Außerirdische Robotsonden und rätselhafte Signale

Der Kosmos-Verlag legte kürzlich ein Buch mit dem Titel vor: „Erstkontakt. Warum wir uns auf Außerirdische vorbereiten müssen“. Das will ich wissen, warum „müssen“ wir mit einem Kontakt mit Aliens rechnen und uns gar darauf vorbereiten?

In der aktuellen Ausgabe „Sterne und Weltraum“ findet sich meine Rezension dieses Buchs von Daniel Gerritzen (SuW 3-2017, S. 89: „Nebulös“). An dieser Stelle möchte ich einige im abgedruckten Text lediglich angerissene Gedanken vertiefen.

Zunächst: Wer ist der Autor Daniel Gerritzen? Er unterhält einen Blog zu seinem, wie er schreibt, „Forschungsinteresse menschlicher Angst“. Zudem ist Gerritzen Mitbegründer des „Forschungsnetzwerks Extraterrestrische Intelligenz (FEI)„. Vorwort und Nachwort von „Erstkontakt“ sind von zwei Kollegen Gerritzens verfasst, die sich im Rahmen dieses „interdisziplinären Forschungsnetzwerkes“ mit Möglichkeiten und Konsequenzen eines Kontakts mit „einer außerirdischen Zivilisation in absehbarer Zukunft“ beschäftigen. Dass der Autor Science-Fiction-Fan ist und Horror-Filme mag, kann der Leser von „Erstkontakt“ nach Lektüre der ersten rund 60 Seiten vollauf bestätigen.

Im elfseitigen Prolog geht es um das Hörspiel „Krieg der Welten“ von  H. G. Wells. Gerritzen beschreibt bildreich die Panik der Zuhörer bei der Erstsendung der Hörspielfassung von Orson Welles im Jahr 1938. Nun gibt es über die Ausprägung dieser Massenpanik aber durchaus unterschiedliche Berichte. Gerritzens Lesart ist die extreme Variante mit vielen in Angst und Schrecken versetzen Zuhörern.

Im anschließenden Kapitel geht es um Angst, genauer, die Angst vor dem Unbekannten. Man liest von Insektenaugen, spinnenartigen Wesen oder „Pfeifen im dunklen Keller“. Etwas konkreter wird Gerritzen ab Seite 44. Er beschreibt nette Science-Fiction-Filme, die man kennt, etwa die Spielberg-Klassiker „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ oder „E.T.“. Auch Filme mit weniger sympathischen und eher gefräßigen Aliens erwähnt der Autor, ehe er sich ab Seite 60 dem SETI-Projekt (Search for Extraterrestrial Intelligence) zuwendet. Hier liest man beispielsweise über das berühmte „Wow!-Signal“ vom 15. August 1977, andere „rätselhafte Signale“ (Seite 85), „rätselhafte Radioblitze“ (Seite 90) oder „unheimliche Radioechos“ (Seite 109).

Ab Seite 104 erwähnt Gerritzen dann die Möglichkeit der Existenz „außerirdischer Robotsonden“. Wie sehr er dieses Gedankenspiel mag, bestätigt die Lektüre des restlichen Buchs. Die Annahme von „sich selbst reproduzierenden Robotsonden“ Außerirdischer scheint den Autoren so sehr zu überzeugen, dass er auf andere Möglichkeiten nicht eingeht. Diese Robotsonden sind für Menschen unsichtbar, weil sie technisch weit entwickelt sind, weil sie schlicht zu klein sind oder weil sie auf Asteroiden oder dem Mond versteckt werden. Klar, rein theoretisch könnte das so sein!

Genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Einerseits argumentiert Gerritzen sehr detaillreich und farbenprächtig. Insgesamt 623 Quellennachweise (teilweise handelt es sich um ausführliche Anmerkungen) füllen im Anhang 39 Seiten. Und Gerritzen führt immer wieder Aspekte aus, die zur Sache entweder nichts beitragen oder eher einen Roman zieren könnten. Andererseits stellt der Autor immer wieder Dinge halb ominös, halb seriös dar, um abschließend ins Nebulöse hinein zu fragen „Kann da nicht doch etwas dran sein?“. Gerritzen lehnt sich zwar nirgens allzuweit aus dem Fenster, jedoch ist das Schema stets gleich: Er führt Dinge auf, die irgendwie mit extraterrestrischem Leben zu tun haben könnten, beschreibt sie als „ungeklärt“ oder „rätselhaft“. Belege für die Existenz außerirdischen Lebens bleibt Gerritzen freilich schuldig und überlässt die Deutung seinen eventuell grübelnden, vielleicht gar verunsicherten Lesern.

Tief greift Gerritzen dabei in dieselbe Kiste weithin bekannter „Rätsel“, derer sich auch Verschwörungstheoretiker bedienen. So müssen etwa die Transient Lunar Phenomena (TLP) des Erdtrabanten herhalten. Gerritzen schreibt (Seite 130): „Doch auch wenn TLPs nichts mit außerirdischen Artefakten zu tun haben sollten, stellen sie eine Herausforderung für die Wissenschaft dar und sollten erforscht werden, um auszuschließen, dass fremde Technologien sie erzeugen.“

In diesem Kontext sind Ausführungen zum „Diskos von Phaitos“ oder zum „Voynich-Manuskript“ (ab Seite 197) fast zwingend. Gerritzen sieht in diesen beiden ihr „Geheimnis“ frechweg nicht preisgebenden Objekten zwar ein Beispiel für die Unmöglichkeit, außerirdische Botschaften entschlüsseln zu können. Dennoch öffnet er seinen Lesern mit seiner Beschreibung, die das Rätselhafte und Geheimnisvolle betont, auch hier breiten Interpretationsspielraum. So schreibt er zum „Voynich-Manuskript“: „… neigen Wissenschaftler wie auch Laien dazu, irrationale Erklärungen in dieses Manuskript hineinzuinterpretieren, für die es keine Beweise gibt.“

Das Muster von Verschwörungstheorien ist gebetsmühlenartig gleich: Was man nicht versteht, ist „geheimnisvoll“. Das Geheimnisvolle ist stets interessanter als das Naheliegende, weil es Nährboden für phantasievolle Spekulationen bietet. Naheliegende Erklärungsmuster wie etwa im Fall des „Diskos von Phaitos“ oder des „Voynich-Manuskripts“: „Das sind schlicht die Werke früher Spaßvögel“, sind tabu. Einwände gegen noch so abstruse Erklärungsmuster werden als Bestätigung gesehen. Dieselbe Gefahr sehe ich auch bei einer Beschäftigung mit diesem Buch. Klar, da liegen auch Einwände gegen Kritiker auf der Hand wie „da hat der Leser das Buch nicht richtig gelesen“ oder „er hat es nicht verstanden“.

An anderer Stelle (Seite 121) fragt Gerritzen, ob ein „auffallend kantiges Objekt mit einer röhrenartigen Verlängerung“ auf dem Asteroiden Eros ein außerirdisches Artefakt sein könnte. Und über sieben Seiten widmet sich der Autor der Annahme, beim Tunguska-Ereignis 1908 könnte es sich um eine abgestürzte „fremde Robotsonde“ gehandelt haben. Das ist eine besonders abstruse Deutung! Gerritzen schreibt (Seite 137): „Aufgrund der Faktenlage vermuten wir zwar, dass das Objekt, das über der Steinigen Tunguska explodierte, sehr wahrscheinlich ein weit fortgeschrittenes technisches Objekt war. Wir wissen jedoch nicht mehr.“ Ich empfehle hier die Lektüre der Blogposts von Michael Khan: „100 Jahre Tunguska“ vom 21. Juni 2008 und „Tunguska – Wer war der Übeltäter?“ vom 6. Juli 2009.

