“Die Kinder werden zum Problem erklärt”

Die Entwicklungspsychologin Laura Batstra fordert ein Umdenken über ADHS

Laura Batstra ist Assoziierte Professorin für Heilpädagogik an der Universität Groningen in den Niederlanden. Nach ihrer Promotion über die Auswirkungen schwerer Geburten auf die Lebensqualität (2004) arbeitete sie mehrere Jahre in der Kinderpsychiatrie. Seit 2010 forscht sie an der Universität Groningen, wo sie inzwischen mit mehreren Preisen für ihre Lehre ausgezeichnet wurde.

2012 erschien ihr erstes Buch mit dem provokanten Titel (auf Niederländisch): “Wie beugt man ADHS vor? Indem man es nicht diagnostiziert.” 2017 folgte “ADHS: Macht und Missverständnisse.” In verschiedenen Projekten informiert Sie Eltern und Lehrer über ADHS oder unterstützt sie Feiern für Kinder, die sonst ausgegrenzt werden. Batstra ist außerdem Mutter von sechs Kindern.

Frage: Frau Batstra, wie lange beschäftigen Sie sich jetzt eigentlich schon wissenschaftlich mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Anm. S. Schleim)?

Batstra: Seit ich hier an der Universität arbeite, also seit 2010.

Warum interessierte Sie das Thema so sehr?

Nach meiner Promotion dachte ich, jetzt muss ich erst einmal Praxiserfahrung sammeln. So kam ich in die Kinderpsychiatrie, wo ich fünf Jahre lang als behandelnde Psychologin arbeitete.

Was ich dort sah, überraschte mich aber sehr. Mir begegneten viele Kinder, von denen ich dachte: Die sind doch ziemlich normal! Ich fand sie jedenfalls nicht sehr abweichend. Anfangs dachte ich, dass mir die Probleme vielleicht noch nicht auffallen, dass ich das erst lernen muss.

Die meisten meiner Kollegen kamen direkt von der Ausbildung und lernten dann in der Psychiatrie, die Kinder durch eine medizinische Brille zu betrachten. So wurden Verhaltensweisen schnell zu “Symptomen”.

Diesen und viele weitere Texte zum Thema finden Sie in meinem neuen eBook: Psyche & psychische Gesundheit. Heise Verlag, 2020.

Sie meinen, dass Ihre Kollegen einen anderen Ausgangspunkt hatten?

Ich war promoviert. Und was lernt man in der Wissenschaft? Kritische Fragen zu stellen und sich bei allem zu überlegen: Was machen wir hier eigentlich? Von welchen Annahmen gehen wir aus und stimmen die überhaupt? Die meisten anderen kamen direkt aus dem Studium der Psychologie, Pädagogik oder Heilpädagogik in die Klinik und hatten das nicht so ausgeprägt gelernt.

Meine Fragen wurden im Laufe der Zeit immer größer. Müssen wir immer gleich psychiatrische Diagnosen stellen? Und damals, also 2005-2010, galt für die Diagnose ADHS noch die Richtlinie, dass man gleich Medikamente verschreiben soll. Nur wenn die Eltern das nicht wollten oder die Medikamente nicht halfen, wurde Verhaltenstherapie durchgeführt oder bekamen die Eltern Begleitung.

Ich war anderer Meinung und machte den Vorschlag, die Reihenfolge umzudrehen: Also erst Therapie oder Begleitung und danach Medikamente. Davon war man in der Klinik aber nicht sehr begeistert. Da schaute ich mir die Forschungsergebnisse etwas genauer an und mir viel auf, dass es damals schon deutliche Hinweise darauf gab, dass man die Medikamente nicht zu schnell verschreiben sollte.

Wie sahen diese Forschungsergebnisse aus?

Es gab in den 1990er Jahren und dann insbesondere 1999 Studien, die sehr stark für die medikamentöse Behandlung sprachen. Diese wurden in der Wissenschaftswelt und in den Medien stark verbreitet. Schon wenige Jahre später gab es aber Untersuchungsergebnisse, die diese Erfolge wieder relativierten und die Pillen nicht mehr als Wundermittel erscheinen ließen, sondern stattdessen für die Verhaltenstherapie sprachen.

Ich machte meinen Arbeitgeber hierauf wiederholt aufmerksam, doch der wollte nichts davon wissen. Daher kündigte ich, denn ich wollte nicht länger unter den Richtlinien arbeiten, die Kindern so schnell Diagnosen und Medikamente verordnen.

Dann bewarb ich mich auf eine Forschungsstelle an der Uni mit dem Vorschlag, ob man nicht ein Stufenmodell einführen könne: Nicht gleich diagnostizieren, sondern erst die Eltern begleiten. Damit tanzte ich ziemlich aus der Reihe, denn man war felsenfest davon überzeugt, dass man für die richtige Behandlung mit der richtigen Diagnose anfangen müsse.

