Sich zu Tode fürchten – der mRNA-Impfstoff und seine Gegner

Verschwörungsgeschwurbel und wissenschaftliches Kauderwelsch

Zum ersten Mal schreibe ich in diesem Blog nicht über Künstliche Intelligenz sondern über Impfstoffe: Speziell über den neuen mRNA-Impfstoff gegen SARS-Cov-2. Was sind mRNA-Impfstoffe? Wie funktionieren sie? Kann die Impfstoff-mRNA in unser Genom eingebaut werden? Müssen wir vor diesem Wunder der Präzisionsmedizin Angst haben? Und was hat damit das Zentrale Dogma der Molekularbiologie zu tun?

Warum diese Themenänderung? Seit Monaten diskutiere ich bei Facebook mit Impfgegnern und Gegnern der Maßnahmen gegen SARS-Cov-2. Oft sind es dieselben Leute. Konsequent ist das schon: Wenn ins Verderben, dann richtig. Die Welt ist nun mal ein Zirkus. Es gibt eine reale Gefahr: Das Virus! Viele Menschen fürchten trotzdem eher die Maßnahmen dagegen. Sogar den Impfstoff!

Noch nie in der Geschichte der Menschheit waren wir so schnell und effizient in der Lage, eine Pandemie zu bekämpfen wie heute. Seit dem Anfang des Jahres 2020 richtet die Wissenschaft der Welt ihre Forschung auf ein einziges Ziel – die Bekämpfung von SARS-Cov-2. Im nie dagewesenen Maß. Auch die Künstliche-Intelligenz-Forschung. Statt aber die Wissenschaft der Welt dafür zu feiern, verbreitet ein Teil der Menschheit „Verschwörungsgeschwurbel“. (Danke an den Poet Wolfgang Ramadan für diese hübsche Bezeichnung.) Dabei kann jede dieser Verschwörungstheorien sofort als Betrug entlarvt werden. Warum glaubt man dem Unsinn mehr als Fakten?

Ein Grund dafür ist sicher unser wissenschaftliches Kauderwelsch. Viele wissenschaftliche Artikel verstehen nur Experten aus demselben Gebiet. Oft mit Mühe! Deswegen erlauben Verschwörungstheoretiker sich sogar, wissenschaftliche Artikel als Belege für ihren Unsinn zu verlinken: Sie wissen, dass kein normaler Mensch das Kauderwelsch darin versteht. Sollten wissenschaftliche Artikel nicht endlich verständlich geschrieben werden? Sollten die Herausgeber der wissenschaftlichen Journale nicht das wichtigste Kriterium für die Güte eines Artikels berücksichtigen? Seine Verständlichkeit? Vielleicht könnte sich jede Universität einen Lehrstuhl für Wissenschaftskommunikation zulegen. Dieser Lehrstuhl könnte dann den anderen Lehrstühlen bei der Verfassung von wissenschaftlichen Artikeln helfen. Zum Glück erkennen viele Institute langsam die Zeichen der Zeit. Wichtige Studien werden in Blogs der Institute für Normalmenschen dargelegt. Das Grundübel aber bleibt: Der wissenschaftliche Originalartikel. Zurück aber zum mRNA-Impfstoff:

Am Anfang war das Zentrale Dogma der Molekularbiologie

Acht Jahre lang habe ich bei Prof. G. L. Hofacker an der TU München (Lehrstuhl für Theoretische Chemie) über die Entstehung des genetischen Codes geforscht: Über die genetische Information in der DNA unseres Genoms (in den Chromosomen) und ihre Übersetzung in die zugehörigen Proteine. Dabei spielt die mRNA (messengerRNA) den Boten zwischen einem Gen (DNA) und dem entsprechenden Protein. Und eben der mRNA-Botengang gehorcht dem Zentralen Dogma der Molekularbiologie: Genetische Information kann nur in einer Richtung fließen – von der DNA über die mRNA zu den Proteinen. Keine andere wissenschaftliche Theorie habe ich so stark verinnerlicht, zumal sie durch ihre schöne und einfache Logik besticht. Warum überzeugt diese einfache Logik nicht Menschen, die meine Facebook-Posts kommentieren wie auf den folgenden Bildern?

Der Kommentar eines meiner Posts bei Facebook. Das Smiley-Zeichen stammt von mir. 🙂
Ein anderer Kommentar in meinem Facebook-Profil. Übrigens stammt der Kommentar aus Sachsen.

Bevor ich mich mit dem Zentralen Dogma auseinandersetze, widme ich mich kurz unserer Immunabwehr:

Lob des Immunsystems

Jeden Tag trainiere ich meinen Körper und seine Immunabwehr mit Sport. „Willst du ewig leben?“, fragen mich hin und wieder Freunde. Nein! Ich will nicht ewig leben. Doch ich will davontanzen können, wenn’s so weit ist. Leider reicht der Sport allein nicht aus, um all die Parasiten abzuwehren, die es auf mich abgesehen haben. Auch das Baden im Winter reicht nicht (auf dem folgenden Bild steige ich im Dezember 2020 aus der Mangfall):

Zum Glück helfen hier Impfungen. Weil ich während meiner Kindheit im Sozialismus mit Impfungen sozialisiert wurde, lasse ich mich weiterhin wie ein Weltmeister impfen. Jedes Jahr gegen die Grippe zum Beispiel. Mit inaktivierten Influenza-Viren. Statt dass bei einer Infektion Abermillionen hoch reaktive Viecher über mich herfallen. Denn sie zerlegen alles, was sie nur zerlegen können.

Ja, ich weiß, ich sollte Viren nicht ganz verurteilen. Ich verdanke ihnen meine Sexualität und meine Immunabwehr: Die gesamte Evolution der Menschheit bis zu mir verdanke ich diesen winzigen Viechern. Im Laufe der Evolution hat sich immer wieder virales Erbgut in unserem Genom eingenistet und uns so neue Anpassungen geschenkt. Und eine Menge neue genetische Substanz. Diese konnte später verwertet und funktionell gemacht werden, wenn neue Funktionen evolutionäre Vorteile boten. Oder zumindest keine Nachteile mit sich brachten, wie es die neutrale Theorie der molekularen Evolution annimmt. Doch ich will nicht weiter evolvieren, verdammt! Meine Sexualität trainiere ich auch lieber selbst. Außerdem will ich Tage an einem Beatmungsgerät vermeiden. Genauso wie die Zellenvernichtung in allen möglichen Organen und Spätschäden oder den Tod. Deswegen ist mir eine Impfung lieber als eine Invasion von qietschlebendigen Viren.

Ende 1960er hatte mich mit 14 die Honkong-Grippe fast umgebracht. 1984 hat mich bei fast 42 Grad Grippe-Fieber der Leiter des Sprachkurses in Fürth unter eine kalte Dusche gesteckt: Ich war so heiß, dass ich nicht mehr atmen konnte. Ich weiß nicht, ob saukaltes Wasser ein gutes Mittel gegen Fiber ist – der Mann hat mir damit aber das Leben gerettet: Mein Atem war wieder da! Damit es nicht mehr passiert, lasse ich mich impfen.

mRNA – ein präzises Werkzeug

Jetzt werden wir zum ersten Mal in der Geschichte der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff geimpft. Gegen SARS-Cov-2 und seine Krankheit Covid-19 – unsere Corona-Geißel. Nicht mehr mit abgetöteten oder zum Teil deaktivierten Viren oder ihren Hüllenproteinen werden wir geimpft wie früher, sondern gezielt mit der Bauanleitung für einen einzigen präzisen Teil eines Virus: Mit der mRNA, die nur ein einziges virales Protein kodiert. Das ist viel effektiver und billiger als die alten Impfmethoden: Nur ein Molekül in einer bestimmten Konzentration gelangt in unsere Zellen. Dieser Impfstoff kann dann auch sehr schnell auf neue Virus-Mutationen angepasst werden. Nur ein Molekül? Was bewirkt das Molekül in unserem Körper?

Bei dem Impfstoff gegen SARS-Cov-2 von Biontech und Pfizer trägt die Impfstoff-mRNA die Bauanleitung für das Spike-Hüllenprotein des Virus – ein Antigen. Antigene sind artfremde Proteine. Doch dieses Antigen wird dank der eingeschleusten mRNA von der ribosomalen Fabrik im Zytoplasma unserer Zellen produziert. Unsere Immunabwehr erkennt dieses Antigen – das körperfremde Protein – und produziert Antikörper, die das Spike-Protein zerlegen. Diese Antikörper bleiben in unserem Organismus und können dann auch eine echte Invasion des Virus bekämpfen. Kann diese Impfstoff-mRNA in unserem Körper auch Unheil anrichten? Damit wir das verstehen, muss ich kurz die Produktion und Funktion der körpereigenen mRNAs beschreiben.

Was sind mRNAS generell?

m(essenger)RNAs sind Boten-Moleküle – so wie es ihr Name sagt. Wofür dienen diese Boten in unserem Organismus? So wie die Impfstoff-mRNA tragen auch körpereigene mRNAs die Information für die Herstellung der entsprechenden Proteine. Proteine sind die funktionellen Einheiten unseres Körpers: Bei ihrer Produktion in unseren Zellen wird zuerst ein DNA-Stück – ein Gen – im Zellkern in seine mRNA umgeschrieben. (Gene sind Bauanleitungen für unsere Proteine.) Die mRNA trägt diese Botschaft aus dem Zellkern ins Zytoplasma. Zytoplasma ist der wässrige Bereich der Zelle, der den Zellkern mit unserem Genom umgibt. Im Zytoplasma finden nahezu alle lebenswichtigen biochemischen Prozesse statt. Hier wird die mRNA in das entsprechende Protein übersetzt: Als Teil eines Prozesses, der dem Zentralen Dogma der Molekularbiologie gehorcht:

Das Zentrale Dogma der Molekularbiologie etwas genauer

Das Zentrale Dogma der Molekularbiologie wiederhole ich noch einmal (ich mag’s wirklich): Die genetische Information fließt nur in einer Richtung: Von der DNA über die mRNA zu den Proteinen. Die DNA speichert unsere genetische Information, also auch Bauanleitungen für alle unsere Proteine. Somit kann ein Gen (ein DNA-Stück) in ein Protein übersetzt werden. Ein Protein kann jedoch nicht in ein DNA-Stück zurückübersetzt und in unser Genom eingebaut werden! Warum ist das so?

Zuerst geht es rein biochemisch nicht: Ein Protein zeigt eine ausgeprägte dreidimensionale Struktur, in die es sich bereits während seiner Bildung faltet. Ein Protein kann nicht wie die DNA zu einer ablesbaren Matrix aufgerollt werden. Das wäre, wie wenn Sie ein fest verknotetes Gummiband entflechten möchten. Das Gummiband gehört Ihnen und hing an ihrem Zaun. Ihr wütender Nachbar hat das Gummiband eine Woche lang verknotet, weil Sie immer seine Mühltonne zuparken und die Tonne dann nicht entleert wird. Noch unvorstellbar exzessiver verknotet und verknäult als dieses Gummiband ist ein gefaltetes Protein. Deswegen bildet die DNA unseren Speicher, und die Proteine bilden unsere funktionellen Einheiten. Doch das Zentrale Dogma bezieht sich direkt auf den Informationsfluss zwischen ihnen:

Die Sache mit der molekularen Übersetzung

Es gibt 4 verschiedene Nucleotidbasen/Buchstaben in der DNA: Ein Codon ist ein Triplett, eine 3 Buchstaben lange Folge, die jeweils eine Aminosäure kodiert: Es gibt also im genetischen Alphabet „4 x 4 x 4 = 64“ Wörter, deren Buchstaben zu beliebig langen Sequenzen kombiniert werden: Zu unserer DNA. Bei der Herstellung der Proteine in unseren Zellen werden diese 64 Wörter der DNA-Sprache in 20 Wörter der Protein-Sprache übersetzt: In 20 Aminosäuren.

Bei der Übersetzung des Textes einer Sprache mit dem Wortschatz von 64 Wörtern in eine Sprache mit dem Wortschatz von nur 20 Wörtern geht jedoch Information verloren. Zum Beispiel kodieren vier verschiedene Buchstaben-Tripletts der DNA eine bestimmte Aminosäure. Nach einer Übersetzung eines solchen Tripletts in die zugehörige Aminosäure kann niemand mehr sagen, welches der vier Tripletts so übersetzt wurde. Das drückt das Zentrale Dogma der Molekularbiologie aus: Eine Seite Text kann man immer zum Drittel einer Seite zusammenfassen. Doch aus der Zusammenfassung kann niemand wieder Wort für Wort den ursprünglichen Text der ganzen Seite erstellen.

