Was macht Sie glücklich? Gedanken zum Weltglückstag

Wussten Sie, dass der 20. März seit dem Jahr 2013 als Weltglückstag gilt? Damals wollten die Vereinten Nationen darauf hinweisen, dass Glück mehr bedeutet als nur Wohlstand oder Wirtschaftswachstum.

In den Medien war es aber eher still zum Glückstag. Vor allem die Meldung, die Norweger seien die glücklichsten Menschen auf der Welt, war hier und da einen Artikel wert. Dieses Ergebnis beruht auf dem Weltglücksbericht für 2017.

Weltglücksbericht

Dieser verbindet makroskopische Länderdaten mit Befragungen von Einwohnerinnen und Einwohnern. Dafür zählen etwa das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, soziale Unterstützung, die gesunde Lebenserwartung, Freiheit oder auch Großzügigkeit.

Schließlich lässt sich ein Glückswert auf einer Skala von 0 bis 10 berechnen. Im Schnitt beträgt der Glückswert für alle Länder 5,3. Nach Regionen unterteilt, liegt das etwas eigenartig zusammengestellte Konglomerat aus Nordamerika, Australien und Neuseeland mit 7,0 Punkten an der Spitze. Danach kommt Westeuropa mit 6,6.

Mittel- und Osteuropa liegt mit 5,7 ein gutes Stück darunter. Das Schlusslicht bildet Subsahara-Afrika mit nur 4,3 Punkten. Man kann sich allerdings vorstellen, dass bei dieser Berechnung sehr viel über einen Kamm geschert wird und Unterschiede zwischen den Ländern – und vor allem auch für Regionen und Gruppen innerhalb der Länder – unter den Tisch fallen.

Ländervergleich

Das erstplatzierte Norwegen (7,5 Punkte) liegt mehr oder weniger gleichauf mit Dänemark, Island, der Schweiz und Finnland. Unterschiede lassen sich erst an der zweiten Nachkommastelle feststellen. Dann folgen die Niederlande (7,4 Punkte) auf dem sechsten Platz, Kanada, Neuseeland, Australien und Schweden auf den Plätzen sieben bis zehn mit jeweils 7,3 Punkten.

Deutschland liegt mit 7,0 Punkten leicht hinter Israel und Costa Rica (jeweils 7,1) auf demselben Niveau wie Österreich, die Vereinigten Staaten und Irland. Ungarn, Kroatien oder China liegen mit 5,3 Punkten im Bereich des 75. bis 80. Platzes im Mittelfeld. Schlusslichter sind etwa Syrien (3,5) und schließlich die Zentralafrikanische Republik mit nurmehr 2,7 Punkten.

Individueller Better Life Index

Interessanter als den Weltglücksbericht finde ich den OECD Better Life Index. Dessen Besonderheit ist nicht nur, dass Besucherinnen und Besucher der Website selbst daran teilnehmen können – sondern sich der Index anhand der eigenen Präferenzen berechnen lässt.

Während also beim Weltglücksbericht allein die Experten entscheiden, was als Glück zählt, können das beim OECD-Index alle Menschen selbst bestimmen, freilich anhand der vorgegebenen Kriterien wie Wohnverhältnisse, Bildung, Lebenszufriedenheit oder Umwelt.

Norwegen wieder an der Spitze

Diese Flexibilität erschwert aber auch eindeutige Aussagen. Wenn man alle elf Faktoren gleich gewichtet, dann landet allerdings Norwegen wieder an erster Stelle, gefolgt von Australien, Dänemark, der Schweiz und Kanada. Deutschland liegt dann unter anderem noch hinter den USA und den Niederlanden auf Platz zwölf und knapp vor Luxenburg und Belgien.

Schaut man sich die Details für Deutschland an, dann liegt es insbesondere auf den Gebieten für Bildung, Work-Life-Balance, Sicherheit und Beschäftigung weit oben. Bei zivilem Engagement und Gesundheit liegt es eher in der unteren Hälfte.

Individuelles Glück

Wie gesagt, über das individuelle Erleben sagt das wenig aus. Denken Sie selbst einmal darüber nach, was Sie glücklich macht.