Woher kommt denn überhaupt dieses Denken, dass die psychiatrische Diagnose so wichtig sei?

Dafür gibt es nicht den einen Grund. An den Universitäten ist es leider immer noch sehr weit verbreitet. Einer meiner Doktoranden hat das als Forschungsthema. Und seine Untersuchung beispielsweise von akademischen Lehrbüchern zeigt eindeutig, dass man sehr stark in Begriffen von Störungen und Diagnosen denkt, die man dann biomedizinisch versteht. Dasselbe Muster haben wir leider auch in Informationsmaterial für Kinder gefunden: Da lernen sie, dass ADHS eine Gehirnstörung ist, für die es glücklicherweise Pillen gibt.

Dazu kommen eine Reihe von Interessenskonflikten. Nicht nur von der pharmazeutischen Industrie, sondern auch von Wissenschaftlern, die ihre Karriere auf diesem Thema aufbauen. Vergessen Sie auch nicht den Publikationszwang des heutigen Wissenschaftssystems. Und wir wissen alle, dass man schneller solche Veröffentlichungen bekommt, wenn man schöne positive Ergebnisse präsentiert. Das begünstigt Übertreibungen.

Denken Sie nicht zuletzt auch an die Lehrkräfte in den Schulen: Wenn es Probleme im Unterricht gibt und das Kind dann die ADHS-Diagnose bekommt, dann ist das eine Entlastung für alle Beteiligten. Oft verbessert sich dann die Beziehung zwischen Lehrkräften und Eltern und es scheint mehr Verständnis für das Kind zu geben. Wie Sie sehen, haben viele Parteien ein Interesse daran, das bestehende Denken über psychische Störungen aufrechtzuerhalten.

Ich denke, dass hier jetzt zwei Themen ineinanderspielen: Dass wir einerseits abweichendes Verhalten als Störung bezeichnen und es dann andererseits biologisch erklären. Sind das für Sie zwei Seiten einer Medaille oder doch zwei getrennte Vorgänge?

Die Situation wäre anders, wenn man die Störungsbegriffe nuancierter verstehen würde, etwa in dem Sinne: Wir verständigen uns jetzt darauf, ein bestimmtes Muster von Verhaltensweisen aus praktischen Gründen so-und-so zu nennen, beispielsweise ADHS. Es gibt aber viele Missverständnisse darüber, was so eine Bezeichnung eigentlich bedeutet. Und dadurch kommt es schnell zu Problemen.

Wenn man nämlich ADHS als eine neurobiologische Störung auffasst, dann lässt man Menschen mit dieser Diagnose fälschlicherweise glauben, dass sie eine Gehirnstörung hätten. Und das halte ich – sicherlich bei Kindern – für eine problematische Entwicklung.

Warum?

Aus verschiedenen Gründen. Wenn man mit der Überzeugung aufwächst, dass man ein krankes Gehirn hat, dann scheint mir das nicht gut für die Entwicklung zu sein. Dabei wurde das noch gar nicht genau erforscht, was diese Botschaft einem Kind vermittelt.

Dazu kommt, dass das Kind zum Problem gemacht wird. Man sagt: “Das ist ADHS und das ist in deinem Kopf. Du bist also das Problem und du musst behandelt werden.” Und was machen wir dann? Medikamente verschreiben. Oder vielleicht haben Sie schon von diesem neuen Hype gehört, dass man Kindern 6kg schwere, mit Sand gefüllte Westen anzieht, damit sie etwas länger auf einem Stuhl sitzen bleiben. So werden die in der Tat etwas ruhiger. (lacht)

Und diese strenge Diät ist zurzeit auch wieder in den Medien. Man gibt Kindern fünf Wochen lange vor allem Reis, etwas Geflügel und Birne. Mehr dürfen sie nicht essen. Dahinter steckt die Idee, dass die ADHS-Problematik durch Lebensmittelallergien verursacht würde.

So belasten wir aber die Kinder mit allen Arten von Behandlungen, zum Teil sehr schweren Behandlungen, während wir uns kaum noch mit der Umgebung beschäftigen. Denken Sie nur an den Stress, den Lehrkräfte heutzutage erfahren. Hierzu haben auch meine Doktoranden geforscht. Es ist doch nur logisch, dass erschöpfte Lehrkräfte weniger Ressourcen übrig haben, um auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen.

Ist das also Ihre Erklärung dafür, dass heute so viele Störungen diagnostiziert werden? Weil der Stress zunimmt und wir uns kaum mit der Umgebung beschäftigen?

Das ist meine größte Sorge, ja. Nicht nur der Arbeitsdruck nimmt zu, sondern denken Sie auch an Kinder, die in Armut aufwachsen. Zudem verändert sich die Umgebung so, dass lebhaftes Verhalten von Kindern schneller zum Problem wird.

