Welche Rolle spielt Kohlendioxid für das Klima der Erde – und was würde passieren, wenn man es komplett aus der Atmosphäre entfernen würde?

Zur Zeit findet in Madrid ja gerade die UN-Klimakonferenz statt. Ich möchte den Versuch, den Anstig des Kohlendioxids in der Atmosphäre und bereits ablaufenden Klimawandel zumindest etwas wieder in den Griff zu bekommen, hier auch gerne unterstützen. Die Fakten liegen ja eigentlich schon sehr lange auf dem Tisch, wer wollte, der hätte wissen können. Die Lage sollte also keine Überraschung darstellen, oder?

Spurengas Kohlendioxid

Als ich geboren wurde, lag der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre rund 80-90 ppm niedriger als heute. Das ist ein recht deutlicher Anstieg, und es dürfte nicht wirklich verwundern, dass so etwas drastische Folgen haben kann. Trotzdem soll es ja immer noch genug Menschen geben, die den bereits deutlich ablaufenden Klimawandel leugnen. Oder zumindest, dass der Mensch daran beteiligt ist. Oder, dass ein Spurengas (wir reden hier ja über ppm, nicht über ganze % ) derartig drastische Auswirkungen haben kann.

Das hat es allerdings, und das sowohl im negativen, als auch eben im positiven (was übrigens ein Grund ist, warum ich mit dem Titel „Klimakillergas“ und so weiter nicht allzu viel anfangen kann).

Während in Madrid also darum gerungen wird, den Anstieg an Kohlendioxid in unserer Atmosphäre wenigstens etwas zu verlangsamen, will ich die Rolle, die dieses Gas für unser Klima spielt einmal durch ein interessantes Gedankenspiel verdeutlichen.

Treibhausgas Kohlendioxid

Auch unser kleines Gedankenexperiment fängt langsam und unmerklich an. Stellen wir uns einfach mal vor, es würde uns gelingen, nicht nur den Anstieg des Gases zu verlangsamen, wir könnten ihn total stoppen.Und in bester James-Bond-Bösewicht Manier würden jemand alles Kohlendioxid und Methan komplett aus der Atmosphäre entfernen und jede Nachlieferung ebenfalls. Sagen wir mal, er könnte das in so kurzer Zeit erreichen, wie wir für einen kleinen Spaziergang brauchen (und lassen wir mal die Unmöglichkeit dieses Unterfangens aus dem Spiel). Würden wir es bemerken? Vermutlich nicht. Jedenfalls nicht sofort.

Eventuell würden manch einer sogar voller Freude sein, dass der Klimawandel abgewendet wurde, sobald die ersten, überraschenden Messungen bestätigt wurden. Dennoch wäre unsere Welt dem Untergang geweiht. Denn auch wenn zu viel Kohlendioxid und steigende Gehalte in der Atmosphäre uns vor enorme Probleme stellen, zu wenig wäre ebenso schlecht. Oder sogar noch schlechter, je nach dem.

Zu erst würde vermutlich nicht mehr passieren, als dass sich die Wissenschaftler der Messstationen Hawaii und Antarktis die Köpfe heissreden. Wenn alle Messfehler ausgeschlossen sind, die Messungen mehrfach bestätigt werden, wären wir verdammt. Und das liegt, unter anderem, an unserer Position im Sonnensystem

Zu weit weg von der Sonne

Denn auch wenn es immer wieder gesagt wird, wir sind nicht ganz in der idealen Position für flüssiges Wasser und Leben, unsere Umlaufbahn um die Sonne betreffend. Wir sind ein kleines bisschen zu weit weg, gerade so weit, dass wir mit einem kleinen Gehalt an Treibhausgasen unsere Temperatur im idealen Bereich halten können.

Tja, und die sind gerade aus unserer Atmosphäre verschwunden. Ist das jetzt ein Problem? Zu Anfang vielleicht nicht besonders, aber wir bewegen uns auf der abschüssigen Bahn. Auffallen würde uns vielleicht zu erst, dass die Nachttemperaturen der Wettervorhersage immer deutlich zu hoch eingeschätzt werden.

