Shitstorm-Saga mit Lücken – Buchrezension von “Die Shitstorm-Republik” (Nicole Diekmann)

Buch von Diekmann "Die Shitstorm-Republik" auf Holztisch

Nicole Diekmann hat, was Hass im Netz angeht, alles andere als eine einfache Ausgangsposition: Als Hauptstadtkorrespondentin des ZDF arbeitet sie bei einem gebührenfinanzierten Medium, schon das ein Feindbild für eine große Zahl von Menschen im rechten Spektrum. Zum anderen ist sie als Hauptstadtkorrespondentin regelmäßig in einem Medium mit nach wie vor großer Reichweite öffentlich sichtbar. Und sie mischt in den sozialen Medien, insbesondere auf Twitter, engagiert mit – und gibt freundlich aber bestimmt kontra, wenn sie angegangen wird. Insgesamt hat Diekmann auf diese Weise eine beachtliche Anzahl von Followern gewonnen – auf Twitter sind es derzeit rund 109.000 – samt der damit einhergehenden großen Reichweite. Aber gerade mit so einer Reichweite ist sie natürlich noch einmal besonders gefährdet, zum systematischen Ziel von Shitstorms zu werden.

Buch von Diekmann "Die Shitstorm-Republik" auf Holztisch

Insofern ist wenig überraschend: Diekmann schreibt in ihrem jetzt erschienenen Buch “Die Shitstorm-Republik” zunächst einmal aus leidiger Erfahrung. Den Einstieg in das Buch bildet die Geschichte zu ihrem Neujahrs-Tweet “Nazis raus!” Anfang 2019. Auf Nachfrage, wer für sie denn alles Nazis seien, schrieb sie ein flapsiges “Jede/r, der/die nicht die Grünen wählt” als Antwort. Und dann war er da, der aggressive Shitstorm von rechts, ein Dauerfeuer von sexistischen Beleidigungen, Vergewaltigungsdrohungen und zahlreichen weiteren Beispiel dafür, wie ausdauernd aggressiv Menschen sein können. Was Diekmann da beschreibt, führt eindringlich vor Augen, was es heißt, Ziel einer solchen Angriffswelle zu sein.

Dringender Handlungsbedarf

Davon ausgehend behandelt Diekmann dann, professionell geschrieben und kurzweilig zu lesen, eine ganze Reihe an Hintergrundthemen. Geschichte und Spezifika der großen Plattformen beispielsweise: Facebook, Instagram, YouTube, Twitter, Whatsapp. Die Gewalttaten von Christchurch und Halle, der Mord an Walter Lübcke. Wir erfahren etwas zur Social-Media-Praxis jeder der im Bundestag vertretenen Parteien (Hauptstadt-Korrespondentinnen-Bonus!), vom ungelenken Umgang der CDU mit Rezo über das gespaltene Verhältnis der SPD zu Uploadfiltern bis hin zum demonstrativen Habeckschen Social-Media-Rückzug. Vorgeschichte und Inkarnationen des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes werden ebenso referiert wie die praktischen Probleme damit, wenn es um die Strafverfolgung von Hass im Netz geht. Christoph Hebbecker, Staatsanwalt der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime bei der Staatsanwaltschaft Köln, gibt Einblicke in die Praxis. All das ist schlüssig aufgearbeitet, mit transparenten Quellen. Und die wichtigste Botschaft des Buches wird sehr deutlich: Als Gesellschaft stehen wir Shitstorms, wie Diekmann ihn Anfang 2019 erleben musstee, derzeit vergleichsweise unbeholfen und wehrlos gegenüber. Hier besteht, in mehrerlei Hinsicht, dringender Handlungsbedarf.

Andere Aspekte des Shitstorm-Themas bleiben in Diekmanns Buch unerwartet unscharf. Das betrifft zum Beispiel die Zielgruppen von Hassrede. Diekmann selbst ist betroffen, und aus den ekligen Kommentaren, die sie bekommt, kann man sehen: da ist gehörige Frauenverachtung im Spiel. Hetze gegen Muslime in Myanmar kommt vor, und Hetze gegen Walter Lübcke. Aber wer denn nun die bevorzugten Ziele von Shitstorms sind, was es da an systematischen Korrelationen gibt, wird nicht systematisch analysiert. Einige antisemitische und rassistische Hintergründe kommen im Zusammenhang mit spezifischen Vorfällen vor. In ein größeres Bild eingeordnet werden sie nicht.

Wechselwirkungen von traditionellen und sozialen Medien?

Noch deutlichere Lücken hat Diekmanns Buch in bezug auf die Wechselwirkungen von traditionellen und sozialen Medien. Diejenigen Menschen, die Shitstorms gezielt anheizen, mit Verzerrungen, Überzeichnungen, zum Teil mehr oder weniger direkten Lügen in Text und Bild, generell skrupellos was Aspekte wie Wahrheit oder Verhältnismäßigkeit angeht, haben die Stimmungsmache-Taktiken ja nicht bei Aufkommen der Sozialen Medien neu erfinden müssen. Gäbe es ein systematisches Training für Shitstorm-Anheizer, würde dort vermutlich BILD als Pflichtlektüre eine wichtige Rolle spielen: Hier, die “Pleite-Griechen” – genial, das macht so richtig Stimmung! Und schau mal, wenn du das Foto hier und dort abschneidest, wird aus dem Seil etwas, das aussieht wie ein Schlagstock – da schreibst du jetzt noch mit einem Pfeil “Schlagstock” dran, und schon entlädt sich die Empörung über die Gewalt-Demo! Und wenn BILD mal wieder jemanden persönlich mit nicht von der Faktenlage gedeckten Anschuldigungen angeht, siehe als Beispiel der später dann ja auch vom Presserat gerügte Angriff gegen Christian Drosten vor einem Jahr, der ja durchaus Teil einer längeren Kampagne war und ist, dann heizt das selbstverständlich auch das an, was Drosten an Hass im Netz entgegenschlägt. Diese Rolle einzelner Medien für die Shitstorm-Praxis bleibt ausgeblendet.

