The Science of Time

Zeit gibt den Takt, nach dem wir unser Leben ausrichten; sie ist der Maßstab, an dem wir – als Historiker genauso wie als Physiker – die Ereignisse in der Welt geordnet aufhängen wie auf einer Wäscheleine. Sie ist die Größe (t), die aus Arbeit (W) Leistung (P=Delta W/ Delta t) macht und die Dimension unserer Welt, die unumkehrbar in stets dieselbe Richtung läuft (im Gegensatz zu den Raumdimensionen, denn wir können nach einem U-turn einen Weg zurückgehen, aber nicht einen Lebensabschnitt nach einer bereuten Tat oder Entscheidung wiederholen.

Die Zeitmessung der Menschheit ist getaktet durch die Rhythmen im Kosmos, d.i. einerseits die Rotation unseres Heimatplaneten und andererseits durch seinen Lauf um die Sonne. An diesen Grunderscheinungen (Jahr und Tag) wird auch heute noch festgehalten und alle anderen Methoden der Zeitbestimmung, z.B. viel genauer laufenden Atomuhren, werden immer wieder an den Lauf der Erde angepasst. Das ist doch eigentlich bemerkenswert, wie sehr wir Menschen an unserer Heimat, dem Planeten Erde, hängen: Die moderne Physik gibt uns mit Atomen und Pulsaren mehrere Möglichkeiten, die Zeit perfekt regelmäßig zu bestimmen – aber der Mensch ist ein Lebewesen der Erde und wünscht, dass es Mittag ist, wenn die Sonne im Süden steht und nicht zu anderer Zeit. Darum lassen wir es uns nicht nehmen, sogar Schaltsekunden einzufügen, wenn wir merken, dass unsere Atomuhren mal wieder um diesen Betrag von der Erdrotation abweisen – auch wenn das einen größeren logistischen Aufwand und programmiertechnische Arbeit bedeutet. Diese Sekunde scheint es uns Erdlingen doch Wert zu sein.

Bei einem Symposium über Zeit müssen daher Experten verschiedenster Disziplinen zusammenkommen und miteinander reden – und dafür gibt es keinen besseren Platz als eine der besten Elite-Universitäten der Welt: Die Harvard-Universität in Cambridge, MA.

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Die Weitläufigkeit des Themas konnte trotz der viertägigen Dauer des Symposiums zum Thema „die Wissenschaft der Zeit“, The Science of Time, nur angerissen werden.

Owen Gingerich – der weltweit bekannte Professor Emeritus für Astronomie und Wissenschaftsgeschichte in Harvard – präsentierte am Montag Vormittag eine „kurze Geschichte der Ephemeridenrechnung“, wobei er einen Bogen vom babylonischem Erkennen rhythmischer Wiederholungen von Planetenpositionen (Zieljahrmethode) bis hin zu Keplers Beschreibungen der Planetenbahnen als Ellipsen zog.

Owen Gingerich beginnt mit der Venustafel von Amizaduga und hört mit Keplers astronomischen Wettervorhersagen noch nicht auf.

Owen Gingerich beginnt mit der Venustafel von Amizaduga und hört mit Keplers astronomischen Wettervorhersagen noch nicht auf.

Der Montag und der Dienstag Vormittag war bestimmt von Berichten über technische Möglichkeiten der Zeitmessung – verschiedene Uhren in verschiedenen Jahrhunderten, ihre Konstruktionsprinzipien und die Motivationen zu ihrer jeweiligen Konstruktion: Eine gewaltige Motivation zur Konstruktion immer genauer gehender Uhren waren (wie so oft) astronomische Bedürfnisse: Sei es die Vorhersage der Jahreszeiten für Bauernregeln (Kalender) oder die Messung des eigenen Längengrads auf der Erde während langer Reisen (Longitude) oder die hochpräzise Bestimmung der SI-Grundeinheit „Sekunde“ als Überfeinstrukturschwingungen eines bestimmten Caesium-Atoms oder Lichtpulse von Pulsaren.

Leap Second

Am Dienstag Nachmittag wurde die Diskussion um die Schaltsekunde sehr emotional: Neben sämtlichen technischen Details um UT1, UT2, UTC, TT, GPS, und anderen Zeitmessungen gab es vor allem heftige Diskussionen, wer für bzw. gegen das Einfügen von Schaltsekunden ist, ob das überhaupt nötig ist oder vielleicht doch hinreichen würde, etwa alle tausend Jahre eine Schaltstunde einzufügen. Und ob es dramatische Konsequenzen hat, wenn die Schaltsekunde nicht an diesem, sondern am Folgetag eingefügt wird: Wenn die Uhr von 23:59:59 auf 00:00:00 springt und man dazwischen eine Sekunde einfügen muss, wobei 23:59:60 aus technischen Gründen des Zahlensystems nicht möglich ist, muss entweder 23:59:59 oder 00:00:00 wiederholt werden – und je nachdem, welches Label man wiederholt, landet die zusätzliche Sekunde an verschiedenen Tagen: Wird das wirklich die Verwirrung vergrößern? Es könnte doch sein, dass ein TV-Sender seine Werbung, die während der zusätzlichen Sekunde ausgestrahlt wird, an einem Tag besser als an einem anderen bezahlt – aber bleibt es nicht bei dem Mitternachtstarif, egal, welches der beiden genannten Label man für die eingefügte Sekunde wählt? Ehrlich gesagt, ich weiß nicht und habe auch keine konkrete Antwort auf die Frage gehört – aber es wurde lange diskutiert.

Internationale Diskussion um die Schaltsekunde

Internationale Diskussion um die Schaltsekunde – ganz am Schluss, als viele schon weg waren.

Mittwoch und Donnerstag war es aber wieder sachlicher und wurde eine interessante Zusammenschau über Zeitmessungsmethoden mit Pulsaren, die Verschiebung des Greenwich-Meridians und den Test unserer Gravitationstheorie (ART) anhand GPS, das anfangs sogar einen Schalter hatte, mit dem man ART-Korrektur zuschalten konnte oder eben nicht.

Damit sich der Kreis schließt, war der Freitag abermals den Instrumenten gewidmet. Die Sammlung der Harvard-Universität hat als übergeordnetes Ziel die Dokumentation der verschiedenen Lehr- und Arbeitsmittel, didaktischen Tools und wissenschaftlichen Instrumente über die Jahrhunderte des Bestehens dieser Universität zu dokumentieren.

Uhrwerk-Sonnensystem

"GRand Orrery", eine mechanisches, d.h. quasi uhrwerkbetriebenes Planetarium mit Ben Franklin, Isaac Newton und dem damaligen Gouverneur von Massechussetts als Seitedekoration. Obwohl während der zehnjährigen Bauzeit der Planet Uranus entdeckt wurde, wie Kuratorin Sara Schechner erläutert, wurde dieser nicht ins Modell einbezogen.

„Grand Orrery“, eine mechanisches, d.h. quasi uhrwerkbetriebenes Planetarium mit Ben Franklin, Isaac Newton und dem damaligen Gouverneur von Massechusetts als Seitendekoration. Obwohl während der zehnjährigen Bauzeit der Planet Uranus entdeckt wurde, wie Kuratorin Sara Schechner erläutert, wurde dieser nicht ins Modell einbezogen.

Vermessung des Sonnensystems durch Zeitmessung

Dass man mit mechanischen Uhren die Zeit bestimmen kann, sollte jedem klar sein. Dass man mit dem Lauf der Gestirne den Kalender bestimmen kann, führte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu übertriebenen Interpretationen babylonischer Wissenschaftstexte, die auf diese Funktion irrtümlich reduziert wurden. Ich denke, die Altvorderen im Orient konnten viel mehr als nur Kalender bestimmen: Sie haben auch umgekehrt Zeitmaße genutzt, um den Himmel zu vermessen.

links die erste amerikanische Hochpräzisionsuhr, die übrigens beim Venustransit 1761 zum Einsatz kam. Daneben steht im Museum die nächste Generation der Venustransit-Pendeluhr von 1769. Während die erste eine Acht-Tage-Uhr ist, hält die zweite schon einen Monat durch, ohne, dass man sie stellen muss.

links die erste amerikanische Hochpräzisionsuhr, die übrigens beim Venustransit 1761 zum Einsatz kam. Daneben steht im Museum die nächste Generation der Venustransit-Pendeluhr von 1769. Während die erste eine Acht-Tage-Uhr ist, hält die zweite schon einen Monat durch, ohne, dass man sie stellen muss. Für gewöhnliche Transits, d.h. Meridiandurchgänge von Sternen etc., sind verschiedene Instrumente in einer anderen Vitrine (rechts) zusammengestellt.

Da die oben abgebildeten Pendeluhren bei Venustransits zur Messung der Kontaktzeiten eingesetzt wurden, hat die Verbesserung der Uhren im 18. Jahrhundert gegenüber dem vorherigen Jh. auch zur Verbesserung dieser Daten beigetragen. Damit waren genaue Uhren auch zu einem nicht unerheblichen Anteil an der Bestimmung der Entfernungen bzw. Skalen in unserem Sonnensystem beteiligt.

nebenbei: Wie man aus dem Venustransit unsere Entfernung zur Sonne bestimmen kann und damit nach dem dritten Keplerschen Gesetz auch das Sonnensystem skaliert, hatte ich ja 2012 ausführlich beschrieben.

