Ein CERN der deutschen Sprache

Überlegungen zu einem Dokumentationszentrum der deutschen Sprache in Mannheim  

Sprache ist überall. Sie findet sich auf unseren Smartphone-Bildschirmen, in Zeitungen, Zeitschriften und Druckerzeugnissen aller Art, in unseren privaten Notizen und in hunderttausendfach verkauften Romanen. Unsere Umwelt ist von Sprache durchdrungen – Beschriftungen und Beschilderungen reichern Orte mit Namen, Informationen und Verhaltenshinweisen an. Mündlich gebrauchen wir Sprache von „Guten Morgen“ bis „Gute Nacht“, zehntausendfach entweichen die Wörter jeden Tag aufs Neue unseren Mündern, um in noch größerer Zahl in anderer Menschen Ohren zu dringen. Technisch vermittelt trägt gesprochene Sprache auch über große Distanzen, ist heute im Internet leicht speicher- und auffindbar. Digitale Geräte unterstützen uns in unserer sprachlichen Kommunikation und werden zu neuen sprachlichen Akteuren, wenn uns beim Schreiben auf dem Handy Wortvorschläge unterbreitet werden oder wir Sprachassistenten Befehle erteilen. Lesen, schreiben, sprechen und zuhören werden technisiert und bringen neuartige sprachliche Phänomene und Verhaltensweisen hervor.

Das Hochdeutsche hat sich seit dem Ende des Mittelalters in einem lang andauernden, ungesteuerten Ausgleichsprozess aus den mittel- und oberdeutschen Dialekten entwickelt. Die neuhochdeutsche Schriftsprache, spätestens ab etwa 1800 im Großen und Ganzen in der Gestalt, wie wir sie heute kennen, hat sich ohne eine staatliche Einheit gewissermaßen von selbst ausgeformt. Bedeutende Autoren, allen voran zunächst Martin Luther, später nach vielen anderen Johann Wolfgang Goethe, hatten großen Anteil daran, aber niemand konnte Sprachgesetze oder Regeln für den gesamten deutschen Sprachraum erlassen und mehr als nur eine kulturelle Wirkung entfalten.

Bedingt durch die Tradition der deutschen Sprache keine Akademie

Die deutsche Sprache hat keine Akademie, die sie wie die berühmte Académie française zu vereinheitlichen und zu pflegen beauftragt ist. Es gibt auch keine Standardgrammatik und kein staatlich anerkanntes Wörterbuch. Der Duden wird von einem privaten Verlag herausgeben und hat schon lange keinen amtlichen Auftrag mehr. All das kommt nicht von ungefähr, sondern ist durch die Tradition der deutschen Sprache bedingt. Lediglich im Bereich der Rechtschreibung werden heute gemeinsam von Abgesandten der sieben offiziell deutschsprachigen Länder (Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien, Luxemburg, Liechtenstein, Italien/Südtirol) Regeln definiert, die danach durch die jeweils zuständigen staatlichen Stellen für den öffentlichen Schriftverkehr als verbindlich erklärt werden. Seine Geschäftsstelle hat dieser Rechtschreibrat am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim, der zentralen Forschungseinrichtung für die deutsche Sprache.

Wie das Wasser in einem Feuchtbiotop Tiere und Pflanzen umgibt, so umgibt die Sprache seit jeher die Mitglieder der deutschen Sprachgemeinschaft und entwickelt sich mit ihnen und in ihnen. Sie erscheint uns dabei oft so selbstverständlich gegeben, dass wir sie gar nicht wahrnehmen. Wie das biologische Ökosystem ist auch dieses kulturelle Ökosystem dazu in der Lage, sich an Umweltveränderungen anzupassen, und deshalb ständig im Wandel. Das kulturelle Fluidum der Sprache verändert kontinuierlich seine Zusammensetzung und sucht sich neue Strömungswege durch die Ebenen der Kommunikation. Es ist von großer Bedeutung, die Eigenschaften dieses Fluidums zu erforschen, nicht zuletzt um Veränderungen zu erkennen, die eine Störung des Stoffwechsels anzeigen. Dies ist etwa der Fall, wenn Teile des kulturellen Biotops nicht mehr miteinander verbunden sind und sich die Mitglieder der Sprachgemeinschaft nicht mehr miteinander verständigen können.

Ein neues Bild der Sprache

Das Bild von Sprache, das damit gezeichnet wird, ist eines der Variation und des Wandels. Seitdem mithilfe des Computers große digitale Text- und Sprachkorpora gesammelt und ausgewertet werden können, gibt es in der Sprachwissenschaft die Möglichkeit, derartige Wandlungs- und Differenzierungsprozesse systematisch zu erforschen. Untersuchungen werden auf der Basis umfangreicher Bestände realer Sprachdaten vorgenommen, ohne dabei, wie es früher vorkam, die Vielfalt sprachlicher Phänomene durch eine Auswahl passender Beispiele glätten zu müssen.

Die Sprachwissenschaft ist in fast allen ihren Bereichen zu einer Datenwissenschaft geworden, in der mit statistischen Mitteln die Feinheiten der sprachlichen Variation in einer Weise betrachtet werden, wie es bis vor wenigen Jahren noch undenkbar erschien. Dies betrifft Variation in unterschiedlichen Dimensionen: geografisch (Dialekte gegenüber der Standardsprache), gesellschaftlich (beispielsweise Jugendsprache, „Kiezdeutsch“ oder Fachsprachen), medial (etwa die Sprache in WhatsApp-Nachrichten) und bezüglich weiterer Dimensionen, in denen ein „Fingerabdruck“ des Sprachgebrauchs in den Datensammlungen zu ermitteln ist. Sprache wird dabei erstmals als das sichtbar, was sie trotz aller Steuerungs- und Bildungsanstrengungen immer gewesen ist: die evolutionär geformte kulturelle Hervorbringung einer Gemeinschaft von Menschen, und zwar einer Gemeinschaft in allen ihren Teilen.

Ins Goldene Zeitalter mit dem Internet?

Man könnte nun meinen, dass mit dem Aufkommen des Internets ein goldenes Zeitalter für die Dokumentation und Erforschung der deutschen Sprache angebrochen sei. Einerseits stimmt dies auch, weil tatsächlich Texte in riesiger Menge zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite eignen sich diese Texte nur sehr begrenzt dafür, die Vielfalt der Sprache zu erfassen. Beide Punkte verdienen nähere Betrachtung. Zunächst zur Menge: Die Menge an Texten, die im Internet prinzipiell zum Download zur Verfügung stehen, ist unüberschaubar. Dies betrifft auch ältere Buch- und Zeitschriftenpublikationen, die inzwischen in großer Zahl digitalisiert vorliegen. Gesprochene Sprache wird in Millionen von Videos auf Youtube und anderen Plattformen dokumentiert – die aktuelle Sprachverwendung, aber auch die historische in Fernseh- und Filmbeiträgen bis zurück zu den Anfängen dieser Medien in erstaunlich umfangreichem Maße.

Im schriftsprachlichen Bereich handelt es sich allerdings größtenteils um professionell geschriebene, redigierte und lektorierte Texte, die von vornherein für eine Veröffentlichung bestimmt waren. Was fehlt, sind Texte aus Schule, Verwaltung und Wirtschaft, aus dem beruflichen Alltag oder dem privaten Bereich, die alle keiner systematischen Qualitätskontrolle unterliegen und sich nur an einen kleinen Adressatenkreis richten. Gerade deshalb sind sie so wichtig, wenn der tatsächliche Sprachgebrauch erfasst werden soll. An diese Texte ist keineswegs durch eine einfache Internet-Recherche heranzukommen. Auch spontan, unkontrolliert und nichtöffentlich geäußerte gesprochene Sprache finden wir im Fernsehen oder auf Youtube nicht in nennenswerter Menge. Und die Kommunikation in den sozialen Medien bildet ebenfalls einen der vielen weißen Flecken auf der Landkarte der Sprachdokumentation, weil hier Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen der privaten Betreiber Download, Speicherung und Bereitstellung unterbinden. Die Übertragung all dieser Sprachbelege auf Server mit Langzeitarchivierung ist nämlich für die Dokumentation einer Sprache unerlässlich: Was heute gefunden oder erhoben wird, kann morgen schon wieder verschwunden sein, und deshalb ist die Übernahme der Sprachdaten auf spezielle Forschungsserver so wichtig.

Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim betreibt schon heute solche Server und stellt damit seine Sprachdatensammlungen der Wissenschaft und der Öffentlichkeit zur Verfügung. Doch handelt es sich dabei überwiegend um lizenzierte Zeitungs- und Zeitschriftentexte und nur zu einem geringen Teil um andere Textsorten. Wikipedia-Diskussionen finden sich zwar auf den IDS-Servern und auch einige Blogs mitsamt den jeweiligen Diskussionsbeiträgen, nicht aber größere Bestände von WhatsApp- oder Facebook-Chats, des Mailverkehrs aus Unternehmen und Behörden oder rein private Nachrichten. Auch reale Gesprächssituationen werden heute zwar erfasst, aber wegen des enormen Aufwands bei Erhebung und Aufbereitung nur in einem geringen Umfang.

Dokumentation der Vielfalt sprachlicher Kommunikation durch “Sprachspenden”

Die hier geschilderte Situation muss den Anlass dafür bilden, die deutsche Sprache der Gegenwart endlich auch in den vielen Bereichen systematisch zu dokumentiert, die bislang keine Berücksichtigung gefunden haben. Das kann nur durch ein Dokumentationszentrum der deutschen Sprache geschehen, das in persönlichem Kontakt mit den Mitgliedern der Sprachgemeinschaft um „Sprachspenden“ aus dem Bereich nichtöffentlicher Kommunikation wirbt und diese systematisch erhebt. Die erhobenen Sprachdaten werden der Wissenschaft zur Verfügung gestellt –im Zugriff abgestuft nach den von den Spendenden erteilten Berechtigungen. Nur ein solches Zentrum kann das notwendige Vertrauen bezüglich des rechtmäßigen Umgangs mit diesen sensiblen, oftmals privaten Daten aufbauen.

Aber wie werden die Menschen dazu gebracht, ein solches Dokumentationszentrum überhaupt aufzusuchen? Wie werden sie zu Sprachspenden motiviert und davon überzeugt, dass vertraulich und rechtlich einwandfrei mit diesen umgegangen wird? Eine attraktive Ausstellung zur deutschen Sprache ist es, was wir den Menschen bieten wollen und was sie veranlasst, zum Dokumentationszentrum zu kommen. In dieser Ausstellung soll es um Themen gehen, die in der Öffentlichkeit erfahrungsgemäß besonders großes Interesse hervorrufen, etwa Sprachwandel, der deutsche Wortschatz, das Deutsche in Europa und der Welt, Sprachen in Deutschland, Mehrsprachigkeit, politischer Sprachgebrauch und Propaganda, digitalisierte Kommunikation oder die Entstehung der deutschen Standardsprache und ihr Verhältnis zu Dialekten und anderen Varietäten. All das wird auf der Grundlage realer Sprachdaten dynamisch visualisiert und eröffnet vielfältige Möglichkeiten für einen interaktiven Umgang mit den Exponaten.

Ein einzigartiger Ort, in dem sich die Sprachgemeinschaft manifestiert

In einer solchen Ausstellung, die sich verbindet mit der Erhebung von Sprachdaten, werden die Besucherinnen und Besucher zu aktiv Beteiligten, denn sie selbst bringen den Ausstellungsgegenstand in das Dokumentationszentrum mit. Dadurch wird ein solches Zentrum zu einem einzigartigen Ort, an dem sich die deutsche Sprachgemeinschaft manifestiert. Darüber hinaus soll es den Besucherinnen und Besuchern ermöglicht werden, nicht nur durch ihre Sprachspenden am wissenschaftlichen Erkenntnisprozess mitzuwirken, sondern auch im Rahmen von Citizen Science-Projekten selbst sprachforschend tätig zu werden, beispielsweise im Bereich der Dokumentation von Dialekten. Anders als in einem „normalen“ Museum ist es dazu erforderlich, neben sprachbezogenen Informationen auch das Verständnis grundlegender sprachwissenschaftlicher Untersuchungs­methoden, etwa die Auswertung von Texten, die Analyse von Gesprächen oder die Durchführung linguistischer Befragungen, in der Ausstellung aufzubauen.

Die deutsche Sprache muss in diesem Dokumentationszentrum als das gemeinsame kulturelle Gut einer pluralistischen Gesellschaft dargestellt werden. Die gegenwärtig und auf kaum absehbare Zeit stark durch Migration geprägten deutschsprachigen Länder benötigen ein Bild von Sprache, das nicht exkludierend wirkt, sondern Wandel und Vielfalt der Sprache als etwas ansieht, das seit jeher in die deutsche Sprache ein­geschrieben ist. Das Konzept „Sprache“ wird in der öffentlichen Diskussion oftmals als eine Metapher für die innergesellschaftliche Kommunikation überhaupt genutzt. Das Bild der Sprache, das sich in der Öffentlichkeit verbreitet, ist somit von entscheidender Bedeutung, wenn es gilt, eine geeignete Auffassung dieser gesellschaftlichen Kom­munikation zu entwickeln, eine Auffassung, die inkludierend wirkt, gerade weil sie sprachwissenschaftlich fundiert ist.

Das CERN der deutschen Sprache in Mannheim

Ein solches Dokumentationszentrum der deutschen Sprache, das eine Ausstellung, eine Infrastruktur zur Datenerhebung, Forschungs- und Veranstaltungs­möglich­keiten umfasst, wird gegenwärtig in Mannheim geplant. Wir stellen uns dabei nichts weniger vor als ein CERN der deutschen Sprache, das zu einem Zentrum der datenorientierten Sprachforschung werden soll. Das physikalische Großforschungszentrum CERN in Genf kann als der Inbegriff einer wissenschaftlichen Institution angesehen werden, in der Daten erzeugt, erhoben und erforscht werden. Mittels riesiger Teilchen-Beschleuniger wird die Materie dazu gebracht, ihre Eigenschaften preiszugeben. Auf einem ausgedehnten Campus genau an der Grenze der Schweiz zu Frankreich werden die Datenbestände von internationalen Forschungsteams analysiert und zu Theorien über unsere materielle Welt verdichtet.

