Einige Gedanken zum aktuellen Woolrec-Skandal und dem Produkt Woolit

Am Montag wurde in der Sendung “Exclusiv im Ersten (hier in der Mediathek zu finden) der ARD über die Firma Woolrec  berichtet. Die Firma Woolrec aus dem hessischen Tiefenbach stellte bis 2013 das Produkt Woolit aus alter Mineralwolle her, um dies als Zuschlagsstoff für die Ziegelherstellung zu verkaufen. Hierbei handelt es sich um ein Gemisch aus gemahlenen Mineralwollen und Ton, in das pikanterweise wohl auch noch schwermetallbelastete Filterstäube gemischt wurden. Da ich in meine Brötchen in einem Labor verdiene, welches sich durchaus mit dieser und vergleichbarer Problematik befasst, möchte ich mal ein paar Gedanken dazu zusammenfassen. Manches mag dabei etwas wirr klingen (manchmal sind meine Gedanken auch so), anderes vielleicht unsicher. Als Laborratte kenne ich mich nicht mit allen Verfahren der Umweltgeologie aus. Eventuell werden auch Fragen offen bleiben. Vielleicht findet sich ja auch jemand, der sie mir (und anderen Lesern) beantworten kann.

 

Prinzipiell ist es meiner Ansicht nach kein so schlechter Gedanke, Abfälle zu recyceln und damit Deponieraum zu sparen. Vermutlich spiegelt sich das auch in den lobenden Berichten wieder, welche in den ersten Jahren über die oben genannte Firma zu finden waren. Doch manchmal steckt der Teufel bekanntlich im Detail. Und hier scheint sich ein sehr schlechtes Beispiel für einen Ersatzbaustoff abgespielt zu haben. Denn jetzt müssen wohl einige Eigenheimbesitzer mit der Ungewissheit leben, ob sie schwermetall- und mineralfaserbelastete Baustoffe verwendet haben. Allerdings habe ich auch einige Anmerkungen, Gedanken und auch Kritiken an den journalistischen Beiträgen, die uns über den Vorfall erreichen.

Da wäre zum einen das penetrante und in meinen Augen etwas nervtötende Herumreiten auf der “Angst”. Angst vor Sondermüll, Angst vor krebserzeugenden Stoffen, Angst um Kinder (natürlich!). Sondermüll ist natürlich “gefährlicher Sondermüll”!. Mal ganz ehrlich, liebe Journalisten: Gibt es auch unbedenklichen Sondermüll? Ist 2gefährlicher Sondermüll” nicht eine absolut unnötige Tautologie? Ich dachte, die Gefährlichkeit wäre die Idee hinter dem Begriff Sondermüll?

Und was ist eigentlich so falsch an dem Gedanken, Abfälle dort. wo es geht, zu verwerten anstatt sie zu deponieren? Darum dreht sich im Übrigen eine ganze Gesetzgebung, welche die so genannten Ersatzbaustoffe regeln soll. Ich hatte im Rahmen der Mantelverordnung und der ITVA Tagung in Bochum darüber berichtet. Den Grundgedanken halte ich also nicht für falsch, und man sollte nicht gleich das ganze Kind mit dem Bade ausschütten. Was natürlich nicht heißt, Fehlentwicklungen wie bei Woolrec nicht auch zu benennen.

Wenn ich dem Bericht richtig verfolgt habe, dann hat Woolit also einen Kanzerogenitätsindex (KI) von 7,95. Mir ist aber nicht ganz klar, was da genau gemessen wurde. Die Bestimmung des KI erfolgt aus der Summe der Massengehaltevon Na2O, K2O, CaO, MgO, BaO und B2O3 abzüglich des doppelten Massegehaltes von Al2O3. Dabei werden:

  • Glasige WHO-Fasern mit einem Kanzerogenitätsindex KI<=30 werden in Kategorie 2 (krebserzeugend) eingestuft.
  • Glasige WHO-Fasern mit einem Kanzerogenitätsindex KI>30 und KI<40 werden in Kategorie 3 (mögliche krebserzeugende Wirkung) eingestuft.
  • Für glasige WHO-Fasern erfolgt keine Einstufung als krebserzeugend, wenn deren Kanzerogenitätsindex KI>=40beträgt.

