Liebe. Liebe?

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Hirnforschung & Theologie
WIRKLICHKEIT

Ich hätte diesen Blogpost wohl nicht geschrieben, wenn ich in einer Ankündigung des Films “Liebe” (M. Haneke, 2012) in meinem Kino-Newsletter heute nicht folgenden Satz gelesen hätte: “Ein Triumph der Filmkunst und der Humanität wird man danach feststellen.” Ich habe den Film bereits letzten Sonntag gesehen – und hatte danach heftige Diskussionen mit meiner besten Freundin … (Wir können also auf jeden Fall schon einmal festhalten, dass es für einen gemeinsamen Sonntagabend wesentlich geeignetere Filme gibt …)

“Liebe” zeigt – mit überwältigender Schauspielkunst – ein sehr liebenswürdiges, altes französisches Ehe- und, ja, Liebespaar. Die beiden sorgen sich rührend umeinander. Die Musik scheint ihre große, verbindende Leidenschaft zu sein; der Film zeigt ziemlich zu Beginn einen Konzertabend – das Debut? – eines ehemaligen Klavierschülers der Frau. In den Bücherregalen der beiden stehen viele Schallplatten und Taschenpartituren.

Das Unglück kündigt sich an mit kleineren “Aussetzern” der Frau, von denen sie allerdings nichts mitbekommt. Weitere Untersuchungen erbringen dann Hinweise auf eine Stenose der linken Halsschlagader, doch bei der durchgeführten Operation kommt es tragischerweise zu einem großen Schlaganfall. Die Frau kehrt halbseitig rechts gelähmt, im Rollstuhl in ihre Wohnung zurück. Hier sagt sie ihrem Mann – sie kann noch sprechen –, eindringlich, unabweisbar und wohl auch ein wenig vorwurfsvoll, dass er sie nie wieder in ein Krankenhaus bringen solle; eine Diskussion hierüber lehnt sie strikt ab. Sie betont, dass sie diesen Wunsch nicht habe, um ihn zu schonen, um ihm die aufwändige Pflege zu ersparen – sondern ganz und gar um ihrer selbst willen.

Die weitere Genesung verläuft zunächst recht gut; mit Mühe und Not schafft sie es schließlich sogar, einige Schritte mit Hilfe zu gehen. Bei allem hilft ihr Mann mit Umsicht sehr liebevoll. Klavierspielen wird sie jedoch nie wieder können.

Es bleibt nicht bei dem ersten Schlaganfall, ein weiterer Schlaganfall verschlimmert die Situation drastisch. Die Frau kann nicht mehr sprechen. Der Film erspart uns nicht Darstellungen der Qual von Aphasikern, wenn sie zu sprechen versuchen. Auch die Pflege wird schonungslos gezeigt. Was den Zuschauer hier minutenlang quält – ist für die Betroffenen jahrelange alltägliche Erfahrung. Unvorstellbar.

Die Frau ist schließlich völlig hilflos, sie schreit die ganze Zeit “Hilfe! Hilfe!” – was aber von den Pflegeprofis als bedeutungsloser Sprechautomatismus gewertet wird; genauso gut könne sie irgendein anderes Wort perseverieren. In einer Pflegesituation will die Frau nicht trinken, der Mann zwingt sie schließlich; doch als sie das Wasser wieder ausspukt, schlägt er sie. Das ist – vorläufig – wohl der deprimierendste Moment des Films, und wieder ahnt man, dass auch dieses Desaster, der Niedergang selbst einer lebenslangen, reifen Liebe durch die Übermacht der Aufgabe, zur Pflegerealität vieler Betroffener gehört.

Im Raum steht – unausgesprochen – die ganze Zeit die klare Äußerung der Frau nicht mehr ins Krankenhaus gebracht werden zu wollen; das scheint zu implizieren, dass sie lieber sterben will als den unerträglichen Zustand durch neue Maßnahmen in die Länge zu ziehen. Viele Blicke der Frau in den späteren Szenen können verstanden werden als Ausdruck des Wunsches an den Mann, endlich etwas zu tun, die Sache zu beenden, ihr nicht länger den totalen Verlust von Autonomie und Würde zuzumuten.

