Ampel-Koalition: Käme dann die Cannabis-Legalisierung?

Über Ursachen und Risiken des Konsums. Polizeigewerkschafter halten dagegen.

Falls es in Deutschland zur ersten Ampel-Koalition auf Bundesebene kommt, steht auch die Ampel für die Cannabis-Legalisierung auf “grün”. Das berichtete jedenfalls Tagesschau.de am 12. Oktober.

Zwischen Grünen und FPD scheint man sich vor allem bei den Formulierungen zu unterscheiden: Die Einen reden vom “regulierten Verkauf”, die Anderen von der “kontrollierten Freigabe”. Die SPD ist im Prinzip auch dafür, will die praktische Umsetzung aber erst in Modellprojekten ausprobieren.

Über Finanzen braucht man sich hier jedenfalls kaum zu streiten: Ein Verkauf in dafür lizenzierten Geschäften brächte im Gegenteil Geld in die Steuerkasse. Obendrein wären Polizei und Justiz entlastet.

Viele Länder, viele Grenzen

Schon 1994 musste das Bundesverfassungsgericht deswegen über das Betäubungsmittelgesetz urteilen. Gerichte in Hessen und Schleswig-Holstein hatten sich nämlich geweigert, beim Besitz geringer Mengen von Cannabisprodukten eine Strafe zu verhängen, während selbst dieser in Bayern hart bestraft wurde.

Die Karlsruher Richterinnen und Richter in roten Roben hielten zwar generell an den gesetzlichen Regelungen (und damit auch den Strafen fest). Sie betonten aber, dass der Besitz geringer Mengen in der Regel nicht strafrechtlich verfolgt werden solle.

Letztlich geht es um den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit: Kleine Verstöße dürfen nicht zu hart bestraft werden. In den Rechtswissenschaften nennt man das auch “Übermaßverbot”.

Doch selbst 27 Jahre später herrscht in Deutschland keine Einigkeit darüber, was als geringe Menge anzusehen ist. Wer sich beispielsweise von Bremen aus mit 12 Gramm Haschisch im Gepäck zu einer Party mit Freunden in Berlin aufmacht, müsste bei der Reise durch Niedersachsen oder Brandenburg dem Gesetz nach strafrechtlich verfolgt werden. Da gelten nämlich niedrigere Grenzen für die Geringfügigkeit (6 Gramm).

Überhaupt garantieren diese Zahlen erst einmal nichts. Es sind Richtwerte. Staatsanwaltschaften und Gerichte können davon abweichen – und beispielsweise ein Verfahren nur unter Auflagen einstellen. Das können Arbeitsstunden, ein Gespräch bei einer Suchtberatung oder eine Geldbuße sein.

Liberaler Rechtsstaat

Damit liegt der Ball bei den Bundesregierungen beziehungsweise den Mehrheiten im Bundestag. Das Bundesverfassungsgericht greift nämlich nur zurückhaltend in deren Gesetzgebungsprozess ein.

Das ergibt auch Sinn, denn der Bundestag ist ja die gewählte Vertretung der Bürgerinnen und Bürger. (Einwände darüber, wie repräsentativ zusammengestellt und wie frei die Abgeordneten in ihren Entscheidungen wirklich sind, seien hier außen vor gelassen.)

Das heißt, das Bundesverfassungsgericht respektierte hier die Gestaltungsmacht der Volksvertretung. Das hätte nur anders ausgehen können, wenn man beispielsweise aus dem Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit (Artikel 2, Absatz 1 GG) ein “Recht auf Rausch” abgeleitet hätte. Dies verneinten die Richterinnen und Richter aber.

“Ein ‘Recht auf Rausch’ […] gibt es nicht. […] In diesen Fällen [gemeint sind geringfügige Verstöße, d. A.] werden die Strafverfolgungsorgane nach dem Übermaßverbot von der Verfolgung der in § 31a BtMG bezeichneten Straftaten grundsätzlich abzusehen haben. […] Der Gleichheitssatz gebietet nicht, alle potentiell gleich schädlichen Drogen gleichermaßen zu verbieten oder zuzulassen. Der Gesetzgeber konnte ohne Verfassungsverstoß den Umgang mit Cannabisprodukten einerseits, mit Alkohol oder Nikotin andererseits unterschiedlich regeln.”

(aus den Leitsätzen der BVerfG-Entscheidung vom 9. März 1994, 2 BvL 43/92)

Die rot-grünen Bundesregierungen unter Gerhard Schröder und Joschka Fischer konnten sich von 1998 bis 2005 zu keiner Legalisierung von Cannabis durchringen. Seitdem geben die Unionsparteien, die drogenpolitisch konservativ sind, den Ton an. Eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP könnte nun einen Wechsel bringen.

Kritik von Polizeigewerkschaften

Doch die Meldung über die mögliche Legalisierung rief umgehend Kritik von den Polizeigewerkschaften auf den Plan. Der Vorsitzende der GdP, Oliver Malchow, will laut der Tagesschau-Meldung neben dem legalen, aber gefährlichen Alkohol keine weitere “gefährliche und oft verharmloste” Droge. Es müsse endlich Schluss damit sein, den Joint schönzureden.

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der DPolG, Rainer Wendt. Cannabis sei nicht nur eine gefährliche Einstiegsdroge, sondern wegen der unkontrollierten Zusammensetzung vor allem für junge Menschen gefährlich. Zudem seien “Bekiffte” im Straßenverkehr ein nicht hinnehmbares Risiko.

Bei diesen Aussagen kommen neben den Werten auch Faktenfragen ins Spiel. Den Hinweis auf die “unkontrollierte Zusammensetzung” kann man dabei im Handumdrehen wegwischen: Es geht bei der Legalisierung ja um die kontrollierte Abgabe.

Das klappt bei Apotheken oder Gaststätten doch auch: Würde ein Apotheker oder Wirt seine Produkte “strecken”, riskierte er nicht nur seine Lizenz, sondern auch empfindliche straf- und zivilrechtliche Konsequenzen.

Zudem tritt die Cannabislobby inzwischen so professionell auf, dass man ihr die Einhaltung von Sicherheitsstandards zutrauen darf. Im Übrigen würden einzelne schwarze Schafe das Ansehen der ganzen Gruppe in der Öffentlichkeit gefährden. Insofern besteht hier ein großes Interesse daran, sich an gesetzliche Regelungen zu halten.

Verbote und ihre Folgen

Absurderweise ist es gerade wegen der heutigen Verbote so, dass Dealer ihren Kunden verunreinigte Produkte verkaufen können. In der Regel hat weder der kleine Dealer an der Straßenecke noch der Käufer die Möglichkeit, die Substanzen auf ihre Gefährlichkeit zu überprüfen.

Der rechtliche Status von Teststationen ist wiederum umstritten (Warum repressive Drogenpolitik nicht funktioniert). Wegen der Illegalität der Substanzen wird ein Drogen-Check nämlich mitunter als das Beschaffen einer Gelegenheit zum Konsum gesehen (§ 29, Absatz 1, Punkt 11 BtMG).

Es sei hier an das alte Verbot der “Kuppelei” erinnert: Wer früher, beispielsweise als Vermieter, unverheirateten Personen ein Zimmer überließ und so eine Gelegenheit zum Geschlechtsverkehr (“Unzucht”) verschaffte, musste mindestens einen Monat ins Gefängnis. Zudem drohten Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte (z.B. Wahlrecht) und Polizeiaufsicht. Bei mildernden Umständen konnte die Gefängnisstrafe auf einen Tag verringert werden.

In der DDR wurde das Kuppeleiverbot (bei Erwachsenen) in den späten 1960ern, in Westdeutschland in den frühen 1970ern abgeschafft. Wird die Gesellschaft auf das “Beschaffen einer Gelegenheit” zum Drogenkonsum einmal so zurückschauen, wie wir heute auf Kuppelei blicken?

Rechte und Werte

Im liberalen Rechtsstaat gilt aber nicht nur das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit, sondern auch des politischen Liberalismus: Das bedeutet, dass erlaubt ist, was nicht verboten ist, und Verbote schlüssige Begründungen erfordern. Dabei findet die Freiheit des Einzelnen ihre Grenze an der Freiheit des Anderen.

Das Spannungsverhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft wurde uns gerade in der Coronapandemie wieder sehr deutlich: Bei Diskussionen über Test- oder Impfpflicht ist es offensichtlich. Aber auch bei dem Gedanken, dass das Verhalten anderer Menschen Auswirkungen auf das Gesundheitssystem haben kann – und dann bleibt vielleicht kein Beatmungsgerät für die eigenen Großeltern oder gar einen selbst?

Freiheit ist und bleibt jedoch der leitende Oberbegriff unserer Gesellschaftsordnung. Das ist insbesondere für Deutschland mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit von Bedeutung. Sie ist aber ebenfalls ein wesentliches Element der Tradition der Aufklärung, auf die wir Europäer so stolz sind, und die sich auch in der Französischen Revolution ausdrückte (französisch: Liberté!).

Nun berufen sich Drogenkonsumenten auf ihr Recht zur freien Entfaltung der Persönlichkeit. Hier sei zunächst noch einmal daran erinnert, dass die Unterscheidung zwischen Genussmittel, Droge und Medikament nicht in Stein gemeißelt ist, sondern eine traditionelle, politische und pragmatische ist (Medikamente und Drogen im Wandel gesellschaftlicher Erwartungen).

Wenn man von “Drogen”, “Drogendealern” und “Drogenkonsumten” spricht, schwingt darum immer auch eine Wertung mit. Dabei waren Drogen (von niederländisch droog = trocken) ursprünglich getrocknete Waren, die man in der Drogerie kaufte (und heute dort immer noch kaufen kann).

Substanzkonsum – um das Wort “Droge” zu vermeiden – war und ist in der Menschheitsgeschichte völlig normal (Die Droge als Instrument). Noch im 19. Jahrhundert waren die Kolonialmächte, die heute “Drogenkriminalität” bekämpfen, selbst die größten Drogendealer.