 

Er bezieht sich aber nur auf glasige Fasern. Sobald auch Ton im Spiel ist (wie er ja in Woolit zugemischt wurde, ebenso wie die Filterstäube) wird das Ergebnis natürlich durchaus deutlich verfälscht. Denn Tonminerale enthalten recht hohe Gehalte an Aluminium, und je mehr Aluminium, desto niedriger der KI.

Nicht, dass ich hier etwas schön reden will, was definitiv nicht schön ist. Aber wenn da mit Ersatzbaustoffen schmu getrieben wurde, sollte man nicht durch Ungenauigkeit gegen halten, oder?

Abgesehen von der Frage, was der KI denn nun genau aussagt. Er soll einen Anhaltspunkt für die Biopersistenz der Fasern im Körper geben, aber mir ist die Aussagekraft nicht ganz klar. Vermutlich sind die realen Bedingungen im Körper sehr viel komplexer und können durch die sehr simple Berechnung wohl nur unzureichend wiedergegeben werden. Hier sind Verfahren, welche Vergleich von In-vivo- und In-vitro-Untersuchungen der Biolöslichkeit (Eigenschaft von feinen Fasern, im Körper durch körpereigene Substanzen aufgelöst und abgebaut zu werden) an identischen Materialien und systematisch die einzelnen Einflußparameter wissenschaftlich berücksichtigen zielführender.

Das betrifft auch die am Schluß des Beitrags gezeigten Deckenplatten und den an ihnen bestimmten KI. Der KI ist soweit ich informiert bin, nicht die einzige Methode, die Gefährlichkeit zu bestimmen. Denn die seit 2000 verkauften Mineralwollen müssen eines der Kriterien erfüllen:

  • Ki ≥ 40
  • Faserdurchmesser muss größer als 3 µm sein (keine lungengängigen so genannten WHO-Fasern)
  • Der im Allgemeinen durch Tierversuch erbrachte Nachweis einer ausreichend hohen Biolöslichkeit  muss vorliegen; ein Fasertyp wird dabei nur dann freigezeichnet, wenn die Halbwertzeit seiner Biolöslichkeit 40 Tage oder weniger beträgt. Je höher die Biolöslichkeit, desto niedriger die Halbwertzeit.

( WHO-Fasern: Fasern mit einer Länge > 5 µm, einem Durchmesser < 3 µm und einem Länge-zu-Durchmesser-Verhältnis von > 3:1. Gilt für Fasern aus Glas, Stein, Schlacke oder Keramik (ausgenommen Asbest, vergl. TRGS 905)

Das kann demnach durchaus bedeuten, dass die Fasern der Deckenplatten zwar einen niedrigeren KI als 40 hatten und WHO Fasern enthielten. Sie konnten immer noch das dritte Kriterium erfüllen. Von daher hat ein alleiniges schauen auf den KI nicht übermäßig viel Aussagekraft. Dies hätte in dem Beitag sicher auch ohne Probleme erwähnt werden können.

Wo wir gerade bei den WHO-Fasern waren: warum werden uns in dem Film (ob zu dem Woolit oder den Deckenplatten) eigentlich nur sehr kurz eingeblendete rasterelektronenmikroskopische Bilder ohne Maßstab und ohne Faserdurchmesser  gezeigt? Das wäre sicher auch anders gegangen. Weniger reißerisch kann manchmal mehr sein.

Viel interessanter als die Mineralfasern finde ich die Schwermetalle. Die Idee, Schwermetall-belastete Filterstäube ausgerechnet in Zuschlagsstoffen für die Ziegelherstellung zu verwenden, hat, ich möchte es vorsichtig ausdrücken, etwas verwegenes. Und dass dann auch noch einer der Erfinder sich selber begutachten konnte, geschenkt. Sowas geht nur in sehr ausgewählten Universen gut. In der Realität klappt das aber meistens nicht. Und dann auch noch in einem nicht akkreditierten Labor…. Spätestens hier hätte bei jedem die Alarmglocke klingeln müssen.

