In eigener Sache: Forschungsgemeinschaft nun auch zu Schadensersatz verurteilt

Mit dem sechsten und letzten Urteil geht ein fast achtjähriger Rechtsstreit zu Ende

Im Folgenden geht es um einen Streit zwischen der Niederländischen Forschungsgemeinschaft (NWO) und mir. Als eine der Prozessparteien bin ich natürlich voreingenommen. Es geht mir aber um keine Abrechnung, sondern um die Diskussion einiger Aspekte, die mir für die politische und vor allem wissenschaftspolitische Diskussion insgesamt wichtig erscheinen. Denn viele öffentliche Sektoren (Bildung, Gesundheit, Verwaltung, zum Teil gar Justiz) sind inzwischen am Wettbewerbs- und Profitmodell orientiert.

Gehen wir noch einmal zurück zum Beginn des Jahrtausends: Da fing ich gerade an zu studieren, war die Anpassung verschiedener öffentlicher Bereiche aber schon in vollem Gange. Für die Wissenschaft sei insbesondere noch einmal an die Bologna-Erklärung von 1998 erinnert, in der die Wissenschaftsminister, nicht die Wissenschaftler, der europäischen Hochschullandschaft die Ideen der Standardisierung, Vergleichbarkeit und des Konkurrenzkampfs ins Stammbuch schrieben. Allgemeiner geht es um das “New Public Management”, zu deutsch: öffentliche Reformverwaltung.

Alles besser mache der Wettbewerb

In den Niederlanden kürzte damals der PvDA-Wissenschaftsminister Ronald Plasterk (also nach deutschem Modell ein SPD-Mann) den Universitäten €100 Millionen ihres Budgets und meinte, das Geld müssten sich die Forscher über das Einwerben von Projektmitteln zurückverdienen. Durch den Wettbewerb und schließlich die (vermeintliche) Bestenauslese solle die wissenschaftliche Qualität steigen. “Die unsichtbare Hand des Markt macht’s!” So wurden und werden im Übrigen auch die deutschen Exzellenzinitiativen gerechtfertigt.

Wenn heute das Hochschulpersonal in vielen Ländern so gestresst ist, dann hat das nicht nur mit den permanenten Kürzungen bei steigenden Studierendenzahlen zu tun. Laut einer Nature-Umfrage aus dem Jahr 2016 können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nämlich nur noch 38% ihrer Zeit ins Forschen investieren. 21% würden für Verwaltung und das Schreiben von Forschungsanträgen verbraucht.

Die große Mehrheit gab einen Anstieg der Verwaltungsaufgaben an. Was die Folgekosten für die Gesellschaft sind, dass viele ihrer kreativen Köpfe so viel Zeit ins Ausfüllen von Formularen investieren müssen, darüber lässt sich nur spekulieren. Es bricht mir das Herz, wenn ich sehe, dass wir heute sogar schon die Qualität der Lehre auf Grundlage davon beurteilen, wie gut jemand Formulare ausfüllt. Es scheint, als hätten die Bürokraten und Manager endgültig gewonnen.

Doch bleiben wir beim Thema: Ich will gar nicht bestreiten, dass ein gewisses Maß an Wettbewerb positive Effekte hat. Gezielte Förderung statt Mittelverteilung nach dem Gießkannenprinzip hat auch ihre Berechtigung. Aber selbst führende Forscher kritisieren heute schon einen Hyperwettbewerb, der viele in der Forschung korrumpiere.

Natürlich muss bei so einer Mittelverteilung auch gewährleistet werden, dass es mit rechten Dingen zugeht. Das schulden wir schon allein dem Steuerzahler, der mit seiner Arbeit unsere überhaupt erst möglich macht.

Das Modell Castingshow

Dabei kann man an die heute so populär gewordenen Casting- und Talentshows denken. “Deutschland sucht den Superwissenschaftler.” In der rechtswissenschaftlichen Literatur, die ich mir in den letzten Jahren zu Gemüte führte, wird das Modell zur Mittelvergabe darum auch mit einem Schönheitswettbewerb verglichen. Ein großer Unterschied ist aber schon einmal, dass die Castingshows in der Wissenschaft in aller Regel nicht vor Publikum, sondern hinter verschlossenen Türen entschieden werden. Das sollte einen vorsichtig stimmen.

Immerhin geht es (auf europäischer Ebene) Jahr für Jahr um Milliardenbeträge. Allein die NWO, mit der ich mich im Folgenden detaillierter beschäftige, bekommt vom Steuerzahler jährlich rund €800 Millionen. Davon wird erst einmal ein Batzen für die Selbstverwaltung verbraucht. Vom Rest wird ein Großteil über Forschungsanträge nach dem Wettbewerbsmodell verteilt. Dafür müssen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu bestimmten Stichtagen mit einem Antrag um die Mittel bewerben.

Die Entscheidungen treffen die Beamten nicht alleine, sondern in der Regel auf Empfehlung wissenschaftlicher Gremien. Deren Mitglieder werden hier in den Niederlanden aber von den Beamten selbst bestimmt: top down. Da kann man sich schon fragen, wie objektiv die Auswahl ist und welche Chancen beispielsweise Personen haben, die sich in aller Öffentlichkeit kritisch mit den Ideen der führenden Wissenschaftspolitiker befassen. Das sind immerhin die Chefs derjenigen, die die Gremien zusammenstellen.

Am Rande sei erwähnt, dass es hin und wieder auch zu “Deals” außerhalb der üblichen Vergabewege kommt. Das Verwaltungsorgan genießt einen großen Ermessensspielraum – oder bricht vielleicht einfach das Gesetz, ohne dass es jemandem auffällt?

Geheimhaltung macht es einem Kritiker auch schwer und man kommt schnell in Beweisnotstand. Meine Erfahrungen zeigen aber, dass es nicht unmöglich ist, die Verwaltung mit den Mitteln des Rechtsstaats in die Knie zu zwingen. Man darf sich von den Beamten vor allem keinen Bären aufbinden lassen und braucht einen langen Atem. Zum besseren Verständnis der Sachverhalte, fasse ich im Folgenden ein paar inhaltliche Punkte zusammen.

Es begann im Jahre 2011

Kurz nach meiner Promotion in der Kognitionswissenschaft wechselte ich in die Niederlande. Dort erfuhr ich von dem Veni, Vidi, Vici-Förderprogramm der NWO, über das ein Großteil der Mittel vergeben wird. Je nach Karrierestufe kann man sich um Gelder für seine eigene Forschungsstelle, den Aufbau eines Teams oder gar die Anschaffung teurer Instrumente bewerben.

Diese Programme sind sehr hoch angesehen und dementsprechend genießen die Gewinner dieser Ausschreibungen hohes Prestige. Auf der anderen Seite beträgt dann auch die Erfolgsquote oft nicht mehr als 10-15%.

2011 bewarb ich mich zum ersten Mal um so ein Projekt. Schon während meiner Promotionszeit waren mir die Übertreibungen vieler Kollegen in der bildgebenden Hirnforschung ein Dorn im Auge gewesen. Neben durchaus sinnvoller Grundlagenforschung in diesem Bereich sei noch einmal daran erinnert, dass man mit den teuren Kernspintomographen und anderen Apparaten Lügen erkennen, die Gefährlichkeit von Straftätern vorhersagen, psychiatrische Diagnosen stellen oder auch moralisches Urteilen erklären wollte.

Letzteres war mein eigenes Forschungsgebiet. Doch auch im Jahr 2020 wurde nichts von diesen Versprechen eingelöst. Ich hielt das für unseriös und stoppte damit 2009.

Die Universität Groningen gab mir die Gelegenheit, als Theoretiker hierüber nachzudenken. Wir haben die einzige Abteilung für Theorie und Geschichte der Psychologie Europas und eine von nur dreien weltweit. In meinem Forschungsprojekt sollte es darum gehen, warum der Schluss von einer gemessenen Hirnaktivierung auf die damit (mutmaßlicherweise) verbundenen psychischen Vorgänge eigentlich so schwierig ist.

