Asbestrisiko beim Heimwerken

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Die Erkenntnis, dass Asbest krank machen kann, gab es zumindest in Ansätzen bereits am Ende des 19. Jahrhunderts. Dennoch erfolgte das bundesweite Asbestverbot (mit einer Ausnahme) erst gegen 1993 (in der EU erfolgte ein Verbot soweit ich weiß sogar erst 2003). Das bedeutet, dass asbesthaltige Baustoffe über einen Zeitraum von gut 100 Jahren Verwendung fanden. Und damit ergibt sich auch ein Asbestrisiko für jeden, der diese Baustoffe bearbeitet.

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Achtung, Asbest! Vor allem die verdeckten Asbestprodukte können heute immer noch zu einer Gefahr beim Heimwerken werden. Eigenes Foto.

Asbestverwendung

So wurden nach Deutschland (Bundesrepublik und DDR) insgesamt rund 5,7 Mio. Tonnen Asbest importiert. Dieses Asbest wurde zum größten Teil (je nach Quelle 70-73 % oder 3,99/4,3 Mio. Tonnen) in die Produktion von Asbestzement gesteckt, was bei einem durchschnittlichen Asbestgehalt von 10 Gew.% gut 39,9 Mio. Tonnen Asbestzement entspricht. Auch asbesthaltige bauchemische Produkte machten einen bedeutenden Anteil der Asbestverwendungen aus. Unter diesem doch etwas sperrigen Begriff findet man die asbesthaltigen Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber, die in letzter Zeit immer mehr in den Fokus rückten.

Diese Produkte zeichnen sich nicht nur durch einen sehr inhomogenen und oft auch sehr geringen Asbestgehalt aus (er wurde teilweise sogar händisch zugemischt). Dünnbettkleber von Wandfliesen können teilweise Gehalte von nur 0,04 Massen% Asbest enthalten. Oft kann es auch bedeutend mehr sein. Das bedeutet natürlich einen sehr hohen Anspruch an die Laboranalytik, um diese geringen Gehalte aufspüren zu können.

Dafür müsste aber die Problematik überhaupt erst einmal bekannt sein. Denn im Gegensatz zu anderen klassischen Asbestprodukten wie Faserzement oder Cushion-Vinyl und Floorflex Bodenbelägen dürfte kaum einem Heimwerker bewusst sein, dass hier eine Gefahr lauern kann. Denn bei der Bearbeitung dieser Produkte kann es zu einer erhöhten Asbestexposition der Innenraumluft der betreffenden Räume kommen.

Schätzungen zufolge kommen diese sogenannten verdeckten Asbestprodukte in gut 25 % aller Gebäude vor. Dabei sind besonders Gebäude verdächtig, die in den 1960ern und 1970ern erbaut oder renoviert wurden. Verdächtig sind aber prinzipiell alle Neu- oder Umbauten bis 1995.

Asbest und Heimwerken

Wenn also jemand jetzt so eine Wohnung in Eigenregie renoviert, kann es dabei dann auch passieren, dass er unbeabsichtigt und unwissentlich asbestbelastetes Material bearbeitet. Beim Bohren, Fräsen und anderen mechanischen Tätigkeiten wie z.B. abschlagen von Wandfliesen können dann sehr leicht Asbestfasern freigesetzt werden. Aber wie groß ist das Risiko dabei? Die Frage habe ich mir selber oft gestellt (und oft musste ich versuchen, sie anderen zu beantworten).

Vor einiger Zeit bin ich auf einen kurzes Paper von Helmut Sagunski gestoßen, der versucht hat, genau diese Frage zu beantworten (und dem ich hier weitgehend folge).
Dabei wird von einem einmaligen Ereignis ausgegangen. Beispielsweise die Renovierung einzelner Räume in einem bewohnten Haus. Die Exposition zieht sich dabei über Tage oder eventuell auch wenige Wochen hin und überschreitet dabei die normalerweise herrschende Hintergrundbelastung in Deutschland deutlich.

Wenn Asbestfasern über längere Zeiträume und in größeren Mengen in die Lunge gelangen, können sie dort zu verschiedenen Krankheiten bis hin zu Lungenkrebs führen. Dabei entscheiden dann ihre Abmessungen (Dicke und Länge) sowie ihr Chemismus darüber, wie sie sich in der Lunge verhalten. Dabei weisen die einzelnen Asbestarten durchaus Unterschiede in ihrem krebserregenden Potenzial auf.

Wie genau Asbest Krebs auslöst, ist noch nicht ganz verstanden. Das liegt auch an dem langen Zeitraum, der zwischen dem Kontakt mit Asbest und dem Ausbruch einer Krankheit liegen kann. Das kann im Schnitt 30 Jahre sein, aber auch mehr. Die Länge des Zeitraums deutet möglicherweise auf einen mehrstufigen Prozess hin. Die Asbestfasern in den Lungenbläschen setzen vermutlich eine Entzündungskaskade in Gang, an deren Ende dann Lungenkrebs stehen kann.

Dabei ist besonders das maligne Mesotheliom sehr gefürchtet. Die Umweltschutzbehörde EPA der USA hat eine Studie zur Exposition-Krebsrisiko-Beziehung verfasst, nach der das zusätzliche Risiko, an Lungenkrebs oder Mesotheliom zu erkranken, nach lebenslanger Exposition gegenüber 1 000 000 Fasern pro Kubikmeter Atemluft 1:4 (0,23) beträgt. Lebenslange Exposition bedeutet in diesem Fall, dass die betreffende Person 24 Stunden pro Tag an 365 Tagen im Jahr über 70 Jahre mit einer Atemrate von 20 m³ pro Tag der Asbestbelastung ausgesetzt war. Dabei fand keine Unterscheidung zwischen Serpentinasbest (Chrysotil) und Amphibolasbest statt.

Faserjahre und Fasertage

In Deutschland wird für die Lebensarbeitszeit eine Exposition von 8 Stunden pro Tag an 240 Tagen im Jahr über 40 Jahre bei einer Atemrate von 10 m³ angesetzt. Das bedeutet, das zusätzliche Risiko, nach einer arbeitslebenslangen Exposition gegenüber 1 000 000 Fasern Asbest pro m³ Atemluft beträgt das zusätzliche Risiko rund 1:23 (0,043).

Um die Angaben zur kumulativen Exposition zu vereinfachen, hat der Ausschuss für Gefahrstoffe den Begriff „Faserjahr“ eingeführt. Während eines Faserjahres werden rund 2,4 Mrd. Asbestfasern eingeatmet. Dabei ist ein Faserjahr mit einem Krebsrisiko von 1:1000 verknüpft. Rund 25 Faserjahre sind nötig, um eine asbestbedingte Berufskrankheit anzuerkennen.

Der Ausschuss für Gefahrstoffe legte 2008 ein sogenanntes Toleranzrisiko von 1:250 (entsprechend 4 Faserjahren) sowie ein Akzeptanzrisiko von 1:2 500 (entspricht 0,4 Faserjahren) fest. Es wird auch überlegt, ob das Akzeptanzrisiko ab 2018 auf 1:25 000 (entsprechend 0,04 Faserjahren) abgesenkt wird.

Auf ein Arbeitsleben bezogen liegt das Toleranzrisiko bei 100 000 Fasern und als Akzeptanzrisiko eine Konzentration von 10 000 Asbestfasern pro m³ Atemluft und soll 2018 möglicherweise auf 1000 Fasern abgesenkt werden.

Das bedeutet nach dem Ausschuss für Gefahrstoffe, dass bei Belastungen von bis zu 100 000 Fasern pro m³ Atemluft im Normalfall keine risikomindernden Maßnahmen zu treffen sind. Bei Belastungen sind diese jedoch vorgeschrieben.

Asbestrisiko

Für Heimwerker gibt es bislang kein eingehenden Untersuchungen bezüglich der auftretenden Faserkonzentrationen. Dennoch stellen gerade die verdecken Asbestvorkommen auch hier ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar.

Um die Risikoabschätzung einigermaßen übersichtlich zu halten, wurde statt des üblichen Begriffs des Faserjahres der des Fasertages eingeführt. Ein Faserjahr entspricht 240 Fasertagen. Ein Fasertag entspricht der Aufnahme von 10 000 000 Asbestfasern (bei einer Atemrate von 10 m³ und einer Exposition von 1 000 000 Asbestfasern).

Derzeit wird an Arbeitsplätzen in Deutschland die Aufnahme von 100 000 täglich über ein ganzes Arbeitsleben akzeptiert. Über 40 Jahre werden so durchaus rund 1 Mrd. Fasern eingeatmet, was das Risiko, an Krebs zu erkranken von eben 1:2 500 oder 4*10-4 bedeutet.

Das Abschlagen der Fliesen von der Wand, das Bohren in asbesthaltigem Putz oder das Abschleifen stellen dagegen nur eine relativ geringe Steigerung des Risikos dar, auch wenn es dabei kurzzeitig zu einer starken Inhalation von vielen Asbestfasern kommen kann. Schauen wir einmal drei verschiedene typische Szenarien für Heimwerker an.

Beim Bohren von Löchern in eine asbestverputzte Wand können, als Beispiel, rund 10 000 Asbestfasern pro m³ in die Raumluft gelangen. Im angenommen Szenario wird davon ausgegangen, dass die Belastung nur eine Stunde andauert und danach durch Lüften beendet wurde. Das entspricht rund 0,001 ( in Faserjahren sind das 0,000004 Faserjahre)) Fasertagen und einem zusätzlichen Risiko von 4*10-9 für eine Krebserkrankung.

Werden Fliesen mit asbesthaltigen Fliesenkleber von einer Wand abgeschlagen, so können mit rund 100 000 Fasern pro m³ deutlich mehr in die Raumluft gelangen. Außerdem dauert eine solche Tätigkeit auch weit länger als einfaches Bohren. In dem veranschlagten Szenario beträgt die Tätigkeit ca. 8 Stunden (und bedeutet rund 10 m³ Atemluftverbrauch). Beendet wird die Luftbelastung danach durch gründliches Lüften des Raums. Die Exposition entspricht hier 0,1 Fasertag (oder 0,0004 Faserjahren). Das zusätzliche Krebsrisiko liegt bei 4*10-7.

Noch mehr Fasern werden beim Abschleifen einer Wand mit asbesthaltigem Putz freigesetzt. Im angenommenen Szenario wird hier von rund 1 000 000 Fasern pro m³ Raumluft ausgegangen, auch wenn die Arbeitsdauer eventuell nur 1 Stunde dauert. Hier kann auch ein anschließendes Lüften die Belastung nur um rund 90 % senken. Weitere Senkungen um erneute 90 % erfolgen in den folgenden Tagen ebenfalls durch Lüften. Die Zahl der insgesamt eingeatmeten Fasern wird in diesem Szenario mit 2 000 000 veranschlagt. Das entspricht rund 0,2 Fasertagen (oder 0,0008 Faserjahren) mit einem zusätzlichen Krebsrisiko von 8*10-7.

Das Risiko einer einmaligen erhöhten Exposition ist demnach messbar und vorhanden. Vermutlich ist eine kumulierte Asbestdosis für die Entstehung von asbestbedingten Lungenerkrankungen verantwortlich.

Was ist zu Tun, wen der Fall der Fälle eingetreten ist? Vor allem die weitere Exposition vermindern. Dazu sollte man die zu bearbeitenden Materialien wie Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber vor der Bearbeitung analysieren lassen.

Raucher sollten das Rauchen aufgeben. Das Risiko einer asbestbedingten Erkrankung steigt für Raucher noch einmal um einige Größenordnungen. Und natürlich sollte man eventuell einen Facharzt konsultieren.

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Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

157 Kommentare

  1. Eine Kuriosität am Rande: Die Zementfabrik in Leimen bei Heidelberg hatte in den 1980er Jahren große Probleme damit, die Grenzwerte/Arbeitsicherheit in den Asbest-Lagerhallen einzuhalten. Trotz bester Absaugung lag man mit der Partikelzahl immer über dem Grenzwert.
    Als Ursache für dieses Problem stellte sich dann heraus, dass von der am Werk vorbeiführenden Straße durch die Autos so große Mengen an Asbestfasern abgegeben wurden – dass die Zuluft zu den Lagerhallen immer über dem Grenzwert lag. Ursache dafür was der Bremsenabrieb der Autos.
    Wer also noch einen Oldtimer und alte Bremsbacken hobby-mäßig bearbeitet – sollte auf diese Gefahr achten

    • Was mich dabei nur interessiert ist, ob diese Faserjahre eine pure Exposition der Faser zu Grunde legt oder ob dabei bereits Schutzmaßnahmen wie Atemschutzmasken berücksichtigt werden, was die tatsächliche Anzahl der aufgenommenen Faser deutlich reduzieren sollte.
      Diese Frage beziehe ich auch auf die Fallbeispiele z.B. mit dem Bohren in asbesthaltigen Putz. Bezieht sich die Risikoberechnung auf den Fall ein einzelnes Loch zu bohren ohne jeglichen Schutz von Atemschutzmasken oder wird dabei bereits eine Art von Schutz zu Grunde gelegt?

  2. … insbesondere da es üblich war, bei Reparaturen oder Wartung an den Bremsbelägen den Abrieb dadurch zu entfernen, dass man mal kurz die Druckluftpistole draufgehalten hat.

    Danke (erneut) für die fundierten und neutralen Informationen.

  3. Hallo, was heißt “Lüften” in diesem Falle? Wenn in einem Raum gearbeitet und dann Durchzug gemacht wird, ist damit die Exposition beendet oder wird dadurch nur alles in der Wohnung verteilt? Im konkreten Fall: ein ordentlicher Haufen Wandputz vom Durchbruch, von den Arbeitern einfach liegen gelassen, der beim Wegwischen ordentlich aufflog, dann 30 min Durchzug. Der Wind ging in die Wohnung. Würden dann die Fasern aus den durchlüfteten Zimmern herausgeblasen oder bloß in allen Räumen verteilt, sodass auch in weiteren Räumen eine Belastung bestehen könnte? Oder haben sich womöglich Fasern bei so einem Vorgehen absetzen können? Wirbelt Lüften ohne Durchzug die Fasern im betroffenen Raum nicht evtl. nur auf? Danke

    • Ich hatte vor einiger Zeit “unverdünnte” Spachtelmasse einer Fuge einer Gipskartonwand in ein Labor zur Analyse gesandt Die Überprüfung ergab, dass kein Asbest enthalten war allerdings lag die Nachweisgrenze wohl “nur” bei 0,1%. Anscheinend gibt es aber auch deutlich geringere Gehalte?

  4. Hallo Herr Ries,
    sehr schön geschrieben und veranschaulicht. Vielen Dank hierfür.

    Eine Frage zu asbestbelasteten Isoliermatten aus Nachtspeicheröfen hätte ich:
    Wie hoch ist denn der Anteil an Asbest in solchen Isolierungen und wenn diese ausgebaut werden und die Isoliermatten beschädigt werden, schwirren da nicht erst “grobe” Fasern in der Luft herum oder setzen sich da gleich die gefährlichen kleinen Fasern frei, welche in die Lunge gelangen?

    Leider wusste ich von der Kontamination nichts.. als ich beim Verpacken der alten Isolierung dieser Matten geholfen habe.
    Einen Mundschutz hatte ich zwar auf, dieser war jedoch nicht ganz dicht (im Nasenbereich) außerdem war er eigentlich nicht für Asbest geeignet. Vielmehr war er wegen den Staubflocken gedacht..

    Vielen Dank

  5. Wie hoch der Anteil an Asbest ist, weiß ich nicht. Da müsste man eventuell die Hersteller der betreffenden Heizung fragen. Was die Freisetzung angeht, werden bei der Beschädigung von asbesthaltigem Material immer auch die feinen Fasern freigesetzt.