Für einen Shitstorm braucht es mindestens den Anlass und die Verbreitungsmechanismen. Ohne Verbreitung  kommt es nicht zu der kritischen Masse, die einen Shitstorm ausmacht. Auch bei diesem Aufschaukeln können traditionelle Medien aktiv mitwirken. Insbesondere, wenn sie die Aufmerksamkeitsdynamik gezielt für ihre eigenen Inhalte nutzen, also nicht mit etwas Abstand neutral berichten, sondern eher so etwas wie Aufmerksamkeitswellenreiten praktizieren, nämlich zeitnah, wiederholt und polarisierend mitmachen. Dann greifen für das Aufschaukeln des Shitstorms traditionelle und soziale Medien ineinander: traditionelle Medien spiegeln die Empörung der sozialen Medien, platzieren selbst entsprechende Meinungsäußerungen (“A kritisiert B” oder “B verteidigt C”), die Ergebnisse werden dann wiederum in den sozialen Medien geteilt und der Kreislauf beginnt von vorne.

Wenn Medien mit aufschaukeln

Das aktuelle Paradebeispiel, das Aufschaukeln von #allesdichtmachen im Ping-Pong zwischen sozialen und traditionellen Medien kam zugegebenerweise zu spät für Diekmanns Buch. Aber ähnliche Beispiele gab es ja bereits vorher: bei der Kabarettistin-ach-nein-doch-Kunstfigur Lisa Eckhart beispielsweise, oder bei Dieter “schaut, wie cool ich der Deutschen Forschungsgemeinschaft eine politische Spitze gegen Fridays-for-Future unterjuble!” Nuhr. In einer Reihe von Fällen kommt außerdem hinzu, dass der Shitstorm selbst instrumentalisiert wird – gerne als Teil des Narrativs, dass man ja nichts mehr sagen dürfe; ein Narrativ, mit dem die Betroffenen anschließend reichweitenstark durch die Talkshows tingeln. Ein weiterer nicht unerheblicher Aspekt des Phänomens Shitstorm (vergleiche die Shitstorm-Schwalbe) ist schließlich diejenige Instrumentalisierung des Begriffs, die der Kritikabwehr dient: Aus Kritik, die einem entgegenschlägt, die Extrembeispiele herauspicken, auf dieser Basis die Kritik insgesamt als Shitstorm abqualifizieren, und prompt braucht man sich nicht mehr mit den sachlichen Anteilen der Kritik auseinanderzusetzen. Beispiel: die Berichterstattung über Dieter Nuhr und die DFG etwa in diesem WELT-Artikel.

Nicht zuletzt haben die traditionellen Medien in einigen Fällen durchaus versucht, polarisierende Protagonisten sozialer Medien zu vereinnahmen und für die eigene Aufmerksamkeitserzeugung einzuspannen. Beispiel: Rainer Meyer, erst bei der FAZ, derzeit bei der WELT. Mit direktem Bezug zum Thema Shitstorm, denn, um den Artikel von Antonia Baum in der ZEIT zu zitieren: “Ohne selbst je in einen justiziablen Bereich zu geraten, lenkt Meyer die Aufmerksamkeit seiner Fans in seinen Artikeln und Tweets auf bestimmte Menschen, die er nicht zu mögen scheint. Diese Menschen – manchmal auch ihre Familien – sind dann teilweise über Jahre hinweg Beschimpfungen, Vergewaltigungs- und Morddrohungen ausgesetzt, mutmaßlich ausgehend von den mutmaßlich rechtsextremen Rainer-Meyer-Fans.” Die ZEIT-Aufarbeitung stammt vom 3. Februar 2021 und dürfte damit ebenfalls für Diekmanns Buch zu spät gekommen sein. Aber die Problematik ist ja schon deutlich länger bekannt. Nicht nur aus den Twitter-Äußerungen der Betroffenen, sondern z.B. auch in diesem taz-Beitrag hier vom 1. August 2020.

Medien-Kapitel mit Lücken

Diekmann widmet dem Journalismus in ihrem Buch das fünfte Kapitel: “Das Ende der Geschichten? – Journalismus in den Zeiten von Shitstorms”. Da geht es, wieder entlang Diekmanns eigener Erfahrungen, um das Zögern der Tagesschau, ab den frühen 2000er Jahren das Internet als Verbreitungskanal zu nutzen, um die Zwei-Klassen-Gesellschaft von Print- und Online-Journalist*innen und um das erneute Zögern der traditionellen Medien gegenüber Social Media (mit denen in Diekmanns Buch allerdings Facebook, Twitter, Instagram & Co. gemeint sind – Blogs und Foren bleiben außen vor). Um die Berichterstattung zu sexueller Belästigung zur Jahreswende 2015/2016 in Köln geht es, um den ungelenken Umgang des WDR mit der “Umweltsau”-Kritik, den Spiegel-Spaziergang mit Attila Hildmann, die Grundzüge der Cancel-Culture-Debatte und den Einfluss von Social Media auf den Inhalt von Journalismus – sowie am Schluss noch um Zusammenarbeit mit den Plattformen, etwa zwischen Correctiv und Facebook.

