Spanien: Über das Machtmotiv, Kolonialmächte und Fußball

Michaela Brohm

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Als „Konquistador-Muster“ bezeichnet der US-amerikanische Motivationsforscher McClelland (1975) ein Verhalten, das rücksichtslos daher kommt, um andere zu dominieren. Benannt ist es nach den spanischen Eroberern der Kolonialzeit, die stellvertretend für die übrigen Kolonialmächte stehen, und deren Verhalten genau das in diesem Muster beschriebene brutale, auf Prestige, Reichtum und Gewalt angelegte Muster zeigt. Verankert ist es im Machtmotiv des Menschen.

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„Peru shocked Brazil“ titulierten US-amerikanische Seiten kürzlich im Netz. Brasilien, hoch gehandelt als potenzieller Copa-America-Sieger scheitert an Peru, dem einstigen Kolonialland des potenziellen Europameisterschaftssiegers Spanien. Irgendwie bemerkenswert, wie immer, wenn ein Riese besiegt wird, denn letztendlich geht es bei Meisterschaften primär um das Siegen, das Beherrschen des Spiels, das Beherrschen des Balls, des Platzes, der anderen Mannschaft. Um Macht.

Selten kommen die Spitznamen der Fußballmannschaften so zartbesaitet daher wie etwa das „Weiße Ballett“ (Real Madrid) – meist sind sie eher Kampfansage: Belgiens „Rode Duivels“ (Rote Teufel, wie auch beim FC Kaiserslautern), Englands „Three Lions“, Griechenlands „To Piratiko“ (das Piratenschiff) und Spaniens „La Furia Roja“ (Rote Furie) werden in der testosterongesteuerten Selbstbenennung nur noch von den USA getoppt, die mit „Sam’s Army“ in die Schlacht zieht.

Es geht im Wettkampf deutlich um Sieg, um die Dominanz anderer. Und genau in diesem Sinne wird das Machtmotiv beschrieben – als Einflussnahme und Kontrolle anderer, um das „Gefühl von Stärke“ (McClelland 1985) zu erleben. Machmotivierte ziehen ihre Befriedigung aus der physischen, mentalen oder emotionalen Einflussnahme auf andere (vgl. Brandstätter et. al. 2013, S 55).

Und wir wissen inzwischen, was den „Willen zur Macht“ fördert und was ihn hemmt: Sie wächst im Kleinkind, wenn die erlebte Macht mit positiven Erlebnissen assoziiert wird. Verhält sich beispielsweise ein 5-jähriges Kind aggressiv, so erlebt es mehr oder eben mindere Toleranz durch seine Mutter und das Maß dieser Toleranz entpuppt sich langfristig als starke Vorhersagekraft für das Ausmaß des Machtmotivs des später 25-jährigen (Brandstätter et. al. mit Verweis auf McClelland/Pilon 1983). Das bedeutet: Wird dem Machtmotiv nichts entgegengesetzt – bis hierhin und nicht weiter! – wächst es (!).

An sich ist das jedoch nicht tragisch, ist doch der Wille stark zu sein aus evolutionärer Perspektive oft überlebenswichtig gewesen. Und so taucht das Machtmotiv auch in verschiedenen Erscheinungsformen auf. McClelland (1985) unterscheidet vier Entwicklungsstadien, die im Laufe der Individualentwicklung erreicht werden können und je nach Handlungssituation lebenslang verfügbar bleiben (vgl. Heckhausen/Heckhausen 2010):

  1. „Es stärkt mich“ – es ist ein In-sich-Aufnehmen von Macht, die Macht wird auf das Selbst bezogen, die Verbindung mit anderen Personen (Mutter, Gott, Führer, starke Freunde u. a.) stärkt die eigene Machtposition und das Ego.
  2. „Ich stärke mich selbst“ – Unabhängig sein steht hier im Fokus, die Macht wird auf sich selbst bezogen und aus sich selbst generiert: Der eigene Wille steht im Mittelpunkt.
  3. „Ich mache Eindruck auf andere“ – hier geht es um das Durchsetzen, die Macht wird auf andere bezogen, es geht darum Eindruck auf andere zu machen, zu wetteifern, sich gegen andere durchzusetzen. „Beschrieben wird hier eine Machtorientierung, ein Gefühl der Stärke, das aus der erfolgreichen Durchsetzung der eigenen Person in der direkten Konfrontation mit anderen Personen (typischerweise Wettkampfsport) erwächst“ (Heckhausen/Heckhausen 2010, S. 220).
  4. „Es drängt mich zur Pflichterfüllung“ – gereifte Erwachsene zeigen dieses Muster häufig. Der Mensch stellt sich in den Dienst einer Sache (Organisation, Gruppe, Religion u. a.), Quelle der Macht ist das höhere „Es“, welches einen dazu drängt, die eigenen Interessen durchzusetzen. Das daraus entstehende Gefühl der Stärke wird mit den hierarchisch Untergebenen geteilt.