Vermessung der Erde mit Zeitmessung

Spätestens bei Ptolemaios (in seiner „Geographie“), taucht der Vorschlag auf, dass man auch die eigene Position auf der Erde mit Hilfe von Uhren bestimmen kann. Diese Methode erfreute sich durch das gesamte Mittelalter und bis in die Moderne großer Beliebtheit, konnte aber erst durch die Erfindung genau gehender Uhren in der frühen Neuzeit gelöst werden. Dava Sobels berühmter historischer Roman über John Harrison „Longitude: The True Story of a Lone Genius Who Solved The Greatest Scientific Problem of His Time“ und seine Verfilmung machten das Problem und seine Lösung populär. Nicht zuletzt war es auch ein wichtiger Impuls für die Harrison-Forschung im Allgemeinen. Insbesondere die Erinnerungen des ehemaligen Kurators des Time-Museum in Greenwich und derzeit in in Harvard ansässigen William Andrewes waren daher eine Bereicherung für die Tagung! Hier ein Interview „Chasing the Sun“ mit ihm über seine fazinierende Longitude Dial:

Moderne Forschung zur Erdrotation mit historischen und modernen Zeitmessungen

Besonders beeindruckend unter den Postern waren diejenigen, die sich mit Messungen der Variabilität der Erdrotation beschäftigten. Ein Poster von drei Autoren von Her Majesty’s Nautical Almanach Office zeigt Vermessungen der Instabilität der Erdachse, mit astronomischen Beobachtungsdaten der letzten drei Jahrtausende:

Die "Observations", die hier zum Ergebnis beitragen gehen bis -500 zurück, verwenden also historische Daten.  [Das Poster soll hier noch nicht gezeigt werden, weil die wiss. Arbeit noch nicht veröffentlicht ist. Ich mache dann später einen ausführlichen Bericht.]

Die „Observations“, die hier zum Ergebnis beitragen gehen bis -500 zurück, verwenden also historische Daten.
[Das Poster soll hier noch nicht gezeigt werden, weil die wiss. Arbeit noch nicht veröffentlicht ist. Ich mache dann später einen ausführlichen Bericht.]

Für diese Analyse wurden also babylonische astronomische Daten verwendet, historische Aufzeichnungen verschiedener Kulturen und in rezenter Zeit natürlich moderne Präzisionsmessungen. Das Poster schlägt daher m.E. eine sehr elegante Brücke durch alle in der Tagung angesprochenen Epochen und es ist faszinierend, dass die historischen Daten (wiedereinmal) auch für moderne Forschung genutzt werden können und nur so die Langzeitentwicklung der Erde und ihrer Bewegung verfolgt werden kann.

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Boston Skyline.

Ich hoffe, dass ich in der Zukunft auch einmal in der Lage sein werde aufzuzeigen, dass erst die lange Tradition der Forschung in Astronomie und die Ausdauer und Geduld vieler Generation von Astroforschern manche Erkenntnisse möglich macht. Dieser Tagung ist dies jedenfalls exzellent gelungen.

Conference photo, Harvard University

Conference photo, Harvard University

„say Leap Second“ war nach diesen dicht gepackten, hochinteressanten fünf Tagen die Garantie für ein Lächeln des Porträtierten in die Kamera (viel effektiver als „cheese“).

Die Wissenschaft von der Zeit ist in der Tat von immenser Spannweite, wie das Symposium „Science of Time“ vom 5. bis 10. Juni 2016 in Cambridge, MA zeigte. Das Themenspektrum reichte vom alten Babylon bis heute, von medienwissenschaftlicher Philosophie über Wissenschafts- und Technikgeschichte bis zur modernen Astrophysik. In gewisser Weise könnte ich sagen: alles, das ich jemals studiert habe, um meinem Ziel näher zu kommen, die Welt zu verstehen..

Additional Information

DANKE

Ein Dank für die Organisation dieser Konferenz geht an das Local Organizing Comitee um Arnoldt Rots am Smithonian Astronomical Observatory und das Scientific O.C. um Rob Seaman (University of Arizona).

Arnold Rots am Smithonian Astronomical Observatory.

Arnold Rots am Smithonian Astronomical Observatory.

Nachtrag 17.06. 2016

Heute erreicht mich die Nachricht von den Veranstaltern, dass es aufgrund des großen Erfolges des Symposiums möglicherweise in einigen Jahren eine zweite Auflage geben wird!

Freuen wir uns auf „Science of Time 2“!
noch größer, noch bunter, noch schöner… !

Veröffentlicht von

"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" [abgewandelt: John Miles, http://www.youtube.com/watch?v=egwARrX1ik8 ] Die Autorin studierte im Doppelstudium Physik und Wissenschaftsgeschichte und anschl. Medienwissenschaften, Physikdidaktik & Philosophische Anthropologie als Promotionsstudium. Sie ist seit 1998 freiberuflich als Astronomin und zeitweise auch als Dozentin für Physik tätig. Derzeit erforscht sie die Wurzeln der abendländischen Astronomie. Aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Frühere Arbeitsschwerpunkte waren * in Astrophysik: Stellarphysik; Mikrogravitationslinsen & Exoplaneten (1. Diplomarbeit); * in Technik- und Wissenschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (2. Diplomarbeit). * in Astronomie- und Physikdidaktik: Aufbau und Entwicklung einer überregionalen außerschulischen naturwissenschaftlichen Jugendarbeit in Deutschland und im Rahmen des internationalen Jugendaustausches [Mitbegründerin des Astronom. Sommerlagers (ASL), VdS-Jugendreferentin, Initiatorin und Gründerin der VEGA e.V., Begründerin der Berliner SpaceCamps, Gründerin von Astronomie+Raumfahrt-Austauschprogrammen mit Russland und Kasachstan, Zusammenstellung von Lehreinheiten online auf www.exopla.net , historische Methoden zur Vermessung der Welt nachvollziehbar auf Schulniveau] und gleichzeitig in Philosophie/ Medienwissenschaft: Lingua sine Limitibus - Sprachen der Populärdidaktik und transkulturelle Kommunikation (bildliche Sprachen und Visualisierungen, Astronomiekarawanen in Mauretanien, Hotelsternwarte in Portugal). * während Abitur und 2x Doppelstudium finanzierte sie sich als Freiberuflerin [siehe www.urania-uhura.de] durch Popularisierung der Wissenschaften in vielen Medien. In Zusammenarbeit mit einem Reiseveranstalter erhielt sie 2006 einen Tourismuspreis. Aktuell erforscht sie durch Analyse von Gestirnlisten in Keilschrift und Altgriechisch durch computergestützte Datenanalyse die Zusammenhänge der babylonischen mathematischen Astronomie mit der hellenistischen Astronomie.

43 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Susanne M. Hoffmann schrieb (11. Juni 2016):
    > Zeit ist das Maß, […]

    Nein; das Maß zeitlicher Abschnitte bzw. Entfernungen heißt genauer: Dauer.
    Wie z.B. in der Definition der entsprechenden SI-Einheit.

    (Vgl. z.B. auch Formulierungen wie „viertägige Dauer des Symposiums zum Thema „die Wissenschaft der Zeit“„.)

    • @ Herr Wappler :

      Ginge dies für Sie:
      ‚Zeit‘ ist die anthropogene konzeptuelle Maßgabe, die Veränderung meint, und die an Hand eines ‚Maßstabs‘ oder einer Maßnahme operationalisiert wird?

      MFG
      Dr. Webbaer

      • Dr. Webbaer schrieb (13. Juni 2016 10:50):
        > Ginge dies für Sie: ‚Zeit‘ ist die […]

        Danke für das sachbezogene Interesse; aber …
        … hier nur eine einzige bestimmte Definition anbieten zu wollen, scheitert ja allein schon daran, dass das Wort „Zeit“ für etliche verschiedene, wenn auch zusammenhängende Begriffe benutzt werden kann.

        Konzerntrieren wir uns aber mal auf den einen Begriff, den Einstein als „Stellung des kleinen Zeigers meiner Uhr“ umschrieb und für den ich (knapp und allgemein) gerne das Wort „Anzeige“ benutzte:

        > […] konzeptuelle Maßgabe

        Es ist (mir) schon ganz recht, dass dabei „Maßgabe“ und „Veränderung“ eine Rolle spielen;
        aber im rein qualitativen und allgemeinsten (und damit womöglich auch einfachsten) Sinne:
        der Beurteilung, die (im Erfolgsfalle) den (Boolschen) Wertebereich hat
        – (entweder) „das Selbe“,
        – (oder) „Verschiedenes“.

        > die Veränderung meint

        Und zwar insbesondere, dass ein-und-derselbe (identifizierbare, wiedererkennbare) Beteiligte verschiedene Anzeigen gehabt haben kann; und letzteres heißt auch: nicht „auf einmal“.

        > die anthropogene […] Maßgabe

        Auch wenn wir uns hier mit offensichtlich anthropogene Mitteln ausdrücken, sind diese Begriffsbildung doch auch allen (auch hypothetischen) Anderen möglich, die eben über „einen Begriff von“ „das Selbe“ (bzw. auch von „Selbst“) gegenüber „Verschiedenes“ (bzw. auch „die Anderen“) verfügen.

        Und es erschiene mir als dahingehend … ähm … integrativ, möglichst nur diese rein qualitative und allgemeinste Maßgabe als selbstverständlich vorauszusetzen, und alle weiteren Begriffe daraus zu konstruieren.

        Damit wäre also sehr Wort- und (hoffentlich) Aufschluss-reich übersetzt, was mit „Zeit“ im Sinne von „Anzeige (eines Beteiligten)“ gemeint sein soll.
        (Von „Definition“ kann man nicht wirklich sprechen, denn der/mein obige(r) anthropogene(r) Buchstabensalat wäre ja jemandem, der (noch) gar keinen Begriff von „das Selbe“ bzw. „Selbst“ gegenüber „Verschiedenes“ bzw. „anders“ hätte, gar nicht als eine Definition nachvollziehbar.)