Staatliche Interessen

Als China wegen der sozialen Folgen beispielsweise das Opium verbieten wollte, führten erst Großbritannien (1839-1842) und später die Briten zusammen mit Frankreich (1856-1860) Kriege gegen das Reich der Mitte. So wurde China dazu gezwungen, seine Märkte wieder für den Import der Substanzen zu öffnen. Auch im Afghanistankrieg unserer Zeit spielte Opium wieder eine große Rolle.

Später änderten sich die Vorzeichen: Jetzt wurde von Konservativen die Möglichkeit entdeckt, mit Drogenpolitik Sozial- und Migrationspolitik zu machen.

Man hatte zu viele chinesische Gastarbeiter im Land, nachdem diese die Eisenbahnschienen verlegt hatten? Man hatte etwas gegen Mexikaner, Farbige oder Hippies? Also verbot man deren geliebte Substanzen: Opium, Haschisch, LSD.

Damit hatte man einen rechtlichen Grund geschaffen, institutionell gegen sie vorzugehen, mit Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten und Gefängnissen. Sie waren auf einmal “Drogenkriminelle”.

Über internationale Verträge haben vor allem die US-Amerikaner diese Sichtweise mehr oder weniger weltweit durchgesetzt. Vordergründig wollte man Menschen vor gefährlichen Mitteln schützen. Doch welche Massen wurden durch Richard Nixons 1971 ausgerufenen und bis heute anhaltenden “Krieg gegen die Drogen” überhaupt erst ins Elend und oft genug sogar in den Tod getrieben?

Substanzen und Sozialpolitik

Und das ist der Punkt, an dem mich Aussagen konservativer Politiker oder jetzt eben der Polizeigewerkschafter stören: Ich konsumiere zwar keine verbotenen Substanzen und habe das auch nicht vor; aber ich weiß von den sozialen Ursachen für diesen Substanzkonsum.

In Anlehnung an Karl Marx könnte man sagen, dass in einer säkularisierten Welt nicht Religion, sondern Opium das Opium des Volkes ist. Will sagen: Viele Menschen konsumieren bewusstseinsverändernde Substanzen, um mit Erfahrungen von Ausgrenzung, Demütigung, Langeweile, Stress oder Traumata umzugehen.

So erhält das Spannungsverhältnis von Individuum und Gesellschaft eine überraschende, zweite Wendung: Es ist nicht nur so, dass das Verhalten des Einzelnen Auswirkungen auf das Ganze hat, sondern auch die Erfahrungen des Individuums entscheidend von den sozialen Umständen abhängen.

Und so wird aus der Drogenpolitik der Konservativen eine doppelte Stigmatisierung: Erst werden Menschen ausgegrenzt – etwa über konkrete Benachteiligung im Bildungs-, Wirtschafts- und Steuersystem. Wenn sie dann – freilich nicht alle, doch viele – zu bestimmten Substanzen greifen, um diese Ausgrenzungserfahrungen besser zu ertragen, folgt die zweite Ausgrenzung, jetzt als “Drogenkriminelle”.

Drogen im Krieg statt Drogenkrieg

Ein krasses, doch anschauliches Beispiel war der Vietnamkrieg (1955-1975): Hier schickten konservative US-Politiker andere Männer – darunter viele Unterprivilegierte, Wohlhabende konnten sich mitunter freikaufen – in einen sinnlosen Krieg. Man musste halt den Kommunismus besiegen.

Um diese Hölle auf Erden auszuhalten, konsumierten nach offiziellen Angaben etwa 30 Prozent der US-Soldaten regelmäßig(!) Marihuana, 10 bis 15 Prozent Heroin. Die Konsumenten, die den Krieg überlebten, brachten ihre Traumata und Substanzerfahrungen dann natürlich mit zurück in ihr Heimatland.

Hier könnte man auch einen Bogen zum Zweiten Weltkrieg und anderen Kriegen schlagen, wo Amphetamin und andere Stimulanzien weitverbreitet waren. Mit anderen Worten: Wenn es den Wirtschafts- und Kriegsinteressen konservativer Politiker nutzt, sollen Drogen opportune Mittel sein; doch wenn man damit unbeliebte Gruppen ausgrenzen kann, werden dieselben Substanzen dämonisiert!

Damit ist nach meiner Einschätzung die gängige, ja herrschende Drogenpolitik völlig delegitimiert: Es ist einfach nicht gerecht, Menschen erst mit Gesetzen und staatlichen Institutionen auszugrenzen – und sie dann dafür zu bestrafen, wenn sie diese erfahrene Ausgrenzung mit Substanzkonsum kompensieren.

In einer idealen Welt müsste natürlich niemand zu den Mitteln greifen, um die Gesellschaft besser auszuhalten. Unsere reale Welt könnte man aber mit einer liberaleren Drogenpolitik immerhin ein Stückchen weniger ungerecht machen.

In diesem Sinne spricht der steigende Konsum von Schmerzmitteln, Cannabisprodukten und anderen Substanzen in den letzten Jahren eine deutliche, soziale Sprache. Bloß in einem anderen Sinne, als konservative Politiker uns glauben machen wollen.

Gesundheitsrisiken

Natürlich geht Substanzkonsum – wie alles Andere auch – mit bestimmten Risiken einher. Gefahren durch verunreinigte Stoffe und falsche Dosierungen sind aber eine direkte Folge der restriktiven Drogenpolitik. Verbote lassen sich damit also gerade nicht begründen.

Wenn man nur auf die Konsumenten schaut, dann schätzen wissenschaftliche Experten die Risiken von Crack, Heroin, Methamphetamin, Alkohol, Kokain, Amphetamin (wird als ADHS-Medikament übrigens auch an Kinder verschrieben) und Tabak, in dieser Reihenfolge, als viel höher ein als die Risiken von beispielsweise Cannabis, Steroiden, Ecstasy, LSD oder halluzinogenen Pilzen.

In der Gesellschaft würden Alkohol, Heroin, Crack, Tabak, Cannabis, Kokain und Amphetamin, in dieser Reihenfolge, den größten Schaden verursachen. Diese Schätzungen hängen natürlich auch mit der Verbreitung zusammen.

Bei näherer Betrachtung sind die Einzelstudien und Meta-Analysen zu den Risiken des Cannabiskonsums alles andere als eindeutig (siehe hier eine Übersicht auf Wikipedia). Zudem ist die Kausalität oftmals gar nicht klar: Haben zum Beispiel Menschen mit Cannabiskonsum ein höheres Risiko für psychische Störungen oder greifen umgekehrt mehr Menschen mit psychischen Problemen zu der Substanz? Eine ehrliche Diskussion muss solche Daten neutral betrachten und auch verschiedene Ursachen berücksichtigen.

Ein Polizist, der etwas gegen Drogen hat, wird natürlich mit jedem “bekifften” Unfallverursacher seine Vorurteile bestätigen. Ehrlicherweise widerspricht aber jeder nüchterne Risikofahrer auch diesem Vorurteil. Und den “Abschaum”, den er in einem Drogenkonsumenten sieht, hat er mit seiner ausgrenzenden Haltung vielleicht erst selbst erzeugt.

Traditionell waren Kirche, Polizei (mit Justiz) und Psychiatrie die Institutionen zur Aufrechterhaltung der Normalität. Bloß um wessen Normen es geht, das ist hier die Frage.

Hinweis: Der Autor konsumierte im Alter von 14 bis 16 Jahren regelmäßig Cannabisprodukte. Dieser Beitrag erscheint auch auf Telepolis. Titelgrafik: Rex Medlen auf Pixabay.

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Die Diskussionen hier sind frei und werden grundsätzlich nicht moderiert. Gehen Sie respektvoll miteinander um, orientieren Sie sich am Thema der Blogbeiträge und vermeiden Sie Wiederholungen oder Monologe. Beim Gedankenaustausch darf es auch mal heiß hergehen, jedoch nicht beleidigend werden, vor allem nie unter die Gürtellinie gehen. Stephan Schleim ist studierter Philosoph, Psychologe und promovierter Kognitionswissenschaftler. Seit 2009 ist er an der Universität Groningen in den Niederlanden, zurzeit als Assoziierter Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Der Autor schreibt auch für zahlreiche andere Medien.

64 Kommentare

  1. Meine Behauptung: Jeder regelmässige Drogenkonsum, ob er nun legal oder illegal sei, wirkt sich gesellschaftlich negativ aus und am stärksten betroffen von den negativen Auswirkungen sind diejenigen aus den schwächeren sozialen Schichten.

    Umgekehrt gilt: weniger Drogenkonsum wirkt sich gesellschaftlich positiv aus. Der Rückgang des Alkoholkonsums etwa hatte in Frankreich nur eine negative Wirkung: die weltbesten Leberspezialisten – natürlich Franzosen – hatten plötzlich weniger zu tun. In Russland bewahrte und bewahrt der Rückgang des Alkoholkonsums viele Säuglinge/Kinder vor einem Alkoholsyndrom und einem Leben das von den Folgen des Alkohols in der Schwangerschaft gezeichnet ist.

    Weniger Cannabiskonsum wiederum sorgt unter anderem für weniger abgebrochene Ausbildungen.

    Man könnte sogar sagen: eine völlig nüchterne Gesellschaft in der niemand über die Stränge schlägt muss keine schlechtere und langweiligere Gesellschaft sein. Es könnte sogar eine bessere sein.

  2. @ Holzherr

    “Man könnte sogar sagen: eine völlig nüchterne Gesellschaft in der niemand über die Stränge schlägt muss keine schlechtere und langweiligere Gesellschaft sein. Es könnte sogar eine bessere sein.”

    Ganz genau. Am Ende fehlt dann nur noch die Uniform, die alle einförmig macht. Man kann durchaus auch philosophische Argumente finden, die gegen die Vernunft sprechen. Es gibt ohnehin keine einheitliche Definition. Für mich bleibt es die Instanz, die vernimmt als auch hinterfragt. “Nimm doch “Vernunft” an!” -dieser Imperativ ist gerade nicht vernünftig, da er an die Moral der gerade gegenwärtigen Zeit gebunden ist. Vernunft aber muß der Zukunft zugewandt sein, ein gleichsam nach oben hin geöffnetes Gefäß -wenn Sie so wollen.