Entscheidend für Wettkampfsituationen scheint die dritte Variante zu sein: Sich Durchsetzen. Und so kommen Kuhl/Krug (2006) zu dem Schluss, dass zwar im Training ein anderes Motiv wichtiger sei, nämlich das Leistungsmotiv – sich selbst beweisen zu wollen, dass man etwas leisten kann – aber während des interaktiven Wettkampfs klar die o. g. dritte Form des Machtmotivs über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Ist ein Erwachsener machtmotiviert, wird er die Quellen der Macht einsetzen, wie etwa körperliche Kraft, Intelligenz, Wissen (Informationskontrolle), Schönheit, Charisma, wirtschaftliche Kraft (Besitz), rechtliche Legitimität, Waffen, Legitimität der Rolle (Status), Prestige. Er setzt z. B. seine legitime Funktion – als Lehrer, Psychologe, Polizist, Führungskraft – oder sein Geheimwissen ein, um andere zu beeinflussen.

Oder er bestraft andere aufgrund seiner körperlichen Kraft und seines strategischen Wissens für deren vermeidliches Fehlverhalten – wie z. B. Fußballspieler die gegnerische Mannschaft. Und gelingt dieses, belohnt die Natur durch ein wahres Feuerwerk an Hormonen: In erfolgreichen Dominanzsituationen wurde für Männer ein positiver Zusammenhang zum Männlichkeitshormon Testosteron nachgewiesen (Stanton/Schultheiss 2009). Für Frauen gilt dieses nicht. Siegen macht männlich – was auch manch öffentlich beobachteten Griff des Trainers ans eigene Eingemachte oder Ronaldos nackten Sixpack bei hochgestreckten Fäusten erklärt. Auch Oliver Kahns Brüller kommen in den Sinn.

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Das ist all zu menschlich. Es ist okay, machtmotiviert zu sein. Denn damit die Sache nicht vollkommen aus dem Ruder gerät, tritt das Machtmotiv meist in gehemmter – sozialisierter – Form auf: Unsere Werte (wie z. B. Fairness), Furcht vor der Gegenmacht des Anderen (z. B. andere Mannschaft), zu hohen Kosten des Machtverhaltens (z. B. Gelbe Karte), unser schwaches Selbstvertrauen oder rivalisierende Normen und Werte bannen das ungezügelte Ausleben ein (Heckhausen/Heckhausen, 2010, S. 217 f.).

Ein hohes Machtmotiv bei gleichzeitig starker Hemmungstendenz (Inhibitionstendenz) scheint „Ausdruck von Macht in sozial akzeptabler Weise zu kanalisieren und lassen Personen zu erfolgreichen Akteuren im sozialen Feld werden“ (ebd., S. 219). Auf gut Deutsch: Solange die Mannschaft Angst vor dem Schiedsrichter, dem Konter der Gegenmannschaft oder der eigenen völlig hemmungslosen Unfairness hat, ist Dominanz und Gewinnen wollen kein Problem und Fußball ein prima Spiel.

Aber wehe wenn nicht. „Aufsehenerregende Formen der Macht und Gewaltausübung ergeben sich häufig gerade bei der Verletzung solcher Normen“ (ebd., S. 210). Bin keine Fußballexpertin, aber Blutgrätschen, Faustschläge und der „Schlächter von Bilbao“ sagen mir etwas. Im Netz finden sich heftige Beispiele.

Nicht sozialisierte Macht endet also in dem, was alltagssprachlich mit dem Machtbegriff konnotiert ist: Dominanz, Despotie, Kampf. Bei fehlender Aktivitätshemmung „korreliert ein hohes Machtmotiv (p Power) mit exzessivem Trinken, mit Besitz von angeberischen Prestigegütern, mit ersatzbefriedigendem Lesen von Sex- und Sportzeitschriften sowie mit dem Hang zu riskantem Glücksspiel“ (Heckhausen/Heckhausen, 2010, S. 226). Und jetzt sind wir genau bei der o. g. Motivkonstellation, die von McClelland (1975) als ‚conquistador motiv pattern’ bezeichnet wird und „bei Männern mit einer Neigung zu impulsiver Gewaltanwendung“ (ebd.) einhergeht.