Das ist eine durchaus kritische Betrachtung, mit gebührendem inneren Abstand vom eigenen Berufsstand. Aber traditionelle Medien als Shitstorm-Anfacher, -Aufschaukler, -Nutznießer und -Vorreiter kommen darin nicht vor. Traditionelle Medien sind bei Diekmann vor allem Beobachter*innen, Berichterstatter*innen über das, was in Social Media passiert, sie reagieren und lassen sich über Social Media beeinflussen. Die Kehrseite, nämlich die Situationen, in denen Medien selbst gehörigen Einfluss auf die Shitstormdynamik ausüben, ist so gut wie komplett ausgeblendet. Das empfinde ich für ein Buch mit dem gewählten Thema als großes Manko.

Fazit

Insgesamt komme ich daher zu einer gemischten Einschätzung von Diekmanns Buch. Zu dem in der Tat drängendsten Problem – wie äußert sich Hass im Netz, und was kann insbesondere die Politik tun, ihn zu bekämpfen? – finden sich bei Diekmann eindringliche Beispiele, systematisch aufbereitete Hintergründe und eine eingängige Analyse der Probleme des Status quo. Wenn Diekmann mit ihrem Buch, den dazugehörigen Talkshow- oder Podcast-Auftritten und vielleicht dann ja auch bald auf der Spiegel-Bestsellerliste dazu beiträgt, dass dieses Thema stärker ins Bewusstsein der Entscheidungsträger*innen rückt, dann ist das eine gute Sache und könnte im besten Falle mittelbar zu überfälligen Verbesserungen führen. Ergibt sich daraus eine öffentliche Debatte, dann wäre allerdings wichtig, dass auch diejenigen Themen berücksichtigt werden, die in Diekmanns Buch kaum oder gar nicht behandelt werden: Die Fragen nach den Zielgruppen von Hassrede im Netz, nach den Hintergründen bei Misogynie und Rassismus, und last but not least zu denjenigen Wechselwirkungen von Social Media und traditionellen Medien, die bestimmte Shitstürme verstärken oder überhaupt erst anfachen.

 

Transparenzhinweis: Ich habe vom Verlag Kiepenheuer & Witsch auf meine Anforderung hin ein Rezensionsexemplar von diesem Buch zugeschickt bekommen.

Markus Pössel hatte bereits während des Physikstudiums an der Universität Hamburg gemerkt: Die Herausforderung, physikalische Themen so aufzuarbeiten und darzustellen, dass sie auch für Nichtphysiker verständlich werden, war für ihn mindestens ebenso interessant wie die eigentliche Forschungsarbeit. Nach seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam blieb er dem Institut als "Outreach scientist" erhalten, war während des Einsteinjahres 2005 an verschiedenen Ausstellungsprojekten beteiligt und schuf das Webportal Einstein Online. Ende 2007 wechselte er für ein Jahr zum World Science Festival in New York. Seit Anfang 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, wo er das Haus der Astronomie leitet, ein Zentrum für astronomische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Pössel bloggt, ist Autor/Koautor mehrerer Bücher, und schreibt regelmäßig für die Zeitschrift Sterne und Weltraum.

40 Kommentare

  1. Ja, Emotionalisierung ist eine Gemeinsamkeit gerade auflagenstärker Presseerzeugnisse (z.B. BILD) wie auch bei Reaktionen/Unterstellungen auf Social-Media Beiträgen.

    Ich denke sogar, für nicht wenige Leser und Social-Media Konsumenten sind Gefühlsaufwallungen wichtiger als Nachrichten und Neuigkeiten. Starke Gefühle spielen aber nicht nur für Rechtsgerichtete eine wichtige Rolle, halten nicht nur Menschen im rechten Spektrum unter Strom, sondern auch die Empörten auf der Linken, die sogar Empörung fordern (siehe Empört Euch!). Gefühlsaufwallung und Empörung aktivieren Menschen, was sich auch positiv auswirken kann, weil dann die Empörten wirklich etwas ändern wollen. Gefühlsaufwallung und Empörung geht aber fast immer mit Vereinfachungen, Zuspitzungen und Aggressivität einher, Aggressivität zuerst vielleicht nur verbal, bei einigen dann aber auch physisch. Richtet sich nun der Affekt nicht gegen gesellschaftliche Verhältnisse (wie das bei Linken häufig der Fall ist), sondern gegen Personen, wird es schnell einmal gefährlich für die angegriffenen Personen.

    Gegen Personen zu hetzen oder auch nur zur Hetze direkt oder indirekt anzuleiten ist für mich ein absolutes No-Go. Wenn das stimmt was hier über Rainer Meyer geschrieben steht, dass er nämlich den Anstoss für Hetzkampagnen gibt, dann ist es äusserst bedenklich, dass so einer eine Platform erhält.

    Ja, Emotionalisierung bedeutet nichts anderes als die niedrigsten Instinkte des Menschens anzukurbeln und so etwas sollte nicht gefördert, sondern eher gedeckelt werden.