        Auf dieser Grundlage lassen sich nun weitere Begriffe konstruieren, die mehr oder weniger umgangssprachlich ebenfalls „Zeit“ genannt werden:

        – die Menge aller einzelnen Anzeigen eines bestimmten Beteiligten,
        – die Reihenfolge der Elemente dieser Menge,
        – die Halbordnung (partial order) hinsichtlich der Anzeigen mehrerer verschiedener Beteiligter (die sich gegenseitig beobachten),

        und schließlich als quantitatives, operationalisiertes Maß:

        – Dauer (jeweils eines Beteiligten, von einer bestimmten seiner Anzeigen bis zu einer bestimmten anderen); bzw. zumindest Dauerverhältnisse, auch insbesondere im Vergleich zwischen verschiedenen Beteiligten.
        (Ganz zu schweigen von allerlei „Zeit“-Begriffen, die durch Darüberstreußeln von irgendwelchen Koordinatenzahlen zu erhalten wären.)

        • p.s.
          Frank Wappler schrieb (13. Juni 2016 14:02):
          > Konzerntrieren wir uns […]

          sollte sein: „Konzentrieren wir uns …“;

          > […] den (Booleschen) Wertebereich

          sollte sein: „… den (Booleschen) Wertebereich“;

          > […] sind diese Begriffsbildung

          sollte sein: „… ist diese Begriffsbildung“.

        • @Frank Wappler
          Würden Sie von der Definition des Wassers verlangen, dass sie den Kaffee und den Tee mit und ohne: Milch, Zucker, Koriander, Koffein erklärt, oder würde Ihnen eine einfache Definition des Wassers als einer chemischen Verbindung ausreichen?
          Mich interessieren ausschliesslich Dinge der Unmöglichkeit. Alles andere ist mir zu langweilig oder falsch gedacht.

          • Maciej Zasada schrieb (13. Juni 2016 20:41):
            > Würden Sie von der Definition des Wassers verlangen, dass sie den Kaffee und den Tee mit und ohne: Milch, Zucker, Koriander, Koffein erklärt,

            In meiner Alltags-Tätigkeit als Lebensmittelkonsument würde ich allerdings erwarten, dass das, was meine Elektrokocher-Kanne füllt, wenn ich den Hahn über’m Spülbecken aufgedreht habe, zusammen mit den genannten Zutaten (mir) bekömmliche Getränke bilden kann.

            > oder würde Ihnen eine einfache Definition des Wassers als einer chemischen Verbindung ausreichen?

            Das konnte jemandem ausreichen, dem es leichter als mir fiele, aus der Beschreibung eines einzelnen Exemplars (Moleküls) einer chemischen Verbindung eine (mehr oder weniger grobe) Beschreibung eines Systems aus vielen solchen Exemplaren zu schließen.

            > Mich interessieren ausschliesslich Dinge der Unmöglichkeit.

            Mich interessieren Messoperatoren mit Booleschen oder reellen Messwerten, und mit entsprechenden orthogonalen (d.h. sich gegenseitig ausschließenden) Eigenzuständen; sowie deren (damit zusammenhängende) eventuelle Kompatibilität bzw. Inkompatibilität — oft mehr als das damit ausführbare „Briefmarkensammeln“.
            (Und die Punch Lines meiner Beiträge sind wohl nicht ausschließlich brilliant. …)

          • @Frank Wappler

            Kommentar zu meiner Definition der Zeit (http://scilogs.spektrum.de/uhura-uraniae/the-science-of-time/#comment-6033)

            Die Zeit zu definieren ist eine der größten ausstehenden (sprachlichen) Herausforderungen. Schliesslich findet der Begriff überall Verwendung; schliesslich wird mit dem Parameter „Zeit“ und mit verschiedenen zeitlichen Werten fast überall gerechnet (die Zeit ist das Medium, in dem jede Bewegung / Veränderung stattfindet: der Sinn der Theoriebildung besteht indes darin, die Veränderung mittels der Theorie vorauszusehen / plausibel zu erklären). Keine moderne Theorie der Wirklichkeit kommt ohne den Zeitbegriff und ohne Zeitwerte und Zeitpunktbestimmung der Ereignisse aus. Jedoch ist die Bedeutung des Begriffs und des Gegenstands „Zeit“ nie sorgfältig spezifiziert worden (Fisch-im-Wasser-Dilemma).
            Dies führt selbstverständlich zu Missverständnissen und man kann getrost von der Annahme ausgehen, dass die Lücken, welche in den besagten Theorien zu finden sind, oder welche darin irgendwann entdeckt werden, mit der falschen Vorstellung der Zeit als eines Begriffs und/oder mit der falschen Vorstellung der Zeit als eines Bestandteils des mathematischen Modells zu tun haben werden.

            Die Funktion einer Definition ist es zu markieren. Wie der Mensch, der einen Namen trägt, um erkennbar zu sein, durch seinen Namen markiert (bezeichnet) wird, markiert Definition den definierten Gegenstand (sie bezeichnet ihn).
            Die Definition des Gegenstands A ermöglicht gewissermaßen die Bezugsbildung zum Gegenstand A (die qualifizierte Bezugnahme).
            Die sorgfältige Definition des Gegenstands A sollte die Gültigkeit der Phrase „ex falso quodlibet“ in Bezug auf A und in Bezug auf die Voraussetzungen, welche die Definition enthält, unterbinden.

            Ich betrachte meine Definition der Zeit aus dem Grund für gültig (sie ist unmöglich falsch), weil sie unter den gelegten Voraussetzungen der Theorie der Zeit XVIII – XX erstellt wurde und diesen Voraussetzungen entspringt / entspricht (siehe http://www.perspektivenlogik.de)
            Dass sie nicht die einzig gültige ist, und sein kann ist vollkommen klar.
            Wenn meine Definition der Zeit jedoch nicht falsch ist, so erlaubt sie die Durchführung einer qualifizierten Analyse der Schlüsse, welche aus ihr direkt folgen.

            Hier sind sie:
            Das Wesen der Zeit hat mit Messen der Zeitabstände, der Koinzidenzen etc. nichts zu tun.

            Sämtliche Maßstäbe, sämtliche Einheiten, sämtliche Messungen gelten lokal und haben mit den Effekten der Existenz der Zeit (oder anders gesagt mit der diesseitigen Perspektive auf die diesseitigen Effekte der jenseitigen Ursache der Zeit) zu tun.

            Diesseitige Perspektive auf die Zeit besitzt ausschliesslich lokale Gültigkeit. Die Gültigkeit der jenseitigen Perspektive auf das Phänomen Zeit ist universell. Es gilt ausschliesslich die universelle Zeitperspektive.

          • @ Herr Zasada :

            Definition der Zeit: Die Zeit ist diejenige Ebene der Wirklichkeit, in der die Informationen über sämtliche Werte der Veränderung kodiert werden.

            Klingt nicht so-o schlecht.
            Die Wirklichkeit meint das, was die Erkenntnissubjekte betrifft und von ihnen bemerkt wird, Meister Eckhart und so, woll?!
            ‚Sämtliche Werte der Veränderung‘ meint ausschließlich diese Wirklichkeit, allerdings ist die Erfassung und Persistierung auch dieser Werte in praxi unvollständig.
            Warum werden eigentlich ‚Informationen‘ kodiert? – Sie meinen, dass jedes erfasste und persistierte Datum Information trägt?
            Warum ist die Zeit eigentlich eine ‚Ebene (der Wirklichkeit)‘?

            MFG
            Dr. Webbaer

          • „Klingt nicht so-o schlecht“
            Ich könnte hier eine vollständige Erklärung der Welt auf den Tisch legen und der Kommentar wäre höchstens „Klingt nicht so-o schlecht.“

            „Die Wirklichkeit meint das, was die Erkenntnissubjekte betrifft und von ihnen bemerkt wird“

            Die Sache sehe ich viel einfacher: die Wirklichkeit ist eine Abteilung der Realität, in der die Wirkung stattfindet (in der gewirkt wird). In einfachen Worten: die Wirklichkeit ist das, was für sämtliche Beobachter, aus ihrer Individuellen Perspektive vergangen ist (und somit wirklich).

            “ ‚Sämtliche Werte der Veränderung‘ meint ausschließlich diese Wirklichkeit, allerdings ist die Erfassung und Persistierung auch dieser Werte in praxi unvollständig.“

            Das ungewöhnliche an meiner Definition ist gerade, dass sie die Erfassung und Persistierung der Werte ignoriert. Die Werte sind Kodierte Information, welche abgerufen wird oder nicht (in Abhängigkeit davon, ob gemessen wird, oder nicht, oder ob die Messung möglich/unmöglich ist).
            Ich stelle die Zeit als einen Bestandteil der Wirklichkeit dar, der unabhängig ist von der Messung.

            „Warum werden eigentlich ‚Informationen‘ kodiert? – Sie meinen, dass jedes erfasste und persistierte Datum Information trägt?“

            „Informationen werden kodiert“ heißt, dass sie nach einem bestimmten Muster abgebildet werden (dabei nicht nur abgelesen…passiv gemessen, sondern auch (potenziell) aufgezeichnet / gespeichert / determiniert werden können). In meiner Definition findet nicht weniger als die Entkopplung der Zeit von der Zeitmessung statt. Das macht sie interessant – sie eröffnet eine neue Perspektive auf die Zeit, man kann über Zeit endlich andersrum denken…

            „Warum ist die Zeit eigentlich eine ‚Ebene (der Wirklichkeit)‘?“

            Ich bin mitlerweile soweit, um ungeschoren zu behaupten, die Wirklichkeit sei eine Ebene der Zeit. Dies ist aber ein anderes Märchen.