  3. Ich behaupte: jede Gesellschaft tut gut daran, die Häufigkeit des Drogenkonsums bei ihren Mitgliedern zu reduzieren. Das bedeutet nicht unbedingt, dass Drogenkonsum illegal wird, sondern nur, dass er weniger häufig vorkommt. Beispiel: der Alkoholkonsum in Europa ist zurückgegangen obwohl Alkohol weiterhin legal ist.

  4. Je tiefer der sozioökonomische Status desto wahrscheinlicher ein häufiger Konsum von hochdosiertem Cannabis
    Eine der unzähligen Studien, die die Aussage im Titel belegen ist
    die Studie The influence of socioeconomic status on cannabis use among French adolescents.
    Ziel der Studie: Untersuchung des Einflusses des familiären sozioökonomischen Status (F-SES) auf verschiedene Intensitäten und Häufigkeiten des Cannabiskonsums in der späten Adoleszenz.
    Schlussfolgerungen: Jugendliche aus wohlhabenden Familien neigen eher dazu, mit Cannabis zu experimentieren und es in geringen Mengen zu konsumieren, weisen jedoch weniger häufigen, starken oder problematischen Konsum auf als diejenigen aus anderen SES-Kategorien. Mechanismen, die den Übergang zu einer intensiven Nutzung behindern, sollten untersucht werden.

  5. Tatsache ist: wer hohen Drogenkonsum befürwortet, der befürwortet, dass sozioökonomisch Benachteiligte ihr Glück im Drogenkonsum suchen.

  6. @Martin Holzherr
    Ich sehe die Freigabe von Cannabis auch als nicht unproblematisch an, aber …

    Alkoholkonsum wird in Deutschland gefördert. Er wird steuerlich gefördert (durch steuerbergünstigte Brennereien im Alkoholsteuergesetz, durch eine am unteren Ende des EU-Rechts angesiedelte Biersteuer, durch eine Weinsteuer von o €), obwohl Alkohol weitaus gefährlicher ist. Auch wenn man Alkohol zweifellos nicht untersagen kann, wären hier Maßnahmen möglich, die den Drogenkosum besser regulieren könnten als es durch ein Cannabisverbot geschieht.

    Dass Cannabis eher in ärmeren Schichten stark konsumiert wird mag übrigens auch damit zusammenhängen, dass Alkoholismus heute (laut Aussagen von Notärzten) hauptsächlich ein Reiche-Leute-Problem ist.

  7. Wenn man alle Drogen legalisiert und in der Apotheke kaufen kann, dann steigt ihre Reinheit, dann sinkt ihr Preis, und dann wird die Drogenmafia arbeitslos.
    Der Krieg gegen die Drogen ist eine teure und erfolglose Aktivität.
    Jeder hat das Recht sich selbst zu schädigen, und jeder hat auch das Recht auf eine Entziehungs-Behandlung, wenn er diese will.
    —–
    Das Rauchen von Cannabis ist viel schädlicher, als das Trinken von Cannabis im Tee, und noch weniger schädlich sind die reinen Wirkstoffe.
    —–
    Ich persönlich nehme keine Drogen, weil ich gerne sehr lange leben würde.
    Außerdem bin ich lieber bei klarem Bewusstsein.

  8. @Holzherr: Alkohol

    Schauen Sie sich einmal die aktuellen Zahlen an. Während der Coronapandemie haben die Leute wieder mehr getrunken.

    Die allgemeine Tendenz zum Rückgang beim Alkoholkonsum wird damit erklärt, dass sich die Leute heute gesundheitsbewusster ernähren. Damit erklärt sich auch die heutige Beliebtheit von alkoholfreiem oder “light” Bier.

    Das muss man aber auch in dem Kontext sehen, dass es zum Beispiel bei starken Schmerzmitteln einen deutlichen Anstieg gibt. Man denke nur an Tilidin, das in der Hip Hop-Szene glorifiziert wird und dann die Kassen bei den Dealern klingeln lässt.

    In der Flüchtlingspolitik hat sich doch inzwischen herumgesprochen, dass man am besten etwas gegen die Fluchtursachen tut. Das gilt ganz analog für die Drogenpolitik. Die Kriminalisierung vergrößert das Problem bloß.

  9. @Holzherr: sozial Benachteiligte

    Tatsache ist: wer hohen Drogenkonsum befürwortet, der befürwortet, dass sozioökonomisch Benachteiligte ihr Glück im Drogenkonsum suchen.

    Nein. Tatsache ist: Wer Drogenkonsumenten bestraft, grenzt in vielen Fällen bereits ausgegrenzte Menschen ein weiteres Mal aus, zudem für eine Ausgrenzung, für die der- oder diejenige oft gar nichts kann. Das ist ungerecht. Wer diese Strafen befürwortet, befürwortet darum Ungerechtigkeit.

  10. gerade auf Tagesschau.de

    Flucht in Drogen als Selbsttherapie (13. Oktober)

    Der Libanon geht durch eine der weltweit schwersten Wirtschaftskrisen. Viele Menschen kämpfen mit psychischen Problemen. Die Folgen: Drogenkonsum und Suizidgedanken nehmen zu.

    Je intensiver die Befragten Depressionen, Stress oder Angstzustände empfanden, desto wahrscheinlicher war ein stärkerer – oder erstmaliger – Missbrauch von beispielsweise Cannabis, Tabletten oder Alkohol, erklärt Studien-Autorin Lilian Ghandour.

    Als hätten die meine Gedanken gelesen; das sollte man durchaus auch noch einmal im Zusammenhang mit meinem Artikel über die Sterbehilfe sehen.

  11. @Bednarik (Zitat): .“ Jeder hat das Recht sich selbst zu schädigen, und jeder hat auch das Recht auf eine Entziehungs-Behandlung, wenn er diese will.“
    Jede Gesellschaft „schubst“ ihre Mitglieder bezüglich ihres Denkens und Verhaltens in eine bestimmte Richtung. Was das Verhältnis und Verhalten gegenüber Frauen angeht, aber auch bezüglich des Alkoholkonsums. Es sind die allgemeinen Sitten, die Trinksitten beispielsweise, die einen grossen Einfluss haben und die dann mitbestimmen wie häufig etwa Alkoholismus ist.

    Das größte Glück der größten Zahl scheint mir ein sinnvolles gesellschaftliches Ziel. Dazu müssen die richtigen „Sitten“ gepflegt werden.

  12. @ Holzherr

    “Das größte Glück der größten Zahl scheint mir ein sinnvolles gesellschaftliches Ziel. Dazu müssen die richtigen „Sitten“ gepflegt werden.”

    Gut gemeint, führt aber in den Totalitarismus. Wo die “Sitten” in Hinblick eines “gesellschaftlichen Ziels” gepflegt werden, treten die Sittenwächter auf.

  13. @Holzherr Da der Mensch quasi schon immer Drogen konsumiert hat, ist es vermutlich eine sehr dumme Idee ihm das verbieten zu wollen.

    Man denke nur an das Alkoholverbot in den USA .. statt die Kriminalität zu senken hat man so erst ein neues Betätigungsgebiet für Kriminelle erschaffen. Die Kriminellen, die man damit groß gemacht hatte, stiegen später dann auf andere Drogen um, d.h. man hat so Strukturen für die organisierte Kriminalität aufgebaut.
    Auch die Anzahl der Vergiftungen nahm zu etc.

    Das der Staat die ach so bösen Drogen verbietet, aber an anderen ggf. sogar gefährlicheren gut verdient .. ist schon pervers.

    Was will man eigentlich bekämpfen und warum?

  14. einer
    wir leben in einem Sozialstaat, wir leben in einem arbeitsteiligen Staat, wo jeder auf jeden irgendwie angewiesen ist.
    Ich möchte nicht in einem Hochgeschwindigkeitszug sitzen, wo der Lokführer bekifft ist.

  15. @einer: ich bin nicht für Verbote von Drogen, sondern für eine gesellschaftliche Atmosphäre in der Drogenkonsum nicht dazugehört, wo er verpönt ist. Tabak beispielsweise ist heute verpönt. Rauchen in Innenräumen ist praktisch nirgendwo mehr möglich. Und auch Alkohol wird heute nicht mehr bei jedem Anlass konsumiert.

    Noch zu folgendem Zitat von Ihnnen: Das der Staat die ach so bösen Drogen verbietet, aber an anderen ggf. sogar gefährlicheren gut verdient .. ist schon pervers.
    Drogen sollte man nicht gegeneinander aufrechnen. Zumal sogar noch heute viele eine Tendenz zur Polytoxikomanie zeigen – also Alkohol, Tabletten und Cannabis und wer weiss was noch schlucken.

    Zuletzt noch: Was will man eigentlich bekämpfen und warum? Alles Ungesunde und Krankmachende will man bekämpfen. Warum? Weil alles Ungesunde und Kranke nicht nur den Betroffenen herunterzieht, sondern auch all seine Mitmenschen.
    Unter Ungesundes und Krankes fällt sehr viel. Vom sexistischen Witz über den Besuch beim Stierkampf bis zum Drogendelir oder der Videospielsucht haben wir Ungesundes und Krankes, das letztlich einen Schatten über die ganze Gesellschaft wirft.

  16. @ Holzherr

    “Alles Ungesunde und Krankmachende will man bekämpfen. Warum? Weil alles Ungesunde und Kranke nicht nur den Betroffenen herunterzieht, sondern auch all seine Mitmenschen.”

    Hab’ ich so schon mal gehört. Wann war das? Ach ja zwischen 1933 – 1945. Sie merken es einfach nicht, wie gefährlich Ihre Denke ist! Wer bestimmt denn das “Kranke” und “Ungesunde”?