In einem CERN der deutschen Sprache werden die Menschen durch eine Ausstellung dazu gebracht, ihre Daten zu spenden, damit sprachwissenschaftliche Forschungsgruppen diese analysieren und daraus Theorien über unsere kulturelle Welt ableiten können. Ein solches Dokumentationszentrum der deutschen Sprache muss ein Ort sein für alle, die sich für die deutsche Sprache interessieren oder sie sprechen, wo auch immer sie leben. Dieses „kulturelle CERN“ muss als ein mitteleuropäisches Zentrum der deutschen Sprache verstanden werden, in dem das Deutsch aller sieben deutschsprachigen Länder und aller weiteren Länder, in denen es als Regional- oder Minderheitensprache anerkannt ist, berücksichtigt wird. Deutschland als das mit Abstand größte Land des deutschsprachigen Raums sollte sich dem in besonderer Weise verpflichtet fühlen.

Ein Anfang ist gemacht

Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Teil der von Bund und allen 16 Bundesländern finanzierten Leibniz-Gemeinschaft, hat vom Land Baden-Württemberg Mittel erhalten, mit denen gegenwärtig ein Masterplan für die inhaltliche und organisatorische Umsetzung erstellt wird. In der Stadt Mannheim gibt es seit geraumer Zeit Überlegungen, für dieses Vorhaben ein repräsentatives Grundstück am Rande der Innenstadt direkt am Neckar bereitzustellen. Mit einer namhaften Stiftung aus der Region wurden vielversprechende Vorgespräche geführt hinsichtlich der Errichtung eines Gebäudes, in dem die Ausstellung und die anderen Funktionsbereiche realisiert werden könnten. Über die Leibniz-Gemeinschaft werden Gelder beantragt, mit denen die wissenschaftliche Seite des Vorhabens gemeinsam von Bund und Ländern finanziert werden sollen. Weitere Finanzzusagen werden notwendig sein, um den an die Öffentlichkeit gerichteten Teil – Wechselausstellungen, Veranstaltungen, Vermittlung, Betrieb – zu verwirklichen. Trotzdem ist der Zeitpunkt gekommen, mit der Realisierung dieses Vorhabens nun tatsächlich zu beginnen.

In Mannheim besteht aber nicht nur wegen des Interesses und der Möglichkeiten relevanter Akteure – Leibniz-Institut, Stadt, Land und Stiftung – die einmalige Situation, ein solches, weltweit einzigartiges Zentrum für eine bedeutende Kultursprache zu realisieren. Mannheim, seit jeher eine internationale Stadt, nicht als eine Hauptstadt mit nationalem Anspruch versehen, unweit der Wiege der neuhochdeutschen Schriftsprache an der Grenze des mitteldeutschen zum oberdeutschen Sprachraums gelegen, mit hervorragenden Verkehrsverbindungen in alle deutschsprachigen Regionen, ist ein idealer Ort, um jetzt dort ein solches Dokumentationszentrum zu verwirklichen.

Ein Dokumentationszentrum der deutschen Sprache kann vielleicht einmal ein Ort werden, an dem die Sprache zu sich selbst kommt, weil sich die Sprachgemeinschaft dort für ihre Sprache zusammenfindet. Dabei muss es uns für den deutschsprachigen Raum um die Erfassung der Vielfalt und des Wandels unserer Sprache gehen, aus dem schon immer ihre Leistungsfähigkeit erwuchs. Und damit kann ein solches Dokumentationszentrum als das sprachliche Abbild der Pluralität unserer freiheitlichen Gesellschaft verstanden werden, die sich immer wieder auf eine Vorstellung dessen, was das Gemeinsame ausmacht, zu einigen hat.

Dieser Beitrag ist auch im “Sprachreport” erschienen, der Zeitschrift des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache.

Beitragsbild: Das Experiment “Cloud” am CERN (Quelle: CERN)

Henning Lobin

Veröffentlicht von

www.lobin.de

Henning Lobin ist seit 2018 Direktor des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim (Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft) und Professor an der dortigen Universität. Zuvor war er ab 1999 Professor für Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 2007 bis 2016 leitete er dort das interdisziplinäre Zentrum für Medien und Interaktivität, in dem die Auswirkungen von neuen Kommunikationsformen auf Wissenschaft, Kultur und Bildung untersucht werden. Seine Forschungsschwerpunkte bilden die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Sprache, Texttechnologie und die multimediale Wissenschaftskommunikation. Gegenwärtig ist er u.a. Mitglied des Fachkollegiums "Sprachwissenschaft" der Deutschen Forschungsgemeinschaft, germanistischer Fachbeiräte von DAAD und Goethe-Institut und des Forschungsbeirats der Stiftung Wissenschaft und Politik. Bei den SciLogs ist Henning Lobin Autor des Blogs "Die Engelbart-Galaxis" und Gast-Autor im Blog "Wissenschaftskommunikation hoch 3" der ACATECH, für die er auch als externer Experte für Fragen der Wissenschaftskommunikation in sozialen Medien fungierte. Lobin ist Autor von sieben Monografien und hat zahlreiche Sammelbände herausgegeben (Bücher bei Amazon, bei Buch.de und im Buchhandel). Zuletzt erschienen: Engelbarts Traum (Campus, 2014, polnische Übersetzung 2017). Im August 2018 ist im Metzler-Verlag erschienen: Digital und vernetzt. Das neue Bild der Sprache.

96 Kommentare

  1. Noch schwieriger als gesprochenes Deutsch zu erheben, ist es wohl gesprochenes Chinesisch zu erheben – theoretisch mindestens, denn es gibt sehr viele Varietäten von Han-Chinesisch. Praktisch allerdings nicht, denn nirgendwo gibt es mehr Kameras und Mikrofone als in chinesischen Schulen und überhaupt in der chinesischen Öffentlichkeit.

    Aber auch in Deutschland sprechen immer mehr Menschen in die mithörenden Lautsprecher etwa von Amazon (siehe Amazon Echo). Nur ist das kaum je freie Sprache, sondern vielmehr Sprache eingesetzt zum Zweck, Befehle abzusetzen. Allerdings hört Alexa im Always-On Modus ständig mit was gesprochen wird – auch in den Schlafzimmern. Viele Sprachforscher müssen da geradezu neidisch sein, neidisch auf einen Konzern, der soviel Sprachdaten gratis geliefert bekommt.

  2. Und die Kommunikation in den sozialen Medien bildet ebenfalls einen der vielen weißen Flecken auf der Landkarte der Sprachdokumentation, weil hier Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen der privaten Betreiber Download, Speicherung und Bereitstellung unterbinden.

    Verdacht : Dort, wo nicht “treudoof” gehandelt wird, wird freiwillig ausgesagtes Wort im Web germanistisch-linguistisch heutzutage ausgewertet.
    Wenn so offen im Web verfügbar.

    MFG – WB

  3. Selbst naturwissenschaftlich betrachtet zeigen Sprachentwicklung und -verbreitung interessante Phänomene und sind Anlass für viele Fragestellungen. Beispielsweise bietet es sich an, die Entstehung neuer Worte, neuartiger Formulierungen und Redensarten mit biologischen Prozessen wie Mutation und Selektion zu vergleichen und ihre Ausbreitung mit den Mitteln der Epidemiologie zu erforschen.

    Ein CERN der Sprachforschung muss sich wohl wie das CERN der Teilchenphysik der allerneuesten Suchmethoden und -maschinen bedienen, um wirklich neue Erkenntnisse hervorzubringen. Und es muss ähnlich wie das reale CERN einen grossen Ring besitzen, in dem der Sprachstrom, in dem die Sprachpartikel erfasst und angezapft werden und dann an einer Vielzahl von Detektoren vorbeigeleitet werden, an Sprachdetektoren, die den Strom von Sprachpartikeln auf ganz unterschiedliche Weise analysieren. Sprache ist ja Zeuge ganz unterschiedlicher geistiger Prozesse von der Aneignung der äusseren Welt über die Auseinandersetzung mit anderen Ansichten bis zur unfreiwilligen Offenbarung von Denk- und Verarbeitungsfehlern, die sich in der Orthographie, der Syntax oder der (falschen) Wortstellung offenbaren, wobei bei Benutzung digitaler Eingabehilfen noch falsche Vorschläge des Systems dazukommen oder sich Schwächen in der automatischen Korrektur zeigen, welche etwa Wortverdoppelungen oder falsche Wortstellungen nicht erkennt.

    Man kann sich vorstellen, dass auch das linguistische CERN – ähnlich zum realen CERN – seine Daten in mehrmonatigen Läufen verarbeitet und dabei nach Abweichungen vom „Hintergrund“ in Form von „Bumps“ (siehe:
    CERN’s About to Release Details on Tantalising ‘Bumps’ in Large Hadron Collider Data) sucht um dann beim Überschreiten einer Schwelle der Öffentlichkeit eine neue Entdeckung, ein neues Sprachpartikel, zu verkünden. Der ganze öffentlichkeitswirksame Prozess kann dann selbst wieder in neue Sprachschöpfungen einmünden, indem man beispielsweise nicht mehr nur vom Data-Mining, sondern auch vom Sprach-Mining spricht.

    • Beispielsweise bietet es sich an, die Entstehung neuer Worte, neuartiger Formulierungen und Redensarten mit biologischen Prozessen wie Mutation und Selektion zu vergleichen und ihre Ausbreitung mit den Mitteln der Epidemiologie zu erforschen.

      Memetik, vgl. auch mit ‘Meme’, Dawkins, vgl. mit “The Virus of the Mind” (Brodie, das war der, der angeblich bei der Rechtschreibprüfung mit M$ Word die rote Unterstreichung erfunden hat)-
      MFG – WB (der “Sprach-Mining” als Data-Mining versteht)

      • Mit Brodie hat sich Dr. Webbaer übrigens auch einige Zeit persönlich auseinandersetzen können, steifer Bursche.

    • Man kann sich vorstellen, dass auch das linguistische CERN – ähnlich zum realen CERN – seine Daten in mehrmonatigen Läufen verarbeitet […]

      Sog. ‘Läufe’ meinen ja statistische Auswertung von großer Datenbasis, von sozusagen Big Data, sie ‘laufen’ allerdings nicht ‘mehrmonatig’, sondern dürfen schon, auf gesondertem Gerät, auf das Datenbasen in Kopie transportiert worden sind, ohne das Tagesgeschäft, die Interaktion mit der idR relationalen Datenhaltung, sog. RDBMSe sind gemeint, zu stören, nicht mehr als einige Stunden dauern.
      Und fast täglich wiederholt werden.
      In Unternehmen der Wirtschaft mit ebenfalls großen Datenbasen ist dies so.
      Ansonsten natürlich gerne Zustimmung, bei bestimmter empirischer Dichte darf dann irgendwann, gerne auch zeitnah, verkündet werden, dass ein neues Wort mit teils beträchtlicher sozialer Akzeptanz gefunden worden ist.
      Bundesdeutsch und im Linguistischen dann auch ein sog. Wort des Jahres oder Unwort des Jahres, je nachdem, wie die politische Befindlichkeit so ausfällt.
      Oder einfach nur so, im nicht-aktivistisch-linguistischen Sinne.
      Die Idee ist abär gut, also auf Datenlagen des Webs zu schauen.
      MFG – WB

  4. Durch den Gebrauch der englischen Sprache in der Wissenschaft schwappen immer mehr englische Sprachgewohnheiten ins Deutsche. Beispiele :

    In 1965 passierte das und das an Stelle von : 1965 passierte das

    Dieses In ist völlig überflüssig und früher auch überhaupt nicht üblich gewesen. Aber es wird heute fast immer gebraucht und es fällt den Menschen auch nicht mehr auf. Dieses In wird heute sogar in den Nachrichen von ARD und ZDF benutzt. Es werden unsinnigerweise Anglizismen gebraucht, die überhaupt nicht notwendig sind. Und manche Menschen gebrauchen die englischen Worte eingedeutscht, nur weil ihnen keine vernünftige deutsche Übersetzung einfällt. Da wird von einem vulnerablen System gesprochen an Stelle eines instabilen verletzlichen Systems. Ich habe auf einem (Parallel-) Blog das Wort “scientifisch” an Stelle von wissenschaftlich gelesen. Und extrem ist immer wieder der Gebrauch des englischen Wortes control ! controled landing heißt nicht kontrollierte Landung sondern gesteuerte Landung. Und der Controler ist nicht jemand, der einen Prozeß überwacht, sondern derjenige der den Prozeß steuert. Aber das schein den Menschen nicht klar zu sein.

    Ich schreibe das hier nur, weil ich so etwas als Kulturverlust empfinde. Sprache lebt, aber doch nicht in dem man englische Phrasen ins Deutsche übernimmt, wo es deutsche Phrasen gibt. Wird denn in 50 Jahren keiner mehr deutsch reden sondern alle nur noch denglisch ? Ich werde in 50 Jahren nicht mehr leben, aber die Anfänge erlebt man sehr deutlich heute schon.

    Ein CERN der deutschen Sprache ist dringend notwendig. Viel Erfolg Herr Lobin

    • Womöglich ist ‘in 1965’ sprachlich klarer als ‘1965’ (“Tausendneunhundertfünfundsechzig”), ‘scientifisch’ ist aus diesseitiger Sicht nicht das Gleiche wie ‘wissenschaftlich’, sofern (absolutes) Wissen und nicht Erkennen gemeint ist.
      Die Sprache lebt natürlich, in der englischen Sprache werden täglich neue Wörter geboren, womöglich ist dort bereits die Millionen-Grenze überschritten, auch im Deutschen wird stets sprachlich geneuert, und Fremdwörter dienen oft dazu sich ein wenig aufzublasen oder zumindest (andere) zu irritieren versuchen, auch Konnotationen meinend.
      Empfohlen bleibt aus diesseitiger Sicht immer die etymologische Rückführung, die Altvorderen haben um jedes Wort, um jeden Laut gerungen, nicht gut wäre es hier individuelle Sprachmacht abzugeben, anderen zu lauschen und zu folgen, wie Wörter zu nutzen seien.
      Zur ‘Kontrolle’ :
      -> https://www.etymonline.com/search?q=controll
      MFG – WB

      • Auch im Niederländischen ist die Präposition ‘in’ vor der Jahreszahl üblich. Das Deutsche hat (hatte?) hier eine schwer nachvollziehbare Lücke. Übrigens ist es mit den Anglizismen in Holland wohl noch etwas schlimmer als in Deutschland. Es wütet ein Streit um die Anglisierung des Hochschulsystems. Lotte Jensen (Uni Nimwegen) veröffentlichte zu diesem Thema gerade “Against English” (https://www.lottejensen.nl/)

        • ‘Trump werd gekozen in 2016.’ – müsste so stimmen, allerdings wird auf die Präposition ‘in’ manchmal auch verzichtet.
          Dr. Webbaer mag die niederländische Sprache, die Aufgabe eigener Sprache bedeutet Aufgabe von Diversität und Kompetitivität.