            Ebene, Bestandteil, Baustein und andere Token.

          • @ Herr Zasada :

            So etwas klingt schon ganz OK bis zustimmungsfähig:

            In meiner Definition findet nicht weniger als die Entkopplung der Zeit von der Zeitmessung statt.

            hier, so richtig warm geworden werden muss hier womöglich nicht; die Sache mit der Perspektivenlogik fand Ihr Kommentatorenfreund abär gut.


            Es gibt i.p. Sprachlichkeit, vgl. : ‚Wirklichkeit ist eine Abteilung der Realität‘ wohl gewisse Differenzen.

            MFG
            Dr. Webbaer (der sich nun langsam ausklinkt, auch nicht ’scheren‘ will, sondern einfach nur aus sozialen Gründen -womöglich zuvörderst, Geschwätzigkeit ginge womöglich auch als Motivationsimperativ- ein wenig öffentlich notiert hat)

          • @Dr. Webbaer
            Ein schöner Tag sei Ihnen gegönnt.
            „Wirklichkeit ist eine Abteilung der Realität‘ wohl gewisse Differenzen.“
            Um diese weiß ich sehr wohl. Ich forciere abär meine Spreche im festen Glauben, die Deutschen verstehen manchmal ihre eigene Sprache, bzw. das, was sie ihnen sagt, nicht.

          • Maciej Zasada schrieb (15. Juni 2016 11:44):
            > […] das, was für sämtliche Beobachter, aus ihrer Individuellen Perspektive vergangen ist

            Wenn ich mich also in die Lage eines bestimmten solchen Beobachters („A“) versetze,
            dem „es in bestimmter bemerkenswerter Weise gegangen“ war,
            und als Repräsentant für sämtliche anderen Beobachter mal insbesondere „B“ in Betracht ziehe,
            dann ist offenbar von besonderem Interesse,
            ob A wahrnahm, dass B wahrgenommen hatte,
            wie „es“ A „ergangen“ war.

            Und da macht’s bei mir: „Ping“.

          • @Dr. Webbaer Nachtrag
            Vor etlichen Monaten machte ich irgendwo auf dieser Plattform die Bemerkung >die Zeit tickt nichtin meiner Definition findet…die Entkopplung der Zeit von der Zeitmessung statt<

            @Frank Wappler
            Es ist doch ganz einfach: der Augenblick ₽, in dem A sein Zustand Y bemerkt liegt für B solange in der Zukunft, bis das Signal, welches die Information über ₽ trägt, ihn erreicht. Erreicht ₽ den Beteiligten B liegt Y aus Perspektive A bereits in der Vergangenheit. In der Vergangenheit liegt auch aus seiner (A) Perspektive die von ihm wahrgenommene Reaktion B's auf ₽.
            Jeder Beteiligte nimmt aus seiner Gegenwartsperspektive ausschließlich Ereignisse der Vergangenheit wahr. Grundsätzlich. Oder wollten Sie etwas anderes mit "Ping" ausdrücken?

          • Maciej Zasada schrieb (15. Juni 2016 14:34):
            > Es ist doch ganz einfach: der Augenblick ₽, in dem A seinen Zustand Y bemerkt

            Warum nicht formal einfacher: As Anzeige A_₽ ?

            > Erreicht ₽ den Beteiligten B liegt Y aus Perspektive A bereits in der Vergangenheit.
            > In der Vergangenheit liegt auch aus seiner (A) Perspektive die von ihm wahrgenommene Reaktion B’s auf ₽.

            Das wäre mir jedenfalls unter der Bedingung verständlich, dass A den o.g. „ Augenblick ₽“ (bzw. seine Anzeige A_₽) von dem Augenblick (bzw. von der Anzeige) unterscheiden kann, der/die As „wahrgenommene Reaktion B’s auf ₽“ enthält.
            (Aber sonst nicht. Wir hatten uns ja schon mal anderswo recht ausgiebig zum Thema „Koinzidenz“ ausgetauscht.)

            Übrigens hatte ich (ebenfalls woanders) eine Notation vorgeschlagen, um das Beschriebene knapper auszudrücken:

            A_₽ ≢ A_®B®Ao₽.

            (Das Symbol „®” kann dabei z.B. als „received” oder als „registrierte“ oder „reagierte auf“ gelesen werden.)

            > Oder wollten Sie etwas anderes mit „Ping“ ausdrücken?

            Eher weniger; d.h. nicht mehr als die bloße Signalkette „A registrierte dass B registriert hatte dass A …“.

            Aber das ist bei aller Einfachheit dennoch wichtig und interessant, denn A hat (hätte) damit etwas festgestellt, dem B zustimmen muss (müsste); nämlich dass „₽ den Beteiligten B erreichte“ .

          • Zasada kommentiert seine Definition der Zeit (gesamter Kontext: http://scilogs.spektrum.de/die-sankore-schriften/cantors-einwand-gegen-euklids-dimensionsbegriff/#comment-10885 und folgende Kommentare)

            Ich unternehme nochmals den verzweifelten Erklärungsversuch…

            Die Zeit im Sinne meiner Definition könnte man sich als ein Lochband vorstellen, auf dem jedes Ereignis und jeder einzelne Schritt eines jeden Prozesses der Veränderung beobachterunabhängig kodiert worden wäre (kodiert als ein im Lochband ausgestanztes Loch, das mittels eines Lochband-Ausleseprogramms und gleichmäßig gegenüber dem Loch-Auslesemechanismus bewegten Lochbands, in den Kontext sämtlicher Veränderungswerte der übrigen Löcher gesetzt worden wäre). Die gleichmäßige Bewegung des Lochbandes gegenüber des Auslesemechanismus wäre darin die beobachtete, von uns wahrgenommene und (diesseits des Auslesemechanismus) messbare (Effekt)Zeit. Aufgrund dieser Effektzeit ließe sich zwar die Position einzelner Löcher auf dem Lochband rekonstruieren(!), die Rekonstruktion erfolgte jedoch ihrerseits bereits beobachterabhängig – in Relation zum Beobachtungszeitpunkt und zum Beobachtungsort (Beobachtungszeitpunkt und Beobachtungsort: Position der einzelner Beobachter-Löcher auf dem Lochband in Relation zu den Loch-Representanzen des Beobachteten).

            @Frank Wappler: ob Ereignisse gleichzeitig stattfinden oder nicht, ließe sich ausschließlich primär, anhand der Position der Ausstanzungen auf dem Lochband (beobachterunabhängig) feststellen. Jede durch eine lokale Messung erfolgende Rekonstruktion der Lochposition des Beobachteten, erfolgte effektzeitabhängig, subjektiv und in Relation zum Zeitpunkt der Beobachtung (ihrer sich auf dem Lochband befindenden Zeit-Lochrepresentanz) und zum Ort des Beobachters (seiner sich auf dem Lochband befindenden Position-Lochrepresentanz).

            In der Lochband-Metapher enthaltene Botschaft: das Lochband enthält objektive, universell gültige Information; die Messung der Lochabstände, welche aus der (diesseitigen) Position auf dem Lochband selbst erfolgt, liefert ausschliesslich lokal gültige, subjektive Information.

            Der Unterschied zwischen den universell-gültigen und den lokal-gültigen Zeitwerten.

            Die universellen Zeitwerte entstehen im Lochband-Auslesemechanismus. Dieser setzt die einzelnen Löcher auf dem Lochband in eine universelle Beziehung zueinander.

            Die lokalen Zeitwerte entstehen durch die lokal durchgeführte Messung, die unabhängig vor dem universellen Auslesemechanismus auf dem Lochband selbst stattfindet (auf dem Lochband selbst bedeutet: „von einem Loch des Lochbandes aus, sich auf ein anderes Loch des Lochbandes beziehend“)

            Die lokal gültige Information, welche durch die lokale Messung geliefert wird, nenne ich „diesseitige Information“;
            Die universelle Information, welche durch den Lesekopf des Auslesemechanismus der „Lochbandmaschine“ erhoben wird, nenne ich „jenseitige Information“.

          • Maciej Zasada schrieb (16. Juni 2016 8:56):
            > […] sich als ein Lochband vorstellen […]

            Lochstreifen sind mir ein Begriff (aus Kindertagen, wenn z.B. Vati darüber plauderte, was er auf seiner Arbeit Bedeutendes gehört oder gar gesehen hatte).

            Damit ist jedenfalls eine sehr brauchbare Metapher gefunden, die wir (wie den Rosetta-Stein) für Übersetzungen gebrauchen können; und die außerdem weitergehende Diskussion und Erkenntnisse dahin fokussiert, wo diese Metapher in der einen oder anderen Weise abbrechen mag.

            > das Lochband enthält objektive, universell gültige Information;

            Ganz recht. Wesentlich erscheint dabei (u.a.)

            – eine zugrundeliegende Boolesche/binäre Kodierung (eine bestimmte Stelle des Lochstreifens ist „entweder gestanzt, oder nicht“),

            – die (primäre) Anordnung der Information in (nennen wir’s technisch zunächst einmal) „Zeilen“ (von typischer Weise 5 oder einigen mehr „Bits“),

            – die (sekundäre) Anordnung der Information als Reihenfolge der Zeilen „entlang des Lochstreifens“.

