  27. @Webbaer 12.05. 15:39

    „…,dass politisch rechte Meinung irgendwie unschicklich und insbes. politisch linker Meinung zu folgen sei, ist aus liberalistischer Sicht unpassend bis gefährlich.“

    Schwer zu sagen, in Diskursen, wo mehr eher Linke als Rechte beteiligt sind, mag dann die linke Sicht überwiegen. So ganz klar kann man das nicht mal feststellen, was jetzt links oder rechts ist.

    Was ganz anderes ist finde ich ein Trump, der einfach seine eigenen Fakten bastelt, ziemlich unabhängig von jeder Wirklichkeit. Und auch wer hier in diesem Diskurs frei erfundene Fakten nutzt, weil dies seine Zielen zuträglich ist, der stößt natürlich auf Widerstand. Rechts und links sind hier nicht unbedingt das Hauptkriterium.

  28. @ Kommentatorenfreund Tobias Jeckenburger

    Die politische Linke hantiert mittlerweile recht ungehemmt mit sog. Narrativen, mit nackten Erzählungen sozusagen, nicht selten kulturmarxistischer Bauart, die politische Rechte biegt sich Datenlagen zurecht; es wird aus diesseitiger Sicht in ähnlicher Liga gespielt.
    Blöde ist nur, wenn der einen Seite recht gegeben wird; in der BRD scheint sich zum Beispiel dediziert-dezidierte politisch linke Meinung durchgesetzt zu haben, blöde wiederum, dass politisch linke Meinung (meist : moderat) kollektivistisch ist und nicht der Idee der freiheitlich-demokratischen Grundordnung [1] entspricht, Dr. W erwartet also bundesdeutsch nichts Gutes mehr.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    [1]
    Es steht bspw. der sog. demokratische Sozialismus im Parteiprogramm der SPD und der Linkspartei (oder wie die sich gerade nennt), die ökologistische Expertokratie wird bei den “Grünen” beworben, alles so schriftlich nieder gelegt und überprüfbar, die liberale Demokratie ist so nicht gemeint.

  29. @Webbaer 14.05. 08:36

    „…blöde wiederum, dass politisch linke Meinung (meist : moderat) kollektivistisch ist und nicht der Idee der freiheitlich-demokratischen Grundordnung [1] entspricht,…“

    Kollektive Herausforderung wie den Kampf gegen den Klimawandel ist nun mal mit kollektiven Anstrengungen verbunden. Und Steuerpolitik generell ist ebenso Kollektivthema, und von Natur aus kollektivistisch.

    Darüber hinausgehenden Kollektivismus mit Steigerung zum Paternalismus kann ich jetzt aber auch nicht leiden.

    Unterm Strich werde ich also morgen die Grünen wählen, weil andernfalls die ökologischen Herausforderungen wohl nicht hinreichend angefasst werden. Aber dennoch mit genauer Beobachtung für die nächsten Jahre. Sollten sich regierende Grüne kollektivistisch vergreifen, könnte meine Zustimmung auch wieder enden.

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