Der Fluss der genetischen Information nach dem Zentralen Dogma: Unser Genom im Kern unserer Zellen setzt sich aus Chromosomen, die aus DNA-Doppelsträngen bestehen. Jeweils ein Gen im DNA-Doppelstrang kodiert ein Protein. Dieses Gen wird bei der sogenannten Transkription in die mRNA umgeschrieben (bei der DNA und RNA gibt es nur eine unterschiedliche Base – einen unterschiedlichen “Buchstaben”: “T” der DNA entsprich “U” der RNA). Die mRNA wandert aus dem Zellkern ins Zytoplasma. Dort wird dieses Botenmolekül in ein Protein übersetzt. Dabei entsprechen jeweils drei Basen (der mRNA – Tripletts bzw. Codons) einer Aminosäure (des Proteins). Das Bild wurde mit BioRender.com kreiert.

Ein großer Mann

Das Zentrale Dogma wurde 1958 von dem Mitentdecker der DNA-Doppelhelix Francis Crick postuliert. Es gilt immer noch. Außerdem trug Crick maßgeblich zur Entschlüsselung des genetischen Codes bei. Bei meiner eigenen Forschung konnte ich dank Francis Crick zeigen, dass der genetische Code an eine Kodierung in beiden Strängen der DNA/RNA angepasst ist: Das heißt an die Zuordnung der Basentripletts der DNA zu den entsprechenden Aminosäuren der Proteine. Der genetische Code hat sich in biochemisch einfachen Ursystemen so entwickelt, damit beide komplementäre (gekoppelte) DNA/RNA-Stränge Proteine kodieren konnten.

Wenn’s Ihnen zu hoch ist, kann ich Ihnen verraten, womit Francis Crick mich sonst beeindruckt hat: Mit seinem gesunden Menschenverstand, der ihn wunderbare Weisheiten sagen ließ wie: „So was wie Glück gibt‘s nicht, sonst würden’s nicht immer dieselben Leute haben.“ Ein großer Mann war der Herr Crick. Nach seiner Forschung über die DNA und den genetischen Code trieb er maßgeblich die Gehirnforschung voran. Somit gehört Crick auch in einen Blog über Künstliche Intelligenz. Trotzdem bleibe ich heute beim Thema Impfung. Ich hoffe auf jeden Fall, ich konnte zeigen, dass ein Protein nicht in unser Genom eingebaut werden kann. Wie ist es aber mit der Impfstoff-mRNA?

Eine kleine Ausnahme, die die Regel bestätigt

Kann eine RNA in unsere DNA eingebaut werden, bevor sie nach der Übersetzung in das zugehörige Protein zerlegt wird? Nicht ohne Hilfsmittel. Dieses Hilfsmittel revidiert tatsächlich – unwesentlich – das Zentrale Dogma und heißt Reverse Transkriptase. Dieses molekularen Werkzeugs bedienen sich Retroviren, damit ihr Erbgut – ein RNA-Einzelstrang – ins Wirtsgenom eingebaut wird, das heißt auch in unser Genom. Deswegen heißen Retroviren mit dem ganzen Namen Reverse Transkriptase Onkoviren. Dazu gehört auch das HIV und diverse Tumorviren. Die Erbgut-RNA der Retroviren selbst ist nicht infektiös – sie vermehrt sich nach dem Einfall des Retrovirus in die Zelle nicht wie bei den anderen Viren. Die Retroviren bringen aber das Enzym (Protein) Reverse Transkriptase mit. Und dieses Enzym schreibt die virale RNA in DNA um: Diese wird anschließend in das Wirtsgenom eingebaut. Erst diese (jetzt unsere DNA) steht als Blaupause für die Vermehrung des Virus zur Verfügung. Auf diese Art verseuchen Viren weiterhin unser Genom.

Nur wird beim mRNA-Impfstoff keine Reverse Transkriptase mitgeimpft, die bei dieser speziellen mRNA sowieso nichts ausrichten würde. Sonst könnten alle unsere mRNAs, die gerade Informationen für den Bau der Proteine ins Zytoplasma tragen, in unser Genom rückeingebaut werden: Eine mRNA nach der anderen, bis wir platzen würden. Aber auch wenn eine Reverse Transkriptase für den Einbau dieser bestimmten mRNA in unser Genom zur Verfügung stünde, würde es nicht viel ändern: Damit unser Genom tatsächlich geändert werden würde, müsste das Einbauen der mRNA in Chromosome in unseren Stammzellen stattfinden. Geimpft wird jedoch in die Muskelmasse.

Ein Bote ist ein Bote, und damit basta

Also noch einmal und in aller Entschiedenheit: Die Impfstoff-mRNA kann nicht in unser Genom eingebaut werden. Weil eine mRNA ein Bote ist! Ein Bote, der normalerweise eine Botschaft aus dem Genom hinausträgt! Nicht hinein! Eine mRNA trägt die genetische Botschaft für die Herstellung eines Proteins aus dem Zellkern ins Zytoplasma. Warum sollte ein solcher Bote sich durch die Zellkernmembran in den Zellkern zurückkämpfen, zumal er (die mRNA) kein Hirn hat und somit keinen Hang zur Anarchie? Und wenn der Bote es trotzdem schafft: Wie soll er sich dort ohne fremde Hilfe in seine Vorstufe verwandeln?

Das wäre, wie wenn Sie einen Brief zur Post bringen würden, und der Postbote eine Stunde später an Ihrer Wohnung klingelt und Ihnen Ihren Brief wieder aufschwätzen will. Was machen Sie dann? Klar schicken Sie den Postboten zur Post zurück, damit Ihr Brief endlich beim Empfänger landet. Warum sollten Sie Ihren eigenen Brief annehmen? Und wenn der Postbote eine Stunde später mit Ihrem Brief bei Ihnen wiederauftaucht – so wie sich’s wohl bei der mRNA die Impfgegner vorstellen -, dann bekommt er eins auf die Schnauze und die Sache hat sich.

Außerdem wird der Botengang in der Zelle durch eine von der Evolution ausgeklügelte Biochemie gesteuert. Die funktioniert, auch wenn der Bote mal mit einer Flasche Sliwowitz auftaucht und sagt: „Lass mich doch rein! Mir ist es im Zytoplasma zu wässrig.“ Hier rücken sofort Moleküle raus, die diesem molekularen Boten den Garaus machen, wenn er eine Aufgabe übernehmen will, die ihm nicht zusteht. Sie selbst sind vielleicht ein humaner Gastgeber und würden einen solchen Boten doch ins Haus lassen. Wenn der Bote sich dann aber bei Ihnen in der Wohnung in die Quelle seiner Botschaft verwandeln will – in Sie! – wäre es sicher auch bei Ihnen Schluss mit der Humanität.

Ein sehr kurzer Ausflug zu einem prominenten Impfgegner

Auch die Antikörper gegen SARS-Cov-2 kann man mittlerweile direkt herstellen, ohne den Impfstoff-Umweg also. Besser gesagt, man kann die Antikörper von Hamstern herstellen lassen. Donald Trump haben diese Antikörper das Leben gerettet. Das Verabreichen von Antikörpern ist auch eine Art Impfung – eine passive. Sie hilft im Vergleich zu der normalen Impfung sogar dann, wenn der Patient schon krank ist. Nur ist diese Methode sehr teuer und noch nicht ausreichend getestet. So was kann sich momentan wohl nur der noch ein paar Tage amtierende amerikanische Präsident leisten, auch wenn er selbst noch vor kurzem ein Impfgegner war. Leider weiß ich nicht, wie viele Hamster draufgegangen waren, damit Trump weitere leben konnte.

Noch eine wichtige Anmerkung: Weil die Impfstoff-mRNA nicht die Information für alle Virus-Proteine trägt, kann der Impfstoff NIEMANDEN mit SARS-Cov-19 anstecken. Das ist eine Tatsache, genauso wie die, dass uns keine Reptilien beherrschen. Ja, ich verstehe Sie, werte Verschwörungstheoretiker: Beides ist unglaublich! Aber wahr!

Ein paar Worte zum Schluss

Vielleicht hätte ich mir den ganzen Text sparen und einfach schreiben können: Viren sind Parasiten, die ihre Wirte manipulieren und die Zellen ihrer Wirte vernichten, um sich selbst zu vermehren. Impfstoffe verhindern diese Manipulation, indem sie die Immunabwehr des Wirts steigern. Was ist dann besser? Ein Virus oder ein Impfstoff?

Das wäre aber zu kurz für einen Blogtext. Und hätte sowieso nichts gebracht: Der gesunde Menschenverstand scheint nun mal der natürlichen Intelligenz manchmal zu fehlen. Der Künstlichen sowieso. Somit habe ich zumindest am Ende dieses Artikels die Kurve zur Künstlichen Intelligenz hinbekommen.

Bleiben Sie gesund!

Science ist the poetry of reality.

Beitragsbild: Ein Teil des Fotos von Gerd Altmann auf Pixabay.

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

 
willkommen auf meinem SciLogs-Blog "Gehirn & KI".
 
Ich möchte hier über alle möglichen Aspekte der Künstliche-Intelligenz-Forschung schreiben. Über jeden Kommentar und jede Diskussion dazu freue ich mich sehr, denn wie meine Mutter oft sagte:
 
"Solange die Sprache lebt, ist der Mensch nicht tot."
 
Neues über künstliche Intelligenz, künstliche neuronale Netze und maschinelles Lernen poste ich häufig auf meiner Facebook-Seite: Maschinenlernen
 
Hier etwas zu meiner Laufbahn: ich studierte Chemie an der TU München und promovierte anschließend am Lehrstuhl für Theoretische Chemie der TU über die Entstehung des genetischen Codes und die Doppelstrang-Kodierung in den Nukleinsäuren.
 
Nach der Promotion forschte ich dort einige Jahre lang weiter über den genetischen Code und die komplementäre Kodierung auf beiden Strängen der Nukleinsäuren:
 
Neutral adaptation of the genetic code to double-strand coding.
 
Stichworte zu meinen wissenschaftlichen Arbeiten: Molekulare Evolution, theoretische Molekularbiologie, Bioinformatik, Informationstheorie, genetische Codierung.
 
Zur Zeit bin ich Dozent für Künstliche Intelligenz an der SRH Fernhochshule und der Spiegelakademie, KI-Keynote-Speaker, Schriftsteller, Bühnenliterat und Wissenschaftskommunikator.
 
U. a. bin ich zweifacher Vizemeister der Deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften.
 
Mein Buch „Doktorspiele“ wurde von der 20th Century FOX verfilmt und lief 2014 erfolgreich in den deutschen Kinos. Die Neuausgabe des Buches erschien bei Digital Publishers.
 
Mein Sachbuch über Künstliche Intelligenz "Ist das intelligent oder kann das weg?" erschien im Oktober 2020.
 
Im Tessloff-Verlag erscheinen meine von Marek Blaha wunderschön illustrierten Kinderkrimis "Datendetektive" mit viel Bezug zu KI, Robotern und digitalen Welten.
 
Viel Spaß mit meinem Blog und all den Diskussionen hier :-).
 
Jaromir

96 Kommentare

  1. “… das Zentrale Dogma und heißt Reverse Transkriptase.

    Na schönen Dank, daß wird den Verschwörungsschwurblern reichen, denn die glauben schließlich an eine heimliche Verseuchung in allen denkbaren …trails.😣

    • Was viele nicht beachten ist, dass Impfstoffe mit abgeschwächten oder abgetöteten Viren auch mRNA beinhalten. Daher ist diese Impfung nur dahingehend neu, dass es viel präziser ist. Ich glaube die Bedeutung dieser Art der Impfung wird in die Geschichte eingehen wie die Entdeckung von Antibiotika.

        • Stimmt die Impfung wird in die Geschichte eingehen !
          Täglich erhalten wir weltweit seriöse Meldungen über schwere Nebenwirkungen und Todesfällen unmittelbar nach der Impfung.

          http://www.corona-ausschuss.de

          Diese Impfung ist kriminell !

          Bei dieser Erkrankung gibt es genügend effektive alternative Heilmethoden. Dies wird absichtlich öffentlich verschwiegen. Bolivien oder Tansania beweisen das es unschädliche Heilmethoden gibt um diese seltene Erkrankung also keine epidemische Bedrohung nationaler Tragweite zu helfen bzw. Prävention zu betreiben.

    • 🙂 Das ging nicht anders: Die Naturwissenschaften sind keinen Geheimwissenschaften. Sie sind nun mal die Speerspitze der Aufklärung, nicht der Geheimhaltung. Deswegen wollte ich die Reverse Transkriptase nicht verheimlichen. Meiner Meinung nach stellt die retrovirale Strategie für die eigene Vermehrung aber keine nennenswerte Ausnahme vom Zentralen Dogma. Bei dieser Ausnahme wird ja getrickst. Diese Tricks stehen jedoch einer injizierten mRNA nicht zur Verfügung. Wie ich auch erklärt habe.

      • Zitat:
        “Bei dieser Ausnahme wird getrickst. ”
        soso….
        Zitat:
        “Im Laufe der Evolution hat sich immer wieder virales Erbgut in unserem Genom eingenistet und uns so neue Anpassungen geschenkt. Und eine Menge neue genetische Substanz.”

        Wenn also Retrovieren soooo seltene Ausnahme und immer böse sind (also evolutionstechnisch verschwinden), wie um alles in der Welt konnte denn Obiges nur passieren?