Durchweg irritiert die fehlende Systematik von „Erstkontakt“. Zwar hat sich der Autor zweifelsohne sehr viel Mühe gemacht; die 623 Anmerkungen – entschuldigung, Quellnachweise – sprechen eine deutliche Sprache. Aber es bleibt – auch hier, entschuldigung! – alles so herzerfrischend unsystematisch. Nirgens findet sich beispielsweise eine nüchterne Auflistung möglicher Theorien über extraterrestrisches Leben ober gar extraterrestrische Intelligenzen. Ich empfehle hier die Lektüre meines Blogposts vom 10. Oktober 2008: „Extraterrestrisches Leben„.

Derjenige Teil des Buchs, der sich mit möglichen Konsequenzen eines Kontakts mit Aliens beschäftigt, umfasst rund 90 Seiten und ist systematischer als die vorhergehenden Ausführungen. Gerritzen spielt recht phantasievoll und weitschweifig verschiedene Szenarien einer Entdeckung außerirdischen Lebens beziehungsweise einer Erstbegegnung mit Aliens durch und beschreibt mögliche Konsequenzen auf irdische Gesellschaften.

Die Exoplanetenforschung hat sich im zurückliegenden Vierteljahrhundert mit Siebenmeilenstiefeln voranbewegt. Noch Anfang der 90er Jahre hatte man keinen Beweis für die Existenz anderer Planeten als denen unseres Sonnensystems. Heute wissen wir von mehr als 3500 Exoplaneten (darunter etliche „erdähnliche Planeten“), und dürfen daher vermuten, es mit vielen Milliarden Planeten in unserer Heimatgalaxie zu tun haben. Allein die Wahrscheinlichkeit einer Entwicklung von Leben dürfte nicht gering sein, aber das ist eine der großen Unbekannten. Die Vielfalt des „Lebens“ auf unserem Heimatplaneten Erde ist so groß, dass sich Biologen bis dato nicht auf eine Definition von „Leben“ einigen können. Nicht völlig unwahrscheinlich ist es, dass Leben anderswo auf ganz anderer Chemie basiert als das Leben auf der Erde. Vielleicht leben „dort draußen“ ja irgendwo Titanwürmer, Rutheniumecdysozoae oder gar Diamantdeuterostomiae? Wer weiß?

Eine andere Facette, die bei einer Betrachtung des Buchs „Erstkontakt“ nicht ausgeklammert werden kann, sind die räumlichen und zeitlichen Dimensionen. Ich schrieb hierzu einen Blogpost (15. September 2010): „Der Aktionsradius extraterrestrischer Intelligenzen„. Es ist schon eine gewaltige Portion Optimismus nötig, um angesichts der Größe unserer Milchstraße und der vermutlich nicht unendlichen Zeitphase einer „Blüte“ von Lebensformen – welcher Art auch immer – ernsthaft mit einer Begegnung zweier an verschiedenen Orten entstandener Lebensformen zu rechnen. Mit Blüte sei die Fähigkeit einer Lebensform bezeichnet, über den eigenen Tellerrand überhaupt hinaus blicken zu können. Zur Erinnerung: Der Mensch war, betrachten wir den heutigen Erkenntnisstand, bis vor wenigen Jahrhunderten gefangen in einem Nebel des Nichterkennenkönnens.

Mein Fazit zum Buch „Erstkontakt“: Allein die beiden jüngeren Erkenntnisse, dass es Exoplaneten gibt, und dass irdisches Leben unter extremen Bedingungen möglich ist, leiten keineswegs zwingend zur Aussage, wir müssten uns – gar dringend, wie Daniel Gerritzen postuliert – auf einen Kontakt mit außerirdischen Zivilisationen vorbereiten. Eine plausible Antwort auf seine Prämisse „Warum wir uns auf Außerirdische einstellen müssen“ bleibt Daniel Gerritsen dem Leser seines Buchs „Erstkontakt“ schuldig. Seine Überlegungen zu Konsequenzen einer Entdeckung außerirdischen Lebens bleiben damit lediglich Gedankenspiele.