  6. Sehr geehrter Herr Ries,
    ganz vielen Dank für den hervorragenden Artikel. Ich habe folgende Frage: Ein Teilnehmer meiner damaligen Hausgemeinschaft hat vor ca. 16 Jahren das verwitterte Eternit-Garagendach mit dem Hochdruckreiniger gereinigt. Eine Anzeige bzw. Sanierung erfolgte nicht. Der Hauseingang lag ca. 8 Meter vom Eternitdach entfernt. Irgendwelche Stäube in der Umgebung (z.B. Rasen, Garten) waren außer ein paar Flusen –soweit ich mich erinnern kann nicht zu erkennen. Mein Zimmer, welches ich nachts auch regelmäßig gelüftet habe, lag ca. 10 Meter entfernt auf der gegenüberliegenden, garagenabgewandten Seite. Ich habe in dem Haus noch zwei Jahre gewohnt und war später auch immer mal wieder ein paar Wochen pro Jahr (ca. 4 Wochen) in dem Haus zum Besuch und habe dort dann auch übernachtet. Seit längerer Zeit habe ich immer mal wieder Husten mit ein wenig Schleim (allerdings nicht durchgehend). Vor kurzem war ich auch beim Lungenarzt, dieser diagnostizierte aufgrund meiner Angaben eine chronische Bronchitis, konnte aber bei den Untersuchungen bisher lediglich einen erhöhten Stickstoffmonoxidwert beim Ausatmen feststellen, den dieser als Indiz für das Vorhandensein einer Allergie wertete. Alle anderen Lungenfunktionswerte sowie das Röntgenbild waren unauffällig. Beim anschließenden Allergietest konnte er lediglich eine Allergie auf Katzenhaare feststellen. Allerdings gab es weder in den alten noch in meinem jetzigen Haushalt Katzen. Nun mache ich mir natürlich Sorgen.
    Daher meine Fragen:
    Wie hoch schätzen Sie mittlerweile die Asbestbelastung im Haus bzw. auf den Freiflächen um die Garage ein?
    Wie groß schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenhangs zwischen der gelegentlichen Bronchitis bzw. dem erhöhten Stickstoffmonoxidwert beim Ausatmen mit der vermutlichen Asbestexposition ein?
    Wie hoch schätzen Sie das zusätzliche Risiko für asbestbedingte Erkrankungen ein?
    Welche Empfehlungen können Sie mir geben?
    Herzlichen Dank schon einmal im Voraus für Ihre Antwort!

  7. Die Asbestbelastung bei dem Reinigen von Asbestzement mittels Hochdruckreiniger ist vermutlich überschaubar. Asbestfasern sind leicht und können entsprechend schnell mit dem Wind transportiert werden. Ob und inwieweit damit eine Gefahr für Anwohner bzw. Reiniger ausgeht, kann ich nicht sagen. Vermutlich wird die Belastung aber nur eine vergleichsweise kurze Spitze sein. Zu den festgestellten Symptomen sollten sie einen Arzt befragen, dazu kann ich nichts sagen (mangels Wissen).

    • Sehr geehrter Herr Ries,

      Ich habe vor kurzem bei der Sanierung eines Hauses den Rauputz aus den 80ern meachnisch von der Wand entfernt – einmal über 3 Tage (ca. 8 Stunden pro Tag) und dann nochmals einen Nachmittag (ca. 4 Stunden). Meine verspätete Recherche ergab dass es wahrscheinlich ist dass der Putz asbesthältig ist.

      Wie würden sie das Risiko einschätzen? Atemmaske hatte ich keine auf.

      Vielen Dank!

      Freundliche Grüße

  8. Ganz herzlichen Dank Herr Ries für die schnelle Antwort. Das beruhigt mich für’s Erste.

    Liebe Grüße aus Franken

  9. Sehr geehrter Herr Ries, wir haben bei uns im Treppenhaus in der nähe des Dachbodes anscheinend ein loch gehabt, durch welches die Dachdämmung direkten Luftkontakt mit unserem Treppenhaus hatte, wir vermuten das dieses Loch aufgrund von renovierungen entstanden ist. Es ist ca 30cm² groß. Wir vermuten das die Dämmung, welche offen liegt asbesthaltig ist, weil bei genauerem hinsehen sieht man, dass sie leicht gräulich ist. Wie schätzen sie unsere Asbestexpositon ein ? Das Treppenhaus ist von unseren Wohnräumen getrennt, wir gehen da circa 2 mal täglich durch.

  10. Zu einer möglichen Asbestexposition kann ich nichts sagen. Ich würde als erstes feststellen lassen, ob überhaupt Asbest freigesetzt wurde, bzw. das Ausgangsmaterial asbesthaltig ist. Erst wenn hier Klarheit herrscht, kann man sich über weitere Maßnahmen Gedanken machen

    • Guten Tag und vielen Dank das Sie sich immer noch Zeit nehmen hier Fragen besorgter Mitmenschen zu beantworten.
      Unsere Familie wird in eine Wohnung ziehen (das Haus ist aus dem 70gern). Ich fragte den Vermieter nach Asbest, er sagte bis auf die alten Nachtspeicheröfen die er damals entfernen ließ wäre im Haus kein Asbest. Aber ich vermute das eigentlich niemand mehr wirklich weiß wo was drin ist. Theoretisch müsste man jede Ecke eines Hauses testen lassen um es wirklich zu wissen. Meine Frage an Sie: wir wollen Tapete entfernen und natürlich um Schränke und Lampen zu montieren in Wände und Decken bohren. Zufällig berührte mein Mann eine Wand wo Tapete ab soll, aber nur diese eine, sie lies sich leicht eindrücken. Der jetzige Mieter
      meinte das wäre eine Gipswand. Wir haben 2 kleine Kinder und das wird ein Kinderzimmer. Was wäre sinnvoll? Müsste ich von jeder Wand/Decke in die gebohrt werden soll in der Wohnung eine Probe nehmen (muss ja erstmal was abkratzen um es in ein Labor zu senden)? Wie teste ich vor dem entfernen der Tapete. Sind meine Sorgen überhaupt begründet? Normalerweise sind doch Wohnungen unbewohnbar wenn man nicht mal ein Regal anbringen kann oder neu tapezieren ohne die Gefahr überall Asbest abzulösen. Mein Vater ist Maler und würde mich auslachen. Reicht es evt aus ein einziges Loch zu bohren den Staub untersuchen zu lassen? Ich weiß nicht wie ich mit der ganzen Sache rational umgehensoll. Mit freundlichen Grüßen

      • Das ist eine gute Frage. Im Normalfall wird so etwas mit verschließbaren Probenbeuteln beprobt, in die das Material hineingestanzt werden kann. Damit soll eine mögliche Kontamination weitgehend ausgeschlossen sein. Ich verfüge aber weder über derartige Beutel noch über die Stanzwerkzeuge.
        Prinzipiell ist aus dem Bauzeitraum wohl jeder Putz und jede Spachtelmasse verdächtig und ich würde dies vor Arbeiten auch überprüfen. Eventuell sollten die Bereiche, die beprobt werden, voeher befeuchtet werden, um Staub zu mindern.

  11. Eine Aspest Sanierung für privat Menschen kann eine ziemlich teure bis unfinanzierbare Angelegenheit werden.
    Ich stelle mir daher die Frage ob es als Heimwerker nicht tolerabel ist einmalig einige m² Fliesen mit belastetem Fließenkleber von Hand abzustemmen. Die Faserbelastung ist dabei nach dem was ich an Artikel gelesen habe bei 10.000 bis 100.000 Fasern/m³ nicht sooo groß. Mit FFPM3 Atemmaske, anschließender gründlicher Belüftung und entsprechender Versieglung der angrenzenden Räume.
    Ich hab dazu nur das Suva-Factsheet 33077 gefunden, hier werden dicke Geschütze aufgefahren. Für professionelle Handwerker die das jeden Tag machen kann ich das Nachvollziehen.

    • Nein, das ist vermutlich nicht tolerabel. Selbst wenn sie für sich das als hinnehmbar ansehen, könnten andere Menschen das anders sehen. Und es wäre imho sogar eine Straftat. Abgesehen davon sind 10 000 bis 100 000 Fasern pro m³ nicht nur sehr viel, diese Werte liegen das 10 – 100 fache über den Grenzwerten. Ich würde auch nicht all zuviel auf Belüftung setzen. Das könnte, wie gesagt, ihre Nachbarn etwas enger sehen und, schwupps, haben sie ein ernstes Problem am Hals.

  12. Hallo sehr geehrter Herr Rieß
    Ich arbeite beruflich als Schornsteinfeger, aber in letzter zeit mache ich mich nur noch verrückt, in meiner Ausbildung die 3 Jahre gedauert hat wurde mir erst im 2 Jahr bewusst womit ich manchmal arbeite, heißt ab da hab ich erst Schutzmasken getragen, ich habe viel mit Asbest Abdeckplatten auf Schornsteinen und Asbest Dichtungen am Schornsteinkopf zu tun, wie groß ist das Risiko das dort etwas passiert weil ich halt manchmal aber selten mit dem stahlbesen gegenkomme. Jetzt habe ich heute auch noch herausgefunden meine atemschutzmasken sind eigentlich nur für den einmal gebrauch geeignet ich benutze sie aber tagtäglich sehr oft und mindestens 2-5 Tage, sie sind zwar ffp3 jedoch mache ich mir unglaublich Sorgen und kann nicht mehr schlafen, war auch schon bei einem lungenfacharzt gewesen der hat aber nichts gefunden. Vlt haben sie eine bessere ahnung als ich.
    Mit freundlichen Grüßen
    Silas

  13. Was noch zu ergänzen ist.
    Ich bin nur maximal 5 min an einem Schornstein zu gange.
    Und habe dann immer sorge es könnte was passiert sein.

  14. Da muss ich sie leider enttäuschen. Ich habe da deutlich weniger Ahnung als die Fachärzte. Ich würde allerdings schon annehmen, dass die Maske auch bei mehrmaligem Gebrauch immer noch schützt. Zumindest bei geringer belastung. Bei hohen Belastungen ist es wohl auch nicht eine abnehmende Schutzwirkung der Maske, als die Maske selber, die ja Fasern abfängt, und dann diese in andere Bereiche verschleppen kann. Prinzipiell würde ich da also schon den Ärzten vertrauen, aber ein Auge auf die Sache haben und regelmäßig checken lassen.

  15. Ich habe im Freien auf einer Terrasse seit längerem Fliesen mit asbesthaltigem Fliesenkleber liegen, wobei einige Fliesen schon locker sind und der Kleber teilweise durch mechanische Einwirkungen oder durch Verwitterung sich lösen konnte.
    Kann man zu dieser Situation eine Schätzung abgeben, wie gefährlich die evtl. Exposition war?

  16. Hallo Herr Ries –

    vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel. Mich würde auch sehr interessieren, ob durch Lüften eines Raumes die Fasern tendenziell eher hinaus wehen oder sich auf andere Räume verteilen.

    Bei uns lag zwei Jahre lang ein asbesthaltiger und an einigen Stellen beschädigter Vinyl-Boden (Floor Flex) in der Küche offen. Wir haben nicht daran rumgewerkelt, aber sind natürlich täglich drüber gelaufen. Ich habe keine Ahnung wieviele Fasern dadurch freigesetzt werden konnten. Nach zwei Jahren, als klar wurde, was das für ein Boden ist, wurde er umgehend fachgerecht saniert.
    Nun werde ich die Sorge nicht los, dass sich in den zwei Jahren vor der Sanierung durch den ganz alltäglichen Gebrauch der Wohnung Fasern in alle Räume verteilt haben, die heute noch in den Räumen sind und eingeatmet werden können.
    Wie schätzen Sie die Gefahr ein? Sollte ich ausziehen? Und wie lässt sich außer dadurch, alle Räume feucht abzuwischen, das Risiko noch minimieren?

    Haben Sie vielen Dank!

    • Das ist schwer zu sagen. Normalerweise dürfte die Belastung bei einer so kurzfristigen Belastungsspitze vermutlich rasch absinken. Das Problem sind dann die Staubdepots, bei deren Reaktivierung erneute Belastungen auftreten. Eventuell sollten sie eine Staubanalyse älterer Staubdepots in Erwägung ziehen.

  17. Vielen Dank für den Bericht. Darf ich fragen, wie Sie das Risiko beim Entfernen von Tapeten in einem Haus Bj 1994 einschätzen? Angeblich wurden ja für Gipskartonplatten bis 1995 gelegentlich Spachtelmassen mit Asbest verwendet?

  18. Eigentlich sollte ab 1993 kein Asbest mehr verendet werden (Asbestverbot 1993). Aber punktuell soll es möglicherweise auch später noch zur Verwendung asbesthaltiger Spachtelmassen gekommen sein. Ich würde aber das Risiko für überschaubar halten. Im Zweifelsfall eine kleine Probe an ein labor der Wahl schicken.

  19. Sehr geehrter Herr Ries,
    ich habe vor einigen Wochen einem Freund und seiner Freundin dabei geholfen ca. 25m² Asbest-Wellplatten über 3-4 Std. zu entsorgen. Diese wurden mit einem Gartenschlauch nass gemacht und manche Platten mit einem Hammer in größere Stücke zerschlagen. Die Arbeit wurde draußen durchgeführt und die Plattenteile in einem Big Bag eingelagert. Dabei trugen wir den folgenden Atemschutz https://3m.beratertool.de/atemschutz/3mtm-atemschutzmaske-8822-ffp2-nr-d. Laut Vorschrift sollte FFP2 bis zu 100.000 Fasern je m³ schützen. Ich bin mir nur nicht sicher ob das starke Nässen der Platten ausreichend war, um die Faserbelastung auf diesen Bereich zu begrenzen.

    Ich mache mir natürlich jetzt Sorgen, dass durch diese dumme Aktion langfristige Gesundheitsrisiken, wie Lungenkrebs bestehen. Laut meinem Hausarzt soll ich mir keine Sorgen deswegen machen. Jedoch würde ich gerne Ihre Informationen als zweite Meinung einholen.

    • Die Frage kann ich nicht beantworten. Das hängt immer davon ab, wie viele Fasern in die Luft und in die Lunge geraten sind. Ich bin kein Arzt. Hier würde ich auf ihren Arzt hören. Vermutlich wird das dadurch erzeugte Risiko überschaubar sein, gemessen an vielen Alltagsrisiken.

  20. Hallo Herr Ries,
    Es begab sich, dass meine Frau und ich im neu erstandenen Eigenheim den alten vinyl boden entfernt haben. Dieser bestand aus harten Platten, also kein cushion vinyl. Beim Ausbauen ist eine große Menge dieser Platten zerbrochen und leider haben wir nur selten mit mundschutz gearbeitet. Erst bei der entsorgung wurden wir darauf hingewiesen, dass es ggf. asbesthaltige Platten sind. Das Testergebnis, ob Platten und kleber tatsächlich asbesthaltig waren, steht noch aus.
    Falls ja, wie schätzen Sie die Belastung und Gefahr des abbaus ein? Es handelte sich um rund 60 qm Boden demontiert und jeweils 30 Minuten pro Raum bei 3 gleich großen Räumen. Sollte, im Falle des positiven testergebnisses, in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden? Der Boden wurde nicht geschliffen, sondern lediglich die Platten mit einem Spachtel entfernt.
    Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

    • Ich würde erst einmal die Laborergebnisse abwarten. Aber abgesehen davon kann es gerade beim zerbrechen von Floorflex Platten zu erheblichen Faserbelastungen kommen. Wie hoch die Belastung in ihrem Fall bei asbesthaltigen Platten war, kann ich aber nicht beurteilen.

  21. Vielen Dank für die Antwort, im Falle des positiven Testergebnisse wäre also schon ein ärztlicher Rat sinnvoll? Ich bin ziemlich besorgt und eher pessimistischer Natur…
    Vielen Dank.