Bei mir sind das Aktivitäten, die mit Bewegung zu tun haben, am besten im Freien oder mit Musik, und mit der Gemeinschaft anderer Menschen.

Die oben berichteten Glückswerte überraschend mich allderdings, wenn man das Thema vom Blickwinkel der psychischen Störungen betrachtet. Wie ich hier vor Kurzem zusammenfasste, sind laut Schätzungen von Epidemiologen rund 40% der Menschen jährlich von psychischen Störungen betroffen, vor allem Angst- sowie Schlafstörungen und Depressionen.

Positive Psychologie

Der Psychologie wurde aber – vielleicht zu Recht – immer wieder vorgeworfen, sich zu sehr mit dem Unglück der Menschen zu beschäftigen, nicht mit deren Glück. Der Gegenentwurf dazu bezeichnet sich als Positive Psychologie.

Wer darüber mehr erfahren will, der kann sich den zeitlosen und zweiteiligen Braincast von Arvid Leyh über dieses Forschungsgebiet anhören (Teil 1, Teil 2). Außerdem haben wir hier bei den SciLogs seit einigen Jahren den Blog von Michaela Brohm, der sich hauptsächlich mit Positiver Psychologie und Motivation beschäftigt.

Was macht Sie glücklich?

Glücklich wurde ich mehrmals von Beiträgen der Kobloggerin Karin Schumacher über Lebensfreude. Eher philosophisch habe ich mich mit Gedanken über das Gute Leben auseinandergesetzt. Eine aktuellere Empfehlung, die nur im Telepolis-Magazin erschienen ist: Der Preis fürs „perfekte Leben“.

Der Gedanke, alles im Leben optimieren zu müssen, macht viele wahrscheinlich nicht glücklich. Meines Erachtens wird oft unterschätzt, dass die ethische wie neurowissenschaftliche Diskussion über das Enhancement (oder auch: Neuroenhancement) erst einmal unterstellt, dass die Menschen so, wie sie sind, nicht gut genug sind. Denn warum sollte man sich sonst verbessern müssen?

Ich möchte aber auch einmal ausdrücklich meine Besucherinnen und Besucher dazu einladen, ihre Sichtweisen mitzuteilen. Schreiben Sie doch einfach einmal, was Sie glücklich macht! Dann können andere bis zum nächsten Weltglückstag vielleicht davon lernen.

Veröffentlicht von

www.schleim.info

Menschen-Bilder: Mensch, Gesellschaft und Wissenschaft Stephan Schleim blickt über den Tellerrand von Psychologie sowie Hirnforschung und diskutiert, was die Forschungsergebnisse eigentlich bedeuten. Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei die Frage, wie sich Gesellschaft und Wissenschaft zueinander verhalten. Stephan Schleim hat an den Universitäten Mainz und Frankfurt u.a. Philosophie, Informatik und Psychologie studiert (Magister Artium, 2005). Nach einem Praktikum am Max Planck-Institut für Hirnforschung und einem Forschungsbesuch am California Institute of Technology ging er an die Universitätskliniken Frankfurt und Bonn, wo er mit der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) moralische und juristische Entscheidungen untersuchte. Sein ausgeprägtes theoretisches und ethisches Interesse führte zu mehreren Publikationen im Bereich der Neurophilosophie und Neuroethik. Am Institut für Kognitionswissenschaft in Osnabrück wurde er 2009 mit seiner Doktorarbeit "Norms and the Brain" promoviert. Seit Oktober 2009 war er Forscher in der Abteilung für Theorie und Geschichte der Psychologie an der Universität Groningen, seit 2010 als Assistant Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Vom Oktober 2012 bis März 2013 war er Professor für Neurophilosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2015 ist Stephan Schleim Associate Professor in Groningen. Der Forscher und Autor ist auch als Wissenschaftsjournalist aktiv, veröffentlicht in verschiedenen deutschsprachigen Medien mit Übersetzungen ins Italienische, Niederländische und Portugiesische. 2008 erschien sein erstes Buch "Gedankenlesen – Pionierarbeit der Hirnforschung", 2011 sein Buch "Die Neurogesellschaft – Wie die Hirnforschung Recht und Moral herausfordert." Ausgewählte Beiträge erscheinen auch auf Telepolis – Magazin für Netzkultur, für das Stephan Schleim seit vielen Jahren schreibt.