Clear Skies, Stefan Oldenburg

Daniel Gerritzen: Erstkontakt. Warum wir uns auf Außerirdische vorbereiten müssen. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart, 2016. 368 Seiten, gebunden. ISBN 978-3-440-14871-6, 25 €. Daniel Gerritzen: Erstkontakt

Einige meiner Blogposts zum Thema:

– „Extraterrestrisches Leben“ (vom 10. Oktober 2008)
– „Kommunikation mit Aliens“ (vom 13. November 2007)
– „UFOs entstehen im Hirn“ (22. Oktober 2008)
– „Der Aktionsradius extraterrestrischer Intelligenzen“ (vom 15. September 2010)

Zur Einordnung kosmischer Distanzen:

– „Der nahe, ferne Exoplanet Proxima Centauri b“ (vom 1. September 2016)

Daniel Gerritzen: Erstkontakt

Astronomische Themen begeistern mich seit meiner Kindheit und ich freue mich, Zeuge des goldenen Zeitalters der Astronomie zu sein. Spannende Entdeckungen gibt es im Staccatotakt, aber erst im Erkunden unserer kosmischen Nachbarschaft mit den eigenen Augen liegt für mich die wirkliche Faszination dieser Wissenschaft. "Clear Skies" lautet der Gruß unter Amateurastronomen, verbunden mit dem Wunsch nach guten Beobachtungsbedingungen. Deshalb heißt dieser seit 2007 bestehende Blog "Clear Skies".

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für diese Rezension!
    Ich war ja durch eine Diskussion kürzlich schon neugierig geworden auf dieses Buch…
    „Gerritzen schreibt (Seite 137): „Aufgrund der Faktenlage vermuten wir zwar, dass das Objekt, das über der Steinigen Tunguska explodierte, sehr wahrscheinlich ein weit fortgeschrittenes technisches Objekt war. Wir wissen jedoch nicht mehr.“ “
    UFO-Absturzstelle auf der Erde – das kann er ja wohl nicht ernst gemeint haben.

  2. Wenn die Menschheit sich technologisch weiterentwickelt und in 1000 Jahren noch exisitiert, kann man sich vorstellen, dass sie ein System von sich selbst replizierenden Raumsonden losschickt. Diese könnten in einigen Millionen Jahren unsere ganze Milchstrasse bereisen.
    Für technisch hochentwickelte exoplanetare Zivilisationen gelten die gleichen Überlegungen. Dass wir bis jetzt keinen solchen Kontakt hatten spricht eigentlich dafür, dass es bis jetzt keine langlebigen technisch hochentwickelten Zivilisationen in unserer Milchstrasse gab. Wir könnten also die Ersten sein.

      • Selstreplizierende Raumsonden sing gleich realistisch wie autonome Roboter, die ihresgleichen zusammenbauen indem sie von der Rohstoffgewinnung bis zur Fertigung und Montage alle nötigen Schritte selbst ausführen

  3. „rein theoretisch könnte das so sein!“
    Das ist das Hauptargument für alle nicht belegten Behauptungen, die in der Welt kursieren, einschl. der Gotteshypothese.
    Und der Trick – wie soll denn auch die Nichtexistenz von etwas bewiesen werden, das ausschließlich ein geistiges Produkt ist? Also kann jeder den gröbsten Unfug behaupten und argumentieren, dass Zweifler doch mal das Gegenteil beweisen sollen… 😉

    Tatsächlich ist es, obwohl es uns so schöne Schauer über den Rücken beschert, höchst unwahrscheinlich, jemals einer anderen Art aus dem All zu begegnen, allein in Anbetracht der enormen zeitlichen und räumlichen Dimensionen im All und unserer hierzu relativ sehr kurzen menschlichen Epoche auf einem kleinen, abgelegenen Planeten namens Erde.