  22. Sehr geehrter Herr Ries,
    vielen Dank für diesen interessanten Artikel.
    Vielleicht könnten Sie mir bei zwei Fragen bzw. Problemen helfen.
    1. In unserer Wohnung, erbaut in den 60iger Jahren, sind drei Asbestzementlüftungsrohre verbaut worden. Diese Rohre starten in unserer Wohnung. Am Startpunkt der Rohre, welche sich an der oberen Wand der Küche, des Bades und der Abstellkammer unserer Wohnung befinden, sind Inspektionstüren mit offenen Lamellen angebracht. Beim Einbau dieser Rohre wurde an den Inspektionsstellen ein Loch in die Rohre geschlagen und mit den Inspektionstüren versehen. Weitere Arbeiten wurden in den 10 Jahren in denen wir in der Wohnung sind nicht gemacht. Die Frage wäre nun könnte sich hier eine derart große Menge an Fasern lösen (evtl. durch Verwitterung, durch rückströmenden Luftzug bei starkem Wind), welche gesundheitsschädlich ist? Meine Sorge gilt vorwiegend unserer zweijährigen Tochter. Sollte man hier eine Raumluftanalyse machen oder ist das eher überzogen? Ich weiß, das auch nur eine Faser reicht um gesundheitliche Schäden zu bekommen, aber an diese Wahrscheinlichkeit möchte ich mich nicht aufhängen.
    2. Unser Nachbar macht gerade Renovierungsarbeiten und möchte (oder hat sogar schon) ein solches Rohr eigenhändig entfernen. Wir wohnen in einem Kondominium, unser Wohnung befindet sich diagonal unter der Nachbarswohnung. Das erst Fenster, blöderweise das Kinderzimmerfenster, ist ca. 5-10 mt vom Raum wo die Rohre sind entfernt. Hier wäre die Frage, könnten die bei den Arbeiten freigesetzten Fasern von der Wohnung des Nachbars in unsere gelangen wenn wir die Fenster öffnen oder verflüchtigen sich die Fasern an freier Luft schnell?
    Vielen Dank für die Rückantwort
    Stefan

  23. Sehr geehrter Herr Ries, vielen Dank für den sehr interessanten Artikel. Hierzu möchte ich Ihnen ebenfalls eine Frage stellen. Wie schätzen Sie die Gefahr von Asbestfaserfreisetzung im Straßenbau ein. Eine viel befahrene Straße wurde diese Tage quasi vor meiner Haustür weggefräst, wobei es zu einer durch ungünstigen Wind stehenden doch teilweise stärkerer Staubbelastung gekommen ist. Dieser war ich auch einige Minuten ausgesetzt. Leider hab ich erst später gelesen, dass es bei Asphaltarbeiten zu einer Asbest Belastung kommen kann, was mich ehrlich gesagt etwas schockiert hat, zumal ich noch nie bei einen Straßenarbeiter bei Fräsarbeiten einen Atemschutz gesehen habe. Muss ich mir bei einer 5 minütigen Exposition schon Gedanken machen, oder ist das Risiko hier vernachlässigbar?

  24. Dazu sollte erst einmal geklärt werden, ob in dem Asphalt überhaupt Asbest enthalten war. Vorher lohnt es sich meiner Meinung nach nicht, sich Sorgen zu machen. Und bei Fräsarbeiten sollte diese Frage vorher abgeklärt werden. Aber selbst wenn, dürfte eine so kurze Exposition bei den geringen gehalten kein Risiko darstellen

  25. Sehr geehrter Herr Ries,

    Leider habe ich aufgrund meines Alters nicht viel von der Gefahr von Asbest gewusst. Nun habe ich vor ca. Zwei Wochen ca.2 qm alte Eternitplatten ( also ein altes Gartenhausdach ) ohne Atemschutz mit einem Hammer in grobe Stücke zerschlagen. Das ganze erfolgt im Freien. Nun bin ich sehr beunruhigt, da ich auch ziemlich nah mit dem Staub in Berührung gekommen bin und ihn natürlich eingeatmet habe. Das Ganze hat ca. Nur 15-30 Minuten gedauert. Kann man sagen wie viel Phasen ca. Freigesetzt wurden ? Und wie hoch das Risiko ist ?

  26. Guten Tag Herr Ries

    Ich hatte einen alten Wassertank auf dem Dach. Beim Transport ist der Zement-Deckel des Wassertanks auf den Boden gefallen und zerbrochen. Ich stand etwa 2m daneben. Ich habe nicht gesehen, dass es gestaubt hat, aber bin trotzdem sofort ins Haus. Danach wurde von Arbeitern alles weggeräumt. Zur Sicherheit habe ich meine Kleidung gewaschen und geduscht. Hatte ich damit schon eine erhöhte Belastung? Oder ist das Risiko sehr klein?

  27. Guten Tag Herr Ries, ich habe 2012 Vinyl-Asbest-Fliesen aus unserer Wohnung in Berlin entfernt, der darunter liegende, asbesthaltige Schwarzkleber wurde heraus gefräst. Es wurde ohne jegliche Schutzmaßnahmen gearbeitet, die angrenzenden Räume waren möbliert (Küche, Vorzimmer).

    Bei Asbest wurde bisher kein Schwellenwert ermittelt, unter dem kein Krebsrisiko vorhanden wäre. Das wusste man schon in den 70er Jahren. Asbestose ensteht natürlich nicht, wenn man nur 2 Fasern einatmet. Aber bei anderen Krebsarten ist es definitiv möglich.

    Auf meiner Webseite: http://www.asbest-berlin.de habe ich einige Infos zusammengefasst.

  28. Sehr geehrter Herr Ries,

    wir wohnen in einem Haus von 1969. Als wir vor einigen Jahren hier eingezogen sind, lag in der Küche ein grauer Fußboden, den wir einige Monate so ließen, weil er uns anfangs gefiel und ein paar Monate danach mit einem PVC überdeckten. Jetzt haben wir vor ein paar Jahren den PVC durch Laminat ersetzt. Durch Zufall bin ich auf den Bericht mit diesen Asbesthaltigen Böden gestossen und habe nun den Verdacht, dass es sich bei unserem Boden, der jetzt unterm Laminat liegt, um solch einen handelt. Jetzt mache ich mir Gedanken. Erstens, ich bin mir nicht sicher, ob beim Rausreißen des PVCs, vielleicht Teile vom Boden mit rausgerissen wurden. Und der Boden unterm Laminat, können sich dort Teile lösen? Da drüber liegt so eine Art Matte, die man unters Laminat legt als Schallschutz und da drüber liegt der Laminat. Zu den Wänden hin sind Viertelstäbe verlegt, allerdings nicht hinter der Küchenzeile. Da kämen wir jetzt auch nicht mehr dran, weil die Spüle nicht verrückbar ist.
    Zudem haben wir auch einen ähnlichen Belag im Treppenhaus. Zwischen den Platten ist eine rote Verbindung (ich denke mal der Kleber) am Rand sind teilweise Spalte zur Wand. Ich habe gelesen, dass sich bei solchen Böden zum Beispiel durch Steine unterm Schuh auch was lösen könnte. Können Sie mir sagen, wie groß da die Gefahr ist?
    Dann wurde unsere Wohnung vor ein paar Jahren sarniert. Es wurden große Kernbohrungen durchgeführt damit eine Lüftungsanlage installiert werden konnte. In altem Mauerwerk kann ja auch Asbest enthalten sein. Die Renovierung fand statt während wir in der Wohnung waren. Wir waren also wochenlang dem Staub ausgesetzt.
    In den Heizungen liegt dieser Staub immer noch. Ich habe die Verkleidung geöffnet, aber ich komme selbst mit diesen dünnen Bürsten nicht richtig da rein. Muss ich mir da Gedanken machen?
    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

    • Hallo Frau Stutz,
      vielleicht sollte dann als erstes geklärt werden, ob das fragliche Material überhaupt Asbest enthält. Zumindest das Bodenmaterial. In mauerwerk wurde, soweit ich weiß, kein Asbest verwendet.

  29. Danke für Ihre Antwort. Jetzt liegt ja der Laminat auf dem Boden. Da kommen wir nicht mehr dran. Ich hab jetzt mal den Vermieter angeschrieben, vielleicht hat er nähere Informationen.
    Ich meine, in Zement und Putz wäre auch Asbest benutzt worden. Es gab da mehrere Berichte im Internet, wie sorglos man in Wände bohrt und Nägel reinschlägt, ohne von der Gefahr zu wissen. Von daher macht es mir natürlich Angst, wenn ich an die Staubmassen denke, die damals bei den Kernbohrungen entstanden sind.

  30. Sehr geehrter Herr Ries,

    ich bin bei einer ausführlichen Recherche auf Ihren Artikel/blog gestoßen. Er hat nicht so viel mit meiner Situation zu tun, doch ich lege meine Lage dennoch dar.

    Ich wohne in der kolumbianischen Karibik. In einer Stadt, die ab Ende der 20er Jahre des 20 Jhdts. einen immensen Moderniserungschub erfahren hat. Dazu gehört auch, wie ich jetzt begriffen habe, die im Jahr 1941 gegründete Filiale von Eternit. Das Viertel, in dem ich wohne, liegt nahe am Río Magdalena und somit auch unweit des Hafens und Industriegürtels: also in der Nähe von Eternit.

    Hier gibt es keinerlei Bewusstsein bzw. Wissen über Asbest, bzw. es beginnt langsam eine politische Kampagne, die aber vielmehr im Innern des Landes/der Hausptast Bogotá stattfindet. Weil es Asbestopfer gibt.

    Konkret geht es mir um Folgendes: Die wohl seit den mehreren Jahrzehnten mit den berühmten Welldächern bedeckten Häuser hier im Umfeld werden langsam alle renoviert. Was passiert? Teile der Dächer und auch andere Asbestplatten oder Teile von Fliesen landen auf der Straße. Ich habe es zuerst gar nicht richtig wahrgenommen, dann aber bin ich stutzig geworden. Mittlerweile weiß ich keine Ecke mehr, an der nicht etwas läge. Es sind einzelne Stücke, selten ein Stapel an Material. Neben der Überlegung, ob ich das Umweltamt anschreiben soll, wovon ich mir nichts verspreche, ist meine ganz persönliche Frage, ob sich etwas darüber aussagen lässt, wie belastend so etwas ist, wenn man täglich durch solche Straßen geht.

    Die Firma Eternit wiederum behauptet, seit circa 2017 keinen Asbest mehr zu verarbeiten (einen Zeitungsartikel hierüber habe ich doch im Netz gefunden, aber die Menschen haben, wie gesagt, den Begriff/die Problematik nicht präsent). Dennoch aber frage ich mich, was es heißt, in der Nähe einer solchen Firma zu leben, einmal angenommen, die Information ist nicht korrekt.

    Hier ist in der ersten Jahreshälfte heftiger Wind, vom Fluss in die Stadt. Was ich über das Verhalten von Asbestfasern gelesen habe, lässt mich an etwas (unheimlich) Magisches denken… fliegen diese Fasern nun schnell auf und hoch (und wohin?), oder nicht – etc… Oder, ich sage es mal so: fliegen sie einer direkt in die Nase, wenn man auf dem Balkom in achten Stock steht? Oder durch die Straße läuft?

    Die letzte Frage ist : Ich wohne in einer (‘avantgardistischen’) Wohnung mit rohgelassener Zementdecke. Sie liegt im letzten Stock des Hauses. Ich habe keine Ahnung, wie ich hier herausbekommen soll, ob dieser Zement asbesthaltig ist; Teile davon sind mit Styropor vermischt (dieser ist überstrichen); an einer Stelle ragen ein paar Elemente heraus, die mich an Stroh erinnern… den Bildern nach, die ich im Netzt finde, würde ich sagen, es gibt eine Wahrscheinlichkeit.. doch die Größenverhältnisse sind natürlich nicht deutlich im Netz – und überhaupt ist ja eher eine Laboruntersuchung indiziert, doch wohin gehen? Haben Sie irgendeine Idee, was man mit so einer Situation machen kann?

    Ich bin ziemlich besorgt.

    Herzlichen Dank und freundliche Grüße,

    RB

  31. Auch in Deutschland wurden Asbestzementreste gerne als Straßenbefestigung genutzt. Das kann durchaus zu ernsten Problemen führen. Ich hatte neulich darüber gebloggt.

    https://scilogs.spektrum.de/mente-et-malleo/asbestzement-im-boden-ein-ernstzunehmendes-problem/

    Grob gesagt kann da sehr schnell Asbest freigesetzt werden, wenn z.B. ein Auto über die Scherben fährt. Ich meine mich zu erinnern, dass holländische Messungen sehr hohe Spitzenbelastungen gefunden haben, die aber meist auch schnell wieder abnahmen. Das Problem wurde dann vom Winde verweht. Die allgemeine Hintergrundbelastung dürfte aber in Gebieten, wo dies öfter vorkommt, erhöht sein.

    Asbestfasern werden bereits von geringer Luftbewegung transportiert, was in diesem Fall Fluch und Segen zugleich sein kann.

    Was Baustoffe in der Wohnung angeht, so kann letztlich nur eine Analyse wirklich helfen. Zur Not ein Labor in Übersee, zu dem man die Proben mit der Post schicken kann.

  32. Sehr geehrter Herr Ries,

    vielen Dank für die Information, auf die ich nicht sofort antworten konnte.

    Mit freundlichen Grüßen,
    RB

  33. Sehr geehrter Herr Ries,

    ich habe letztens ausversehen mit einer Holz-Harke etwas Moos von einem Schuppen runtergekratzt, welcher mit Eternit Asbestplatten belegt war, für vielleicht 2 Minuten. Die Platten waren in gutem Schuss und leicht feucht. Glauben sie das selbst dadurch schon Fasern frei gesetzt wurden?

  34. Die Fragen enden hier ja nie. Aber danke, dass Sie sie beantworten.

    Dumm und unachtsam habe ich nur mit einer einfachen Staubschutzmaske dran gemacht, die vermutlich aus den 70ern stammende Garage aus Trockenbauplatten unserer Garage zu entfernen. Ich habe vorher ein bisschen zu Trockenbau aus den 70ern gegoogelt, aber auf die Schnelle nicht wirklich was gefunden.

    Die Platten waren sichtbar faserig und staubten stark, weshalb ich sie immer mal befeuchtete. Da sie getackert waren, konnten sie nur gebrochen werden, was natürlich massig Staub freisetzte.

    Erst einige Tage später bin ich auf Promabestplatten gestoßen. Die natürlich in einer Garage in einem alten Schuppen zu seiner Zeit Sinn gemacht haben könnten.

    Die Exposition müsste bei derartig schwach gebundenem Material ja heftig gewesen sein. Daraus ein Risiko ableiten kann ich aber nicht. Sollte ich einen Arzt aufsuchen und mich regelmäßig röntgen lassen?

    Vielen Dank und bete Grüße

    • Ja, Promabestplatten zu zerbrechen ist keine gute Idee. Die enthalten neben Chrysotil, Weißasbest auch noch Braunasbest oder Amosit. Sollte es sich um solche gehandelt haben, könnte die Exposition relativ hoch gewesen sein. Wenn noch etwas Material oder Staub vorhanden ist, kann man auch erst mal den analysieren lassen.

  35. Sehr geehrter Herr Ries,

    Vielen Dank für diesen gut geschriebenen Artikel und dass Sie sich die Zeit nehmen die Kommentare zu beantworten.

    Ich habe, ebenfalls durch Unwissenheit der Gefahr, zwei Quadratmeter eines Cushion-Vinyl-Bodens, der voll im Eingangsbereich mit dem Untergrund verklebt war beim Renovieren herausgerissen und den Boden vom Kleber befreit. Ich habe zwar bei der Arbeit eine FFP3 Maske getragen, mache mir aber nun doch Sorgen, da ich nach Abschluss meiner Arbeiten ohne Maske noch mehrere Minuten im Eingangsbereich stand. Die Arbeiten haben ca. 3 Stunden gedauert und ich habe immer wieder und nach der Arbeit gelüftet.