Dabei wollte ich insbesondere näher untersuchen, was sich mit diesen Verfahren über Individuen aussagen lässt: Wohlgemerkt, während die erwähnten Anwendungsbeispiele zwingend voraussetzen, dass sich eine konkrete Aussage über eine bestimmte Person treffen lässt, scheren die meistens verwendeten statistischen Verfahren alle Versuchspersonen über einen Kamm und tun so, als hätten wir alle dieselben Gehirne. Dabei gleicht schon kein Fingerabdruck dem Anderen.

Was uns einzigartig macht, behandeln viele Analysen tatsächlich als Messfehler! Wie passt das zu einer Wissenschaft, die sich dazu aufschwang, den Menschen zu erklären? Grundgedanken formulierte ich hierzu in meinem Telepolis-Buch von 2011 (Die Neurogesellschaft: Wie die Hirnforschung Recht und Moral herausfordert). Das Forschungsprojekt sollte meine Gedanken auf methodisch solidere Beine stellen und dabei auch die ethisch-rechtlichen Aspekte miteinbeziehen. Hierzu hatten mir führende Forscher auf diesem Gebiet, vor allem in Deutschland, ihre Unterstützung zugesichert.

Der Hauptsitz der Niederländischen Forschungsgemeinschaft (NWO) in Den Haag. In der Selbstdarstellung behauptet dieses Verwaltungsorgan: “Vertrauenswürdig: NWO hält, was sie verspricht, ist integer, transparent und sorgfältig.” Foto: S. Schleim

Bei der Bearbeitung meines Forschungsantrags kam es aber zu Unregelmäßigkeiten. Ich erhielt zwar von einem Gutachter die Bestnote. Ein Zweiter gab mir aber die schlechteste Bewertung. Bloß stimmten vieler seiner Argumente gar nicht und vergaß er sogar, bestimmte formal notwendige Aspekte meines Projekts zu bewerten. Ich denke, dass das der Kommission hätte auffallen müssen und man besser eine dritte Meinung hätte einholen, zumindest den Gutachter aber zum Einreichen einer korrekten Beurteilung hätte auffordern müssen.

Nach Rücksprache mit erfahreneren Kollegen an meinem Institut schickte ich der NWO einen Protestbrief. Zurück kam eine nach meinem Eindruck eher halbherzige Erklärung. Ich war rausgeflogen. Das passiert eben. Punkt. In Folgejahr 2012 hatte ich eine zweite (und letzte) Chance. Also überarbeitete ich meinen Forschungsantrag und versuchte es erneut.

Die zweite Chance: Interview

Aufgrund der Argumente und auch des schlechten Englisch des erwähnten zweiten Gutachters hatte ich eine Vermutung, wer dieser Kollege sein könnte. Daher setzte ich seinen Namen auf die Ausschlussliste. Und siehe da: Beim zweiten Versuch bekam mein Forschungsprojekt von allen Gutachtern die Bestnote. So setzte mich das von der NWO eingerichtete Beratungsgremium auf den dritten Platz (von 59) und lud mich zu einem Interview ein.

Dieses fand am 13. Juni 2012 im schönen Utrecht statt, also im Herzen der Niederlande. Ich hatte gleich nach dem Interview – man präsentiert 15 Minuten lang noch einmal sein Projekt und beantwortet dann 15 Minuten lang Fragen – einen sehr schlechten Eindruck und vermutete, dass dabei nichts Gutes herauskommen würde.

Zum Trost gewann am Abend aber wenigstens die deutsche Fußballnationalmannschaft 2:1 gegen die Niederlande. Das war die Europameisterschaft in der Ukraine und Polen. Das Spiel schaute ich mir bei deutschen Studierenden in Utrecht an, die ein Public Viewing organisierten.

Das Interview für das Forschungsprojekt lief so ab, dass ein Forscher – wie ich später herausfinden würde, ein Genetiker – Fragen stellte und mich letztlich gar zur Genetik ausfragte; eine Forscherin, eine Sozialpsychologin, stellte ein paar vage Fragen und konstatierte mehrmals, sie verstehe das Projekt nicht. Das wurde mir dann hinterher auch vorgeworfen: Ich hätte es eben so erklären müssen, dass es auch ein Genetiker und eine Sozialpsychologin verstehen.

Wem man hier auch glaubt – bis hierhin ist doch schon deutlich geworden, wie es bei diesen Castingshows “menschelt”. Sowohl die Auswahl der anonymen Gutachter als auch die Zusammenstellung der Gremien beeinflussen zu einem guten Stück den Verlauf des Verfahrens.

Im starken Wettbewerb, wo Unterschiede bei den Nachkommastellen entscheidend sind, liegt die Vergabe vieler Projekte und die Ablehnung anderer schlicht an den menschlichen Faktoren. Mir ist bisher noch niemand begegnet, der das bestritten hätte. Dennoch singen wir das Hohelied vom Wettbewerb, Objektivität und der angeblichen Exzellenz, die sich dabei herauskristallisiere.

Auf die Probe gestellt

Mit solchen Enttäuschungen müssen alle leben, die in die Wissenschaft gehen. Unsere Forschungsarbeiten und auch unsere Projektanträge werden regelmäßig abgelehnt. Besonders schmerzhaft kann das sein, wenn man nicht einmal eine faire Beurteilung bekommt. In der Erläuterung zu meiner Ablehnung 2012 standen dann auch zahlreiche Dinge, die inhaltlich gar nicht stimmten.

Das allgemeine Lied war, ich sei halt nicht überzeugend genug gewesen. In diesem starken Konkurrenzkampf könne man die Mittel nur an die Besten der Besten verteilen. Ein grober Schnitzer war dann aber, dass das Beratungsgremium behauptete, mit mir sei im Interview auch über die gesellschaftlichen Implikationen meiner Forschung gesprochen werden.

Das war ein wichtiges Beurteilungskriterium und meiner Meinung nach gerade einer meiner stärksten Punkte. Doch leider, so die Begründung, sei ich auch hier nicht überzeugend gewesen, weshalb man meine Note für dieses Kriterium stark herabsetzen musste.

Wie sich bei der unabhängigen Untersuchung im Widerspruchsverfahren herausstellte und auch gerichtlich bestätigt wurde, stimmte davon nichts. Über diesen Aspekt war nie gesprochen worden. Damit war die Erklärung für das Herabsetzen der Note hinfällig. Zudem hatte es sich das Gremium mit dem wiederholten Verweis auf die Überzeugungskraft zu einfach gemacht. Den Regeln entsprach das nicht.

Diese wichtigen Fakten hätte ich niemals erfahren, ohne Widerspruch einzulegen. Das hatte ich vorher noch nie gemacht, von einer Ausnahme beim Arbeitsamt Bonn abgesehen (2009 stattgegeben). Mein Protestbrief im Jahr 2011 hatte ja nichts gebracht. Also versuchte ich es jetzt auf formalem Wege.

Auch wenn einige NWO-Beamte mir hier noch Steine auf den Weg legten, indem sie wichtige Schriftstücke zu spät zuschickten oder mich nicht, wie gesetzlich verpflichtet, über meine Rechte informierten, hatte ich doch großes Glück: Der (inzwischen leider verstorbene) Vorsitzende war ein Professor für Staatsrecht, der dafür sorgte, dass ich ein faires Verfahren bekam; zum ersten Mal in meinem Leben im Zusammenhang mit der NWO.

Tiefer und tiefer in den Kaninchenbau

Ich ging am Anfang noch davon aus, dass den Beamten der NWO an einer ehrlichen Behebung des Problems gelegen sei. Nach immer mehr Ungereimtheiten, die ich hier nicht alle aufzähle, wurde mir aber klar, dass die mich schlicht aufs Kreuz legen wollten: Denen ging es bloß ums Gewinnen, um jeden Preis! Daher ließ ich mich schließlich von Anwälten beraten, beantragte immer häufiger Akteneinsicht und zog letztlich auch vor Gericht.

Das hat das Verwaltungsorgan vor allem selbst provoziert: Nach der inhaltlich schlechten und in vielen Aspekten unwahren Begründung gab die unabhängige Untersuchungskommission der NWO die Hausaufgabe, eine neue, den Vergaberegeln und dem Gesetz entsprechende Begründung zu formulieren. Die Beamten taten aber das Gegenteil:

Beim zweiten Versuch behaupteten sie, ich sei nun zu weit in meiner Karriere und könne das Projekt darum gar nicht mehr ausführen. Beim dritten hieß es, ich habe an einem (faktisch illegalen) Lösungsversuch nicht mitwirken wollen, daher habe man mir die schlechteste Note geben müssen. Pech: wieder keine Forschungsmittel.

