Tornado mit Regenbogen

Mente et Malleo

Tornados sind sicher eine ziemlich beeindruckende Naturgewalt und erst in jüngerer Zeit setzt sich die Erkenntnis auch hierzulande durch, dass sie auch in Europa nicht so selten sind, wie man lange zeit vermutete. OK, mit der Anzahl und der Stärke dieser Windhosen in der berüchtigten Tornado-Alley dort können wir hier (zum Glück) nicht mithalten, aber immer wieder treten auch hier Tornados auf, die durchaus ernstzunehmende Schäden verursachen wie zuletzt in Bützow im Norden oder in der Region Augsburg.

Selber gesehen habe ich noch keinen Tornado, auch wenn mir der in Hamburg 2006 wohl nur knapp entgangen ist. Auf der anderen Seite brenne ich auch nicht unbedingt darauf, so etwas leibhaftig zu sehen. Ich glaube, dazu bin ich vielleicht doch nicht mutig genug. Ich würde wohl meine Beine in die Hand nehmen, und das nächstgelegene Loch aufsuchen. Es gibt durchaus Dinge, die ich nicht live und in Farbe sehen muss. Und es gibt ja auch jede Menge “Stormchaser”, deren Hobby das Verfolgen von Tornados ist.

Und manchmal fangen sie dabei faszinierende Bilder ein. Zum Beispiel am 9. Mai 2015 in der Nähe von Eads Richtung Cheyenne Wells, Colorado. Als sich der Tornado entwickelte, war die lokale Zeit 4:30 pm und die Sonne noch hoch genug am Himmel, dass sie mit Hilfe von vorbeiziehenden Regenschauern einen flachen Regenbogen hervor zaubern konnte. Die Regenschauer befinden sich zwischen den Beobachtern und dem sich entwickelnden Tornado, so dass der Regenbogen im Vordergrund liegt, auch wenn das im Film anders aussehen mag. Dies ist eine optische Täuschung.

Dieser Tornado hat ebenso wie ein weiterer in der Nähe keine größeren Schäden angerichtet. Allerdings ereigneten sich zeitnah mehrere Tornados in Texas, die zu Schäden führten.

Lars Fischer hat sich drüben auf Spektrum.de mit der Frage beschäftigt, wie Tornados entstehen und was es mit der europäischen “Tornado Alley” auf sich hat.

Wie entstehen Tornados in Deutschland – und warum? Spektrum.de

 

Via Bad Astronomy

Gunnar Ries

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

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