    Kann man hieraus die Belastung der Raumluft durch diese Arbeiten ableiten?

    Besten Dank und viele Grüße

    • Cushion Vinyl ist ein unangenehmer Bodenbelag, da hier die PVC-Deckschicht direkt auf einer Asbestpappe liegt. Bei unsachgemäßer Entfernung kann recht viel Asbest freigesetzt werden. Eine FFP3 schützt dabei schon recht anständig, und Asbest ist so leicht, dass es bei Luftbewegung die Faserbelastung in der Luft recht schnell abnimmt. Wie hoch die Belastung genau war, kann ich aber nicht sagen.

  36. Sehr geehrter Herr Gries,
    auch von mir ein herzliches Dankeschön, dass Sie über diesen langen Zeitraum die Fragen beantworten.

    Leider habe ich selbst, eine gewisse „Dummheit“ begannen und würde um Ihre Einschätzung bitten:

    Bei der Reinigung eines Dachstuhles, habe ich Eternit Wellplatten auf der Innenseite (als die saubere Seite), mit einem Besen mit groben Borsten abgekehrt/abgeschrubbt um Spinnweben, etc. zu entfernen. Das Ganze ist zudem über Kopf erfolgt, sodass ein Großteil des Staubes auch auf mich runtergefallen ist. Das Ganze erfolgt in zwei Schritten. Einmal ohne Schutzmaske für ca. 5 min und einmal mit einem einfachen Mundschutz (OP-Einwegmaske) für ca. 10-15 min.

    Nach erfolgter Arbeit wurde mir leider erst mein Handeln bewusst und habe nun ein sehr betrübtes Gewissen und Sorge mich um meine Gesundheit.
    Meine Fragen:

    1. Kann durch einfaches fegen / abbürsten / schrubben Fasern freigesetzt werden?
    2. Wie stark gefährdend sehen Sie die Belastung im Blick auf Lungenkrankheiten?
    3. Inwieweit hat die einfache OP-Maske eine Schutzfunktion?
    4. Sollte ich nun sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen bzw. was kann ich im Nachgang tuen, um einen möglich Schaden zu begrenzen?

    Um die Frage vorweg zu nehmen, bei den vorhandenen Eternitplatten handelt es sich um asbestbelastete Ware.

    Mit freundlichen Grüßen
    Christoph

    • Hallo Christoph,
      Durch abrasive Behandlung von Asbestzement können Fasern freigesetzt werden. Darum ist dies auch verboten. Wobei ich mir nicht sicher bin, ab ein Besen hier zählt. Ich bin kein Fachmann für Lungenkrankheiten, daher kann ich über die Gefährdung nicht viel sagen. Ob und wieviele Fasern freigesetzt wurden, hängt ja auch von vielen Faktoren ab. Eine OP Maske schützt jedenfalls nicht. Effektiven Schutz bietet soweit ich weiß nur eine FFP3 Maske, die auch die feinen Fasern zurück hält. Ich kann leider auch nichts darüber sagen, ob ein Gang zum Arzt hier irgendwelche Klarheiten bringt, aber man sollte so eine Exposition zumindest nicht auf die leichte Schulter nehmen

  37. Hallo Herr Ries,
    ich bin gerade etwas in Sorge. Wir haben aufgrund einer Badsanierung derzeit Handwerker im Haus. Vom Bad zum Speicher führte noch ein altes Eternitrohr von der früheren Gasheizung. Um ein Lüftungsrohr einzusetzen, hat der Handwerker das Eternitrohr eben in einer Sponta-Aktion zusammen mit meinem Mann entfernt. Da sie es nicht raus bekommen haben, haben sie es mit einem Hammer in zwei Teile zerbrochen. Natürlich ohne jeglichen Schutz…. muss ich mir jetzt ernsthafte Gedanken machen? Die Rohre liegen noch auf dem Speicher, können die Fasern sich allerdings im restlichen Haus verteilt haben? Können wir irgendwelche Vorkehrungen treffen? Ich bin gerade echt ratlos.

    • Hallo Julia, im Prinzip kann ich dir auch keine andere Antwort geben als den anderen davor. Asbestzement ist normalerweise recht unproblematisch, solange man es nicht zerbricht oder sonst wie bearbeitet. Tut man es aber und das noch unvorsichtig, kann es zu erheblichen Freisetzungen kommen. Solange das restliche Rohr nur liegt, ist es also kein Problem. Die Bearbeitung selber hat sicher fasern freigesetzt, aber da Asbestfasern leicht in der Luft beweglich sind, dürften die bereits nach dem ersten Lüften weitgehend entfernt sein. Eventuell kann man immer noch Staubdepots aus der Zeit beproben, z.B. mit einem Tesastreifen.

  38. Sehr geehrter Herr Ries,

    derzeit bin ich sehr beunruhigt, man könnte schon sagen panisch.
    Ich wohne seit 5 Jahren in einem 60er Jahre Bau in München, welcher nicht sonderlich gepflegt ist. Erst seit letztem Jahr beschäftig ich mich mit möglichen Schadstoffen, im Speziellen mit Asbest. Vor ca. 2 Wochen habe ich mit einem befreundeten Nachbarn den Keller und die Brandschutztüren angeschaut. Dabei fiel mir beim Durchgang des Kellers zur Tiefgarage auf, dass an einer der Türseiten das Schlossgewinde komplett entfernt wurde. In der Tür ist eine weißliche Platte. Mein Nachbar hat daraufhin mit einem Tesastreifen zwei Mal über die Platte gerieben und so eine Probe genommen (ohne Mundschutz und ohne Bewässerung). Dazwischen ist die Türe auch einmal wieder auf und zugefallen, da er nochmal Tesa geholt hat. Ich war auch anwesend in dem Raum. Das Ergebnis war über 50 Prozent Weissasbest.
    Ich war wirklich geschockt und bekomme seitdem kein Auge mehr zu. Ich weiß, dass Sie keine Risikoanalyse stellen können, aber wie denken Sie ist hier die möglich Belastung über die letzten 5 Jahre beim täglichen Durchgehen gewesen? Auch könnte jedes Mal etwas mit in die Wohnung gebracht worden sein oder? Die Tür wird mehrmals täglich auf und zugemacht.
    Ich habe wirklich panische Angst, dass ich und meine Lebensgefährtin (und natürlich auch die restlichen Hausbewohner) einem ernsten Risiko ausgesetzt waren/sind. Würden Sie empfehlen hier weitere Analysen durchzuführen bez. Raumbelastungen? Ich habe das Loch vorsorglich (zwei Wochen nach dem Abbrieb und Erhalt des Ergebnisses) mit Klebeband abgeklebt aber ich vermute der Schaden ist bereits angerichtet.

    Vielen Dank und beste Grüße

    • Prinzipiell ist eine Sicherung der Tür wohl nicht verkehrt, denn ich könnte mir vorstellen, dass sie bei den Bewegungen sicher schnell Fasern freisetzen kann. Auf jeden Fall sollte das mal ein Sachverständiger anschauen, der ihnen da genaueres sagen kann.

  39. Sehr geehrte Hr. Ries,

    danke für den sehr interessanten Artikel!
    Ganz besonders möchte ich hier aber auch großes Lob für Ihr andauerndes Engagement bezüglich der Beantwortung von User-Fragen aussprechen!
    Das ist wirklich mehr als erwähnenswert und in jeder Weise vorbildhaft.
    Ein ganz großes “Danke” an dieser Stelle!

    Nun zu meiner Frage.

    Ich habe vor kurzem beim Abdecken eines etwa 20m² alten Well-Eternit-Daches (Asbest) geholfen.
    Die Dachplatten wurden nicht gebrochen, geschnitten oder ähnliches, aber es war trocken und die Platten wurden nicht befeuchtet.
    Die Dachplatten waren teilweise bis zu 4m² groß, und wir waren nur zu zweit.
    Daher mussten wir, aufgrund der Größe und des Gewichtes, beim herunterheben vom Dach Richtung Erdboden, die Platten über die Dachkante rutschen/gleiten/kratzen lassen.
    Ich stand ohne Schutz und Maske darunter, und nahm die Platten entgegen.
    Es kratze an der Dachkante dabei sozusagen Eternit über Eternit.
    Es hat sehr gestaubt, großteils vermutlich nur Spinnweben und Dreck vom Dach, aber wohl nicht nur.
    Ich stand genau in der Staubwolke, und musste aufgrund des Gewichtes besagter Platten auch heftig atmen.
    Das Ganze war nach etwa 10 Minuten vorbei, und ich ging danach auch sofort umziehen und duschen.
    Muss ich mir jetzt (große) Sorgen machen?

    Natürlich ist mir klar, dass Sie das nicht genau sagen können, da sämtliche bzw. viele nötige Parameter nicht zur Verfügung stehen.
    Trotzdem interessiert mich einfach Ihre persönliche Einschätzug dazu.

    Können Sie mir bitte auch beim Vertändnis folgender Formel aus Ihrem Artikel helfen:
    1:2 500 oder 4*10-4

    Wie komme ich hier auf das Risiko von 1:2500?
    Wie muss ich das rechnen?

    Vielen herzlichen Dank!

    • Danke für das Kompliment. Faserzemente wie z.B. Eternit ist meist mit rund 10 Massen% Asbest versehen, aber es gibt auch asbestfreie Produkte. Von daher wäre es gut beraten gewesen, vor der Bearbeitung einen etwaigen Asbestgehalt feststellen zu lassen. Abgesehen davon, dass die zerstörerische Bearbeitung dieses Werkstoffes verboten ist. Vermutlich machen sich dies nur wenige klar, aber ich bekomme regelmäßig Proben, wo dies für ein Gerichtsverfahren geklärt werden soll. Dies nur am Rande bemerkt. Über etwaige Expositionen kann ich nichts sagen, aber es wird sicherlich zu einer nennenswerten gekommen sein. Wenn diese Tätigkeit im Freien und möglicherweise in einiger Höhe stattfand, wird aber vermutlich die allgegenwärtige Luftbewegung die Exposition vermindert haben (sehr zur Freude etwaiger Nachbarn, die in Lee liegen!). Was die Rechnung angeht, so ist das keine Formel, sondern ein statistisch ermitteltes Risiko, an einer asbestbedingten Krankheit zu erkranken. Dieses Risiko steigt mit Expositionsdauer und der dabei vorhandenen Faserzahl.

      • Danke Hr. Ries!

        Allem Anschein nach, hat es mich tatsächlich schwer erwischt.
        Ist es – nach einer kurzen aber sehr intensiven Exposition – möglich, dass man auch sofortige Auswirkungen auf Lunge und Atmung bemerkt.
        Beispielsweise ein brennen der Lunge, ein permanentes tief sitzendes Druckgefühl in der Lunge und ein leichter Reizhusten?
        Oder bilde ich mir das seit diese Sache nur ein? (psychosomatisch)

        Sind unmittelbare Krankheitssymptome möglich?

      • Sehr geehrte Hr. Ries,
        1 Frage hatte ich zusätzlich noch.
        Wenn diese Eternitplatten, teilweise gebrochen, jetzt für kurze Zeit auf dem Grundstück gelagert werden, ist das dann noch gefährlich, wenn niemand die Platten anrührt.
        Geht eine Gefahr durch die Platten aus, wenn sie nur dort liegen?
        Bitte, danke!
        LG Udo

        • Normalerweise sollte Faserzement nichts freisetzen. Hierbei handelt es sich aber nicht um eine korrekte Lagerung. Auch hier würde ich raten, einen Schadstoffsachverständigen zu Rate zu ziehen.

          • Für die gewissenhaften Informationen und Ihre Dienste, welche Sie hier auf der Seite für die Allgemeinheit unermüdlich und kostenfrei verrichten, bedanke ich mich ganz herzlich!

            Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute!

            Udo

  40. Sehr geehrter Herr Ries,

    wir haben in der unmittelbaren Umgebung mehrere Dächer mit stinkender Teerdachpappe aus den 70igern. Können Sie einschätzen welche Gefahr durch Verwitterung von denen ausgehen könnte?

    Herzlichen Dank im Voraus

      • Herzlichen Dank für die Antwort! Ich habe mich schlecht ausgedrückt… es ging mir schon um die Gefahr durch Asbest in der Dachpappe (soll ja in den Teerpappen enthalten sein) und nicht um Schadstoffe an sich…

        • Teerpappen enthalten relativ häufig Asbest in unterschiedlichen Konzentrationen. Das kann beim Recycling oder der Entsorgung ein erhebliches Problem darstellen. Es kann aber nicht aus intakten Teerpappen heraus diffundieren.

          • Wirklich tausend Dank für Ihren unermüdlich Einsatz! Einmal muss ich leider noch nachfragen… intakt ist halt der springende Punkt… nach den min. 40 Jahren ist die halt sehr spröde und die ganzen Steinchen lösen sich und zum Teil ist die auch schon verschmolzen… wenn ich die nicht bearbeite dann sollten wohl auch keine Fasern freigesetzt werden ( bei Wind), richtig? Und darf man mal mit dem Besen rüber wenn das Laub auf dem Dach ist? Asbest ist wohl in dem Kleber..wenn ich das richtig recherchiert habe?

          • Man sollte überhaupt nichts asbesthaltiges abrasiv bearbeiten. Inwieweit einfaches Laub abfegen darunter fällt, weiß ich nicht. Ich wäre aber vorsichtig.

  41. Hallo Herr Ries,

    ich wohne in einem Wohngebiet, angrenzend an einen 70er-Jahre-Industriebau. Derzeit wird dort ein Stockwerk bei durchgängig offenen Fenstern renoviert. Gebohrt, geschleift usw. Da schon die Außenfassade teils aus alten Eternitplatten besteht, gehe ich stark davon aus, dass auch im Inneren Asbest verbaut wurde. Als ich vor dem Gebäude einen Handwerker antraf, fragte ich ihn direkt nach dem Thema Asbest. Er meinte, dass das alles rauskommt bzw. schon rausgenommen wurde. Was genau er meinte weiß ich nicht, Schutzvorkehrungen waren augenscheinlich nicht vorhanden.

    Meine Frage ist: Wie hoch schätzen Sie hier das Risiko, dass im Falle einer unsachgemäßen Innenrenovierung bei offenem Fenster Fasern in unsere Wohnräume gelangen könnten? Unsere Wohnung befindet sich im 2.OG, das Stockwerk des Industriebaus 3. OG. Luftlinie ca. 100-200 Meter entfernt von uns. Verwehen sich freigesetzte Asbestfastern in der Außenluft relativ schnell?
    Die Klamotten des Bauarbeiters waren auch relativ stark staubbelastet. Kann Ihrer Meinung nach hier auch ein relevantes “Übertragungsrisiko” durch ein direktes Gespräch entstehen?

    Vielen Dank
    Robert

    • Tut mir leid, auch hier kann ich keine Einschätzung geben. Wenn sie den Verdacht haben, dass unsachgemäß mit Gefahrstoffen wie eben Asbest umgegangen wird, sollten sie sich an die Behörden, Gewerbeaufsicht oder Berufsgenossenschaften wenden.
      Insgesamt würde ich schätzen, dass stark staubende Arbeiten mit asbesthaltigen Materialien durchaus ein Risiko für die Umgebung darstellen. So etwas ist ja nicht umsonst verboten.

  42. Guten Tag

    Ich bkn Handwerker und darf immer wieder in Räumen Arbeiten, die bereits von Heimwerkern bearbeitet wurden. Wie hoch ist das Risiko, nachdem ein Raum gelüftet wurde?

    Besten Dank für Ihre Bemühungen!