    • Ja und nein. Emotionen sind nun einmal real; die im Politik-Umfeld beiseitezulassen oder “kleinzuhalten” ist ja auch nicht zielführend. Menschenunwürdige Zustände, egal in welchem Zusammenhang, sind zu recht empörend; diese Empörung sollte man dann nicht kleinreden oder zu unterdrücken zu versuchen. Empörung kann sich aber umgekehrt auch aus Anspruchshaltung ergeben – wenn diejenigen, die sich da empören, bereits zu den “Bessergestellten” gehören, und ihre öffentlich wahrgenommene Empörung dann dazu führt, dass deren Partikularinteressen auf Kosten derer besonders berücksichtigt werden, denen es objektiv deutlich schlechter geht, ist das ungerecht. Insofern: Da muss man differenzieren.

    • Wenn das stimmt was hier über Rainer Meyer geschrieben steht, dass er nämlich den Anstoss für Hetzkampagnen gibt, dann ist es äusserst bedenklich, dass so einer eine Platform erhält.

      Wenn das belegbar ist, daß er der Anstoß war, ist das OK. Sonst kann man diese Behauptung auch als Verleumdung/üble Nachrede ansehen. In bestimmten politischen Milieus scheint es beliebt zu sein, Menschen ohne Beweis zu diffamieren. Aktuelles Beispiel dafür ist Luisa Neubauer gegen Herrn Maaßen.

      Gruß
      Rudi Knoth

      • Da hängen Sie die Latte bei Herrn Meyer aber künstlich niedrig. Anständige Menschen überlegen sich mögliche Folgen ihres Handelns und ändern ihr Handeln entsprechend. Wenn sich ein bestimmtes Muster ein knappes Dutzend Male wiederholt – Meyer teilt gegen eine Person aus, anschließend bekommt jene Person einen Shitstorm von rechts ab, inklusive Beiträge von Followern von Meyer – dann wäre die anständige Reaktion darauf, innehalten und zu sagen: Hoppla, das deutet daraufhin, dass ich zumindest mittelbar Shitstorms auslöse; da sollte ich mein Verhalten wohl ändern. Eine legale, aber eben nicht anständige Reaktion ist, zu sagen: Mir egal, weisen Sie mir doch erst einmal rechtssicher nach, dass es da tatsächlich einen Kausalzusammenhang gibt, ich mache weiter wie bisher. Rüpelverhalten, das denjenigen menschlich disqualifiziert, aber nicht strafbar.

        Und der Seitenhieb gegen Neubauer/Maaßen scheint mir eher auf eine Diffamierung von Frau Neubauer herauszulaufen. Siehe diesen Tweet von Meron Mendel dazu, dass Maaßen antisemitische Narrative in Umlauf bringt und diesen Tweet von Patrick Bahners dazu, was Neubauer tatsächlich gesagt hat (das wird ja zum Teil auch bereits verfälscht wiedergegeben).

        • Zum Tweet von Frau Mendel kann ich nur sagen:

          Hänsel und Gretel ist antisemitisch

          Und was Frau Neubauer angeht, so ist sie in der Pflicht, ihre Behauptungen zu belegen und nicht einfach in den Raum zu stellen. Das sagt auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung.

          Gruß
          Rudi Knoth

          • Was Sie hier vormachen, ist für mich leider ein Beispiel für eine von Lagerdenken geprägte Art von “Debatte”, in der es weniger um Sachdiskussion geht als darum, dem “Gegner” wieder und wieder Hiebe zu verpassen.

            Meron Mendel (den Sie zudem misgendern): Ihre einzige Antwort ist “Hänsel und Gretel ist antisemitisch”, auf die Sachargumente gehen Sie nicht ein
            Links, an denen Mitlesende nachprüfen können, was hinter Ihren Anwürfen steckt: Fehlanzeige
            Generell kümmern Sie sich wenig um das gesetzte Thema hier (Shitstorms), sondern haben das hier eingebracht, was Sie gerade empört/bewegt, und lassen da auch nicht locker. Mit (inklusiver meiner Antworten) jetzt schon einem guten Kommentaren zu einem Thema, um das es hier nicht geht.
            Das Lagerdenken sitzt bei Ihnen so tief, dass es als bequeme Entschuldigung dafür gilt, warum Sie sich offenbar daneben benehmen dürfen, wie Sie wollen. Beispiel: Mein Einwand auf Ihre Vergewaltigungsdrohungs-Verharmlosung bezog sich auf Ihre eigene Aussage direkt hier im Blog. Sie bügeln das ab, weil irgendwelche anderen Menschen (ich habe mich dazu ja soweit ich sehe nicht geäußert) nicht näher beschriebene “Angriffe auf Bernd Lucke” nicht verurteilt hätten.

            Insofern: Lassen Sie uns diesen unfruchtbaren Austausch hier bitte beenden. Zum Thema Neubauer und Maaßen gibt es ja nun genügend Artikel, die die Argumente darlegen – Sie haben einige davon genannt; hier und hier sind Gegenpositionen dazu. Ich sehe nicht, dass wir mit der Art von Diskussion, die Sie hier führen, noch auf einen grünen (also konstruktiven) Ast kommen.

        • Zum Tweet von Frau Mendel kann ich nur sagen:

          Hänsel und Gretel ist antisemitisch

          Und was Frau Neubauer angeht, so ist sie in der Pflicht, ihre Behauptungen zu belegen und nicht einfach in den Raum zu stellen. Das sagt auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung.