27 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Howdy, Herr Dr. Schleim, dies ist bereits geschehen, vorab, abär auch die Nachfolgeschaft betreffend:

    Wie gesagt, über das individuelle Erleben sagt das wenig aus. Denken Sie selbst einmal darüber nach, was Sie glücklich macht.

    Bei mir sind das Aktivitäten, die mit Bewegung zu tun haben, am besten im Freien oder mit Musik, und mit der Gemeinschaft anderer Menschen.

    Von derart infantiler Sichtweise abgesehen, wie sie womöglich nur Kinderlose beibringen können, besteht ‚Glück‘ im Sozialen, ein einzelner Bär (oder Mensch) kann nicht für sich alleine glücklich werden.

    Ich möchte aber auch einmal ausdrücklich meine Besucherinnen und Besucher dazu einladen, ihre Sichtweisen mitzuteilen. Schreiben Sie doch einfach einmal, was Sie glücklich macht! Dann können andere bis zum nächsten Weltglückstag vielleicht davon lernen.

    Die Gesellschaftskunde (jedenfalls die von Dr. W) rät an im Sozialen glücklich zu werden.


    Ansonsten, dies klingt sicherlich primitiv, macht es emotional den Schreiber dieser Zeilen glücklich, wenn er eben Glück gehabt hat.
    Bspw. beim Erwerb bestimmter Anteile, auch im Wirtschaftlichen, auch wenn er gar nichts dafür kann.
    Im Sinne von Schicksal.
    Oder im Kulturellen, wenn er aufklärerische Gesellschaftssysteme festzustellen hat, für die er ansonsten nur zu kämpfen hätte, ihre Brillianz bewundert.
    Wenn es Bessere gab, als ihn zuvor.

    MFG
    Dr. Webbaer

  2. Bonus-Kommentar hierzu :

    Die oben berichteten Glückswerte überraschend mich all[]erdings, wenn man das Thema vom Blickwinkel der psychischen Störungen betrachtet. Wie ich hier vor Kurzem zusammenfasste, sind laut Schätzungen von Epidemiologen rund 40% der Menschen jährlich von psychischen Störungen betroffen, vor allem Angst- sowie Schlafstörungen und Depressionen.

    Das Leben ist sozusagen eine ‚psychische Störung‘, Dr. W wie womöglich auch Dr. S wollen sich womöglich nicht derart ausschließen wollen – ‚rund 40% der Menschen jährlich‘ – nice1, insgesamt steift Ihr Langzeit-Kommentatorenfreund hier natürlich nur ungünstig auf, temporär, hmmm, Dr. W frisst Ibuprofen und leidet unter Schlafstörungen (altersbedingt, wie ihm gesagt wird), will diese geschätzte Inhalte-Einheit dennoch nicht aufgeben.

    MFG + schöne Woche noch,
    Dr. Webbaer (der hier, auch ein wenig, aus sich heraus ging)

  3. Als Resultat von Interviews ist der Weltglücksindex 2017 eine Momentaufnahme und teilweise Ausdruck der Selbstdarstellung. Wer sich selber als glücklich bezeichnet ist in gewissen Sinne auch erfolgreich – und wer kann schon zugeben, dass sein Leben gescheitert ist.
    Sich glücklich zu nennen ist also ein Ausweis von Erfolg. Zumal in Staaten wie den USA, wo in einem Satz der Verfassung Life, Liberty and the pursuit of Happiness, also Leben,Freiheit und Glück innigst miteinander verbunden sind.

  4. @Mona: Danke für den interessanten Link.

    @Holzherr: Das ist nicht die Verfassung, sondern die Unabhängigkeitserklärung. Ein historisches, staatsrechtlich aber sehr wichtiges Detail.