    • In 1965 passierte das und das an Stelle von : 1965 passierte das

      Nun früher gab es die Formulierung “Im Jahr (des Herrn) 1965 passierte das”.

      Dieses ist heute nicht gebräuchlich, aber wohl nicht englischen oder amerikanischen Ursprungs.

    • In 1965 passierte das und das an Stelle von : 1965 passierte das

      Nun früher gab es auch die Version “Im Jahr (des Herrn) 1965 passierte das”

      Das war eine frühe Version, die heute nicht mehr gebräuchlich ist aber nicht vom Englischen beeinflusst war.

      Gruss
      Rudi Knoth

  5. Herr Lobin,
    fragmentarisch…

    Sprache ist abstrakt. Das was Sie in Ihrem Artikel wünschen und beschreiben wird sicherlich nicht vom CERN verkörpert. Die CERN Analogie respektive der CERN Vergleich treffen nicht zu. CERN basiert im Wesentlichen auf Teilchenbeschleunigern. Dort werden keine natürlich vorkommenden physischen Körper (Protonen, Blei- und Goldkerne) und postulierte elementare Entitäten (Elektronen als Elementarteilchen) untersucht, sondern künstliche Hoch-Energieverhältnisse mittels Kollisionen derer untersucht. Da postulierte Quarks nur ca. 1% der Nukleonenmasse ausmachen besteht bei einer Kollision im TeV-Bereich die Kollision im Wesentlichen aus der Kollision von unbestimmter Bindungs- und Bewegungsenergie.

    An Richard Feynman’s Aussage

    It is important to realize that in physics today, we have no knowledge of what energy is.”…

    Es ist wichtig, einzusehen, dass wir in der heutigen Physik nicht wissen, was Energie ist.“…

    hat sich bis heute nichts geändert.

    Fazit: »Freie Parameter lastige« Theorieansätze« ( folge-basierend auf QED, QCD, E(lektro)S(chwacher Theorie) ) und mehreren Dutzend postulierten Theorieobjekten (~ 60) und deren postulierten Wechselwirkungen, die sich nicht direkt beobachten lassen bestimmen das Geschehen. Es regt sich zu diesem Thema prominenter wahrnehmbarer Widerstand, siehe exemplarisch die Ausführungen der Theoretischen Physikerin Sabine Hossenfelder, diese schreibt in Ihrem Blog grobsprachlich “Sachen” wie

    …”A video about a new scientific instrument whose funding is being discussed should leave the watcher with an reasonable impression what the instrument will do…
    …Of course the physicists watching this see nothing wrong with this. Because they know it’s bullshit. And they have gotten used to this bullshit, so they think it’s just business as usual. The moral corruption that has happened here is remarkable.”

    Quelle Blogartikel “CERN produces marketing video for new collider and it’s full of lies” Kommentar 7.Dezember 2018 [7.28 AM] Sabine Hossenfelder

    Zu Ihrem Verständnis zum Thema Sprache übersetzt: Es werden keine vorkommenden Sprachelemente sondern aus diesen künstlich erzeugte stark sprachtheoriebeladene Sprachkonstrukte untersucht…

    Das Gros der Menschen des frühen 21.Jahrhunderts verfügt – “konträr zum angewandten technischen Fortschritt” – nur über eine einfache Lese- und Schreibfähigkeit, die durch den täglichen Gebrauch von „SMS, Twitter & Co“ genährt wird.

    Es existiert ein Dilemma[*], dessen Ursachen mit dem politisch gewollten Ausschleichen primärer Bildung in direkter Verbindung stehen. Die Lese-Schreib-Fähigkeit nähert sich Schritt für Schritt dem funktionalen Analphabetismus und die Fertigkeit kurze, formal präzise Mitteilungen im Sinne rational logischer Möglichkeiten weiterdenken zu können wird nur selten erlernt. Dieser, aus vielerlei Sicht, traurige Ist-Zustand gilt auch für akademisch ausgebildete (junge) Leute, zumal dessen reales Bildungsniveau, bis auf Ausnahmen, nicht (mehr) den Standards einer fundierten Wissenschaftsorientierung entspricht.

    Es kann also sein, daß ein (junger) theoretischer Physiker beispielsweise Supersymmetrie “fordert” aber keinen Satz formulieren kann, der interdisziplinär verstehbar und argumentativ nachvollziehbar diese Forderung beschreibt sowie begründet. Wobei hier „gerechterweise“ bemerkt werden sollte, daß der Wunsch respektive die Forderung, das sich Natur nach einem mathematisch formalen Diktat zeigen muß, aus rational logischer und erkenntnistheoretischer Sicht eh nicht realisieren lässt. Der supersymmetrienotwendige Denkstatus verbleibt lokal in einer abstrakten Glaubensuntermenge und erreicht u.a. „mangels Masse“ nicht einmal die Konzeptionsebene religiöser Bekenntnisse.

    [*] Somit kommt weder eine komplexere Aussagegestaltung noch eine aphoristische Form der Beschreibung in Betracht. Das Verstehen einer „Schrift“ – insbesondere mit neuen, ungewohnten, alternativen Ansätzen – lebt von der notwendigen Leichtigkeit des Betrachters im Umgang mit Textobjekten. Jemand der schon Schwierigkeiten hat, überhaupt lesen zu können, fehlen die spielerischen Möglichkeiten. Es fehlt (freie) Kapazität sich auf den Inhalt konzentrieren zu können.

    …”Kriese, schwehr, sesonal, Vortschritt, proffesionel, anderst, außländisch, akresiv, expliziet, ziehmlich, imäns: So schreiben heutzutage nicht Grundschüler, sondern Studenten. . ..” Siehe den Beitrag Akademisches Prekariat (https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/akademisches-prekariat/) von Josef Kraus, April 2017 …

    Auch lesenswert: Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt Vom Umgang der Deutschen mit ihrer Sprache und wo die Pädagogik versagt hat (https://www.kas.de/web/rp/veranstaltungsberichte/detail/-/content/-die-grenzen-meiner-sprache-sind-die-grenzen-meiner-welt-) von Josef Kraus, November 2015

    • Die CERN Analogie respektive der CERN Vergleich treffen nicht zu.

      ‘CERN’ ist von ‘Conseil européen pour la recherche nucléaire’ abgeleitet und ‘nuklear’ meint den Kern, wie ja auch in ‘CERN’ herauslugend.
      ‘Nucleus’, ‘Nuss’ und so.
      Im übertragenden Sinne prallt auch Sprache aufeinander.
      Hier – ‘Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.’ – stimmen einige auch nicht umfänglich zu.

      MFG – WB

      • Tja, warum der Vergleich inhaltlich nicht zutrifft habe ich ja bereits erklärt. Wenn ich mich richtig erinnere, hat die Bloggerin Susanne M. Hoffmann sich sinngemäß „so dazu“ geäußert, »Wenn jemand meine Ausführungen beim ersten Lesen nicht verstanden hat oder verstehen will, nützt es nichts, diese zu wiederholen.«

        Verstehen Sie meine folgenden Ausführungen als pädagogisch motiviert und zur Unterhaltung der Kommentarleser.

        Beispiele (teils von den Verfassern willentlich) irreführend oder falsch angewandter Sprache.

        Propaganda und Euphemismus ersetzen respektive “sind” nicht reale Handlungen. Wenn der Faschist sagt, er wäre keiner, so bleibt er letztendlich Faschist, wenn er sich als solcher aufführt.

        Teilchenphysiker benutzen generell den phänomenologisch falschen Begriff Zerfall, obwohl sie Umwandlungen meinen. Zerfall würde bedeuten, die Zerfallsprodukte waren (allesamt) Bestandteile des Zerfallenden. Dem ist aber nicht so, zumindest nicht im Rahmen der theoretischen Implikationen und Postulate des Standardmodells der Teilchenphysik (SM).

        Der „Einkommen“ eines Bundestagsabgeordneten wird Diät bzw. Abgeordnetenentschädigung genannt. Im heutigen Sprachgebrauch wird Diät als etwas Minimalistisches verstanden, der Begriff Entschädigung suggeriert, daß es zu einem Schaden gekommen ist.

        Arbeitslose werden vom Jobcenter Kunden genannt, Kunden der Krankenhäuser und Arztpraxen werden Patienten genannt.

        Begriffe wie Heuristik, Approximation und Algorithmus machen nur dann Sinn, wenn diese sowohl in ihrer ursprünglichen als auch in der modernen Form verstanden werden. Sprache ist abstrakt und „verführerisch“. Eine beispielsweise heuristische Reduktion ist ein inhaltlich “unnötiges” Konstrukt, da die Heuristik bereits „die“ (Informations-)Reduktion enthält.

        Denken Sie mal nach. Es gibt zahlreiche sprachliche Formulierungen, die mit dem realen Handeln wenig bis gar nichts zu tun haben. CERN ist nicht das, was es sein könnte. Herr Lobin’s Wunsch »CERN für Sprache« ist nicht das, was er im Blog-Artikel beschreibt.

        Aus reiner Neugierde, was bedeutet Dr. Webbear? Eine Parodie auf akademische Titel, ein Kommentarschreiber mit Doktor-Titel, der sich zum Kommentieren ein Bärenkostüm anzieht? Ein sprachliches Zufallsprodukt?

        • Aus reiner Neugierde, was bedeutet Dr. Webbear?

          Ein als solches erkennbares Pseudonym.
          Eine gewisse Semantik gehört im Sinne der Webfolklore hinzu.

          Herrn Henning Lobin wird zugestimmt.

          Sprache funktioniert ja so, dass sich gegenseitig sozusagen angegrunzt wird und auf Grund gewisser Filter (“Shannon-Weaver”), kodierter Inhalt abstrahiert oder dekodiert wird, in der Hoffnung, dass der Inhalt des Gebers dem Inhalt dem Nehmers zumindest halbwegs entspricht.
          Die Schrift ist ein wenig feiner, ändert aber nichts am geschilderten Grundzusammenhang.

          I.p. “CERN” mögen Sie, Herr Freyling, nun aber womöglich doch zustimmen wollen, dass der Vergleich nicht schlecht gewählt ist.

          MFG
          Dr. W

    • Bonuskommentar hierzu :

      Das Gros der Menschen des frühen 21.Jahrhunderts verfügt – “konträr zum angewandten technischen Fortschritt” – nur über eine einfache Lese- und Schreibfähigkeit, die durch den täglichen Gebrauch von „SMS, Twitter & Co“ genährt wird.

      Das ist ein interessanter Befund, den der Schreiber dieser Zeilen, nach Lektüre von Geschäfts- und Privatbriefen bis ins frühe 19. Jahrhundert reichend, bestätigt.
      Also vergleichend, damals konnte anscheinend auf vglw. hohem sprachlichen Niveau sich ausgetauscht werden, allerdings weiß Dr. Webbaer nicht, ob damals nicht vielleicht Schreiber, besonders ausgebildete Kräfte herangezogen sind für derartigen Schriftverkehr oder ob sich schlicht persönlich besonders “zusammengerissen” worden ist, um einen Brief zu verfassen.
      Was heutzutage in sog. Social Media so geschrieben, so abgesondert wird, ist ja oft recht “lässig” gehalten, auch absichtlich so, vielleicht können einige doch besser, als sie benachrichtigen.
      An sich sollte der zunehmende Schriftverkehr im Web zivilisatorisch, wie gemeint, die Sprache eher verbessern, also auch die Schrift.

      Es ist halt nicht klar, wer früher vom Schreiben generell abgehalten worden ist.

      Das Web müsste zivilisatorisch bilden, auch die Sprache meinend, niemand wird gerne mit Nachricht im Web “abgekanzelt”, “weggehüstelt”, “ausgesondert”, “verlacht” und “eingemacht”, weil es sprachlich verhunzt worden ist.
      Korrekt bleibt abär die Beobachtung, dass es sprachlich, auch bei journalistischen Kräften, auch bei wissenschaftlichen teils recht mau aussieht.

      MFG – WB

  6. @Dr. Webbaer

    Sie haben scheinbar keinerlei Sprachgefühl. Ich habe 1965 ein Fahrrad bekommen und nicht in 1965. Und 1982 wurde Kohl Kanzler und nicht in 1982. Und damals wurde auch neunzehnhundertzweiundachtzig gesagt, oder haben Sie das schon wieder vergessen ? Im Deutschen braucht man kein in um ein Ereignis auf eine Jahreszahl zu beziehen. Das wird erst notwendig, wenn keine konkrete Jahreszahl da steht. Z.B. Im Jahr der Geburt von Helmut Kohl gab es einen trockenen Sommer. Und das hat nichts mit klarer Ausdrucksweise zu tun, sondern nur mit Sprachkultur und Sprachkenntnis .

    In jeder Sprache (die ich kenne) gibt es Mehrdeutigkeiten. Auch in der Schriftsprache ! Um Mißverständnisse zu vermeiden, sollte man solche Mehrdeutigkeiten möglichst verhindern. Und da ist die deutsche Sprache (meiner Meinung nach) wesentlich weniger anfällig, als die englische Sprache. Schon weil in der deutschen Sprache die Wortbeziehungen viel deutlicher zum Ausdruck gebracht werden (wenn sie korrekt benutzt wird) als in der englischen Sprache. Und viele Deutsche, die englisch sprechen wollen, vergessen die eherne Grundregel der englischen Sprache : SPO !
    Dann wird es richtig Kuddel-Muddel.

    Viele Völker in der Welt mußten schon erleben, wieviel Kultur verloren geht, wenn man die eigene Sprache nicht mehr benutzen darf (weil es von fremden Herrschern verboten wurde). Wir sind ganz wesentlich deutsch auch durch unsere Sprache. Und die muß erhalten bleiben. Auch wenn ich das Mittelhochdeutsch eines Walter von der Vogelweide nicht richtig lesen kann. Aber Lessing, Goethe, Schiller … kann ich lesen !

    Zum Schluß das Beispiel einer Mehrdeutigkeit eines bekannten Sportreporters über ein Skirennen, “Die Menschen standen an den Loipen und P(p)is(s)ten.”

