Tests und Kontrollräume

Die Vorbereitung der nächsten Mission des Plasmakristall-Experiments auf der ISS geht voran. Die Tests der Prozeduren, die in der Apparatur laufen werden, haben wir heute abgeschlossen. Bei dieser Mission werden, wie schon geschrieben, an vier Tagen Experimente durchgeführt werden. Deshalb hatten wir noch entsprechend mehr zu testen, aber ja auch tatkräftige Unterstützung der japanischen Kollegen.

Morgen werden einige Hardware-Tests durchgeführt, wofür nicht alle Wissenschaftler benötigt werden, so dass einige von uns wohl die Gelegenheit nutzen werden, nach Moskau zu fahren (und hoffen, dass die Behinderungen durch den abfahrenden Obama nicht zu groß sind).

Heute hatten wir außerdem die Möglichkeit, bei einer Führung durch den alten Mir-Kontrollraum und den ISS-Kontrollraum mitzumachen. Das war natürlich besonders für diejenigen interessant, die noch nicht hier waren, aber auch für mich ist es immer wieder faszinierend, die beiden Räume zu besuchen.

Der Mir-Kontrollraum wird nicht mehr verwendet, aber für die Führung wurden doch wieder die typischen großen Schirme genutzt, um Filme zu zeigen. In diesen Fall ging es um das Mars-500-Programm, in dem eine Crew von sechs Freiwilligen eng zusammenleben, um die psychologischen Bedingungen eines Mars-Flugs zu simulieren.

Aber auch ohne die Bildschirme wirkt der Raum imposant. Man spürt die Geschichte der russischen Raumfahrt förmlich, die hier stattgefunden hat… An einer Wand des Besucher-Balkons hängen auch die Bilder der Raumfahrer, die bis zum Ende der Mir mit den Russen in den Weltraum geflogen sind, beginnend mit Gagarin. Auch die ausländischen Astronauten, die bei den Russen mitgeflogen sind, sind vertreten, so zum Beispiel auch Thomas Reiter.

Der Kontrollraum der ISS wirkt anders, nicht so pompös. Er wurde eigentlich für das russische Shuttle, Buran, gebaut, wird aber jetzt für die Raumstation verwendet. Die Gruppe, der wir uns anschließen durften, bestand aus russischen und internationalen Studenten des "Youth Space Center" an der Baumann Moscow State Technical University. Das Highlight war es, dass die Studenten dem aktuellen Kommander der ISS, Gennady Padalka (der auch unser Experiment durchführen wird), Fragen stellen durften.

Mit unserem Experiment geht es bisher wie geplant weiter. Die Radiogramme, die die Anleitung für den Kosmonauten enthalten, sind in Arbeit und werden dann auf die Raumstation übermittelt werden, genauso wie die getesteten Prozeduren. Am Freitag soll dann das Experiment, das mit den Japanern gemeinsam geplant wurde, durchgeführt werden.

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Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

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