  17. @Dietmar Hilsebein: Politische Korrektheit [PC] will doch auch „Ungesundes“ und „Krankes“ angehen/bekämpfen: PC will nämlich gesellschaftlichen „Verlierern“ korrekt begegnen.
    Anmerkung: Ich halte nichts von PC, weil PC Menschen in Opfer und Privilegierte einteilt und Privilegierte dazu bringen will, Opfer speziell – nämlich sensitiv – zu behandeln. Trotzdem teile ich eine dahinterliegende Idee: man sollte Menschen nicht mit sprachlichen oder anderen Mitteln erniedrigen oder gering achten. Warum? Weil dies eine schlechte gesellschaftliche Atmosphäre schafft und Menschen Unrecht tut.

    Kurzum: Übermässiger Drogenkonsum schafft gesellschaftliche Probleme und löst kein Problem. Deshalb will man ihn bekämpfen.

  18. @ Holzherr

    Angefangen hat es bei Ihnen mit “nüchterne Gesellschaft”, dann kam das “sittliche Verhalten”, um ein wie auch immer geartete Gesellschaft zu erzielen. Am Ende wollen Sie das “Kranke” und “Ungesunde” bekämpfen. Ich werfe Ihnen nichts vor, es ist aber meine Pflicht, Sie auf die Gefahr hinzuweisen, wohin eine solche Denke führen kann.

    “Übermässiger Drogenkonsum schafft gesellschaftliche Probleme und löst kein Problem. Deshalb will man ihn bekämpfen.”

    Wie schon andere angemerkt haben, hat die Prohibition nichts gebracht. Was mich nicht wundert, da sie der dionysischen Seite des Menschen nicht gerecht wird.

  19. @Holzherr ich halte übermässigen Drogenkonsum eher für ein Symptom und weniger für einer Ursache von gesellschaftlichen Problemen.

  20. @Hilsebein, einer: Ich denke, es ist klar geworden, dass Herr Holzherr lieber Drogenkonsumenten stigmatisieren will, anstatt sich einmal mit den (psychosozialen) Ursachen von Drogenkonsum zu beschäftigen.

    Hinweise gab es inzwischen ja genug.

    P.S. Indem man andere abwertet, wertet man sich selbst auf; manche brauchen das für ihr Ego.

  21. Übermässiger Alkoholkonsum hat nicht immer oder nur gesellschaftliche/psychosoziale Ursachen. Vielmehr schafft der feucht-fröhliche Alltag, wo bei jeder Gelegenheit getrunken wird, zusammen mit einer Veranlagung und oder persönlichen Problemen, dass einige dem Alkohol verfallen.
    Alltägliche Gewohnheiten wie etwa, dass früher in Frankreich täglich ein paar Gläser Alkohol getrunken wurden, bilden also den Hintergrund, der den Alkoholismus begünstigt.

    Was im Alltag gang und gäbe ist, das beeinflusst eben auch das Denken und Handeln – und für einige wirkt es sich fatal aus.

  22. Sehr geehrte Damen und Herren,
    anscheinend sind Sie alles Experten sondergleichen.
    Aber hat irgendjemand von Ihnen jemals Drogen konsumiert?

    Ich hab schon Lange nicht mehr so einen geistigen Dünnpfiff gelesen, wie sie hier in den Kommentaren stehen.

  23. @Berkenbusch: Erfahrungen

    Haben Sie den Hinweis am Ende des Artikels gelesen?

    Im Übrigen habe ich in meinem Bekanntenkreis viele Konsumenten, mit denen ich regelmäßig Gespräche über ihre Erfahrungen führe.

    Doch leider verbreiten Sie hier lieber Polemik, als uns mit Ihren eigenen Erfahrungen zu bereichern. Tja, verpasste Chance.

  24. @Holzherr: psychosoziale Faktoren

    Sie möchten die Aufmerksamkeit auf andere als “psychosoziale Faktoren” lenken…

    …und nennen dann Beispiele für… psychosoziale Faktoren, z.B.

    Was im Alltag gang und gäbe ist…

    Ist das noch lustig oder schon traurig?

  25. Drogen und ihre Gefährlichkeit…
    Echt lustiges Thema…
    Soll sich doch jeder für sich entscheiden mit was er seine Gesundheit schädigt.
    Die Frage der Gefährlichkeit ist doch eher wie es mit den mit der Sucht zusammmenhängigen Straftaten aussieht.
    Ich habe noch von keinem Nikotin und Canabiskonsumenten gehört der schwere Verbrechen begangen hat um seine Sucht zu befriedigen.
    Im Gegensatz zu Drogen die körperliche Abhängigkeit hervorruft…
    Sinnvoll wäre es schon “weiche Drogen” kontrolliert zu legalisieren.
    Und “harte Drogen” erbarmungslos zu bekämpfen!
    Aber, das würde ein umdenken in der Politik erfordern, in der Justiz, Gesellschaft…

  26. @Stephan Schleim

    Zusammenhang mit meinem Artikel über die Sterbehilfe

    Drogen sind doch eher Lebenshilfe.

    Ist das noch lustig oder schon traurig?

    Mit Drogen: lustig.

  27. @Dittmar: Beschaffungskriminalität

    Ich denke, dass die B. auch von den sozialen Stützen abhängt.

    Ein Multimillionär wird zudem für seinen Koks- oder Crystal-Konsum eher nicht stehlen (oder anschaffen) gehen müssen.

    Ich glaube, dass auch niemand sich bewusst dafür entscheidet, drogenabhängig zu werden. Die B. unter schwer Heroinabhängigen wird wohl durch die Ersatztherapie (z.B. mit Methadon) reduziert worden sein.

    Wenn Sie etwas bekämpfen wollen, sogar “erbarmungslos”, wieso dann nicht die Ursachen von Armut und sozialer Ausgrenzung?!

  28. Drogen-Prohibition macht Sinn, wenn diese Wirkstoffe direkt derart allgemein schädlich werden, so dass die Gesellschaft in Gefahr gerät, hier, bei Alkohol, war dies offensichtlich seinerzeit in den US nicht der Fall :

    -> https://en.wikipedia.org/wiki/Prohibition_in_the_United_States

    Wirkstoffe, wie Nikotin oder Kaffee oder Tee, bspw. die durch den gemeinten Verzehr transportierten Wirkstoffe sind allgemeiner Einschätzung folgend nicht wie oben beschrieben schädlich.
    Übrigens ist auch (kristallisierter) Zucker ein so gemeinter Wirkstoff.
    Beim Nikotin besteht das primäre Problem in der Aufnahme durch verbrannten Tabak durch die Lunge, Dr. W meint, dass dies sozusagen alle wissen.
    Ansonsten wäre es sozusagen eher “Tee”.
    Tabak ist kein zivilisatorisch besonders beachtenswertes Problem.
    Dr. W rät zu seit einiger Zeit bereit stehenden Verdampfern, sofern besonderer Konsum-Anspruch besteht, i.p. Nikotin.)

    Insofern sind aus diesseitiger Sicht Abwägungen zu treffen, ein Totalverbot von Wirkstoffen kann es für den hier gemeinten Hominiden nicht geben, auch deshalb nicht, weil wie oben angedeutet viel (psychisch oder anders) wirkt, es sind insofern Regeln zu setzen, die begründbar sind.

    Bspw. ist der Alkohol, zumindest in heutiger Gesellschaft, meist für den Konsumenten und nur für ihn gefährlich, ähnlich gilt es bei THC-Haltigem, dem der mit ohnehin zu viel versehener Phantasie Schreiber dieser Zeilen nichts abgewinnen kann, anderen mag so ein Mehrwert enstehen.

    An sich ist die Kriminalisierung des Gebrauchs derartiger Wirkstoffe in Ordnung, am besten werden einige Wirkstoffe, sogenannte Kulturdrogen sind gemeint, von strafrechtlicher Verfolgung ausgenommen bzw. direkt legalisiert, allerdings sind “THC” und “Allohol” bereits bei Langzeitgebrauch, insbesondere bei : unverantwortlichem, gefährlich.
    Und meist nur für die “User”.

    Sog. Güterabwägungen sind hier, am besten in für Liberale Demokratien üblichen Diskurs gemeinsam vorzunehmen, gerne auch mit tolerantem Anspruch.

    “THC” wirkt persönlichkeitsverändernd, Alkohol nach langjährigem Gebrauch ebenfalls (in eher seltenen Fällen) :
    Bei einigen “Sattmachern” wie bspw. Fentanyl darf aus diesseitiger Sicht gerne den Gebrauch meinend staatlich wie gemeint konditioniert werden, auch streng bis extra-streng, gerne auch den Vertreib meinend.

    Dr. Webbaer glaubt nicht, dass andere sehr viel anders meinen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der also genereller Freigabe von Drogen entgegen steht und ansonsten hier zivilisatorisches Ende wittert, das zivilisatorische Ende einer ohnehin unter (für den Bestandserhalt unzureichender) Fertilität bereits massiv leidenden aufklärerischen “westlichen” Staatengemeinschaft: denkbarerweise ist es das Weib, das besonders geschützt werden muss, der Mann darf wohl deutlich eher “Lumpi” sein)

  29. “Als Droge werden in der Medizin psychoaktive Substanzen bezeichnet, die beim Konsumenten eine Bewusstseinsänderung hervorrufen. Drogen können in der Regel eine Sucht erzeugen. Im pharmazeutischen Sinne werden unter Drogen biologische Materialien zur Wirkstoffgewinnung oder Arzneimittelherstellung verstanden (siehe pharmazeutische Droge)”

    Also, kann man in der Drogerie Drogen kaufen. Man kann, aber nur die legalen Drogen, wie Alkohol.
    Die illegalen Drogen werden per Gesetz benannt und der Handel mit ihnen wird gesetzlich kontrolliert.

    Das genannte Cannabis ist grenzwertig, der private Konsum ist erlaubt, der Handel damit jedoch verboten.

    Es geht also darum, ob Cannabis eine legale Droge ist oder nicht.
    Wie bei Corona auch, ist hier der Staat als auch die Gesellschaft als Ganzes gefordert und aufgefordert einen Konsens zu finden.
    Man sollte mal Jürgen Habermas fragen, ein kluger Kopf!