  2. Wircklich toll – jede Chance ein Superheld a la Spiderman zu werden dahin.

    Aber ernsthaft gefragt: Kann von der mrna die Gefahr einer Autoimmunerkrankung ausgehen? – indem diese nicht abgebaut wird, oder bleibend reproduziert wird und so eine dauernde Tätigkeiten des Immunsystems auslöst.?

  3. Ich finde sehr interessant wie Sie die Zusammenhänge DNA – mRNA erklärt haben. Dieses Impfkonzept soll angeblich auch geeignet sein, dass das Immunsystem veranlasst wird, sogar im eigenen Körper entstandene Krebszelle selektiv zu bekämpfen?

    Das Konzept scheint genial.

    Angeblich soll es allerdings unter dem „Gesundheitspersonal“ relativ viele „Impfgegner“ geben. Vermutlich deswegen, weil die, verglichen mit der „normalen Bevölkerung“, häufiger geimpft werden und auch noch häufiger mit infizierten Menschen zu tun haben. Sie neigen dazu, bestimmte Erkrankungen im Kollegenkreis mit Impfungen im Zusammenhang zu bringen?

    Mich würde allerdings ein andere Aspekt im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen interessieren.

    Wie kann möglichst ausgeschlossen werden, dass das Immunsystem nicht nur Covid anhand bestimmter typischer Merkmale bekämpft, sondern womöglich auch Körperzellen oder Zellen des Mikrobioms die zufällig die gleichen Merkmale aufweisen und womöglich wichtig für die Funktion des Systems sind?
    Ist eventuell der Impfstoff so gestaltet, dass das Immunsystem später speziell nur Viren auf Grund von Merkmalen die nur Viren haben, angreifen kann?

    • @Elektroniker
      Zitat 1:

      Angeblich soll es allerdings unter dem „Gesundheitspersonal“ relativ viele „Impfgegner“ geben.

      Antwort: Impfverweigerer, also Nicht-Impfer gibt es relativ viel beim Gesundheitspersonal. Das ist noch nicht das gleiche wie Impfgegner, denn viele davon sind nicht grundsätzlich gegen das Impfen, nur dagegen sich selbst immer wieder impfen zu lassen. Auch eine Verwandte von mir, die im Gesundheitswesen arbeitet gehört dazu. Meine Einschätzung: PflegerInnen/Gesundheitsarbeiter verweigern das Impfen wohl auch darum, weil das eines der wenigen Machtmittel ist, die sie besitzen.

      Zitat 2:

      Wie kann möglichst ausgeschlossen werden, dass das Immunsystem nicht nur Covid anhand bestimmter typischer Merkmale bekämpft, sondern womöglich auch Körperzellen oder Zellen des Mikrobioms die zufällig die gleichen Merkmale aufweisen.

      Antwort: Das kann man nicht ausschliessen. Das (gesunde) Immunsystem kann aber zwischen fremd und eigen unterscheiden. Es reagiert nicht gegen eigene Proteine, weil es die „kennt“. Wenn etwas was als fremd erkannt wird, Teile enthält, die auch im eigenen Körper vorkommen kann es aber eine Art Kreuzreaktion (Autoimmunreaktion) geben.

      Zitat3:

      Ist eventuell der Impfstoff so gestaltet, dass das Immunsystem später speziell nur Viren auf Grund von Merkmalen die nur Viren haben, angreifen kann?

      Antwort: Nein, das Immunsystem weiss nicht was Viren sind. Es weiss nur was fremd ist. „fremd sein“ ist auch etwas viel allgemeineres als „Virus sein“. Auch das Protein in einem Bienenstich wird als „fremd“ betrachtet und kann damit eine Immunreaktion auslösen.
      Die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und von Moderna erzeugen Proteinbestandteile des Corona-Virus, die nur bei Sars-CoV-2 vorkommen, sogenannte Spike-Proteinbestanteile, also Proteineteile aus den „Stacheln“ (der Corona) der Corona-Viren. Diese sind so speziell, dass sogar die Gefahr besteht, dass Mutationen des Corona-Virus die Impfstoffe eventuell wirkungslos machen könnten. Allerdings scheinen die bis jetzt entdeckten Corona-Virus Mutationen immer noch durch die Impfstoffe bekämpft zu werden können.

    • Danke für Ihre schönen Worte!

      Die Impfstoff-mRNA codiert nur das Spike-Protein. Nach der Impfung produzieren unsere Zellen Antikörper gegen genau dieses Protein, das für das Virus sehr typisch ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Protein mit körpereigenen Proteinen verwechselt werden könnte. Das würde dann alle Arten von Impfung betreffen: Impfungen sollen ja generell unsere Immunabwehr anregen, Antikörper gegen Schädlinge zu produzieren.

      • Interessant warum so ein studierte Bursche wie Sie Viren als Viecher bezeichnet. Ihre Aussagen scheinen generell die Natur als Bösewicht hinzustellen … “Gift das Mücken injizieren” etc.

        “Weil ich während meiner Kindheit im Sozialismus mit Impfungen sozialisiert wurde, lasse ich mich weiterhin wie ein Weltmeister impfen.”

        Na klar – wenn man mit Impfungen “sozialisiert” wurde, dann ist das Dogma schon festgelegt worden und man braucht nur noch die bestätigenden Fakten suchen…

        Aber diese Aussage:
        “Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Protein mit körpereigenen Proteinen verwechselt werden könnte.”
        Es ist nicht relevant, was Sie sich vorstellen können. Vielleicht kann etwas sein, was Sie sich nicht vorstellen können? Und wenn ja, würden Sie sich verabscheuen, wenn Sie Menschen die Impfung schmackhaft gemacht haben mit Ihrem Artikel und diese dann grobe Schäden erleiden???

        Wenn man Menschen mit Kinderlähmung kennt, heißt das dann automatisch, dass die Impfung gegen Kinderlähmung bei jedem gewirkt hat?

        • Erwin: “Es ist nicht relevant, was Sie sich vorstellen können.”

          Jaromir: Doch! In meinem eigenen Blog ist es schon relevant, was ich mir vorstellen kann. Der Blog ist meine subjektive, teils auch bewusst satirisch überspitzte Darlegung von wissenschaftlichen Fakten – kein wissenschaftlicher Artikel. Wenn Sie mit mir diskutieren wollen, dann, bitte, über die Wissenschaft, über die ich im Blog schreibe. Nicht über die Art wie ich schreibe. Wenn diese Ihnen nicht passt, dann müssen Sie den Blog nicht lesen.

          Erwin: ” Vielleicht kann etwas sein, was Sie sich nicht vorstellen können? Und wenn ja, würden Sie sich verabscheuen, wenn Sie Menschen die Impfung schmackhaft gemacht haben mit Ihrem Artikel und diese dann grobe Schäden erleiden???”

          Jaromir: Erstaunlicherweise versuchen Impfgegner mir auch in sozialen Netzwerken mit solchen “Psychotricks” schlechtes Gewissen zu machen. Wenn Sie jedoch mit solchen Aussagen Menschen davon abbringen wollen, sich impfen zu lassen, dann dürfen Sie selbst nicht mehr ruhig schlafen: Impfungen retten jährlich weltweit zwei bis drei Millionen Menschen. Gegen SARS-Cov-2 wurden bis jetzt 130 Millionen Menschen auf der ganzen Welt geimpft. Denken Sie, bitte, nach und versuchen zu vernetzen, bevor sie irgendwo anonym herumpöbeln.

  4. Ich habe den Text sehr aufmerksam gelesen, doch er dürfte überzeugte Impfgegner trotzdem nicht von deren Meinung abbringen. Zwar haben Sie gute Recherchearbeit geleistet in Bezug auf wissenschaftliche Inhalte und versucht, konzentriert Sachverhalte zu vermitteln, deren Komplexität eines jahrelangen Studiums bedarf, aber es sind natürlich viele Punkte noch offen. Selbst Fachleute kennen momentan noch nicht die gesamte Wahrheit und so kann man die neuartige Impfung durchaus als großen Versuch an Menschen bezeichnen.
    Um eine Befürchtung herauszugreifen: Theoretisch ist es möglich, dass sich durch die Impfung sogenannte unerwünschte infektionsverstärkende Antikörper bilden, d.h., dass
    eine bereits bestehende Infektion mit einem anderen Virus verstärkt wird. Allein das Paul-Ehrlich-Institut gibt an, dass dies ein „theoretisches Risiko“ sei und deshalb werden die Corona-Impfstoffkandidaten genau unter dieser Fragestellung beobachtet.
    Es gibt z.B. Krebsarten, deren Ursprung ein Virus ist, so auch bei Kopf- Halstumoren und Krebs im Genitalbereich hervorgerufen durch humane Papilloma- Viren der High- Risk- Gruppe.
    Wer kann dieser Personengruppe versichern, dass ein mRNA-Impfstoff gegen SARS-Cov-2 nicht deren Krebs verstärkt oder eine überstandene Krebserkrankung als langfristige „Nebenwirkung“ wieder aufflammen lässt? Dies nur als kleines Beispiel.
    Außer den bekannten kurzfristigen Nebenwirkungen sind langfristige Nebenwirkungen, die auch Jahre nach der Impfung auftreten können, noch nicht absehbar.
    Es sind einfach noch zu viele Fragen offen und deshalb ist es verständlich, dass viele Menschen diesem neuartigen mRNA- Impfstoff skeptisch gegenüberstehen.

    • @Christin Blackfield

      Theoretisch ist es möglich, dass sich durch die Impfung sogenannte unerwünschte infektionsverstärkende Antikörper bilden, d.h., dass eine bereits bestehende Infektion mit einem anderen Virus verstärkt wird.

      Infektionsverstärkende Antikörper verstärken in erster Linie die Infektion, gegen die sie sich die Impfung eigentlich richten sollten, nicht irgendwelche anderen Infektionen.

      Gesichert ist, dass Krebspatienten durch eine Covid-Erkrankung überproportional gefährdet sind. Solchen Risikopatienten wird deswegen die Impfung zuerst angeboten.

    • @Christin Blackfield

      Außer den bekannten kurzfristigen Nebenwirkungen sind langfristige Nebenwirkungen, die auch Jahre nach der Impfung auftreten können, noch nicht absehbar.

      Das stimmt, in eine Gesamtbetrachtung sollten aber auch mögliche Folgen der Virusinfektion mit einfließen. Hierzu schrieb ein Kommentator an anderem Ort:

      Man denke z.B. nur mal Corona hätte noch was ähnliches wie [das Masernvirus, nämlich] SSPE auf Lager…
      […]
      Bei Viren wissen wir, dass diese in Einzelfällen noch Jahre nach der Infektion schwere Nebenwirkungen haben können und wir kennen auch die Wirkungsmechanismen dahinter. Bei der Impfung haben wir nichtmal eine Idee, ob, oder wie da langfristig etwas nachwirken könnte. Die [R]isikoabschätzung i[s]t für mich jedenfalls klar: Wer impft, schützt!

      Quelle: @PeterK bei gesundheits-check.

      Dort findet sich auch noch ein interessanter Hinweis von @Lercherl.

      Ein gesundes Misstrauen ist nicht nur gegen Entwicklungen von Wissenschaftlern gerechtfertigt, sondern auch gegenüber dem, was Fledermäuse (Bats) so entwickeln.

      • Wer impft, schützt!

        Das gilt leider auch nicht völlig uneingeschränkt. Z.B. hat der Impfstoff Pandemrix, der gegen die voreilig zur Pandemie ausgerufene Schweinegrippe ebenfalls im Schweinsgalopp zugelassen wurde, 700 gesunde junge Menschen mit Narkolepsie zu Invaliden gemacht. Die Schweinegrippe erwies sich nachträglich als ein besonders milder Vertreter der Influenza-Viren, der übrigens im Februar diesen Jahres auch wieder “unterwegs” war.

        Im Unterschied zu Medikamenten werden Impfstoffe gesunden Menschen vorbeugend verabreicht. Ob die dann im weiteren Verlauf ihres Lebens mit diesem Erreger konfrontiert werden, steht in den Sternen.

        Wie schätzt man solche Risiken ab? Indem man deren Erwartungswert bestimmt, der sich aus den Kosten des Schadensereignisses multipliziert mit seiner Auftrittswahrscheinlich ergibt. (Was leichter gesagt, als getan ist, vor allem, wenn das Wissen über die Gefahren so gering ist, wie bei den mRNA-Impfstoffen, die noch nie in nenneswertem Umfang am Menschen zum Einsatz kamen.)

        Im Fall des Impfstoffes gehen in diese Abschätzung zwei unbekannte Wahrscheinlichkeiten ein, beim Medikament nur eine, denn krank ist der Patient ja schon.

        Deshalb muss ein Impfstoff vor der Zulassung sehr viel gründlicher auf Nebenwirkungen untersucht werden, als ein Medikament. Ob das in einem “teleskopierten” Zulassungsverfahren erreicht werden kann, darf bezweifelt werden.

    • Danke für den Zuspruch.