An einem Abend ruft sie wieder “Hilfe! Hilfe!”. Dem Mann gelingt es mit Mühe und Not, sie ein wenig zu beruhigen, indem er ihr eine Geschichte aus seiner Kindheit erzählt, sie wird ganz still. Dann greift er ruhig, aber doch überraschend für den Zuschauer, über sie hinweg zu seinem eigenen Kopfkissen, das neben der Frau liegt, zieht es über ihren Kopf, legt sich mit dem ganzen Körper auf ihr Gesicht und erstickt sie mit dem Kissen. (Hier schont der Film die Zuschauer dann doch; denn so schnell, fürchte ich, würde wohl niemand ersticken.) Am nächsten Tag begegnet der Mann seiner verstorbenen Frau in der Küche, sie führt ihn aus der Wohnung; offensichtlich beendet auch er sein Leben. Am Ende des Films kommt die Tochter in die leere Wohnung.

Ich finde, dass dies tatsächlich ein Film über die Liebe ist. Aber dann doch auch ein Film über das Scheitern der Liebe, über die Grenze der menschlichen Fähigkeit zu lieben. Ich ahnte nach dem Film, dass Viele denken würden, der Mut des Mannes, seine Frau zu töten und so ihrem Leiden ein Ende zu bereiten, der verdiene in besonderer Weise den Namen “Liebe”, auf diese zentrale Szene beziehe sich letztlich der Filmtitel. Und genauso verstehe ich auch den Werbetext meines Kino-Newsletters: Der “Triumph der Humanität”, der dort gepriesen wird, besteht wohl genau in der Tötung der komplett pflegebedürftigen Frau. Die Art der filmischen Inszenierung legt diese Deutung tatsächlich nahe.

Diese Deutung halte ich persönlich für völlig inakzeptabel und für einen sehr schlimmen Tabubruch, der es den Menschen, die in einer so schwierigen Pflegesituation leben und lieben wollen, fast unmöglich macht, dem naheliegenden Tötungsimpuls nicht nachzugeben und diese sich immer wieder anbietende “Lösung” nicht zu wählen. Michael Haneke hat meines Erachtens die einfachste Lösung gewählt, die zudem filmerisch viel her macht, da sie dem Film genügend Dramatik und öffentliche Aufmerksamkeit sichert. Aber er versäumt es, die abgrundtiefe Tragik dieses momentanen Entschlusses und dieser Handlung zu zeigen. Die Darstellung suggeriert, dass alles gut und absolut okay ist.

Die Frau hatte jedoch ihren Mann niemals darum gebeten, erstickt zu werden. Sie war gerade ganz ruhig geworden, durch das sanfte Streicheln des Mannes, der sie sein ganzes Leben geliebt hat. Nein, in so einer Lebens- und Liebesgeschichte ist die Tötung des Partners nicht Ausdruck höchster Humanität, sondern Ausdruck einer tiefen Tragik. Es geht einfach nicht mehr, man ist völlig am Ende, man erträgt nicht mehr, wie der geliebte Partner leidet. In ähnlichen realen Situationen, verdienen alle Beteiligten Respekt und Mitgefühl – wobei man sich allerdings fragen kann, was Respekt und Mitgefühl einer ansonsten am alltäglichen Leiden vieler Menschen desinteressierten Öffentlichkeit eigentlich wert sind. So sehr die Moral und das Strafrecht in diesen Einzelfällen völlig fehl am Platze sind, so sehr sind meines Erachtens jedoch auch Bewunderung und Idealisierung dieser Tat absolut fehl am Platze.