Der vierte Versuch lief dann darauf hinaus – Kafkas “Der Prozeß” lässt grüßen –, dass man nun eine neue Verwaltungsrichtlinie verabschiedet habe, der zufolge Fälle wie meiner abgelehnt werden müssten. Alles klar?!

Jeder dieser Fehlversuche verzögerte das Verfahren um Monate und schadete so meiner Karriere. Und jeder dieser Versuche wurde, sofern NWO ihn nicht schon selbst zurückgezogen hatte, schließlich vom Verwaltungsgericht einkassiert.

Mit Rechtsstaatlichkeit hat das Vorgehen der NWO wenig zu tun. Fair ist es auch nicht, denn wir Wissenschaftler haben in so einer Runde nur einen Versuch. Das Verwaltungsorgan aber, so scheint es, kann sich unendlich viele Versuche herausnehmen.

Ein großes Problem für die NWO war, dass bei der Untersuchung des Falls herauskam, dass nicht nur die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Beratungsgremiums schlecht gearbeitet hatten. Auch die NWO-Beamten hatten versäumt, die nötigen Akten zusammenstellen.

Mit anderen Worten: Das Verwaltungsorgan hatte damals Forschungsprojekte im Wert von ca. €2,75 Millionen bewilligt und in Höhe von ca. €11,75 Millionen abgewiesen, ohne dass diese Entscheidungen nachvollzogen werden konnten. Wahrscheinlich bedeuteten die zahlreichen Ablehnungen für manche das Ende der wissenschaftlichen Karriere. Und für die Steuerzahler: So unsorgfältig gehen die Beamten also mit unseren Geldern um.

Alles nur ein Einzelfall?

Die NWO behauptet natürlich, es handle sich nur um einen Einzelfall. Im Rahmen meiner eigenen Untersuchung fand ich heraus, dass es zumindest Einzelfälle sind. Wie oft solche Regel- und Gesetzesverstöße insgesamt vorkommen, das kann ich nicht beurteilen. Das Verwaltungsorgan bearbeitet Jahr für Jahr Tausende solcher Anfragen.

Konkret waren es 2017 5.799, von denen 4.055 (70%) abgelehnt wurden. In dem genannten Veni, Vidi, Vici-Programm waren es 1.691 von 1.972 (also 86%). Im Gesetz steht, die NWO sei ein Organ zur Förderung der Wissenschaft. In der Praxis ist sie aber vor allem ein Verwaltungsapparat zum Ablehnen von Forschungsanträgen: eine riesige Forschungsantragsverweigerungsmaschine.

Das ist natürlich nur mein subjektiver Eindruck, doch nach meiner Erfahrung arbeiten bei der NWO vor allem unfähige Juristen und Sachbearbeiter. Schon am Formulieren einfacher Briefe oder Anleitungen scheitern sie. Vor Gericht habe ich mehrmals wunderliche Erklärungen anhören müssen, die mich zweifeln ließen, ob die Beamten sowie ihre teuren Anwälte und ich in derselben Realität leben. Und das, wohlgemerkt, bei einem Organ, das die Wissenschaft auf höchster Ebene repräsentiert!

Erst kürzlich, auch im Jahre 2020, machte ich wieder eine Erfahrung, die mich wenig optimistisch stimmt. Da hatte NWO Forscherinnen und Forscher dazu eingeladen, sie bei der Ausgestaltung ihrer zukünftigen Förderungspolitik zu beraten. Es meldeten sich viel mehr, als Plätze zur Verfügung standen. Zuerst schickte man die endgültigen Einladungen aber an diejenigen, die tatsächlich abgelehnt worden waren. Tja.

Es “menschelt” in der Wissenschaft. Wenn man einen aufgeblähten Beamtenapparat hinzufügt, wird das dem Anschein nach nicht besser. Ein spezifisches Problem im niederländischen Verwaltungsrecht ist, dass es hier keine strikten Beweisregeln gibt. So kann jeder den Verwaltungsrichterinnen und Richtern Märchen erzählen. Entscheidend ist, wer am Ende überzeugender ist – und wie sorgfältig das Gericht selbst die Faktenlage überprüft.

Teure Bilanz

Von den sechs Gerichtsverfahren, die zustande kamen, hat die NWO fünf verloren. Und am wichtigsten: alle in Berufung. Zweimal (2014 und in Berufung 2015) wurden mir die Forschungsmittel in Höhe von €250.000 bewilligt. Zweimal wurde die NWO zur Offenlegung von Dokumenten verklagt.

Und mit der nicht mehr anfechtbaren Entscheidung des Staatsrats in Den Haag vom vergangenen Mittwoch muss mir das Verwaltungsorgan auch noch Schaden in Höhe von €25.000 erstatten. Dazu kommen sechsmal Gerichtskosten, viermal Anwaltskosten (zweimal verteidigte ich mich alleine), einmal ein Zwangsgeld von fast €1.000 wegen massiver Fristüberschreitung und ein paarmal Reisekosten.

Entsprechend dem bescheidenen, vielleicht aber inzwischen der Vergangenheit angehörigen Selbstverständnis der Niederlande verbirgt sich das höchste Verwaltungsgericht, der Staatsrat (Raad van State), hinter bescheidener Kulisse, schräg gegenüber dem Regierungssitz (Binnenhof) in Den Haag. Foto: S. Schleim

War das alles nötig? Die Beamten mussten von Anfang an wissen, dass sowohl die Wissenschaftler als auch ihre Kollegen, die die Förderrunde betreuten, unsauber gearbeitet hatten. Das Verwaltungsorgan hatte die ganze Zeit die formale Möglichkeit, das Problem aus der Welt zu schaffen.

Mit immer fantasievolleren Begründungen machten sie es aber nur noch schlimmer. Dazu kamen psychologische Kriegsführung und strategische Tricks. Mit Letzteren gelang es auch, jedoch nur kurzzeitig, eine Verwaltungsrichterin in Utrecht an der Nase herumzuführen.

Das Auftreten der NWO-Juristen war zeitweilig so grottenschlecht, dass ich den NWO-Direktor persönlich bat, diese Mitarbeiterin auszutauschen. Rückblickend war das nicht so klug, denn ihre Nachfolgerin arbeitete zwar inhaltlich nicht besser, war in ihrer Schriftsprache aber wesentlich stärker und daher eine härtere Nuss zu knacken.

In den Sitzungen vor Gericht waren die NWO-Leute auch sehr schwach, bis sie den Fall an eine teure Anwaltskanzlei abtraten, die uns rhetorisch weit überlegen war. Zu den letzten beiden Sitzungen marschierten sie mit drei bis vier Leuten auf.

Das Ganze hinterlässt bei mir einen herben Eindruck. Bis zuletzt behauptete die Gegenpartei, mein Forschungsprojekt und mein Auftreten seien halt zu schlecht gewesen. Die Gelder könne man leider nur an exzellente Wissenschaftler vergeben. In ihrer neuen Entscheidung stellen die Staatsräte aber noch einmal fest, dass seit 2015 das Gegenteil unwiderruflich feststeht: Ich hatte eine hervorragende Ausgangsposition – und danach haben es die NWO-Beamten sowie ihr Gremium von immerhin zwölf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern versemmelt.

Ein netter Versuch: Die Anwältin der Gegenpartei behauptete, ich müsste beweisen, dass die NWO 2012 keine andere Wahl gehabt hätte, als mir das Projekt zu bewilligen. 2015 hatte die NWO-Juristin aber schon einräumen müssen, dass das unmöglich ist, vor allem wegen der schlechten Aktenlage. Der, der seinen Gegner in eine unmögliche Position bringt, hat freilich schon gewonnen. Das haben die Staatsräte zum Glück nicht zugelassen.