Hier muss ich aber wieder an zwei Möglichkeiten denken. Einerseits könnte das lebhafte Verhalten von Kindern zunehmen. Andererseits könnte es aber auch bloß schneller als Problem wahrgenommen werden. Was trifft Ihrer Meinung nach eher zu?

Das ist eine sehr gute Frage und hierzu hat der (niederländische, Anm. S. Schleim) Gesundheitsrat einen Bericht erstellt, der 2014 unter dem Titel “Medikamente und Gesellschaft” veröffentlicht wurde. Darin kommt der Rat zu dem Ergebnis, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass Kinder heute lebhafter wären als früher. Vielmehr scheinen Lebhaftigkeit und fehlende Konzentration heutzutage schneller ADHS genannt zu werden.

Wenn ich das alles zusammenfasse, dann heißt das, dass wir heute als Gesellschaft lebhaftes Verhalten von Kindern weniger ertragen können – und dann aber die Kinder dafür verantwortlich machen und behandeln, indem wir ihnen eine ADHS-Diagnose geben.

Ja. Das sind in Wirklichkeit natürlich sehr komplexe Prozesse. Wenn Sie mich jetzt aber bitten, eine möglichst einfache Erklärung zu geben, dann läuft es darauf hinaus: Wir leben heute in einer Leistungsgesellschaft, in der alles immer besser, immer schneller und immer schöner sein muss.

Durch die steigenden Ansprüche kommen immer mehr Kinder – und übrigens auch Erwachsene – in Schwierigkeiten. Und wenn Sie erst einmal in solchen Schwierigkeiten sind, dann ist es eine große Entlastung, dafür entschuldigt zu werden: Es liegt nicht an dir, sondern an deiner ADHS.

Und dann kommen Sie daher und sagen, diese in der Gesellschaft verbreitete Geschichte stimme nicht. Wir müssten mehr an die Umgebung denken und sowohl Eltern als auch Lehrkräfte besser aufklären. Wie reagieren die Menschen denn darauf? Vor allem mit Widerstand oder danken sie es Ihnen auch?

Batstra: Anfangs war das nicht sehr angenehm und bekam ich viele wütende Reaktionen…

…vor allem von Eltern und Lehrern, von Wissenschaftlern oder von allen Seiten?

Ja, eigentlich von fast allen. Es gab sogar ein paar Psychiater, die meine Vorgesetzten hier an Universität unter Druck setzten. So bekam ich den Eindruck, als wolle man mich einschüchtern und mir den Mund verbieten.

Ist das etwas, das ich im Interview schreiben kann, oder sollen wir das besser für uns behalten?

Man macht sich damit keine Freunde. Aber ich denke doch, dass man solche Erfahrungen beim Namen nennen muss. Ich weiß auch sicher, dass ich nicht die Einzige war, der das widerfuhr.

Die meisten Menschen gehen Problemen doch lieber aus dem Weg und das kann ich auch verstehen. Gleichzeitig halte ich es aber auch für einen besorgniserregenden Mechanismus, dass kritisch denkende Menschen durch das psychiatrische Bollwerk so unter Druck gesetzt werden, dass sie ihren Mund halten. Warum kann man solche Probleme nicht ausdiskutieren?

Ich erfuhr auch viel Kritik von Eltern, die die Entscheidung getroffen hatten, ihre Kinder diagnostizieren und ihnen Medikamente verschreiben zu lassen. Und da gab es zwei Arten von Eltern: Die einen schrien solche Dinge wie “Laura Batstra gehört geschlachtet!” Die anderen waren höflicher und erklärten mir, dass ich solche Reaktionen provoziere, wenn ich meinen Standpunkt so stark vertrete. Davon habe ich viel gelernt. Heute formuliere ich das etwas vorsichtiger.

Es gibt natürlich auch Familien, die von den Medikamenten profitieren, und bei denen man froh darüber ist, dass es diese Behandlungsmöglichkeit gibt.

Widersprechen Sie sich das jetzt aber nicht selbst? Einerseits kritisieren Sie das biomedizinische Modell und jetzt räumen Sie ein, dass die Medikamente durchaus von Nutzen sein können.

Nein, so funktioniert das nicht. Es muss keine identifizierbare Gehirnstörung geben, damit die Medikamente wirken. Wir verwenden gerne Verlegenheit als Beispiel: Wenn Sie Alkohol trinken und nach ein paar Drinks weniger verlegen sind als vorher, dann heißt das natürlich nicht, dass sie eine Gehirnstörung haben.

Und Ritalin wirkt bei den meisten Menschen so wie Kaffee, bloß viel stärker. Den meisten Menschen hilft das dabei, die Konzentration vorübergehend zu verstärken.