  30. “Drog” meint im Niederdeutschen ‘trocken’, die Etymologie könnte klar sein, sie betrifft u.a. auch Tabak, Tee und Kaffee, bei der Verschiffung seinerzeit sind insofern möglichst von der See unbeeinträchtigte Fässer gemeint (gewesen), die es eben trocken zu halten ging, Ausnahmen gab es, verglichen werden darf hier mit dem sog. Earl Gray-Tea, vergleiche :

    -> https://en.wikipedia.org/wiki/Earl_Grey_tea (dieser Tee ist “blended”)

    Legenden meinen, dass er, dieser. Tee durch auf der See entstandene Verschmutzung entstanden ist, beim Transport.

    Grundsätzlich sind oder waren Wirkstoffe, physisch und nicht selten auch psychisch wirkender Art gemeint, die trocken zu lagern waren.

    MFG
    WB

  31. Meine Cannabis-Erfahrungen:
    Ich habe das Glück, von Natur aus fröhlich und kreativ zu sein.
    Als mir eine schöne Frau auf meinen Wunsch Cannabis verabreicht hatte (als Rauch und später auch als Tee) ging es mir körperlich furchtbar schlecht, und mein Denkvermögen war deutlich eingeschränkt, was sehr störend war.
    Diese schöne Frau meinte dann dazu, dass ich eben bereits “natur-stoned” sei.
    Ich glaube, dass man einen optimalen Zustand nicht verbessern kann, und ihn auch nicht verändern sollte.

  32. Karl Bednarik,
    Sie sprechen etwas Wichtiges an, es gibt Leute, die werden vom Rauchen nicht abhängig und auch nicht vom Alkohol.
    Spitzensportler erzeugen ihre Glückshormone selbst (Runners High)

  33. @Abenteuer Gelegenheitsrausch und die Not der Süchtigen

    Ich denke, das macht hier einen Unterschied. Wer nur gelegentlich illegale Drogen benutzt, mag ja auf dem Schwarzmarkt fündig werden, ohne dass es wirklich ein dickes Problem wird. Wer wenig konsumiert und dabei an unsaubere Drogen gerät, da ist das Problem kleiner. Entsprechend ist der gesundheitliche Schaden auch kleiner.

    Was hier wirklich wichtig ist: den Gelegenheitskonsum zu verhindern ist sowieso unmöglich.

    Aber wer wirklich süchtig ist, der hat hier doch erst die wirklichen Probleme.

    An Alkohol kommt man noch ganz gut und auch relativ kostengünstig heran, allerdings kann hier auch schon ein finanzielles Problem die Lage verschärfen, manchmal bleibt nur noch wenig Geld für die Ernährung übrig. Und bei richtigen Trinkern geht Alkohol vor.

    Bei Tabak kommt hier oft ein finanzielles Problem dazu, wenn man sowieso schon am Existenzminimum lebt. Starke Raucher sind hier schwer betroffen. Die Tabaksteuer ist sicher wichtig, dass vor allem Jugendliche gar nicht erst anfangen zu rauchen. Aber diese Vorteile müssen die Süchtigen teuer bezahlen. Wie wäre das, erstmal die Tabakwerbung zu verbieten, und Nikotinkaugummis und Nikotinpflaster von der Apothekenpflicht zu befreien, dass man hier ausweichen kann, wenn man richtig knapp bei Kasse ist?

    Bei nachweislich Süchtigen ist die Tabaksteuer doch im wesentlichen wirkungslos, eben weil es so schwer ist, von der Tabaksucht wegzukommen. Ich würde hier vorschlagen, dass man eine teilweise Tabaksteuerrückerstattung bekommen kann, wenn man nachweislich seit mindestens 3 Monaten süchtig ist. Dann könnte man auch die Tabaksteuer erhöhen, dass sich Jugendliche nochmal überlegen, das auszuprobieren, weil es eben schon sofort zur Sucht werden kann. Die ersten 3 Monate wären dann entsprechend noch viel teurer, das könnte besser abschrecken, als Probleme, die sonst erst langfristig auftauchen.

    So ähnlich würde ich es mit illegalen Drogen, die süchtig machen, auch handhaben. Wer eine Sucht von mindestens 3 Monaten nachweisen kann, der kann saubere Drogen zu bezahlbaren Preisen aus der Apotheke beziehen. Wer noch nicht lange genug süchtig ist, muss sich auf dem Schwarzmarkt bedienen, was dann optimalerweise nochmal deutlich teurer werden könnte, weil den Dealern der Hauptmarkt fehlt. Es gäb aufgrund des viel kleineren illegalen Marktes dann entsprechend weniger Dealer, es wäre auch schon schwieriger, überhaupt noch einen zu finden.

    Und das wichtigste für die Gesellschaft dabei wäre, dass die organisierte Kriminalität sehr viel weniger würde, wie auch die Beschaffungskriminalität. Den Süchtigen würde es auch sehr viel weniger schaden, gesundheitlich wie auch finanziell. Dagegen stände nur weniger Leidensdruck, um sich um eine Drogentherapie zu bemühen. Aber so weit ich weiß, hilft die sowieso eher selten wirklich, und ist dabei richtig teuer.

    Wenn man nun bedenkt, dass eben auch soziale Defizite in der Gesellschaft Teil des Problems sind, kann man, meine ich, so wie hier beschrieben den wirklich Süchtigen entgegenkommen. Ich kann mir gut vorstellen, das die kostenerträgliche Versorgung von wirklich Süchtigen nicht zu mehr Drogenkarrieren führen wird, dafür aber das auch gesellschaftliche Suchtproblem seinen Schrecken verliert, für alle Beteiligten.

    Nur den Dealern würde es das Geschäft ordentlich vermasseln.

    Speziell Cannabis ist hier noch recht wenig problematisch, es macht seltener und weniger stark süchtig. Ich würde eher noch das Cannabisverbot so belassen, wie es ist, dann aber auch den wirklich Cannabissüchtigen einen Kauf von sauberem Cannabis in der Apotheke ermöglichen, auch weil hier einfach die konsumierten Mengen dann doch problematisch werden, wenn die Droge unsauber ist.

    Wenn jetzt ein Teil der Drogen auf Rezept weiter verkauft werden, ist das auch nicht schlimmer, als wenn sie aus dem Ausland ins Land hereingeschmuggelt werden. Wenigsten sind sie dann sauberer. Und man kann wohl auch per Blutuntersuchung feststellen, wenn ein Süchtiger seine Drogen nicht konsumiert, sondern weiterverkauft.

  34. Hallo hwied.
    Ich scheine zu den wenigen Menschen zu gehören, bei denen
    das Nikotin keine Reaktion des Belohnungszentrums auslöst.
    Ich habe 10 Jahre lang geraucht, auch filterlose starke
    Zigaretten mit Lungenzügen, und dann danach langsam
    darauf vergessen, weiter zu rauchen, ganz ohne jede
    damit verbundene Absicht, oder gar Willensanstrengung.
    Ich würde gerne wissen, welcher molekulare Rezeptor bei
    mir anders ist.
    —–
    Ich gehöre auch zu den Menschen, die jede Art von Sport ablehnen,
    weil er unangenehme körperliche Empfindungen erzeugt.
    Mich störte schon als Kind der Turnunterricht in der Schule,
    und auch Sport im Fernsehen interessiert mich nicht.
    Mein Wohlbefinden wird durch völlige körperliche Ruhe erzeugt.
    Das Denken und die Phantasie macht mir hingegen Spaß.
    Mir ist nie langweilig, und ich habe auch nicht den Bedarf
    an Adrenalin, der die Leute zum Fallschirmspringen verleitet.
    Meine Eigenschaften und Vorlieben scheinen sich in den
    letzten 75 Jahren nicht verändert zu haben.
    Möglicherweise kommt das von niedrigeren Cortisol- und
    von höheren Interleukin-Konzentrationen im Körper.
    https://www.spektrum.de/magazin/psyche-stress-und-krankheitsabwehr/824225
    —–
    Snoopy sagte:
    Mein Leben hat keinen Zweck, keine Richtung, kein
    Ziel, keinen Sinn, und dennoch bin ich glücklich.
    Was mache ich richtig?
    http://s880616556.online.de/SNOOPY-2.png

  35. Karl Bednarik
    Mit Snoopy zeigt Charles M. Schulz eine Seite seines Charakters.
    Aber was Snoopy tut ist etwas anderes als was Snoopy sagt. Das Beispiel wo sich Snoopy als Schriftsteller versucht und scheitert. Lucy scheint die einzige Realistin zu sein in diesem “Kindertheater”, wenn sie sich über Snoopy lustig macht. aber das beeindruckt Snoopy nicht, der geht seinen Weg.
    Was jetzt den Sport angeht, da habe ich eine andere Sichtweise. Es gibt zwei Arten von Sportlern. Die , die die Höchstleistung suchen und die , die sich an der Bewegung erfreuen. Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich jogge. Dabei wird der Kopf klar und man könnte bis an das Ende der Welt laufen.
    Tobias Jeckenburger
    die Süchtigen sind eigentlich krank. Die müssten ihre Dosis preisgünstig in der Apotheke kaufen dürfen.
    Bei den Alkoholikern bin ich mir noch nicht im Klaren, ob Alkoholsucht nur eine schlechte Angewohnheit. ist. Man bekommt doch nur Kopfschmerzen, ich verstehe das nicht.

  36. Sucht wird erlernt
    Sucht und falsche, gesundheitsgefährdende Gewohnheiten haben oft einen kulturell/gesellschaftlichen Hintergrund in dem Sinne, dass in einer bestimmten Kultur ein gesundheitsschädliches oder problematisches Verhalten üblich ist und dies sich dann bei einem Teil der Bevölkerung voll entfaltet zusammen mit allen negativen Begleiterscheinungen und Folgen.
    Beispiel: In mehr als 20 US-Bundesstaaten sind heute mehr als 30% der Bevölkerung fettsüchtig, wobei Fettsucht/Adipositas einen BMI von über 30 bedeutet. In den 1970er Jahren dagegen waren die meisten US-Amerikaner noch schlank.