Strukturelles Versagen, individuelle Verantwortung

Psychologisch und soziologisch ist an diesem Fall interessant, dass die Struktur versagt, man aber dem Individuum die Schuld gibt. Die meisten Kolleginnen und Kollegen schlucken solche Entscheidungen ohne Widerstand. Und ich denke, dass fast alle schon ähnliche Erfahrungen mit unstimmigen Begründungen gemacht haben.

Wer es nicht versucht, sich dagegen zu wehren, der erfährt nicht einmal einen Bruchteil der relevanten Fakten. Für mich ist jedenfalls klar, dass man Verwaltungsorganen wie der NWO nicht blind vertrauen darf.

Ein prinzipielles Problem, das der NWO seit vielen Jahren bekannt ist, und zwar auch aufgrund empirischer Forschung, ist Willkür bei den Interviews. Es gibt weder für die Interviewer noch für die Interviewten klare Richtlinien über den Sinn und Zweck dieser Gespräche. NWOs Verteidigungsstrategie läuft dann auch darauf hinaus, dass die Beratungsgremien auf Grundlage der Interviews mehr oder weniger tun und lassen können, was sie wollen.

Noch im letzten Verfahren vertrat die Gegenpartei diesen Standpunkt, dabei hatte sie 2015 vorm Staatsrat das Gegenteil einräumen müssen. Die entsprechende Erklärung haben wir noch einmal aus den alten Akten herausgekramt, in die neue Prozedur eingebracht und findet sich so nun auch in der neuen Urteilsbegründung.

Der Wartesaal beim Staatsrat strahlte auf mich nicht nur Struktur, Ruhe und Integrität aus. An den Säulen finden sich zudem wichtige Zitate etwa aus dem Grundgesetz der Niederlande – wie das Diskriminierungsverbot nach Artikel 1 – oder der Menschenrechtskonvention. Ein schöner Ort für Idealisten. Foto: S. Schleim

Das könnte für Forscherinnen und Forscher von Bedeutung sein, die sich in Zukunft auf dem Rechtsweg gegen Entscheidungen der NWO wehren wollen. Wenn jemand, wie ich, hervorragende Gutachten bekommt und als einer der Besten in die Interviewrunde kommt, dann bedarf es schon einer nachvollziehbaren Begründung, wenn man ihn danach auf einen der letzten Plätze verweist.

Für eine nachvollziehbare Begründung habe ich jahrelang gekämpft. NWO konnte sie acht Jahre lang nicht geben. Deshalb mussten die Gerichte hier korrigierend eingreifen. Rechtsstaat sei Dank!

Preis der Wettbewerbsgesellschaft

Mein Fall hat schon in der rechtswissenschaftlichen Literatur Beachtung gefunden. Hervorgehoben sei hier, dass eine Verwaltungsrechtlerin, die eng mit der NWO zusammenarbeitet, in einer Publikation Probleme bei der Mittelvergabe einräumt und den Vorschlag macht, die Gelder zu verlosen.

Würde das aber rechtsstaatlichen Prinzipien gerecht? Jedenfalls wäre damit der Exzellenz-Sprech, den man auf Grundlage meiner Erfahrungen sowieso dem ganzen NWO-Apparat verbieten sollte, in gewisser Weise entzaubert.

So schließe ich den Kreis zum Anfang: Die Wissenschaft wird immer kompetitiver, “hyperkompetitiv” sagen schon manche. Das führt nicht nur zu viel Stress unter den Forschern, sondern auch zu rechtsstaatlichen Problemen. Ausgangspunkt für das alles waren die Mittelkürzungen bei den Hochschulen und das blauäugige Wettbewerbsdenken seit den frühen 2000ern. Meines Erachtens gehört diese Denke nun endlich auf den Prüfstand.

Zu meiner persönlichen Enttäuschung wollte sich das niederländische Wissenschaftsministerium nicht eingehend zu meinem Fall äußern. Der Staatssekretär teilte mir mit, die Gerichte sollten das lösen und im Übrigen werde er mit der NWO-Leitung einmal darüber sprechen. Mehr erfuhr ich nicht und insbesondere wurde mir nicht beantwortet, warum die Beamten gegenüber dem Bürger aber auch vor Gericht durch die Bank so inkompetent und unehrlich auftreten.

Danach wendete ich mich an die Medien und auch an die Gewerkschaft, bei der ich damals Mitglied war. In der Regel bekam ich nicht einmal eine Antwort und dort, wo man mir antwortete, stellte sich heraus, dass denen die Sache zu “heiß” war. Man fürchtete eine Unterlassungsklage durch die NWO.

Doch warum? Einerseits gilt die Pressefreiheit. Andererseits sind die wesentlichen Fakten doch schon gerichtlich überprüft und unanfechtbar festgestellt. Der Rest sollte von der Meinungsfreiheit abgedeckt sein. Die NWO-Leute geben selbst gerne die Auskunft, auf die entsprechenden Sachverhalte hätten wir “unterschiedliche Sichtweisen”. Vielleicht sollte man das niederländische Wort “visie” hier passenderweise mit “Visionen” übersetzen.

Über das neue Urteil berichtete nun wenigstens meine Universitätszeitung. Das war’s dann wohl. Wenn die gravierenden Probleme wenig Aufmerksamkeit bekommen, bestärkt das natürlich das Verwaltungsorgan, immer so weiterzumachen.

Der psychologische Preis

Dank eines früheren Telepolis-Artikels (Von einem, der sich wehrte) und des Verweises auf meinen (niederländischsprachigen) Erfahrungsbericht, findet man mich gleich auf der Startseite, wenn man “NWO” und “bezwaar” (niederländisch für Widerspruch) googelt.

Darüber haben auch schon andere Wissenschaftler mit mir Kontakt aufgenommen. Denen habe ich ein paar Tipps gegeben. Am Ende meines Erfahrungsberichts findet sich sowieso eine Anleitung zur Beschwerdeführung – sowie zur Verbesserung der NWO.

Meinem Eindruck nach geben viele zu früh auf, wenn sie mal eine Ablehnung bekommen. Die Meisten hinterfragen das noch nicht einmal, sondern glauben einfach, was man ihnen vorsetzt. Zugegeben, pragmatisch sinnvoller ist es wahrscheinlich, die Zeit lieber in einen neuen Forschungsantrag zu stecken, als den Rechtsweg einzuschlagen. Das muss jeder für sich selbst abwägen.

So haben mir auch diejenigen, die sich von mir (übrigens gratis) beraten ließen, von dem psychischen Druck berichtet. Den kenne ich sehr gut. Das Auftreten der NWO-Beamten erfuhren sie ähnlich unmöglich wie ich. Wir in der Wissenschaft müssen natürlich damit leben, dass wir Ablehnungen bekommen, die nicht immer fair sind. Wenn man feststellt, dass der Andere sich noch nicht einmal Mühe gegeben hat, kann das schmerzlich sein.

Dass die Schriftstücke der NWO mich so hart treffen würden, hätte ich auch nicht für möglich gehalten: Von der, je nach Sichtweise, groben Unfähigkeit, den fiesen Tricks oder gar dreisten Lügen der Gegenseite wurde mir oft schwindelig. Manchmal spürte ich gar eine Enge in der Brust, bekam ich Atemnot, fühlte ich mich schwach und musste ich mich erst einmal hinlegen.

Das hatte ich vorher im Leben erst einmal gehabt, als die Abgabefrist meines erstens Buchs heranrückte (Gedankenlesen: Pionierarbeit der Hirnforschung). Vor den Sitzungen hatte ich regelmäßig schlaflose Nächte und Verdauungsprobleme.

Das waren, rückblickend, aber alles interessante Erfahrungen. Ich habe sehr viel gelernt, über das Funktionieren des Rechtsstaats allgemein und des Verwaltungsrechts im Besonderen. Die Korrespondenz – am Ende umfasste das Dossier wohl um die 2.000 Seiten – gab mir die Gelegenheit, mein Niederländisch zu verbessern.

Für die psychosomatischen Probleme gab es psychotherapeutische Hilfe. Sozioökonomisch interessant übrigens, dass so die Kosten fürs Behördenversagen übers Gesundheitssystem externalisiert werden.