      Christin Blackfield: “Selbst Fachleute kennen momentan noch nicht die gesamte Wahrheit und so kann man die neuartige Impfung durchaus als großen Versuch an Menschen bezeichnen.”

      Die gesamte Wahrheit werden wir nie wissen. Wir wissen jetzt aber in Sachen Covid-19 viel mehr als wir vor 9 Monaten gewusst haben. Die zugelassenen Impfstoffe (bis auf den russischen) wurden in normalen vorgeschriebenen Testreihen getestet. Wenn man diese Impfung als großen Versuch an Menschen bezeichnet, muss man so alle bisherigen Impfungen bezeichnen. Irgendwann früher war jede von ihnen neu. Sie habe jedoch Abermillionen Menschenleben gerettet. Die Geschichte spricht einfach für Impfungen.

    • Christin Blackfield: “Um eine Befürchtung herauszugreifen: Theoretisch ist es möglich, dass sich durch die Impfung sogenannte unerwünschte infektionsverstärkende Antikörper bilden, d.h., dass
      eine bereits bestehende Infektion mit einem anderen Virus verstärkt wird. Allein das Paul-Ehrlich-Institut gibt an, dass dies ein „theoretisches Risiko“ sei und deshalb werden die Corona-Impfstoffkandidaten genau unter dieser Fragestellung beobachtet.”

      Jaromir: Aufgrund einer Anmerkung von Joker habe ich in diesem Kommentar meine falsche Rechnung korrigiert und argumentiere so: Infektionsverstärkende Antikörper könnten theoretisch nach einer Impfung gegen Covid-19 und nach einer Covid-19-Erkrankung auftreten. Auch durch die virale Infektion wird ja die Produktion der Antikörper gestartet. Nach meinem Wissen wurden solche infektionsverstärkende Antikörper bei SARS-Cov-2 noch nie beobachtet. Und das bei über 80 Millionen Covid-19-Erkrankten weltweit und vielen tausenden Getesteten bei den Impfstoff-Teststudien. Außerdem wurden solche infektionsverstärkenden Antikörper noch nie in Studien mit mRNA-Impstoffen beobachtet.

      • @Jaromir Konecny

        Infektionsverstärkende Antikörper wurden bei mRNA-Impfstoff-Kandidaten noch nie beobachtet.

        Kann man solche Antikörper auch bemerken und identifizieren, wenn noch keine Infektion stattgefunden hat? Falls man das nur bei Infizierten, eventuell gar nur bei solchen mit schwerem Krankheitsverlauf untersuchen kann, dann dürfte die diesbezügliche Datenlage doch noch recht dünn sein. Weitaus der meisten Studienteilnehmer dürften gar keinen Kontakt mit dem Virus bekommen haben. Bei der Studie von BionTech/Pfizer waren am Ende nur 170 Probanden erkrankt.

        Nur die mRNA-Impfstoffe der Firmen Biontech/Pfizer und Moderna wurden an 74.000 Menschen getestet.

        Von den ca. 44.000 (BionTech/Pfizer) und 30.000 (Moderna) Probanden, die in den Studien genannt wurden , hat nur die Hälfte den Impfstoff bekommen, die andere Hälfte ein Placebo.

        PS. Gut gewandert, trocken geblieben?

        • Danke für Ihren Hinweis! Da haben Sie recht. Müde in der Nacht habe ich zu schnell gerechnet. 🙂 Ich muss dazu jedoch anmerken: Zu mRNA-Impstoffen wurden schon etliche Studien durchgeführt, nicht nur die von BionTech/Pfizer und Moderna. Trotzdem wurden dabei nie infektionsverstärkende Antikörper beobachtet.

          Eigentlich müsste hier die Argumentation so geführt werden: Infektionsverstärkende Antikörper könnten theoretisch nach einer Impfung gegen Covid-19 und nach einer Covid-19-Erkrankung auftreten. Auch durch die virale Infektion wird ja die Produktion der Antikörper gestartet. Nach meinem Wissen wurden solche infektionsverstärkende Antikörper bei SARS-Cov-2 noch nie beobachtet. Und das bei über 80 Millionen Covid-19-Erkrankten weltweit und vielen tausenden Getesteten bei den Impfstoff-Teststudien.

          Ich hoffe, Sie sind mir nicht böse, wenn ich meinen Kommentar dahingehend korrigiere. Ich zitiere in der Korrektur, dass ich’s aufgrund Ihrer Anmerkung tat. Ich möchte hier keine Fake News verbreiten. 🙂

        • Joker: PS. Gut gewandert, trocken geblieben?

          Jaromir: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir uns schon geduzt haben. 🙂 Die gestrige Wanderung war eher ein Spaziergang mit meiner Freundin. Wir waren schon am letzten Mittwoch auf dem Wildalpjoch gewesen, dann war ich am Freitag mit einem Freund entlang der Mangfall und Schlierach von Darching nach Miesbach gewandert und habe wieder in der Mangfall gebadet. 🙂 So haben wir’s gestern nur ganz gemütlich angegangen: Sind über sonnige Wiesen mit dem Blick auf Berge gelaufen.

    • Christin Blackfield: “Außer den bekannten kurzfristigen Nebenwirkungen sind langfristige Nebenwirkungen, die auch Jahre nach der Impfung auftreten können, noch nicht absehbar. Es sind einfach noch zu viele Fragen offen und deshalb ist es verständlich, dass viele Menschen diesem neuartigen mRNA- Impfstoff skeptisch gegenüberstehen.”

      Jaromir: Sehen Sie nicht, wie viele Menschenleben von Impfstoffen schon gerettet wurden? Wie viele brutale Spätfolgen sie verhindert haben? Dafür gibt es doch Abertausende Belege. Als Kind kannte ich bei uns einige an Kinderlähmung Erkrankte. Ich lasse mich gern gegen SARS-Cov-2 impfen, wenn die Reihe auf mich kommt. Bei diesem mRNA-Impfstoff würde ich als früher mal forschender theoretischer Molekularbiologe noch viel weiter gehen: Mit meinen 64 würde ich mich sogar viel lieber mit einem ungetesteten mRNA-Impfstoff impfen lasen, statt mich mit SARS-Cov-2 zu infizieren. Ich weiß einfach, dass mir in warmen Jahreszeiten von Mücken und anderen Insekten unentwegt viel gefährlicheres biologisches Gift “gespritzt” wird, als mit zwei mRNA-Impfstoff-Dosen gegen SARS-Cov-2. Da ich sehr viel wandere, hatte ich dieses Jahr acht Zecken. Können Sie sich vorstellen, was mir diese ganzen Insekten für lebendiges Giftzeug ständig verabreichen?

      Ich bestreite nicht, dass überhaupt keine Nebenwirkungen bei den Impfungen auftreten, auch wenn ich da sicher an viel harmlosere Nebenwirkungen denke als Sie. Doch ich weiß, was bald kommen würde, wenn sich viele von uns nicht impfen lassen. Das lese ich ja jeden Tag in der Zeitung. Niemand wird jetzt gezwungen, sich gegen SARS-Cov-2 impfen zu lassen. Doch die sich impfen lasen, schützen dadurch auch die, die sich nicht impfen lassen. Ich hoffe nur, dass die meisten Menschen vernünftig sind, und wir bald diesem Spuk ein Ende bereiten – gegen eine weitere Pandemie gerüstet wie noch nie. Dank der Wissenschaft.

  5. Vielen Dank für Ihre Ausführungen
    Vor (und auch nach) lesen des Artikels stelle ich mir nach wie vor zwei Fragen:
    Wie gelangt die mRNA aus dem Zellkern ins Zytoplasma – und andersrum: kann sie ggf. zurück in den Kern?
    Was passiert nach der Übersetzung in ein Protein mit der mRNA?

    Und nein: ich glaube nicht an Verschwörungsmythen (Mythen versuche ich mir anzugewöhnen – ich habe mal gelernt das Theorie aus wissenschaftlicher Sicht “Stand des Wissen” – also belegbar sind – nicht wie die Theorie im normalen Sprachgebrauch) – aber mich interessiert es einfach.

    • Man wird Impfschwurbler einfach nicht überzeugen können das die Impfungen ungefährlich sind, Wahnsysteme können natürlich nicht argumentativ ausgehebelt werden dazu braucht es eine Psychotherapie und die Bereitschaft sich darauf einzulassen.

      • Es wäre wirklich nett, wenn Sie diese substanzlose Polemik unterlassen könnten. Das Debattenklima hierzulande wurde von den Massenmedien in den vergangenen Monaten schon genug vergiftet.

        Beileibe nicht alle Kritiker sind unwissend und verbohrt, aber alle werden von genau so unwissenden und verbohrten *schwurblern systematisch in einen Topf geworfen und aufs übelste beschimpft und diffamiert.

        Ich finde das absolut unerträglich und einer inhaltlichen Debatte abträglich. Deshalb empfinde ich auch die Überschrift dieses ansonsten recht informativen Beitrags als üblen Fehlgriff.

        • Danke für Ihre netten Wort über meinen Beitrag. Leider muss ich dazu auch sagen:

          Sie sind hier in dieser Diskussion der erste Kommentator, der jemanden persönlich und aggressiv angegangen hat. Nicht mich, sondern Johannes. Wenn Sie wollen, dass andere “substanzlose Polemik” unterlassen, dann halten Sie sich, bitte, auch daran.

          Und jetzt zu Ihrer Kritik am Titel meines Blogtexts:

          Mich wundert es grundsätzlich sehr, dass viele Menschen einen schweren Covid-19-Verlauf, ja, den Tod in Kauf nehmen, statt sich impfen zu lassen. Denn an Covid-19 stirbt man auch. Das bestreiten Sie hoffentlich nicht. Ich versuche, in diesen Diskussionen immer höflich zu bleiben, auch wenn mir Menschen hin und wieder direkt und persönlich etwas Schlimmes wünschen. Wenn ich hin und wieder daneben greife, entschuldige ich mich dafür. Mit dem Titel habe ich jedoch niemanden persönlich beleidigt, mich nur gewundert, dass man eher den Tod in Kauf nimmt, als sich impfen zu lassen. Und das wundert mich immer noch. Mir kommt der Titel wirklich nicht als “übler Fehlgriff” vor.

          • Sehr geehrter Herr Konecny,

            ich finde Ausdrücke, wie “Impfschwurbler” für die Kritiker und “Verschwörungsgeschwurbel” für deren Aussagen völlig unangemessen und einer offenen Diskussion abträglich.

            Ich finde es ausgesprochen bedauerlich, dass auch Sie in diesen Chor einstimmen, obwohl Sie es eigentlich nicht nötig hätten.

            Leute, die ohne Hintergrundwissen irgendwas nachplappern, gibt es auf allen Seiten – die können nicht der Maßstab sein, aber dass die Debatte mit denen verweigert wird, die wissenschaftlich fundierte Kritik üben, ist wirklich alarmierend.

            Das Klima hierzulande hat sich in den vergangenen Monaten zu einer absoluten Intoleranz gegenüber allen entwickelt, die nicht die offizielle Regierungslinie bejubeln. Eine offene Auseinandersetzung findet nicht statt und man muss gewärtig sein, bei Erwähnung gewisser Worte sofort auf aggressive Ablehnung zu stoßen.

            Die Massenmedien spielen eine verhängnisvolle Rolle dabei. Wer deren Sprache seit Anfang des Jahres aufmerksam beobachtet hat und Viktor Klempers “LTI” kennt – das ich Ihnen nur wärmstens als Lektüre empfehlen kann –, der kommt nicht umhin, deutliche Parallelen zu deren Vorgängern in finsterer Zeit zu erkennen.

            Ich hätte nicht gedacht, dass wir in so kurzer Zeit so tief sinken könnten…

          • Leider bin ich um die Möglichkeit gebracht, Sie mit “Sehr geehrte/r” anzusprechen. Ich kenne nicht Ihr Geschlecht.

            Sie verwechseln hier aber sehr viel: Ich habe Sie bereits darauf hingewiesen, dass Ihr vorletzter Kommentar unter diesen recht vielen Kommentaren der unhöflichste ist. Mir werfen Sie die Benutzung des Wortes “Verschwörungsgeschwurbel” vor, obwohl ich damit nur das Wort eines Dichters zitiert habe. Ich stehe jedoch dazu und sage es auch hier in aller Deutlichkeit: Eine Verschwörungstheorie/Verschwörungserzählung behauptet Unbelegtes, oft Absurdes und auch Menschenfeindliches und vor allem Unsinniges. Unsinn muss man als Unsinn nennen können, so auch als “Verschwörungsgeschwurbel”, zumal in einem Blog, der gern auch satirisch überspitzt werden darf. Absurderweise haben sie dann selbst “Johannes” mit diesem Wort angegriffen:

            “Beileibe nicht alle Kritiker sind unwissend und verbohrt, aber alle werden von genau so unwissenden und verbohrten *schwurblern systematisch in einen Topf geworfen und aufs übelste beschimpft und diffamiert.”

