“La Mélodie” und mehr – Musik für alle!

Pünktlich zum Weihnachtsfest läuft heute in den deutschen Kinos der Spielfilm La Mélodie – Der Klang von Paris an. Warum ich den Film anschauen werde. Zur spanischen Version dieses Beitrags geht es hier.

La Mélodie erzählt die Geschichte des arbeitslosen Violinisten Simon, der einen unmöglichen Job angeboten bekommt: Musiklehrer einer Schulklasse im Banlieue von Paris. Wird er diese Herausforderung meistern können?

Musik für alle!

Démos ist ein Projekt der Pariser Philharmonie, das sozial benachteiligten Kindern die Chance auf Musikunterricht und gemeinsames Musizieren bietet. Krönender Abschluss bildet ein Konzert in der neuen Aufführungshalle. Was für eine tolle Gelegenheit zu lernen, Erfolg zu haben und Selbstbestätigung zu erfahren.

Doch wie kann man den Nachwuchs der Hoffnungslosen, der Looser, Alkoholiker, Drogenabhängigen, Arbeitslosen, Schwarzarbeiter und illegalen Einwanderer motivieren? In den Betonwüsten, in denen höchstens Hundekot und Graffiti gedeihen und Gangs nicht nur die Schulhöfe terrorisieren, zeigen sich Kunst und Kreativität am ehesten in Graffitis, Hip Hop und Rap. Nichts scheint dieser Welt ferner als ein Konzert klassischer Musik in einem Konzertsaal derer, die es sich leisten können. Wie uncool!

Der algerisch-französische Regisseur Rachid Hami erzählt die Geschichte eines nahezu aussichtslosen Projektes – bis der Junge Arnold Feuer und Flamme fängt und sich alles ändert. In Algerien geboren, kam er als Kind mit seiner Mutter nach Paris und ist selbst in diesem Milieu aufgewachsen. Sein Motto: „Nur weil man arm ist, muss man nicht unglücklich sein.“ Doch jeder Mensch braucht andere Menschen, die an ihn glauben.

Aller Anfang ist schwer…

Habt Ihr schon mal einen Beginner beim Geige üben zugehört? Ich glaube, es gibt wenig, was die Ohren mehr strapazieren kann. Ich bin meinen Eltern noch heute unendlich dankbar, dass sie mir das Erlernen dieses Instrumentes ermöglicht und nicht nur so lange durchgehalten, sondern mich auch immer wieder ermutigt haben.

Wir machen alle Fehler. Der Schlüssel besteht darin, aus diesen Erfahrungen zu lernen. Das Erlernen eines Musikinstrumentes ist eine fantastische Möglichkeit, das zu üben und trainiert auch gleichzeitig hervorragend das Hirn. Außerdem macht es Spaß, allein oder mit anderen zusammen zu spielen. Musik baut Brücken der Verständigung, auch über sprachliche Grenzen hinweg und vieles mehr.

Wenn die Mélodie ganz schön cool wird…

Geiger Simon (Kad Merad) ist kein geborener Lehrer. Doch er braucht Geld, um die Miete, das Essen und die Saiten seiner Geige bezahlen zu können. Aber die Probleme mit seinen Schülern im Ghetto der Verlierer scheinen unüberwindbar. Als er fragt: “Kennt ihr einen klassischen Komponisten?”, erntet Simon mehr spöttische Lacher und andere Zeichen des Minderwertigkeitskomplexes als korrekte Antworten.

Nach und nach gelingt es ihm mit Hilfe von Farid (Samir Guesmi), mit der Klasse Kontakt aufzunehmen. Eines Tages beobachtet er einen der Schüler durch das Fenster. Selbstverloren und fasziniert von der Schönheit des Instrumentes betrachtet der schüchterne und etwas dickliche Arnold (Alfred Renély) die Geige.

Arnold ist motiviert und hat großes Talent. Damit wird er zum Modell und Motivator der Klasse. Dank seiner Hilfe gelingt es, auch die anderen Kinder für die Musik zu begeistern. Auf den Dächern der Hochhäuser finden sie ihren Rückzugsort, um ungestört üben zu können und gemeinsam zu proben. Schließlich sitzen sie alle im gleißenden Scheinwerferlicht auf dem Podium der Konzerthalle…

Inspiration für alle!

La Mélodie sollte ein wunderschöner und inspirierender Film sein, der sich für die ganze Familie eignet. Dieser Streifen sollte nicht nur unterhalten können, er hat auch eine starke Botschaft.

La Mélodie zeigt die Bedeutung der Bildung als Instrument der persönlichen Entwicklung. Denn Musik kann so viel mehr als nur unterrichten. Jeder Mensch erzeugt und überträgt Resonanzen. Musik kann die besten Saiten in uns zum Schwingen bringen.

Allen viel Spaß beim Ausprobieren. * Weihnachten ist eine hervorragende Gelegenheit. Nochmals frohe Feiertage und alles Gute für 2018!

* Bonus (zum Ausprobieren): 😉🎄

Extra-Bonus (für Motivierte): 2 CELLOS on 1 😍😜

Veröffentlicht von

Dr. Karin Schumacher bloggt als Trota von Berlin seit 2010 bei den SciLogs. Nach dem Studium der Humanmedizin in Deutschland und Spanien promovierte sie neurowissenschaftlich und forschte immunologisch in einigen bekannten Forschungsinstituten, bevor sie in Europas größter Universitätsfrauenklinik eine Facharztausbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe abschloss.

Hierbei wuchs das Interesse an neuen Wegen in der Medizin zu Prävention und Heilung von Krankheiten durch eine gesunde Lebensweise dank mehr Achtsamkeit für sich und seine Umwelt, Respekt und Selbstverantwortung.

Die Kosmopolitin ist leidenschaftliche Bergsportlerin und Violinistin und wenn sie nicht gerade fotografiert, schreibt oder liest, dann lernt sie eine neue Sprache. Auf Twitter ist sie übrigens als @med_and_more unterwegs.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Der größte Teil der heutigen Musik wirkt wie eine (schädliche) Droge. Empfehlenswert ist z. B. “Eblouie par la nuit karaoke” (bitte auf Youtube anhören).

  2. Danke , für den Glauben an die Musik.
    Dabei sind es nicht die Instrumente, die die schönsten Gefühle erzeugen, es sind die menschlichen Stimmen.
    Ich gehe extra in den italienischen Gottesdienst. Wenn die Frauen ihren Gesang anstimmen, dann öffnet sich der Himmel und die Tränen schießen mir aus den Augen.

    Sogar die Kühe geben mehr Milch, wenn sie musikalisch beschallt werden.

    öko-Theosoph,
    Musik ist wie eine Droge, bei der man gern bleibt, weil sie uns glücklich macht.
    Mir fallen da spontan die Klavierkonzerte von Pjotr Tschaikovsky ein oder der Bolero von Ravel oder die Rhapsody in Blue.
    Wer oder was kann besser menschliche Gefühle darstellen, als die Musik?

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