Aber auch hier blieben einige Fragen offen. Da wäre zum einen der erwähnte Königswasseraufschluss. Soll laut dem Beitrag ja nicht geeignet sein und wurde auch von anderen Umweltwissenschaftlern kritisiert.

Nur:

Der Königswasseraufschluß wird (man möge mich gegebenenfalls korrigieren) durchaus standardmäßig im Bereich der Bauschutt- und Bodenanalytik hinsichtlich der Recycling- und Deponierung angewendet. Manchmal werden die Schadstoffgehalte laut Ersatzbaustoffverordnung auch im Eluat bestimmt. Wie ist die Lage bei Baustoffen wie Ziegeln hinsichtlich der Schwermetalle hinsichtlich der Analytik? Hier hätte ein Hinweis sicher nicht geschadet, oder? Welche Methode wäre angebracht gewesen? Und sind Schwermetalle, die verglast sind, überhaupt bioverfügbar? Wie sieht deren Freisetzungsverhalten aus? Ein Aspekt, der in der Umweltgeologie ziemlich zentral ist.

 

Nichtsdestotrotz: Die Sache stinkt ziemlich zum Himmel. Sie schadet dem an sich richtigen Grundgedanken der Abfallvermeidung und des Recyclings von Baustoffen. Sie verunsichert Menschen (uach wenn hier der Beitrag mit seinem teilweise penetranten Herumreiten auf der “Angst” und der “Gefahr” dieses noch verstärkt. Hier wäre, auch im Interesse der betroffenen Menschen, etwas weniger reißerische Aufmachung und mehr sachliche Information sicher auch ganz hilfreich gewesen.

Vor allem ist das aber eben für die betroffenen Menschen unangenehm. Ich kann verstehen, wenn sie jetzt beunruhigt und verunsichert sind. Ich habe keine Ahnung, wie sich das auf den Wert des Hauses auswirkt, oder ob man die Verwendung der belasteten Baustoffe einem eventuellen Käufer angeben muss. das müssen unsere Rechtspfleger klären. Aus meiner Sicht besteht aber auch keine unmittelbare Gefahr für die Bewohner der Häuser. Mineralfasern und Schwermetalle dünsten nicht aus. Was davon im Ziegel ist, verlässt ihn auch nicht so schnell, solange man ihn nicht bearbeitet. Beim Bohren von Löchern oder fräsen für Kabel kann jedoch sicher etwas nach draußen gelangen. Hier sollte man aber, auch bei unbelasteten Baumaterialien, auf seinen Eigenschutz achten und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Schutzanzug, Atemmaske mit vorgeschriebener Schutzklasse und Staubvermeidung. Und, wenn es möglich ist oder eben unumgänglich, kann man das Material auch testen lassen.

 

Beitrag der Hessenschau vom 27.07.15 
ARD-Reportage “Giftmüll für den Wohnungsbau” vom 27.07.2012 

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Anmerkung:

Diesen Beitrag werde ich sicher noch das eine oder andere Mal korrigieren oder aktualisieren.

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Geht die Gefahr eigentlich nur während des Anbohrens des Ziegels aus oder auch danach?

    Worauf ich hinaus will: In einem Haus gibt es ja zahlreiche Löcher (Steckdosen, Hängeschränke, u.s.w.). Sind diese “Öffnungen” beim normalen Wohnen noch gefährlich oder eher unproblematisch?

    • Das ist unproblematisch. Die Mineralfasern und auch die Schwermetalle sind im Ziegel eingeschlossen. Sie können nicht ausdünsten. Freigesetzt werden sie allerhöchstens bei Beschädigung des Ziegels, etwa durch Bohren oder Fräsen. Und selbst dann dürfte die Menge wohl überschaubar sein. Bei großflächigen Arbeiten empfiehlt sich eh immer ein entsprechender Atemschutz

  2. Ein sehr guter Artikel! Insbesondere die Fragen nach der Richtigkeit/Werthaftigkeit/Aussagekraft des KI-Wertes. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass NEUE Dämmmaterialien aus Glas- oder Steinwolle – wie sie in jedem Baumarkt verkauft werden – häufig auch einen KI-Wert weit unter 30 haben. Sie werden aber nicht als krebserzeugend eingestuft (sonst müßten wir schnellstmöglich alle Baumärkte schließen), da sie – wie hier in diesem Artikel richtig geschrieben – das dritte Kriterium der Biolöslichkeit (nach RAL-Mineralwolle) erfüllen. Würden wir also der Aussage der HR-Reporter folgen und uns ausschließlich auf den KI-Wert verlassen, hätte demnach jeder, der Dämmmaterialen verbaut hat, krebserzeugende Materialien im Haus und diese wären auch noch im Baumarkt frei verfügbar…..