    Mal sehen, ob es mir gelingt, diesen Beitrag korrekt als Antwort auf Dr. Webbaer einzusortieren.

    • @ Kommentatorenfreund ‘Leser’

      Sie haben scheinbar keinerlei Sprachgefühl.

      Da ist was dran.
      Dr. Webbaer erlaubt sich abär oft nur einige Späßchen.
      ‘In 1965’ findet er weiterhin OK und klarer als ‘Tausendneunhundertfünfundsechzig’ (“Neunzehnhundertfünfundsechzig”), so eine Präposition muss ja nicht stören.

      Nicht jeder ist Walt[h]er von der Vogelweide.

      Hoffentlich wird Dr. Webbaer korrekt verstanden, er unterstützt das hiesige Bemühen i.p. “CERN” und mag ganz normale (auch : deutsche) Rede sozusagen, unterstützt auch Ihre Sicht, Kommentatorenfreund ‘Leser’.

      Dr. W hat kürzlich noch diese Mehrdeutigkeit hinbekommen :
      “A findet B nicht gut.” – Ist A (oder B) nun Akkusativ oder Nominativ?

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer (der sich langsam auszuklinken hat)

  7. @Dr. Webbaer

    Das Einsortieren hat doch nicht funktioniert. Ich kann es offensichtlich nicht, meine Beiträge erscheinen immer am Ende, auch wenn ich auf “Antworten” drücke.

    Walther von der Vogelweide scheint besser zu sein. Ich hatte im Netz beide Schreibweisen gefunden. Aber ohne h wahrscheinlich nur von Leuten, die es nicht besser wußten. Schon der Waltherplatz in Bozen wird mit h geschrieben. Aber bei einigen eben auch nicht (z.B. Anbieter von Ferienwohnungen). Da bei den Schülern auch so ein Problem bestand (thermisch – Temperatur) scherzte mein Physiklehrer immer “Das TH wird nicht abgeschafft – wo bleiben denn sonst die Bratheringe ?”

    Ich gehe davon aus, daß Herr Lobin das CERN nur symbolisch gebraucht hat. Als Symbol für eine hochkarätige (hochkompetente) Forschungseinrichtung. Ich habe nur nicht verstanden, warum man das nun völlig neu in Mannheim aufbauen muß. Gibt (gab) es sowas nicht schon in Leipzig.

    Mich stören Begriffsverquasungen unheimlich. Ich bin Freund von klarem Denken. Und das fängt mit dem klaren Gebrauch der Sprache an. Sprache hat auch mit Gefühl zu tun. Das wird Ihnen jeder als Autor tätige Mensch bestätigen. Und so hasse ich Sprachanteile, die völlig sinnlos da stehen. Bitte, was sind “Prozentpunkte” ? Ein Punkt ist ein Punkt, solange ich ihn als Punkt wahrnehme. Ist ein “Prozentpunkt” nun ein halber (viertel, zehntel) Punkt ? Nein, es wird als Ersatz für das Wort Prozent gebraucht. Und insofern mag ich auch das sinnlose Einfügen von Präpositionen nicht. Sinnlose Wörter kann man mit Sicherheit an vielen Stellen in die Sprache einfügen. Dadurch wird die Aussage, die man transportieren möchte, aber nicht lesbarer und klarer. Sie haben sich an das IN vor der Jahreszahl schon so sehr gewöhnt, daß es Ihnen gar nicht mehr auffällt. Mir fällt es auf ! Gewaltig störend.

  8. @Dr. Webbaer

    “A findet B nicht gut.” – Ist A (oder B) nun Akkusativ oder Nominativ?

    Da ist nichts mehrdeutig ! Das Subjekt des Satzes ist Nominativ, das Objekt des Satzes ist Akkusativ. Durch die Artikel wird das auch ganz klar.

    Die Frau findet den Mann nicht gut.
    Den Mann findet die Frau nicht gut.

    Wenn die Artikel nicht existieren, ist das Subjekt eigentlich am Satzanfang, sonst wird der Satz unverständlich. Wenn man das anders haben möchte, muß man das Objekt mit Artikel benutzen

    Frauke findet Martin nicht gut.
    Den Martin findet Frauke nicht gut.

    • Wenn die Artikel nicht existieren, ist das Subjekt eigentlich am Satzanfang, sonst wird der Satz unverständlich.

      Sagen Sie so.
      Dr. Webbaer würde sich ergänzend auch gerne (andere) linguistische Einschätzung abholen wollen, was “A findet B (nicht) gut” betrifft, also was nun nominativ oder akkusativ zu behandeln ist.
      (Sofern dbzgl. Kleinschreibung geht, haha, ansonsten : Sprache soll gerne auch ein wenig verhunzt werden und Verquastes geht.)

      ‘Prozentpunkte’ adressieren wohl genau die zwei Nachkommastellen, so dass bspw. berichtet werden kann, dass die Währung A gegenüber der Währung B einige Punkte gewonnen hat, macht schon, bei aller sprachlicher Unschärfe, seinen Sinn. (BTW, keine Ahnung, warum Sie aktuell derart auspacken.)

      Füllwörter, “Schwabbeliges” geht.
      Wobei sich Dr. W hier scharf von einem sprachlichen Laissez-faire distanziert, wie dies womöglich bereits von Henning Lobin beworben worden ist.

      MFG – WB (der sich nun langsam ausklinken wird, muss)

  9. Henning Lobin schrieb (02. Dez 2019):
    > [… Am] Großforschungszentrum CERN in Genf [… werden] Daten erzeugt, erhoben und erforscht [… indem] die Datenbestände von internationalen Forschungsteams analysiert und zu Theorien über unsere materielle Welt verdichtet [werden].

    Das soll mir Anlass für eine Sprachspende sein:

    Am Großforschungszentrum CERN in Genf werden Daten erzeugt, erhoben und erforscht, indem die Datenbestände von internationalen Forschungsteams analysiert und zu Modellen über unsere materielle Welt verdichtet werden.
    Insbesondere zum sogenannten “Standardmodell der Teilchenphysik”, das zahlreiche und zunehmend präzise Mess- und Erwartungswerte von Messgrößen zusammenfasst, die von den Theorien der starken und der elektro-schwachen Wechselwirkung definiert sind; und zu verschiedenen Modellen “beyond the standard model” mit Erwartungswerten anderweitig definierter Messgrößen, die bislang aber ohne nennenswerte Befunde sind.

    Theorien setzen dagegen die Methoden fest, nach denen (bzw. durch deren Anwendung) Daten jeweils planmäßig erzeugt, erhoben und zur Gewinnung von Messwerten analysiert werden.

  10. @Dr. Webbaer

    Sagen Sie so.

    Ja, sage ich so ! Obwohl ich kein Sprachwissenschaftler bin. Aber Sprache hat eine Funktion. Und diese Funktion kann die Sprache um so besser erfüllen, je weniger man beim Lesen über die Sprache selbst nachdenken muß. Wenn da steht :

    Die Frauke findet der Martin nicht gut.

    dann ist dieser Satz zwar korrekt aber ungünstig formuliert worden. Wenn ich lese “Die Frauke findet” dann geht mein Gehirn erst einmal davon aus, daß “Die Frauke” (Nominativ) Subjekt des Satzes ist. Das Verb paßt auch dazu. Erst wenn ich “der Martin” lese schlägt mein Gehirn Alarm und sagt, das kann so nicht stimmen. Mein Gehirn muß einen Augenblick nachdenken und kommt zu dem Schluß : “Die Frauke” (Akkusativ) kann auch Objekt des Satzes sein. Dann stimmt auch “der Martin” !

    Durch solche Sätze wird der Lesefluß extrem gestört. In einem Fachtext mag das noch vertretbar sein, aber auch da wünsche ich mir eine einfache, gut lesbare Sprache. Wenn in einem Roman solche Bolzen vermehrt auftreten, lese ich den Roman nicht weiter. Ich lege ihn weg, weil das Kopfkino unter solchen Umständen unmöglich wird. Ich kann kein Multitasking (Entschuldigung – Anglizismus). Ich kann nicht über zwei Dinge gleichzeitig nachdenken. Beim Nachdenken über die Sprache wird mein Kopfkino gestört.

    Ich glaube, den Beispielsatz oben lesen die meisten Menschen zweimal.

    • “Frauke findet Martin gut”?
      Ansonsten, wenn ernsthaft publiziert werden soll, ist einfache und klare Sprache streng angeraten, sogar im Nicht-Fachlichen ist es möglich irgendwelche Gags sprachlich klar unterzubringen, Polemik, Unterstellungen und der gute alte persönliche Angriff sind gemeint.
      Auch literarische Sprache geht außerhalb der Fachlichkeit und darf stets ein gewisses Niveau halten.
      “Nachdenken über Sprache”, ja, das ist interessant.
      MFG – WB (der davon ausgeht, dass das mit der Schaltfläche mit der Beschriftung ‘Antworten’, mit ihrer Betätigung durch sog. Nutzer, nicht in allen sog. Browsern funktioniert, wie erwartet)

  11. @Leser

    „Durch den Gebrauch der englischen Sprache in der Wissenschaft schwappen immer mehr englische Sprachgewohnheiten ins Deutsche.“

    Auch französische:

    „Ein CERN der deutschen Sprache ist dringend notwendig.„

    Conseil européen pour la recherche nucléaire.

    Schlimm, schlimm, schlimm.

    By the way, seit wann werden überhaupt Akronyme verwendet und seit wann wird im Deutschen vor bestimmten Satzzeichen eine Leerstelle gelassen ?

    Vielleicht trifft man sich ja mal demnächst in Mannheim und erfährt dort Näheres dazu.

    • By the way, seit wann werden überhaupt Akronyme verwendet und seit wann wird im Deutschen vor bestimmten Satzzeichen eine Leerstelle gelassen ?

      Also Akronyme wie LASER oder RADAR kenne ich schon aus den 1960ern. Heute werden sogar daraus Verben gebildet (lasern).

      Gruss
      Rudi Knoth

  12. @Leser

    „Die Menschen standen an den Loipen und P(p)is(s)ten.”

    A propos, Loipe, ist das nicht norwegisch und falsch zitiert ? (*)

    „Bekannt wird er mit einem doppeldeutig klingenden Satz, der ihm 1959 bei einer Ski-Reportage aus Oberstdorf herausrutscht: “[Tausende] standen an den Hängen und Pisten.” Heinz Maegerlein ist einer der beliebtesten Sportkommentatoren [und Quizmaster (!)] der 1950er und 1960er Jahre. Selten passieren ihm Blüten wie diese. “Interessanterweise habe ich von Südbayern bis zum Main keine einzige Zuschrift bekommen”, erinnert er sich später. “Aber ein paar tausend nördlich des Mains, für die der Begriff Piste eben kein Begriff ist.”„

    Sprache is´ halt regional sehr unterschiedlich. Mehr Details dazu zukünftig im CERN Mannheim.

    (*) Blanks können ihre Wirkung auch am Satzanfang entfalten.

  13. @Joker
    Ähnliches ist offensichtlich mehreren Reportern passiert, ich habe das von jemand anders gehört. Für die Wörtlichkeit des Zitates verbürge ich mich nicht. Ich habe Hochachtung vor solchen Leuten. Die sollen den Zuhörern (im Radio) das Geschehen schildern, die Stimmung am Ort vermitteln und auch noch fehlerfrei ohne Doppeldeutigkeiten sprechen. Das geht doch gar nicht. Jedenfalls nicht immer.

    @Dr. Webbaer
    Danke für den Hinweis mit dem Browser. Ich benutze einen Firefox-kompatiblen kommerziell anmutenden Browser. Aber auf diesem Blog gibt es noch andere Dinge, die nicht so funktionieren, wie ich es gewohnt bin. Das Hervorheben (Fettschreibung) zum Beispiel.

  14. Wir haben freien Welthandel. Wir haben einen freien Austausch von Wissen und Gedanken. Die Sprache ist die Form, mit der die Informationen ausgetauscht werden.
    Dabei wird es zweitrangig, ob wir es mit normgerechter Sprache zu tun haben. Das Beispiel Duden zeigt uns, dass dies funktioniert.
    Der Leser, der Bürger, der Journalist entscheidet künftig wie gesprochen wird. Die Anglismen sind gut und richtig, weil sie kürzer und treffender sind als die deutsche Bezeichnung.
    Gute deutsche Bezeichnungen finden auch Eingang in andere Sprachen, wie das Wort “Kindergarten” beweist.
    Man vergleiche auch mal die Gebrauchsanleitungen in verschiedenen Sprachen. Die englische Form ist oft die kürzeste.

  15. @fliegenklatsche

    Wenn man den Inhalt von einem Anglizismus nicht mehr in der Muttersprache beschreiben kann, funktioniert die Sprache nicht mehr. Man hantiert dann nur noch mit Worthülsen. Ich erlebe immer mehr Menschen, denen das passiert. Also Vorsicht vor dem ungebremsten unsinnigen Gebrauch von Anglizismen.

  16. Sprache kann auch entblöden. Als ich in den neunziger Jahren Mitglied dieses Staates wurde, kamen mir immer wieder Menschen entgegen, die ihren Wortschatz auf “Super” oder “Geil” reduzierten. Da war das Shopping also super, der Sex war super, die Beerdigung war super…. Und dann gab es ja noch als Krönung der deutschen Literatur diesen “Superman” .Der Kommunikationsreichtum vieler Menschen scheint sich auf Sprechblasen und seelenlose Wortkonstrukte zu reduzieren , was die Pisa-Studie über dieses Land bestätigt.

  17. @Querdenker

    Also, wenn Sex nur super ist, dann hast du was verkehrt gemacht. Sex ist ganz eindeutig geil ! Oder supergeil !

  18. Leser,
    während der Zeit des Nationalsozialismus stand Deutsch nicht im Verdacht, von Anglizismen überfrachtet zu werden.
    Dafür gab es viele deutsche Worthülsen, die nur der Ideologie der Nazis dienten.
    Sprache ist nun mal auch Werkzeug der Partei, die regiert. Und nicht viele Bürger sind germanistisch gebildet oder Denken über den sinnvollen Wortgebrauch nach.
    Ich sehe auch gar keine Gefahr darin, wenn englische Bezeichnungen verwendet werden. Immerhin sind die Engländer mit uns weitläufig verwandt, unsere Urururgroßneffen.
    Wir berauben uns nicht unserer Identität, wenn wir uns auf eine andere Sprache einlassen. Was sich bewährt, setzt sich sowieso durch.
    Querdenker,
    Modewörter haben die Aufgabe , den Kontakt zwischen verschiedenen Menschen zu erleichtern. Bei einem smalltalk werden in erster Linie Gefühle ausgetauscht, da wird getestet, wie der Gesprächspartner “tickt”, da wird kein Deutschcurriculum durchgeführt. Wenn etwas bedauert werden muss, dann ist es der Gebrauch von Latein. Wir sind doch nicht mehr im Mittelalter, wo man die Hl. Messe verstehen muss.