Wir modernen Menschen haben uns entschlossen, alles auf die Karte der Autonomie zu setzen. Unsere Würde beruht nicht mehr auf unserer bloßen Existenz, sondern auf unseren Fähigkeiten. Einfach zu sein, am Ende des Lebens wieder wie ein Baby zu leben und völlig auf Pflege angewiesen zu sein, erscheint schlichtweg inakzeptabel. Aber warum eigentlich? Natürlich sind da ein dramatischer Verlust und tiefe Trauer, aber man lebt doch immerhin und auch der Liebe steht diese Situation nicht im Wege – ganz im Gegenteil.

Die Frau wird in Hanekes Film sehr autonom dargestellt, sie kann nicht akzeptieren, dass ihr Mann sie pflegt. Warum ist sie nicht dankbar dafür, einen solchen Menschen an ihrer Seite zu haben und diese Liebe erfahren zu dürfen? Warum traut sie ihrer gemeinsamen Liebe nicht zu, auch in dieser schwierigen Situation neue Wege zu finden? Warum weinen die beiden nicht ein einziges Mal zusammen in diesem Film über den erlittenen Verlust? Warum ist die Tochter der beiden so ein pseudoautonomes, hysterisches Huhn, das da draußen in der Welt einfach seinen Film abspult wie 100 Millionen andere – warum kann auch sie nicht lieben?

Für mein Empfinden ist der einzige, der liebt in diesem Film, der Mann. Die Liebe des Mannes scheitert am Ende aus einem einfachen Grund: weil sie seitens der Frau nicht dankbar und liebevoll angenommen und erwidert, sondern aus falscher Verletztheit und falschem Stolz als entwürdigend missverstanden und letztlich zurückgewiesen wird. Bei jemandem, der im Grunde seines Herzens nur auf sich selbst und seine eigenen Fähigkeiten setzt, kann Liebe nicht ankommen – und diese Zurückweisung ist das Schlimmste, was der Liebe passieren kann.

Haneke hat einen eindrucksvollen Film über das tragische Scheitern der Liebe in Zeiten eines unrealistisch übersteigerten Autonomiestrebens gedreht. Dieser Glaube an die Autonomie scheitert jedoch regelmäßig an den ganz normalen Realitäten des Lebens: Leiden, Krankheit, Sterben. Wenn Herr Haneke jedoch wirklich glaubt, es könne Ausdruck wahrer Liebe oder gar “triumphaler Humanität” sein, einen Menschen zu töten, dann hätte er von der Liebe noch nicht viel begriffen.

Aber da wäre er nicht der einzige.

Christian Hoppe

Veröffentlicht von

Geboren 1967 in Emsdetten/Westfalen. Diplom kath. Theologie 1993, Psychologie 1997, beides an der Universität in Bonn. Nach einem Jahr am Leipziger Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung (1997-98) bin ich seit Oktober 1998 klinischer Neuropsychologe an der Universitätsklinik für Epileptologie in Bonn. Ich wurde an der Universität Bielefeld promoviert (2004) und habe mich 2015 an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn habilitiert (Venia legendi für das Fach Neuropsychologie). Klinisch bin ich seit vielen Jahren für den kinderneuropsychologischen Bereich unserer Klinik zuständig; mit erwachsenen Patientinnen und Patienten, die von einer schwerbehandelbaren Epilepsie oder von psychogenen nichtepileptischen Anfällen betroffen sind, führe ich häufig Gespräche zur Krankheitsbewältigung. Meine Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen in den Bereichen klinische Neuropsychologie (z.B. postoperativer kognitiver Outcome nach Epilepsiechirurgie im Kindesalter) und Verhaltensmedizin (z.B. Depression bei Epilepsie, Anfallsdokumentation). Ich habe mich immer wieder intensiv mit den philosophischen und theologischen Implikationen der modernen Hirnforschung beschäftigt (vgl. mein früheres Blog WIRKLICHKEIT Theologie & Hirnforschung), eine Thematik, die auch heute noch stark in meine Lehrveranstaltungen sowie meine öffentliche Vortragstätigkeit einfließt.