Mir sind aber vor allem Studien geläufig, denen zufolge diese Stimulanzien eher subjektiv wirken, man sich dadurch besser fühlt, energiereicher und motivierter, um Aufgaben zu erledigen.

Schauen Sie, es ist immerhin ein Aufputschmittel. Diese Wirkung darf man von einem Aufputschmittel schon erwarten.

Im zweiten Teil des Interviews beschreibt Laura Batstra, wie sich das Denken über ADHS allmählich ändert. Sie erklärt auch, wie sie mit ihrem Ansatz Eltern und Lehrkräften beibringt, das störende Verhalten der Kinder stärker im Kontext zu verstehen und mit einfachen Regeln zu mäßigen.

Hinweis: Dieser Beitrag erscheint auch auf Telepolis – Magazin für Netzkultur. Titelgrafik: Alexas_Fotos auf Pixabay.

Veröffentlicht von

www.schleim.info

Die Diskussionen hier sind frei und werden grundsätzlich nicht moderiert. Gehen Sie respektvoll miteinander um, orientieren Sie sich am Thema der Blogbeiträge und vermeiden Sie Wiederholungen oder Monologe. Beim Gedankenaustausch darf es auch mal heiß hergehen, jedoch nicht beleidigend werden, vor allem nie unter die Gürtellinie gehen. Stephan Schleim ist studierter Philosoph, Psychologe und promovierter Kognitionswissenschaftler. Seit 2009 ist er an der Universität Groningen in den Niederlanden, zurzeit als Assoziierter Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Der Autor schreibt auch für zahlreiche andere Medien.

20 Kommentare

  1. Wenn ein Tiger den ganzen Tag an seinem Gitter auf- und abläuft, hat der ADHS ? Wenn ein Elefant, angekettet, ständig mit dem Kopf hin- und herschaukelt, hat der ADHS ?
    Wenn Kinder nicht ruhig sitzen können, haben die ADHS ?
    Die Einleitung mit den Tieren war gewollt. Den Kindern hat man in den Städten den Lebensraum genommen. Statt Spielplätzen bietet man Spielstraßen an, das ist schon bedenklich.
    Dann füttert man sie mit gezuckerten Lebensmitteln, Getränken mit Koffein, Spielzeug mit Weichmachern. Und wenn das noch nicht reicht, dann kommen die Gewaltvideos auf dem Smartphone oder im Netz.
    Worüber wundert man sich ?
    Die Gesellschaft ist krank, weil sie ihre Kinder nicht mehr schützt.

  2. Ich denke schon, dass es eine Diagnose braucht, bevor man zur Therapie schreiten kann.
    Nur sollten Anfangsdiagnosen vielleicht etwas vorsichtiger und bescheidener sein, als es eine Diagnose wie ADHS ist.
    Wie wärs denn mit der Anfangsdiagnose: Verhaltensauffälliges, hyperaktives Kind
    Mit solch einer Diagnose beschreibt man zuerst einmal ein Problem, dessen Lösung noch offen ist, während man mit der Diagnose ADHS gleich eine ganze Kaskade von sogenannten Standardtherapien in Gang setzt.
    In der Psychologie/Psychiatrie sind Symptome oft vieldeutig. Interesselosigkeit und Apathie beispielsweise passen bestens zu einer Depression, aber auch zu einer schizophrenen Episode ohne Wahn/Halluzination und nur mit Negativsymptomen. Interesselosigkeit und Apathie kann aber auch gar nichts bedeuten, es kann also eine normale Reaktion auf eine bestimmte Situation sein.
    Deshalb sollte man zurückhaltend sein mit hoch spezifischen Diagnosen.
    Ich verstehe aber gut, dass das Gesundheitssystem und die Eltern/Mitmenschen eine einordnende, eindeutige Diagnose einfordern. Denn solange es dir nicht gibt ist alles in der Schwebe – und damit kommen die wenigsten zurecht.

  3. @Holzherr: Unwissen

    In einem Fachaufsatz las ich einmal, dass man in Frankreich unter Umständen auch ohne so ein diagnostisches Etikett psychotherapeutisch arbeiten könne.

    Im Endeffekt läuft es dann vielleicht auf so etwas hinaus: Man geht mit einer Entzündung im Mundbereich zum Arzt und der diagnostiziert einem dann eine “periorale dermatitis”. Was jeder schon wusste, gibt’s dann noch einmal auf Latein. Das klingt ja schon irgendwie offiziell. Und die Krankenkasse ist auch zufrieden.

  4. Am wichtigsten ist sowieso, das Lebensumfeld des Kindes zu betrachten, unter welchen Umständen wächst es auf, was sind die familiären Umstände, was hat das Kind in seinem Leben schon erlebt, aber auch, wie ernährt sich das Kind, Medienkonsum etc.

    Zeigen sich in ein oder mehreren dieser Lebensumstände defizitäre Auffälligkeiten, so sollte es vorrangig darum gehen, die Lebensbedingungen zu verbessern (Sozialarbeit).

