Aktuelles Buch

Erschienen am 10.9.2014:

Engelbarts Traum

Wie der Computer uns Lesen und Schreiben abnimmt

Die Digitalisierung markiert das Ende der Schriftkultur. Henning Lobin untersucht in seinem Buch den Wandel des Lesens und Schreibens auf dem Weg zu einer Digitalkultur.

Die Digitalisierung markiert eine kulturelle Zeitenwende wie die Erfindung des Buchdrucks. Mit der Entwicklung des Computers haben die Menschen das Monopol über die Schrift verloren. Der Computer nimmt uns Lesen und Schreiben immer mehr ab und wird dabei selbst zum Leser und Schreiber. Douglas Engelbart, der Erfinder der Computer-Maus, zeichnete diese Entwicklung schon 1968 in einer legendären Demonstration vor, sein Traum ist unsere Wirklichkeit geworden und bestimmt unsere Zukunft.

Cover vorne Engelbarts Traum - kleinIn seinem gerade im Campus-Verlag erschienenen Buch „Engelbarts Traum“ zeigt Henning Lobin, wie sich diese Entwicklung des Lesens und Schreibens auf die Infrastrukturen der Schriftkultur (Bibliotheken, Verlage) und ihre Institutionen (Schule, Universität, Presse, Zensur) auswirkt. Auf dem Weg hin zu einer „Digitalkultur“ wird der Mensch zunehmend in die Peripherie gedrängt. Der digitale Code, gleichsam eine neue kulturelle DNA, tritt dabei mehr und mehr an seine Stelle. Welche weiteren Veränderungen lassen sich derzeit voraussagen? Wie können wir verhindern, dabei zum Spielball der technischen Evolution zu werden?  Engelbarts Traum muss heute neu gedeutet werden, soll er sich nicht in einen Albtraum verwandeln.

Diese Thesen werden in 10 Kapiteln entfaltet und den offenen Fragen wird auf den Grund gegangen. Nach einer Einleitung, in der einige historische Schlüsselszenen skizziert werden, werden die Kulturtechniken des Lesens und Schreibens historisch und systematisch erläutert und gezeigt, wie daraus die Infrastrukturen, Institutionen und Werte der Schriftkultur entstanden sind. Im vierten Kapitel zeigt der Autor auf leicht verständliche Weise, was eigentlich „Digitalisierung“ bedeutet und welche Triebkräfte ihr bezogen auf die kulturelle Entwicklung innewohnen. In den folgenden beiden Kapiteln werden in einer Vielzahl von Beispielen neuartige Verfahren des computergestützten Lesens und Schreibens dargestellt – Techniken, die heute bereits existieren, oft aber kaum bekannt sind. Das siebte Kapitel zeigt, wie sich diese neuen Techniken auf den Umgang mit Texten auswirken, auf Schreib- und Lesegewohnheiten, auf das Lernen, Forschen und Informieren. Dass die kulturelle Entwicklung evolutionären Kräften unterliegt, wird im achten Kapitel behandelt. Die Lehre von den „Memen“ als Grundeinheiten der Evolution wird auf ihre Reproduktion durch Schrift und die Digitalisierung bezogen. Im neunten und zehnten Kapitel versucht der Autor schließlich eine Voraussage dieser Entwicklungen bezogen auf die Infrastrukturen, Institutionen und Werte einer entstehenden Digitalkultur.

Lobins evolutionärer Blick auf das Ende der Schriftkultur bietet jenseits von Kulturpessimismus oder Fortschrittsfeindlichkeit unverzichtbares Hintergrundwissen und fundierte Orientierung in der aktuellen Debatte um die Digitalisierung.

 

Homepage des Buchs beim Campus-Verlag

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