  5. @ Stephan Schleim: Individuelles Glück

    „Wie gesagt, über das individuelle Erleben sagt das wenig aus. Denken Sie selbst einmal darüber nach, was Sie glücklich macht.“

    Es trifft zu, was @Dr. Webbaer schrieb: das Glück liegt im Sozialen, Familie, Freundschaften – Menschen, die man liebt und die einen lieben, das ist wesentlich, um glücklich zu sein.

    Merkwürdig finde ich allerdings, dass kaum erwähnt wird, dass man auch die Fähigkeit besitzen muss, glücklich sein zu können. Glück kann man nur in sich finden, wenn man in sich ruht, auch mit sich allein sein kann und zufrieden ist mit sich, wie man ist und mit dem, was man kann. Wenn man sein Leben erst „optimieren“ muss, wird man nicht glücklich werden.

    Glücklich sein heißt, sein zu dürfen und sein zu können, der oder die man ist. Eine meiner Freundinnen, die derzeit laufend als „Oma“ einspringen muss, weil die Schwiegertochter beruflich eingespannt ist und ihre Karriere darunter leiden würde, wenn sie wegen ihrer zweijährigen Tochter beruflich kürzer treten müsste, sagte vor kurzem: „Wir hatten noch das Glück, bei unseren Kindern bleiben zu dürfen, solange sie klein waren. “
    Wir empfanden uns nicht als unemanzipiert. Und ich hatte vor allem nie, wie mein Mann, der beruflich häufiger unterwegs war, das Gefühl, etwas während der Entwicklung unserer Kinder verpasst zu haben, dass sich nun, da sie erwachsen sind, nicht mehr nachholen lässt.

    Glück heißt aber auch, Interesse an dem zu haben, was man tut und womit man sich beschäftigt, auch wenn es trivial zu sein scheint. Wenn ich Kummer habe oder mir etwas Sorgen macht, das ich nicht selber ändern kann, gehe ich in den Garten oder beschäftige mich im Haus mit meinen Pflanzen (die ich mit ihren botanischen Vor-und Zunamen kenne). Dann fällt alles von mir ab, was mich belastet hat, weil ich mich mit etwas Lebendigem beschäftige.

    Und es macht mich glücklich, was ich herausgefunden habe, woran ich arbeite, und wenn ich, wie zuletzt dank @Balanus, zu einer weiteren Einsicht gelange, die mich vorwärts bringt.

    • Glück bedeutet bekanntlich nicht tun zu können, was gemocht wird, sondern das zu mögen, was getan wird. Hier setzt es natürlich ein ganz dickes +1 :

      Merkwürdig finde ich allerdings, dass kaum erwähnt wird, dass man auch die Fähigkeit besitzen muss, glücklich sein zu können.

      Glück heißt immer auch Selbstbeschränkung.
      Der Ehrgeizige ist in diesem Sinne nie glücklich.
      Und der Infantile, die zeitgenössischen Gesellschaftssysteme formen oft infantile Charaktere, ebenfalls nicht, weil zu unreif un-ehrgeizig zu werden.
      >:->

      MFG + schöne Woche noch,
      Dr. Webbaer

  6. Stephan Schleim,
    wussten Sie, dass der Tatbestand der „Glückseligkeit “ in die Verfassung von Bhutan aufgenommen worden ist.
    Bhutan: Im Paradies der Glückseligen | ZEIT ONLINE

  7. Die Geographie des Glücks besitzt 3 grosse Kontinente.
    Glückliche, Unzufriedene und Unglückliche
    1) Kontinent der Glücklichen: beiden Amerika, Westeuropa, Australien, Japan, Oman, Saudi-Arabien;
    2) Kontinent der Wenig Zufriedenen: Die meisten asiatischen und nordafrikanischen Länder
    3) Kontinent der Unglücklichen: Die gesamte Subsahara (wo nur Nigeria zu den Wenig Zufriedenen gehört), Ägypten, Indien, Afghanistan, Jemen, Syrien und der Irak
    Der Weg zum Glück ist weit
    Wer arm ist und im Krieg lebt (was nicht selten zusammengeht) hat jeden Grund zum Unglücklichsein, das scheint mir klar. Die Zusammensetzung des Kontinents der Unglücklichen erklärt sich damit.
    Der Weg vom Kontinent der Wenig Zufriedenen zum Kontinent der Glücklichen scheint lange zu sein. China beispielsweise hat enorme Wohlfahrtsfortschritte in den letzten 25 Jahren gemacht, aber in den Umfragen wurde es kaum glücklicher.

