Mond bedeckt Neptun in der Nacht vom 25. auf den 26.6.

BLOG: Go for Launch

Raumfahrt aus der Froschperspektive
Go for Launch

Der Syzygienkönig gibt bekannt: In der Nacht vom 25. auf den 26. Juni 2016 wird der abnehmende Mond den Planeten Neptun bedecken. Eintritts- und Austrittszeit hängen etwas vom Beobachtungsstandort ab. Für Darmstadt ist der Eintritt um 1:07 MESZ und der Austritt um 1:39 MESZ.

Der Eintritt erfolgt “links unten” am Mond, der Mond zieht von rechts kommend über Neptun hinweg. Dies geschieht (wieder von Darmstadt aus betrachtet) bei weniger als 5 Grad Elevation. Der Austritt erfolgt aus der Nachtseite des Mondes heraus “rechts unten”, bei nicht ganz 10 Grad Elevation.

Neptun kurz nach dem Austritt aus der Bedeckung durch den abnehmenden Mond in der Nacht vom 25. auf den 26. Juni 2016 (Simulation)
Credit: Michael Khan via Stellarium / Neptun kurz nach dem Austritt aus der Bedeckung durch den abnehmenden Mond in der Nacht vom 25. auf den 26. Juni 2016 (Simulation). Angezeigte Uhrzeit ist UTC. MESZ=UTC+2h

Ich denke, die Beobachtung des Eintritts kann man wohl knicken. So dicht über dem Horizont und mit dem Kontrastunterschied – Neptun mit einer Helligkeit von etwa +10mag inklusive Extinktion so dicht am Mond …. das wird wohl nichts. Der Austritt könnte schon eher klappen. Ob es sich lohnt, deswegen raus zu gehen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Bei nicht vollkommen klarem Himmel kann man guten Gewissens im Bett bleiben.

Ich habe mich schon an einigen Mondbedeckungen versucht:

Neptun selbst ist mir am 11.8.2015 mal vor die Kamera gelaufen, da war aber der Mond nicht beteiligt.

Bei der Beobachtung oder fotografischen Abbildung sollte eine möglichst große Brennweite verwendet werden, damit sich die Helligkeit des Mondes auf möglichst viel Fläche auf der Netzhaut oder dem Sensor verteilt oder sogar noch ein großes Stück vom Mond ausgeblendet bleibt. Dann hat man eine Chance, Neptun auszumachen. Zur Beobachtung des Austritts könnte das reichen. Knapp wird’s auf jeden Fall.

Michael Khan

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

Schreibe einen Kommentar