  19. @fliegenklatsche

    Es gibt Worthülsen und es gibt verharmlosende Umschreibungen.

    Wenn zwei 9jährige Kinder zu einander sagen “Geil” dann ist das eigentlich eine Worthülse. Denn diese Kinder haben noch nie sexuelle Erregung gespürt. Sie wissen auch nicht, was das ist. Sie haben das von anderen gehört und benutzen das Wort, um etwas als “gut”, “kraß”, “außergewöhnlich”, … zu charakterisieren.

    Die Deutschen benutzen auch heute noch gerne verharmlosende Umschreibungen eines Sachverhaltes. Wenn man sagt, ein Tier wird der Natur entnommen, dann meint man damit, das Tier wird abgeschossen. Ich hasse solche verharmlosenden Umschreibungen ! Es ist kein Fliegenschiß, wenn zig Millionen Menschen in 12 Jahren umgebracht werden. Ich bin für eine klare Sprache, in der die Dinge, so wie sie sind, zum Ausdruck gebracht werden. Aber sagen Sie das mal einem Juristen.

    • Es gibt Worthülsen und es gibt verharmlosende Umschreibungen.

      Es gibt zudem noch Wieselwörter, Dummsprech, Nervsprech (vglw. interessant, Dr. W mag es), verschleiernde (“Euphemismen”) und sog. politisch richtige Sprache.
      Füllwörter, Leerformeln und womöglich noch vieles mehr im Rhetorischen.

      Wichtig ist hier vor allem zu wissen, wann sachlich argumentiert wird und wann die Rede, die Rhetorik bemüht wird; viele Journalisten haben hier zunehmend Probleme, so gehen Berichterstattung und Kommentar manchmal fast Hand in Hand heutzutage, was früher nicht so war.

      Gauland hat allerdings in seinem Grußwort und ‘Vogelschiss’ meinend, gerne hier selbst recherchieren, schlicht eine unpassende Allegorie gebraucht.
      Hat dann auch zurückgerudert und Missverständlichkeit und politische Unklugheit seiner Aussagen bzw. seiner Person eingeräumt.
      Der Schreiber dieser Zeilen weiß gar nicht, wie aus ‘Vogelschiss’ ‘Fliegenschiss’ werden konnte.
      Kommentatorenfreund ‘fliegenklatsche’ ist daran hoffentlich nicht schuld.
      Auch hier – ‘Wir berauben uns nicht unserer Identität, wenn wir uns auf eine andere Sprache einlassen.’ – sieht Dr. Webbaer einiges anders, denn zur kulturellen Identität gehört eben auch der Gebrauch von Fremdwörtern (von denen am besten gewusst wird, was sie meinen).

      ‘Geil’, ‘super-geil’ oder wenn bspw. die deutsche Frau Bundeskanzler mal wieder ‘ein Stück weit’ etwas machen will, müsste Dummsprech bedeuten.
      Allerdings sind die Politikeraussagen heutzutage voll davon.
      “Denglisch” (effing Rezo an dieser Stelle gegrüßt) müsste ebenfalls teils Dummsprech sein, manchmal auch Nervsprech, woll?!

      MFG – WB

      • PS:
        Juristische Sprache ist sehr klar.
        Sie meint das, was sie sagt, sie muss auch so beschaffen sein, wenn das Niveau der Rechtspflege aufrecht erhalten bleiben soll.

  20. @Dr. Webbaer

    Entschuldigung wenn ich aus dem Vogelschiß einen Fliegenschiß gemacht habe. Es sollte eine Geringfügigkeit darstellen. Ich habe dieses Zitat nie im Original gehört. Ich höre diesen Redner äußerst ungern, weil der Zusammenhänge häufig verdreht und falsch darstellt. Und auch wenn er eine Phrase auf Anfrage von Journalisten, die seine Aussage für falsch halten, mehrfach wiederholt, wird diese Phrase dadurch nicht wahr.

    • Wahrheit meinte Dr. Gauland wohl auch nicht, sondern Bildlichkeit, für die er später wie eben weiter oben schon geschrieben “zurückgerudert” ist.
      Gauland ist ein sehr feiner Schreiber, Sprecher, Jurist und eben promoviert, er hat den Schreiber dieser Zeilen bereits in den Siebzigern und Achtzigern, auf langen Bahnreisen und die “FAZ” (die hielt etwa vier Stunden und war darum für die Verweildauer im Transportmittel, Dr. W ist früher viel gereist, kosteneffizient) lesend, sozusagen terrorisiert, haha, mit seinen streng konservativen Ansichten, die damals allerdings bei der “FAZ” und der “Union” zum üblichen Spektrum gehörten.
      Wichtig ist aus diesseitiger Sicht, unabhängig von Einstellung und Sympathie, sich darauf einzulassen, was der Andere sagt, redet und meint.
      MFG – WB

  21. Kommentarfreund Dr. Webbaer,
    die Fliegenklatsche ist ein Sinnbild für eine schnelle Lösung. Ich schäme mich auch dafür, weil eine Fliege auch ein Geschöpf der Schöpfung ist. Was halten Sie stattdessen von “Kommentatorenklatsche” ?
    Mit Interesse verfolge ich die Diskussion über Sprache und deren Gebrauch.
    Allen Wissenschaftlern sei hier mal ins Stammbuch geschrieben, dass die guten Politiker dem Volke vorher aufs Maul geschaut haben.
    Meister der Sprache sind übrigens die Frauen. Die machen keine Phrasen, bei denen ist jeder Satz hintergründig und wer diese Sprache nicht versteht, der hat auch keinen Erlolg bei Frauen.
    An dieser Stelle fordere ich auch eine Nikoläusin und eine Weihnachtsmännin, die man später auch noch in Weihnachtsfrau umtaufen kann. Und jetzt lasst uns froh und munter sein….

  22. @fliegenklatsche

    Warum hast du dir “fliegenklatsche” als Namen ausgesucht ?? Wolltest du damit andeuten, daß du gerne schnell redest, ohne darüber nachgedacht zu haben ?

  23. Zu Fliegenklatscghe
    Nicht nur bei Frauen ist jeder Satz hintergründig. Sprache ist ein Mittel der Manipulation. Menschen wollen anderen Menschen ihre Meinung aufzwingen bzw. ihren Glauben. Sprache ist ein Mittel der Selbstdarstellung des eigenen Egos, was -je nach Zweck und geistigem Vermögen- mit Mitteln der Lüge und der Heuchelei ins rechte Licht gerückt werden kann. Politiker nutzen dieses Werkzeug, um Wählerstimmen zu gewinnen und werden dann auch mal populistisch, demagogisch,anbiedernd…Sprache ist ein Instrument was jeder kleine Marktändler beherrschen muss, damit er seinen “Schrott” verkaufen kann. Menschen wollen belogen werden, mit Sprache….

  24. Leser,
    du gehörst auch zu den Hintergründigen. Das Wort “Fliegenklatsche” war bewusst gewählt, weil in einem anderen blog die Mitkommentatoren wie die Fliegen über mich hergefallen sind. Nicht bedrohlich , aber eben nervend, stechend, stichelnd. So einem Pack kann man nur mit einer Klatsche zuleibe rücken.
    In diesem blog fühle ich mich dagegen gut aufgehoben.

    Querdenker,
    Solange man die Sprache als Mittel der Manipulation einsetzen kann, solange ist es gut.
    Wenn das nicht funktionierte, weil der Gegner entweder dumm, dickfällig oder ideologisch auftritt, müsste man ja die Streitaxt auspacken. Also sind wir froh, dass es die Sprache gibt. Ein Hoch auf die Sprache !

  25. @fliegenklatsche

    Ah – dann wird der Name natürlich klar. Ich hatte das andere Blog nicht gelesen. Oder war es der andere Blog ?

    @Dr. Webbaer

    Rechtspflege in Deuschhland – Entschuldigung daß ich einen Lachanfall bekomme ! Von den juristischen Vorgängen, die ich mitbekommen habe, ist kein einziger Vorgang juristisch korrekt verlaufen. Auch solche großen Veranstaltungen, wie der NSU-Prozeß nicht. Die “Rechtspflege” in Deutschland macht sich zur Zeit weltweit lächerlich und zeigt, daß es gar nicht um Rechtspflege geht. Aber das ist nicht Thema der Diskussion hier !

    Ach, ich erinnere mich. Es hat doch einen juristischen Vorgang gegeben, der korrekt abgelaufen ist : mein Knöllchen wegen zu schnellem Fahren.

  26. @fliegenklatsche

    Die Engländer kann man da nicht fragen ! Alle Artikel sind “the” und charakterisieren keine Wortbezieung mehr. Deshalb sind die ja so sehr auf SPO angewiesen. Und das grammatikalische Geschlecht ist auch anders : alles, was keine Person ist, ist sächlich, “it”. Blog ist bei denen also in jedem Fall sächlich. In dem Fall also sogar logischer als im Deutschen.

    So ein Programm, wie ELIZA (J.Weizenbaum aus den 1960ziger Jahren) kann man nicht ins Deutsche übertragen. Dieses Programm lebt von der extrem einfachen und regelmäßigen Struktur der englischen Sprache.

    • Artikel haben oft keinen Mehrwert und sind verzichtbar, die Feinheit der bestimmten und unbestimmten Artikel kann durch Kontext ersetzt werden.
      Auch in der deutschen Sprache meint das Genus nicht den Sexus.
      Das eine muss nicht ‘logischer’ sein als das andere.

      Was in der deutschen Sprache und sog. Markierungen des Sexus, ‘Sexusmarkierungen’ hier das Fachwort, stattfindet, ist politische Mode und soll die Sprache sexualisieren.
      Der deutsch Sprechende soll beständig angehalten werden im Sinne “politisch richtiger Sprache” darüber nachzudenken, welches biologische Geschlecht (“Sexus”) bspw. ein Fußgänger hat, der gerade im Auto nicht überfahren worden ist, oder ein Politiker, der vielleicht auch ein Weib sein kann.

      Besondere Tiefpunkte können hier, wie Dr. Webbaer einschätzt, aktivistische, feministische Linguisten setzen, wie bspw. so :

      -> https://scilogs.spektrum.de/sprachlog/frauen-natuerlich-ausgenommen/ (K-Probe : ‘Im Deutschen gibt es kein generisches Maskulinum und die „generische“ Verwendung maskuliner Formen bringt keinen praktischen Vorteil mit sich.’)

      Es geht hier allerdings aus diesseitiger Sicht um Esoterik (die Wissenschaften sind exoterisch, nach außen gewandt, so dass jeder mitmachen könnte), die “Eingeweihte” voraussetzt, besonderen persönlichen Entscheid, der über den der Annahme der szientifischen Methode hinausgeht; die sog. feministische Anthropologie (die sozusagen diesen Zusatzentscheid benötigt : ‘One is not born, but rather becomes, a woman.’) ist stark im Kommen :

      -> https://en.wikipedia.org/wiki/Feminist_anthropology

      Mit freundlichen Grüßen und ein schönes Wochenende
      Dr. Webbaer

  27. Vielleicht ein bisschen off-topic am Rande:

    Mich würde interessieren, ob die Sprachwissenschaft bereits die auffällige Besonderheit der deutschen Sprache erforscht hat, wonach Worte und Verben nach dem Baukastensystem gebildet werden: extrem viele Worte und Verben werden mit schon vorhandenen Worten einfach nur zusammengesetzt. Ich kenne so etwas nicht aus anderen Sprachen. Ich habe mich zum Beispiel als Französin beim Lernen der deutschen Sprache (das war anfänglich beim Goethe-Institut in Marseille) über ein Wort wie „Handschuh“ (Schuh für die Hand…) amüsiert, wobei wir im Französischen ein Wort dafür haben, das ganz allein für sich steht („gant“). Ich glaube, dass ich den Ursprung dieser Besonderheit der deutschen Sprache erkannt habe, hier meine „Sprachspende“ für ein CERN der deutschen Sprache… 😉

    Darüber hinaus würde mich interessieren, wieso eine offiziell nicht regulierte Sprache wie die deutsche Sprache (außer für die Grammatik) ein Super-GAU der Sprache mit dem Gendern-Zwang erleben muss. Ich hoffe nur, dass dieses Sprach-Ungeheuer als blöde Mode schnell von den deutschen Texten verschwinden wird.

  28. @ Dr. Webbaer

    Der ‘Schuh’, vgl. auch mit ‘schonen’, kann etymologisch so verstanden werden :
    -> https://www.etymonline.com/search?q=shoe

    Ich sehe nicht, dass das Wort “Handschuh” durch die Etymologie des Wortes “Schuh” erklärt werden kann. Das Wort “Handschuh” hat meiner Meinung nach eindeutig mit dem konkreten Gedanken “ein Schuh für die Hand” etwas zu tun, als ob die Menschen, die die deutsche Sprache erfunden haben, auf alle vieren gelaufen wären… 😉 Na gut, wenn sie noch als Quadrupeden die Gegenstände Schuh und Handschuh erfunden haben, das ist eine beachtliche Leistung, die man auf jeden Fall würdigen und das Wort “Handschuh” ohne Lächeln bewundern kann… 😉

    • Der Schuh ist ein Schoner für den Fuß, der “Gant”, vglw. auch mit dem Diminutiv ‘Gauntlets’ könnte irgendwie von ‘gentil’ abgeleitet sein, vgl. mit ‘Gens’, der Gentleman trägt sozusagen Handschuhe.
      Keine schlichten sozusagen Schoner an der Hand.

      Wobei sich Dr. W hierzu – ‘Mich würde interessieren, ob die Sprachwissenschaft bereits die auffällige Besonderheit der deutschen Sprache erforscht hat, wonach Worte und Verben nach dem Baukastensystem gebildet werden: extrem viele Worte und Verben werden mit schon vorhandenen Worten einfach nur zusammengesetzt.’ – noch ein wenig amüsiert, mit Verlaub und als Gentleman natürlich nur, denn Komposita sind sozusagen gentil.