    • Es lohnt sich vielleicht sich dem Wesen der Glücklichkeit anzunähern.
      Also, was sie bedeutet oder bedeuten kann.

      Die Sache ist eigentlich recht einfach :
      Glück entsteht im Vergleich.

      Wenn unter erbärmlichen Verhältnissen die Grundversorgung an Lebensmitteln gesichert werden kann, auch der Wohnraum, entsteht Glück, gerade auch dann, wenn dies andere in näherer Umgebung nicht können.

      Biochemisch sozusagen müsste dies derart angelegt sein, in Zeiten der Globalisierung wird es natürlich problematisch, weil es dann nicht mehr um die ’nähere Umgebung‘ geht.

      Ansonsten könnten auch Afrikaner sehr glücklich sein, es wird ja zunehmend weniger gehungert, und im äquatorischen Bereich ist es auch recht angenehm, sofern sich an die Hitze gewöhnt worden ist.

      Insofern misstraut Dr. Webbaer ein wenig den von Ihnen dankenswerterweise webverwiesenen Statistiken.
      Der Schreiber dieser Zeilen kann nicht ausschließen, dass Agitation vorliegt.

      MFG
      Dr. Webbaer (der natürlich tod-unglücklich wäre, täte er die Verhältnisse im globalen Raum des Jahres 2117 kennen)

      • Ja, ob man sich als glücklich bezeichnet hängt nicht nur vom eigenen Schicksal sondern auch von der Kultur ab.
        Dass viele Afrikaner nicht glücklich sind, dafür gibt es aber mehrere Hinweise. Bis zu 1/3 der Afrikaner spielen mit dem Gedanken der Emigration und immer mehr tun das auch (Zitat aus African immigrant population in U.S. steadily climbs:
        „There were 2.1 million African immigrants living in the United States in 2015, up from 881,000 in 2000 and a substantial increase from 1970 when the U.S. was home to only 80,000 foreign-born Africans. They accounted for 4.8% of the U.S. immigrant population in 2015, up from 0.8% in 1970.“
        Natürlich sind seit 1970 auch viele Mexikaner in die USA migriert. Doch Mexiko ist ein Nachbarland während Afrika immerhin durch einen Ozean von den USA getrennt sind.

        • @ Herr Holzherr :

          Ja, ob man sich als glücklich bezeichnet hängt nicht nur vom eigenen Schicksal sondern auch von der Kultur ab.

          Nicht ganz klar. – Ihr Kommentatorenfreund bleibt gerne bei dem Satz, dass Zufriedenheit im Vergleich entsteht, wobei die Globalisierung hier natürlich die Sache verkompliziert.
          ‚Migration‘ („Wanderung“) ist übrigens ein Blöd-Wort, Dr. W war zufällig gerade in der BRD vorrätig oder vorrättig, als dieses vor ca. 15 Jahren entwickelt worden ist, von Sozialingenieuren, denen es wohl zuvörderst darum ging die Richtung der Wanderungsbewegung herauszunehmen, btw, Dr. W ist zweifacher Remigrant.
          Ganz ähnlich wie auch beim sog. Prekariat, das natürlich semantisch falsch ist und nur sozialer, sozialistischer Veranstaltung dient, wie übrigens auch dieser Jokus mit der Diskriminierung und der Emanzipierung.
          Es geht hier darum über die Sprache Herrschaft ausüben zu können.

          Hmm, ansonsten, hegen Sie Zweifel an der These, dass jede Kultur glücklich machen kann?, dass es dann aber gar nicht um das pers. Glück geht, sondern um die Persistenz?!
          Dass Glück in gewisser Hinsicht ein Luxus-Objekt ist, das mal so und mal so pers. gesehen werden kann?
          Gut gelaunt zu sein, spielt auf einer anderen Schiene, jeder sollte gut gelaunt sein.
          Sofern ihn nicht bestimmte Schicksalsschläge getroffen haben.