    Allein das kann dafür sorgen, dass die Symptomatik sich verbessert, und dann womöglich kein “ADHS” mehr diagnostiziert wird.

  5. Es ist immer dieselbe Diskussion. Akademisch (Theorie) versus Praxis.
    @ Martin Holzherr:
    ADHS ist eigentlich keine Diagnose, sondern ein Syndrom verschiedener psychischer Abweichungen von einer statistischen Norm. Es wird keine “Kaskade von Standardtherapien in Gang gesetzt”. Sondern es werden erstens mittels standardisierter Tests andere “Syndrome” ausgeschlossen, zweitens eine eingehende körperliche Untersuchung mit neurologischem Schwerpunkt und Labordiagnostik zum Ausschluss einer Stoffwechselstörung durchgeführt, weiterhin macht der Kinderarzt oder Kinder-und Jugendpsychiater eine eingehende Familienanamnese. Therapeutisch handelt er nach den aktuellen medizinischen Leitlinien.
    @ Peter:
    “Defizitäre Auffälligkeiten im Lebensumfeld des Kindes” werden natürlich eruiert und fließen in eine Therapie mit ein, wobei Änderungen im familiären Umfeld zB durch Familientherapie leider meist illusionär ist. Wie kann erklärt werden, dass zB nur eines von drei Kindern einer Familie ADHS-Symptome zeigt?
    Der Tenor des Beitrags ist, dass die Verhaltensstörungen gesellschaftlich verursacht seien und die Pharmaindustrie nur ihre Stimulantien verkaufen möchte.
    Das stimmt einfach nicht!
    Der Beitrag der heilpädagogischen Professorin “so kam ich in die Kinderpsychiatrie, wo ich fünf Jahre lang als behandelnde Psychologin arbeitete. Was ich dort sah, überraschte mich aber sehr. Mir begegneten viele Kinder, von denen ich dachte: Die sind doch ziemlich normal” unterstellt ärztlich unethisches Handeln. Er ist eben eine Meinung, aber sonst nichts.

  6. Rüdiger Mende,
    Wenn man für Kinder ein ADHS Syndrom konstruiert, was wäre ihrer Meindung nach das entsprechende Syndrom der Erwacchsenen ?

  7. Ich habe Probleme mit dem Begriff “Gehirnstörung”. Könnte nicht a priori zuerst die Prägung/das Muster da sein, was dann zu Störungen im Gehirn, also im Neurotransmitterhaushalt führt . Schell ist im frühkindlichen Alter ein Trauma eingefangen, was Kinder ,bedingt durch die nicht verarbeitete Situation, übererregt, also hyperaktiv macht, also permanent gestresst . Auch traumatisierte Eltern erziehen ihre Kinder in diesem Zustand. Das Gehirn was so permanent im Stressmodus ist, wird irgendwann das als normal als Persönlichkeitsanteil(ICH) ansehen und sich mit diesem Automatismus identifizieren . Diese “Störung” ist also fremd impliziert. Da diese Kinder bereits über eine sehr geringen Stresslinie verfügen, scheinen sie auf jeden Reiz übersensibel zu reagieren, was keine Krankheit ist sondern eine Empfindlichkeit/Konditionierung . Wenn sie dann noch von der Gesellschaft stigmatisiert werden, unter Druck gesetzt werden, kommen Ängste, Versagensängste, Drogen, Sozialisierungsprobleme etc…

  8. Hier unkommentiert der Link zu einem kürzlich in der WELT veröffentlichten Artikel zum Thema ADHS, ein Interview mit der Diplom-Psychologin Barbara Alm vom ZI Mannheim, wobei es um die Erwachsenen-ADHS geht:
    https://www.welt.de/gesundheit/psychologie/plus195344623/ADHS-bei-Erwachsenen-Leiden-Sie-an-ADHS-ohne-es-zu-wissen.html
    Leider ist der Artikel hinter einer Bezahlschranke, aber wer nur genau diesen Artikel lesen will kann ja vielleicht vom 1-monatigen kostenlosen Zugriff Gebrauch machen.

  9. @Richter: Erwachsenen-ADHS

    Bei suggestiven Fragen wie “Leiden Sie an X, ohne es zu wissen?” stellen sich mir bereits die Nackenhaare auf…

    …und der zweite Satz, “Die Symptome sind schon 1902 zum ersten Mal bei Kindern beschrieben worden”, ist schon mal historisch falsch. Wenn man als Diplom-Psychologin zu faul ist, gut in einer wissenschaftlichen Datenbank zu recherchieren (das Lernen die Psychologiestudierenden bei uns im ersten Jahr), dann sollte man wenigstens mal auf Wikipedia nachschlagen.