Auch wenn der Tag am nächsten Morgen wieder halbwegs normal werden würde, nachts wäre es vielfach kälter als gewohnt, besonders an Orten, die fern der Ozeane ohne Wolkendecke auskommen müssen. Und je kühler es wird, desto weniger Wasserdampf kann die Atmosphäre aufnehmen. Wasserdampf ist aber ebenfalls ein Klimagas, das uns jetzt also auch noch verloren geht.

Das Ende unserer Zivilisation

Vielleicht würden die Menschen in den hohen Breiten und fern vom Ozean es bereits nach einigen Tagen bemerken, dass das Wetter ungewöhnlich kühl ist für die betreffende Jahreszeit. Je näher man dem Äquator kommt, desto länger wird die Abkühlung brauchen. Aber sie kommt, unerbittlich. Es würde nur wenige Jahre vergehen, bis Europa und Nordamerika fest im Griff einer neuen, ungekannten Eiszeit wären. Es wäre wohl das Ende der menschlichen Zivilisation, wenn nicht sogar der Menschheit.

Nun, soweit wird es hoffentlich nicht kommen, aber unser kleines Gedankenexperiment zeigt, dass auch der kleine Gehalt an Kohlendioxid (zur Zeit ca. 410 ppm) und Methan (1800 ppb, wenn ich mich nicht täusche) einen sehr großen Effekt auf den Temperaturhaushalt unseres Planeten haben. Es wirkt eben in beide Richtungen. So wie ein Gehalt irgendwo um 300 ppm Kohlendioxid unseren Planeten erst zu der blauen Perle macht, die er ist, kann ein zu viel eben die Temperaturen auf eine Weise steigen lassen, die uns ebenso vor extreme Probleme stellt. Wir sollten es definitiv nicht darauf ankommen lassen.

Wenn alles Kohlendioxid und Methan aus der Atmosphäre verschwinden, fallen die Temperaturen auf der Erde dramatisch schnell. Ganz so fix geht es zwar nicht mit dem Klimawandel, wenn wir die Gehalte an Treibhausgasen erhöhen, aber es kann ebenso dramatisch enden.

Wie die Welt langsam in Eis und Schnee versinkt, wenn Kohlendioxid und Methan aus der Atmosphäre verschwinden. Beide Videos basieren auf dem Klimamodell ROCKE-3D.

Chris Colose, ist als NASA Mitarbeiter Teil einer Arbeitsgruppe, die ein globales Klimamodell namens ROCKE-3D entwirft. Dieses Modell soll nicht nur helfen, das irdische Klima zu verstehen und den bereits ablaufenden Wandel besser vorherzusagen, sondern auch auf anderen terrestrischen Planeten Vorhersagen über das Klima zu ermöglichen. In diesem Modell wurden für die Erde Methan und Kohlendioxid komplett entfernt. Man kann sehr schön sehen, wie das Klima bereits nach sehr kurzer Zeit in die Katastrophe abkippt.

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

1 Kommentar

  1. So Leute, jetzt ist hier erstmal Feierabend. Geht bitte woanders diskutieren! Ich denke, jeder konnte hier etwas sagen und das hat sich dann doch etwas zu weit weg entwickelt.

    Falls sich der eine oder andere fragt, warum hier nun alles weg ist. Es gab die begründete Beschwerde, dass unter anderem antisemitische Verschwörungstheorien hier durchgehechelt wurden. Ich habe leider weder die Zeit noch die Lust, da alles abzuklopfen. Daher wanderte eben alles pauschal ins Nirvana. Tut mir auch leid, aber so ist das nun mal. Wer jetzt “Zensur” wittert, dem kann ich kaum Helfen. Ich bin aber auch den Scilogs gegenüber verantwortlich. Es tut mir für alle Leid, die ernsthaft diskutieren wollen und es auch taten. Aber so ist es immer. Wenige, die nicht an sich halten können, machen allen etwas kaputt.

    Und nein, es ist vollkommen sinnlos, irgendwas in völlig andere Blogpostings diesen Beitrag betreffend posten zu wollen. Spart euch die Mühe, ich werde das eh nicht freischalten.