“Volcan la pété” – Vulkanausbruch auf La Réunion in Bildern

Seit sechs Tagen „pupst“ der Vulkan auf der Insel La Réunion wieder, wie die Einheimischen auf Kreolisch sagen: “volcan la pété”. Ein atemberaubendes Spektakel, das sich am besten bildlich beschreiben lässt.

Vulkanausbruch auf La Réunion - ein Spektakel, für das es eigentlich keine Worte gibt

Vulkanausbruch auf La Réunion – ein Spektakel, für das es eigentlich keine Worte gibt… Alle Fotos dieses Artikels: Karin Schumacher, @med_and_more, 2016

Sonnenuntergang auf der Vulkaninsel La Réunion im Indischen Ozean. In der Nähe des Äquators verschwinden die letzten Sonnenstrahlen in Minutenschnelle am Horizont. Normalerweise wird es dann rasch recht frisch auf dem 2361 Meter hohen Piton de Partage. Vor allem jetzt, im Winter auf der Südhalbkugel.

Eruption Fournaise Sept 11th 2016 by @med_and_more-19

Doch momentan ist alles anders. Weder wird es richtig dunkel noch richtig kalt hier. Letzteres zumindest vorerst. Ich stehe auf dem Gipfel des besagten Pitons (auf Kreolisch “Gipfel”), schaue den steilen Abhang hinunter in den Enclos Fouqué und lasse mich von einem gigantischen Lagerfeuer wärmen. Ab und an verfängt sich etwas von der Asche in meinen Haaren – schwarze, leichte, scharfkantige Lavabröckchen.

Eruption Fournaise Sept 11th 2016 by @med_and_more-9

Ich be-greife im wahrsten Sinne des Wortes, dass ich gerade an einem Ort stehe, an dem quasi der Grundstein für die Geschichte der Menschheit gelegt wurde. Was für ein Geschenk, dies mit Menschen aus aller Welt teilen zu können – sowohl reell als auch virtuell.

Eruption Fournaise Sept 11th 2016 by @med_and_more-7

Wie mein Blognachbar und Experte Gunnar Ries (Mente et Malleo) in meinem vorigen Artikel zum Vulkanausbruch schon treffend kommentierte, trug die Entstehung des Hotspots im Indischen Ozean vor etwa 65 Millionen Jahren zu einer Klimaänderung bei. Immerhin führte dies dazu, dass nun statt Dinosauriern Menschen und andere Primaten die Erde bevölkern.

Eruption Fournaise Sept 11th 2016 by @med_and_more-17

Seit Sonntag ist der Piton de la Fournaise wieder aktiv – er ist einer der fleißigsten Vulkane weltweit. Die größeren Lava-Fontänen haben sich gestern zu einem einzigen Strahl zusammengeschlossen. Erste Brände konnten erfolgreich gelöscht werden.

Eruption Fournaise Sept 11th 2016 by @med_and_more-5

“Volcan la péte”, sagen die Einheimischen auf kreolisch, wenn der Vulkan wieder aktiv ist: “Der Vulkan pupst”. Alle, die gerade nicht das Glück haben, auf La Réunion zu sein, können dieses atemberaubende Spektakel aus noch sichererer Entfernung per Webcam live mitverfolgen, z.B. hier.

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Die Eruption des Piton de la Fournaise am 11. September 2016. Foto: Karin Schumacher, @med_and_more, 2016

Am Pas de Sables vermischen sich die Lichter der Autoschlangen mit den Wolken der glühenden Lava.

Au revoir, le volcan! Am Pas de Sables vermischen sich die Lichter der Autoschlangen mit den Wolken der glühenden Lava. Foto: Karin Schumacher, @med_and_more, 2016

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Dr. Karin Schumacher bloggt als Trota von Berlin seit 2010 bei den SciLogs. Nach dem Studium der Humanmedizin in Deutschland und Spanien promovierte sie neurowissenschaftlich und forschte immunologisch in einigen bekannten Forschungsinstituten, bevor sie in Europas größter Universitätsfrauenklinik eine Facharztausbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe abschloss. Hierbei wuchs das Interesse an neuen Wegen in der Medizin zu Prävention und Heilung von Krankheiten durch eine gesunde Lebensweise dank mehr Achtsamkeit für sich und seine Umwelt, Respekt und Selbstverantwortung. Die Kosmopolitin ist leidenschaftliche Bergsportlerin und Violinistin und wenn sie nicht gerade fotografiert, schreibt oder liest, dann lernt sie eine neue Sprache. Auf Twitter ist sie übrigens als @med_and_more unterwegs.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Tolle Bilder. Die Lavageysire, – seen und -flüsse erinnern an die Hawaiischen Vulkane, die ebenfalls von dünnflüssiger Lava geprägt sind. Lava kann ja ganz unterschiedliche Konsistenz haben und wenn man Lava als Ausfluss des Erdinnern oder gar als Ausscheidung des Erdinnerns betrachtet, dann haben wir es hier wohl mit einer Art Durchfall zu tun.

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