Ein Anomalocaris als freundlicher Riese – Das Leben ist (k)ein Ponyhof #10

Mente et Malleo

Dass das Leben normalerweise kein Ponyhof ist, gilt als Binsenweisheit. Allerdings stellt sich manches durchaus als freundlicher heraus, als es auf den ersten Blick erschien. Nicht jeder Angehörige der Top-Räuber ist auch wirklich furchterregend in Klauen und Zähnen. Was, wenn wir bei einem Tauchgang der Silhouette eines Hais erkennen? Während man einem Weißen Hai doch lieber nicht im Ozean begegnen möchte, sind seine Vettern Walhai und Riesenhai freundliche Riesen, die sich von Plankton ernähren.

Sollten wir einen Tauchgang im Kambrium unternehmen, würden wir einen komplett fremden Planeten entdecken. Kaum ein Lebewesen würde uns an unsere heutigen Meere erinnern. Und auch damals sollen Top Räuber die Ozeane durchstreift haben, bei deren Anblick man (zumindest als kleineres Lebewesen) besser Deckung aufgesucht hat. Einer davon war vermutlich Anomalocaris und seine Familie. Auch wenn noch debattiert wird, ob und wie Anomalocaris überhaupt feste Schalen knacken konnte. Und nun könnte sich auch in seiner Familie ein “schwarzes Schaf” als befunden haben, das seinen Lebensunterhalt anstatt durch blutrünstigen Raub durch Verzehr von einfachem Plankton bestritt. Tamisiocaris borealis war quasi der “Walhai des Kambriums”.

 

 

A suspension-feeding anomalocarid from the Early Cambrian : Nature : Nature Publishing Group.

 

 

 

Gunnar Ries

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

Schreibe einen Kommentar