            Ein solches Lochband insbesamt entspricht (im Wörterbuch, das Übersetzungen in „meine“ praktisch seit jeher gepflegte Terminologie liefert) einem bestimmten Beteiligten/Beobachter;
            jedes einzelne Bit (egal ob „gestanzt“, oder „nicht gestanzt“) einer Beobachtung dieses Beteiligten/Beobachters (die jeweils durchaus elementar, binär bewertet sein mag);
            jede einzelne Zeile als Ansammlung von Beobachtungsdaten, die dieser Beteiligte/Beobachter als „zusammen, auf einmal gesammelt“ bewertet, und die ggf. auch durch andere Beteiligte/Beobachter wiederum zusammen wahrgenommen/ausgelesen werden könnte: d.h. als eine Anzeige dieses Beteiligten/Beobachters.

            Beim Gedanken an mehrere unterscheidbare Beteiligte/Beobachter in Beziehung zueinander beginnt die Metapher allerdings zu versagen: wenn man sich einen Lochstreifen vorstellen kann, dann kann man sich sicherlich auch mehrere verschiedene „nebeneinander“ vorstellen (und vielleicht sogar in der Praxis/Abstellkammer finden); aber der vorgesehene technische Einsatz von Lochstreifen bestand eben (vor allem) in der Benutzung von jeweils nur einem allein, weitgehend unabhängig von allen anderen,
            ganz im Gegensatz zu den mehreren Beteiligten (A, B, M …) die sich z.B. in den typischen Einsteinschen Gedankenexperimenten in Zusammenhang beobachten.

            > Effektzeit […] Zeitwerte […]

            Anstatt Wortschöpfungen zu verwenden, deren Bedeutung bestenfalls noch zu erschließen wäre, möchte erneut und nachdrücklich den Gebrauch des Wortes „Dauer“ nahelegen, sofern das begrifflich kompatibel erscheint.

            p.s.
            Den insbesondere an mich gerichteten Kommentar vom 14. Juni 2016 14:46 habe ich gerade erst bemerkt; danke; ich glaube aber nicht, dass ich deshalb hier noch viel hinzufügen sollte.

          • @ Herr Zasada :

            Wie der Zufall so will, arbeitet der Schreiber dieser Zeilen -Veränderung meinend- ebenfalls mit der Lochkartendrucker-Metapher, das bundesdeutsche Unternehmen Siemens hat bspw. -vom Schreiber dieser Zeilen bemerkt- noch in den Siebzigern dbzgl. gearbeitet.
            Die Datenhaltung meinend, es gab seinerzeit geradezu aufsehenerregende Gerätschaft.

            Lochkartenlesegerät und den dbzgl. Neudruck meinend.

            Insgesamt und aus heutiger Sicht wohl: extra-uncool.

            Nichtsdestotrotz stellt die Lochkartenmetapher die Frage, ob diese Welt serialisierbar (das Fachwort) ist, auf unendliche vielleicht nebeneinander liegenden Rollen persistierbar, ob dies alles ist.

            Könnte sein, auch Terry Pratchett hat ganz ähnlich herumgenagt, wäre auch nicht schlimm, oder?

            MFG
            Dr. Webbaer

          • Frank Wappler schrieb (16. Juni 2016 14:25):
            > Lochstreifen […]
            > – die (primäre) Anordnung der Information in (nennen wir’s technisch zunächst einmal) „Zeilen“ (von typischer Weise 5 oder einigen mehr „Bits“), […]

            Meine weiteren Recherchen haben ergeben, dass diese „primäre Anordnung“ wohl eher eine „Sprosse des Lochstreifens“ genannt wird (bzw. wurde); in deutlicher Analogie zu den Sprossen einer Sprossenleiter.

          • @Frank Wappler, @Dr. Webbaer, @KRichard

            Klarstellung: die Lochband-Metapher ist eine Metapher.
            Sie soll die Möglichkeit (das Denkbar-Sein) der Existenz mannigfaltiger Zeitebenen und (Zeit)-Wirklichkeitsstufen veranschaulichen, welche (die Möglichkeit) sich aus der Definition der Zeit (http://scilogs.spektrum.de/uhura-uraniae/the-science-of-time/#comment-6033) ergibt. Sie ist kein ideologisches Manifest.

            Kommentar zur Definition der Zeit:

            F. Wappler:
            „Ein solches Lochband insgesamt entspricht (im Wörterbuch, das Übersetzungen in „meine“ praktisch seit jeher gepflegte Terminologie liefert) einem bestimmten Beteiligten/Beobachter

            Aber dann würde sich doch nichts verändern und der Sinn meiner Definition und der Lochstreifen-Metapher besteht gerade darin, eine neue Perspektive auf das Phänomen Zeit zu ermöglichen. Darin postulieren wir u.a. die Existenz einer „Effektzeit“*, welche die von uns erfahrbare und gemessene Zeit ist, und welche aus Prinzip alle relativistische Standpunkt-Abhängigkeiten einerseits hervorruft andererseits diesen unterworfen ist.

            Das „Lochband“ entspricht insgesamt, wie in meiner Definition der Zeit festgelegt (‚Informationen über sämtliche Werte der Veränderung‚) der gesamten Wirklichkeit. Damit entstehen zwei deutlich voneinander getrennte Ebenen der Zeit (und der Realität: Realität/Wirklichkeit), welche einerseits dem „Wirklichen“/“Wirkenden“, andererseits dem „Programmierten“/“Kodierten“ (dem letztendlich deterministisch Realen) entsprechen.

            F. Wappler
            „aber der vorgesehene technische Einsatz von Lochstreifen bestand eben (vor allem) in der Benutzung von jeweils nur einem allein, weitgehend unabhängig von allen anderen, ganz im Gegensatz zu den mehreren Beteiligten (A, B, M …) die sich z.B. in den typischen Einsteinschen Gedankenexperimenten in Zusammenhang beobachten.“

            Mehrere Beteiligte sind als Ereignisse (als Loch-Reihen-/Prozesse) auf dem Lochband repräsentiert und wirken aufeinander / beeinflussen sich gegenseitig / gegenseitig zusammenhängend beobachten auf der Ebene des Lochstreifens (auf der relativistischen Ebene der diesseitigen Wirklichkeit / auf der diesseitigen Zeitebene). Darin ändert sich nichts. Das, was sich durch die neue Zeitperspektive ändert, ist das, was wir in der Lochband-Metapher ausdrücken – es gibt eine Metaebene der Realität, in welcher die Zeit als ein Speicherort (Lochband) der Ereignisse dient (‚Die Zeit ist diejenige Ebene der Wirklichkeit, in der die Informationen über sämtliche Werte der Veränderung kodiert sind.)

            Die Lochband-Metapher enthält einen durchaus maschinellen Kontext. Dieser kann analog dahin geführt werden, wohin sich die Lochband-Gedankengut, seitdem es überflüssig geworden ist, entwickelt hat (und darüber hinaus). Insgesamt ein sehr weit tragendes, spannendes Sprachspiel. Praktisch grenzenlos. „Gar nicht so-o schlecht“

            *) Die Effektzeit ist ein jeweilig geltendes, von einer beliebigen Periodizität abhängendes Zeitmodell, das für die Erstellung lokal gültiger Zeit- und Kausalitätsvorstellung von einem beliebigen Beobachter verwendet wird. Die Effektzeit ist lokal gültig, ihre Maßstäbe beliebig.
            Metaphorisch: die Effektzeit ist die auf der Ebene des Lochstreifens erreichbare Projektion (besser gesagt Illusion) der Zeit.

          • Maciej Zasada schrieb (17. Juni 2016 19:44):
            > […] Das „Lochband“ entspricht insgesamt, wie in meiner Definition der Zeit festgelegt (‚Informationen über sämtliche Werte der Veränderung‘) der gesamten Wirklichkeit.

            Auch gut – dann könnte man Gesamtheit aller (gestanzten, oder ungestanzten) Bits des Lochstreifens als Gesamtheit aller Ereignisse ansehen (wobei an jedem einzelnen i.A. zahlreiche unterscheidbare Beteiligte teilnahmen); und jede Sprosse/Zeile des Lochstreifens jeweils als ein (raumartiges) Blatt einer geeigneten Blätterung der Gesamtheit aller Ereignisse (Stichwort: „ADM“). Allerdings …

            > der Sinn meiner Definition und der Lochstreifen-Metapher besteht gerade darin, eine neue Perspektive auf das Phänomen Zeit zu ermöglichen […] Damit entstehen zwei deutlich voneinander getrennte Ebenen der Zeit

            Durch welche zwei unterscheidbaren Komponenten oder Deskriptoren eines Lochstreifens (oder des Gebrauchs eines Lochstreifens) sollen diese vermeintlichen „zwei Ebenen“ repräsentiert sein??
            (Oder reicht die Metapher nicht einmal dafür?)

          • @Frank Wappler
            ‚der Sinn meiner Definition und der Lochstreifen-Metapher besteht gerade darin, eine neue Perspektive auf das Phänomen Zeit zu ermöglichen […] Damit entstehen zwei deutlich voneinander getrennte Ebenen der Zeit‘

            Durch welche zwei unterscheidbaren Komponenten oder Deskriptoren eines Lochstreifens (oder des Gebrauchs eines Lochstreifens) sollen diese vermeintlichen „zwei Ebenen“ repräsentiert sein??
            (Oder reicht die Metapher nicht einmal dafür?)

            Warum so abfällig? Nur weil eine bestimmte Vorstellungswelt zugrunde geht?
            Die Welten der Vorstellung haben es an sich, dass sie regelmäßig zugrunde gehen.

            Erinnern Sie sich an unser Gespräch, in dem ich die Gleichzeitigkeit der Gegenwart (welche für sämtliche Gegenwartsinstanzen des Universums gälte) behauptet habe? Diese Behauptung klang sogar für mich, der keine Denkverbote achtet, blasphemisch.
            Einerseits den unikalen Wert jeder Gegenwart, ihre Selbstidentität behaupten (welche sich durchaus aus dem einsteinschen Gedankengut ergibt), andererseits die Existenz der universellen Gegenwart postulieren, war für mich zu der Zeit mindestens paradox (wenn nicht schlicht disqualifiziernd für mein theoretisches Gebäude).