  3. Und übrigens müssen sich nur private Einrichtungen akkreditieren lassen. Universitäten (wie in diesem Fall) sind von sich aus schon akkreditiert – sonst könnte keinerlei Forschung stattfinden. Auch das haben die HR-Reporter wohlweißlich unterschlagen…..

  4. Leider hat “Lieschen Müller”selten fundierte Kenntnisse über Verordnungen, Analysenmethoden und deren Aussagekraft etc. Dort bleibt vom Bericht nur ein ( alles andere als bewiesener !!!) Zusammenhang zwichen Dämmfasern und Krebs hängen. Umso mehr wären die Journalisten in der Pflicht hier seriös zu handeln und zu informieren. Der Bericht enthält aber doch einige grobe Fehler und Lücken. Ob diese durch Schlamperei oder durch Unwissenheit der Journalisten begründet sind vermag ich nicht zu Beurteilen. Schlimmstenfalls wurde wissentlich lückenhaft informiert um einen Skandal “aufzudecken”, der eigentlich keiner ist.
    Dass man bei Boulevardmedien nicht alles für bare Münze nehmen kann, war mir lange bewusst.
    Leider mehren sich für mich die Anzeichen, dass beim Wahrheitsgehalt im öffentlich-rechtlichen Bereich ähnliche Vorsicht geboten ist.

    • Die Links sind durchaus interessant. Mir wären sicher auch einige Methoden wie z.B. der Schmelzaufschluß oder Pulverpressling in den Sinn gekommen. Ich hätte so etwas aber auch gerne in dem Fernsehbeitrag gefunden.

  5. Wieso muss dass sowieso aufgeschlossen werden, wenn es doch im Glas eingebunden ist? Ist doch gut! Wenn noch nicht mal irgendeine Säure das löst, wie soll dass das dann durch Löcherbohren oder so gelöst werden?

  6. Ich gebe Herrn Ries Recht, der Bericht war an einigen Stellen verallgemeinernd, und bei der Darstellung der Analysemethoden habe ich mich auch gewundert: Da werden doch nicht wirklich Faserdurchmesser Pi mal Daumen am Bildschirm bestimmt? Ich hoffe mal nicht 😉
    Von den verbauten Ziegeln dürften tatsächlich keine akuten Gefahren ausgehen. Ich lebe auch ganz gut, auch wenn ich nicht weiß, ob die in meinem Gartenschuppen einst verbauten Wellplatten Asbest enthalten. Ich werde aber never ever auch nur das Moos davon abkratzen, soviel ist sicher. Irgendeiner meiner Nachkommen hat dann aber den Schwarzen Peter der Entsorgung.
    Die Knauf AMF Deckenplatten allerdings sind m. E. das größere Problem. Denn da wurde nichts eingebrannt oder in Glas eingeschlossen. Und sie werden in Innenräumen verarbeitet.
    Die Vorgänge bei Woolrec und die Rolle des Gutachters (der rein zufällig auch mal eine gemeinsame Firma mit dem Einkaufsleiter von Knauf AMF hatte) und der Aufsichtsbehörden sind gelinde gesagt sehr dubios. Man kann nur hoffen, dass das hoffentlich im Herbst anlaufende Gerichtsverfahren etwas mehr Klarheit bringt. Die Maschinen der inzwischen geschlossenen Woolrec wurden übrigens an die neu gegründete Isorec in Mannheim verkauft. Die hat natürlich gaaar nichts mit Woolrec zu tun, wirbt aber mit einem praktisch identischen Recycling-Verfahren (Mischen mit Ton und Melasse), von dem man ja inzwischen weiß, dass es in der Realität nie existiert hat. Verwendung des Outputs: in Ziegeln und Deckenplatten (http://www.isorec.de/download/Wir_ueber_uns.pdf)! Die Analysen der Isorec kommen vom selben Fraunhofer-Institut, in dem der Woolrec-Mitentwickler und -Gutachter aktiv ist. Alles Zufall?