            Das Klima hierzulande haben eben Fake-News- und Verschwörungstheorien-Verbreiter vergiftet, nicht Massenmedien, wie Sie behaupten. Dass Verbreiter von unglaubwürdigen Nachrichten zur Unhöflichkeit neigen, hat u. a. auch diese neue Studie aus Sheffield gezeigt, die Twitter-Beiträge mit Künstlicher Intelligenz analysieren ließ.

            Dafür muss man aber keine wissenschaftliche Studie machen. Es reicht nur, wenn man sich die Kommentar-Spalten zu bestimmten Themen der Online-Artikeln von Massenmedien ansieht. Ein Beispiel für einen solchen Kommentar habe ich in meinem Blogtext oben gebracht. Hier ist aber nicht das Massenmedium unhöflich, sondern der Kommentator, der Fake News und Verschwörungstheorien verbreitet oder verteidigt. Diese Kommentatoren behaupten dann auch gern, so wie Sie es tun, dass “die Debatte mit denen verweigert wird, die wissenschaftlich fundierte Kritik üben”. Dem ist einfach nicht so. Wenn Sie so was behaupten, dann belegen Sie das, bitte!

            Äußern Sie sich einfach zur Sache. Wenn Sie eine Kritik an der Sache bringen wollen, dann belegen Sie diese mit Quellen. Statt hier mit Kommentaren gegen Menschen zu wettern, die nicht Ihre Meinung haben. Dann wird Sie hier auch jeder und jede höflich behandeln. Dafür sorge ich. Danke!

          • … man muß differenzieren:
            Welche “wissenschaftlichen” Kritiker meinen Sie?
            Einfach mal ein paar Namen mit Berufserfahrung.
            Danach könnten wir zusammen sortieren.

    • Bei Eukaryoten (Lebewesen mit Zellen, die einen Zellkern besitzen) wird die mRNA nach der Abschrift von der DNA (Transkription) von der Zelle modifiziert, indem u.a. eine Kappe an das eine Ende und ein sogenannter Poly-A-Schwanz an das andere Ende angefügt wird.
      Die Kappe ermöglicht das Ausschleusen durch die Kernporen aus dem Zellkern in das Cytoplasma.
      Der Poly-A-Schwanz besteht aus vielen (Poly) Adeninbasen (A), die einfach an die mRNA angehängt werden. Im Cytoplasma bauen nun Enzyme die mRNA am Poly-A-Schwanz ab, so dass dieser immer kürzer wird. Ist der Poly-A-Schwanz abgebaut, dann wird der Rest der mRNA abgebaut. Die Länge des Poly-A-Schwanzes bestimmt also die „Lebensdauer“ eines mRNA-Moleküls.

    • Danke!

      Die Frage hat bereits Seppel beantwortet: Nach ihrer Translation in Proteine im Zytoplasma ist die mRNA nicht mehr als brauchbar markiert und wird zerlegt. Sie hat keine Chance ins Zellkern zurückzukommen. Das habe ich allgemein auch in meinem Blogtext beschrieben.

      Zu Verschwörungsmythen: Da haben Sie recht, dass Verschwörungstheorie keine richtige Theorie ist, nicht einmal eine Hypothese ist sie, da nicht falsifizierbar. Oder besser gesagt: Die Verbreiter von Verschwörungstheorien verbreiten diese fröhlich weiter, auch wenn gezeigt wird, dass sie nicht stimmen. Deswegen benutze ich oft den Begriff “Verschwörungserzählung”. So habe ich auch in diesem Blogtext zuerst Verschwörungserzählung verwendet. Nur wissen LeserInnen bei “Verschwörungstheorie” sofort, was ich damit meine. So habe ich’s geändert.

      Ich glaube, Verschwörungstheorie ist ein sich widersprechendes Buzzword, das wir nicht mehr loswerden. So wie “Künstliche Intelligenz” und “Zentrales Dogma” der Molekularbiologie unstimmige Buzzwords sind: Unsere heutige Künstliche Intelligenz ist keine Intelligenz und das Zentrale Dogma ist kein Dogma. 🙂

      • nicht einmal eine Hypothese ist sie, da nicht falsifizierbar. Oder besser gesagt: Die Verbreiter von Verschwörungstheorien verbreiten diese fröhlich weiter, auch wenn gezeigt wird, dass sie nicht stimmen.

        Es wird also gezeigt, dass sie nicht stimmen…
        Wie geht das, wenn sie nicht falsifizierbar sind.

  6. Danke für die anregenden Kommentare! Man sieht, dass uns das Thema bewegt. Ich versuche, spätestens abends alle Ihre Fragen zu beantworten, jetzt muss ich zum Wandern aufbrechen – um meine Immunabwehr zu stärken. 🙂

  7. Frage: Wie wirkt der Impfstoff bei Personen, die schon eine Autoimmunkrankheit haben, z.B. Zöliaki ? Gibt es da Erfahrungen.

    • Ich gebe zu, hier bin ich überfragt. Ich habe in der theoretischen Molekularbiologie geforscht, auch viel an RNA-Viren, wenn auch eher aus Gründen der genetischen Codierung. Mit Medizin kenne ich mich nicht so gut aus. Vielleicht kann die Frage jemand anderer beantworten.

    • @Fred Jupiter (Zitat): BioNTech Impfstoff. Gefahren durch Lipid-Nanopartikel im mRNA-Impfstoff?
      Besten Dank Fred Jupiter für die Verlinkung des you tube-Videos https://www.youtube.com/watch?v=vWg-K-54Pfc&feature=youtu.be
      Ich hab mich intensiv damit auseinandergesetzt, allerdings nur mit den ersten 3/4 des Videos in denen es um die Testung der Toxizität des Impfstoffes (samt Nanopartikeln) an Ratten geht. Diese Toxikitätsstudie BIONTECH/PFIZER -STUDIE 38166 IN RATTEN wird auch in öffentlich zugänglichen Dokumenten beschrieben, beispielsweise im Assessment report, Comirnaty, Common name: COVID-19 mRNA vaccine (nucleoside-modified).

      Und sie werden es nicht glauben: Was im Video detailliert beschrieben wird, nämlich dass der Impfstoff nicht vollkommen an der Injektionsstelle bleibt, sondern später in vielen Organen inklusive Leber, Milz und Knochenmark zu finden ist, das stimmt absolut. Und ja: In der Leber der Ratten liessen sich pathologische Veränderungen ausmachen mit unter anderem Vakuolisierung (Hohlraumbildung nach Absterben von Leberzellen), erhöhten Leberenzymen im Blut und einigem mehr. Doch, nun kommt es. Das nämlich, was im Video nicht erwähnt wurde, aber sehr wichtig ist für die richtige Einschätzung. Nämlich folgendes(Zitat aus dem von mir verlinkten Dokument):

      Angesichts des großen Dosisunterschieds zwischen den Toxizitätsstudien und der klinisch wirksamen Dosis (300- 1000x) ist es unwahrscheinlich, dass die Verabreichung einer Booster-Dosis zu einer signifikanten Kumulation führt. Dies wird vom CHMP angemerkt

      Mit anderen Worten, die Ratten erhielten eine 300 bis 1000 Mal grössere Dosis als Menschen sie je erhalten würden und
      Trotz den sehr hohen Dosen zeigten die Ratten wenig Symptome und die Leberschäden liessen sich nur nach der Sektion unter dem Mikroskop sowie im Blut durch erhöhte Leberenzyme feststellen. Übrigens: Jeder Mensch zeigt nach einem Vollrausch ebenfalls solch erhöhte Leberwerte wie die Ratten im Toxizitätsversuch mit den 300 bis 1000-fach höheren Biontech-Sars-CoV-2 Impfdosen

      Im folgenden möchte ich noch die Übersetzung des Abschnittes der Toxizitätsstudie ins Deutsche wiedergeben, die nach meinerMeinung die meisten relevanten Informationen enthält:

      Während es keine schwerwiegende Pathogenese in der Leber gab, gab es einige reversible funktionelle hepatische und/oder biliäre Effekte mit V8 und V9 (vergrößerte Leber, Vakuolisierung, stark erhöhte γGT-Werte bei >200% und Aktivität, geringfügig-moderater Anstieg der AST- und ALP-Werte), die möglicherweise mit dem LNP in Verbindung stehen. Die γGT-Veränderungen wurden bei 30ug V9 nicht beobachtet, was auf Variantenunterschiede und/oder, was wahrscheinlicher ist, auf eine niedrigere Dosis zurückzuführen sein könnte. Der Antragsteller ist der Ansicht, dass die Vakuolen eine Folge der primären Akkumulation von ALC-0315 in der Leber sind. Es kann angemerkt werden, dass ALC-0159 von der Oberfläche des LNP gelöst werden muss, um eine effiziente Aufnahme in die Zielzellen zu ermöglichen. Gleichzeitig ist ALC-0315 im LNP in einem hohen mol% (50 mol%) im Vergleich zu den anderen Lipiden im BNT162-Impfstoff vorhanden, was darauf hindeutet, dass dieses Lipid eher innerhalb der Zellen (und möglicherweise in den Vakuolen) vorhanden ist.

      Anmerkung: die Abkürzung LNP bedeutet LipidNanopartikel, ; ALC-0315 und ALC-0159 sind funktionale Lipide neueren Datums wobei ALC-0315 ein kationisches Lipid ist und ALC-0159ein PEGyliertes Lipid ist.

      Persönliche Beurteilung: Die Tatsache, dass das Biontech-kritische You-Tube-Video nicht darauf hinweist, dass die Toxizitätsstudie mit einer 300 bis 1000-fachen Dosis durchgeführt wurde wirft kein gutes Licht auf das Video.

      • Danke @Martin Holzherr.

        Die Dame kündigt zu Beginn des Videos auch an, ihre Quellen aus der „Fachliteratur“ am Ende des Videos aufzulisten. Hat die jemand gefunden? Ich nicht. Ich gebe aber zu, dass ich auch nur zum Ende gesprungen bin und mir nicht alles reingezogen habe.

  8. Ich finde die Verwendung des Begriffs “Dogma” in diesem Kontext ein bisschen problematisch. Das klingt sehr nach Glaubenslehre, Theologie und Kirche und könnte Verschwörungsgläubige oder Anfällige für Verschwörungsmythen eher in ihrem Misstrauen bestärken.

    • Das fand Francis Crick nachher auch:
      wikipedia schreibt dazu:
      Crick bereute den in der Naturwissenschaft unüblichen Namen Dogma später, denn er beabsichtigte keineswegs, einen Lehrsatz mit unumstößlichem Wahrheitsgehalt zu formulieren. 1976 sagte er: „Ich wußte einfach nicht, was Dogma bedeutete. Und ich hätte es ebenso gut Zentrale Hypothese nennen können … Dogma war nur ein Schlagwort.“

    • Das ist eine wichtige Anmerkung. Danke! Das Dogma hat mich Anfang 90er auch geschockt, erinnere ich mich jetzt. 🙂 Zumal ich ein paar Jahre davor aus einem System geflüchtet war, das den Marxismus-Leninismus dogmatisierte. Ich gebe aber zu, im Laufe der Jahre meiner Arbeit mit dem Zentralen Dogma habe ich das so verinnerlicht, dass ich’s gern verwendete. Es ist jetzt aber nicht wegzubekommen. So wie der Begriff “Künstliche Intelligenz” nicht wegzubekommen ist, obwohl damit viele KI-Forscher ihre Probleme haben. Maschinenlernen wäre ihnen lieber.

      Andererseits verankern sich solche wissenschaftlich unwissenschaftlichen Buzzwords so stark in der öffentlichen Meinung, dass sie die Wissenschaft sicher mehr popularisieren als alles Sachliche und Nüchterne. John McCarthy war der Urvater des maschinellen Lernens und des Internets, der Entwickler von LISP, einer der ersten Programmiersprache u. v. a.. Trotzdem ist er vor allem für die Erfindung eines Buzzwords bekannt: Künstliche Intelligenz.

  9. Verhindert, dass Impfbereite sich vor ihrem Impftermin infizieren!
    Die Biontek/Pfizer und Moderna – Impfungen schützen vor einer Erkrankung an Covid-19: Geimpft erkrankt man 20 Mal seltener als ungeimpft!
    Doch was nützt das einem Impfwilligen, wenn er noch vor dem Impftermin erkrankt? Diese Gefahr an Covid-19 zu erkranken bevor man sich impfen kann, muss abgewendet werden. Warum ist das ein Problem? Weil es einige Monate dauern kann bis alle, die es wünschen, geimpft sind. Wie kann man diese Gefahr abwenden? Antwort: Indem man die Fallzahlen ab jetzt stark senkt. Am besten durch einen Lockdown in allen europäischen Ländern mit hohen Fallzahlen.

    Diese Überlegungen haben sich auch sehr viele Wissenschaftler aus dem Umfeld der Covid-Erkrankung gemacht. Und die Schlüsse, die sie gezogen haben finden sich im Lancet-Artikel Calling for pan-European commitment for rapid and sustained reduction in SARS-CoV-2 infections:

    Streben Sie ein Ziel von nicht mehr als zehn neuen COVID-19-Fällen pro Million Menschen pro Tag an. Dieses Ziel ist in vielen Ländern erreicht worden und kann spätestens im Frühjahr 2021 europaweit wieder erreicht werden.