    • Keine Ahnung, dass kann ich ihnen leider nicht sagen. Das hängt auch von mehreren Faktoren ab, unter anderem davon, ob überhaupt mit asbesthaltigem Material gearbeitet wurde

  43. Hallo Herr Ries,
    ich bin seit einigen Wochen “schlaflos”.
    Unwissend und weil ein Handwerker Zeit sparen wollte hat er die Wände in unserem Anbau (aus den 40ern oder 50ern Jahren) abgeschliffen und nicht neu-bespachtelt um sie glatt zu bekommen.
    Da ich ihm unter die Arme greifen wollte, habe ich einen Tag ein bis zwei Stunden genutzt um die neue Spachtelmasse und alte Unebenheiten in der Wand glattzuschleifen. Es wird ein Großteil neuer Farbe und Spachtelmasse gewesen sein, allerdings habe ich an einigen Stellen auch alten Putz/Spachtelmasse abgeschliffen. Ich habe so leichtsinnig und unwissend wie ich bin natürlich auch keine Maske getragen.
    Da ich im Haupthaus, welches direkt mit dem Anbau verbunden ist lebe, ist hier immer sehr viel Baustaub, da die Arbeiten schon sehr lange andauern.. (der Abschliff liegt immer noch am Boden, da ich mich kaum noch traue die Räume zu betreten und der Baustellenstaubsauger nicht richtig funktioniert)

    Ich weiß, dass sie empfehlen, das Material einzusenden um es untersuchen zu lassen, allerdings muss ich zugeben, dass ich nicht weiß ob ich jemals wieder ein Auge zutun kann, wenn ich erfahren würde, dass dort Asbest abgeschliffen wurde. Ich habe bereits eine Krebserkrankung hinter mir und meine Mutter ist vor wenigen Jahren an Krebs verstorben.

    Nehmen wir an, ich könnte keine Probe einsenden, stufen Sie das Risiko sehr hoch ein? Würden sie mir empfehlen mich regelmäßig untersuchen zu lassen oder einen Arzt hinzu zu ziehen?

    Ich bin 32Jahre alt und habe nun große Zweifel an Familienplanung und Co. 🙁

    Ich kann mir nur im Entferntesten vorstellen wie mühselig die ganzen Fragen für Sie sein müssen, aber ich glaube, dass Sie schon einigen Menschen einen großen Gefallen getan haben mit Ihren Antworten.
    Vielen, herzlichen Dank dafür 🙂

  44. Guten Abend Herr Ries,

    Wir sind vor kurzem aus einem Altbau, in welchem im Keller Asbest festgestellt wurde (durch eine Materialanalyse), in einen Neubau umgezogen. Beim Umzug des Kellers wurden Masken getragen und vor dem Einräumen in das neue Kellerabteil so gut es ging alles nass abgewischt. Ist so eine Maßnahme ihrer Meinung nach ausreichend oder können sich immer noch “hartnäckig” eventuelle Fasern festsetzen?

    Grüße
    Manuel

  45. Hallo Hr. Ries, wir leben in einem Mehrfamilienhaus mit einer sogenannten Kölner Lüftung ( Schachtlüftung) für die Gästetoilette, BJ ca. 1964. Um eine Halterung zu befestigen habe ich zweimal mit ein 8mm Bohrer ein Loch in die Wand gebohrt, in der sich der Lüftungskanal befindet. Im Keller unten kann man den Lüftungsschacht sehen. Er ist rechteckig, anscheinend aus dünnen Metall ( hört sich beim draufklopfen so an) jedoch umgeben mit einer wahrscheinlich nur dünnen Schicht aus einem grauen Zement. In der Gästetoilette als solches ist der Lüftungsschacht noch mit einem ca. 3 cm dicken Material umgeben. Dort habe ich reingebohrt. Haben Sie Erfahrungen, ob in so einem Material Asbest enthalten sein kann. Wann ich das Material und den Lüftungsschacht durchbohrt habe, habe ich auch diese dünne Zementschicht mit dem 8mm durchbohrt. Können daraus höhere Asbestbelastungen durch Stäube entstanden sein? Der Lüftungsschacht innen wird dann auch mit diesem Zement versehen sein. Durch das Bohren wären dann im Schacht selber zwei Bohrlöcher. Wenn es Asbestzement ist, könnten dann an den beiden Bohrstellen durch weitere Zementabplatzungen oder natürliche Verwitterung einen beständige Asbestbelastung entstehen? Vielen Dank für Ihre Antwort.

  46. Guten Tag Herr Ries,

    ich habe 1985 in unserem Wohnzimmer eine Asbestplatte zur Dämmung gegen die Hitzeentwicklung von Glühbirnen in Streifen zersägt, denn LEDs, die keine Wärmeentwicklung haben, gab es noch nicht. Mir war damals die Gefahr, die davon ausging, nicht bewusst. Internet gab es ja ebenfalls noch nicht. Das Vorhaben scheiterte übrigens, so dass ich die Stücke letztlich entsorgt habe. Mir ist nicht bekannt, wie lange sich die daraus entstandenen Asbestfasern noch im Raum befunden haben – ob sie sich z.B. noch lange Zeit im Staubsauger und Reste davon im Teppich befunden haben und sich so immer wieder in der Raumluft verteilen konnten. Meine beiden Kinder waren zu dieser Zeit noch im Krabbelalter. Bis heute ist es noch bei keinem Familienmitglied zu einer Lungenerkrankung gekommen. Wie lange muss ich mir diesbezüglich noch Sorgen machen? Immerhin liegt das “Ereignis” inzwischen 35 Jahre zurück. Aus der damaligen Wohnung sind wir zwei Jahre später ausgezogen.

    Grüße,
    Uwe

  47. Hallo Uwe,
    Die direkte Belastung beim Sägen dürfte sicher relativ hoch gewesen sein. Vermutlich war das aber nur eine recht kurzfristige Spitze. Asbestfasern werden von Luftbewegung recht schnell transportiert, sodass sich die Belastung schon beim nächsten Lüften reduziert. Vermutlich haben sie damals Glück gehabt.

  48. Guten Tag Herr Ries,

    ich habe aus Unwissenheit eine vermutlich asbesthaltige Faserzementplatte im Freien mit einem Winkelschleifer zersägt. Es hat sehr gestaubt.
    Die Arme waren voller Staub. Habe dann abgebrochen. Dies ist jetzt 30 Jahre her.
    Muss ich mir da Gedanken machen?
    Wie hoch war die Belastung in Faserjahren im schlechtesten Fall?

    Vielen Dank,

    Grüße
    Josef

  49. Sg. Herr Ries!

    Ich habe vor kurzem in einem Abstellraum bzw.Werkraum zwischen unserem Haus und der Garage einen alten pvc Bodenbelag inspiziert. Dieser wurde 1975 in unserer Küche verlegt – blieb dort bis 1989 da er durch einen neuen Boden ersetzt wurde. Mein Vater hat den alten Boden dann zurechtgeschnitten für den Abstellraum bzw. Werkraum und ihn dort hineinverlegt – nicht verklebt und ohne Leisten – hier liegt er nun schon mehr als 30 Jahre ist z.T. oberflächlich beschädigt. Z.T. liegt ein Teppich darüber.
    Ich habe interessehalber den Boden am Rand aufgehoben – er ist rasch angebrochen und ich habe auf der Unterseite die pappartige Trägerschicht erkannt. Es handelt sich daher ziemlich sicher um asbesthaltigen cushion vinyl.
    Ich bin beunruhigt – asbest ist dort schwach gebunden.
    Wie soll ich das Zeug möglichst emissionsfrei loswerden?
    Wie hoch war wohl die Belastung über die Jahre ?- meine Kinder haben sich auch oft im Raum aufgehalten.
    Wie hoch war wohl die Belastung für mich als ich den Boden an der Kante aufgehoben habe und er angebrochen ist?

    • Wie hoch die Belastung war, kann ich ihnen nicht sagen. Wenn es sich aber tatsächlich um Cushion Vinyl handelt, dann sollte der Bodenbelag von einer zertifizierten fachfirma Ausgebaut und entsorgt werden.

  50. Sg Herr Ries,

    Vielen Dank für die rasche Antwort. Einen Ausbau durch eine zertifizierte Firma habe ich vor – es ist bei uns am Land jedoch schwer eine solche Fachfirma zu finden. – es wird eine weite Anreise brauchen, aber ich werde das so machen.

    Es fehlt im Allgemeinen bei uns leider bei vielen noch an Sensibilität mit diesem Thema. Ich stoße zum Teil auf Unverständnis.
    Ich ärgere mich hauptsächlich, dass ich so unbedarft gehandelt und den Boden an der Kante aufgehoben habe. Ich habe als Kind auf diesem Boden in der Küche gespielt – konnte mir einfach nicht vorstellen, dass da Asbest drinnen ist.

    • Danke schön. Ja, leider sind die zertifizierten Firmen gerade auf dem Land nicht sehr dicht gesäht. Man sollte aber dennoch nicht leichtsinnig sein, gerade bei schwach gebundenem Asbest. Da gibt es einige asbesthaltige Produkte, die weitgehend unbekannt sind, auch wenn sich das doch langsam bessert.

      • Sehr geehrter Herr Ries!

        Habe eine Fachfirma gefunden,
        die in der Nähe im Einsatz ist. Heute erfolgt eine Besichtigung. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass dieser Boden damals gemeinsam mit dem darunterliegenden noch älteren Boden (PVC mit Trägerschicht Jute), herausgeschnitten und wiederverlegt wurde. Die Asbestträgerschicht ist also mit dem darunterliegenden Boden noch fest verklebt.
        Der Boden lässt sich dadurch heute wesentlich leichter aus dem Abstellraum entfernen. – es muss nicht gerissen oder geschliffen werden, da er nur verlegt ist.

        Ein Nachteil sind nur die bestehenden oberflächlichen Schäden. Ein Riss (ca.15 cm ) ist leider entstanden als ich den Boden aufgehoben und dabei geknickt habe.

        Hoffe der Boden ist nicht zu brüchig – dann sollte alles eher einfach zu bewerkstelligen sein.

        Leichtsinn ist wie sie sagen jedenfalls nicht angebracht…

  51. Guten Tag Herr Ries

    Ich habe zur Zeit sehr sehr grosse Angst das ich nicht mehr schlafen weder noch essen kann.
    Zu meinem Problem…
    Ich habe vor 2 Jahren 2 Blumenkisten aus Asbest mit Schleifpapier vom Dreck befreit.
    Da waren es für mich ganz normale Blumenkisten aus beton. Jetzt nach 2 Jahre habe ich erfahren das es sich um Asbest Blumenkisten hadelt.
    Die Firma Eternit konnte mir bestätigen, das die Blumenkisten mit Asbest sind.
    Wie hoch schätzen Sie das Risiko für mich und mein Sohn ein?
    Das ganze passierte draussen und ich weiss das mein Sohn zur Zeit auch draußen war, aber nicht wo. Ich hoffe mal er war hinter dem Haus.
    Sollte ich ein Arzt aufsuchen?
    Ich wäre sehr auf Ihre Einschätzung dankbar.

    • Hallo Carole,

      Du machst dir zu viele Sorgen, das ehrt dich als Mutter – kann aber für dich sehr belastend sein. – du hast im Freien gearbeitet – die Fasern verfliegen dort sehr schnell, deine Exposition war vergleichsweise gering – und auch nur kurz. Händische Bearbeitung ist nicht mit einem Trennschleifer zu vergleichen – die Belastung ist in deinem Fall viel geringer. Dein Sohn war nicht unmittelbar daneben – ihm ist daher sicher nichts passiert. Auch du hast nichts zu befürchten – solltest du trotz Verdünnungseffekt ein paar Fasern eingeatmet haben, so bedeutet das nicht, dass diese zwangsläufig in die Lunge geraten sind. Nase, Rachen, Luftröhre, Bronchien – hier werden überall Fasern absorbiert und wieder nach aussen befördert- dieser natürliche Abwehr- und Reinigungsmechanismus funktioniert normal sehr gut.
      Dein Risiko ist gemessen an sonstigen Gefahren, denen man ausgesetzt ist, meiner Meinung nach vernachlässigbar gering. Denk an die allgemeine Hintergrundbelastung, die ohnehin gegeben ist.
      Ich will nichts verharmlosen – aber der Vorfall rechtfertigt keine Angstzustände und auch keine schlaflosen Nächte.- du hast es aus Unwissenheit und nicht vorsätzlich getan. Du würdest es auch künftig nicht mehr so machen.
      Es ist aber tatsächlich meiner Meinung nach auch nicht wirklich etwas passiert.
      Quäl dich nicht länger – Der Vorfall hat nach menschlichem Ermessen keinen Einfluss auf euer weiteres Leben.

      Liebe Grüße:
      H.

    • Hallo Carole,

      ich sehe das ähnlich wie mein Vorkommentator. Das wird eventuell eine recht kurze Spitze gegeben haben. Das dürfte ein persönliches Risiko kaum messbar erhöht haben.

  52. Guten Tag Herr Ries!

    Wir haben in einer Wohnung (vermutlich vor 1930/40 erbaut) in die Decke gebohrt, um über dem Wickelplatz ein Mobile anzubringen. Unser Kind hat natürlich dann auch immer wieder an dem Mobile gezogen, bis es dann irgendwann kaputt brach. Wie hoch schätzen Sie die Gefahr ein, dass dort Asbest in der Decke enthalten war und unser Kind dies immer wieder vllt. eingeatmet hat?

    Freundliche Grüße!

    • Hallo Christina, da kann ich nichts abschätzen. Da hilft nur eine Analyse des Deckenmaterials. Vermutlich wird die Belastung, wenn sie denn vorhanden war, nur sehr kurzzeitig gewesen sein.

  53. Hallo
    Ich habe bereits seit ein paar Wochen schlaflose Nächte und zwar habe ich aufgrund eines kaputten Wasserrohrs eine Wand aufgebrochen und repariert nun habe ich gelesen dass damals auch in Putzen und Spachtelmassen und Fliesenklebern Asbest verbaut worden ist ist. Eine Probe genommen (mit der Messerspitze abgekratzt und eingeschickt Nachweisgrenze 0,001) und siehe da ein Treffer. Meine Angst dass sich der Staub denn ich durch das Aufhacken produziert habe sich im haus verteilt hat. Ich lüfte regelmässig (stelle alle Fenster auf und wische wöchtentlich nass die Böden und sauge auch. habe an vier Stellen Staubproben genommen an einer Stelle gabs es einen Treffer hinter einem Schrank da lagen aber auch Putzbrösel dabei. Es kann sein dass der Putz von einem Nagel in der Wand kommt denn ich dort eingeschlagen habe,

    Dann fiel mir ein Dass ich im Keller nun schon vor einigen Jahren an Zwei Stellen den Putz abgehackt und neu verputzt hatte dabei entstand Staub.
    An einer anderen Stellen habe ich eine Stück der wand herausgebrochen da ergab der Test keine Spuren von Asbest gefunden (hier war die Nachweisgrenze allerdings bei 0,03 %. ebenso hab ich vor einigen Jahren den Fliesenboden im Keller repariert und einige Fliesen ausgetauscht habe.

    Ebenso muss ich erwähnen dass ich ende der 90 er Jahre eine Lehre zum Maurer gemacht habe und nur bei Umbauten Sanierungen in Wohnheimen für Behinderte war.

    Morgen wird nun eine Firma kommen und das Obergeschoß mit einem H Sauger raussaugen. (für meine Beruhigung) dann werde ich mir noch einen H-saugen ausleihen und den Rest vom Haus raussaugen. (Falls es noch was bringen sollte).

    Nachdem ich nun seit einer Woche schlaflose Nächte habe war ich bei meinem Hausarzt und habe ihm und eine Überweisung zum Lungenarzt gebeten . Ich hab wahnsinnige Angst an Krebs zu erkranken. Ich nerve schon meine ganze Familie damit. Hinzukommt dass mein Vater Isolierer war und ich als Kind sicherlich auch schon dass ein und andere eingeatmet habe.
    Vielleicht haben sie ja “erfahrungswerte” oder kennen Stellen die mir weiterhelfen können.
    Haben ich ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken zu Asbest?