      MFG – Dr. Webbaer

      • D’accord, wenn man das Wort “Schuh” als Schoner für den Fuß anfänglich verstanden hat (sprich “Fuß-Schuh” abgekürzt als “Schuh”), dann erklärt sich das Wort “Handschuh” als Schoner für die Hand – und zeugt davon, dass die damaligen Deutschsprachige auch ohne Handys eine Vorliebe für Abkürzungen hatten und dass das Gegenstand “Handschuh” viel später erfunden bzw. verbreitet war als das Gegenstand “Fußschuh”, was auch nachvollziehbar ist.

  29. @Dr. Antoon Berentsen

    Ich hatte gar nicht gesehen, daß Sie auf meine erste Lesermeinung geantwortet haben. Ich kann Ihnen da vorne nicht antworten, das funktioniert bei mir nicht. Meine Kommentare werden immer hinten dran gesetzt.

    Sprache ist eine Kultur und hat nur begrenzt mit Logik zu tun. Es hat sehr viel mit tradierten und gefühlten Regeln zu tun. Sprache hat die Aufgabe, Tatsachen und Stimmungen anderen Menschen zu übermitteln. Das Deutsche hat keine Lücke bei der Angabe von Jahreszahlen. Es ist nicht üblich, die Präposition IN vor eine Jahreszahl zu setzen. Sie werden es auch nicht in der Literatur finden. Und Sie werden auch nicht finden :
    “AN Weihnachten werden bei uns Plätzchen gebacken.”
    Entweder ZU Weihnachten oder ganz ohne Präposition. Und das hat nichts mit einer sprachlichen Lücke zu tun. Es klingt im Übrigen auch mehr als merkwürdig, wenn ein Nicht-Muttersprachler einem Muttersprachler sagt, da gäbe es eine sprachliche Lücke. Ich würde mir nie anmaßen, so etwas über Niederländisch, Flämisch, Französisch, Englisch, Spanisch …. zu sagen. Sprachgefühl hat man meist nur in der Muttersprache. Und die Sprachtradition kennt man auch meist nur in der Muttersprache. Und manchmal – traurigerweise – nicht einmal das !

  30. @ Leser
    Sprachgefühl hat man meist nur in der Muttersprache.

    Stimmt. Lustig fand ich immer in diesem Zusammenhang, wenn deutsche Muttersprachler uns Ausländern helfen wollen bei dem Problem, ob ein Verb Akkusativ oder Dativ verlangt. Du musst Dich die Frage stellen „Wem?“ oder „Wen?“ empfehlen sie immer, denn sie haben selbst als Kind gelernt diese Fragestellung als Hilfe einzusetzen, zum Beispiel heißt es : „Der Ball gehört mich?“ Oder „Der Ball gehört mir?

    Diese Fragestellung ist natürlich nur hilfreich für Kinder als Muttersprachler, die eben ein Sprachgefühl haben, weil sie sich spontan ohne zu überlegen für Dativ entscheiden würden, also „Der Ball gehört mir“ – der Satz „Der Ball gehört mich“ würde sie verprellen. Für uns Ausländer hilft allerdings diese Fragestellung „Wem“ oder „Wen“ nicht, wir haben ja kein Sprachgefühl (zumindest anfänglich), der Ball „gehört mich“ oder „gehört mir“ hört sich beide genauso annehmbar…

    Ein kleiner Witz:
    Ein Deutscher fragt in einem französischen Zug: „Spricht hier jemand Deutsch?
    Da meldet sich einer stolz: „Ja, mich!“ 😉

  31. Jocelyne Lopez,
    fahren sie mal nach Berlin. Nur wenige Berliner können zwischen mir und mich unterscheiden.
    Im Übrigen, normgerechtes Sprechen ist nicht so wichtig.
    Auf den Inhalt kommt es an.

  32. @Dr. Webbaer

    Entschuldigen Sie, aber Sie haben scheinbar wirklich keinerlei Sprachgefühl !

    Artikel haben oft keinen Mehrwert und sind verzichtbar

    Das kann nur jemand schreiben, der offensichtlich Unmengen von englischer Literatur liest, wo das wirklich so ist. Wie ich oben dargestellt habe, charakterisieren die Artikel im Deutschen Wortbeziehungen. Die Artikel machen die Variabilität des Satzbaus im Deutschen erst möglich. Ich kann das Wichtige im Satz vorne anstellen, auch wenn es das Objekt ist.

    “Den Martin findet die Frauke nicht gut.”

    Damit habe ich betont, daß ganz besonders der Martin von Frauke als unangenehm empfunden wird. Bei Norbert ist das vielleicht anders. In anderen Sprachen ohne Artikel, die die Wortbeziehungen charakterisieren, ist so etwas nicht möglich.

    Das grammatikaliche Geschlecht hat im Deuschen (fast) nichts mit dem realen Geschlecht zu tun. Nur bei realen Personen. Aber es heißt schon “das Mädchen”, obwohl das Mädchen eindeutig weiblich ist. Auch Dinge haben im Deutschen ein Geschlecht : der Baum, die Tasche, der Tisch, die Wiese, …. u.s.w. . Das ist scheinbar willkürlich und für Ausländer/Nicht-Muttersprachler nur sehr schwer zu lernen. Da wird deutlich, wie sehr Sprache eine Kulturtradition ist. Und ich würde es als großen Kulturverlust ansehen, wenn man sagen würde : das Baum, das Tasche, das Tisch, das Wiese, die Mädchen (Singular) … u.s.w. .

    Und ich empfinde es auch als unsinnig, wenn man in ein sprachliches Konstrukt mehr hineinsteckt, als da wirklich drin steckt. Ich habe noch nie auf einem Meisterbrief gelesen “Meisterin des Friseurhandwerkes”, “Meisterin des Schneiderhandwerkes”. Nein da stand immer “Meister des Friseurhandwerkes”, “Meister des Schneiderhandwerkes” auch wenn Frauen damit gemeint waren. Solche Tätigkeitsbezeichnungen sind zwar alle männlich, aber es sind immer Personen beiderlei Geschlechtes damit gemeint. Ich darf die Professorin auch mit “Frau Professor” anreden. Und wenn ich “Studenten” oder “Schüler” sage, dann meine ich auch immer die Studentinnen und Schülerinnen. Wie affig eine andere Sichtweise ist, merkt man spätesten an solchen Tätigkeitsbezeichnungen die mit -mann enden. Ist eine Frau, die unter Tage arbeitet (z.B. als Steiger) etwa kein Bergmann sondern eine Bergfrau ? Ist eine Frau, die einen Ozeanriesen lenkt etwa kein Steuermann sondern eine Steuerfrau oder Seefrau ? Oder – noch unsinniger – Seemännin ?

    Tätigkeitsbezeichnungen sind im Deutschen alle männlich ! Unabhängig vom biologischen Geschlecht der Person. Und das ist keine Herabwürdigung von weiblichen Personen. Das biologische Geschlecht der Person steckt in der Tätigkeitsbezeichnung einfach nicht drin ! Und wenn es Emanzen gibt denen das nicht paßt, dann sollten die eine andere Sprache benutzen, und das Deutsche nicht mit lauter -innen zu verhunzen, um zu betonen daß auch Personen mit Lustspalte zwischen den Beinen und diverse andere gemeint sind ! Das weiß man !

  33. Da habe ich die blockquotes jetzt nicht korrekt gesetzt. Hinter dem Zitat :

    Artikel haben oft keinen Mehrwert und sind verzichtbar

    fehlt das Ende in der blockquote-Anweisung. Enschuldigung. Vielleicht kann das noch jemand korrigieren.

  34. P.S. der letzte Absatz noch einmal ohne Fehler :

    Tätigkeitsbezeichnungen sind im Deutschen (fast) alle männlich ! Unabhängig vom biologischen Geschlecht der Person. Und das ist keine Herabwürdigung von weiblichen Personen. Das biologische Geschlecht der Person steckt in der Tätigkeitsbezeichnung einfach nicht drin ! Und wenn es Emanzen gibt denen das nicht paßt, dann sollten die eine andere Sprache benutzen. Und das Deutsche nicht mit lauter -innen verhunzen, um zu betonen daß auch Personen mit Lustspalte zwischen den Beinen und diverse andere gemeint sind ! Das weiß man ! Frau auch !

    Mir sind nur sehr wenige Tätigkeitsbezeichnungen eingefallen, die weiblich sind :
    Nutte, Amme, Küchenfrau, Waschfrau, Anstandsdame
    Und diese Tätigkeiten sind auch eindeutig nur auf Frauen bezogen !

    .
    @fliegenklatsche

    Nur wenige Berliner können zwischen mir und mich unterscheiden.

    Sie waren offensichtlich noch nie in Berlin. Das, was Sie beschreiben, war vielleicht zu Zilles Zeiten (vor mehr als hundert Jahren) so. Ich bin in Berlin aufgewachsen und kann das beurteilen. Die Berliner können heute sehr wohl zwischen mir und mich unterscheiden. Sie sagen aber berlinerisch statt mir oder mich häufig “ma” mit einem ganz kurzen a. Es heißt also “Wenn de ma nich gleich losläßt, kriste eene jewischt !” (wenn du mich nicht gleich los läßt, bekommst du eine gewischt) als letzte Warnung. Oder “Habick ma jedacht.” (Habe ich mir gedacht) als Bestätigung. Aber die meisten Berliner sprechen heute korrektes Hochdeutsch. Solcher Slang ist eigentlich nur noch Schulhofsprache.

    • Howdy, Kommentatorenfreund ‘Leser’ und hierzu kurz :

      Tätigkeitsbezeichnungen sind im Deutschen (fast) alle männlich ! Unabhängig vom biologischen Geschlecht der Person. […] Das biologische Geschlecht der Person steckt in der Tätigkeitsbezeichnung einfach nicht drin !

      Tätigkeitsbezeichnungen, Berufsbezeichnungen stecken natürlich schon, den Sexus meinend, ‘drin’.

      Dr. Webbaer kann schon ein wenig nachfühlen, wenn sich weibliches Personal hier benachteiligt fühlt, unfroh wird.
      Es ist nun einmal so, dass wichtige Tätigkeit und wichtiger Beruf, von den von Ihnen genannten Ausnahmen einmal abgesehen, von Männern ausgeübt worden ist, lange Zeit, so dass sich hier bei Tätigkeitsbezeichnungen und Berufsbezeichnungen das grammatisch maskuline Geschlecht ausgeprägt hat, so meinend, wenn auch immer, rein sprachlich : generisch, also nicht den Sexus meinend.
      Das Weib, das früher auch nicht so-o lange gelebt hat, der Mann auch nicht, hatte bestimmte Fortpflanzungsaufgaben (hat es, streng genommen : immer noch), so dass es leider nicht im Grammatischen und Tätigkeits- und Berufsbezeichnungen, abgebildet werden konnte, der Evolution der Sprache geschuldet, wie es dies möglicherweise verdient hat.

      Der Sexus wird sich also bspw. beim Bürgermeister, dem Soldaten und dem Wissenschaftler “schon irgendwie” herbei gedacht, wurde und wird.

      Was abär nicht stören muss, es kann bspw. auch mit “Studierenden”, ein substantiviertes PPA liegt vor, wie übrigens auch bei ‘Studenten’, versucht werden und es kann sprachlich netter geworden werden, die Frau meinend, auch in der deutschen Sprache.

      Was halt nicht geht, ist die (deutsche) Sprache derart zu verhunzen, mit pflichtigen Sexus-Markierungen beispielsweise, um so eine Art Sprachgerechtigkeit herzustellen.
      Nett bleiben geht.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer (der das mit dem Nett-Bleiben nicht im Sinne unpassender Benevolenz meint, sondern sich durchaus vorstellt, vgl. mit den ‘Studierenden’ weiter oben, dass sich da noch einiges finden lässt, so dass das generische Maskulinum ein wenig herausgenommen werden könnte)

  35. Das Mädchen als geschlechtsabweichend (real/grammatikalisch) war schlecht gewählt. Denn alle Verkleinerungsformen mit -chen am Ende sind im Deutschen sächlich. Beispiele :
    der Bär – das Bärchen
    die Tür – das Türchen
    der Baum – das Bäumchen
    der Bube – das Bübchen
    die Laus – das Läuschen
    das Mädel – das Mädchen
    Das Mädel ist im Deutschen nicht mehr so gebräuchlich. Es wird das Mädchen allgemein für die jugendliche oder kindliche Frau oder für ein weibliches Kind benutzt. Und man ist sich eigentlich kaum noch bewußt, daß Mädchen eine Verkleinerungsform von Mädel ist. Aber das Mädel ist grammatikalisch auch sächlich !

    Aber vielleicht schreibt der Fachmann Herr Lobin auch mal was zu dieser Diskussion. Ich bin nur Naturwissenschaftler.

  36. @Dr. Webbaer

    Tätigkeitsbezeichnungen, Berufsbezeichnungen stecken natürlich schon, den Sexus meinend, ‘drin’.

    Da bin ich, wie dargelegt, eben anderer Meinung. Insbesondere wenn die Mehrzahl gebraucht wird. Aber vielleicht kann Herr Lobin mal was dazu sagen. Wenn ich die Einzahl gebrauche (Schüler, Student, Fahrer, Astronaut u.s.w.) dann meine ich meistens eine spezielle Person. Und da gehört es sich selbstverständlich auch, das richtige Geschlecht zu gebrauchen (wenn es Mädchen/Frauen sind Schülerin, Studentin, Fahrerin, Astronautin u.s.w.) Aber wenn ich die gesamte Schülerschaft, Studentenschaft, das gesamte Fahrerkollektiv einer Firma, alle Astronauten auf der ISS meine dann kann man die Mehrzahl der männlichen Grundform dieser Tätigkeitsbezeichnung gebrauchen und meine damit auch die weiblichen Kollektivmitglieder. (Das hört sich ja grauenhaft an, Entschuldigung)

    Woher das kommt, daß die meisten Tätigkeitsbezeichnungen männlich sind, ist ganz klar. Und das haben Sie auch dargelegt. Frauen dürfen viele Dinge eben erst in der Neuzeit tun : Wählen, Studieren, Promovieren, im Parlament sein, Auto fahren (in Saudi Arabien), Seemann sein (außer bei den Wikingern und den Polynesiern) ….. Früher wurden sogar Frauenstimmen (in der Oper) von Männern gesungen. Glücklicherweise ist heute für die Frauen vieles selbstverständlich geworden. Nur Vorstandsposten in DAX-Unternehmen noch nicht so richtig.