Ich habe letztlich meinen Frieden damit, dass die Richterinnen und Richter das letzte Wort haben – und von deren Arbeit habe ich einen überwiegend sehr positiven Eindruck bekommen. Besser wäre es natürlich, wenn die Gremien und Beamten so gut arbeiten würden, dass es erst gar nicht so weit kommen muss.

An der NWO-Praxis wird sich wohl wenig ändern, bis es für die Interviews klare Richtlinien gibt. Am besten sollte man Bewerbungsrunden ganz öffentlich machen. So ist das bei den Castingshows und Schönheitswettbewerben doch auch. Was hat so viel Geheimniskrämerei ausgerechnet in der Wissenschaft zu suchen, zumal dort, wo es um die Vergabe von Steuermitteln geht? Man bedenke: Das Wort “Publikation” kommt vom lateinischen publicare, also veröffentlichen.

Übrigens war es für mich am vergangenen Mittwoch eine große Überraschung, dass der Schadensersatz mir persönlich und nicht meiner Universität zugesprochen wird. Das ist natürlich eine erfreuliche Entschädigung für meine Mühen.

In der Überzeugung, dass es gut ist, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, habe ich mich dazu entschieden, davon €5.000 an Transparency International und Ärzte ohne Grenzen zu spenden. Die NWO hat sich aber seit 2012 immer weiter von Ehrlichkeit und Rechtsstaatlichkeit entfernt – und doch alles verloren.

Hinweise: Der Autor gibt hier ausschließlich seine persönliche Sichtweise wieder und nicht die seines Arbeitgebers. Dieser Beitrag erscheint vielleicht auch auf Telepolis – Magazin für Netzkultur. Titelgrafik: Sang Hyun Cho auf Pixabay

Stephan Schleim

Veröffentlicht von

www.schleim.info

Die Diskussionen hier sind frei und werden grundsätzlich nicht moderiert. Gehen Sie respektvoll miteinander um, orientieren Sie sich am Thema der Blogbeiträge und vermeiden Sie Wiederholungen oder Monologe. Beim Gedankenaustausch darf es auch mal heiß hergehen, jedoch nicht beleidigend werden, vor allem nie unter die Gürtellinie gehen. Stephan Schleim ist studierter Philosoph, Psychologe und promovierter Kognitionswissenschaftler. Seit 2009 ist er an der Universität Groningen in den Niederlanden, zurzeit als Assoziierter Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Der Autor schreibt auch für zahlreiche andere Medien.

35 Kommentare

  1. Markt und Wettbewerb können viel bewirken, auch viel Gutes. Aber es gibt Bereiche, die nicht, zumindest nicht zu großen Teilen, dem Markt überlassen werden sollten. Nicht nur Justiz, Innere und Äußere Sicherheit gehören dazu. Auch Bildung, Lehre und Forschung. Zur Zeit lernen wir gerade, dass Gesundheit und Pflege und entsprechende Einrichtungen dazu gehören.

  2. Gratuliere Stefan ,insbesondere die edle Absicht das Gesellschaftsystem zu hinterfragen …Markt und Wettbewerb können viel Gutes bewirken ? hmmm….Am besten noch mal den Artikel von Stefan Schleim lesen (Kurzessenz Castingshows )

    Die Aufgabe : Worauf basiert meine Wahrnehmung und ist das überhaupt mit der Wirklichkeit abgeglichen und reflektiert….?

    Und bitte nicht ” Wir “Gesellschaft verallgemeinern ,das sind wir nicht als “Gesellschaft ”

    -kognitive Dissonanz

    -Kognitive Dissonanz bezeichnet in der Sozialpsychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand.Er entsteht dadurch, dass ein Mensch unvereinbare Kognitionen hat (Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten).Kognitionen sind mentale Ereignisse, die mit einer Bewertung verbunden sind.

  3. @Andresen, francis: Der Markt als Optimierungsproblem

    Ich denke, das muss man differenzierter sehen.

    Ich bin zum Beispiel froh, dass ich im Falle einer bakteriellen Entzündung vom Arzt ein Antibiotikum verschrieben bekomme – und das dann auch in der Apotheke verfügbar ist (wahrscheinlich wurde es in China oder Indien produziert und mit dem Flugzeug hierher gebracht). Gleichzeitig sorgt der Markt mit seinem Kostendruck auch dafür, dass zum Beispiel in der Massentierhaltung Antibiotika zur Effizienzsteigerung verwendet werden, was langfristig dazu führt, dass diese beim Menschen schlechter wirken. So haben wir “am Markt” gegenläufige Trends: Der eine ist gut; der andere schlecht.

    Ich stelle mir das als Optimierungsproblem vor: Bis zu einem gewissen Grad und in bestimmten Bereichen ist der Markt gut. Ab einem gewissen Grad kommt es aber zu immer mehr negativen Effekten pro dann noch zu erzielender Effizienzsteigerung. Oder mit anderen Worten: Ab einen gewissen Punkt sind wir schon so effizient, dass bei jeder weiteren Steigerung die negativen Effekte größer sind als die positiven.

    Nachdem ich gerade so ausführlich nachgewiesen habe, wie schlecht Beamte in bestimmten Bereichen arbeiten, werde ich mich wohl kaum für eine staatlich gesteuerte Wirtschaft stark machen. Der Staat muss, finde ich, für gerechte und nachhaltige Rahmenbedingungen sorgen, wobei die Interessen aller Betroffenen (einschließlich zukünftiger Generationen) miteinbezogen werden. Den Rest sollten wir Bürger bestimmen. Wobei wir aber vor bestimmten Manipulationen (z.B. Betrug, Korruption, Propaganda) geschützt werden sollten.

  4. @Schleim

    Wo es ein globales Gemeinschaftseigentum gibt, gibt es weder Markt noch Wirtschaft – Arbeit, Resourcen und ökologisch-leistungsgerechte Ökonomie durch demokratische Organisation. Wer braucht da priviligierte oder politische Beamte, wo wir dann der Staat ohne Steuern zahlen, ohne “Sozial”-Abgaben, usw. sind?! 😏

  5. Auf der Basis eines UNKORRUMPIERBAREN Menschenrecht zu KOSTENLOSER Nahrung, MIETFREIES Wohnen und KASSEN-/KLASSENLOSER Gesundheit, wo also die wettbewerbsbedingt-konfusionierende Symptomatik “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei” keine Macht mehr hat, da könnte eine Krise wie Corona rein GARNICHTS in Unordnung bringen, selbst die Bildung nicht, denn die ist dann auch nicht mehr zu/in einer Karriere von Kindesbeinen ausgerichtet.

  6. @Stephan

    Respekt! Lass’ Dich auch weiterhin nicht unterkriegen — von wem auch immer.

    N.B. Aber so etwas

    »Zum Trost gewann am Abend aber wenigstens die deutsche Fußballnationalmannschaft 2:1 gegen die Niederlande.«

    ist natürlich ein schwerer Fehler. Het Wilhelmus ist doch deutsch genug, darfst Du getrost mal die Fahne wechseln und mitsingen. 🙂

  7. Danke, Chrys. Ich fände es aber schöner, erst einmal nicht mehr vor Gericht erscheinen zu müssen.

    Und der Witz mit dem Fußball ist, dass ich früher in Deutschland nie so der Fan war. (Selbst gespielt habe ich aber gerne.) So vermitteln mir diese Nationalspiele aber doch etwas Heimatgefühl. Und ich sehe mich jetzt zwar (nach bald zehn Jahren) als Deutsch-Niederländer, aber bei so einem Fußballspiel bin ich doch eher noch für Deutschland. Das lag vielleicht aber auch daran, dass die niederländischen Fußballer einfach nicht so sympathisch waren.

  8. Stefan Schleim,
    gute Arbeit !

    Ich war selbst einmal in einem Auswahlgremium und dachte noch ganz idealistisch, der / die Beste bekommt den Zuschlag.
    Was man nicht erfährt, die Beamten, die solche Aufgaben machen, sind Weisungsgebunden in der Form, dass ganz bestimmte Kriterien für die Vergabe erfüllt sein müssen.
    Und wenn eben nicht alle Kriterien erfüllt sind und keiner der Antragsteller alle Kriterien erfüllt, dann kommt es zu einem Spielraum, wo es subjektiv wird.
    Das Objektive an diesem Verfahren aber bleibt, die Entscheidung des Gremiums muss sachlich begründet werden.
    Was auch noch wenig bekannt ist, die Entscheidung des Gremiums ist nur ein Vorschlag, die höhere Dienststelle/Institution kann sich danach richten, muss es aber nicht.