          MFG
          Dr. Webbaer

          • Kultur beeinflusst das Lebensglück auf zweierlei Weise
            1) Kultur als zivilisierender Prozess kann glücksvermindernde Zwänge ausüben. So war die Kultur zu Zeiten Freuds sexuell repressiv.
            2) Kultur bestimmt auch die Kommunikation und Selbstdarstellung. Glück als Ausweis eines geglückten Lebens scheint mir Teil der westlichen Kultur. Wie wichtig es in China, Indien oder Japan ist, sich als glücklich darzustellen, weiss ich nicht.

          • @ Lieber Herr Holzherr :

            Vielen Dank für Ihre Anregungen,
            Dr. Webbaer bleibt als Sanguiniker vglw. glücklich,

            MFG
            Dr. Webbaer

  8. Dr. webbaer,
    da jeder Mensch Glück anstrebt nur noch diesen Gedanken zum Abschluss.
    Der deutsche Begriff Glück ist zu unbestimmt, um darüber zielgerichtet diskutieren zu können.
    Man sollte sich mal in den anderen Sprachen umsehen. Da wird zwischen glücklichem Zufall und Seelenzustand unterschieden.
    Meine unbedeutende aber provokante Meinung. Glück ist unverdient und kommt unverhofft.

    • @ Kommentatorenkollege ‚Bote17‘ – vgl. auch mit diesem Jokus: ‚Bei mir sind das Aktivitäten, die mit Bewegung zu tun haben, am besten im Freien oder mit Musik, und mit der Gemeinschaft anderer Menschen.‘ :
      Wieder zwei dicke fette Bonuspunkte hierzu:

      A)

      Der deutsche Begriff Glück ist zu unbestimmt, um darüber zielgerichtet diskutieren zu können.

      Die Frage nach dem „Glück“ lässt sich am besten beantworten, wenn dieses definiert wird.
      Es ergibt sich hier wie so oft eine Rekursion, die weiter hilft.

      B)

      Meine unbedeutende aber provokante Meinung. Glück ist unverdient und kommt unverhofft.

      Dr. Webbaer hat zwei unterschiedliche „Glücks“-Erfahrungen gemacht und sie funktionieren wie folgt:
      1.) Glück entsteht nach Akzeptanz besonderer Leistung. – Kommt eher selten vor.
      2.) Glück entsteht unverdient, wie bspw. ein Lotteriegewinn. – Kommt häufiger vor.


      Was der werte hiesige Inhaltegeber womöglich meint, ist das Wohlsein, wenn einer einem auf die Schulter klopft. Dedizierter-dezidierter will Dr. Webbaer an dieser Stelle nicht einschätzen.

      Ansonsten entsteht eine gewisse Form von „Glück“ bereits durch die (länger anhaltende) „Abwesenheit“ von „Unglück“.
      Der Schreiber dieser Zeilen kann sich nicht vorstellen, dass ein ‚Weltglücksbericht für 2017‘ seriös erörtert werden kann – hat auch etwas Infantiles, derartiges Vorhaben, kA, wer genau dahinter steckt, im Meta wäre hier womöglich einiges, womöglich auch in puncto „Glück“ zu extrahieren.

      MFG + schönen Sonntag noch,
      Dr. Webbaer

    • @ Kommentatorenkollege ‚Bote17‘ – vgl. auch mit diesem Jokus: ‚Bei mir sind das Aktivitäten, die mit Bewegung zu tun haben, am besten im Freien oder mit Musik, und mit der Gemeinschaft anderer Menschen.‘ :
      Wieder zwei dicke fette Bonuspunkte hierzu:

      A)

      Der deutsche Begriff Glück ist zu unbestimmt, um darüber zielgerichtet diskutieren zu können.

      Die Frage nach dem „Glück“ lässt sich am besten beantworten, wenn dieses definiert wird.
      Es ergibt sich hier wie so oft eine Rekursion, die weiter hilft.