    Zur Vertiefung ein paar Links:
    https://www.youtube.com/watch?v=9_cCKfWtGCI
    (die 1. Reportage des Reporter-Teams über Woolrec, die nur im hr lief)

    http://www.ig-tiefenbach.de/index.html
    (die Homepage der direkten Anwohner von Woolrec, denen jahrelang unterstellt wurde, sie seien hysterisch, und deren Häuser jetzt unverkäuflich sein dürften)

  7. Ich denke,man sollte in der Diskussion unterscheiden zwischen

    0 gesundheitlichen Risiken für die Gebäudenutzer, welches in der “verbauten” Form des Woolit sicher kein Anlass zur Panik ist (sicherlich aber einen “Wertverlust” der Immobilie angesichts der berechtigten Diskussion zu Woolit insgesamt darstellt),

    0 gesundheitlichen Risiken für die Anwohner der benannten Produktionsstätten, in denen mit sträflicher Nachlässigkeit entsprechende Schadstoffe in die Umgebung freigesetzt worden sind und damit eine reelle gesundheitlichen Gefährdung darstellen – und natürlich damit auch einen begründeten Wertverlust der Gebäude und “Grundstücke” (Gärten…) bewirken (Schadenersatz von den “Akteuren” (Hersteller und Gutachter) aber auch von den zu lange nicht agierenden Behörden)

    0 die jahrelange Untätigkeit der Behörden, die über lange Zeit die Sorgen und Beschwerden der Anrainer offensichtlich ignorierten, ohne wissenschaftlicher Prüfung (Risikobeurteilung) ein Produkt sogar noch förderten, Gutachten ohne “Prüfung” des Gutachters offensichtlich ungelesen akzeptierten und kommunizierten

    0 eine fehlende “Kontrolle” der Tätigkeiten eines “Wissenschafters” durch die “namengebende” Universität und seine persönliche Verquickung mit Firmen, die eine “Gutachtertätigkeit” mit dem Namen der Universität und auch anderer Institute (Fraunhofer Würzburg) eigentlich ausschließen hätte müssen.

    Grundsätzlich zu Recycling:
    Natürlich ist grundsätzlich die Einsparung von Ressourcen durch Recycling wünschenswert, möglicherweise auch förderwürdig.
    Im Wohnungsbau haben aber definitiv Schadstoffe (auch aus Primärrohstoffen) nichts zu suchen – vor allem bei Sekundärrohstoffen ist zudem zu bedenken, dass hier eine permanente Kontrolle dieser Rohstoffe praktisch nicht durchführbar ist und damit – abhängig von der vorherigen Nutzung eine unterschiedliche Schadstoffbelastung bei jeder Charge zu erwarten ist (damit auch Einzelprüfungen durch “Gütezeichen” ohne permanenter “Rohstoff- Kontrolle” durch die “Zeichen-gebende” Institution ebenfalls nicht relevant sein können!).
    Dies sollte beispielsweise auch bei der Nutzung von Recycling- Zellulose =Altpapier – teilweise mit VOCs, Weichmachern und zahlreichen anderen Schadstoffen nachweisbar belastet – sowohl bei Baustoffen als auch beispielsweise bei Lebensmittelverpackungen bedacht werden (Beispiel Bericht Foodwatch: “Benzol in Adventkalendern”: http://www.foodwatch.org/de/presse/pressemitteilungen/mineraloel-und-andere-schadstoffe-in-lebensmittelverpackungen-aigner-verschweigt-alarmierende-studienergebnisse-ueber-gesundheitsgefahren/).
    Nach wie vor fordert beispielsweise der Blaue Engel für Tapeten ausdrücklich 50 bis zu 100 % Altpapiereinsatz und fördert somit “Schadstoffbelastungen” für die Gebäudenutzer.

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