Das Konquistador-Muster des Machtmotivs also. Benannt nach den spanischen Eroberern. Spanien war eine der stärksten Kolonialmächte der Welt: Nachdem der Italiener Christoph Columbus im Dienst der spanischen Krone 1492 Amerika entdeckt hatte, entbrannte zwischen Portugal und Spanien ein heftiger Kampf um die Besetzung und Ausbeutung des neuen Kontinents. Und was wir über die Eroberung des Inkareichs aus zeitgenössischen Bild- und Textquellen wissen, treibt selbst manch gestandenem Historiker Tränen ins Auge: Als der Spanier Pizzaro 1532 im Inkareich ankam, hatte dieses seine größte Ausdehnung erreicht. Weite Teile der Ostküste Südamerikas – vom heutigen Ecuador, über Peru, Bolivien, Chile und Teile Argentiniens – wurden vom Inka (nur der Herrscher gilt als Inka) Atahualpa beherrscht.

Die Indios nutzten weder das Rad, weil sie es in einem Land, das nahezu flächendeckend mit hohen Anden durchzogen ist eh nicht hätten brauchen können, noch die Schrift. Aber es war ihnen gelungen, komplexe staatliche Strukturen aufzubauen, die von der Hauptstadt Cusco aus verwaltet wurden. Ihre Stadt- und Tempelanlagen bauten sie auf den Kuppen der Anden, in oft mehr als 4000 Meter Höhe um ihren Göttern näher zu sein und sich vor möglichen Feinden zu schützen.

Doch angesichts des kollektiven, ungehemmten Machtmotivs der Konquistadore nutzte das den Indios nichts: Die auf Pferden, in Rüstungen, mit Kanonen und Handfeuerwaffen bewaffneten Spanier lockten den unbewaffneten Inka in einen Hinterhalt, metzelten Tausende der Indios nieder, nahmen den Inkakönig Atahualpa, gefangen, und handelten mit ihm aus, dass er seine Kerkerzelle und zwei weitere Räume mit Gold und Silber füllen solle und sich so freikaufen könne.

Atahualpa ließ im gesamten Inkareich verbreiten, dass man alles Gold und Silber bringen solle und so standen die spanischen Schmelzöfen Tag und Nacht nicht still. Die Spanier bekamen, was sie so sehr ersehnt hatten: Den Schatz der Inka. Das Gold. Das Silber. Prächtige Kronen, Amulette, Ketten und Ringe wurden zu Klumpen eingeschmolzen und nach Spanien verschifft. Was man heute in Peru findet, ist der klägliche Rest oder vergoldete Replikationen. Als die beladenen Schiffe abgelegt hatten, ließen die Konquistadore den Inkakönig wegen „Missachtung Gottes“ öffentlich an einer Garrotte – einem Holzpfahl mit einer Schlinge, die der Henker nach und nach langsam zudreht – erwürgen.

Von keiner regulierenden Aktivitätshemmung hinsichtlich des Machverhaltens zeugen auch die noch heute existierenden Reste des Sonnentempels in Cusco. Als es den Besatzern nicht gelingen wollte, die dickwandigen und mit steinernen Schiebefugen Block für Block verzahnten Inkatempel einzureißen, begannen sie, den riesigen Blöcken mit Hammer und Meißel zu Leibe zu rücken. Irrwitzig. Ein Versuch, der den ungeheuren Willen zur Dominanz belegt: Die Inkatempel mussten auf jeden Fall verschwinden, nur so, so hofften die Besatzer, konnte sich das Gefühl der Stärke einstellen und das Machtmotiv befriedigt werden.

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Bis heute hat sich die indigene Bevölkerung Perus nicht von der Kolonialzeit erholt, die soziale Disparitäten zwischen Indianern, Mestizen und Weißen zeugt davon. Ähnliches können wir für viele der ehemaligen Kolonialstaaten in Südamerika, Afrika und Asien konstatieren.