          Gruß
          Rudi Knoth

  2. Auf Nachfrage, wer für sie denn alles Nazis seien, schrieb sie ein flapsiges “Jede/r, der/die nicht die Grünen wählt” als Antwort.

    Ach so, dies ist nur eine “flapsige Antwort”. Daß damit eine große Mehrheit der Bevölkerung (immerhin noch 75%) zu Nazis abgestempelt werden ist also nicht so schlimm? Genau diese antidemokratische Denkweise ist in der Aussage von ihr enthalten und daher gibt es halt Widerspruch. Aber die Aussage “Man darf seine Meinung sagen, muß aber mit Widerspruch rechnen” gilt eventuell nur für “Rechte” wie Bernd Lucke, dessen Vorlesungen gestört wurden.

    Gruß
    Rudi Knoth

    • Das hängt dann von der Ebene ab, und hier sind wir jetzt mindestens dritten Ebene. “Für dich ist wohl jeder ein Nazi, der nicht die Grünen wählt?” ist überzeichnete polemische Gegenrede von denen, denen Anschuldigungen im Themenbereich Rassismus, Antisemitismus u.ä. regelmäßig zu weit gehen. Das ironisch aufzugreifen, wenn man den Gegenüber in der Gruppe jener Gegenredner vermutet, ist legitim, und ist per Definition kein Abstempeln. Dass es Ironie ist, steht im Kontext außer Frage; nicht zuletzt weil Diekmann selbstverständlich z.B. Vertreter von SPD und CDU/CSU so behandelt, wie man Menschen behandelt, die man dem demokratischen Spektrum zuordnet. Diesen Kontext zu ignorieren ist keine angemessene Form sachlicher Auseinandersetzung.

      Dass Sie hier unter anderem Vergewaltigungsdrohungen verharmlosend unter “Widerspruch” einsortieren, ist komplett daneben. Mit einer so verzerrten Darstellung dessen, worum es hier geht, disqualifizieren Sie sich was konstruktive Diskussionen angeht selbst.

      • Ich denke für politische Diskussionen passen wir nicht zusammen, weil ich gewisse Grundlagen des Anstands bei jedem einfordere und nicht nach politischer Einstellung oder Hautfarbe unterscheide.

        Gruß
        Rudi Knoth

      • Dass Sie hier unter anderem Vergewaltigungsdrohungen verharmlosend unter “Widerspruch” einsortieren, ist komplett daneben. Mit einer so verzerrten Darstellung dessen, worum es hier geht, disqualifizieren Sie sich was konstruktive Diskussionen angeht selbst.

        Nun die tätlichen Angriffe auf Bernd Lucke wurden auch als “Widerspruch” bezeichnet. Das meine ich mit zweierlei Maß messen.

        Gruß
        Rudi Knoth

  3. 1. Zu:

    “….Mit einer so verzerrten Darstellung dessen, worum es hier geht, disqualifizieren Sie sich was konstruktive Diskussionen angeht selbst….”
    (Zitatende)
    Mein Verdacht verstärkt sich:
    Markus Pössel versucht, alle meinungen , die nicht seinem (ideologischen )
    Geschsmack entspechen, mit der >nterstellung, sie seien in seinem Blog Nicht “konstruktiv” genug ,zu delegitimieren. Und enthebt sich damit selbst der Mühe , sich im Einzelnen mit Gegenargumenten fundiert auseinandersetzen zu müssen.
    (Ich bin kein “Hassgegner” von Markus Pössel und bin auch mit Manchem von dem was er schreibt, einverstanden.

    2. Zum Folgenden:

    “……ist schließlich diejenige Instrumentalisierung des Begriffs, die der Kritikabwehr dient: Aus Kritik, die einem entgegenschlägt, die Extrembeispiele herauspicken, auf dieser Basis die Kritik insgesamt als Shitstorm abqualifizieren, und prompt braucht man sich nicht mehr mit den sachlichen Anteilen der Kritik auseinanderzusetzen. …..” (Zitatende)

    Das gefällt mir:
    Hier hat jemand offensichtlich aus der nicht gerade rühmlichen Praxis des Delegitimierens von außeruniversitär (angeblich ) laienhaft – ahnungslosen und als Aluhut- Spinner verleumdeten Kommentatoren in populärwissenschaftlichen Kommentarbereichen bei Scilogs gelernt.
    Zumindes bin ich mal guter Hoffnung diesbezüglich- auch wenn ich so meine Zweifel habe. Aber man wird ja sehen. Zumindes wenn nach dem (berechtigten) Corona – Hype wieder Platz für andere Themen ist.

    3.
    Dieser Beitrag:

    könnte das Thema noch etwas erweiteren bzw. aus einem weiteren Blickwinkel
    beleuchten: (Judith Sevnc Basad: ” Schäm Dich”)

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=72337

    • Ich sehe das durchaus weniger schwarz-weiß als Sie. In dem von Ihnen monierten Falle ist ja direkt in den Kommentaren ablesbar, was ich kritisiere: Dass dort selbst Vergewaltigungsdrohungen unter den Oberbegriff “Widerspruch” eingeordnet und verbal verharmlost werden. Das ist durchaus ein Eingehen auf einen hier im Blog dokumentierten spezifischen Fall. Und ironischerweise sind Sie dann derjenige, der darauf pauschal die bösartige Unterstellung aufbaut, meine Moderationsversuche seien reflexhafte Delegitimierungsversuche.