    Es gibt allerdings auch Berufe, wo ich, wenn es nicht anders ausgesagt wird immer von Männern ausgehen würde : Soldaten, Zuhälter, Holzfäller …

    Herr Lobin, schreiben Sie doch auch mal was dazu ! Oder habe ich mich gerade um Kopf und Kragen geschrieben ?

      • Kann so gesehen werden, vielen Dank für Ihre Reaktion, Herr Lobin, Dr. Webbaer sieht bei Nicht-Reaktion auch keine ‘Entwertung’ :

        Tief in der Sprache, genauer: in solchen Genuszuweisungen lebt die alte Geschlechterordnung fort.

        Hier abär wird Ihr Langzeit-Kommentatorenfreund ein wenig grau :

        Deshalb ist und bleibt der Gebrauch geschlechtergerechter Sprache eine einfache, direkte und wirkungsvolle Möglichkeit, an der Gleichstellung der Geschlechter mitzuwirken.

        …denn die Abwehr angeblicher alter Geschlechterordnungen, die sich sprachlich perpetuierten, ist offensichtlich keineswegs, wenn sog. geschlechtergerechte Sprache gemeint ist, die modische und “genderistische”, ‘einfach, direkt und wirkungsvoll’.

        Wissen Sie ja auch, Herr Lobin.

        Pflichtige Sexus-Markierungen verlängern, verhunzen sozusagen die Sprache und diese Gender-Sternchen (bspw. oder was es da sonst noch gibt, das Binnen-I zum Beispiel, der Phantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt) können nicht ausgesprochen werden, auch wenn es, Sprechpausen meinend, einige gibt, die anderer Meinung sind.

        Dann gibt es noch, im Sinne sog. geschlechtergerechte Sprache das Problem mit der n-Geschlechtlichkeit, die angeblich mittlerweile da ist.
        Und, last but not least, die Sexus-Markierungen auch im Männlichen, bspw. könnte ernsthaft, genau so wie dies (einige) Frauen tun, verlangt werden, die Sexus-Markierung ‘-(e)rich” allgemein durchzusetzen.
        Dr. Webbaer wäre dann nicht Dr. Webbaer, sondern Dr. Webbaerich.
        Oder als Person, Personerich, oder als Kapazitäterich.

        Ganz mit derselben Selbstverständlichkeit, mit der von einigen im Sinne sog. geschlechtergerechter Sprache die Pflichtigkeit der Sexusmarkierung mit ‘-in’ eingefordert wird.

        Aus Überlegungen, die dann mögliche oder unmögliche Praxis meinend, halten Sie sich, lieber Herr Dr. Henning Lobin, ‘klug’ heraus.

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. Webbaer

        • Korrektur :

          *
          die Sexus-Markierung ‘-(e)rich[‘]

          **
          Dr. Webbaer wäre dann nicht Dr. Webbaer, sondern D[oktorich] Webbaerich.

          ***
          Oder als Person, Personerich, oder als {Kapazität] Kapazitäterich.

          ****
          ‘[schlau]’ heraus


          Sehen’S, da kann schnell ins Schleudern geraten werden, so viel Korrektur hat Dr. Webbaer meist nicht nachzutragen.

  37. @Henning Lobin

    Danke Herr Lobin. Ich hätte nicht gewußt, wo es steht. Und daß die AfD Diskussionen darüber provoziert hat. Und ein generisches Maskulinum kannte ich auch nicht. Da war mein Sprachgefühl doch nicht so schlecht.

    • Und ein generisches Maskulinum kannte ich auch nicht. Da war mein Sprachgefühl doch nicht so schlecht.

      Sondern extra-schlecht?!

      Es geht ja gerade im Sinne des Kulturmarxistischen, im Sinne der sog. Politischen Richtigkeit um Leutz wie Sie, die irritiert werden sollen.

      Dass Sie die deutsche Sprache, Kommentatorenfreund ‘Leser’, gar nicht verstanden haben, irritiert Dr. W allerdings retournierend.

      MFG – WB

  38. @Dr. Webbaer

    Sachlich ! Sachlich ! Und freundlich bitte, wie Sie selbst geschrieben haben !
    “Kulturmarxismus” ist absolut unsachlich und “retournierend” ist kein Deutsch !

  39. Aus dem von Herrn Lobin verlinkten Artikel:

    “Das ist sinnvoll, sagen der Linguist Henning Lobin und die Linguistin Damaris Nübling, wer die Gleichstellung der Geschlechter will, muss sie auch beide ansprechen.“

    Die Einführung der Gendersprache im Hinblick auf die Gleichstellung der Geschlechter empfinde ich ein bisschen wie Schießen auf Spatzen mit Kanonen… 😉

    Zitat aus dem Artikel:

    “Offenbar wird bei den Kindern das Selbstvertrauen, entsprechende Berufe ergreifen zu können, durch die geschlechtergerechten Bezeichnungen erhöht. Bei Erwachsenen wiederum lässt sich nachweisen, dass die Verwendung des generischen Maskulinums in Stellenanzeigen zu einem geringeren Anteil weiblicher Bewerbungen führt.”

    Berufe oder Arbeitsstellen werden nicht wegen geschlechtergerechten Bezeichnungen ergriffen bzw. angestrebt, sondern nach wie vor nach ursprünglichem sozialem Status, und das sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Man vertuscht hier die strukturelle gesellschaftliche Chancenungleichheit mit dem kleinem Pflaster „Gendersprache“. Berufe oder Arbeitsstellen werden außerdem sehr wohl weiterhin auch wegen dem biologischen Geschlecht ergriffen bzw. angestrebt: Hier spielen die Mutterschaften bekanntlich eine große Rolle.

    Die Gendersprache eignet sich wohl vor allem bei wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen, wie eben Arbeitsmarkt oder Kundschaft oder Wählerschaft, aber ich mache mir als Frau nichts vor, wenn man mich in diesen Bereichen betont gendergerecht anspricht: das ist nur Marketing. Die wichtigsten Kunden einer Bank sind zum Beispiel nicht die männlichen Kunden und auch nicht die weiblichen Kundinnen, sie sind undifferenziert diejenige mit dem meisten Geld. Man soll sich nichts vormachen. Die Gendersprache finde ich oberflächlich, sie kann Strukturen und Mentalitäten nicht ändern.

    • @ Kommentatorenfreundin ‘Jocelyne Lopez’

      Klingt hier recht gut, insofern (weitgehend) Zustimmung, sog. Mutterschaften sind möglich und womöglich auch : notwendig.
      Ansonsten, hier, bei – ‘Die Gendersprache finde ich oberflächlich, sie kann Strukturen und Mentalitäten nicht ändern.’ – redet der Schreiber dieser Zeilen gegen, sog. geschlechtergerechte Sprache ist im kulturmarxistischen Sinne anstrebenswert und gefährlich.
      Sie ändert zwar nicht das Sein, aber das Bewusstsein.
      Es darf sich an diese wirkmächtige Werk erinnert werden :
      -> https://en.wikipedia.org/wiki/Eros_and_Civilization
      …auch an :
      -> https://de.wikipedia.org/wiki/Das_andere_Geschlecht (K-Probe : ‘On ne naît pas femme: on le devient.’)

      Neo- oder Kulturmarxisten leben davon, dass Sprache ändert.
      Nur ein Beispiel :
      Liegen Problemlagen an, können sie bearbeitet werden, gerne erfolgreich, oder weggequatscht werden, dies geht ebenfalls.
      Sofern es nicht ein Hund ist, der sich gerade in die eigene Wade verbeißt, dann nicht.
      Allgemein geht dies aber schon.
      Dr. Webbaer ist allerdings Konstruktivist und vermag sich in neo- oder kulturmarxistisches Gedankengut insofern bestens hinein denken und es begründet abzulehnen, die meisten sind ja Realisten und insofern anfällig für, jenau, neo- oder kulturmarxistisches Gedankengut.

      Mit freundlichen Grüßen und eine schöne Mittwoche noch
      Dr. Webbaer

  40. @Dr. Webbaer

    Ich habe Sie schon verstanden, empfand Ihre Äußerung aber weder als politisch korrekt noch als sprachlich angemessen. (Sprachgefühl !!!)

    Ich mag Sprachverbiegungen wegen politischer Korrektheit nicht ! Dann kommen solche Bezeichnungen wie Seemännin zustande. Schmerzhaft, ein Mann zur Frau gemacht. Klarheit im Kopf schafft das nicht. Und wenn die Frau auf See kocht, was ist sie dann ? Smutjerin ? Wenn man über die Sprache erst nachdenken muß, um deren Inhalt zu erfassen, dann hat die Sprache schon die Hälfte der Funktion verloren.

    Die Lebensmittelindustrie war schon immer kreativ bei der Erfindung von Namen für neue Speisen. “Götterspeise” für einfachen Wackelpudding aus Wasser, Zucker, Farbstoff, Aroma und Gelatine. Ach hab ich das als Kind gerne gegessen. Aber Götterspeise ist in der Literatur eigentlich Ambrosia, und die macht unsterblich. Ich weiß, das ich durch den Genuß der Götterspeise nicht unsterblich geworden bin. Eigentlich schade.

    Für einen köstlichen Schaumball auf einer Waffel mit einer dünnen Schicht Schokolade drumherum hat die Industrie das Wort “Negerkuß” erfunden. Kinder haben noch nie aufregend geküßt und Schönheit dabei empfunden. Aber Negerküsse essen sie gerne. Neger darf man heute nicht mehr sagen, deshalb heißen die Dinger heute Mohrenkopf, Schaumkuß, oder Schokoladenkuß. Das Wort “Neger” war in Deutschland mit keinerlei Diskriminierung verbunden, es war einfach nur die Bezeichnung für einen Menschen mit schwarzer Hautfarbe. Das Wort “Neger” klingt aber leider verdammt ähnlich zu dem unwürdigen englischen “nigger”, was immer eine Minderwertigkeit mit betont hat. Ich kann mir vorstellen, daß ein Schwarzer das deutsche Wort “Neger” schon wegen dieser Ähnlichkeit als unangenehm empfindet. Vielleicht sollte man mal einige “deutsche” Schwarze (z.B. Yared Dibaba, Nelson Müller …) und einige zugewanderte Schwarze mal fragen, wie sie das deutsche Wort “Neger” empfinden. Wenn sie das Wort “Neger” als unangenehm empfinden, würde ich dieses Wort natürlich auch zukünftig vermeiden. Aber was machen die Menschen die Neger heißen. Und die gibt es wirklich ! Ich erinnere mich an einen wunderbaren Karnevalisten (Heile heile Gänschen, Humba Humba Humba Täterä….)

    Aber ansonsten bin ich der Meinung, gegen die Kulturtradition Sprache verstoßende sprachliche Verbiegungen wegen politischer Korrektheit sollte man auf ein absolutes Minimum beschränken. Eine Männin ist unsinnig.

  41. @ Dr. Webbaer
    Es darf sich an diese wirkmächtige Werk erinnert werden:
    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Das_andere_Geschlecht (K-Probe : ‘On ne naît pas femme: on le devient.’)

    Man kann auch genauso sagen: “On ne naît pas homme : on le devient.” Und?

    Feminismus langweilt mich zu Tode, hat mich immer gelangweilt, schon als junge Frau, denn ich genoss schon bei meiner Geburt als Mädchen in Frankreich über genau die gleichen Rechte in der Gesellschaft wie die Junge, die im gleichen Jahr geboren wurden (1948). Ich habe sogar die politische Existenzlosigkeit als Frau knapp verpasst, denn das Wahlrecht für Frauen wurde in Frankreich erst 1944 gewährt. Was soll ich mehr wollen? Mehr Rechte als die Männer? Feminismus machte Sinn vor meiner Geburt und ich bin allen Generationen von Frauen und Männern dankbar, die vor mir für meine Rechte gekämpft haben. Feminismus macht natürlich Sinn in Drittländern, wo die Frauen noch rechtlos sind. Aber bei uns? Was macht Feminismus jetzt bei uns für einen Sinn? Das langweilt mich zu Tode, ich finde es lächerlich, narzísstisch und überheblich.

    • Sehr charmant formuliert, werte Frau Lopez,
      es ist gerade auch die Langweile, die einige an diesbezüglicher Bewegung abstößt, früher, ja, da war das OK und unterstützenswert.
      Sie haben Stil, wie sich Dr. Webbaer etwas grob einzuschätzen erlaubt.
      Dr. W ist dem französischen Wesen, dem er nicht entspricht, durch die Beschauung vieler Filme aus jenem Land näher gekommen,
      ansonsten : Lassen Sie die Finger von wissenschaftlicher General-Kritik!
      Mit freundlichen Grüßen und eine schöne Mittwoche noch
      Dr. Webbaer

  42. @ Dr. Webbaer:
    ansonsten : Lassen Sie die Finger von wissenschaftlicher General-Kritik!

    Was ich zu tun und zu lassen habe entscheide ich selbst, ich brauche dazu Ihren Rat nicht. Das habe ich Ihnen schon mal deutlich gesagt, glaube ich, irgendwann werden Sie es vielleicht wahrnehmen, vielleicht, in der einen oder anderen Sprache: C’est moi qui décide, pas vous, d’accord? 🙂

    • … zu Hause kann und darf man machen, was man will, auf scilogs ist man Gast.
      Da steht drüber “Tagebücher der Wisssenschaft”, das bestimmt das Benehmen.

      • Es erscheint dem Schreiber dieser Zeilen jedenfalls rätselhaft, wenn wissenschaftliche Generalkritiker Nähe zu Wissenschaftlern suchen.
        I.p. ‘Gast’ noch ein kleines Dankeschön an den werten hiesigen Inhaltegeber für seine Toleranz.

  43. @ Dr. Webbaer:
    Es erscheint dem Schreiber dieser Zeilen jedenfalls rätselhaft, wenn wissenschaftliche Generalkritiker Nähe zu Wissenschaftlern suchen.

    Soso… Bin ich jetzt ein „wissenschaftlicher Generalkritiker“ aus der Sicht des „Generalkritikers“ Dr. Webbaer, der bekanntlich ausgiebig die Nähe zu Wissenschaftlern bei SciLogs sucht? Man trifft Sie ja bei SciLogs mit Ihren meist geschwurbelten Meinungsäußerungen bei nahezu allen Blog-Artikeln, egal was für ein Thema, Sie sind kaum zu vermeiden.

