ISS und Iridium-Flare gemeinsam im Bild

In der mondlosen Nacht vom 19. auf den 20. Juli überflog die hell angestrahlte ISS Darmstadt fast genau im Zenit und erreichte eine größte Helligkeit von -4 mag. Die ISS wurde in der Leier sichtbar, als sie um 02:10 MESZ aus dem Erdschatten austrat. Sie kreuzte bald darauf die Vega auf ihrem Weg Richtung Ost-Nord-Ost.

Ein hübscher Anblick, gewiss. Nur halt zu einer etwas ungemütlichen Uhrzeit, was aber durch die angenehmen Nachttemperaturen etwas gemildert wird. Ich habe die ISS auf ihrem Weg Richtung Horizont in einer Serie von acht Aufnahmen fotografiert, die ich hier zu einem Bild zusammen gefasst habe.

Das Aufstehen mitten in der Nacht wurde mir durch eine nette Dreingabe versüßt: Als die ISS schon fast den Baum am unteren Bildrabd erreicht hatte, ereignete sich ein Iridium-Flare im Blickfeld der Kamera, im Sternbild Delphin. Es handelt sich um Iridium 61. Mein Standort war ziemlich weit von der Zentrallinie des Flares entfernt, sodass die Helligkeit nur -1.5mag erreichte. Ehrlich gesagt, ich hatte den Flare gar nicht mit bloßem Auge wahrgenommen, weil ich gerade zur ISS schaute. Ich entdeckte ihn aber sofort bei Sichtung des Bildmaterials und konnte ihn mittels heavens above ohne weiteres zuordnen.

Die ISS schneidet die Vega über Darmstadt am Morgen des 19.7.2017, 02:10 - 02:12 MESZ. Zeitgleich ein Flare von Iridium 61 etwas südlich. Canon EOS6D mit Sigma 10mm 1:2.8 DC Fisheye, HSM, 8x15 Sekunden, ISO 800, f/2.8

Credit: Michael Khan, Darmstadt / Die ISS schneidet die Vega über Darmstadt am Morgen des 19.7.2017, 02:10 – 02:12 MESZ. Zeitgleich ein Flare von Iridium 61 etwas südlich. Canon EOS6D mit Sigma 10mm 1:2.8 DC Fisheye, HSM, 8×15 Sekunden, ISO 800, f/2.8

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Tolles Bild: Alien,fantastique, einem Bild aus einem Teilchenbeschleuinger gleichend und doch unzweifelbar irdisch. Vielleicht sollten wir die Redewendung “Es gibt mehr im Himmel und Erden, als Eure Schulweisheit sich träumen lässt“ heute anders interpretieren als es all die tun, die Josef Honerkamp im eben verlinkten Artikel, nerven – die Esoteriker nämlich, die mit diesem Spruch für sich allerhand Unfug, allerhand abeneuerliches und phantastisches in Anspruch nehmen. Diese Phantastische, exotische gibt es schon zwischen Himmel und Erde, zum Teil erst von uns Menschen geschaffen, zum Teil schon lange vorhanden. Und es braucht überhaupt keine esoterischen Erklärungen dafür.

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