            Dank der „Lochstreifen-Metapher“ sind diese zwei Ordnungen der Gegenwart durchaus vorstellbar geworden. Demnach existierte zum einen die Ebene der Effektzeit, in der die Relativitätstheorie Anwendung fände und in der eine konkrete Gegenwart eine unikale Singularität innerhalb des gesamten Universums besäße (die Ebene des metaphorischen Lochstreifens); zum anderen existierte die Ebene der kodierten Zeit, in der eine universelle Gegenwart existierte, eine Gegenwart, die gemeinsam für sämtliche Gegenwartsinstanzen des gesamten Universums gälte (die Ebene des metaphorischen „Ausleseapparates“/“Lesekopfes“, an dem entlang der Lochstreifen sich gleichmäßig bewegte und die eine Instanz der Gültigkeit der gemeinsamen Gegenwart für sämtliche Gegenwartsinstanzen des gesamten Universums bildete).

            Die Lochstreifen-Metapher ist erstaunlich leistungsfähig und bietet einen riesigen unbesetzten perspektivischen Denkraum.

          • Maciej Zasada schrieb (22. Juni 2016 7:11):
            > […] zwei Ordnungen
            > […] die Ebene des metaphorischen Lochstreifens
            > […] die Ebene des metaphorischen „Ausleseapparates“/“Lesekopfes“

            Na gut.
            Möglicher Weise müsste man außerdem die metaphorische „Bit-Ebene“ erwähnen und beachten;
            und es wäre noch zuzuordnen, ob du was damit versinnbildlicht werden sollte; in wie fern damit eventuell eine „dritte Ordnung“ ausgedrückt wäre.

            > Die Lochstreifen-Metapher ist erstaunlich leistungsfähig […]

            Gewiss.
            Um auch relevant zu sein, ist aber etwas „Handfestes, Selbstverständliches (wie du und ich)“ erforderlich, dem zumindest bestimmte „Ebenenen“ dieser leistungsfähige Metapher als Interpretation überzustülpen wären.

            p.s.
            > Erinnern Sie sich an unser Gespräch […]

            Nicht als besonders aufschlussreich und relevant; falls überhaupt

          • Das macht den Eindruck, als ob Sie von den Verbindungen, welche sich hier dem Denken eröffnen, überfordert wären, Herr Wappler, denn einerseits erfragen Sie nämlich Zusammenhänge, die mir im ‚Licht der Erkenntnis‘ trivial erscheinen, andererseits verlangen Sie von mir Handfestes, wie ‚du und ich‘ wohlwissend, dass wir mit unseren Gedanken innerhalb der „Bereiche“, die man früher als „Jenseits“ bezeichnete operieren…
            Sie verlangen also nicht weniger, als dass alles abschliessend geklärt und experimentell bewiesen wäre, nicht wahr? Sollte es nicht gelingen, betrachten Sie die Bemühung als ’nicht besonders aufschlußreich‘ bis dümmlich…
            Sie haben aber dem, was ich behaupte, nicht viel entgegenzusetzen, so wie ich das beurteilen kann.

          • Maciej Zasada schrieb (22. Juni 2016 15:40):
            > […] Sie haben aber dem, was ich behaupte, nicht viel entgegenzusetzen, so wie ich das beurteilen kann.

            Meine Anforderung ist jedenfalls, dass es zum Verständnis dessen, was behauptet wird, ausreicht, den Unterschied zwischen „das Selbe/Identische“ und „Verschiedenes“ (von vornherein) verstanden zu haben.

            Wer diese Anforderung nicht als Gelegenheit und Aufforderung erkennen mag, das Behauptete entsprechend verständlich darzulegen, muss und sollt sie eben stattdessen als Ablehnung des Behaupteten auffassen.

          • @Frank Wappler
            Hier etwas „Handfestes, Selbstverständliches (wie du und ich)“ für Sie.
            Ich entspreche Ihrer Bitte, damit Sie Ihre Ablehnung überdenken. Vielleicht brauche ich irgendwann irgendetwas von Ihnen.

            Zur Erinnerung:

            63.) Definition der Universalzeit (wir definieren im Sinne der „Definition der Zeit II“):
            Die Universalzeit ist der Träger* der gesamten Wirklichkeitsinformation.

            *) „Träger“ im Sinne „Datenträger“.

            64.) Definition der Materie: Die Materie ist eine zusammengesetzte, auf jeder Komplexitätsstufe selbstähnliche Substanz, welche aus Speicherzellen besteht und welche in der Lage ist, die Information und die jeweilige Kodier-Ordnung räumlich abzubilden.

            (DNA speichert 2 bit pro Basenpaar, womit die Voraussetzung erfüllt wird, der Materie vorzuschreiben [PROZESSVORSCHRIFT], die Formen sämtlicher Lebewesen abzubilden).

            64.1) In der Materie erfolgt physikalisch die Speicherung sämtlicher Wirklichkeitsdaten (jede Information über Wirklichkeit benötigt Materie, um gespeichert zu werden).

            64.2) Entropia: Die Instabilität der mittels der Materie stattfindenden Kodierung (Datenspeicherung) ist für sämtliche Speicherzellen-Verbindungen charakteristisch – schneller oder langsamer – sie zerfallen mit der Zeit alle.

            64.3) Der Zweck der Materie: Der Zweck der Materie ist es, die jeweilige Ordnung der Kodierung zu übernehmen (ihre Form zu entfalten) und für bestimmte Dauer als abrufbare Information (möglichst unverändert) zu bewahren.

            Ende Erinnerung.

            —————————–

            65.) Ausgangsbehauptung: Wir behaupten, dass der Geist eine Informationsform ist.

            Wenn wir den Unterschied zwischen Geist und Materie als existent akzeptiert und die Materie als eine informationsspeichernde und informationsabbildende Substanz definiert haben, dann wird es uns nicht sonderlich schwerfallen, den Geist als eine in die Materie kodierte Information zu beschreiben.
            Die Verbindung des Geistes mit der Materie, welche in jedem von uns besteht, hätte folglich einen instrumentalen Charakter und wäre unmittelbare Konsequenz der Tatsache, dass jede in die Materie kodierte Information, eine in Form räumlicher Abbildung erfolgende, materielle Existenz erlangt.
            Somit bildet die Verbindung des Geistes mit der Materie keine spezielle Besonderheit, sondern ist die Regel.
            66.) „Spirit in the material world“: In der materiellen Welt gibt sich der Geist als eine in die Materie kodierte Information zu erkennen. Diese besitzt, wie jede in die Materie kodierte Information, eine bestimmte materielle Gestalt („Körper“). Wir assoziieren diese Form (wenn sie unser eigener Körper ist) mit der Existenz, mit dem Selbst, doch wir sind nicht die Form, sondern vielmehr die ursprüngliche immaterielle Information und haben die materielle Form (‚wir sind nicht Körper und haben nicht Seele – wir sind Seele und haben Körper‘).

            Die Frage bleibt, ob die Information (darin der Geist) überhaupt ohne Materie existieren kann, oder ob vielleicht Materie selbst Information zustande bringt / durch ihre Verbindungen und Strukturen die Existenz der Information erzwingt…
            Kann die Information in unentfaltetem, immateriellen Zustand überhaupt existieren?
            Die Antwort auf diese Frage würde auch die Frage nach dem Jenseits, d.h. nach der Möglichkeit der pränatalen und der postmortalen Existenz der Seele und nach der Möglichkeit des ewigen Fortbestehen bestimmter Informationsform (Geist) beantworten.

            (Klarstellung: wir setzen gleich eine Klammer, um bald, nachdem uns die Erfüllung der darin gesetzten Voraussetzung gelingt, zurückzukommen, um reinen Herzens behaupten zu dürfen „ja, wir haben die gesetzte Voraussetzung erfüllt, wir haben also die Möglichkeit der Existenz des Jenseits und des ewigen Geistes bewiesen“. Nachdem nämlich alles gesagt wird, wird eine weitere hermeneutische Ebene entstehen, bei der die Gültigkeit der Problematik, unter anderen kontextuellen Bedingungen, prolongiert wird. Durch die gesetzte Klammer werden wir an den momentanen Kontext unverändert erinnert, womit die Voraussetzung der endgültigen Erkenntnis erfüllt wird.)

            67.) Klammer: Um aber zu beweisen, dass die Information im unentfalteten Zustand (beispielsweise als unsterbliche Seele) existieren kann, würde aber ausreichen, einen einzigen Zustand innerhalb des aktuellen logischen Denkraumes zu finden, in dem eine unentfaltete Information nachweislich und ohne Verbindung mit Materie existieren musste.
            68.) These: Eine von der Materie absolut unabhängige Existenz der Information ist denkbar.

            68.1) Beweis: (wir verwenden die Ausschnitte der „Theorie der Zeit XV. Die erste Ursache.“)

            54.) These: Der Urknall, in dem das materielle Universum entstand, muss eine immaterielle Gegenwart als unmittelbare Ursache gehabt haben.
            Die Ursache dieser Eröffnungsgegenwart lag aber in ihrer Wahrscheinlichkeit.

            Die erste Gegenwart war bereits wahrscheinlich, als sie sich noch nicht ereignet hat (also zu dem Zeitpunkt, an dem ihre eigene Existenz in Zukunft lag).