    • Hallo Simon, beim großflächigen Arbeiten an asbesthaltigen Putzen kann es durchaus zu starken Faserfreisetzungen kommen. Auch wenn die Spitzenbelastung wohl nur kurz war, können Fasern dennoch leicht verschleppt werden. Ob sich daraus nun ein erhöhtes Risiko herleiten lässt, weiß ich nicht. Da kann ihnen ihr Lungenarzt vermutlich mehr zu sagen.

      • Hallo Simon, Asbest kann eventuell auch als (natürliche) Verunreinigung von Baumaterialien (Vermiculite, Talk) auftreten bzw. auch als Recyclinganteil (Zuschlagstoff) in neuen Baustoffen enden wenn die Kontrollen nicht eingehalten werden. Aber das kann Hr. Ries sicherlich besser erklären. Gehen sie mal davon aus, dass nur der geringste Teil des nicht offensichtlichen Asbests ordnungsgemäß entsorgt wird und somit durchaus auch wieder in “neuen Baustoffen” landen kann. Sie dürfen sich aber nicht selbst in Panikmodus versetzen sonst kann am Ende noch eine Angsstörung dabei heraus kommen.

        Ich habe damals in einem Spiegel Artikel von 1980 (im Internet verfügbar) gelesen dass es teilweise Meßwerte von über 30.000 F/m³ z.B. in der Düsseldorfer Innenstadt (das wird in den Wohnungen nicht anders ausgesehen haben) gegeben hat. In einem Frankfurter Krankenhaus waren es über 70.000 F/m³. Geschotterte Wege (aus Serpentinit) in Kalifornien gaben auch schon mal ein vielfaches davon beim befahren ab und ganze Landstriche in den USA sind für (bestimmte) Freizeitaktivitäten aufgrund natürlicher Asbestvorkommen sogar gesperrt.

        Schätzungen gehen im Schnitt von 500- 1000 F/m³ in deutschen Städten der 60-80er Jahre aus. Eine relativ neue Studie aus dem Iran (2013) ergab für das “ungünstig gelegene” Tehran (gemessen an 110 Stellen und ja die fahren/fuhren da trotz Verbot noch mit asbesthaltigen Bremsbelägen und anderen Anwendungen) Werte von 5700 bis 100.000F/m³. Die ubiquitäre Belastung scheint also deutlich höher zu liegen und lässt auch die geschätzten 500-1000 F/m³ für ehemals Deutschland eher untertrieben aussehen (siehe Spiegelartikel).

        Ich wollte damit nur sagen, Belastung minimieren, Arbeitsschutzmaßnahmen auch Privat anlegen (FFP3 / P3 Maske, staubfrei arbeiten mit min. Klasse M Sauger, Arbeitsbereiche abschotten, zur Sicherheit Material prüfen lassen. Panik, Nein.

        Machen sie sich keine Sorgen (reden mit ihrem Arzt wie schon getan) und blos nicht im (deutschsprachigen) Internet recherchieren, dass bringt nichts (“eine einzige Faser kann tödlich sein” was zum Glück so nicht stimmt, weil wir sonst viel mehr Opfer zu beklagen hätten). Soweit ich das noch in Erinnerung habe liegt die Verdoppelung des (relativen) Lungenkrebsrisikos bei ca. 4 Faserjahren und die des Mesothelioms bei ca. 1,6 Faserjahren. Die Aktuellen Akzeptanz Schwellen für Arbeitnehmer liegen z.Z. in D bei 10.000F/m³ in den USA bei 100.000F/m³. Für die Anerkennung eines berufsbedingten Primärtumors der Lunge wird in D der Nachweis von 25 Faserjahren benötigt.

      • Hallo Herr Ries,da ich hypochondrisch veranlagt bin habe ich mal eine Frage. Habe mir eine Holzuhr über Internet bestellt, die kam ordentlich verpackt in Styropor bei mir an. Beim Öffnen viel mir auf das ganz viele Haare oder Fasern wie aufgeladen an dem Styropor zu Berge standen, nun mache ich mir große Sorgen das, das Asbestfasern sind. Was meinen Sie dazu.

        • Hallo Frau Groß,

          sicher kann nur eine Analyse Auskunft geben, ob es sich um Asbest handelt. Andererseits spricht dieses Verhalten eher für Kunststoff oder Zellulosefasern. Eventuell kann man versuchen, einige mit einem Feuerzeug anzuzünden. Fasern auf organischer Basis sollten veraschen. Mineralische Fasern hingegen nur aufglühen. Ich halte es auch für sehr unwahrscheinlich, dass in Verpackungen Asbest verwendet wird, abgesehen vom geltenden Asbestverbot

  54. Sehr geehrter Herr Ries,

    Ich habe aus Unwissen in meiner Garage alten Fensterkitt aus einem Rahmen mit einer Flex entfernt. Es kam zu extremer Staubentwicklung, der Ich ca. 20 Minuten ausgesetzt war, mein Sohn etwa 1 Minute. Das Testergebnis steht noch aus.
    Wie schätzen sie das Risiko ein, gerade um meines Sohnes Willen?
    Ich hab die Garage mit Klebeband luftdicht abgeklebt, bis ich neues weiß.
    Wie verfahre ich bei positivem Ergebnis mit der kontaminierten Garage, in der sich auch noch diverse Gegenstände und Werkzeuge befinden?
    Vielen Dank und
    Mit freundlichen Grüßen

  55. Sehr geehrter Herr Ries,
    vielen Dank für Ihren interessanten Artikel!
    Wir haben ein Eternitdach und Fassade einer Abzureißenden Gartenlaube von einer Firma entfernen lassen. Nach den Arbeiten waren am Boden einige Scherben von den Platten, obwohl man die Platten eigentlich im ganzen abgetragen hatte. Ich habe die Scherben am nächsten Tag mit FFP2- Maske vorsichtig in einem Sack eingesammelt.
    1.Geht davon eine Gefahr aus?
    2. Setzen Scherben immer noch Fasern frei oder geschieht das nur im Moment des Brechens/Bearbeitens?
    3. Gibt es eine „Verseuchung“ des Bodens/Gartens wenn einige Platten versehentlich gebrochen sind oder verfliegt dieser Anteil als Hintergrundstaub? ( ich glaube die Firma hat zwar vorsichtig gearbeitet, aber trocken und ohne Sauger).
    4. Gibt es eine Gefahr für Nachbarn durch diese Scherben auf unseren Grundstück?
    Vielen Dank dass Sie wahrscheinlich als Einziger im Internet diese Fragen so kompentent beantworten und so vielen Menschen damit helfen!

    • Hallo Tom,

      eine Fachfirma sollte eigentlich nichts hinterlassen, was zu einer Kontamination führen könnte. Also auch keine Scherben oder sonstigen Reste des zu entfernnenden schadstoffhaltigen Materials.
      Was das verhalten von Asbestzementen und Asbest im Boden angeht, so ist es recht komplex und weit außerhalb meiner Expertise, aber ich hab mal einiges dazu zusammengetragen…
      https://scilogs.spektrum.de/mente-et-malleo/asbestzement-im-boden-ein-ernstzunehmendes-problem/
      und
      https://scilogs.spektrum.de/mente-et-malleo/asbest-im-boden-kein-problem-die-fortsetzung/

      Ich kann also nicht wirklich sagen, was hier nun Phase ist, aber meiner Meinung nach sollte sich ein Sachkundiger die Lage mal vor Ort anschauen und bewerten. Gegebenenfalls könnte man auch überlegen, was hier schief gelaufen sein könnte. Zum einen gehört zur Asbestsanierung unbedingt eine sachkundige Firma beauftragt. Ales andere dürfte als grob fahrlässig gelten. War die Firma sachkundig und zertifiziert, dürfte auch nichts mehr im Boden sein, schon gar keine Scherben.
      Außerdem ist eine FFP2 Maske im Umgang mit Asbest nicht geeignet. Hier müsste eine FFP 3 Maske getragen werden.

  56. Vielen Dank für Ihre Antwort!
    Verstehe ich aus Ihrem Artikel aber richtig, dass man ständig einer gewissen Menge Asbestfasern in der Umwelt ausgesetzt ist und dass eine Faser nicht ausreicht um krebserregend zu sein?

    Und dass durch Brechen/Bearbeiten von Eternit in dem unmittelbaren Moment eine hohe Menge Fasern freisetzt, die im Freien aber verfliegen?

    Wäre es somit „gefährlich“ eine Eternitscherbe in der Hand zu halten, ohne sie zu bearbeiten/brechen/reiben (zusätzlich mit FFP2 Maske)?

    Oder ist das Asbest auch in der Scherbe fest gebunden und ähnlich „gefährlich“ wie in der intakten Platte welche ja auch Ränder hat.
    Vielen Dank nochmals!

    • Hallo Tom,
      Das es eine Hintergrundbelastung gibt, bedeutet nicht, das eine Faser ungefährlich ist. Genauso wenig wie das eine Faser gefährlich ist. Es ist immer eine Wahrscheinlichkeit. Es ist, ganz grob gesagtm wie beim Würfeln. Eine “6” zu würfeln, hat eine gewisse Wahrscheinlichkeit. Mag die bei einem Wurf noch überschaubar sein und man ungerne sein ganzes Geld darauf wetten, so sieht das schon anders aus, wenn man darauf wettet unter 20 Würfen eine “6” zu haben. Lars Fischer hat das über Viren und Corona mal ganz treffend beschrieben: https://scilogs.spektrum.de/fischblog/warum-die-fallzahlen-trotz-masken-so-stark-steigen/
      Gilt, grob gesagt auch für Asbestfasern, wobei die Wahrscheinlichkeit für eine Faser deutlich geringer ist.
      Die Fasern sind im Faserzement fest gebunden. Solange man den also nicht abrasiv bearbeitet oder bricht, ist alles weitgehend in Ordnung, das dürfte auch für “in der Hand halten” gelten. Wenn man allerdings die Platten zerbricht, kann es zu durchaus erheblichen Faserfreisetzungen kommen. Im Freien ist diese Spitzenbelastung allerdings nur sehr kurz, da die fasern schnell verweht werden. Mag für einen selber ganz beruhigend sein, aber die Nachbarn könnten das weit weniger schön finden. Ist ja auch verboten (also die Teile zu zerbrechen oder zu schleifen etc.). Man sollte da immer § 326 und 325 StGB bedenken.

    • Sehr geehrter Herr Ries, können auf Styropor Asbestfasern hängen?Wieso stehen soviele Fasern die elektrisch geladen sind am Styropor ab. Mache mir große Sorgen.

  57. Hallo Herr Ries,

    auch ich habe eine Frage an Sie. Als meine Tochter ca. 5 Jahre alt war, hatten wir das Erlebnis, dass ein Bekannter eine Welldechplatte im Aussenbereich mit Hochdruck reinigt hat und meinen Tochter unmittelbar daneben stand. Sie hat wohl circa 10-15 Minuten zugeguckt. Als ich es bemerkte, habe ich sie dann dort weggeholt. Ich weiß nicht, ob die Platte Asbest enthalten hat. Der dazugehörige Bau kommt aus den 1990er. Der Bekannte wusste es damals auch nicht.
    Wenn ich ihren Artikel aber richtig interpretiere, dann ist das Risiko für meine Tochter, selbst wenn es eine asbesthaltige Welldechplatte war, nur geringfügig gestiegen, bzw. es war eine Spitze.

    Sehe ich das richtig?

    Mit freundlichenn Grüßen

    K. Müller

    • Hallo Frau Müller, prinzipiell denke ich auch, dass hier das Risiko relativ überschaubar ist. Die Exposition war nur sehr kurz, und wir wissen auch nicht, wie hoch sie war.

  58. Hallo Herr Ries,

    ich habe mit großem Interesse ihren Beitrag gelesen.
    Mein Vater hat mit Freunden Mitte der 80er einen Geräteschuppen aus asbesthaltigen Welleternitplatten gebaut.
    Die Wände wurden sowohl Innen als auch Außen mindestens einmal überstrichen. Ich habe ihm als Kind beim Überstreichen geholfen. Das Überstreichen ist ja mittlerweile verboten.
    Ich frage mich jetzt, ob ich oder mein Vater einer hohen Asbestbelastung ausgesetzt waren. Er hatte die Eternitplatten vor dem Anstrich nie gereinigt, sondern die Farbe direkt auf den alten Anstrich aufgetragen. Durch einen langen Fassadenpinsel hatten er bzw. ich immer einen Abstand von circa 40cm und beim Streichen der Ecken und Ränder zog er eine einfache Staubmaske an.
    Kann eine asbesthaltige Welleternitplatte mit einem intakten Anstrich damals Asbestfasern freigesetzt haben?
    Wird beim Anstreichen einer asbesthaltigen Welleternitplatte mit beschädigtem Anstrich größere Mengen an Asbestfasern freigesetzt?

    Mit freundlichen Grüßen

    Jonas

    • Hallo Jonas,

      da kann ich nicht viel zu sagen. Abgesehen davon, dass dies Lackieren oder Beschichten heute nicht mehr erlaubt ist (Überdeckungsverbot), dürfte die Exposition bei derartigen Tätigkeiten aber vermutlich überschaubar sein.

  59. Hallo,

    ich wollte in meinem Elternhaus, Baujahr 1971 den Boden abschleifen da sich auf dem Bitumen PVC Klebereste befanden. Es ist ein schwarzer Bitumenanstrich. Irgendwie bin auf das Asbestthema gekommen und wollte bei Ivario. de einen Asbesttest machen lassen. Ich habe den Express Service gewählt da eine Bearbeitung innerhalb von 3 Tagen versprochen wurde, DHL und Ivario haben dann über 14 Tage gebraucht bis ich das Ergebnis hatte. Das Ergebnis kam just in dem Moment indem ich bereits 3 Stunden den Boden abgeschliefen hatte. Die Fenster waren auf und der Staubsauger lief ebenfalls. Ich habe eine FFP3 Maske getragen Der Bitumen enthält 2-5% Asbest. Den Rest des Bodens lasse ich von einer Fachfirma abschleifen. Die Räume habe ich jetzt verschlossen und gehe bis die Fachfirma kommt auch nicht mehr rein. Was meinen Sie zu meiner Exposition ? Bezüglich Ivario werde ich mich mit der Verbaucherzentrale in Verbindung setzen. Wenn man mehr wir 2 Wochen braucht anstatt ein paar Tage ist das nicht mehr vertrettbar.

  60. Hallo Herr Ries,

    Ich habe gleich 2 Fragen:

    1.) In unserem Haus (Baujahr 1991, mehrere Vorbesitzer) gibt es einiges zu renovieren.
    Ich habe im Keller und Dachboden schon mehrere Proben genommen (Mit FFP3 und anfeuchten) in Putz, Decke, Brandschutzwänden, Estrich, altem Teppich + Teppichkleber und Isolierung der Rohre. Bisher wurde zum Glück kein Asbest gefunden, „lediglich“ KMF in der Isolierung (freiliegend im nicht benutzten Dachboden, sowie an den Rohren im Keller). Die alten PVC Böden unter dem Vinyl sind keine Platten, sondern der flächige PVC-Belag, deshalb bin ich hier vorsichtig optimistisch, habe aber erstmal auch nicht vor diesen zu bearbeiten.
    In Treppenhaus, Küche und beiden Bädern hingegen ins gefliest und die Fugen und Fliesen beginnen zu reißen. Hier würde ich ungern selbst Fliesen abschlagen, um erhöhtes Freisetzen von potentiellen Fasern zu vermeiden. Allerdings finde ich selbst nach Tagen von Googlen keinen geeigneten Gutachter, der vor Ort Proben entnimmt und ggf sogar eine Begehung im Rest des Hauses für weitere Quellen macht. Ich habe sowohl bei IHK, TÜV und Stadtverwaltung geschaut. Hier finde ich aber meist nur Labore, wo ich selbst Proben einschicke kann. Gibt es eine Quelle, oder Links zu zertifizierten Gutachtern, die vor Ort Proben entnehmen, so dass ich eine Freisetzung der Fasern vermeiden kann?