    Die Autoren des Lancet-Artikels vom 18.Dezember 2020 fordern einen europaweiten Lockdown bis das 10-Fälle-proTag-proMillionEinwohner-Ziel erreicht ist. Im Artikel wird dieses Ziel folgendermassen gerechtfertigt:

    Erstens retten niedrige Fallzahlen Leben, und es werden weniger Menschen sterben oder an den Langzeitfolgen von COVID-19 leiden. …
    Zweitens: Niedrige Fallzahlen sichern Arbeitsplätze und Unternehmen. ….
    Drittens ist die Kontrolle der Ausbreitung bei niedrigen Fallzahlen am effektivsten. …
    Viertens ist eine Kontaktverfolgung und Quarantäne bei hoher Infektionsprävalenz nicht durchführbar. ….
    Fünftens ist es keine Option, eine natürlich erworbene Immunität der Bevölkerung anzustreben. ….
    Sechstens: Planung ist möglich. Wenn die Fallzahlen niedrig sind, besteht keine Notwendigkeit für schnelle Änderungen der Politik. …

    Persönliche Einschätzung: Die Durchimpfung der Bevölkerung wird jene weitgehend schützen, die sich geimpft haben. Bis alle geimpft sind dauert es aber noch Monate. In diesem Zeitraum bis zur Impfung aller Impfbereiten sollten die Fallzahlen möglichst tief gehalten werden, damit nicht Leute sterben oder schwer erkranken bevor sie geimpft werden können.

  10. Ein großes Lob für diesen Absatz:

    Bei dem Impfstoff gegen SARS-Cov-2 von Biontech und Pfizer trägt die Impfstoff-mRNA die Bauanleitung für das Spike-Hüllenprotein des Virus – ein Antigen. Antigene sind artfremde Proteine. Doch dieses Antigen wird dank der eingeschleusten mRNA von der ribosomalen Fabrik im Zytoplasma unserer Zellen produziert. Unsere Immunabwehr erkennt dieses Antigen – das körperfremde Protein – und produziert Antikörper, die das Spike-Protein zerlegen. Diese Antikörper bleiben in unserem Organismus und können dann auch eine echte Invasion des Virus bekämpfen.

    Er erklärt noch prägnanter als der entsprechende Artikel von BIONTECH die Funktionsweise:

    https://biontech.de/de/covid-19-portal/mRNA-impfstoffe

    • Auf der von Ihnen verlinkten Seite von Biontech steht noch ein wichtiges Argument für die mRNA-Impfstoffe, das ich nicht erwähnt habe, vielen Dank auch dafür: Bei der Herstellung der traditionellen Impfstoffe müssen große Virenmengen gezüchtet werden. Das ist aber mit Risiken verbunden. Diese großen Virusmengen braucht man nicht, um die Impfstoff-mRNA herzustellen. Die mRNA-Impfung ist somit nicht nur eine effizientere, sicherere, billigere und flexiblere Methode als die herkömmlichen Impfungen, diese neuartige Impfung ist auch viel “sauberer”. Diese Technologie kann nicht die Umwelt verseuchen, wenn etwas schief geht. Hier kann man wirklich von Präzisionsmedizin sprechen.

  11. @Aussichten

    So wie das aussieht, haben wir bei den selben Infektionszahlen 10 mal weniger schwere Erkrankungen und Todesfälle, sobald wir die Risikogruppen geimpft haben. Für mich hört sich das eigentlich nach nachhaltiger Entwarnung an. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Impfstoffe tatsächlich zu 95% schützen, und dass sich auch 95% der Risikogruppen impfen lassen.

    Von daher heißt es zunächst noch abwarten, was kommt.

    Die Idee, dass wir auch nach erfolgreicher Impfkampange der Risikogruppen weiter wie bisher mit Lockdownmaßnahmen die Infektionszahlen so weit wie möglich drücken sollten, kann ich schwer nachvollziehen.

    Das hört sich für mich an, als wäre Corona die einzige mögliche Lebensgefahr, und wenn wir daran vorbeikommen, haben wir das ewige Leben.

    So langsam steigt bei mir das Bedürfnis nach sozialer und wirtschaftlicher Normalität, und ein erfolgreicher Impfstoff sollte doch genau das ermöglichen.

    • @Tobias Jeckenburger

      …. und weiter hiesse das, sie hätten von Anfang an das ganze viel kleiner “kochen” können. Wenn sie nur die Risikogruppen impfen, kommen sie mit einem Bruchteil der bestellten Impfstoffmenge aus.

      Verstehe ich sie also richtig? Geht ihr Argument in die Richtung “wir impfen/schützen die Risikogruppen und eine per Impfung erreichte “Herdenimmunität” ist gar nicht erforderlich”?

    • @Tobias Jeckenburger (Zitat): Die Idee, dass wir auch nach erfolgreicher Impfkampange der Risikogruppen weiter wie bisher mit Lockdownmaßnahmen die Infektionszahlen so weit wie möglich drücken sollten, kann ich schwer nachvollziehen.
      Antwort: Die meisten Ideen und auch Ideale bleiben Ideen und bleiben Ideale ähnlich den guten Vorsätzen für das neue Jahr.

      Nichts zeigt das besser als das Ausmass der zweiten Welle.

      Allerdings lohnt es sich schon über den Sinn oder Unsinn von Massnahmen nachzudenken und eine Kosten-/Nutzen-Rechnung anzustellen. Und dann kommt man möglicherweise zum Resultat, dass entschiedenere Eindämmungs-Massnahmen die Lockdownzeit insgesamt gesenkt hätten. Taiwan hatte überhaupt nie einen Lockdown (definiert als Ausgangssperre und Geschäftsschluessungen), sondern nur Quarantäne, Abstand&Maske (ab 1.April 2020 Maske in Zügen), Kontakt-Tracing mit Bewegungsprofilen. Resultat: Taiwan hatte gemäss Worldometer seit Beginn der Pandemie 793 Covid-19 Fälle und 7 Tote deswegen. Und das bei 23 Millionen Einwohnern. Es wurden also weniger als 3 von 100‘000 Taiwanesen krank. Und all das ohne Lockdown.
      Der Wikipedia-Eintrag COVID-19-Pandemie in Taiwan listet die Massnahmen, die in Taiwan ergriffen wurden detailliert auf.

      Fazit: Breit wirkende Massnahmen zur Pandemieeindämmung können einen Lockdown verhindern und dazu führen, dass das Leben viel schneller wieder normalisiert werden kann.

    • Ich kann Ihre Gedanken nachvollziehen. Trotzdem denke ich da anders. Auch wenn ich überhaupt nicht einschätzen kann, welche schwerwiegenden Auswirkungen Lockdowns vor allem auf Alleinstehende haben werden. Während des ersten Lockdowns konnte ich beobachten, wie einige Singles nach menschlichem Kontakt regelrecht hungerten.

      Ich verdiene mein Lebensunterhalt vor allem mit Veranstaltungen. Die habe ich in diesem Jahr verloren. Den Rest meines Geldes, etwa 30 %, verdiene ich mit dem Schreiben. Von mir sind in diesem Herbst drei Bücher erschienen, an denen ich im letzten Jahr exzessiv gearbeitet habe. Wegen der Lockdowns konnte ich sie nicht mit Veranstaltungen bewerben, wie ich’s normalerweise tue. Außerdem musste ich auch das Weihnachtsgeschäft mit Büchern vergessen, da Buchhandlungen geschlossen sind. Lockdowns bedrohen also meine Existenz. Trotzdem denke ich, dass wir momentan keine andere Alternative haben. Wir können zwar die altersbedingten Risikogruppen recht gut definieren, doch gleich das erste Problem ist, dass sich nicht alle impfen lassen. Und was ist mit dem Rest? Es sterben – oder zeigen schwere Verläufe mit Spätfolgen – auch junge Menschen.

      Ich habe für mich irgendwann entschieden, dass ich zu wichtigen gesellschaftlichen Problemen Farbe bekennen und eine Entscheidung treffen muss. Obwohl ich kein Entscheidungsträger bin. Bei dieser Faktenlage musste ich einsehen: Trotz der Impfung, oder gerade deswegen, müssen wir noch ein paar Monate auf Abstand gehen.

      Klar würde ich mich sehr freuen, wenn wir alle solidarisch die Hygieneregeln einhalten würden, so wie man’s in vielen Ländern in Asien beobachten kann. Dort hat man SARS-Cov-2 gut abwehren können. Einerseits lobe ich mir den westlichen Individualismus, doch manchmal würde uns etwas mehr Gemeinschafts- und Solidaritätsgefühl nicht schaden. Denke ich. Und weniger “Querdenkerei”. Ich diskutiere immer noch mit Menschen, die meinen, Covid-19 sei harmlos und die ganzen Lockdowns nur Panikmache. Noch nie ist es mir so wie in diesen Monaten aufgefallen, welche Sturheit in unseren westlichen Ländern herrscht, auch in meiner alten Heimat Tschechien. Wie kann man so die Augen vor den Tatsachen verschließen?

      Ja, wenn wir die Hygieneregeln einhalten könnten, müsste es keine Lockdowns geben. Dann könnte ich auch ein paar Mal pro Woche auftreten und hin und wieder in die Sauna gehen. Nur wir können es leider nicht. Deswegen brauchen wir sie – die Lockdowns.

  12. Viren bringen Zellen dazu, ihre Aufgaben zu vernachlässigen und stattdessen nur noch Viren herzustellen. Bulath zeigte dazu mal eine Fabrik, die auf einmal nur noch bergeweise sinnlose Papierflieger herstellt.

    Wenn nun den Zellen künstlich eine mRNA “eingeimpft” wird, führen die Zellen dann noch die ihnen zugedachten Arbeiten weiterhin aus oder werden diese behindert? Ist dazu die Menge des eingebrachten mRNA ein wesentlicher Faktor?

    Warum bringt man die Zellen dazu, fremde Proteine herzustellen? Wäre es nicht geschickter, diese Trigger-Proteine direkt einzuspritzen? Dann könnten die Zellen ihre normalen Arbeiten weiterhin ausführen.

    Die mRNA soll die Zellen dazu bringen, das Spike-Hüllprotein herzustellen. Diese Spikes dienen Viren dazu, um an eine Zelle anzudocken und einzudringen (Schloss/Schlüssel). Wenn jetzt haufenweise einzelne Spikes herumschwirren, docken diese dann an die Zellen an und werden später hineingelassen? Oder ist dieses Hüllprotein eines Spikes nur eine Art Tarnkappe, um dem Immunsystem zu entgehen, und wird erst sehr spät entfernt und damit das echte Eindring-Spike aktiviert? Ich nehme aber an, das diese künstliche mRNA nur das Hüllprotein erzeugen kann, aber nicht das gesamte Spike mitsamt allen seinen Funktionen, oder?

    • Teddy: “Warum bringt man die Zellen dazu, fremde Proteine herzustellen? Wäre es nicht geschickter, diese Trigger-Proteine direkt einzuspritzen? Dann könnten die Zellen ihre normalen Arbeiten weiterhin ausführen.

      Jaromir: Die direkte Herstellung von großen Proteinen wie auch Antikörpern ist sehr aufwendig und teuer. Aufwändig ist auch ihre Lagerung. Bis jetzt werden im Labor monoklonale Antikörper hergestellt, das heißt: mit Hilfe von tierischen Zellen. Es gibt aber auch Ansätze, Antikörper ohne Hilfe von tierischen Zellen zu synthetisieren. Auch die Corona-Forschung hat hier die Entwicklung von neuen Methoden angekurbelt. Nicht zuletzt hat vor Kurzem die Proteinforschung dank Künstlicher Intelligenz einen großen Schritt gemacht, indem AlphaFold 2 der Google-Firma DeepMind praktisch das Problem der Proteinfaltung gelöst hat. In diesem Bereich kommt auf uns noch einiges zu. Schon jetzt sind wir gegen zukünftige, auch schlimmere Pandemien als die Covid-19-Pandemie, viel besser gerüstet als im März 2020.

      • @Jaromir, @Teddy

        Wäre es nicht geschickter, diese Trigger-Proteine direkt einzuspritzen?

        Die direkte Herstellung von großen Proteinen wie auch Antikörpern ist sehr aufwendig und teuer.

        Ich habe Teddy so verstanden, dass es ihm nicht um Antikörper geht, die eingespritzt werden sollen, sondern Proteine die das Herstellen der Antikörper triggern. Was ich wiederum genau als das verstehe, was man mit herkömmlichen Impfstoffen macht.

        PS.
        Duzen reicht völlig.

        • Vielleicht haben wir’s beide falsch verstanden :-). Teddy schreibt:

          “Warum bringt man die Zellen dazu, fremde Proteine herzustellen? Wäre es nicht geschickter, diese Trigger-Proteine direkt einzuspritzen? Dann könnten die Zellen ihre normalen Arbeiten weiterhin ausführen.”