  9. @Stephan

    Womöglich bin ich durch eine holländische Oma beim Fussball genetisch oranje determiniert. Aber das Thema wollen wir hier nicht weiter vertiefen…

  10. @ Stephan Schleim

    Man kann Ihnen nur dazu gratulieren, wie Sie einen so langen und heftigen Rechtsstreit durchhalten konnten.

    Es gibt halt nun einmal Bereiche die „privat“ und andere die „staatlich“ besser bedient werden können.

    Die Unternehmen der Realwirtschaft (Handelsbetriebe, Autofirmen, Bauunternehmen, IT Firmen ….) bei denen es auch auf Innovation ankommt, die sozusagen jeden Tag ihre „Marktprüfung“ ablegen müssen, sind recht erfolgreich. Bei denen ist das Kapital in guten Händen.

    Wenn aber eine realistische Marktprüfung nicht möglich ist, z.B. Pensionsversicherungen, Infrastruktur, Gesundheitswesen, teilweise Grundlagenforschung …. sollte der Staat zumindest wesentlichen Einfluss nehmen. Es scheint zweckmäßig wenn er bestimmte abgrenzbare Bereich an Private weiter vergibt.

    Die bildgebende Hirnforschung hat ganz wichtige grundlegende Erkenntnisse gebracht. Das wurde mir erst wieder beim Lesen im Nachbarforum von Herrn Konecny wieder so richtig klar.

    Er hat den unter der Leitung von Tomas Mikolov bei Google erstellten „Word2vec Algorithmus“ erwähnt. Der gehört für mich zu den hervorragendsten geistigen Leistungen der Welt.

    Kurz erklärt: Früher schien es unmöglich, dass Computer jemals einen Text sozusagen „verstehen“ können, den Kontext, also in einem Text die „Bedeutung“ zumindest eines Wortes im Zusammenhang erkennen zu können. Der Word2vec Algorithmus kommt diesem Verstehen „näher“.

    Es geht hier um Assoziationen bestimmter Art, z.B. in sprachlichen Texten. Von einer z.B. „Wortrepräsentation“, (Buchstaben, Objekt, Objektkomponente…) verweist grundsätzlich ein „Zeiger“ (Vektor) auf eine weitere „Repräsentation“ mit der ein (bewerteter) „Zusammenhang“ besteht.

    „Wortvektoren“ werden im Vektorraum möglichst so positioniert, dass Wörter, die gemeinsame Kontexte, (annähernd gleiche) Bedeutung haben, in einem Vektorraum möglichst nahe beieinander liegen. Dadurch kann letztlich die Zugehörigkeit zu einer bestimmten „Bedeutung“ errechnet werden.

    In biologischen neuronalen Netzwerken gibt es sogar Assoziationen z.B. von Bildern mit Gefühlen.

    Allerdings scheinen Gefühle schwer programmierbar, weil man derzeit nicht wissenschaftlich seriös versteht wie es dazu kommt.

    Im neuronalen Netz verweisen („zeigen“) die Axone ausgehend von einem „Objekt (oder einer Objektkomponente)“ direkt als „Signalleitung“ auf ein nächstes „Objekt(Komponente)“, real repräsentiert als „Synapse“ und die Signale werden über die Dendriten (gezielt) zu einem weiteren Neuron, zwecks „logischer“ Verknüpfung (Schaltalgebra) mit anderen Signalen, geführt.

    Diese logischen Verknüpfungen (Gatter (McCulloch)) ermöglichen auf allen Ebenen eine Bildung hoch komplexer Strukturen. Z.B. müssen gleichzeitig bestimmte „Muster“ auftreten um zunächst einen Buchstaben, danach ein Wort … letztlich Wissen(skomponenten) zu erkennen, „abzubilden“.

    Bedeutet weiters, durch die Anlegung der Synaptischen Verknüpfungen wird „Wissen“ in die Struktur gemäß der Hebbschen Regel „eingeschrieben“, wie es E. Kandel entdeckt hat.

    Ich will damit sagen, dass im Vektorraum möglichst nahe beieinander liegende Strukturen auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten „Bedeutung“ hinweisen. Genau das, was auch die Hirnforscher aus den bildgebenden Verfahren ermittelt haben.

    Ich kann jetzt nicht sagen ob Tomas Mikolov auf die (bildgebenden) Erkenntnissen der Hirnforscher aufgebaut hat, oder völlig unabhängig davon seinen Word2vec Algorithmus entwickelt hat. Es ist jedenfalls eine beachtliche Übereinstimmung zwischen Informatik und Hirnforschung.

  11. @Schleim

    https://cordis.europa.eu/project/id/818996/de
    Für das obige Projekt wurden 2 Millionen Euro an Fördergeldern ausgegeben, um die neurologischen Ursachen für ´infantile Amnesie´ zu erforschen.

    Diese Vergabe von Geldern ist eine sinnlose Verschwendung, weil ich schon seit 2006 veröffentlicht habe, dass im Rahmen der sogenannten ´Nahtod-Erfahrung´(NTE) lebenslang Erfahrungen ab dem 5. Schwangerschaftsmonat dem bewussten Erinnern zugänglich sind.

    D.h. die Lehrmeinung ´infantile Amnesie´ ist NACHWEISBAR falsch – und die gesamte Fachliteratur zu diesem Thema muss umgeschrieben werden.

    Per Google-suche [Kinseher NDERF denken_NTE] ist eine kostenlose PDF mit meiner Behauptung lesbar und mein Buch ´Kinseher Richard: Pfusch, Betrug, Nahtod-Erfahrung´ ist im Handel erhältlich.
    Hätte man im Vorfeld der Gewährung der Fördergelder für das obige Projekt eine gründliche Recherche gemacht – dann hätte man meine Veröffentlichungen finden müssen – und die 2 Millionen Euro NICHT vergeben dürfen.

    Dieses Beispiel zeigt, dass nicht nur Leute vom NWO schlampen.
    Ich habe hier @Schleim schon seit über einem Jahrzehnt auf dieses Problem aufmerksam gemacht – und keine Reaktion erhalten, die man von einem Wissenschaftler erwarten könnte.
    Wenn der offizielle Nachweis vorgelegt wird, dass eine Lehrmeinung (= infantile Amnesie) falsch ist – dann sollte jede/r Wissenschaftler/in reagieren.

  12. Ich finde den letzten Beitrag von KRichard vom 02.05.2020, 17:27 Uhr nicht hilfreich.

  13. Nach 20 Jahren in der nationalen und internationalen (EU) Forschung möchte ich hier folgenden Beitrag leisten. Forschungsvorhaben werden zunächst bearbeitet von Referenten (inhaltlich) und Verwaltungsmtarbeitern (finanziell). Ist der Referent nicht interessiert, wird aus dem Vorhaben nichts, es sei denn, es fügt sich ein in eine nationale oder internationale Initiative resp. Programm.
    Erste Aufgabe ist es also, mit dem Referenten Kontakt aufzunehmen, es menscheln zu lassen, Sympathiepunkte zu sammeln. Inhaltlich ist es wichtig, dass der Referent in groben Zügen versteht, worum es geht. Dabei muss man Fachbegriffe einfließen lassen, die er noch nie gehört hat. Nehmen Sie für Astronomie den Begriff “interstellares Differenzsyndrom”. Der Referent wird begeistert sein und sie auffordern, einen Antrag einzureichen. Vorschlag,: ich sende den Antrag vorab informell an Sie, damit wir uns darüber austauschen können. Dazu gibt es ein Zahlenwerk, das nicht nur die Kosten aufführt sondern auch begründet, z.B. 4 Mitarbeiter reisen in 6 Jahren zu einer internationalen Konferenz nach Japan: die Begründung muss alle Fragen dazu beantworten: Warum? Warum Japan? Warum 4 Personen? Warum diese Kosten? Für einen Laien ist es unvorstellbar, dass Forscher in dieser Art und Weise in die Zukunft schauen können – ehrlich gesagt handelt es sich hierbei um reine Fiktion – abgerechnet wird hinterher. Beim ersten Forschungsantrag habe ich nächtelang Albträume gehabt. Beim letzten über 3,2MEUR war ich fertig damit, als Excel den gewünschten Betrag anzeigte.
    Zwei Dinge zeigte mir meine Geschichte:
    – Forschungsförderung wird gewährt bei guter Geschichte und Sympathie
    – Forschungsförderung wird gewährt bei bestens begründeten Zahlen. Bereits ein “ca.” kann den Antrag kippen

