Schon wieder pupst ein Komet

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Raumfahrt aus der Froschperspektive
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Ja, schon gut, ich sollte lieber von einer sprunghaften Helligkeitszunahme sprechen. Diesmal ist es der Komet C/2012 X1 (LINEAR), dessen Helligkeit seit dem 20. Oktober unerwartet um mehr als 3 Größenordnungen zugenommen hat, von etwa +14 mag auf rund +8.5 mag.

Vielen fällt hier der Komet 168P/Hergenrother ein, der vor fast genau einem Jahr sogar noch eine etwas größere Helligkeitssteigerung hinlegte, oder aber der Komet 17P/Holmes, dessen Helligkeit vor exakt 6 Jahren innerhalb von 2 Tagen von +17 mag auf +2.8 mag zunahm. Der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Fällen und dem jetzigen mit C/2012 X1 (LINEAR) ist, dass es den zweien erst nach dem Periheldurchgang ‘rausrutschte. Im Fall von 17P/Holmes sogar fast 6 Monate später; der Komet durchlief sein Perihel am 4. Mai 2007; der Helligkeitsausbruch ereignete sich am 23. Oktober 2007.

C/2012 X1 dagegen ist jetzt auf dem Weg zum Perihel, das er am 21. Februar 2014 erreichen wird. Der Sonnenabstand wird dann 1.6 AE betragen und liegt jetzt noch bei 2.25 AE, der heutige Erdabstand bei 3 AU.

Hier einige Bilder, die Bekannte aus meinem Astronomieverein damals machten. Zuerst eine Aufnahme von Kevin Gräff (der nun auch bei den Kosmologs bloggt) vom 30.10.2007.

Komet 17P/Holmes etwa 6 Tage nach Beginn seines Helligkeitsausbruchs, aufgenommen am 30.10.2007
Credit: Kevin Gräff, AAW Darmstadt Komet 17P/Holmes etwa 6 Tage nach Beginn seines Helligkeitsausbruchs, aufgenommen am 30.10.2007

Hier eine Aufnahme von Gunnar Glitscher, die fast einen Monat nach dem Ausbruch entstand. Da hatte sich die Helligkeit bereits reduziert, die Ausdehnung war aber gewaltig gewachsen, weil sich das ausgestoßene Material weiter vom Kern entfernte.

Komet 17P/Holmes 26 Tage nach Beginn seines Helligkeitsausbruchs, aufgenommen am 18.11.2007
Credit: Gunnar Glitscher, AAW Darmstadt Komet 17P/Holmes 26 Tage nach Beginn seines Helligkeitsausbruchs, aufgenommen am 18.11.2007

 

Michael Khan

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

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