          Dann meint er wohl, statt der Spike-Protein-Impfstoff-mRNA, direkt die Spike-Proteine zu spritzen. Sie aber in vitro herzustellen ist nicht so einfach. Bei den gängigen Impfungen mit abgeschwächten Viren, werden meist ihre Hüllen injiziert, bei denen die Antigene (hier Strukturproteine) möglichst gut erhalten sein sollten. Die Hülle des SARS-Cov-2 enthält aber neben dem Spike-Protein drei andere Struktur-Proteine. Hier ist die Zusammensetzung/Struktur des SARS-Cov-2 schön einfach 🙂 bebildert und beschrieben.

          • Dann meint er wohl, statt der Spike-Protein-Impfstoff-mRNA, direkt die Spike-Proteine zu spritzen

            Ja, das meinte Teddy. Mir war nicht klar, was es für einen Unterschied machen soll, ob die Zellen nun Viren herstellen oder irgendwelche fremde Proteine. Beide Arbeiten beeinträchtigen die eigentliche Arbeit der Zellen, wobei die mRNA wohl nur für eine Weile die Zellen beansprucht, weil jeder mRNA-Strang nur einmal verwendet wird. Bei der Virenherstellung geht das ja so lange, bis die Zellen vor lauter Viren platzen. Da wird wohl ohne Ende die Viren-Bauanleitung aus dem Kern an die Zellteile außerhalb des Kerns für die Übersetzung in Proteine geschickt.

            Aber wenn die künstliche Herstellung von Proteinen so schwierig und aufwendig ist, ergibt das natürlich Sinn, dass die Zellen diese Herstellung übernehmen müssen.

          • Es werden in den Zellen ständig mRNAs in die Proteine übersetzt. Das dürfte keine große Belastung für die Zelle sein.

            Das große Problem bei dem mRNA-Impfstoff ist, dass es bis zwei Wochen dauern kann, bis er wirkt. Die Übersetzung in die Spike-Proteine und die ganze Immunantwort nehmen dann doch etwas Zeit in den Anspruch. Deswegen versucht man, direkt Antikörper herzustellen, also die Proteine, die unser Körper produziert, um die fremden Proteine (Antigene), das heißt die Viren, zu bekämpfen. Man versucht die Antikörper mit Hilfe von tierischen Zellen herzustellen aber auch direkt in vitro (im Reagenzglas). Diese wirken dann sofort, auch bei bereits erkrankten. Ich vermute aber auch, dass es nicht ganz ohne ist, direkt Proteine in ausreichenden Mengen zu injizieren. Hier könnten tatsächlich starke Nebenwirkungen auftreten. Na, ja, Trump hat’s überlebt. 🙂

      • Als Ergänzung noch angefügt: Bei Covid-19 wird ja auch versucht, mit Antikörpern, die aus dem Blut von Genesenen gewonnen werden, schwere Verläufe abzumildern, Stichwort Plasmatherapie.

  13. „Verstehe ich sie also richtig? Geht ihr Argument in die Richtung “wir impfen/schützen die Risikogruppen und eine per Impfung erreichte “Herdenimmunität” ist gar nicht erforderlich”?“

    Nein, natürlich nicht. Eine Durchimpfung bis zur Herdenimmunität ist in jedem Fall angebracht. Es geht mir nur darum, dass ein Lockdown bei entsprechend niedriger Zahl von schweren Erkrankungen nicht mehr angemessen ist. Eine Impfung ist dagegen ein sehr viel kleinerer Eingriff, mit entsprechend mehr Effekt. Und vor allem auch nachhaltig. Ohne Impfung nur mit Lockdowns ist ja ein Spiel ohne Ende, verschiebt und verzögert nur das Unvermeidliche, bis dass die Herdenimmunität nach etlichen Jahren mittels Durchseuchung dann doch hergestellt ist.

    @Martin Holzherr 28.12. 15:04

    „Taiwan hatte überhaupt nie einen Lockdown (definiert als Ausgangssperre und Geschäftsschluessungen), sondern nur Quarantäne, Abstand&Maske (ab 1.April 2020 Maske in Zügen), Kontakt-Tracing mit Bewegungsprofilen.“

    Hört sich wirklich gut an. Vielleicht sollten die Gesundheitsämter dieses mal genau studieren, um bei der nächsten Pandemie hier besser durch zu kommen. Und es besteht ja auch durchaus die Gefahr, dass ein neues Virus nicht 0,4 % der Infizierten, sondern auch 4 % oder 20 % tötet. Die Panik, die das auslösen würde, mag ich mir jetzt gar nicht vorstellen.

    Bei den derzeitigen Infektionszahlen ist aber nicht davon auszugehen, dass wir wieder in einen Bereich kommen, indem eine effektive Kontaktverfolgung wie in Taiwan möglich wird. Und wenn das erst im Frühling oder im nächsten Sommer klappt, und bis dahin dann die Risikogruppen durchgeimpft sind, dann gibt es entsprechend so wenige ernsthafte Erkrankungen, die man verhindern könnte, dass das womöglich kaum noch lohnt.

    Als Option, schon mal für die nächste Pandemie zu üben, vielleicht aber doch. Dasselbe gilt für die mRNA-Impfstoff-Technik. Sollte hier alles so gut laufen, wie erwartet, könnte man mal gucken, wie man das machen kann, dass ein Impfstoff nach Identifizierung eines neuen Virus auch schon in 3 Monaten einsatzbereit sein kann, dass man mit dem Impfen von Risikogruppen frühzeitig anfangen kann.

  14. Wie stark ein lebendiger Mensch von seinem Immunsystem abhängig ist, kann man auch daran erkennen, wie schnell ein verstorbener Mensch verfällt bzw. verwest, wenn er nicht gekühlt oder anderweitig konserviert wird. Viren (zumindest solange noch lebende Zellen da sind), Bakterien, Pilze usw. gehen schnell ans Werk.

  15. @Jaromir Konencny 28.12. 17:08

    „Klar würde ich mich sehr freuen, wenn wir alle solidarisch die Hygieneregeln einhalten würden, so wie man’s in vielen Ländern in Asien beobachten kann.“

    Wie macht man das jetzt? Erstmal selber noch mal die eigenen Gewohnheiten mit den Masken und dem Händewaschen überprüfen.

    Sehr wirksam wäre vermutlich eine Corona-App mit möglichst gut aufgelöstem Kontakt-Tracking, das die Kontaktverfolgung um ein mehrfaches effektiver machen könnte. Und würde, wenn es entsprechend automatisiert funktioniert, auch die Kontaktverfolgung der Gesundheitsämter auch bei höheren Infektionsraten noch weiter möglich machen. Gegen Ende des Sommers zeigte sich, als die 7-Tage-Raten pro 100.000 Einwohnern über 30 stiegen, dass die Gesundheitsämter nicht mehr hinterherkamen, die Kontaktverfolgung durchzuführen.

    Hier bräuchte man eine Lösung, die Datenschutzkonform wäre. Wer kein Smartphone hat, sollte sich dann eine Art Smartwatch leihen können, und man könnte es dann auch zur Pflicht machen, das Gerät immer dabei zu haben.

    „Ich diskutiere immer noch mit Menschen, die meinen, Covid-19 sei harmlos und die ganzen Lockdowns nur Panikmache.“

    Ich auch. Insbesondere begegnet mir hier das Argument, dass die meisten Covid-19-Opfer ohnehin schwer krank waren, und eher Monate als Jahre noch vor sich hatten. Das ist nicht aus der Luft gegriffen, und nicht leicht, das moralisch einzuordnen. Verdient die Vermeidung einer schwerwiegenden Erkrankung eines 80-Jährigen, der innerhalb eines weiteren Jahres sowieso gestorben wäre, den selben Aufwand wie bei einem 20-Jährigen, der noch 60 Jahre zu leben gehabt hätte?

    Allerdings müssen wir selbst dann, wenn man das so sieht, dass sich der Aufwand nicht lohnt, gucken, dass die Krankenhäuser nicht überlastet werden. Hier wäre wohl eine tägliche Todesrate von etwa 300 für ganz Deutschland ein vernünftiger Richtwert. Spätestens wenn der überschritten wird, sind Gegenmaßnahmen incl. Lockdown auf jeden Fall angeraten.

  16. Mal sollte Mai bei meinem Science Kabarett in der Seidlvilla in München auftreten. Leider konnte sie dann aus Zeitgründen doch nicht kommen. Immer wieder schaue ich mir aber die Videos in ihrem maiLab-Kanal bei YouTube an. Dieses zu Impfungen finde ich großartig – wie eigentlich alle. 🙂

  17. die Twitter-Beiträge mit Künstlicher Intelligenz analysieren ließ.

    DAS finde ich eigentlich bedenklich, nicht eine Impfung. Ich bin 52 würde mich aber wie damals als ich noch klein war bei der Schluckimpfung immer wieder anstellen. Wenn mich irgendwelche Nebenwirkungen erwischen habe ich eben Pech gehabt. Das hilft dann vieleicht anderen auch wenn das für meine Familie tragisch sein kann.
    Aber irgeneinem Algo zu vertrauen den man mit von Vorurteilen belasteten Daten gefüttert hat macht mir wirklich Angst. Wir haben keine KI, nur Algos. Und die sind nicht bösartig sondern eigentlich dumm.

    • @Schoppe: “Und die sind nicht bösartig sondern eigentlich dumm.”

      Nicht eigentlich, denn sie haben sich ja nicht selbst programmiert, sondern immernoch in der wettbewerbsbedingten Funktionalität der instinktiven Bewusstseinsschwäche im geistigen Stillstand einer holographischen Matrix, also in Angst, Gewalt und egozentrierten Illusionen des “Individualbewusstseins”.

  18. Ich bin schon 64 und habe keine Angst vor KI. 🙂

    KI ist nun mal seit 1956 ein Oberbegriff für alle Programme, die alle möglichen Aspekte des menschlichen Denkens nachahmen können, also auch zu lernen und zu verallgemeinern: lernende Maschinen (Programme, Algorithmen) eben. Somit gehören zur KI auch Modelle, die lernen, qualitativ schlechte von guten Gurken zu unterscheiden.

    Der Begriff Künstliche Intelligenz ist etwas unglücklich gewählt, er ist aber nun mal da und nicht wegzubekommen. Deswegen: wir können das einfach akzeptieren – so wie wir eben den Begriff das Zentrale Dogma der Molekularbiologie akzeptieren, obwohl’s kein Dogma ist – und uns darüber freuen, dass wir endlich Programme haben, die Abertausende von hoch komplexen Aufgaben lösen können, die wir mit klassischen Programmen nicht oder viel schlechter lösen können:

    Tumore auf Mammografie-Bildern besser als menschliche Experten erkennen und einordnen, neuartige Antibiotika vorschlagen, die auch gegen resistente Bakterien wirken, Muster für Krankheiten in der DNA finden, Proteinfaltungen vorhersagen, wie wir es uns nie geträumt haben, Roboter in gefährlichen Umgebungen steuern, alle möglichen Daten und Signale von Sensoren viel besser als jedes regelbasierte Programm analysieren, die Funktionalität und Qualität von Maschinen und ihren Ersatzteilen überwachen, Wetter und gefährliche Pandemien vorhersagen, uns bei der Bekämpfung des Klimawandels helfen und und und …

    Mein Landsmann und Entwickler des word2vec-Algorithmus Tomáš Mikolov sagte:

    “Es gibt diese Argumente, dass wir vielleicht keine Künstliche Intelligenz entwickeln sollten, weil sie uns zerstören würde. Was ist aber, wenn das Nichterreichen der Künstlichen Intelligenz die größte existenzielle Bedrohung für die Menschen ist?”

    Er hat recht!

    Klar kann ich die KI-Modelle als dumm bezeichnen. Genauso wie ich ein Waschbrett oder eine Zange als dumm bezeichnen kann. Denn KI-Programme sind auch nur Werkzeuge. Dass sie jedoch wunderbare und hoch funktionelle Werkzeuge sind, dürfte jeder sehen, der danach nur ein bissl googelt.

    Was Vorurteile (Bias) in den Datensätzen angeht: Hier haben Sie etwas verwechselt: Eine Sache ist, KI-Modelle an großen und mit Vorurteilen beladenen Datensätzen “sprechen lernen zu lassen”, ohne sich groß darüber Gedanken zu machen, dass diese Datensätze eben nicht neutral sind.