  14. @Elektroniker 02.05. 16:05

    Interessant ihre Beobachtung, dass Vektoren in einem Computermodell eine Ähnlichkeit mit Nervenzellen haben. Eine Nervenzelle zeigt ja auch immer irgendwo hin. Was die Bildgebenden Verfahren angeht, so schätze ich aber, dass deren Bildauflösung mindestens tausende von Nervenzellen in einem Pixel zusammenfassen muss. Und wie diese Nervenzellen jetzt lokal verschaltet sind, und wohin die überall hinzeigen, das kann ja 10cm weit sein, das können diese Bildgebenden Verfahren leider noch lange nicht abbilden.

    Eine Forschergruppe hat ein winziges Stückchen Mäusegehirn scheibchenweise mit dem Elektronenmikroskop kartiert und daraus dann ein 3D-Computermodell erstellt, in dem jedes Stückchen Dendrit und jede Synapse detailliert zu bestaunen ist.

    Wenn dies und weitere derartige Arbeiten noch dazu führen, die Prinzipien des Konnektoms zu enträtseln, dann kann ich mir vorstellen, wie hier in der Kombination mit den Bildgebenden Verfahren dann doch noch recht viel darüber zu erfahren ist, wie wir wirklich funktionieren.

    Vorerst allerdings müssen wir uns in der Praxis mit psychologischen Werkzeugen begnügen, um uns zu verstehen und uns gegenseitig zu helfen. Abgesehen von den paar hilfreichen Medikamenten gegen einzelne psychische Schwierigkeiten. Und unser Miteinander mehr in den Blick nehmen, es besser verstehen, und an diesem Miteinander konkret arbeiten. Genau das ist jetzt wiederum so naheliegend, dass auch die beste zukünftige Hirnforschung uns wohl eher nur bestätigen wird, dass es uns vor allem dann besser geht, wenn unser Miteinander gut funktioniert.

    @Stefan Schleim

    Glückwünsche, dass die Forschungsgelder doch noch kommen.

    „In meinem Forschungsprojekt sollte es darum gehen, warum der Schluss von einer gemessenen Hirnaktivierung auf die damit (mutmaßlicherweise) verbundenen psychischen Vorgänge eigentlich so schwierig ist.“

    Das ist eine sehr interessante Frage, finde ich. Dazu fällt mir ein, dass die psychischen Vorgänge, die in der eigenen persönlichen Innenwelt sichtbar werden, also die Inhalte unseres aktuellen Bewusstsein, gar nicht rein materiell sein müssen. Mir erscheint die Fiktion als hilfreich, dass das menschliche Bewusstsein erst aus einer Synthese des lokalen Gehirns mit einem allgemeinen kosmischem Geist hervorgeht. Damit kann ich mir sprirituelle Erfahrungen verschiedenster Art erklären.

    Für Ihr Projekt hieße das, das es einerseits noch schwieriger wird, wenn das kosmische Bewusstsein da auch immer wieder mal mitmischt. Aber auch wieder einfacher, wenn man denn erklären will, wie Bewusstsein im Detail auf der Ebene der Nervenzellen funktioniert: Nach meinem Modell kommt hier der kosmische Geist zur Hilfe und übernimmt wesentliche Funkionen der Bewusstseinsbildung.

    Ich bin mir da nicht sicher, dass das so ist. Aber die weitere Forschung könnte zeigen, was bei der Bewusstseinsbildung wirklich vor sich geht.

  15. @An einer sachlichen Diskussion …

    mehr Sachlichkeit als in meinem Beitrag geht kaum:
    A) im DORSCH Lexikon der Psychologie (16. Ausg.) steht beim Stichwort ´Infantile Amnesie´ dass dieser Begriff die Unfähigkeit, sich an Ereignisse aus den eigenen ersten Lebensjahren zu erinnern, beschreibt
    Diese Lehrmeinung ist falsch – behaupte und belege ich: meine Argumente muss man diskutieren; denn dies bedeutet, dass die Fachliteratur falsch ist. Solch einen Hinweis zu ignorieren ist nicht wissenschaftlich.

    B) für das CORDIS-Projekt wurden 2 Millionen Euro Fördergelder gegeben.
    Da man Geld nur einmal ausgeben kann, bedeutet dies, dass diese Gelder für sinnvolle Forschung fehlen.

    C) für das CORDIS-Projekt ist vorgesehen, Experimente mit Ratten durchzuführen. Diese Experimente sind sinnlos und somit als Tierquälerei zu betrachten.
    Begründung:
    Man hat Menschen nach ihren frühesten Erlebnissen befragt – dabei kam heraus, dass man in Europa*) von keinen Erfahrungen berichten kann, die sich vor dem 2.-4. Lebensjahr ereignet haben. Diese Grenze des Erinnerns beschreibt der Begriff ´Infantile Amnesie´. (*)= Untersuchungen zeigen, dass diese Grenze kulturell unterschiedlich ist: Europäer = 3,5 Jahre, Ostasiaten = 6 Jahre, Maori = 2,5 Jahre)
    ich wiederhole nochmals: diese Grenze des Erinnerns wurde festgelegt, indem man nach Befragungen die geschilderten Erlebnisse auswertete.
    Will man aber mit Ratten die ´Infanile Amnesie´ erforschen – dann müsste man diese Tiere zuerst nach ihren persönlichen Erinnerungen befragen. Dies ist nicht möglich, da wir deren Sprache nicht verstehen. D.h. somit sind diese Tierversuche nicht sinnvoll

    Ich habe seit 2006 veröffentlicht, dass Erlebnisse aus der Foteus-Zeit lebenslang dem bewussten Erinnern zugänglich sind. Aber in der Fachiteratur wird dies bis heute nicht beachtet. Das CORDIS-Projekt ist nur ein Beispiel dazu, was herauskommt, wenn man vorhandenes Wissen ignoriert.

    Sie brauchen nur einmal nachschauen, welche enormen Geld-Summen von Forschungseinrichtungen für die Erforschung des episodischen Gedächtnisses ausgegeben werden. Viele dieser Forschungsarbeiten werden fragwürdig – wenn man nicht beachtet, dass unser episodisches Gedächtnis schon ab dem 5. Schwangerschaftsmonat besteht: Nachweisbar und Nachprüfbar

  16. Zusatzinfo zum CORDIS-Projekt

    Zum Thema ´infantile Amnesie´ gibt es bekannte Forschungsarbeiten, welche zeigen, dass diese Grenze des Erinnerns von der Erzählkultur und den gesellschaftlichen Regeln einer Gesellschaft abhängt.
    Wenn aber wie im CORDIS-Projekt nach neuronalen Mechanismen für die ´infantile Amnesie´ gesucht werden soll – dann hat man offensichtlich im Vorfeld der Versuchsplanung diese bekannten Forschungsarbeiten nicht beachtet.

    Die biologische Funktion von menschlichen Gehirnen ist in allen Kulturen identisch – somit macht es keinen Sinn neuronale Mechanismen zu ´erforschen´; wenn Unterschiede von gesellschaftlichen Gepflogenheiten abhängen.

  17. @KRichard

    Also ich habe Erinnerungen aus dem Säuglingsalter.
    Als ich diese meiner Mutter erst vor ein paar Jahren erzählte, wurde sie blass wie die Wand.

    Ich vermute diese Fähigkeit hängt mit frühen Erstickungserlebnissen zusammen, vielleicht auch mit dem Kaiserschnitt!?

  18. @sachliche Diskussion: Tja, so ist das. Und wenn man nicht anfangen will zu moderieren, was viel Zeit kostet und die Diskussion verlangsamt, dann muss man damit leben.