      B)

      Meine unbedeutende aber provokante Meinung. Glück ist unverdient und kommt unverhofft.

      Dr. Webbaer hat zwei unterschiedliche „Glücks“-Erfahrungen gemacht und sie funktionieren wie folgt:
      1.) Glück entsteht nach Akzeptanz besonderer Leistung. – Kommt eher selten vor.
      2.) Glück entsteht unverdient, wie bspw. ein Lotteriegewinn. – Kommt häufiger vor.


      Was der werte hiesige Inhaltegeber womöglich meint, ist das Wohlsein, wenn einer einem auf die Schulter klopft. Dedizierter-dezidierter will Dr. Webbaer an dieser Stelle nicht einschätzen.

      Ansonsten entsteht eine gewisse Form von „Glück“ bereits durch die (länger anhaltende) „Abwesenheit“ von „Unglück“.
      Der Schreiber dieser Zeilen kann sich nicht vorstellen, dass ein ‚Weltglücksbericht für 2017‘ seriös erörtert werden kann – hat auch etwas Infantiles, derartiges Vorhaben, kA, wer genau dahinter steckt, im Meta wäre hier womöglich einiges, womöglich auch in puncto „Glück“ zu extrahieren.

      MFG + schönen Sonntag noch,
      Dr. Webbaer

      PS:
      Sofort die „V2“, so schaut’s besser aus.

  9. Nachtrag für Glück im Englischen
    happiness Glück, Freude, Fröhlichkeit, Seligkeit, Glücklichkeit, Heiterkeit
    felicity Glückseligkeit, Glück
    luck Glück, Dusel
    fortune Vermögen, Glück, Reichtum, Schicksal, Geschick, Wohlstand
    chance Chance, Möglichkeit, Zufall, Gelegenheit, Glück, Aussicht
    bliss Glückseligkeit, Seligkeit, Glück, Wonne
    good luck Glück

  10. Dr. Webbaer,
    vielen Dank für die tieferen Einsichten. Was ganz außer acht gelassen wurde, aus welcher Sicht glücklich??
    Aus der Sicht des „Glücklichen“ selbst oder durch einen neutralen Beobachter .
    Glücklich in Form eines gestiegenen Hormonspiegels, oder in Abwesenheit eines solchen?
    Empfehlung: Alexander von Sternberg, Braune Märchen, Die Fee Langeweile.
    Darin wird eine ganz andere Sichtweise von Glück gegeben.
    Auch nicht bedacht wurde deren Langzeitwirkung. Was ist höher einzuschätzen, eine Liebesnacht oder viele auf niedrigerem Niveau?
    Schnell zurück in den Olymp!

    • @ Kommentatorenkollege ‚Bote17‘ :

      Die ganze Fragestellung ist lustig und im gesellschaftlichen problematisch, vgl. :
      -> http://etymonline.com/index.php?allowed_in_frame=0&search=luck

      Sie haben ja schon lustigerweise gefragt: Für wen?

      Sollte eine Kollektivbefragung und Befindlichkeiten gemeint gewesen sein, könnten bei dieser UN-Abfrage ganz andere Ergebnisse hervorgekommen sein.
      Eine Gesellschaft bspw. mit einer seit zwei Generationen anhaltenden Fertilitätsrate von ca. 1,4 kann in diesem Sinne nicht sonderlich „glücklich“ sein, auch deswegen nicht, weil sie im Abdanken begriffen ist.

      „Glücklichere“ kommen womöglich und deren Einfuhr scheint erwünscht zu sein, insbesondere UN-seitig, aber auch auf EU-Ebene.


      Das heißt, es könnte so sein, dass hier, insbesondere in der BRD, einige genarrt werden, die auf Grund bestimmter Erziehung irritiert worden sind.