  10. @Rüdiger Mende zu Akademisch versus Praxis
    Ja, es sind vor allem die praktischen Auswirkungen, die zu einer Diagnose ADHS führen. Denn es handelt sich um Kinder im Schulalter, die aus Sicht des Lehrers den Schulunterricht stören und sowohl der Lehrer als auch der beigezogene Arzt wissen, dass beim Ausschluss einer anderen Diagnose eine Medikation und Therapie wie sie für ADHS vorgesehen ist, die besten Aussichten bieten für eine Besserung des Verhaltens des Schülers, so dass das Kind wieder tragbar für die Schule wird und sich seine Leistung verbessert.

    In meiner Bekanntschaft gibt es übrigens eine oder zwei Personen, die in ihrer Jugendzeit anamnestisch Symptome gezeigt haben, die heute zur Diagnose ADHS führen würden. Es ist für mich aber fraglich ob eine Medikation bei diesen Personen sie zu erfolgreicheren und besseren Erwachsenen gemacht hätte.

    Frage: Wie wirkt sich eine Lanzeittherapie mit Methylphenidat aus? Weiss man schon etwas darüber oder erfährt man später einmal ähnliche Dinge über Methylphenidat wie über die Opioide, die seit den 90er Jahren als potente Schmerzmittel beworben werden?

  11. @Querdenker (Zitat):

    Ich habe Probleme mit dem Begriff “Gehirnstörung”.

    Dieser Begriff wird von praktizierenden Psychiatern und Psychologen kaum verwendet. „Gehirnstörung“ wird verwendet um etwa eine Medikation zu rechtfertigen, denn eine Stoffwechsel- oder Neurotransmitterstörung im Gehirn kann gemäss der hier implizit angewendeten Argumentation nur mit einem medikamentösen Eingriff in die Hirnchemie behoben werden.

  12. @ Holzherr

    Denn es handelt sich um Kinder im Schulalter, die aus Sicht des Lehrers den Schulunterricht stören

    Ja, sie stören die anderen Schüler erheblich und können ganze Unterrichtsstunden durcheinander bringen, mitunter ist ihr soziales Verhalten den anderen Kindern gegenüber und den Lehrern so problematisch, dass ein Schulverweis droht. Emotional haben sie oft ca. zwei Jahre Entwicklungsrückstand.
    Zwei Personen, in ihrer Jugend anamnestisch mit ADHS-Symptomatik und jetzt “normal”, sind kein (statistischer ) Beweis für das Gegenteil.
    Langzeitfolgen durch MPHEN-Einnahme können sein Wachstumsstörungen, evtl nachlassende Wirkung auf Impulskontroll-Störung. Siehe wissenschaftliche Datenbanken
    Noch einmal: Die Therapie dieses Syndroms besteht aus 1. “Psychoedukation”
    von Kind und Umfeld, 2. Psychotherapie (meist Verhaltenstherapie) oder – wenn möglich – Familientherapie, 3. Medikamente wie Stimulantien oder Atomoxetin (siehe Wikipedia), 4. in Erprobung sind auch Neuro-Feedback-Verfahren.
    Bedingungen (Btm-Stimulantien dürfen nur verordnen aufgrund ihrer Fachkompetenz K-J-Psychiater, Kinder- und Jugendärzte, Erwachsenenpsychiater). Regelmäßige Therapieüberwachung durch Anthropometrie, Herz-Kreislaufuntersuchungen und Labor sind zwingend vorgeschrieben.
    Therapieziele müssen mit den Eltern, evtl. Jugendlichen besprochen werden.
    Und das muss immer wieder gesagt werden: Medikamente, hier Psychopharmaca, können nicht die Krankheit oder “Störung” heilen, ebenso wenig wie Antiepileptica ein Anfallsleiden heilen kann.
    Methylphenidat wirkt nicht als Neuroenhancer bei Menschen mit “normaler” Neurotransmitteraktivität (Dopamin, Noradrenalin, Glutamat) – auch wenn es manche Konsumenten erhoffen , kann aber einen Konsum von Speed und ähnlichen Drogen später bei Impulskontrollgestörten vermeiden helfen.
    In aller Regel werden die Kinder nur bei großem Leidensdruck einem Arzt vorgestellt!

  13. @Mende: Medikamente/Drogen

    Schön, dass Sie auch hier bei MENSCHEN-BILDER mitdiskutieren.

    Wissen Sie, wenn ich nur zehn Jahre später geboren worden wäre, hätte ich mit ziemlicher Sicherheit ADHS und wer weiß was noch alles diagnostiziert bekommen. Aber das war in meiner Schulzeit (80er/90er) noch nicht so in Mode. Meine “Therapie” bestand darin, ab dem 17. Lebensjahr alleine zu leben und ein paar Lehrer zu haben, die mich für keinen “Deppen” hielten (Bekenntnis eines Sitzenbleibers).