    Eine andere Sache ist aber, mit KI-Modellen solche mit Vorurteilen behafteten Datensätze zu analysieren, wie es in der Studie aus Sheffield durchgeführt wurde. Sie kritisieren hier das Vertrauen in ein KI-Programm, das eben Vorurteile in Tweets aufdeckte und analysierte – es lernte nicht an diesen Vorurteilen, wie Sie’s dem Programm vorwerfen. 🙂

  19. Sehr geehrter Herr Jaromir Konecny,
    da Sie so in SciLogs-Blog “Gehirn & KI” sich mit dem Impfstoff befassen,
    der Impfstoff soll ja in Ihren Augen ja so gut sein, habe ich beschlossen, Ihnen meine Impfung zu schenken, ja schenken. Sie können sich ja dann doppelt impfen lassen damit evtl. Ihre Gehirnzellen endlich wieder anfangen können, meschlich zu leuchten. Da Sie ja dann vollkommen geschützt sind, brauche ich, und viele viele viele andere Menschen, sich ja nicht mehr impfen lassen.
    Herzlichst
    REG

    • Sehr geehrte/r Frau/Herr Anonym,

      bereits 130 Millionen Menschen auf der Welt wurden gegen gegen Sars-Cov-2 geimpft. Die Impfung hat somit schon jetzt Tausende Menschenleben gerettet. Warum “leuchten” dann Ihre Zellen menschlicher als meine, wenn ich mit wissenschaftlichen Fakten zeigen wollte, dass die Impfstoff-mRNA sich nicht in das Genom einbauen kann, während Sie die mRNA-Impfung mit solchen Kommentaren wie diesem verhindern wollen. Ist das menschlich, so wie Sie dafür zu kämpfen, dass Kranke und Ältere sterben?

      Danke für Ihr Angebot, mir “Ihre Impfung zu schenken”. Das kann ich nicht annehmen. Ich solidarisiere mich nun mal mit dieser Gemeinschaft und warte, bis auf mich die Reihe kommt. Nur möchte ich Sie darauf hinweisen, dass ich nach zwei gleichen Impfungen nicht vollkommener geschützt wäre als nach einer normalen – sonst würde man ja die Impfdosis verdoppeln:

      Denken und erst dann kommentieren – das ist das Gebot der Stunde! Und unserer Menschlichkeit in diesen Zeiten.

      Herzliche Grüße

      Jaromir Konecny

  20. Sehr geehrter Herr Konecny,

    Ich habe Diplombiologie mit Nebenfach Physik studiert und bekomme daher immer wieder von Freunden auch mal Fragen zu aktuellen Themen und auch immer wieder Videos aus dem Verschwörungsschwurbelbereich. Seit gestern beschäftige ich mich gerade mit Aussagen von Frau Dr. Schmidt Krüger über den oben beschriebenen Impfstoff. Ich habe mir ihre ungeschnittenen Videos auf YouTube angesehen, nachdem man mir einen “Horrorzusammenschnitt” präsentierte. Nun habe ich an Sie folgende Fragen, die Sie mir vielleicht beantworten können:
    1. Ist es richtig, dass die kationischen Lipide, welche man in der Vesikelmembran des Impfstoffs benötigt, damit es zur Endocytose kommt, im Körper zu einem Problem werden? Wenn die Zelle, welche den Impfstoff aufgenommen und das Immunsystem aktiviert hat findet angeblich eine Apoptose der Zelle statt, bei welcher die anionischen Lipide freigesetzt werden und dann angeblich toxisch wirken.
    2. Stimmt es, dass im Labor mit m-RNA-als Impfstoff geforscht und getestet wird, nun in der großtechnischen Produkion aber ein Impfstoff auf DNA-Basis (dem Gen, das für die Spikeporoduktion kodiert) verwendet wird, der bakteriell produziert wird. Angeblich mit der Problematik, dass diese DNA, da linearisiert und nicht als Plasmidring vorligend, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in das Genom der Zelle eingebaut werden werden kann und dann u.U. die Zelle dadurch entarten, sprich zur Krebszelle mutieren könnte?
    3. Was ihre Aussage über die Wirksamkeit angeht habe ich in den von Fr Dr Schmidt Krüger bereits selbst gesehen, dass sie hier den logarithmischen Auftrag nicht berücksichtigt hat, ihre Aussage über die gleiche Wirksamkeit der drei Dosen also nicht stimmt, weil hier kleine Abweichungen in der Balkenhöhe einen immensen Unterschied bedeuten. Aber die Aussage über die Nebenwirkungen ist meines Erachtens korrekt wiedergegeben, so dass bei einer Impfmenge von 20ml statt 30ml eigentlich die optimale Relation zwischen Wirksamkeit und Nebenwirkungsproblematik bestehen würde. Wie seien Sie das?
    Würde diese Problematik mit der Toxizität der kationischen Lipide tatsächlich so bestehen, wäre mir ein “klassischer” Impfstoff eigentlich lieber, wie er ja auch bereits in Russland und Großbritannien entwickelt wurde.

    Ich danke Ihnen für Ihre Antworten dazu

    • Hallo Frau Haas,

      bitte, entschuldigen Sie die späte Antwort – ich muss ein Buch abgeben. 🙂 Ich bin kein Experte über Impfstoffe. Das hier ist eigentlich ein Blog über Künstliche Intelligenz. Über den mRNA-Impfstoff habe ich nur geschrieben, weil ich mich bei meiner Forschung über die Entstehung des genetischen Codes ausgiebig mit dem “Zentralen Dogma” der Molekularbiologie beschäftigt hatte. So wollte ich nur zeigen, dass die Spikeprotein-mRNA des Impfstoffs nicht in unser Erbgut eingebaut werden kann. Ihre Fragen sollten Impfstoffexperten beantworten. Ich müsste dafür auch recherchieren. Ich persönlich verlasse mich auf die Impfstudien, die Wissenschaft und die Millionen bereits erfolgreich durchgeführten Impfungen: Die Impfung scheint zu wirken. Covid-19 ist überdimensional gefährlicher als die Impfung dagegen.

      Liebe Grüße

      Jaromir Konecny

  21. In Kommentaren zu diesem Blogtext von mir über die mRNA-Impfung gibt es einige grundfalsche Behauptungen, wie zum Beispiel:

    “Täglich erhalten wir weltweit seriöse Meldungen über schwere Nebenwirkungen und Todesfällen unmittelbar nach der Impfung.”

    Dem ist nicht so! Wenn man sich wirklich in “seriösen Meldungen” über die bis jetzt beobachteten Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe informieren will, kann den hier verlinkten Beitrag in Nature lesen.

    Bleiben Sie gesund!

    • Darauf kann ich ganz klare Antworten geben: Ich beschäftige mich nur mit wissenschaftlichen und glaubwürdigen Quellen. Zum Beispiel ist gerade jetzt eine israelische Studie über die Wirkung der mRNA-Impfung erschienen – die Grundlage dieser Studie bildet die Auswertung der Daten von 1,2 Millionen Geimpften.

      https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2101765?query=featured_home

      Wenn man keine wissenschaftlichen Quellen lesen will, kann man sich breit in Medien informieren, die einer sachlichen Berichterstattung verpflichtet sind. Die Meldungen darüber gehen momentan durch alle Medien, die Fakten veröffentlichen. Das sind zum Glück immer noch die meisten in Deutschland.

      Wenn man sich in sozialen Netzwerken informiert, sollte man unbedingt nach Faktenchecks zu haarsträubenden Behauptungen googeln. Man findet viele, wie zum Beispiel diesen:

      https://correctiv.org/faktencheck/2021/02/18/angeblicher-whistleblower-bericht-aus-berliner-pflegeheim-fuehrt-in-die-irre-verstorbene-bewohner-hatten-covid-19/

      Und oft reicht auch der gesunde Menschenverstand, um Inhalte von Videos in sozialen Netzwerken zu beantworten: Auf der Welt wurden bereits über 200 Millionen Menschen gegen SARS-Cov-2 geimpft, unabhängig von Ländern und Systemen. Diktatoren, Demagogen und Demokraten lassen impfen, und das nach dem Motto: je schneller um so besser. Hinter jeder dieser Regierung stehen Teams mit unzähligen Wissenschaftlern, die sich mit Viren seit Jahren wissenschaftlich auseinandersetzen. Die breite wissenschaftliche Meinung, durch Studien erhärtet, ist eindeutig: Impfen! Würden sie das alle machen, wenn die Impfung gefährlich wäre? Welche Antworten hast Du darauf?

  22. Naja, tätig bei der Spiegelakademie, das sagt alles. Kein Wunder, dass das Geschreibsel hier hinsichtlich der Impfung so positiv wie möglich ausfällt! 🤣🤣🤣🤣🤣

  23. Immer wieder tauchen in Kommentaren unter meinem Blogbeitrag zu den mRNA-Impfstoffen falsche Behauptungen über die mRNA-Impfung auf.

    Hier ein frischer Faktencheck von sechs solchen Behauptungen:

    https://correctiv.org/faktencheck/2021/02/22/lebensbedrohliche-nebenwirkungen-und-angeblich-kein-schutz-vor-covid-19-sechs-behauptungen-zum-biontech-impfstoff-im-faktencheck/

    Lassen Sie sich, bitte, nicht von Verschwörungstheoretikern und fragwürdigen Experten verunsichern! Die Beiträge von fragwürdigen Experten zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine haltbaren Belege für ihre Behauptungen liefern. Die meisten solcher falschen Behauptungen können mit etwas Googeln und unserem gesunden Menschenverstand entlarvt werden.

    Von Verbreitern von Fakenews, Pseudowissenschaften und Verschwörungstheorien werden große Zeitungen und öffentliche Fernsehanstalten abschätzig als “Mainstreammedien” bezeichnet. Selbstverständlich soll man alles, was man liest und hört, kritisch begutachten.

    Nur ist es nun mal so, dass diese “Mainstreammedien” einer sachlichen Berichterstattung viel mehr verpflichtet sind als obskure Kanäle in den sozialen Netzwerken. Seit März 2020 wurden im Bezug auf die Pandemie Hunderte Verschwörungstheorien und falsche Behauptungen entlarvt. Mir ist kein Verbreiter von solchen falschen Behauptungen bekannt, der sich nach einem solchen Faktencheck entschuldigt hätte. Für die Verbreitung von bewiesenermaßen falschen Nachrichten würde ein “Mainstreammedium” sich sofort entschuldigen.

    Ich selbst bin kein Journalist, sondern freiberuflicher Schriftsteller, freiberuflicher Dozent für KI und KI-Speaker und Bühnenperformer, der sein Geld weitgehend mit Veranstaltungen verdient. Durch die Kontaktbeschränkungen habe ich die meisten Einnahmen verloren. Trotzdem kann ich die Pandemie nicht leugnen – sie ist nun mal da und wir sollten uns dementsprechend verhalten, wenn wir uns und andere nicht bedrohen wollen.

    Ich bekomme auch nichts dafür, wenn ich mich positiv über Impfungen äußere. Nur das Gefühl, dass ich etwas sinnvolles mache, wenn ich hier über wissenschaftliche Erkenntnisse schreibe.

    Niemand von uns weiß alles. Wir können uns zu SARS-Cov-2 und Covid-19 nur nach dem momentanen Stand der Wissenschaft äußern. Zumindest das sollten wir aber tun.

    Bitte, glaubt nicht Menschen, die unsere pluralistische Gesellschaft mit Panikmache und Lügen zerlegen wollen.

    Bleiben Sie gesund!

  24. Sie haben auch nicht richtig zugehört.
    Vanessa Schmidt-Krüger spricht von der residual template DNA, die zur Synthese der modRNA benötigt wird, nach Verdau und Aufreinigung.
    Diese darf zu 300ng/mgRNA im Endprodukt vorhanden sein, das wären bei 300 bp Fragmentlänge ca 9,26×10^11 Bruchstücke.
    Niemand hat deren Integrationseigenschaften in Kombi mit den LNPs untersucht und Sie sind dem Marketingkonzept (DNA-frei) aufgesessen.

    • Hallo könnte man hierzu antworten bitte es wäre sehr interessant. Gibt es schon weitere neu aktuelle Erkenntnisse zum MRNA Impfstoff?
      Ich persönlich habe große Sorge, das man nach einigen Jahren sagt das durch den Impfstoff z.B Krebs oder Autoimmunkrankheiten zum Vorschein kommen.
      Es ist ja nur eine bedingte Zulassung die auf ein Jahr erstmal genehmigt ist.

  25. Hier ein neuer Beitrag und Faktencheck zu Nebenwirkungen von Impfstoffen. Mittlerweile wurde auf der Welt fast eine Milliarde Menschen gegen SARS-Cov-2 geimpft. Das sollte man immer bedenken, wenn man von Nebenwirkungen spricht. Kopfschmerzen, Errötung der geimpften Stelle, leichtes Fiber oder Müdigkeit sind meiner Meinung nach normale Körperreaktionen bei der Ankurbelung der Immunabwehr nach einer Impfung.

    Ich bin davon überzeugt, dass ein Mückenstich oder ein Kratzer in der Natur viel gefährlicher sind als eine medizinische Impfung: Denn durch einen Mückenstich bekommt man immer giftige Fremdproteine und lebendige Bakterien und Viren gespritzt, die sich im Körper weiter vermehren können. Hier wird unsere Immunabwehr oft massiver herausgefordert als bei einer Impfung.

    https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2021/06/02/nebenwirkungen-von-covid-19-impfstoffen-das-steckt-hinter-den-daten-des-paul-ehrlich-instituts/

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