      Zu der “Schäm Dich”-Rezension: Aus meiner Sicht müssen wir als Gesellschaft Umgangsformen gegenseitiger Rücksichtnahme aushandeln, die sich nicht nur an den Partikularinteressen derjenigen orientieren, die in den Medien die größte Reichweite haben. Was durchaus Grenzen solcher Rücksichtnahme einschließen kann. Das dort rezensierte Buch scheint mir ein Beispiel, analog zu den Cancel-Culture-Narrativen, zu sein, das solche Diskussionen von vornherein vermeiden und den eigenen Standpunkt als absolut setzen will: Indem öffentliche Kritik selbst pauschal Delegitimiert wird. Aus meiner Sicht gibt es Dinge, für die man sich durchaus schämen und bezüglich derer man Dazulernen sollte, und andere, wo das nicht nötig ist. Wer diese Differenzierung aufgibt zugunsten eines Narrativs, das in bestimmten Bereichen auf “Jede*r, die/der mich kritisiert, ist automatisch schon deswegen im Unrecht!” herausläuft, macht es sich arg bequem.

  4. @Markus Pössel:

    Nun werde ich mal Ihren Unterstellungen widersprechen:

    1 Es gab ja auch Morddrohungen gegen einigen Leuten von #allesdichtmachen. Ist dies dann nach Ihrer Sicht genauso verdammenswert wie die “Vergewaltigungsdrohungen” gegen diese Frau. Und der Vergleich mit Bernd Lucke zeigt, daß man sogar physische Gewalt als “Widerspruch” oder “Konsequenzen” kleinredet. Dies ist nach meiner Wahrnehmung aber gar nicht so selten der Fall.

    2. Übrigens war es letzte Jahr so, daß sie einen Kommentar von mir nicht freigeschaltet haben, der einen sachlichen Fehler zu einem Link über “Rassismus im Kinderfernsehen” aufdeckte. Sie bezeichneten als pauschalen Grund für das nicht freischalten Rassismus. Ist es rassistisch, einen sachlichen Fehler zu bemängeln, nur weil der Autor eine dunkle Hautfarbe hat?

    3. Zu dem Antisemitismusvorwurf gegen Herrn Maaßen. Also die Begriffe, die er verwendet, sind sicherlich nicht antisemitisch. Oder wollen Sie etwa Klaus Schwab, der ein Buch “Great Reset” schrieb, auch antisemitisches unterstellen? Der Begriff Globalist wird auch nicht als antisemitisch angesehen. Was jetzt den Link zu der antisemitischen Seite angeht, frage ich Sie, was Ihnen zu “Ludwigs Lausbubengeschichten einfällt”. Sicher nicht Antisemitismus, was aber Ludwig Thoma in seinen späten Tagen war.

    Gruß
    Rudi Knoth

    • Ach herrje. Dass Sie dabei auf Unterstellungen meinerseits eingingen, ist aus meiner Sicht eine Unterstellung Ihrerseits. Und ja, Morddrohungen sind aus meiner Sicht sogar ganz allgemein verdammenswert. Was ein undefiniertes “man” macht, ist mir übrigens einigermaßen egal. Hier ging es konkret darum, dass *Sie* genau hier, nämlich in Ihrem Kommentar oben, unter anderem Vergewaltigungsdrohungen verharmlosend unter “Widerspruch” einsortiert haben. Und Ihnen als Entgegnung auf meinen Vorwurf bislang im wesentlichen (sinngemäß9 “aber andere machen in ganz anderem Kontext auch Verharmlosung” einfiel. Sehr schwach.

      Rassismus-im-Kinderfernsehen-Kommentar: Sorry, ist schon eine Weile her, daran erinnere ich mich nicht im Detail. Maaßen: Es geht um den Kontext. Wenn Sie den ignorieren und im wesentlichen mit “Es gibt aber einen Kontext, in dem Wort X harmlos ist!” argumentieren, entgeht Ihnen das wesentliche.

      Und allgemein: Selbst auf der Tangente, die Sie hier gewählt haben (Maaßen-Neubauer) haben Sie jetzt Ihre Einschätzungen abgegeben und ich meine; lassen Sie es doch damit jetzt langsam mal gut sein.

  5. Noch eine Bemerkung zu Rainer Meyer (Kolumne Don Alphonso). Ich behaupte mal, daß hier eine Schmutzkampagne gegen ihn gefahren wird, indem man ihn wegen Angriffen Dritter auf Leute, über die er lästert, beschuldigt. Die Namensgleichheit der Kommentatoren zu seiner Kolumne und der Leute, die die Betroffenen angreifen ist kein zweifelsfreier Beleg dafür, daß er die Ursache der Angriffe ist. Es kann doch genauso gut sein, daß die “Angegriffenen” auch ohne seine Kolumne bei manchen Leuten recht unbeliebt sind.

    Gruß
    Rudi Knoth

    • Sie vergessen – für Ihre Argumentation sehr bequem, aber sachlich natürlich eine peinliche Lücke – den zeitlichen Zusammenhang. Dass nämlich offenbar regelmäßig eine Häufung von Angriffen/Beschimpfungen/Drohungen zeitlich direkt darauf folgte, dass Rainer Meyer eine bestimmte Person öffentlich scharf angegriffen hat. Wobei ich wichtig finde, dass er darauf ja auch hingewiesen wurde. Zumindest kann man also sagen: Er weiß inzwischen sehr wohl, was mit großer Wahrscheinlichkeit passiert, wenn er einmal wieder jemanden in dieser Weise jemanden angreift. Aber es wäre mir neu, dass er daraus irgendwelche Konsequenzen gezogen hätte.