    Hintergrund: Kürzlich sah ich ein Video, das US-Lebensmittelautomaten mit solchen aus Japan verglich. Auffallend: Supergrosse Portionen und alle Arten von Süssigkeiten finden sich in den US-Automaten, nicht in den japanischen. Ähnliche Unterschiede findet man bei fast allen Produkten oder bei Menus in Restaurants. Japaner sind nicht nur dünn, sie essen auch „dünn“ und im Vergleich zu den USA geht es dort „mager“ zu. Resultat: Nur 3.5% der Japaner waren im Jahr 2020 fettleibig gegenüber 40% der US-Amerikaner.
    Allerdings stieg in den letzten 10 Jahren auch die Zahl der Übergewichtigen in Japan. Übergewicht ist quasi die Vorstufe von Fettsucht, wenn auch noch ohne die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Fettsucht.

    Meine Annahme/Behauptung: die statistischen Unterschiede in der Verbreitung der Fettsucht in den USA und in Japan gehen auf kulturelle Faktoren und nicht auf genetische Faktoren zurück.
    Und kulturelle Faktoren bestimmen auch die Verbreitung von Alkoholismus oder das Ausmass des Konsums von Haschisch und vielen anderen Drogen. Mehr Drogen/Sucht/erworbene Krankheit bedeuten meiner Meinung nach weniger gute gesellschaftliche Praktiken. Sie gehen auf falsche kulturelle Anreize zurück und sind verantwortlich für gesellschaftliche Probleme, die ohne diese falschen Anreize oft gar nie bestanden hätten.

  37. Martin Holzherr
    Zustimmung. Dabei ließen sich viele gesellschaftliche Unarten leicht beseitigen.
    Zuckerreduzierung gegen die Fettsucht.
    Alkoholreduzierung in alkoholischen Getränken. Bier auf 3 % Alkohol . Wein auf 6 % Alkohol, Schnaps auf 30 % Alkohol.

  38. @hwied 15.10. 09:32

    „Bei den Alkoholikern bin ich mir noch nicht im Klaren, ob Alkoholsucht nur eine schlechte Angewohnheit. ist. Man bekommt doch nur Kopfschmerzen, ich verstehe das nicht.“

    Der Schaden kommt ja auch erst nach Jahrzehnten, dann aber doch. Schon mäßiger aber täglicher Alkoholkonsum kann die Leber ruinieren, und die Spitzen, wenn öfter bis zur Besinnungslosigkeit gesoffen wird, gehen aufs Gehirn. Man verblödet ganz schleichend über Jahre und Jahrzehnte, das kann bis zu geistiger Behinderung gehen.

    Überhaupt spielt es rund um das Thema Sucht eine große Rolle, dass der Spaß bzw. die Erleichterung sofort kommt, der gesundheitliche Schaden aber erst nach Jahrzehnten akut wird. Ich hab mal von einer Untersuchung gelesen, dass Zukunftsaussichten, die weiter als 7 Monate weg sind, nicht so recht emotional angemessen bewertet werden. Der Mensch ist wohl einfach so, was heute und in naher Zukunft passiert, das wiegt viel mehr, als was erst in 20 Jahren auf uns wartet.

    So müsste man sich bei der Prävention auf die ersten 7 Monate konzentrieren, dass genau in dieser Zeit die Droge so teuer und so schwer zu beschaffen ist, wie möglich. Dieser Zeitraum wird noch emotional angemessen bewertet, und steht dann gegen die Versuchung auf einen Drogenrausch mit Suchtpotential.

    Wer längst süchtig ist, den kann man mit hohen Preisen und schlechter Qualität kaum erreichen, der kommt doch sowieso da meistens nur sehr schwer wieder heraus. Anstatt dass das halbe oder das ganze Leben dabei draufgeht, sollte man spätestens nach nachgewiesenen 7 Monaten dann Drogen in der Apotheke zu bezahlbaren Preisen beziehen können, bzw. eine teilweise Tabaksteuerrückerstattung bekommen können, je nachdem, wie arm man ist.

    Das würde vermutlich der Prävention wenig schaden, aber den Suchtkranken und auch der Gesellschaft sehr entgegenkommen. Organisierte Kriminalität und Beschaffungskriminalität kann so sehr viel weniger werden.

  39. Hallo hwied.
    Wenn Snoopy den roten Baron mit seiner Jagdflugzeug-Hundehütte jagt, dann ähnelt das meinen Science-Fiction-Kurzgeschichten, und meinen Halo-Computerspielen.
    Das sind phantasievolle und unschädliche Formen der Aggressionsbewältigung.
    Weil ich ein Experte in praktizierter Faulheit bin, und weil Computerspiele anstrengend sind, sehe ich mir lieber die Walkthroughs auf Youtube an.
    Ich liege dabei auf dem Rücken, während das Computerbild an die Decke projiziert wird.
    Natürlich verwende ich dabei eine Bildschirmtastatur, die mit der Maus bedient wird.
    Hier ist ein Bild dieses Projektionssystems:
    http://members.chello.at/karl.bednarik/DSCN0747.JPG
    Auf meiner Internetseite, die man hier oben mit meinem Namen erreichen kann, findet man einige meiner Science-Fiction-Kurzgeschichten.
    Hier sind 50 Snoopy-Sätze zu finden:
    https://www.recursosdeautoayuda.com/de/frases-de-snoopy/?nowprocket=1

  40. Karl Bednarik
    Meine Sammlungen sind meistens in Englisch und mich interessieren die Charaktere.
    Peppermint Patty ist noch tiefsinniger als Lucy. Charlie Brown, mit dem kann ich nichts anfangen, aber Spike, der Bruder von Snoopy, der in der Wüste lebt, der ist unergründlich. Der würde auch kein Cannabis fressen.
    Der beste Cartoon.
    Snoopy auf dem Dach. Er steht auf dem Fuß von Woodstock.
    Snoopy:” Er hat mir gekündigt, aber er kann nicht weg, ich stehe auf seinem Fuß”

  41. 5 mal mehr Ausgaben weltweit für Drogen als für die Raumfahrt
    Jedes Jahr werden 400 Milliarden Dollar für illegale Drogen ausgegeben, aber nur 80 Milliarden für die Raumfahrt. Das Worldometer zeigt gerade an, dass in diesem Jahr bis heute am 16.10.2021 schon 316 Milliarden Dollar für illegale Drogen ausgegeben wurde.

    Der Spiegel bringt dieses Wochenende die Story Wie die Niederlande mit naiver Drogenpolitik die Mafia groß machten : Käse, Koks und Killer
    Dort wird über Auftragsmorde an Journalisten, Polizisten und Politikern durch die niederländische Drogenmafia berichtet, die sich die Einnahmen durch den Kokainhandel nicht entgehen lassen will. Dort liest man:

    Der Mord an de Vries [einem Journalisten] wird damit zum Fanal, zwingt die Niederlande zu einer Aufarbeitung, die längst fällig war: Wie weit ist es mit dem Land gekommen, und wie zum Teufel konnte es so weit kommen? Der Anschlag erschüttert das Selbstverständnis eines ganzen Volkes. Er offenbart, wie absurd inzwischen das Klischee vom niedlichen, friedlichen Holland ist, in dem Toleranz zu einem entspannten Miteinander führt – angeblich auch die Toleranz für weiche Drogen, weil ein Joint ja wohl keinem schadet.

    Dass der liberale Umgang mit Hasch und Marihuana auch brutale Mobster groß gemacht hat, dass die Gangs neben weichen auch tonnenweise harte Drogen durchs Land karrten, dass es jedes Jahr um die 20 Liquidationen im Milieu gab, all das störte lange kaum jemanden. Bis sich die Unterwelt nicht mehr um den öffentlichen Frieden scherte.

    Weiter unten liest man zu den Verhältnissen in den Niederlanden:

    Die Niederländer haben es fertiggebracht, weiche Drogen zum Teil ihrer Folklore zu machen, wie Käse und Tulpen. Nur dass es nicht bei weichen Drogen geblieben ist.

    Auch synthetische, hergestellt bei Frau Antje, genießen einen erstklassigen Ruf: Qualität super, Preis super, Vertrieb super. Vor allem bei der Partydroge Ecstasy sind die Holländer so etwas wie Weltmarktführer. In einer aufsehenerregenden Studie schätzte der Kriminologe Pieter Tops von der Uni Leiden die Jahresproduktion 2017 in den Niederlanden auf knapp eine Milliarde Pillen, den Umsatz allein mit Drogen aus dem Labor auf 18,9 Milliarden Euro. Mindestens.

    In diesem Spiegel-Artikel wird ein bisschen mit einem Klischee gearbeitet, das auch mir vertraut ist: die Annahme, dass die Niederländer als Handelsnation mit allem handeln, was sich vermarkten lässt – egal was es ist. Nur dass es diesmal – beim Handel mit Drogen – sogar für niederländische Politiker gefährlich wird.

  42. Hallo Herr Holzherr.
    Die Drogen sind nur deshalb so teuer, weil sie verboten sind.
    Man bezahlt das hohe Risiko der Händler mit.
    Der Herstellerpreis liegt in der Größenordnung von Kamillentee.

  43. @Karl Bednarik (Zitat): „ Die Drogen sind nur deshalb so teuer, weil sie verboten sind.“
    Klar ist das so. Nur sind Drogen wie Heroin und Kokain fast weltweit illegal und es müsste einen radikaler Umbruch geben damit sich das ändert.

    Wenn für Drogen 5 Mal mehr ausgegeben wird als für Raumfahrt, zeigt das aber, was für die Menschheit Luxusausgaben sind und was als wichtig betrachtet wird. Raumfahrt ist Luxus, Drogenkonsum aber für viele notwendig/essentiell.