  19. @Wied: Danke für den Hinweis. Dass es irgendwelche Kriterien geben muss, ist klar. Nur sollten die deutlich und allen Parteien rechtzeitig bekannt sein.

    Man kann auch nicht Schach spielen, ohne die Regeln zu kennen.

  20. “Mit rechten Dingen” in dieser Welt- und “Werteordnung”!?

    So, obwohl ich ja durch Verstaatlichung/Reprivatisierung/Gemeinschaftseigentum weg will von Steuern zahlen, usw., muss ich trotzdem mal nachfragen – “Das schulden wir schon allein dem Steuerzahler, …” – Wie verhält sich das mit der in Folge propagierten Existenzsicherung vom teils auch kartellbildenden Unternehmertum, denn letztendlich fällt dies wieder auf die lohn- und “sozial”-abhängige Bevölkerung zurück (erhöhte Steuern, Mieten, Kosten der Produkte)!?

    Was werden diese uns ausser “warme und eiskalte Worte” schuldig sein/bleiben???

  21. @ Tobias Jeckenburger

    Die bemerkenswerte Erkenntnis aus den Bild gebenden Verfahren ist, dass sozusagen besonders zusammengehörige Informationen (z.B. „Muster“) in benachbarten Strukturen informell und optisch „abgebildet“ werden. Je ausgeprägter bestimmte Fähigkeiten, z.B. die Fingerfertigkeit eines Geigers ist, desto größere Bereiche an bestimmten Orten werden als aktiv erkannt und benachbart im „Vektorraum abgebildet“. Die „Nähe im Vektorraum“ bedeutet umgekehrt, dass z.B. bestimmte Worte ähnliche Bedeutung haben.

    Die psychischen Vorgänge, die in der eigenen persönlichen Innenwelt „sichtbar“ werden, also die Inhalte unseres aktuellen Bewusstsein, sind auch nicht „direkt materiell“. Es werden gleichzeitige „Schaltzustände“ bestimmter Kombinationen von Neuronen, vermutlich an „flächigen“ Strukturen, (Trennbereichen der Hirnorgane, z.B. auch Netzhaut) „angezeigt“. Ähnlich wie im Film die Bilder auf eine Leinwand „geworfen“, („realisiert“) werden.

    Meine private, nicht seriös begründbare Vermutung ist, dass „Empfindungen“ entstehen, wenn es in bestimmten Strukturen hoch dynamische Wechselwirkungen, z.B. zwischen Lichtquanten, Valenzelektronen (die z.B. durch Einflüsse aus ihrer Bahn fliegen) und freien Elektronen (des neuronalen Systems) gibt. „Rot“ würde bedeuten, dass die „Dynamik“, allenfalls mit dem „Licht“ wie in der analogen Funktechnik moduliert, mit einer Frequenz von 450 THz übertragen wird.

    Mit elektromagnetischen Wellen dieser Frequenz könnten die „Empfindungen übertragen“ werden und an anderer Stelle neu entstehen.

    An der Ursprungsstelle, z. B. einer rot angestrichen Bank gibt es vermutlich kein Auswertesystem für die „Empfindungen“, aber übertragen und an anderer Stelle „ebenfalls empfunden“ („Qualia“) werden (z.B. Zäpfchen im Auge) und im neuronalen System interpretiert zu werden, das können derartige „Empfindungen“ schon.

    Auf diese Idee kann man schon kommen, wenn man sich mit Informationsübertragung beschäftigt hat. Das könnte auch für Empfindungen gelten.

    Es ist eine Frage ob die Begriffe „Weltbewusstsein“, „kosmisches Bewusstsein“ zweckmäßig sind, weil Bewusstsein, zumindest beim Menschen, ein Auswertesystem mit „Hardware und Software“ voraussetzt.

    „Information“ z.B. existent als abstrakte Naturgesetze in einer Art von nicht materiellem „Informationspool“, können auf Hardware als auch auf Prozesse einwirken und z.B. im Bewusstsein einzelner Menschen „abgebildet“ werden.

  22. @ Stephan Schleim

    Herr Wied war offensichtlich Insider.

    Ich nicht, habe mir aber „Insiderwissen“, nicht nur mittels psychologischer Analysemethoden „angeeignet“.

    Natürlich gab es irgendwelche Kriterien, aber eben geheim. Man wollte absichtlich nicht, dass diese internen Selektionskriterien allgemein bekannt werden, weil sie dann eben beliebig unterlaufen werden. Jeder könnte sich nach Belieben selbst bedienen, weil eben die Kriterien leicht „nachgeäfft“ werden können.
    Man hat absichtlich „erwünschten Kandidaten“ besondere Aufgaben „zugeschanzt“, so dass sie sich profilieren können, andere Kandidaten konnten das nicht. In der Privatwirtschaft gibt es noch mehr Beliebigkeit.

    Angeblich wurden auch Testpsychologen samt den von ihnen selektierten Personal hinaus geschmissen, weil unfähige Kandidaten sich bei den Tests als „halbe Genies“ durchgesetzt haben, weil sie die Tests einfach „unterlaufen“ haben.

  23. @Elektroniker

    “Kosmisches Welt-/Zentralbewusstsein” – Ist ein holographisches Universum bezüglich Hard-/Software zweckmäßig genug?

  24. Schadensersatzklagen, gegen die “Werte-Gemeinschaft”, wegen Verletzung meiner Menschenwürde und Menschenrechte, würde ich auch gerne einige einreichen, aber …

  25. Die Richter in den NL sind vermutlich auch Beamte? Ggf. wäre die Verallgemeinerung “Beamte sind schlecht” zu überdenken?

  26. @SuFech: Da haben Sie meines Erachtes nicht so genau gelesen. Aus dem Artikel sollte hervorgehen, dass ich hier nur über die Beamten der Niederländischen Forschungsgemeinschaft (NWO) schreibe.

    Übrigens bin ich laut der gängigen Definition selbst auch Beamter. Allerdings ist das in den Niederlanden nicht ein ganz so sicherer Status wie in Deutschland.

  27. Das Richteramt ist DAS ÜBELSTE in Verwaltung von Unwahrheit und Konfusion des imperialistisch-faschistischen Kreislaufes!

  28. @Schleim

    Vielen Dank fuer den Artikel. Es spricht mir als Doktarant in den Niederlanden aus der Seele.

    Ich wuerde deinen Artikel gerne mit meinen Kollegen teilen, die alle mehr oder weniger das gleiche erlebten. Gibt es eine englische Uebersetzung, bzw koenntest du eine anfertigen?

    Joern

  29. @Joern: Danke für deine Offenheit. Es gibt noch diesen niederländischen Artikel auf der Seite unserer Universitätszeitung. Möglicherweise erscheint in den kommenden Tagen noch eine Übersetzung im englischsprachigen Angebot.

    Für eine ausführliche Analyse auf niederländisch sei auf meine persönliche Website verwiesen (dann von den drei Sprachen NL wählen). Bzw. ein entsprechender direkter Link findet sich auch im Text oben.

    Zumindest sind die Arbeitsverträge für die Doktoranden in den Niederlanden ja i.d.R. viel besser als in Deutschland. Viel Erfolg auf jeden Fall!

  30. So seriös und weltmännisch Sie auf Ihrem Profilbild auch aussehen mögen Herr Sch…, aber mir dreht sich der Magen um, wenn ich an Ihren Namen denke und das verdirbt mir auch inhaltlich schon seit Jahren so manchen Artikel von Ihnen. Ich kann Sie nicht ernst nehmen. Haben Sie nie daran gedacht, sich einen anderen Namen zuzulegen? Das zuständige Amt (Standesamt?) hätte sicherlich keine Bedenken, zumal der Leidensdruck offensichtlich Und spürbar ist.

  31. @Geoman: Off Topic

    LOL, Sie kommen auf Gedanken!

    Nein, meinen Namen gebe ich freiwillig nicht her.

    Aber auch für Sie gilt: Äußern Sie sich hier bitte zum Thema.

    P.S. Da Sie von Magen umdrehen, Leidensdruck und so sprechen: Schon einmal an den Gang zum Psychologen gedacht?

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