      • Sie vergessen – für Ihre Argumentation sehr bequem, aber sachlich natürlich eine peinliche Lücke – den zeitlichen Zusammenhang.

        Aha also der “post hoc ergo propter hoc”-Trugschluss. Nun Ich denke, nicht daß er daraus “Konsequenzen” ziehen muß um nicht diffamiert zu werden.

        Ich kenne “Don Alphonso” nur aus wenigen Artikeln aus der FAZ und der Welt. Welt-Online stell ja bekanntlich seine Artikel hinter eine Bezahlschranke.

        Allgemein muß ich zu diesem Thema sagen, daß ich in Twitter nicht registriert bin, weil ich keinen Sinn darin sehe. Und durch die Kürze der Beiträge in Twitter werden Diskussionen noch verschärft. Überhaupt stellt sich die Frage, warum Sie Medien und Politik diskutieren obwohl dies nicht Ihre Fachgebiete sind und damit in meinen Augen genauso Laie sind wie ich.

        Gruß
        Rudi Knoth

        • Leser, die so ein Zitat nicht bequemerweise abbrechen, wie es Ihnen in den Kram passt, können nachlesen, dass es an der Stelle um etwas anderes ging. Nämlich darum, wie Meyer selbst, mit der Korrelation konfrontiert, reagiert hat. Nämlich gar nicht.

          Medien und Politik: Alles, was ich hier diskutiere, hat direkte Bezüge zur Wissenschaftskommunikation. Und das ist nun seit mehr als einem Jahrzehnt eines meiner Arbeitsgebiete.

  6. “Auf Nachfrage, wer für sie denn alles Nazis seien, schrieb sie ein flapsiges ‘Jede/r, der/die nicht die Grünen wählt’ als Antwort.”
    “Shitstorm-Schwalbe” ?

    • Glaube ich in dem Falle nicht. Shitstorm-Schwalben dienen ja als Schützenhilfe für die Ausgangsbotschaft – also beispielsweise bei #allesdichtmachen der Behauptung, die Corona-Maßnahmen seien überzogen. Die Ausgangsbotschaft hier, “Nazis raus”, hat solche Hilfe ja abgesehen von extremeren Randbereichen der Gesellschaft gar nicht nötig.

      • Shitstorm-Schwalben dienen ja als Schützenhilfe für die Ausgangsbotschaft – also beispielsweise bei #allesdichtmachen der Behauptung, die Corona-Maßnahmen seien überzogen.

        Also das ist für Sie eine “Shitstorm-Schwalbe” und de andere Beitrag nicht? Dies meine ich mit “zweierlei Maß messen”. In dem “Shitstorm” gegen diese Leute gab es Morddrohungen und auch den Tweet des Herrn Dubin, der diesen Leute keine Aufträge mehr geben wollte. Also sogar ein Versuch von Cancel-Culture. Übrigens soll sogar jemand “Drittes” nämlich der Herr Brandenburger nach der Kampagne des Tagesspiegels ein “antidemokratischer” Hintermann gewesen sein. Und da sprechen Sie von “Shitstorm-Schwalbe”? Sehr seltsame Ansichten haben Sie.

        Gruß
        Rudi Knoth.

        • Ja, aber da verwechseln Sie “zweierlei Maß” mit “mit demselben Maß zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangen”. Wo wäre denn bei Frau Diekmann die kontroverse Ausgangsbotschaft, der mit Berufung auf den Shitstorm größere Legitimität verliehen, und bei der durch den Shitstorm-Verweis von Sachkritik abgelenkt werden sollte? “Nazis raus” hat das ja nun nicht gerade nötig.

          • o wäre denn bei Frau Diekmann die kontroverse Ausgangsbotschaft, der mit Berufung auf den Shitstorm größere Legitimität verliehen, und bei der durch den Shitstorm-Verweis von Sachkritik abgelenkt werden sollte?

            Genau die “flapsige Aussage” über einen großen Teil der Bevölkerung. Übrigens wo sollen denn die Nazis hin, die “raus müssen”?

            Gruß
            Rudi Knoth

          • Die “flapsige Aussage” hat Frau Diekmann ja sobald Antworten von Menschen kamen, die sie (ob tatsächlich oder aus taktischen Gründen) ernstnahmen als Ironie eingeordnet. Da ist also gar keine beibehaltene Aussage, die per Shitstorm-Schwalbe auf Umwegen verteidigt werden sollte.

      • Und hat dies “Don Alphonso” veröffentlicht? Sie argumentieren mit dem Propagandamittel der “Kontaktschuld”, das mir sehr na die Denkweise des Regimes in Deutschland erinnert, das glücklicherweise vor 30 Jahren sein Ende hatte.

        Gruß
        Rudi Knoth

        • Aus dem, was ich oben schrieb, wird für halbwegs aufmerksame Leser*innen hoffentlich klar, dass ich nicht mit einer ominösen “Kontaktschuld” argumentiere, sondern dem, was Herr Mayer tut, bzw. in dem Falle nicht tut.