  44. Noch etwas zeigt das Beispiel Niederlande, das ja im aktuellen Spiegel als Narco-Land bezeichnet wird und mit Kolumbien verglichen wird: Wenn Menschen ohne weiteres bereit sind gegen ein kleines Entgelt andere zu töten, dann wird es gefährlich – dann kann eine ganze Region erpresst werden wie das etwa in Süditalien der Fall ist wo viele Firmen und Geschäfte regelmässig Schutzgelder zahlen.
    Drogensüchtige gehören oft in diese Gruppe der Leute, die ihre Grossmutter für einen 50er zu töten bereit sind und Leute, die mit illegalen Geschäften sehr reich werden gehören typischerweise zu den Auftraggebern.

  45. Ergänzung zu meinem Vorkommentar: Auch der Terrorismus zeigt die Macht von symbolischen/demonstrativen Morden. Ein symbolischer/demonstrativer Mord hat die Funktion einer Warnung. Er bedeutet: Jeder, der in der gleichen Rolle auftritt wie der Getötete kann als Nächstes dran sein, kann das nächste Mordopfer werden.
    Das ist genau der Grund, dass nun, nach der Ermordung eines britischen Parlamentariers durch einen Terroristen die Frage im Raume steht, ob jetzt die Demokratie in Grossbritannien auf dem Spiele steht. Denn der Parlamentarier (der MP= member of parliament) wurde bei einer Bürgersprechstunde ermordet wie sie in Grossbritannien von Vertretern einer Region durchgeführt werden um die Bürgernähe der Parlamentarier zu demonstrieren. Doch wenn man dabei ermordet wird, dann vergeht den Parlamentariern die Lust dazu – und damit haben die Terroristen ihr Ziel erreicht und viel mehr bewirkt als nur den Tod eines Menschen.

  46. Drogen destabilisieren die Gesellschaft?
    Zitat Wikipedia: „
    Eine Drogen-Überdosis ist bei Amerikanern unter 50 Jahren die häufigste Todesursache, wobei hiervon zwei Drittel der Todesfälle inzwischen durch Opioide verursacht werden.„

    Es sterben also mehr an einer Drogenüberdosis als Suizid begehen wobei man die Überdosierung von Drogen ebenfalls als eine Art Suizid interpretieren kann. Gleichzeitig gibt es in den USA und in Europa öffentlich geförderte Programme um Suizide zu reduzieren. Ein Widerspruch also.

    Nun könnte man sagen, eine völlige Freigabe von Drogen mit kontrollierter Abgabe könnte auch die Zahl der Überdosierungen reduzieren und viele Süchtige könnten eventuell sogar wieder am normalen Leben teilnehmen. Diese Ansicht vertrat der für seine liberale Einstellung bekannte, den freien Markt verteidigende und staatliche Eingriffe ablehnende Milton Friedman am prägnantesten, sagte er doch (Zitat, übersetzt von google translate):

    Friedman: Ich sehe Amerika mit der Hälfte der Gefängnisse, der Hälfte der Gefangenen, zehntausenden weniger Morde im Jahr, mit Innenstädten, in denen diese armen Menschen eine Chance haben, ohne Angst um ihr Leben zu existieren, Bürger, die vielleicht anständig sein könnten die jetzt süchtig sind, die nicht kriminell werden müssten, um an ihre Droge zu kommen, sondern Drogen bekommen können, deren Qualität sie sicher sind.

    Zum Schluss erwähnt er noch die Prohibition, deren Aufhebung die Dinge verbessert hätten.
    Allerdings hat die Aufhebung der Prohibition den Alkoholismus nicht reduziert und die Legalisierung von Alkohol hat auch die Todesfälle und Erkrankungen durch Alkoholismus nicht gesenkt. Nur gerade die illegalen Geschäfte mit Alkohol wurden beendet.

    Alkohol blieb also auch nach Re-Legalisierung ein Problem. Und ebenso würde die Opioidsucht nach Legalisierung weiterhin das Leben der davon Betroffenen weitgehend bestimmen und vielen oder den meisten von ihnen eine Berufsausübung erschweren.

    Die Opioidsucht in den USA begann mit dem (Zitat Wikipedia) “verschreibungspflichtigen Schmerzmittel Oxycontin, das die Familie Sackler mit ihrem Unternehmen Purdue Pharma 1996 auf den Markt gebracht und als schmerzstillend und mit einem angeblich sehr geringen Suchtpotenzial verbunden aggressiv beworben hat.“

    Im Rahmen der Aufarbeitung der Opioidkrise in den USA wurde die Familie Sackler von bekannten Kulturschaffenden (z.B. Nan Goldin) und Kulturinstitutionen an den Pranger gestellt und boykottiert, denn das Geld, das die Sacklers für Kulturbelange spendeten sei „Blutgeld“. Ferner wurden Purdue Pharma und drei Manager dieser Firma zu einer Strafzahlung von 634,5 Millionen US-Dollar verurteilt.

    Meine Schlussfolgerung: Egal ob legal oder illegal, der Drogenkonsum ist und bleibt ein gesellschaftliches Problem und die Gesellschaft tut gut daran, eine Atmosphäre zu schaffen, in der weniger Drogen konsumiert werden.

  47. @Holzherr 17.10. 12:58

    „Meine Schlussfolgerung: Egal ob legal oder illegal, der Drogenkonsum ist und bleibt ein gesellschaftliches Problem und die Gesellschaft tut gut daran, eine Atmosphäre zu schaffen, in der weniger Drogen konsumiert werden.“

    Unbedingt, und auch das Individuum tut gut daran, sich von Drogen aller Art fernzuhalten.

    Die Legalisierung ist aber nach wie vor als Option diskussionswürdig. Wenn man Cannabis legalisiert, kann das passieren, dass die selben Personen, die jetzt mit der Droge handeln, dann auch die Läden betreiben, wo man Cannabis dann legal einkaufen kann. Diese Personen hören dann aber nicht auf, kriminell zu sein, und werden nebenbei weiterhin das ganze Sortiment an illegalen Drogen auch noch unter der Theke anbieten. Der Effekt, dass man schlechter an harte Drogen herankommt, wenn man die weiche Droge Cannabis legalisiert, dürfte wohl nur gering ausfallen, bzw. sogar andersherum ablaufen.

    Man hat z.B. bei der Legalisierung der Prostitution auch voll ins Klo gegriffen. Die jetzt legal arbeitenden Zuhälter wurden nicht per Gesetz geläutert, und fingen erst recht an, Frauen aus Osteuropa zur Prostitution zu zwingen. Das hat zu einem rasant steigendem Angebot, sinkenden Preisen und Sextourismus aus ganz Europa geführt. Und die soziale Absicherung der „freiwilligen“ Prostituierten hat praktisch niemand angenommen. Man muss hier die Realität von kriminellen Personen beachten, sonst läd man die regelrecht ein, eben das zu tun, was ihnen möglich ist.

    Ich würde also dringend vorschlagen, Drogen aller Art nur für mindestens viele Monate Süchtige zu bezahlbaren Preisen freizugeben, wenn es eben kaum noch vermeidbar ist, dass die sich ihre Droge sonst illegal besorgen. Das wiederum würde den illegalen Markt ganz entscheidend kleiner machen, und es damit auch Gelegenheitskonsumenten und vor allem potenziellen Einsteigern erschweren an Stoff zu kommen, eben weil es dann viel weniger Dealer gibt.

    Es mag ja sein, das gelegentlicher Cannabiskonsum für Erwachsene mit stabiler Psyche eine harmlose Sache ist, und in Einzelfällen sogar positiv wirken könnte, und auch als Medikament etwa gegen Schmerzen. Dann sollen die sich eben entweder um eine Anerkennung als Süchtige bemühen, und sich ansonsten weiter auf dem Schwarzmarkt bedienen. Oder sich selber ein paar Pflanzen ziehen, das geht gerade bei Cannabis mit modernen LEDs ganz gut.

  48. @Tobias Jeckenburger: Legalisierung ist positiv zu beurteilen, wenn der Drogenkonsum nicht steigt.
    Alle Länder unterscheiden heute zwischen weichen und harten Drogen. Einige Länder haben inzwischen aber den Konsum (nicht den Vertrieb) von harten Drogen dekriminalisiert. In Portugal werden Heroinkonsumenten seit 2001 in die Therapie geschickt anstatt bestraft. Es wurden weniger Gesundheitsprobleme festgestellt und der Heroinkonsum blieb etwa auf demselben Niveau. Norwegen will scheinbar dem portugiesischen Modell folgen.
    Der Effekt der Cannabis-Liberalisierungen in Kanada und den USA ist noch nicht vollständig bekannt, weil der Zeitraum seit Legalisierung noch zu kurz für endgültige Beurteilungen ist . Immerhin scheint der Konsum nicht massiv zugenommen zu haben.

  49. Nicht nur gemäss dem aktuellen Spiegel, sondern auch gemäss Artikel schon aus 2020 liest man: Why The Netherlands Is Becoming A Narco State

    Das Land hat sich vom Konsum von Drogen zu einer globalen Produktion entwickelt, was einen lukrativen Schwarzmarkt geschaffen hat. Heute glauben etwa 59% der Niederländer, dass das Land jetzt ein Drogenstaat ist. Der Vorsitzende der größten niederländischen Polizeigewerkschaft, Jan Struijs, sagt: „Wenn man sich die Infrastruktur anschaut, das große Geld, das die organisierte Kriminalität verdient, die Parallelwirtschaft. Ja, wir haben einen Drogenstaat.“

  50. @Holzherr: Situation in den Niederlanden

    Das ist leider so. Doch sollte man hieraus die richtigen Schlüsse ziehen:

    In den Niederlanden entschied man sich in den 1970ern für einen toleranten Umgang mit Cannabis. Rund 30 Jahre später (2009) kam eine groß angelegte Untersuchung eines angesehenen öffentlichen Instituts zum Ergebnis, dass die Bilanz größtenteils positiv war. Die Niederlande hatten bei den meisten Substanzen einen eher unterdurchschnittlichen Konsum und auch die Gesundheitsproblematik hatte man weitgehend unter Kontrolle.

    Noch einmal rund zehn Jahre später hat sich das Blatt gewendet. Ja, woran liegt das?