  4. Gedankenspiele
    Mit Bezug auf den Buchautor schreibt Herr Oldenburg: „Seine Überlegungen zu Konsequenzen einer Entdeckung außerirdischen Lebens bleiben damit lediglich Gedankenspiele.“
    Wenn man sich mit unserer Vorzeit auseinandersetzt, dann sind Außerirdische die Regel, die in den Epen in Keilschrift auch beschrieben werden. Sie handeln u. a. im
    – Gilgamesch Epos – von Prof. Maul übersetzt,
    – dem babylonischen Schöpfungsepos Enuma Elisch – von Prof. K. Hecker u. a. übersetzt,
    – Encheduanna, eine doppelt hohe Priesterin und Tochter König Sargon dem Großen – von Dr. Burgard übersetzt.
    In den Schriften sind die „goetter-vorzeit“ – ein Google-Stichwort – aktiv. Sie demonstrieren uns den Umgang mit Hochtechnologien von Chip-Tafeln bis zur Raumstation und rückwärts landenden Raketen – s. a. 2. Mo 19 – die sogar von Menschen gewartet werden.

  5. Mich hat schon sehr erstaunt, dass der für gute populärwissenschaftliche Veröffentlichungen u. a. im Bereich der Astronomie bekannte Kosmos Verlag dieses Buch überhaupt herausgebracht hat.

    Einer der ersten Verlagsexternen Hinweise auf „Erstkontakt“ erschien übrigens – für mich bezeichnend – bei den Grenzwissenschaftlern:
    http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/buch-bedroht-ein-erstkontakt-menschheit20161020/
    und natürlich bei dem vom Buchautor mitinitiierten „Forschungsnetzwerk – Extraterrestrische Intelligenz“
    http://www.eti-research.net/aktuelles.html?#erstkontakt

    Was mich beim Anschauen der Vortragsvideos von der Tagung des Netzwerks am 18.11.2016 mehr als erstaunt hat, war die Tatsache, dass der ein oder andere durchaus renommierte Referent „Erstkontakt“ bewarb. Vermutlich hatten diese das Buch noch nicht wirklich gelesen. Hervorragend und absolut seriös im Rahmen dieser Tagung war aber der Vortrag „Die Entstehung von Leben und Intelligenz“ von Dr. Hansjürg Geiger , dessen 2005 im Kosmos Verlag erschienenes leider nur noch antiquarisch erhältliches Buch „Auf der Suche nach Leben im Weltall – Wie Leben entsteht und wo man es finden kann“ für mich noch heute das Beste zum Thema ist. „Erstkontakt“ hingegen ist weitgehend Spekulation, die die Leidenschaft des Autors für Science-fiction deutlich erkennen lässt.

    Für den ein oder anderen ist vielleicht die Rezension dieses Buches, die ich für die Mitgliederzeitschrift „Andromeda“ der Sternfreunde Münster verfasst habe, von Interesse.
    http://www.sternfreunde-muenster.de/pdf/a32016web.pdf

  6. Allen, die außer Irdischen auch Außerirdische annehmen, denen man bald begegnen könnte, würde ich mit Lichtenberg sagen: „… sobald man mit Muthmaßungen über so ungewisse Dinge zuweit geht, so werden sie verdrüßlich und eigentlich garnichts. Es ist nur eine Wahrheit, der Träume Zahl ist unendlich.“

  7. Was man nicht reproduzierbar direkt oder indirekt beobachtet hat, das existiert nicht oder ist zweifelhaft. Das gilt durchs Band. Bevor man das Higgs-Boson nachgewiesen hat war es nichts weiter als eine theoretisch wohl begründete Spekulation – etwa auf der gleichen Stufe wie die Supersymmetrie, die es gemäss vielen Theoretikern geben muss, die aber bis jetzt nicht nachgewiesen wurde.
    Dabei muss man nur etwas warten – und das Warten lohnt sich in jedem Fall. Wenn man astrochemische Hinweise auf belebte Exowelten findet oder gar technisch erzeugte Signale aus dem All empfängt, dann weiss man mindestens, dass es Leben anderswo gibt. Das rechtfertigt dann auch die weitere Beschäftigung damit, genauso wie sich Physiker jetzt zurecht mit den letzten Details des Higgs beschäftigen. Findet man aber beides trotz adäquater Instrumente nicht, dann kommt irgendwann der Zeitpunkt wo man nicht einmal weiteres Suchen danach rechtfertigen kann.

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