Bis heute tragen die ehemaligen Kolonialmächte diese historische Bürde mit sich herum: Ob Portugal, Spanien, die Niederlande, Großbritannien oder Frankreich, ob die späteren imperialistischen Staaten Deutschland, Belgien, Russland oder Italien: Viele der heutigen europäischen Staaten bauten ihren Reichtum auf kolonialer Ausbeutung und einem ehemals völlig entgleisten Machtmotiv. Mannschaften kaufen heute die besten Spieler der Welt ein, und besiegen Mannschaften aus weniger finanz- und damit spielstarken Ländern. Fast wie zur Kolonialzeit könnte man glatt denken. Nur, dass viele heutige Spitzenspieler aus den ehemaligen Kolonien der Europäer stammen und das strikte Regelwerk im Fußball sowie starke Schiedsrichter heute das Machtmotiv hemmen.

Stellen wir uns nur mal vor, man ließe zwei Mannschaften ungehemmt durch einen Schiri aufeinanderprallen. Ob in Kindererziehung (s. o.), Politik oder Sport: Ein Hoch auf die Grenzen der Brutalitätstoleranz! Grenzen, die einst den Kolonialtruppen weder durch die Staaten noch durch die Kirche gesetzt wurden. Im Sport klappt das. Meistens.

 

Literatur

Brandstätter/Schüler/Puca/Lozo (2013): Motivation und Emotion. Berlin/Heidelberg. Springer.

Heckhausen/Heckhausen (2010): Motivation und Handeln. Berlin/Heidelberg. Springer.

Kuhl/Krug: Macht Macht erfolgreich? Macht macht erfolgreich! Die Rolle des Machtmotivs im Spitzensport. Leistungssport 05/2006. S. 5-10.

McClelland (1975): Power: The inner experience. New York. Irvington.

McClelland (1985): Human Motivation. Cambridge. Cambridge University Press.

Stanton/Schultheiss (2009): The hormonal correlates of implicit power motivation. Journal of Research in Personality, 43, S. 942-949

Website Brohm

Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Empirische Lehr-Lern-Forschung sowie Dekanin an der Universität Trier. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Motivation, Positive Psychologie, Leistung. Im Kern geht es somit um Konzepte, Strategien und Effekte positiver Energetisierung von Mensch und Organisation. Sie ist Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung (DGPPF).

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Nicht sozialisierte Macht endet also in dem, was alltagssprachlich mit dem Machtbegriff konnotiert ist: Dominanz, Despotie, Kampf.

    Auch ’sozialisierte Macht‘ kann so enden.
    Insofern ergänzt der Schreiber dieser Zeilen gerne, dass nur auf bestimmte Art und Weise ’sozialisierte Macht‘ dem Genannten vorbeugt. Und zwar diejenige, die dem Sapere Aude folgt, die Menge meinend, und die aufklärerisch genannt wird.

    Bei diesem Konnex „länderspezifisches Fußballturnier-Kolononialismus“ weiß Ihr Kommentatorenfreund auch nicht so recht, denn einerseits soll oft nicht biologistisch argumentiert werden und andererseits ständen bestimmte Gegenden ohne Kolonialismus wohl heute ga-anz mau da.

    BTW, der ‚Sieg‘ meint nicht notwendigerweise die ‚Dominanz‘ anderer, die Dominanz meint ja das Herrschen, sondern kann alternativ auch besonderem kompetitiven Anspruch entsprungen sein, wobei dann nichts schlecht wäre.

    Nice1 here:

    In erfolgreichen Dominanzsituationen wurde für Männer ein positiver Zusammenhang zum Männlichkeitshormon Testosteron nachgewiesen (Stanton/Schultheiss 2009). Für Frauen gilt dieses nicht (komplementär). [Ergänzung: Dr. Webbaer]

    MFG + schöne (Fußball-)Wochen noch,
    Dr. Webbaer (der sich für den gemeinschaftlich begangenen Ballsport abär eher weniger interessiert)

  2. Abgesehen vom Sport vermisse ich aktuelle Beispiele: Das Platz und Sicht verdrängende Auftauchen dicker Autos, die bis ins Aussehen (Schnauze) Eindruck machen sollen, aber im Ernsfall auch besser „überleben“, Das Gebaren der heutigen Kolonialmacht USA, bis in die Reden vom auserwählten Volk. Kriege (meist unter der „Führung“ dieser Macht) irgendwo auf der Erde, nicht zur Verteidigung des eigenen Territoriums. Und dann die Wirtschaftsmächte, die von Aggression und aggresiver Sprache nur so strotzen.
    Dominanz wird noch umfassender als früher gelebt. Und vielen scheint nicht mal aufzufallen.
    G.K.

    • Das Gebaren der heutigen Kolonialmacht USA, bis in die Reden vom auserwählten Volk.