      MFG
      Dr. Webbaer (der zwar glücklich, also im ernst gemeinten Sinne, nicht infantiler-weise, aber nicht blöde ist)

      PS:
      Abseits vom hier dankenswerterweise bereit gestellten Essay könnte auch die Lust behandelt werden, auch diese ist unscharf, vgl. :
      -> http://etymonline.com/index.php?allowed_in_frame=0&search=lust (Nein, sexuelles Interesse muss hier nicht vorliegen, liegt auch nicht vor, ist gesellschaftlich sukzessive der Bedeutung von ‚Lust‘ beigefügt worden, vgl. mit weiter oben ‚lustig‘ und ‚lustigerweise‘.
      Dr. Webbaer bleibt stets logisch, also im Sinne der Sprachlichkeit.
      (Soweit es ihm erlaubt ist. >:-> )

  11. Dr. Webbaer,
    …….Glücklichsein ist eine Fähigkeit
    interessanterweise geben ja unsere Märchen Auskunft in solchen Fragen. Das Parademärchen hierfür ist der „Hans im Glück“. Ein einfältiger und gutherziger Mensch, der materiell gesehen alles falsch macht, aber im festen Glauben bleibt, es richtig gemacht zu haben. Er ist glücklich und er bleibt glücklich bis er heimkehrt zur Mutter Erde. (bis zu seinem Tode)

    Eine andere Quelle der Erkenntnis sind die Träume und die Traumdeutung. Man kann nach einem Traum aufwachen und glücklich sein.

    Eine dritte Deutung von Glück ist die der Metarmorphose. Eine Pflicht, die sich ein Mensch selbst auferlegt hat, verwandelt sich im Nachhinein als ein Glücksfall.
    Von Begriffserklärungen und philosophischen Ausschweifungen über Glück hält der Bote nicht so viel, der geht lieber Bingo spielen oder zu den penny falls, wo er schon viel gewonnen hat.

    • ‚Glück‘ ist ein relativer und letztlich für die Zwecke der Erörterung, im wissenschaftsnahen Bereich zumindest, ungeeigneter Begriff.

      Vglw. könnte die Klugheit (vs. Intelligenz) so zusammen NICHT erörtert werden.

      Womöglich liegt nicht einmal Soft Science vor, sondern Privatheit.
      Gemütsbewegung per se un-beforschbarer Art, Esoterik, esoterisch vielleicht zu greifen.
      Es sei denn, es wird biochemisch argumentiert, dann auf unklare Art und Weise, spekulativ, aber empirisch grundierbar.

      MFG
      Dr. Webbaer

  12. Dr.. Webbaer,
    …..Glück ist ein im wissenschaftsnahen Bereich ungeeigneter Begriff
    dem stimme ich zu, wenngleich die Folgen dieser Denkweise fatal sind.
    Sinnerfüllung und Glück sind nicht direkt messbar, außer man misst den Verbrauch an Psychopharmaka,
    berücksichtigt die Zahl der Selbstmorde, die Scheidungsraten, und die die Geburtenrate.
    Das fällt dann aber in den Bereich der Lebensklugheit, die bei unseren Politikern nicht so ausgeprägt ist.

    • @ Kommentatorenfreund Bote17 :

      Zufriedenheitsmessungen, seien sie direkt wissenschaftlicher Art oder politisch bestellt und halbwegs fair, gehen politologisch natürlich.
      Nur zum Vergleich einmal webverwiesen die (auch: aggregierten) Ergebnisse bei „Real Clear Politics“ Donald J. Trump meinend :
      -> http://www.realclearpolitics.com/epolls/other/president_trump_job_approval-6179.html

      So etwas ist OK oder wäre OK, wenn eben die oben beschriebene relative Fairness gewahrt bleibt.

      ‚Glück‘ ist abär etwas „Halbgares“, weder wissenschaftlich tauglich, noch politologisch und aktuelle gesellschaftliche Abnehmer meinend.
      Esoterik liegt wohl vor.


      Der Schreiber dieser Zeilen würde sich eher ein Ei abbeißen, statt dem werten hiesigen Inhaltegeber, der anscheinend auch in Gender Studies macht, mit seinem Zitat mehr „queer“ zu werden irgendwie zu folgen…

      …um glücklich zu sein oder zu werden, womöglich.

      MFG
      Dr. Webbaer

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