    …kann aber einen Konsum von Speed und ähnlichen Drogen später bei Impulskontrollgestörten vermeiden helfen.

    Das ist irgendwie schon ulkig: Ärzte verschreiben Speed und ähnliche Medikamente/Drogen (also z.B. Methylphenidat oder Amphetamin), um den Konsum von Speed und ähnlichen Medikamenten/Drogen vermeiden zu helfen. Aber wissen Sie: Je länger ich mich mit dem Thema beschäftige und auch unter Einfluss des Ansatzes zum instrumentellen Drogenkonsum von Prof. Dr. Christian Müller (UK Erlangen) kann ich mich mehr und mehr mit der Verschreibung dieser Medikamente/Drogen an Kinder, Jugendliche und Erwachsene anfreunden.

    Wenn man jetzt noch darauf verzichten würde, den Betroffenen eine “Gehirnstörung” anzudichten, sondern man schlicht offen sagen würde: Ihr seid halt nicht so, wie die Gesellschaft euch haben möchte: brav, produktiv, effizient und vor allem nicht störend!………

    (Am Wochenende beschäftigte ich mich gerade ausführlich mit Dr. Sigmund Freuds Kokainkonsum. Bei Gelegenheit einmal mehr hierüber.)

  14. @Mende: P.S. Take Your Pills

    Kennen Sie nicht zufällig jemanden mit einem Netflix-Konto? Dann schauen Sie sich doch bitte die amerikanische Dokumentation Take Your Pills (2018) an und sagen Sie mir hinterher Ihre Meinung.

  15. @Schleim

    Weil Sie autobiographisch argumentieren, so möchte ich auch mitteilen, dass ich über 33 Jahre eine kinder-und jugendärztliche Praxis führte, einige Jahre zusammen mit dem hiesigen Sozialpädiatrischen Zentrum einen Qualitätszirkel ADHS leitete und an dem KJ-Psychiatrischen Qualitätszirkel teilnahm. Somit glaube ich, eine gewisse praktische und theoretische Qualifikation zum Thema erlangt habe.
    Nach den Erfahrungen in den ersten Praxisjahren mit den „Störenfrieden, Klassenkaspern, Raufbolden“, die ganze Schulklassen aufmischen konnten, den Erfahrungen mit (impuls-) kontrollgestörten Jugendlichen, daraus resultierenden familiären Dramen und kriminellen Abgleitens war ich froh, mit entsprechender Therapie nach den wissenschaftlichen Leitlinien den Kindern und ihren Eltern endlich helfen zu können.
    Eine Argumentation basierend auf der Grundannahme, die Pharmakonzerne schafften psychische Störungen (den Begriff Krankheit will man vermeiden) wie ADHS aus Gewinngründen, greift da etwas zu kurz. Denn diese Patienten existieren und haben sich eine zeitlang vermehrt (ca. 5-8% der Grundschüler).
    Auch wenn „die“ Gesellschaft und “die” Umwelt an dem Problem mitverantwortlich sein mögen. Das kann man nicht durch Reden allein ändern.
    Paradoxerweise wirken die in der Dosis individuell titrierten Psychostimulantien nicht erregend und lusterzeugend wie die illegalen Drogen, sondern wirken konzentrationsfördernd und auf motorische Unruhe hemmend und fördern erwünschte soziale Interaktionen. Das hängt sicher mit einer Wirkung bzw. Regulation des gestörten Neurotransmitter-Stoffwechsels zusammen. Nennen wir es nicht Drogen- sondern Medikamenten-instrumentalisierend (Prof. Dr. rer. nat. C. P. Müller) Man muss sei eben sorgfältig anwenden.
    Sie nennen es „ulkig“ mit verordnetem Speed einen unkontrollierten Speedkonsum zu vermeiden.
    Amphetamin ist nicht Methylamphetamin! Es macht einen Unterschied, ob Sie früh eine Tasse Kaffee trinken, oder stündlich eine Tasse. (Übrigens erhalten Frühgeborene das psychoaktive Coffein als Atemstimulanz, medizinisch wohlüberlegt und in guter Absicht.)

    “Take Your Pills” handelt vom Mißbrauch von Ritalin u.a., nicht von überlegter medizinischer Anwendung. Es ist natürlich schlimm, wohin unsere neoliberale und inhumane Gesellschaft abgleitet, wenn es nur noch um bessere und mehr Leistung geht. Aber da helfen Pillen letztlich auch nicht.

  16. @Mende: individualistische Sichtweise

    Ihre Kompetenz in Ehren! Doch Sie sehen als Arzt das “System” (Kind plus Erwachsene/Institutionen/Umwelt) in der Regel erst dann, wenn es schon zum Problem gekommen ist – und eben mit Schwerpunkt auf das Verhalten des Kindes. Das heißt, selbst wenn die Ursachen für die Verhaltensprobleme eigentlich in der Umwelt liegen, bekommt doch in der Regel das Kind die Diagnose und Behandlung. Das ist eben die individualistische Sichtweise, wie sie in der Psychologie/Psychiatrie/Medizin gang und gäbe ist (und interessanterweise sehr gut zur Perspektive des Neoliberalismus passt).