40 Kommentare

  1. Guter, interessanter Punkt. Ich habe den Film noch nicht gesehen, hatte ihn aber auch eher als Inbegriff des Scheiterns der Liebe (oder deren Fehlens) verstanden. In veränderten Lebensumständen damit umzugehen, wie der Partner sich verändert, dass er nicht mehr der ist, der er einst war, und dass man selbst womöglich ganz anders auf ihn angewiesen ist: das ist Liebe. Jemanden zu töten, weil man all das nicht kann – ist ein, wenn auch sehr verständlicher, Akt der Hilflosigkeit.

  2. Tötungen…

    Angesichts der “Sterbehilfe”, wie sie derzeit schon länger in den Medien ist, kann ich auch nur erklären, das es damit nicht ganz so ist, wie empfunden. Man sollte Abstand davon nehmen, zu denken, es wäre die Lösung, dass man beim sterben (nach)helfen kann.

    Ich habe gerade (m)eine Katze beim Tierarzt “sterben” lassen (eingeschläfert). Es ist keine Entlastung, dass sie nun tot ist. Und die frage taucht unausweichlich auf, ob es recht und richtig war oder nicht. Man kann solche Vorgehens- und Denkweisen ideologisch rechtfertigen – aber es kann sich dabei auch um zu sehr eigennützige Rechtfertigung handeln, was im Endeffekt auf Mord hinnausliefe, der da geschieht.

    Auch aus psychologischer Sicht ist Sterbehilfe absolut in Frage zu stellen. Auch, wenn der Patient selbst dies verlangt. Im Zustand der Krankheit sei ihm nicht die Entscheidungsfreiheit zu geben (weil ausserordendlich belastet) und beim Erstellen einer Patientenverfügung (in Zeiten der Gesundheit) sei ihm die Weitsicht nicht zuzugestehen, dies zu entscheiden.
    Und Angehörige und Außenstehende sind diesbezüglich durch das Ansehen von Leid und Belastung nicht zu fragen, was sie über Sterbehilfe denken. Ihre eigene Emphatie und Mitgefühl könnte sie dazu hinreissen, dass sie jederzeit den Tod des anderen vorziehen würden, nur um nicht “mitleiden” zu müssen.

    Aber die allgemeine Diskussion von Sterbehilfe führt scheinbar eindeutig zu einer Desensibilisierung bezüglich der Sterbehilfe. Und diese Desensibilisierung ist eine Gefahr, die man nicht bemerkt.

  3. Patientenverfügung

    Der Film zeigt, wie wichtig es ist, rechtzeitig eine Patientenverfügung zu schreiben.
    Als Außenstehender über die Liebe anderer Menschen zu urteilen, ist immer problematisch, da man von der Realität ausgeschlossen ist.

  4. @KRichard: Patientenverfügung

    Die Patientenverfügung wird wichtig, wo es um Autonomie geht. In einem Kontext der Liebe könnte ich darauf vertrauen, dass meine Ärzte und meine Angehörigen für mich die richtigen Entscheidungen treffen werden, wenn ich es nicht mehr kann. Unzulängliche Planspiele zu einem früheren Zeitpunkt wären dann obsolet.

    Die Notwendigkeit der Patientenverfügung, die ich natürlich nicht bestreite, ist eine gesellschaftliche Problemanzeige: das Arzt-Patienten-Verhältnis kann grundsätzlich nicht mehr so idealistisch gesehen werden, Vertrauen ist verloren gegangen. Man traut dem Arzt nicht mehr, dass er wirklich das Richtige für mich tut; man zweifelt an seiner medizinischen Kompetenz, an seiner wirtschaftlichen Unabhängigkeit und an seiner persönlichen Integrität.