    Der Dr. Webbaer nimmt sich also sehr gerne das Recht, bei allen wissenschaftlichen Themen ungefragt seine Ansichten darzulegen und auch Kritik auszuüben – wie zum Beispiel hier bei einem sprachwissenschaftlichen Thema – aber der patriarchale Dr. Webbaer hat es nicht gerne, wenn ich mir dasselbe Recht nehme. Das wäre noch schöner, oder? Was geht es Ihnen an, bei welchen Themen ich meine Ansichten darlege und meine Meinungen äußere? Muss ich dafür etwa einen Erlaubnis von Ihnen einholen? Pech gehabt, Dr. Webbaer, ich beteilige mich nun mal bei den wissenschaftlichen Themen, wo ich mich beteiligen möchte, ob es Ihnen passt oder nicht. Ich brauche weder Ihren Erlaubnis noch Ihren Rat, noch Ihre ad hominem Polemik, noch Ihre diesbezügliche Stalkerei. Nehmen Sie bitte Abstand. Jetzt kapiert, Herr Schwurbel-Patriarch?

    • Sie dürfen sich gerne am harten Stein wetzen, werte Frau Lopez,
      es waren doch Sie, die meinten, dass es in der Wissenschaft nur (!) um Geld ginge, also mit dieser Einschätzung haben Sie sich den Titel Wissenschaftlicher Generalkritiker verdient.
      Ansonsten ist Dr. Webbaer ja selbst Wissenschaftler, ist allerdings nicht ‘patriarchal’ und auch eher unbeliebt, soll heißen : er meldet sich punktuell, er meidet viele, insbesondere : d-sprachige, wissenschaftsnahe Inhalte des Webs.
      Er ist geschwätzig und nicht ubiquitär.
      Erklären dürfen Sie, warum Sie sich ‘wetzen’. [1]
      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer
      [1]
      Dr. W interessiert’s, ehrlich geschrieben, nicht, Sie werden Ihre Gründe haben, die nicht benachrichtigt werden müssen, buchen Sie diesen Satz zuvörderst als der Rhetorik geschuldet, so einen Rahmen für diese Nachricht gebend.

  44. @ Dr. Webbaer
    es waren doch Sie, die meinten, dass es in der Wissenschaft nur (!) um Geld ginge, also mit dieser Einschätzung haben Sie sich den Titel Wissenschaftlicher Generalkritiker verdient.

    So, habe ich das gemeint? Oder können Sie nicht wahrnehmen, was Sie lesen? Oder können Sie genauso schlecht deutsch lesen wie Sie deutsch schreiben? Dabei bin ich nun mal der Meinung, dass ich mich im Gegensatz zu Ihnen verständlich in der deutschen Sprache ausdrücken kann.

    Ich meine es nämlich für die moderne theoretische Physik, mit Begründungen, und für die Tierversuche, ebenfalls mit Begründungen. Besteht etwa “die Wissenschaft” für Sie einzig aus der modernen theoretischen Physik und aus Tierversuchen?

    Und auch ich habe eine universitäre wissenschaftliche Grundausbildung (Rechtswissenschaft). Das für Sie als “Wissenschaftler” und auch für Ihre Stalker-Kollegen von SciLogs, die alle Menschen verachten und allen Kommentatoren den Mund verbieten wollen, die “nie eine Universität von Innen gesehen haben“.

    Was stalken Sie mich also bei einer wissenschaftlichen Thematik (Sprachwissenschaft), die gar nichts mit theoretischer Physik und mit Tierversuchen zu tun hat? Ich brauche weder Ihren Erlaubnis noch Ihr Interesse für meine Beteiligungen bei SciLogs, mit Verlaub. Lassen Sie mich in Ruhe mit Ihren Stalker-Kollegen, ich kann ohne weiteres ohne Ihre Ansichten denken und leben, ignorieren Sie mich am besten, scrollen Sie meine Beiträge und gut ist.

    • ->
      ‘Es geht bei der Wissenschaft nicht mehr um Erkenntnisfortschritt, es geht nur um Geld.’ (Quelle)

      …und Dr. W ‘stalkt’ nicht und ‘verachtet’ nicht (alle), will ganz sicher nicht anderen ‘den Mund verbieten’.
      Sie werden ganz sicher nicht von Dr. W verachtet, werte Frau Lopez.

      MFG – WB

  45. Dr.W.
    Frau Lopez ist nicht nur nett, sondern sieht auch gut aus.
    Haben Sie das gehört Frau Lopez?
    Und , das ist meine feste Überzeugung, Frauen sind die besseren Menschen.
    Die haben es viel schwerer im Leben und deshalb ist Zuvorkommenheit die erste Pflicht eines Mannes gegenüber jeder Frau.
    Und da wird auch nichts verwischt, eine Frau ist eine Frau, ist eine Frau und kein Mann.
    Wer sich mit Frau Lopez streitet ist einfach nur dumm.

    • Wer sich mit Frau Lopez streitet ist einfach nur dumm.

      Klingt hier zustimmungsfähig, für Sie gilt diese Einschätzung womöglich ebenfalls?!
      (Solider Gag btw!)

  46. @ fliegenklatsche
    Und , das ist meine feste Überzeugung, Frauen sind die besseren Menschen. Die haben es viel schwerer im Leben und deshalb ist Zuvorkommenheit die erste Pflicht eines Mannes gegenüber jeder Frau.

    Hier teilen Sie wohl der Meinung von einem meiner Lieblingsdichter aus Frankreich, Louis Aragon – der Frauen geliebt und unglaublich schön besungen hat, insbesondere seine Frau Elsa Triolet. Er hat einen berühmten Vers geschrieben, wo allerdings die beiden Ausprägungen des Begriffes „Mensch/Mann“ auf Französisch denkbar sind:

    La femme est l’avenir de l’homme

    Die Frau ist die Zukunft des Mannes
    oder
    Die Frau ist die Zukunft der Menschheit

    Ich bin dagegen nicht überzeugt, dass die Frauen die besseren Menschen sind. Man kann zum Beispiel beobachten, dass Frauen sich nicht anders als Männer verhalten, wenn sie Machtpositionen in der Wirtschaft oder in der Politik besetzen.

    Und ich finde im Gegenteil, dass Frauen es allgemein leichter haben als Männer. Bei der Arbeitsteilung in reinen naturbedingten Umständen fielen und fallen auf die Männer immer lebensgefährliche Aufgaben wie Jagd, Verteidigung des Lagers, Erkundung von neuen Gebieten. Das erfordert Mut, um die Todesangst zu überwinden, die wohl auch durch das männliche Hormon Testosteron vorwiegend biologisch in der Evolution gesteuert wurde. Männer sind auch statistisch gesehen um ein vielfacher öfter Opfer von Gewalt als Frauen, nicht allein durch Kriege. Ich wäre nicht gerne ein Mann, ich denke, dass die Männer biologisch gesehen das schwerste Los gezogen haben.

  47. Liebe Frau Lopez,
    es ist schön, dass Sie Ihr Leben so positiv einschätzen. Wir waren vor ein paar Wochen Gast bei einem Seniorennachmittag. Zuerst fühlte ich mich deplaziert zwischen so viel Frauen.
    Aber…..neben mir saß eine 86jährige, ich bin erst 72, und diese Dame hat den ganzen Saal gerockt. Wo die die Energie hernahm, das ist mir bis heute unerklärlich.
    Man darf aber nicht die vielen Frauen vergessen, die vom Leben enttäuscht, vom Mann verprügelt, und jetzt verwitwet sind.
    Mein Fazit: Mann und Frau ergänzen sich ideal.

  48. “…. zu Hause kann und darf man machen, was man will, auf scilogs ist man Gast.
    Da steht drüber “Tagebücher der Wisssenschaft”, das bestimmt das Benehmen……..(Zitatende)………

    …..und manchmal auch der Herr Senf. Aber natürlich nur rein (derart) wissenschaftlich, wie Herr Senf die Wissenschaft halt haben will. Und vor allem die Klientel für die Herr Senf so verbissen auf dem hiesigen Klientelportal die Trommel rührt. Natürlich immer nur völlig unpolemisch und wissenschaftsformal absulut korrekt. Und völig frei von Vorurteilen gegen “Außenseiter” . Denn wir wissen ja inzwischen: Wenn Herr Senf etwas kommentiert, dann kann das ja nur aus reinen und edlen (wissenschaftlichen) Motiven heraus geschehen sein. Denn wäre es anders, dann hätter er ja gar nicht auf diesem rein wissenschaftlichen Portal kommentieren dürfen. Geradezu bewundernswert, diese “Intellektuelle Redlichkeit”. Würde ich beim “Mainstream” mein Geld verdienen, ich würde ihn wegen dieser Integrität als “Verkünder der Wissenschaft” anstellen und nicht schlecht bezahlen.

  49. Also wirklich.
    Ich hab Besseres zu tun, als mich hier mit völlig unkundigen, weil fachfremden Hobby- Pseudo- Germanisten, die wohl kaum ihr Handwerk anständig gerlernt haben und nur glauben etwas zu wissen ohne wirklich etwas zu wissen, über so etwas Bannales wie einen wilkürlichen und rein zufalsbedinngt strukkturierten Kommunikationscode zu unterhallten.
    Herr Senf, stehen Sie mir bei! Oder sind auch Sie womöglich gar kein Mann vom (Germanisten-) Fach und treiben sich hier nur als halb ilegaler Hobbiekommentatator herum? Ähnlich sehen tät Ihnen das ja schon.

  50. Ich verschwörungstheoretisiere mal , Herr Lobin betreibt diesen/dieses Blog als eine Art von “wissenschaftlichem Feldversuch” für seine Studien zu “….Auswirkungen von neuen Kommunikationsformen auf Wissenschaft, Kultur und Bildung..”
    Und die Kommentatoren sind die (Weihnachts- ) Kaninchen .
    Na ja, wenigstens keine echten.

    Aber das Allerschönste ist: Ich muss hier wahrscheinlich den Threadverlauf bzw. meine Kommentare nicht zur Beweisdokumentation “sichern”, weil sie (zumindest wie es zur Zeit aussieht) tatsächlich “angenommen” und nicht (teilweise) unkommentiert wegzensiert werden.Was bei scilogs nicht immer ganz selbstverständlich ist. Da wird einem ganz warm ums Herz.
    Wahrlich, ich sage Euch: Es Weihnachtet sehr!

  51. little Louis,
    die Sprachkaninchen gibt es schon, man höre nur mal Jugendlichen zu, wenn die sprechen.
    “Gehn wir Aldi ?”
    Jugendliche , hauptsächlich solche mit Migrationshintergrund verwenden keine Präpositionen mehr. Und es funktioniert.
    Umgekehrt verwendet Herr Dr. Webbaer gleich 7 Kasuus, was eine sehr differenzierte Ausdrucksweise erlaubt.
    Und last not least gibt es ja noch Klopstock, man lese mal seine Werke, das ist auch Deutsch!
    Das Dokumentationszentrum in Mannheim hat also Aufgaben in Überfülle.

  52. @ fliegenklatsche

    Na ja, ob 7 Kasus zu verwenden eine bessere oder schönere Kommunikation erlaubt als gar keine Präpositionen sei dahin gestellt. Ich halte es eher als snobistisches Kauderwelsch und als Respektlosigkeit gegenüber Gesprächspartnern.

    Die Sprache der Jugentliche als Beweis für die Unfähigkeit eine Sprache korrekt zu erlernen halte ich für nicht überzeugend: Jugendliche mögen es, sich betont sprachlich abzusetzen, das ist ein Teil Ihrer Entwicklung zum Erwachsensein. Tatsache ist, dass es in allen Sprachen, auch bei Jugendlichen, Sprachgewandte gibt und sogar Sprachvirtuosen. Das liegt sehr an einer individuellen Begabung, glaube ich.

    Etwas erstaunt mich aber in Deutschland sehr, und zwar, dass so viele Menschen dichten können. So etwas kenne ich aus Frankreich nicht, ich habe nie erlebt, dass Franzosen zu Angelegenheiten des Alltagslebens selbst Gedichte schreiben. Ich selbst wäre unfähig nur zwei Verse auf Französisch zu schreiben. Das ist sehr auffällig in Deutschland, es wird in der Bevölkerung bei Feiern mit Leichtigkeit gedichtet, oder auch im Kabarett (zum Beispiel Karneval). So etwas gibt es in Frankreich nicht.

    Ich frage mich woran es liegt. Lässt sich die deutsche Sprache besonders gut reimen und wenn ja, warum? Wegen dem sehr eigenwilligen Satzenbau? Wegen der Häufigkeit von besonders sanften Lauten wie “ein” oder “ei”? Ich weiß nicht woran es liegt, dass Deutschen mit Leichtigkeit dichten können, das ist auf jeden Fall für Franzosen auffällig.

  53. Jocelyne Lopez,
    die Grammatik ist in Französisch konsequenter als die Deutsche Sprache. Das erschwert das Dichten.
    Im Deutschen lässt sich der Nominativ und der Akkusativ z.B vertauschen.

    Zum Anderen haben die Franzosen ihre Chansons, das sind gesungene Gedichte.

    Was den Dr. W. betrifft, ich vermute, der spricht als Muttersprache eine slawische Sprache. Die Grammatik beinhaltet 7 Kasus. Wenn man die alle in einen Satz packt, dann ist das für Deutschsprachler verwirrend.

    Was jetzt die Sprache der Jugendlichen betrifft. Die Mädchen lernen die Fremdsprache schneller und leichter und sie können auch fehlerfrei sprechen.
    Die Jungen, zum größten Teil ist denen egal ob richtig oder falsch, wichtig ist , dass die Sprache beeindruckt. Und da gilt , je kürzer, desto eindrucksvoller.

    Hier ist ein Gedicht von mir an Dich !

    Ich will

    Bin reiner Geist, bin Leidenschaft,
    wen ich berühr, der wird für immer brennen.
    Ich bin die Macht, die Welt erschafft,
    bin Wille, wirst du jetzt erkennen.

    Ich treib die Welt, und sie treibt mich,
    nur ich allein kann das erkennen.
    Doch dann , nur dann, erkenn ich nicht,
    dass Du und ich sich müssen trennen.

    Ich bin du, und du bist ich,
    getrennt durch Raum und Zeit.
    Nur manchmal, wenn du Dich vergisst,
    sind wir nicht mehr zu zweit.

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