    Dass Sie “helfen” wollten und wollen, bezweifle ich nicht; abhängig davon, wie man das Problem versteht, bieten sich eben auch verschiedene Formen von Hilfe an.

    Wie ich schon schrieb: Dass man das alles in den Mythos verpackt, es werde eine konkrete “Gehirnstörung” behandelt, halte ich für unehrlich und stimmt mich kritisch; dass die Pharmaindustrie hieran gut verdiente und verdient, das können Sie nicht bestreiten (etwa dreißigfacher Anstieg der Produktion von bsp. Amphetamin in den USA seit den frühen 1990ern, siehe noch einmal diese Abbildung einer gerade heute von mir erschienenen Forschungsarbeit).

    Der Ansatz von Laura Batstra erscheint mir eine vielversprechende Alternative. Ich bin natürlich Theoretiker und habe andere Blickwinkel als Praktiker wie Sie oder Batstra.

    Und die Unterscheidung zwischen “Medikamenten” und “Drogen” halte ich für ein soziales Konstrukt: Medikamente und Drogen im Wandel gesellschaftlicher Erwartungen

  17. @Mende: Dokumentation/Drogenmissbrauch

    Haben Sie die Dokumentation gesehen? Es geht darin ja auch um ärztliches Handeln, z.B. dem “Helfen” beim Funktionieren in Schule/Studium oder auch im Sport.

    Den Begriff “Drogenmissbrauch” versuche ich zu vermeiden, da in ihm eine starke moralische Wertung mitschwingt. Daher: instrumenteller Medikamenten-/Drogenkonsum.

  18. Aus dem Schlusswort Ihres Aufsatzes in Frontiers:

    “To ensure that psychiatric patients can consent to the best available treatment, it is essential, in my view, that they are informed in a neutral, pluralistic, and comprehensible way about all different options.”

    Neurowissenschaft könne auch hinsichtlich wissenschaftsphilosophischer Betrachtungsweisen und Behandlungsmethoden von psychischen Störungen integrativ sein, kann ich voll unterschreiben.
    Ich gebe auch zu, dass in den letzten zwanzig Jahren zu viel Stimulantien verordnet wurden, und dass sich die Pharmafirmen dabei bereichert haben. Ich weiss auch, dass die Diagnose- und Indikationsfindung nicht leicht ist und dass eine ziemliche Begriffsverwirrung in diagnostischen Manualen herrschte. Ich lernte inzwischen auch, dass eine Neutransmitter“störung“ (primär oder sekundär?) bei ADHS vorliegt. Und ich weiss, dass paradoxerweise korrekt indizierte und dosierte Mittel die Patienten-Probleme lindern können.
    Ich kann ein Schulkind, einem Kinderarzt vorgestellt wegen erheblicher Verhaltensauffälligkeiten daheim und in der Schule, häufigem Herumlaufen im Unterricht, Lernverweigerung, gehäuften Unfällen nach unkontrolliertem Klettern auf Bäume etc., nach Isolation von den peers, Bestrafung durch schlechte Schulnoten nicht mit philosophischen Gedanken und psychologischen Theorien „helfen“ (warum die Anführungszeichen?) und vertrösten, dass in vielleicht 6 oder 9 Monaten ein Familientherapeut verfügbar ist. Oder dass „die“ Gesellschaft sich ändern wird, oder die familiäre Situation. Kindern aus wohlhabenden Familien kann man ein Internat empfehlen, das die Kinder besser versteht und sie ihren kognitiven Anlagen gemäß fördert. Das sind philosophische Theorie auf der einen Seite und das Erleben und Arbeiten in der Praxis!

    PS Drogen und Medikamente: Drogen können durchaus Medikamente sein und umgekehrt (nicht moralisch gemeint).

  19. @Mende: Die Kinder werden zum Problem erklärt

    Womit wir wieder am Anfang wären, nämlich beim Titel des Interviews.

    In der Gesellschaft herrschen an verschiedenen Orten Mangel und Not; und die Kinder werden zum Problem erklärt.

    Sie als Arzt sind natürlich Teil dieses Systems; als Philosoph schau ich von außen darauf und habe daher auch mehr Freiheiten (und weniger pragmatische Not).

    P.S. Und inhaltlich: Die vermutete Neurotransmitterstörung möge man dann aber bitte im Einzelfall für die Diagnose im Patienten nachweisen; und man möge dabei nicht vergessen, dass auch hier ein normativer Störungsbegriff angewendet wird.

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