            Lag die Wahrscheinlichkeit der ersten Gegenwart in Zukunft, existierte die Zeit (der Datenträger der Information und die Information selbst, nämlich die Information über die Wahrscheinlichkeit der ersten Gegenwart) bereits vor der Entstehung der ersten Speicherzelle der Materie – diese Information existierte daher unabhängig von der materiellen Speicherung). Wir haben somit die These 68.) bewiesen, denn:

            54.1) Behauptung: Wenn die Wahrscheinlichkeit der ersten Gegenwart (p) bereits existierte als sich diese noch nicht ereignet hat, dann musste die Zeit (die Zukunft, aber auch – logischerweise – die jeweilige Gegenwart und Vergangenheit) bereits vor dem Urknall existiert haben.

            54.1.1) Beweis: Geschieht (p) exakt zum Zeitpunkt t, dann ist die Existenz von (p) zum Zeitpunkt t-(n) mindestens wahrscheinlich und liegt in der Zukunft. Die Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Existenz von (p) ist aber bereits eine Information über die Möglichkeit der Existenz von (p). Zum Zeitpunkt t-(n) existierte daher der Datenträger (die Zeit) und die Information (die Wahrscheinlichkeit von (p)), was zu zeigen war.
            68.2) Fazit: Die Information (darin der Geist) kann offenbar unabhängig von der Materie (unabhängig von der materiellen Kodierung) existieren. 

            68.2.1) These des Fazits: Die Existenz der Information, die unabhängig ist, von der Existenz der Materie, ist nicht zeitlich gebunden (besteht in aller Ewigkeit) und ist unveränderlich (da nicht materiell abgebildet: nicht entropisch).

            68.2.2) Beweis der These des Fazits: Die Information über (p) existierte (als Wahrscheinlichkeit von (p)) in der Zeit vor der Entstehung der ersten Speicherzelle der Materie, bereits vor der Entstehung der unmittelbaren Ursache der Wahrscheinlichkeit von (p) und bereits vor der jeglichen Existenz und vor deren Wahrscheinlichkeit und vor der Wahrscheinlichkeit der allerersten Ursache aller Ursachen und sogar vor deren Wahrscheinlichkeit – sie existierte in aller Ewigkeit des kausalen Kontextes des Universums und all seiner Ursachen und Wahrscheinlichkeiten…welche allesamt (p) vorausgegangen sind.

            Wir erachten somit die Thesen 68.) und 68.2.1) für bewiesen.

            Wir haben durch die Beweise 68.1) / 68.2.2 gezeigt, dass die pränatale und die postmortale Existenz der unsterblichen Information (Seele) möglich ist, somit die Existenz der unsterblichen und ewigen Information (Seele) plausibel gemacht, und zwar unter einer einzigen Voraussetzung: dass die Ausgangsbehauptung 65.) richtig ist.

            68.3) These: Die Ausgangsbehauptung 65.) „Wir behaupten, dass der Geist eine Informationsform ist“, ist richtig.

            68.3.1) Beweis: Die Information informiert. Jeder Informationsvorgang, der über irgend etwas informiert (unabhängig vom logischen Wahrheitswert seiner Aussage) ist eine Information und als solche (als Information) immer {wahr}. 

            68.3.2) Fazit: die These 67.3) ist somit bewiesen.

            68.3.2.1) These des Fazits: eine Information, unabhängig vom Wahrheitswert des transportierten Inhalts, ist immer wahr.

            68.3.2.2) Beweis der These des Fazits:  Die Falschheit der Information zu erkennen, heißt das Wahrsein der Falschheit der Information zu erkennen. Das Erkennen ist nämlich grundsätzlich ein Akt der positiven Identifizierung (der Information), auch dann, wenn es sich bei der Erkannten/Identifizierten Information um eine falsche Information handelt.
            Es ist offensichtlich, dass die Gegenüberstellung der Wahrheitswerte ‚wahr‘ und ‚falsch‘, welche die Grundlage der ausschliessenden Wahrheitslogik ist, keine gültige Gegenüberstellung der sich ausschliessenden Wahrheitswerte im logischen Sinne ist.
            Jede erkannte Falschheit ist nämlich zugleich als Produkt eines Erkenntnisprozesses zu bezeichnen. Am Ende eines jeden abgeschlossenen Erkenntnisprozesses steht aber eine positive Erkenntnis: eine erkannte Wahrheit.
            Jede erkannte Falschheit ist daher desto gültiger (‚gültig‘ im Sinne ‚als wahr erkannt und als wahr geltend‘), je mächtiger sie als eine positive Erkenntnis (erkannte Wahrheit des Falschen) ist.

            Die gestellte These, dass eine Information, unabhängig vom Wahrheitswert des transportierten Inhalts, immer wahr ist, ist nachweislich richtig, was zu zeigen war.

        • @ Herr Wappler :

          @ Herr Wappler :
          Ginge dies für Sie:
          ‚Zeit‘ ist die anthropogene konzeptuelle Maßgabe, die Veränderung meint, und die an Hand eines ‚Maßstabs‘ oder einer Maßnahme operationalisiert wird? [Dr. Webbaer]

          Danke für das sachbezogene Interesse; aber …
          … hier nur eine einzige bestimmte Definition anbieten zu wollen, scheitert ja allein schon daran, dass das Wort „Zeit“ für etliche verschiedene, wenn auch zusammenhängende Begriffe benutzt werden kann.

          Die vorgeschlagene Definition ’scheitert nicht daran, dass das Wort „Zeit“ für etliche verschiedene, wenn auch zusammenhängende Begriffe benutzt werden kann.‘ [Hervorhebung: Dr. Webbaer]

          Auch anderswo exkurrieren Sie unnötig.

          MFG
          Dr. Webbaer (der’s aber nicht vertiefen muss, sich im Austausch mit Ihnen mittlerweile nie auch nur die geringste Konsensbildung verspricht, auch nur partielles Verständnis, auch nur sehr selten punktuell geführte Streitführung)

          • Dr. Webbaer schrieb (14. Juni 2016 10:04):
            > Die vorgeschlagene Definition ’scheitert nicht daran, dass […].‘

            Was scheitern muss ist das Vorhaben, etlichen unterscheidbaren „Zeit“-Begriffen mit nur einer Definition gerecht werden zu wollen.
            Das heißt nicht, dass die vorgeschlagene Definition an sich für einen bestimmten, geeignet ausgewählten dieser etlichen Begriffe gescheitert wäre.

            p.s.

            Das Führen von Korrespondenz, und zumal das öffentliche, ist offenbar sehr schlecht dazu geeignet, Konsens zu finden. Allerdings eignet sich jedes denkbare andere Vorgehen dazu noch schlechter.

          • @ Herr Wappler :

            Offenbar ist dies hier Zitierte weiter oben nicht versucht worden:

            Was scheitern muss ist das Vorhaben, etlichen unterscheidbaren „Zeit“-Begriffen mit nur einer Definition gerecht werden zu wollen.

            Sondern dem oder einem möglichen Wesen von Zeit nachzuspüren, zu essentialisieren, und dies umfänglich wie metaphysisch.
            Was Sie machen, nennt sich Kontextualisierung, diese darf an dieser Stelle zuerst draußen bleiben, bietet sich für zweite Schritte an.

            MFG
            Dr. Webbaer

          • Dr. Webbaer schrieb (14. Juni 2016 12:05):
            > dem oder einem möglichen Wesen von Zeit nachzuspüren

            Na dann, so scheint es mir, sind wir uns ja wenigstens dahingehend schon mal uneinig oder einig.

            > zu essentialisieren, und dies umfänglich wie metaphysisch.

            (Bahnhof? … &)

            > Was Sie machen, nennt sich Kontextualisierung

            Auch gut; danke.
            (Aber hoffentlich grätscht da niemand dazwischen, der sich schon vorher zum Kontextualisten erklärt hätte, aber eben doch nicht ganz so machen wollte, wie ich mache.)

          • @ Herr Wappler :

            Es wird Entitäten in einem oder möglichen Sinne nachgespürt.
            Dies ist die übliche Veranstaltung, was das Erkennen der üblichen Verdächtigen meint, Bär oder Mensch oder andersherum.

            Dieses Nachspüren hat zuvörderst kohärent zu bleiben oder logisch, aber auch gerne empirisch adäquat.
            Es finden in diesem Veranstaltungsrahmen Wesensbildungen statt oder Essentialisierung.

            Sie schweifen halt aus, finden dieses oder jenes richtig, meinen sich auch schweinchenschlaumäßig fallweise erheben zu können, etc.

            Oder direkt formuliert, unter alten Kommentatorenfreunden:
            Sie leisten minder, kontinuierlich, Sie werden auch durch Ihre Präsenz bis Persistenz auch eine Art Gräuel für andere, die hier kommentieren bzw. mitleiden, kompatibel im Wortsinne sind.

            MFG
            Dr. Webbaer

    • Nein, ich meinte nicht „Dauer“, sondern ich meinte einen abstakten Strahl in einem Koordinatensystem. An einer Dauer kann man nichts „aufhängen“; Sie haben leider die Metapher missverstanden. Sorry.

      • Susanne M Hoffmann schrieb (13. Juni 2016 16:33):
        > ich meinte nicht „Dauer“

        Dann war die Charakterisierung als „Maß“ fehl am Platz.
        (Worauf ich mit meinem vorausgegangenen Kommentar schon hinweisen wollte.)

        > sondern ich meinte einen abstrakten Strahl

        Möglicherweise auch, oder vielleicht sogar eher:
        eine geordnete Menge, auch „Reihenfolge“ genannt.

        (Und was wäre wohl ein geeigneter Name für die Elemente der betreffenden geordneten Menge?)

        > in einem Koordinatensystem.