    2.) In unserer Nachbarschafft steht ca 100m entfernt ein altes noch benutztes Industriegebäude, dass Metall auf große Hitze bringt mit hohem Kamin. Das komplette Außengebäude bröckelt und bröselt an allen Enden. Ich weiß leider nicht wann das Gebäude gebaut oder saniert wurde, sehe hier aber va wegen Brandschutz eine große Chance, das Asbest verbaut wurde. An wen kann ich mich in solchen Fällen wenden, um eine offizielle Untersuchung anzustoßen ob und wie viel Asbest in die Siedlung freigesetzt wird? Würde Sie zB direkt die Stadt kontaktieren?

    Vielen Dank und viele Grüße,
    Flo

    • Da ich nicht weiß, in welcher Ecke sie beheimatet sind, kann ich ihnen direkt auch nicht helfen (und nein, ich verfüge auch über keine Liste, kann aber eventuell über meine Firma helfen, daher sollten sie sich auch dort noch einmal melden). Im Normalfall sollte Google aber entsprechende Gebäudeschadstoffsachverständige, Sachkundige nach TRGS 519 der Baubiologen ausspucken können.

      Was das alte Gebäude angeht, so gibt es meiner Kenntnis nach keine Sanierungspflicht. Solange der Brandschutz und die Arbeitssicherheit gewährleistet sind, dürfte da wenig Handhabe bestehen.

      • Hallo Herr Ries,

        Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich musste kurz nachschauen, um die Firma zu erfahren… und siehe da, genau dorthin habe ich vor ca 2 Wochen einige der Proben aus dem Keller gesendet.
        Ich würde ihnen auf die Firmenmail den Standort schicken. Ich selbst finde entweder nur Dachdecker, die die Entsorgung von Isolierung und Asbestplatten vornehmen, oder aber Ingenieure die vor allem Raumluftmessung machen. Jemanden der zB eine Hausbegehung macht und an relevanten Stellen dann Proben nimmt (also die ich als Laie nicht selbst nehmen will/sollte zb Fliesen) konnte ich nicht finden.

        Vielen Dank und viele Grüße,
        Florian

  61. Hallo Herr Ries,

    Danke für Ihren ausführlichen Artikel.

    Ich mache mir seit einigen Wochen Sorgen, da in meinem Büro vor kurzem ein Loch in die Wand gerissen wurde, um ein undichtes Heizungsrohr zu reparieren. Nun habe ich große Sorgen, dass in der Dämmung um das Heizungsrohr oder im Putz Asbest enthalten sein könnte. Ich weiß nicht, aus welchem Jahr Putz und Dämmung stammen.

    Die Baustelle ist mittlerweile beendet, das Loch in der Wand wieder zu.
    In der Heizung/Thermostat hängen noch minimale Staub-/Putzreste.
    Schreibtisch und Flächen wurden feucht gewischt und der Schmutz mit meinem haushaltsüblichen Staubsauger (leider ohne besondere Filterleistung!) aufgesaugt. Man kann also davon ausgehen, dass mögliche Fasern direkt hinten wieder aus dem Staubsauger rausgeblasen wurden. Direkt nach den Reparaturarbeiten und dem Staubsaugen, war der Raum tagelang unbenutzt und wurde nur teilweise mit gekippten Fenstern gelüftet.

    Mein Büro hat einen Teppichboden.
    Angenommen es wären bei diesen Arbeiten Asbestfasern freigesetzt worden und hätten sich im Teppichboden abgesetzt. Muss ich mir nun Wochen nach den Reparaturarbeiten noch Sorgen um mögliche Abestfasern im Teppich oder im Staub in der Heizung machen? Oder kann man davon ausgehen, dass nun durch regelmäßiges Lüften die Konzentration der Fasern unbedenklich wäre?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Meinung!
    Viele Grüße
    Nina

    • Hallo Nina,

      das ist so einfach nicht zu beantworten. Es ist aber wohl so, dass direkt nach den Arbeiten die Belastung in der Luft am höchsten ist und danach deutlich abnimmt, weil die Fasern und Partikel im Staub abgelagert werden. Lüften trägt ebenfalls zu einer Verringerung der Belastung bei. Die Reinigung mit Haushaltsstaubsaugern ist keine gute Idee, auch wenn sie vielleicht auf den ersten Blick naheliegend erscheint. Die Filterleistung ist bei Haushaltsstaubsaugern nicht hoch genug, sie befördern die interessanten Fasern und Partikel gerne wieder genau dorthin, wo wir sie ja eigentlich nicht haben wollen. Hier helfen nur zugelassene Staubsauger mit entsprechenden Filtersystemen.

  62. Hallo, da ich gerade auf der Suche nach so einem Staubsauger, wie für Nina empfohlen bin, evtl können Sie mir helfen.
    Ich hatte ein ähnliches Szenario: Für den neuen Holzofen haben die Arbeiter ein Loch mit ca 20cm Durchmesser in den Kamin gebohrt. Trotz Warnung und Nachfrage haben sie die Steinwolle dann die ums Kaminrohr war dann mit der Hand herausgerissen und ins Wohnzimmer geworfen. Ich hatte schon mehrfach alte KMF im Haus (Baujahr 1991) und vermute diese auch hier. Die wolle habe ich aber zur Analyse zu CRB geschickt. Da die Handwerker das ganze dann auch noch mit ihrem Industriestaubsauger aufgesagt haben wurde es vermutlich eher noch mehr im Haus verteilt als beseitigt. Zusätzlich habe ich Sorge, was evtl vorher schon im Sauger war (aus vorherigen Baustellen) und weiter verteilt wurde. Deshalb habe ich auch hier nach 2 Tagen (Zeit zum Ablagern) Proben vom Boden und Teppich mit Tesa genommen und zu CRB geschickt.
    Da der Kaminkehrer zusätzlich alle 6 Monate auf unseren KMF verseuchten Dachboden muss, der in den ersten Stock staubt, wollte ich schon länger einen passenden Staubsauger anschaffen. Zur Reinigung des Wohnzimmers sehe ich jetzt keine Alternative (Firmen die die Reinigung oder Entfernung der KMF durchführen würde, suche ich in Niederbayern vergebens).
    Ich habe verstanden, dass ich Staubklasse hat mit dem Zusatz TRSG 519 brauche für Asbest, damit kann es für KMF denke ich auch nicht falsch sein. Weitere Vorgaben aus TRSG 519 brauche ich hoffentlich bei der geringen Menge nicht. Ich werde vorher den Boden noch nass wischen, und FFP3, Handschuhe + Schutzanzug tragen. Sachen wie Couch, Teppich und Spielzeug kann ich allerdings nur saugen.
    Staubsauge finde ich prinzipiell nur online und sehe hier eine große Preisspanne.
    https://asup.info/technik/sauger/industriesauger/dustkiller-1430-h-asbestsauger
    https://www.starmix.de/de/produkte/nass-trockensauger/handwerk/sauger-ipulse/ipulse-h-1235-asbest-safe-plus
    https://www.kaercher.com/de/professional/sauger/nass-trockensauger/sicherheitssauger/nt-50-1-tact-te-h-11484370.html

    Ich wundere mich schon alleine, das der erste doch ein gutes Stück billiger ist. Haben Sie hie raus beruflicher Erfahrung einen Tipp zum Kauf? Bzw auch sehr gerne andere Tipps und Hinweise zur Reinigung?

    Vielen Dank und viele Grüße,
    Florian

    • Hallo Florian,

      ich kenne mich leider mit den Staubsaugern nicht aus, so dass ich hier keinen Rat geben kann. Für KMF ist eigentlich die TRGS 521 zuständig, aber was für Asbest reicht, sollte auch für KMF ausreichend sein. Vielleicht gibt es hier ja jemanden, der hier mehr weiß.

    • Hallo Herr Ries,
      hallo Florian,

      bin zufällig über diese Frage zu KMF gestolpert da ich ebenso auf dem Spitzboden eine alte Glaswolledämmung mit lungengängigen KMF habe.

      Von der BG Bau und einem entsprechenden Leitfaden zum Umgang mit KMF habe ich die Info, dass für KMF ein Staubsauger mit der Klasse M ausreicht. Zudem lässt sich wohl zu KMF sagen, dass diese zwar ebenfalls kanzerogen sind aber im Gegensatz zu Asbest eine geringe Halbwertszeit (ca 100 bis 300 Tage) hat und “weniger” gefährlich als Asbest ist. Zumindest wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass das krebserzeugende Potential geringer ist. Entsprechende Schutzmaßnahmen sollten selbstverständlich trotzdem ergriffen werden. Den entsprechenden Leitfaden zum Umgang mit KMF findet man einfach per Google bei der BG Bau.

      @Herr Ries, vielen Dank für Ihr ausdauerndes beantworten von Fragen 😀

      Beste Grüsse und frohe Feiertage

      Michael

  63. Hallo Herr Ries,
    Ich habe heute ihren sehr informativen Artikel gelesen – vielen Dank für die ausführlichen Informationen (und Ihnen – da heute der 1.1. ist – erst einmal ein gesundes neues Jahr).

    Aber eine Frage habe ich auch: bei mir im Keller musste eine Abwasserleitung erneuert werden. Eine Grundsanierung vor ca. 25 Jahren wurde mit HT-Rohre durchgeführt (Fallrohr war früher Asbest) – das noch vorhandene letzte Stück der Wanddurchführung im Keller war jedoch ein 90 Grad Formstück von dem ich vermute, dass es sich um Asbestzement handeln könnte. Dieses Formstück musste zwangsweise gebrochen werden um es vom festmontierten HT Fallror zu entfernen. Die ganze Aktion hat ca. 30 Minuten gedauert. Ich gebe zu, dass ich relativ entspannt bin – meine Frau macht sich jedoch größte Sorgen, dass der gesamte Keller kontamiert sein könnte.

    Können Sie aus Ihrer fachlichen Sicht etwas zur potentiellen Gefährdung sagen?

    Im Vorfeld schon einmal ganz herzlichen Danke!

    Karl-Heinz Seidler

    • Ob der Keller wirklich kontaminiert wurde, lässt sich vermutlich nach so langer Zeit nicht mehr sagen. Falls die Sorgen aber zu groß sind, kann man versuchen, eine Staubprobe zu entnehmen. Hier bieten sich normale durchsichtige Klebestreifen wie etwa Tesa gut an. Diese lassen sich rückstandsfrei veraschen und enthalten keine störenden Stoffe wie etwa Panzertape. Einfach einen oder auch mehrere Streifen in alte Staubdepots drücken, zusammenkleben und in einen Frischhaltebeutel packen. Im Labor können auch mehrere Streifen meist problemlos zusammen verascht und als eine Probe analysiert werden.

  64. Sehr geehrter Herr Ries,

    Ihr Artikel war durchaus interessant, doch ließ in mir eine Fragen aufstellen:
    Hätten Sie eine Ahnung, unter was für ein Wert ein Deutscher im Durchschnitt (im Jahr oder am Tag) von Asbest ausgesetzt ist?

    Ich danke Ihnen bereits herzlichst im Voraus!

    Mit freundlichen Grüßen

    Schilya Mosa

  65. Hallo Herr Ries, danke für Ihren interessanten Artikel und die Zeit, die Sie sich nehmen hier auf Fragen einzugehen. Ich mache mir zur Zeit Sorgen um folgende Situation: Bei der Sanierung unseres 100 Jahre alten Hauses hat mein Mann unter dem Ofen eine Platte gefunden und diese an Ort und Stelle im Wohnzimmer zerkleinert (dabei sei kein sichtbarer Staub aufgetreten, das Ganze sei eher klebrig gewesen) und danach in unserem Auto ohne Big Bag etc. zum Wertstoffhof gefahren. Dort wurde das ganze als Asbest erkannt. Mein Mann hat die nähere Umgebung der Stelle wo die Platte zerbrochen wurde gekehrt und natürlich gelüftet. Mehr ist nicht erfolgt. Das ganze ist jetzt auch schon über drei Wochen her, viele Leute sind durch das Haus gelaufen, welches übrigens von oben bis unten mit Baustaub bedeckt ist. Hätten Sie zufällig noch irgendeinen Rat, was ich jetzt im Nachgang noch tun könnte/sollte? Herzlichen Dank schon mal.

    • Oh, das hört sich erstmal nicht so schön an. So etwas sollte man niemals einfach in der Wohnung bearbeiten, ganz unabhängig von Asbest. Aber was passiert ist, ist nun einmal passiert. Eventuell könne sie natürlich mit einer Staubprobe den Reinigungserfolg noch einmal überprüfen. Das wäre vielleicht auch empfehlenswert. Ich würde den mineralischen Staub auch nie einfach zusammenkehren oder mit einem Haushaltssauger aufnehmen. Besser ist hier feucht wischen.

  66. Guten Tag Herr Ries

    Es war ein Diagnostiker hier. In der Küche am alten Einbau wurde als Hitzeschutz unterhalb eine Schnur entdeckt die schwachgebunden ist. Leider hat der Diagnostiker nicht nach Factsheet der SUVA eine Probe entnommen. Er hatte zwar die ganze Zeit mit einem Spezialsauger während des Schneidens gearbeitet aber die Schnur nicht benetzt.

    Wie genau er die Probe entnommen hat weiss ich nicht da ich auf dem Balkon war. Er sagte aber er müsse die Herdplattenabdeckung rausnehmen um ran zu kommen.

    Ich habe aus Sorge eine Luftraummessung durchführen lassen, die 0 war aber erst am nächsten Tag wurde die gemacht. Nach 3 Stunden lüften und Durchzug, feucht gewischt und alles geputzt von aussen.

    Die Küche ist offen mit den anderen Wohnräumen verbunden.

    Kann ich trotzdem davon ausgehen dass wenn etwas freigesetzt wurde es minimal war wenn am nächsten Tag nichts mehr gefunden wurde oder ist es möglich dass die anderen Wohnräume zwischenzeitlich durchs lüften kontaminiert wurden.
    Habe alles über der Rille provisorisch mit der Schnur mit Aluminiumfolie zugeklebt. Da kommt wohl nichts durch. Der Diagnostiker sagte auch er hat die Schnittstelle nicht zugeklebt, das reiche schon von aussen.

    Vor einiger Zeit war ein Regler des Herds kaputt auch da war ein Handwerker dran und musste die Stromleitung des Reglers erneuern mit Ausbau des Backofens. Wie schwer die Schnur betroffen war weiss ich nicht.

    8 Jahre sind wir Mieter und ich habe gelesen das durch schwachgebundenes Material ständig fasern freigesetzt werden können.

    Ich mache mir Sorgen, da die Fasern bei Kinder noch schädlicher sind und das Risiko grösser eine Krankheit im Erwachsenenalter zu entwickeln.

    Die Wohnung wurde direkt wieder benutzt nach dem Vorfall mit der nicht 100% korrekten Probe und der Vorbelastung der 8 Jahre.

    Der Vermieter gibt nun mir die Schuld und übernimmt keinerlei Kosten.

    Eigentlich wäre es ein Diagnostiker der SUVAliste gewesen. Aber wenn dann war er es der nicht richtig handelte.

    Das Ergebnis der Probe war 50% Chrysotil.

    Danke im Voraus für Ihre ehrliche Beurteilung.

    Kann nicht mehr schlafen seid einer Woche und hoffe das Risiko der einzelnen Vorfälle ist nicht vergleichbar mit jahrelanger Bearbeitung.

    Der Fakt das es schwachgebunden ist macht mich halt sehr unruhig und besorgt.

    Auch die entstandenen Kosten sind für mich als Alleinerziehende kaum tragbar.