  5. Kontext der Liebe

    Im ´Kontext der Liebe´ kann die Patientenverfügung eindeutiges Zeichen der Liebe sein – weil man damit Familienangehörige entlastet und ihnen Entscheidungen abnimmt.
    Nicht jede/r Angehörige/r ist in der Lage eigenständig eine schwierige Entscheidung zu treffen

  6. Respekt vor dem “So Sein”?

    Lieber Christian,

    oh ja! Der Film hat das Zeug dazu, einen für Tage in eine recht düstere Stimmung zu versetzen.
    Nicht nur der Sonntagabend, auch der folgende Tag waren für mich noch sehr geprägt von Gedanken über die Situation, die dieses ältere Paar erlebte und der Vorstellung, dass mir nahestende Menschen oder ich vielleicht in eine ähnliche kommen könnte.
    Während des Films hatte ich zunächst einmal das Gefühl, dass ich aus Sicht von Anne froh wäre, aus dieser unglaublich hilflosen Situation erlöst zu werden und konnte sogar Georges Verzweiflung als Rechtfertigung für den Mord annehmen. Es war mir an diesem Abend tatsächlich möglich, seine Handlung nachzuvollziehen.

    In der Nacht von Sonntag auf Montag hat sich meine Meinung dazu radikal geändert: in der Zeit-Rezension beschrieb der Autor die Mordszene als einen letzten Liebesakt. Dem kann ich mich absolut nicht anschließen. Es ist wahr – es IST die einfachste Lösung, die Frau umzubringen. Ich bleibe zwar dabei, dass ich in einer solchen Hilflosigkeit dankbar über eine Erlösung wäre, am besten wohl in Form eines plötzlichen Herzstillstands, der wohl aber eher unwahrscheinlich ist; Selbstmord durch Medikamente, wie auch immer, wenn denn selbstbestimmt, aber sicherlich nicht durch Ersticken und erst recht nicht durch einen gewaltsamen Akt eines Menschen, dem ich vertraut habe. Nichts könnte das rechtfertigen.

    Ich bin Deiner Meinung und betrachte sowohl das Verhältnis von Anne und Georges zueinander, als auch zu deren Tochter als ein recht kühles. Aber selbst wenn ich davon überzeugt bin, dass meine Beziehung zu meinen Eltern herzlicher ist, wodurch ich ihnen sicherlich sehr viel liebevoller zur Seite stehen könnte als die scheinbar absolut emphatielose Tochter Eva im Film, weiß ich noch nicht, wie ich empfinde, wenn ich einem geliebten Menschen in einer sich solch wandelnden und verändernden Gestalt begegne.
    Die erste Amtshandlung am zweiten Tag nach dem Film war ein Telefonat mit meiner Mutter, in dem wir ein Gespräch darüber vereinbart haben, auf das man sich in solchen Krisenzeiten vielleicht beziehen und Kraft für notwendige Entscheidungen schöpfen kann.

    Glücklicherweise kam mir dann aber ein Film ins Gedächtnis, der es tatsächlich doch schafft, eine Art von Liebe anzuführen, die mit einer scheinbar ausweglosen Lebenslage bricht: Ziemlich beste Freunde von Eric Toledano und Olivier Nakache:

    aus http://www.filmstarts.de
    Seit er bei einem Gleitschirmflug abgestürzt ist, ist Philippe (François Cluzet) vom Kopf abwärts gelähmt. Seinen Lebensmut hat er dennoch nicht verloren, denn Philippe ist reich. Im Hof verstaubt ein Maserati und für ein Bild mit Farbklecksen gibt er schon mal gut und gerne 14.000 Euro aus. Gerade als er einen neuen Pfleger sucht, steht der gerade aus dem Gefängnis entlassene Driss (Omar Sy) in seinem Wohnzimmer und möchte eigentlich nur einen Stempel dafür haben, dass er sich vorgestellt hat, um weiterhin Arbeitslosenunterstützung zu erhalten. Frei dem Motto Gegensätze ziehen sich an, stellt Philippe Driss ein, denn dessen unbekümmerte, lockere Art fasziniert Philippe. Anfangs abgeneigt, überhaupt einer festen Beschäftigung nachzugehen, krempelt Driss nach und nach das Leben des Adeligen um und zwischen beiden entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft.

