Wissenschaft im Film: British Pathé auf YouTube

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… aber nicht einfacher
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Jüngst hat der britische Arm von Pathé, Produzenten von Wochenschauen für Kinos seit etwas über hundert Jahren, eine ganze Menge seiner Nachrichtenfilme auf YouTube zugänglich gemacht (aus der Reihe “dafür lieben wir das Internet”). Und nein, so alt, dass ich noch Nachrichten als Zugabe vor dem eigentlichen Kino-Hauptfilm gesehen hätte, bin ich natürlich nicht, aber ich kenne aus meiner Jugend, als noch ein Fernseher im Haus war, die Sendereihe “Vor 40 Jahren”, die solche alten Wochenschauen zeigte.

Auch für Wissenschaftsinteressierte ist einiges dabei. Hier sind die britischen Nobelpreisgewinner von 1950:

Dass da offenbar noch erklärt werden muss, was Nobelpreise sind, und dass nachher der Friedenspreis zum wichtigsten Nobelpreis von allen erklärt wird, lässt je nach Temperament schmunzeln oder stirnrunzeln.

Hier reist eine britische Blasenkammer offenbar kommentarlos zum CERN:

Hier ist aus Anlass von dessen Tod einiges an Hintergrundfilmen zu Otto Hahn:

Und ein paar Einstein-Filme sind auch dabei:

Hier ist das Mt. Wilson-Observatorium zu sehen:

– inklusive Foto von M51. Und hier noch die Amateurfraktion:

Einige weitere Astronomiefilme sind hier, hier, hier und hier (Beobachterkabinen! Yay!).

Natürlich gibt’s noch viel mehr zu entdecken – 80.000 Videos sind es insgesamt, und man muss nur mal nach Apollo suchen oder nach Gagarin um zu sehen, dass da z.B. in Richtung Raumfahrt noch viel weiteres Material ist.

 

Markus Pössel hatte bereits während des Physikstudiums an der Universität Hamburg gemerkt: Die Herausforderung, physikalische Themen so aufzuarbeiten und darzustellen, dass sie auch für Nichtphysiker verständlich werden, war für ihn mindestens ebenso interessant wie die eigentliche Forschungsarbeit. Nach seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam blieb er dem Institut als "Outreach scientist" erhalten, war während des Einsteinjahres 2005 an verschiedenen Ausstellungsprojekten beteiligt und schuf das Webportal Einstein Online. Ende 2007 wechselte er für ein Jahr zum World Science Festival in New York. Seit Anfang 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, wo er das Haus der Astronomie leitet, ein Zentrum für astronomische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Pössel bloggt, ist Autor/Koautor mehrerer Bücher, und schreibt regelmäßig für die Zeitschrift Sterne und Weltraum.

1 Kommentar

  1. Danke für den Hinweis – jetzt müsste man bloss noch tausende Stunden Zeit haben, das alles zu durchforsten … Besteht wohl irgendwelche Hoffnung, dass die Deutsche Wochenschau mal in gleicher Weise verfügbar wird? Recherchierte 2007 mal bei denen – da sollte jeder Film-Zentimeter gleich astronomische Summen kosten.