      Das Koloniale, das im dankenswerterweise bereit gestellten WebLog-Artikel ein dutzend mal vorkam, meint das altlateinische ‚colere‘, vgl. auch mit ‚cultus‘ und so, Kultur also gemeint.
      Die USA sind insofern keine ‚Kolonialmacht‘, sie maßen sich aber an im Rahmen eines Weltpolizistentums an vielen Orten militärisch präsent zu sein, wohl auch wirtschaftlichen Interessen geschuldet.
      Was auch sehr kostenintensiv ist, von Donald J. Trump abgestellt werden soll, angekündigterweise.
      Das ‚auserwählte Volk‘ könnte Israel meinen, Israel nimmt nicht an der Fußball-EM teil, mangels Qualifikation, ist seit 1991 Mitglied der UEFA, die Staaten sind eher derart motiviert.

      HTH
      Dr. Webbaer

  3. „“…Stellen wir uns nur mal vor, man ließe zwei Mannschaften ungehemmt durch einen Schiri aufeinanderprallen…““

    Das war in meiner Kindheit üblich. Kein Schiedsrichter weit und breit. Ob dieses oder jenes nun ein Foul war oder nicht wurde ausgehandelt. Wir hatten die Regeln verinnerlicht. Lange Diskussionen waren die Ausnahme, rasche Übereinstimmung die Regel.
    Ihr Beitrag hinterlässt bei mir den Eindruck als wollten Sie nachweisen, dass Machtstreben etwas spezifisch Männliches oder zumindest bei Männern viel ausgeprägter sei als bei Frauen. Das widerspricht meiner Erfahrung. Eine bestätigende Studie habe ich nicht zur Hand, würde aber bestimmt eine finden, wenn ich nicht zu faul zum Suchen wäre.

    • Leider gab es keine Konquistadeurinnen – sonst hätte ich darüber auch geschrieben – und zwar mit großer Freude :-)). Die Studie, die ich bzgl. der hormonellen Unterschiede angeführt habe (Stanton/Schultheiss 2009) stammt von Steven J. Stanton und Oliver Schultheiss – von Männern also.

      • Es gab keine Konquistadeurinnen, das ist richtig. Ich vermute aber, dass es welche gegeben hätte, wenn Frauen so robust gebaut wären wie Männer und damit für den Kriegsdienst taugten. Sie versuchen hier die schwächere physische Konstitution der Frauen als „die Güte des Weibes“ zu verkaufen. Wobei die einte oder andere Furie sich möglicherweise gar nicht so schlecht als Konquistadeurin geschlagen hätte. Ich würde von Ihnen gerne wissen, was nun die Quintessenz ihres Beitrags ist. Ist es, so wie von mir formuliert, ein Beleg, dass Machtstreben etwas spezifisch Männliches und in seiner Biologie begründet ist? Die von Ihnen erwähnte Studie lässt das vermuten.

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  5. Empirisch ist das nicht nachvollziehbar. Hier wird ohne Sinn und Verstand der absurde Kampf Mann gegen Frau geführt, während wir uns doch eigentlich umarmen sollten. Pro bono.

    Wäre das Streben der ungezählten mächtigen Frauen nach Macht nicht mindestens ebenso ausgeprägt wie bei den Männern, hätte ich u.v.a. keine Ministerpräsidentin in meinem Bundesland. Eine Frau unter vielen übrigens, die um keinen Deut bessere, „menschlichere“ Politik macht als ihr männlicher Vorgänger.

    Frau v.d.Leyen, um ein anderes exemplarisches Beispiel zu bringen, mag ihre eigenen Hormone haben, aber dass sie einerseits inkompetent ist, andererseits offenbar bestens geeignet für einen Machtposten ist, dürfte wohl jeder, sei’s Männlein oder Weiblein, erkennen. Es ist eine Pathologie, die mit den vorgetragenen öden Erkenntnismustern nicht zu kurieren ist, im Gegenteil. Wieso divide et impera so gut funktioniert, warum sich so viele, die es eigentlich besser wissen müßten, daran abarbeiten, weiß der Teufel.

    • Wo fehlt Ihnen ein empirischer Beleg? Es geht hier nicht um das Machtmotiv im Geschlechtervergleich. Die Studie, die ich bzgl. der hormonellen Unterschiede angeführt habe (Stanton/Schultheiss 2009) stammt von Steven J. Stanton und Oliver Schultheiss – von Männern also.

      • Im Leben, in meiner verwalteten Umwelt, im Tatsächlichen. Das habe ich mit Empirie gemeint, eine andere habe ich nicht.

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