        Die Reihenfolge der betreffenden Elemente dürfte sich ja sicherlich unabhängig davon definieren bzw. feststellen lassen, ob und welche Koordinatenwerte nachträglich darauf gestreußelt würden.

        > […] Sorry.

        Jedenfalls vielen Dank für die Gelegenheit, den zitierten Aussagen betreffend „Maß“ und „Koordinatensystem“ öffentlich und auffindbar widersprechen zu können.

  2. Bei dem Symposium ging es nur um die praktische Anwendung (z.B. Berechnungen) der Uhr-Zeit als Zeitmaß. Es ist interessant, geschildert zu bekommen, mit welchen Themenbereichen sich einzelne Experten dabei beschäftigen.
    Man muss sich aber darüber klar sein, dass mit der Uhr-Zeit nur unsere erfahrbare Wirklichkeit beschrieben wird.
    (Was ZEIT in der Realität ist (Materialkunde: aus was ist Zeit gemacht), war nicht Thema des Symposiums.)

  3. Wenn’s um das Wesen der Zeit geht, wird immer Augustinus zitiert: http://www.gavagai.de/zitat/philo/HHCP09.htm

    “Quid est ergo tempus? si nemo ex me quaerat, scio; si quaerenti explicare velim, nescio. fidenter tamen dico scire me quod, si nihil praeteriret, non esset praeteritum tempus, et si nihil adveniret, non esset futurum tempus, et si nihil esset, non esset praesens tempus. duo ergo illa tempora, praeteritum et futurum, quomodo sunt, quando et praeteritum iam non est et futurum nondum est?” Confessiones XI, 14
    Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand darnach fragt, weiß ich es, wenn ich es aber einem, der mich fragt, erklären sollte, weiß ich es nicht; mit Zuversicht jedoch kann ich wenigstens sagen, daß ich weiß, daß, wenn nichts verginge, es keine vergangene Zeit gäbe, und wem nichts vorüberginge, es keine zukünftige Zeit gäbe. jene beiden Zeiten also, Vergangenheit und Zukunft, wie kann man sagen, daß sie sind, wenn die Vergangenheit schon nicht mehr ist und die Zukunft noch nicht ist?

    Natürlich auch auf diesem Symposium. Ich wollte mal etwas anderes sagen als das seit fast zweitausend Jahren immer wieder Zitierte.

    • @Hoffmann: Es ist schade, dass beim Thema ´Zeit´ meist nur das obige Zitat vom Bischof Augustinus erwähnt wird. Es würde sich wirklich lohnen, den zusammengehörenden Text zu lesen (Bekenntnisse, 11.Buch, Kap. 13-29).
      Liest man diesen vor 1600 Jahren geschriebenen Text, dann merkt man mit Genuss, wie tiefgründig er sich mit diesem Thema beschäftigte:
      Er unterscheidet ganz klar zwischen Realität (es gibt weder Zukunft noch Vergangenheit – und Gegenwart ist nur eine Grenze des Übergangs (ohne Dauer)) und Wirklichkeit (unsere persönliche Wahrnehmung von Zeit-Dauer bezeichnet er als Ausdehnung des Geistes bzw. der Seele).
      Diesen Text von Augustinus sollte man wegen seiner Brisanz* wirklich genau studieren. Denn damit fällt die Zeit-DAUER als reale 4. Dimension weg.
      Buchtipp: Reclam ISBN: 978-3-15-002792-9 10,00 €
      * BRISANZ deshalb: Weil es noch immer Physiker gibt, die Zeitreisen in der 4. Dimension berechnen(direkt oder über Wurmlöcher). Dies wäre dann eine fragwürdige Mathematik.
      ein aktuelles Beispiel:
      http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20266-2016-06-10.html ´Reise durch ein Wurmloch überstehbar?´
      Und noch ein Buchtipp: Ich habe im Mai das Buch ´Kinseher Richard: Das Wesen von Zeit ist Energie´ veröffentlicht. Damit niemand unnötig Geld ausgeben muss, habe ich viele Seiten zum kostenlosen Lesen freigeschaltet (z.B. bei AMAZON).

    • Wenn schon Augustinus zitiert wird, dann möchte ich ein anderes Zitat anführen, das meiner eigenen Überzeugung entspricht und das zu modernen Auffassungen von Zeit sehr gut passt:

      Mit gutem recht unterscheidet man Zeit und Ewigkeit, denn Zeit besteht nicht ohne Wechsel und Wandel, in der Ewigkeit aber gibt es keine Veränderung. Also ist es klar, dass es Zeiten überhaupt nicht gegeben hätte ohne das Werden der Kreatur, die als Bewegungsvorgang irgendwelcher Art auch Zustandsänderung in sich begreift. Erst aus diesem bewegten Gestaltenwandel, aus dem Nacheinander von dem und jenem, was nicht zugleich bestehen kann, erst aus den kürzeren oder längeren Zwischenstrecken, die durch das Weichen des einen und das Nachrücken des andern sich ergeben, kommt die Zeit zustande. Weil nun Gott, dessen Ewigkeit allen Wandel und Wechsel ausschließt, auch der Zeiten Schöpfer ist und Ordner, so lässt sich, wie mich dünkt, nicht sagen, er habe nach gewissen Zeiträumen erst die Welt erschaffen, sonst bliebe nur die Rückfolgerung, es habe vor der Welt schon Kreatur gegeben, mit deren Bewegtheit zugleich auch die Zeit in Fluss gekommen. .. Ohne Zweifel also ist die Welt nicht in der Zeit, sondern mit der Zeit erschaffen. Denn was in der Zeit geschieht, das geschieht vor und nach der Zeit – nach einer, die vergangen ist, vor einer, die erst kommen wird. Vor der Welt aber konnte Zeit nicht sein, weil ja keine Kreatur war, mit deren bewegtem Zustandswandel sie hätte werden können. Vielmehr ist in einem mit der Zeit auch die Welt erschaffen, wofern mit ihr zugleich die Bewegung, nämlich Zustandswandel, begann.

  4. @Zasada: Die Idee mit den Lochstreifen entspricht etwa der Idee des ´Blockuniversums´ – ein bekanntes und ebenso sinnloses Modell der Zeit-Vorstellung.
    Die Idee des Blockuniversums geht (vereinfacht) davon aus, dass alle Zustände/Ereignisse in der Geschichte des Universums dauerhaft nebeneinander existieren. Alle Ereignisse existieren nebeneinader und Zeit vergeht, indem man sich durch die einzelnen Ereigniszonen (Lochstreifen-Löcher) bewegt.
    Dieser Idee zugrunde liegt die pseudoreligiöse Annahme eines allmächtigen Schöpfers, der das Universum von Anfang an in allen Details geschaffen und alle Ereignisse somit festgelegt hat.
    A) Alle großen Religionen lehnen diese Sichtweise ab – sondern gehen davon aus, dass der Mensch in seinen Entscheidungen frei ist.
    B) Ein dauerhaft statisches Universum ist eine unsinnige Idee – da eine Bewegung hindurch eine dynamische Aktion wäre. Außerdem ist unklar, wohin eine Bewegung erfolgen kann – wenn kein ´Zeitpfeil´ möglich ist, da alles statisch ist.
    C) Bereits die Existenz des Universums und noch vielmehr die Existenz der belebten Erde in einem Sonnensystem ist ein extrem seltenes Ereignis. Jeder, der ein bisschen Ahnung von der Wahrscheinlichkeitsrechung hat, wird dies bestätigen.
    Dass es aber unzählig viele solcher Universen parallel in einem Blockuniversum geben soll – die sich jeweils nur durch eine winzige Kleinigkeit unterscheiden – ist völlig unrealistisch und unsinnig.

    • @Herr KRichard
      Ok, Blockuniversum ist es nicht. Es ging mir darum, meine Zeitvorstellung zu verbildlichen (verständlich zu machen). Bin ein Atheist, verfolge keine organisierte Ideen, außer der Idee, die archaische Epoche auf diesem Planeten um jeden Preis zu beenden.
      Sie haben nichts verstanden. Der Groschen ist aber gefallen. Bin erleichtert.

    • KRichard schrieb (16. Juni 2016 18:46):
      > Die Idee mit den Lochstreifen entspricht etwa der Idee […] dass alle Zustände/Ereignisse in der Geschichte des Universums dauerhaft nebeneinander existieren.

      Das mag einem Leser beim Bedenken der Lochstreifen-Metapher wohl (auch) einfallen.
      Aber dieser „Spandrel“ der Darstellung war bestimmt nicht in diesem Sinne gemeint; Maciej Zasadas „Lochstreifen“-Metapher (zur Abbildung gewisser Begriffe, die mit dem Wort „Zeit“ zusammenhängen) ist durch die „Blockuniversums“-Interpretation von vornherein überstrapaziert.
      (Ich habe eine solche Interpretation jedenfalls gar nicht erst in Erwägung gezogen und angesprochen; und Herr
      Zasada selbst scheint mir darin ja Recht zu geben.)

      Eine etwas genauere Metapher (zur Abbildung gewisser Begriffe …) wäre vielleicht:
      „der Vorgang, wie ein Lochstreifen gemacht/kodiert/gestanzt wird“;
      ja vielleicht sogar:
      „die Vorgänge, wie mehrere Lochstreifen nebeneinander gemacht/kodiert/gestanzt werden“;
      (Diese Bilder ließen sich für meint/unsere Belange evtl. noch mehr von dem übersetzen, was Herr Zasada verschiedentlich schon geäußert hat. Das letztere erlaubt ja sogar die Betrachtung von Zusammenhängen zwischen mehreren „Lochstreifen“.)

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