      • Noch ein Nachtrag:

        Eine Frau, die “Thanks Harris” schreibt, also das Töten von Zivilisten befürwortet teilt heftig aus und kriegt mit gleicher Münze zurück (Julia Schramm). Also Sie sollen mal schauen, auf welchem menschenverachtenden Niveau diese Personen selber unterwegs sind.

        Gruß
        Rudi Knoth

        • Naja, da fehlt bei Ihnen einmal mehr in ebenso bequemer wie verzerrender Weise der Kontext. Das “Thanks Bomber Harris” (an dem Julia Schramm zudem soweit ich sehen kann nicht selbst beteiligt war) hatte ja seinerseits zum Anlass, dass es Gruppen gibt, die die zivilen Opfer des Bombenkriegs zur moralischen Gleichsetzung von Alliierten und Nazis und zur Relativierung der Verbrechen des Nationalsozialismus missbrauchen. Sie selbst verwischen hier allerdings noch ganz andere Umstände: Dass nämlich eine allgemeine, auf Millionen von Menschen bezogene öffentliche Aussage, und zwar selbst eine menschenfeindliche (was hier, wie gesagt, weniger einfach ist als Sie es darstellen) etwas grundlegend anderes ist als wiederholte persönliche Angriffe, die einer spezifischen Person ganz direkt z.B. mit Vergewaltigug, Folter und Ermordung drohen. Aber an der Stelle – das zeigte sich ja auch bei Ihrer Verharmlosug von Vergewaltigungsdrohungen in anderen Teilen des Threads, und in Ihrer Unfähigkeit, sich von jener Verharmlosung zu distanzieren – haben Sie offenbar wichtige ethische Maßstäbe zugunsten von vereinfachtem Lagerdenken verloren.

  7. Vielen Dank Herr Pössel für Ihren sehr guten Beitrag und den mühevollen Kampf, den sie danach gegen die Trolle hier führen mussten. Man soll die Trolle nicht füttern, aber man kann sie auch nicht ignorieren; ein Widerspruch der mir zum Thema Shitstorm einfällt.
    Mir scheint, die Rezession ist besser als das rezensierte Buch, das ich aber noch nicht lesen konnte, deshalb ist diese Einschätzung vorläufig. Ich habe aber den Eindruck, dass ich beispielsweise bei Bernhard Pörksen schon gut mit dem Thema vertraut gemacht wurde.
    Prima finde ich auch, dass das eher naturwissenschaftliche Spektrum, sich auch mit sozialwissenschaftlichen Fragen auseinandersetzt.

    • Nun ja vor 3 Jahren galt ich hier aber nicht als “Troll”. Es sind einfach in dieser Diskussion Meinungsverschiedenheiten, wie es sie in der Tat gibt. Herr Pössel schreibt hier von “Shitstorm” gegen bestimmte “C-Promis” aus einem bestimmten Milieu. Es ist aber Tatsache, daß es auch Morddrohungen gegen Mitwirkende der Aktion #allesdichtmachen gab.

      @Pössel
      Sie greifen micht hier fast schon persönlich an und unterstellen mir etwa, daß ich

      aben Sie offenbar wichtige ethische Maßstäbe zugunsten von vereinfachtem Lagerdenken verloren.

      Da machen Sie es sich zu einfach. Für mich gibt es eigentlich nur zwei “Lager”:

      1. Das Lager, das Menschen nach ihrem Verhalten und nicht nach Geschlecht oder Hautfarbe beurteilt. Und das auch etwa das Töten von Zivilisten “nicht lustig” findet. Diesem “Lager” gehöre ich an.

      2. Das Lager, daß Menschen in ihrem Wer nach ihrer Hautfarbe und ihrem Geschlecht beurteilt und etwa “alte weiße Männer” als Ursache für alle Übel auf der Welt ansieht. Dies erinnert mich an die Satire “Mein Kamm” von Ephraim Kishon, in der “Glatzköpfe” (damals gab es keine Skinheads) für alles Übel auf der Welt verantwortlich macht. Übrigens war diese Satire eine Anspielung auf die NSDAP.

      Gruß
      Rudi Knoth

      • Auch das bereits aus meiner Sicht eine in mehrerlei Hinsicht verzerrte Darstellung. Ich denke, die meisten hier Mitlesenden können das, was Sie hier schreiben recht gut einordnen, aber eben anders.

  8. Und noch eine andere Darstellung zu der Causa Nicole Diekmann.

    Da fragt man sich doch zuerst, wohin die “Nazis” hin sollen.
    Und bei dieser pauschalen Nazi-Verdächtigung fällt mir nur ein:

    Nazikeulen zu Poolnudeln

    Gruß
    Rudi Knoth

    PS: Sie sollten doch besser bei der Physik bleiben als Politik zu betreiben.

    • Ich denke, Menschen, die die Bedrohung von rechts ernstnehmen, lesen da durchaus nicht-wörtlich, und fragen sich daher nicht als erstes naiv nach dem Verbleib der Nazis. Und sehen auch nicht pauschale Nazi-Verdächtigungen als Hauptproblem bzw. nutzen den Begriff “Nazikeule”. Letzteres kenne ich eher von Menschen, die Rechtsextremismus kleinreden wollen. Aber an der Stelle gehen unsere Einschätzungen offenbar deutlich auseinander, und ich sehe wenn ich mir den Verlauf der Diskussion ansehe, sowohl von den dahinterstehenden Weltbildern als auch von den Gewichtungen, die Sie setzen und die ich setze, keine größere Chance auf einen konstruktiven Dialog zwischen uns beiden.

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