    Ist die Abdeckung aus Aluminiumklebeband erstmal sicher? Es wird nämlich noch etwas dauern mehrere Monate bis wir umziehen können.

    Freundliche Grüsse
    Ramona Thöny

    • Hallo Ramona, zuallererst würde ich mir wenig Sorgen machen, da die Luftprobe negativ war. Inwieweit der Techniker einen Fehler gemacht hat, kann ich nicht beurteilen, da ich weder die Schweizer Regeln im Detail kenne noch mit der Probenahme oder Sanierung mich auskenne. Effektiv aber scheint er kein Asbest freigesetzt zu haben. Der Sauger spricht da ja auch für sich. Sie können ja zur absoluten Sicherheit auch noch eine Staubprobe machen, falls sie irgendwo noch Staub aus der Zeit haben. Ich persönlich würde das wohl für nicht nötig erachten, aber manchmal braucht man ja auch eine schriftliche Bestätigung, dass alles in Ordnung ist.

  67. Hallo Herr Ries,

    ich habe in Unwissenheit nur mit einer Staubschutzmaske mit einem Vorschlaghammer den Estrich eines 1960 in Niedersachsen erbauten Hauses zerstört und die darunter liegende Glas- oder Steinfaserdämmung davon separiert, da sie als Sondermüll entsorgt werden musste. Das hat ca. 5 Stunden in Anspruch genommen. Besonders gut gelüftet wurde nicht.
    Es gab leider auch keine Proben.
    Könnten Sie zu den folgenden Fragen ungefähre Abschätzungen abgeben?
    1. Wissen Sie, wie oft Asbest in Estrich oder solchen Dämmungen verwendet wurde?
    2. Wissen Sie, wie viele Fasern pro Kubikmetern aus diesen Materialien freigesetzt werden?
    3. Ist das deutlich mehr als ein Arbeiter aus ihrem Artikel pro Tag einarbeitet?
    Mich würde interessieren, wievielen Fasertagen das entspricht.
    Viele Grüße
    Christian

    • Hallo Christian, dazu kann ich leider nicht viel sagen. Ich weiß nicht, wie oft und in welchem Zeitraum Estrichen Asbest zugesetzt wurde. Es erscheint mir aber, dass dies im Wohnungsbau seltener ´war als bei Industrieestrichen. Das muss aber im Einzelfall nicht viel heißen. Im Zweifel kann bei so einer Aktion natürlich auch recht viel freigesetzt werden. Untersuchungen mit Putzen und Spachtelmassen haben gezeigt, dass da problemlos einige 10000 Fasern pro m³ Raumluft auftreten können, das ist definitiv schon eine Menge Holz.

  68. Guten Tag ich würde mich freuen wenn Sie mir eine Einschätzung zu meiner Lage geben könnten. Unsere Familie (2 kleine Kinder) bezieht eine neue Wohnung. Mir ist nun aufgefallen, das auf dem direkt Anliegenden Grundstück des Nachbarn sehr wahrscheinlich ein Asbestdach (Eternitwellplatten) auf dem Schuppen verbaut ist. Unsere Mülltonnen stehen direkt daneben, genau an der Stelle wo etwas anscheinend herausgesägt wurde. Etwas weiter vorne scheint etwas herausgebrochen zu sein. Vom Kinderzimmerfenster schaut man direkt über den Garten darauf. Kann so ein Dach das anscheinend nicht unbeschädigt ist, uns ernsthaft gesundheitlich schaden? Lüfte ich nun Krebserregendefasern ins Kinderzimmer? Wie real sind meine Gedanken, auch bezüglich einer Krebserkrankung meiner Kinder? Ich vermute der Nachbar wird wahrscheinlich kein Interesse daran haben das Dach zu entfernen. Mit freundlichen Grüßen

    • Das ist schwer zu sagen. Im Normalfall sollten die Fasern fest gebunden sein. Da ja auch nicht klar ist, ob der Faserzement asbesthaltig ist, sehe ich keine Möglichkeit, das hier zu klären, tut mir leid. Man könnte vielleicht mal versuchen, den Nachbarn darauf anzusprechen

  69. Sehr geehrter Herr Ries,

    vielen Dank für Ihren Artikel und die kontinuierliche Beantwortung aller Fragen. Auch ich möchte gerne eine Asbestsituation schildern und bin auf Ihre Einschätzung gespannt.

    Ich habe vier Jahre lang in einer Wohnung in einem Stadtreihenhaus gewohnt. Das Baujahr kenne ich nicht, aber die Wohnung wurde offenbar in den 70ern saniert. Das erkannte man vor allem an den schönen grünen Fliesen in Küche und Bad.

    Während ich dort gewohnt habe, wurde das Badezimmer kernsaniert. Da ich das Bad meiner Nachbarn mitbenutzen durfte, habe ich im Zeitraum der Sanierung ganz normal in meiner Wohnung gelebt.

    Ich frage mich nun, wie hoch die potentielle Asbestbelastung für mich war. Sie haben in einer vorherigen Antwort folgendes geschrieben:

    “Die Bearbeitung selber hat sicher fasern freigesetzt, aber da Asbestfasern leicht in der Luft beweglich sind, dürften die bereits nach dem ersten Lüften weitgehend entfernt sein.”

    Heißt das, dass die Belastung für eine passive Person, die zwar in der Wohnung lebt, aber bei den aktiven Bauarbeiten nicht im selben Raum dabei ist, deutlich niedriger ist? Gibt es dazu noch genauere Studien, Berichte o. Ä.?

    Mir ist bewusst, dass genaue Einschätzungen immer schwierig sind, zumal Sie nicht über alle Informationen verfügen. Ich weiß leider selbst nicht, ob in dem Badezimmer überhaupt Asbest verwendet wurde. Der Vermieter hat die Sanierung damals, wie auch alles andere, schwarz machen lassen. Entsprechend schlecht war dann die Qualität. Die unprofessionelle Arbeitsweise legt nahe, dass sich die Bauarbeiter selbst nicht einmal der möglichen Gefahr bewusst waren. Masken hatte von denen auch niemand getragen.

    Den Vermieter kann ich übrigens nicht mehr fragen. Es ist schon zehn Jahre her und er hat sich wahrscheinlich in sein Heimatland abgesetzt.

    Entschuldigen Sie bitte, dass der Text etwas länger wurde. Vielen Dank noch einmal für Ihren Einsatz und beste Grüße!

    • Asbestfasern sind leicht beweglich, daher ist die stärkste Belastung direkt nach der Freisetzung. Danach nimmt sie sehr rasch stark ab. Eine Belastung nach so langer Zeit und ohne überhaupt zu wissen, ob und wie da welche Materialien belastet waren ist schlicht nicht möglich. Aber gesetzt den Fall, dass dort asbesthaltige Putze und ähnliches bearbeitet wurden, besteht sicher ein gewisses Risiko.

  70. Guten Tag Herr Ries,
    meine Frau und ich zerbrechen uns seit Tagen den Kopf und hoffen ein wenig beruhigt zu werden. Wir haben bei Renovierungsarbeiten eines Ende der 1960er erbauten Hauses unwissentlich über deren Herkunft “Floorflex-Platten” mit dem bekannten schwarzen Kleber rausgerissen und mit einem Teppichmesser die Klebereste entfernt. Da es sich um zwei Flure in zwei Stockwerken handelte, war es eine Belastung von jeweils 5-6 Std. mit einem Abstand von 2 Monaten zwischen den Stockwerken. Beim ersten Stockwerk trugen wir keine Masken, beim zweiten Stockwerk ffp1-Masken. Wie hoch ist die Gefahr, dass wir in der Zukunft gesundheitliche Schäden davon tragen könnten oder spricht man hiervon tatsächlich über eine sehr geringe einmalige Belastung (jedoch intensive Belastung), die wohl folgenlos bleibt.

    Außerdem wird das Haus von uns tagtäglich bewohnt, da es im Zuge einer Bodenerneuerung entfernt wurde. Sprich, konnten die sich evtl. im Haus verteilten Fasern durch gutes Lüften bedenkenlos entfernen lassen und dem weiteren gefahrlosem Bewohnen spricht nichts dagegen?

    Interesse: Hilft ein Luftfilter mit HEPA-Filter (H13 – ultrafeinen Partikel mit einer Größe von nur 0,003 Mikrometern), um noch vorhandene Fasern einzufangen?

    Danke für ihre Arbeit und Geduld mit allen Anfragen. Ich freue mich auf ihre Rückmeldung.

    Mit freundlichen Grüßen

    • Über eine mögliche gesundheitliche Auswirkung kann ich leider nichts sagen, da ich kein Arzt bin. Dazu müsste man eventuell spezialisierte Mediziner befragen. Für Arbeiten mit Asbest sollte man aber mindestens eine FFP3 tragen.
      Ich versuche das Risiko bei Asbestbelastung immer ein wenig mit Würfelspielen zu erläutern. Natürlich kann auch eine einzelne eingeatmete Faser krank machen, aber die Wahrscheinlichkeit ist vergleichsweise gering. Ähnlich der Wahrscheinlichkeit, bei einmal Würfeln, eine bestimmte Augenzahl zu erreichen. Aber je öfter man würfelt, oder je mehr Würfel man nimmt…

      Was freigesetzte Fasern angeht, so würde ich keine Luftfiltersysteme nehmen. Im Normalfall sollte kräftiges Lüften hier viel mehr helfen, gegebenenfalls mit feucht durchwischen. Dürfte ebenso effektiv sein und ist auf jeden Fall günstiger

      • Guten Abend nochmal,
        vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung. Eine ergänzende Frage hätte ich noch bezüglich des Abschabens des “schwarzen” Floor-Flex-Plattenklebers mit dem Teppichmesser. Eine sonderliche Staubentwicklung ist hierbei nicht entstanden. Wenn, hatte ich das Gefühl, dass diese minimal vom Estrich der dabei mit Abgekratzt wurde entstand.
        Die Frage: Werden in der Theorie beim Abschaben mit dem Teppichmesser weniger Fasern freigesetzt, als wenn es gesägt oder geflext wird, weil es dort ja theoretisch “komplett” zersetzt wird?

        Viele Grüße und vielen Dank für ihre Antwort.
        Christof

        • Das kann ich offen gestanden nicht beantworten. Mir liegen über das Freisetzungsverhalten der Baustoffe bei unterschiedlicher Bearbeitung keine Daten vo. Prinzipiell würde ich es aber ähnlich sehen, da der Kleber oft vergleichsweise zäh ist und die Fasern recht gut bindet.

          • Guten Tag Herr Ries,

            herzlichen Dank für Ihre fachkundigen Antworten.
            Hier meine Frage:
            In einer Elektro-Abzweigdose in einer Holzwand (Baujahr 1968) habe ich am Rand ein geflochtenes weisses (Gitter)-Gewebe entdeckt.
            Habe es mit dem Feuerzeug kurz angezündet, um zu schauen ob es brennt.

            Es hat tatsächlich kurz „gebrannt bzw. gekokelt“, weshalb ich die kleine Flamme sofort ausgepustet habe.

            Auffällig war, dass sich die Brandstellen des Gewebes schwarz verfärbt hat. (Wie verkohlt)

            Wirklich abgebrannt ist das Material (wahrscheinlich auch auf Grund der sehr kurzen Brenndauer) nicht.

            Meine Frage: färbt sich Asbest beim Anzünden schwarz oder bleibt es weiss?

            Denn alte Asbesthandschuhe blieben ja auch trotz Verwendung mit Feuer weiss.

            Bezüglich gesundheitlicher Faserbelastung hoffe ich, dass es wenn nur eine sehr kurze Spitze war, da ich danach sofort aus dem Zimmer gegangen bin und sehr lange gelüftet habe.

            Vielen Dank für Ihre Antwort.
            Beste Grüße
            Alexander

          • Im Normalfall dürfte es, wenn es mit sichtbarer Flamme gebrannt hat und verascht ist, kein Asbest sein. Absolute Sicherheit gibt aber letztlich nur eine Analyse in einem Labor.

  71. Guten Tag der erste Artikel der zu diesen Thema für mich nützlich ist ich hoffe sie können auch 2024 noch antworten da ich sehr sehr beunruhigt binn eventuell können sie mir helfen der Fall:

    wir ich und meine frau waren dabei hinter dem Keller des Hauses das Erdreich auf zu graben weil wir einen Eingang durch die Kellerwand bauen wollten dann auf cr 50cm unter dem Boden kahm ein teil voller erde zum vorschein wir wussten ja nicht was es war und haben es mit dem Pickel es aufgebrochen es war grün grau…am Anfang dachte ich ein altes Plastik dann kahm ein größeres teil und ich war mir ziemlich sicher das es diese Berühmten Dachplatten waren der Vorgänger wird sie halt verschwinden gelassen haben leider…nun ist man bei der Garten Arbeit leider nicht mit ffp3 Maske unterwegs weil man denkt ja man gräbt nur steine und erde aus…wir waren in der freien Luft aber dennoch habe ich Panik das dies gräflich gewesen sein könnte was denken sie dazu bitte bitte? Danke schon mal.PS. sorry wegen der Schreibweise bin Legastheniker. ich hoffe sie können mir dazu ihre Meinung sagen Danke

    • Hallo Daniel,
      Ich persönlich würde mir da erstmal weniger Sorgen machen. Ihr habt die Platten ja nicht zerschlagen und im Boden herrscht immer eine gewisse Feuchtigkeit. Das kommt leider öfters vor, dass die Leute früher asbesthaltige Sachen einfach im Garten vergraben haben.

      Gunnar

      • Hallo Herr Ries,
        Vielen Dank für Ihre Mühe und die ausführlichen Informationen.
        Ich habe die alten Eternitplatten unserer Haufassade mit einer Fassadenfarbe überstrichen, dabei eine FFP2 Maske getragen. Ich bin davon ausgegangen, dass das Streichen der Platten unkritisch ist, jetzt aber doch ziemlich verunsichert. Zumal ich ja die Farberolle hinterher ausgewaschen habe, also in Kontakt mit den Fassadenplatten gekommen bin.
        Eine Reinigung der Platten habe ich nicht vorgenommen.
        Wie kritisch sehen Sie das?

        Herzlichen Dank nochmal, ich würde mich über eine Antwort freuen.

        Viele Grüße
        Andreas

        • Mal abgesehen davon, dass ein Beschichten asbesthaltiger Faserzemente eigentlich verboten ist? Ich vermute mal, die Exposition dürfte sehr überschaubar gewesen sein.

  72. Hallo,

    Ich danke Ihnen bereits jetzt für die vielen umfangreichen Antworten auf die Fragen anderer User, habe aber auch selber noch eine. Falls unter dem existierend Fliesen in einer Wohnung unter dem Fliesenkleber noch asbesthaltiger schwarzer Bitumenkleber von früher ist, ist es dann riskant die gesamten Fliesen mit einem Stemmhammer zu entfernen? Der Bitumenkleber würde dabei freigestetzt werden (und zwangsläufig im Zuge der Arbeiten beschädigt/angegriffen werden). Oder denken Sie dass ein Milimeterdicker Bitumenkleber der Asbest enthält und sich zwischen Bodenplatte und Fliesenkleber befindet in dem Fall eher unproblematisch ist.

    Darüber hinaus würde es mich interessieren wie die Fasern sich in Innenräumen nach Arbeiten verhalten. Wird langfristiges lüften auf Durchzug (mehrere Tage durchgehend) dafür sorgen, dass die eventuell freigesetzten Fasern aus dem Innenraum verweht werden?

    Vielen Dank.

    Thomas

    • Wenn da noch Reste asbesthaltiger Kleber sind, sollte man entsprechende Vorsichts- und Schutzmaßnahmen treffen. Da wird auf jeden Fall die Gefahr bestehen, dass Asbest freigesetzt wird. Intensives Lüften dürfte die Fasern in dem Raum sicher reduzieren, abgesehen davon, dass man dann andere mit den Fasern belastet

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