    Unbekümmert und locker beschreiben den Menschen Driss tatsächlich schon mal ganz gut. Vollkommen klar im Hier und Jetzt und unbestechlich ehrlich sagt er allen, denen er begegnet, das was er denkt und erntet bei Philippe und allen Hausangestellten nach erstem Erschrecken mehr und mehr dankbare Freude.
    Damit macht er auch gegenüber Philippes Behinderung nicht halt, wodurch er Philippe genauso behandelt wie er jeden anderen Menschen auch behandelt und DAS ist der Clou der Geschichte. Driss verfügt über ein sehr stark ausgeprägtes Feingefühl. Im richtigen Moment ist er zur Stelle, um ihm pflegerisch nüchtern und wohltuend Hilfe angedeihen zu lassen. Von Mitleid keine Spur.
    Er lockt Philippe aus seiner Zurückgezogenheit heraus: nicht der für Rollstühle praktische Minivan, sondern der Maserati wird für Ausfahrten genutzt – und nicht zu lahm!
    Auch die besondere Ausprägung der Liebe führt Driss wieder in Philippes Leben zurück. Aufgrund seiner Lähmung beschränkt sich der Rest seiner erogenen Zonen auf seine Ohrläppchen, wie Driss herausfindet und diese Intimität zu nutzen weiß.
    Als Driss sich hinter das Geheimnis einer Brieffreundschaft wurschtelt, setzt er Philippe einem Abenteuer aus, fährt ihn ohne zu sagen, wohin es geht, in die Nähe dieser Dame, platziert ihn in ein Restaurant, indem das Date bereits allen anderen Beteiligten bekannt ist und lässt ihn alleine…
    Die Dame erscheint, die beiden verlieben sich ineinander, heiraten und haben gemeinsame Kinder.

    Wenn man dem Abspann glauben darf, handelt es sich bei der Filmvorlage um eine wahre Begebenheit.

    Ist Liebe dann nicht ein grenzenloser Respekt vor dem „So Sein“ eines Menschen und der Bemühung um die Annahme, dass ihm bei weitem mehr Möglichkeiten offenstehen, als er oder der Liebende glauben?

  7. @Eva

    Danke für den persönlichen Kommentar!

    Der Hinweis auf “Ziemlich beste Freunde” passt hier genau! Es ist möglich, anders mit einem sehr schweren Schicksal umzugehen – aber es ist eben auch ein Glücksfall, auf einen solchen Menschen zu treffen …

    Die Biographien des wahren Philippe und des wahren Driss kann man

  8. Etwas mehr Pragmatismus

    Lieber Herr Hoppe,

    schöner Beitrag über einen tiefschürfenden Film, bei dem wohl niemand im richtigen Leben mitspielen möchte.

    Nur Ihr Resümee erscheint mir etwas zu idealistisch.

    Vor einiger Zeit war ich auf einer Beerdigung eines Onkels, der elendig an Krebs gestorben und zuvor lange Zeit von Polinnen gepflegt wirden war. Beim anschließenden Beerdigungskaffee kam ich mit einer älteren Dame ins Gespräch, die mit meinem Onkel gut befreundet war und eine interessante Geschichte über eine frühe Form der Sterbehilfe zu berichten wusste.

    In dem Ort, wo mein Onkel lebte, gab es einen kleinen Stift, der sich auch caritativen Aufgaben widmete. Zeitweise betriieb er sogar ein kleines Krankenhaus, in dem auch ich geboren wurde.

    Der Stift betreute einige kleine Orte im näheren Umfeld und finanzierte früher einen Teil seines Unterhaltes damit, in dem er im Herbst bei den Bauern Kartoffel, Obst etc. einsammelte. Dafür machten die Schwestern auch Hausbesuche und pflegten alte oder
    kranke Menschen.