    Einerseits haben wohl einige südamerikanische Länder ihre Bekämpfung des Drogenanbaus (v.a. Kokain) eingeschränkt, der übrigens für die gesamte Umwelt nicht so positiv war (z.B. Spritzen von Pflanzengift über Plantagen mit Flugzeugen).

    Andererseits war die Tolerierung seit den 1970ern nur halbherzig. Besitz (bis 6 Gramm) und Verkauf (unter Auflagen) wurde nicht länger bestraft. Allerdings blieb der Anbau verboten. Damit waren kriminelle Strukturen also weiterhin nötig.

    Es gibt seit Kurzem zwar Modellprojekte, dieses Loch in der Lieferkette zu schließen, sozusagen mit “staatlichem Gras”. Doch die kommen nun vielleicht zu spät. In der Zwischenzeit konnten Kriminelle nämlich wahnsinnig viel Geld verdienen, das sie in Waffen, Korruption und wiederum Handel mit härteren Drogen investieren konnten, um dann noch mehr Geld zu verdienen.

    Zum Schluss muss man aber auch die Frage aufwerfen, warum in Europa der Konsum von Drogen (Kokain, Chrystal Meth, Schmerzmitteln u.a.) in den letzten Jahren so stark zugenommen hat. Das heißt, woher kommt die Nachfrage?

    In meinem Blog finden sich bereits einige Erklärungsansätze dazu.

    Natürlich werden naive Konservative die heutige Kriminalität ausschlachten, um härtere Strafen und noch mehr Kriminalisierung zu fordern. Das tun sie ja immer. Dabei haben sie selbst diese Situation verursacht. Es gab ja bereits Jahrzehnte der Kriminalisierung von Drogen – und jetzt bekommen wir eben die Rechnung dafür serviert.

    So lange Politikerinnen und Politiker nicht umdenken und ihnen die (Wahl-)Bevölkerung das weiter durchgehen lässt, wird sich daran nun einmal nichts ändern.

    An einer vollständigen Legalisierung weicher (d.h. weniger gesundheitsschädlicher) Drogen, zusammen mit Aufklärung und Prävention, führt nach meiner Einschätzung kein Weg vorbei.

  51. @Holzherr: zu Kanada & Gesundheit

    Wenn es kurz nach der Legalisierung zu einem Anstieg des Konsums kommt, ist das wenig überraschend. Mehr Leute probieren es halt einmal aus. Und viele kommen dann zum Ergebnis, dass sie es nicht brauchen, vor allem nicht regelmäßig. Dann nimmt der Konsum wieder ab.

    Sie tun immer so, als gehe es Ihnen um die Gesundheit. Warum verbieten Sie dann nicht zum Beispiel Produkte mit zu viel Salz? Die führen nämlich nachweislich (unter anderem) zu Herz- und Kreislauferkrankungen und mehr Schlaganfällen im Alter.

  52. @Stephan Schleim (Zitat):

    Warum verbieten Sie dann nicht zum Beispiel Produkte mit zu viel Salz?

    In den Benelux-Ländern, in Portugal, Griechenland, Serbien und Nordmazedonien ist eine Einschränkung des Salzgehalts von Nahrungsmitteln vorgesehen. Dies gemäss Mandatory limits on salt in certain food products

    Wie aber die USA mit der häufigsten Todesursache der unter 50-jährigen als Opioidüberdosierung, zeigen, sind psychoaktive Mittel für die Gesundheit und das Leben/Überleben noch weit wichtiger als etwa der Salz-oder Zuckergehalt von Lebensmitteln.

    Weniger Konsum von gesundheitsgefährdenden Nahrungs- und Genussmitteln ist jedenfalls ein sinnvolles politisches Ziel weltweit.

  53. Ergänzung: gerade liest man Japan hat die gesündesten Schulkinder der Welt – woran liegt das?
    Dazu liest man im Artikel:

    Täglich werden in Japan 10 Millionen Mahlzeiten von den Schülern verteilt, meist frisch zubereitet in eigenen Schulküchen. Denn das gemeinsame Mittagessen ist landesweit in fast allen der Primar- und Mittelschulen Teil des Unterrichts. Diese Mahlzeiten sind ein wichtiger Grund dafür, dass Japans Kinder als die gesündesten der Welt gelten.

    Nirgendwo haben Kinder eine so hohe Lebenserwartung wie in Japan. Laut einer Studie des Uno-Kinderhilfswerks Unicef sind nur 14 Prozent der 5- bis 19-jährigen Japaner zu dick. Dies ist der beste Wert aller wohlgenährten Industrienationen. Zum Vergleich: In der Schweiz schleppen 21,8 Prozent der Schüler zu viele Pfunde herum, in Deutschland 26,6 Prozent.

    Fazit: Kulturelle Einflüsse bestimmen die Wahrscheinlichkeit mit der ein Mitglied der jeweiligen Kultur fettleibig, drogensüchtig oder sonstwie krank wird.

    Ändere die Kultur und du änderst das Leben von Vielen.

  54. @Holzherr: Symptome und Ursachen

    Mit Verboten bekämpft man aber doch nur die Symptome, nicht die Ursachen.

    Warum sind denn in den USA so viel mehr Menschen Opioid-Abhängig als in anderen Ländern? Vielleicht fällt bei Ihnen irgendwann doch noch der Groschen. Tipp: Es liegt sicher nicht an deren laschem Vorgehen gegen Drogenkriminalität.

    Und warum verwendet die Lebensmittelindustrie so viel Salz? Tipp: Es ist ein sehr billiger Geschmacksträger. Mit anderen Worten: Mit gesünderen, doch leckeren Lebensmitteln müssten eben entweder die Preise höher oder die Gewinne niedriger sein.

  55. @Stephan Schleim: Wie ich schon X-Mal geschrieben habe (auch in den Kommentaren zu diesem Beitrag) bin ich nicht für Verbote, sondern für weniger Drogenkonsum. Am besten freiwillig, wobei freiwillig bedeutet, dass die Gesellschaft und Kultur, den Drogenkonsum eher behindert als begünstigt.

  56. @ Herr “Holzherr”

    Dr. W mag Ihre diesige Einsicht :

    ‘Meine Schlussfolgerung: Egal ob legal oder illegal, der Drogenkonsum ist und bleibt ein gesellschaftliches Problem und die Gesellschaft tut gut daran, eine Atmosphäre zu schaffen, in der weniger Drogen konsumiert werden.’ [Herr “Holzherr”]

    Denn sie strahlt sozusagen Einsicht, Reflexion und Verhältnismäßigkeit aus, es gilt auch hier eine Güterabwägung vorzunehmen.
    “Sattmachende” Drogen bleiben aus diesseitiger Sicht streng prohibitiv zu bearbeiten.

    Denkbarerweise ist hier Dr. W auch mit dem werten hiesigen Inhaltegeber zusammen, diese Frage von Ihnen gestellte Frage ist wichtich (mittelniederdeutsch) :
    ‘Drogen destabilisieren die Gesellschaft?’


    Es ist schon so, dass Wirkstoffe nicht selten unterstützend waren, bei Kriegseinsätzen bspw. ist ein Nikotinverbot kaum denkbar, an der Flasche darf gerade dann auch genuckelt werden, auch Indolenz erzeugend, Dr. Webbaer verweist hier gerne auf bestimmten Inhalt aus dem Film “The Good, the Bad & the Ugly”, auch ist es so, dass er noch Zeitzeugen aus dem 2. Weltkrieg kennengelernt hat, nicht wenige, insofern kann, könnte es auch mit THC-Haltigem sozusagen klappen, Dr. W sieht hier Verdummungsmöglichkeit, mag abär auch Cem Özdemir, der hier wohl, denkmöglicherweise, nicht ungut sozusagen gesaugt hat.

    Drogen könnten für Gesellschaften tödlich sein, Dr. W sieht hier auch einen Zusammenhang mit der Unfreude i.p. Gebären bei zeitgenössisch weiblichem Personal.

    Insofern aus diesseitiger Sicht :
    Für i.p. Phantasie eher Unbegabte erklärt Dr. Webbaer nunmehr :
    THC-Haltiges für frei .

    Cooler wäre es natürlich schon sozusagen naturdrall (Stefan Raab, Zitat) zu sein, Dr. W ist eigentlich auch nur gelegentlicher Raucher und mag Bier.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der allerdings auch insbesondere vor Alkohol warnt, er wirkt persönlichkeitsverändernd, auch “THC” ist für “normale” Personen aus seiner Sicht nicht angeraten, Tabak kostet “nur” individuelle Lebenszeit, Nikotin, in sog. Verdampfern (die Dr. W aus soz. kulturellen Gründen ablehnt) womöglich gar nicht)

  57. An einer vollständigen Legalisierung weicher (d.h. weniger gesundheitsschädlicher) Drogen, zusammen mit Aufklärung und Prävention, führt nach meiner Einschätzung kein Weg vorbei. [Dr. Stephan Schleim, wenn auch apodiktisch formuliert]

    Weniger Konsum von gesundheitsgefährdenden Nahrungs- und Genussmitteln ist jedenfalls ein sinnvolles politisches Ziel weltweit. [Herr “Holzherr”, auch Wirkstoffe meinend]

    Dr. W rät an, auch i.p. Gesellschaftsbewahrung, partiell offen und partiell prohibitiv, streng prohibitiv, zu sein.

    Denkbarerweise ist der zivilisatorisch sozusagen böseste Wirkstoff in der Antikonzeption zu finden.

    MIt freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der auch sog. Abtreibung nicht sonderlich mag, von (einigen) politisch idR linken Kräften auch bis nach der Geburt (!) meinend)

  58. Was ist denn mit der Freigabe von LSD? Dürfte dann ja der nächste logische Schritt sein.
    Hoffentlich dann bei der nächstnen Ampel

  59. @Kerkel: LSD

    Man sollte es umdrehen und auf einer schlüssigen Begründung für ein LSD-Verbot bestehen. Der Gesundheit schadet dieses Mittel den mir vorliegenden wissenschaftlichen Informationen zufolge wohl eher kaum.

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