    Immer wieder gab es in Dörfern alte, schwerkranke Menschen, die furchtbar litten, aber von denen die Leute sagten, dass sie nicht sterben konnten. In solchen Fällen wurde dann von den Angehörigen nach einiger Zeit eine, nennen wir sie mal, Schwester Rabiata angefordert.

    Die blieb über Nacht im Krankenzimmer und am nächsten Morgen war der Patient tod und von seinem Leiden erlöst. Bei der Beerdigung hieß es natürlich, dass Gott diesen armen Menschen von seinem furchtbaren Leiden erlöst und zu sich genommen hatte. Natürlich wussten alle Anwesenden inklusive des Pfarrers, dass das’
    ‘Kopfkissen’ Sterbehilfe geleistet.hatte

    Was das Leiden angeht, ist auf den lieben Gott kein Verlass und man sollte die Liebe nicht zu sehr mit absoluten Idealismus überfrachten. Es wird soviel (sinnlos) gestorben auf dieser Welt. Da kann das Leben nicht das höchste unter jeglichen Umständen unantastbare Gut sein.

  9. @Geoman

    Sie vertreten die gegenteilige Meinung zu mir, was ich akzeptieren kann; sicher sind Sie mit Ihrer “pragmatischen” Einschätzung nicht allein.

    Ich möchte hier nur sagen, dass das Handeln Ihrer “Schwester Rabiata” für mich nicht der Inbegriff von Liebe ist – so wie sich meine Kritik am Film “Liebe” ja auch vor allem gegen die Verwendung ebendieses Begriffs für die Tötungshandlung richtete.

  10. Liebesfolter

    @ Michael Hoppe

    In Ihrem absolutistischen Verständnis von Liebe ist diese, von Folter kaum unterscheidbar. Daher sollten Sie von Liebesfolter sprechen, wenn Sie einen unheilbaren Leidenden, der sein Leid leid ist, auch noch des “übersteigerten Autonomiebestrebens” beschuldigen, wenn er die Liebe eines anderen nicht mehr annehmen kann.

  11. @Geoman

    Warum jetzt dieser aggressive Ton?

    Anne wählt meines Erachtens nicht die Option Liebe, weil sie nicht mehr kann oder weil sie nicht mehr mag. So mündet das Ende in dieser Tragödie.

    Ich mache niemandem Vorwürfe. Ich weiß selbst nicht, wo ich stehen würde und wie ich handeln würde, als Anne, als George.

    Ich sage nur, dass Liebe eine *alternative* Möglichkeit sein könnte, mit einer solchen Situation umzugehen – und dass die gezeigte Lösung, so plausibel sie sein mag, meines Erachtens nicht Liebe ist und daher auch nicht so bezeichnet werden sollte. Sie ist vielmehr Ausdruck unseres Autonomiebestrebens.

  12. Autonomie – “Individualbewußtsein”

    Liebe ist wohl die stärkste bewußtseinsbetäubende Illusion, um den Verstand von wirklich-wahrhaftiger Vernunft auf systemrationale Abwege der realexistierenden Hierarchie von und zu materialistischer “Absicherung” zu bringen!?

  13. @Horst 52

    Dein Satz weiß nicht, ob er eine Frage sein soll oder nicht. Und ich verstehe ihn, ehrlich gesagt, auch nicht. Wieso kann eine Hierarchie Abwege haben?

    Liebe, so wie ich sie hier verstehe, ist keine Illusion; sie geht über Erkenntnis hinaus und vermeidet diese nicht in spätpubertärer Verliebtheit, welche den Anderen in seiner Wirklichkeit kaum mehr sieht.

  14. Danke…

    … für diesen sehr aufmerksamen Kommentar! Ich schaue den Film in jedem Fall – jetzt erst recht! Und es ist wahr – das Idealbild des Individualismus und der absoluten Autonomie: “Bei jemandem, der im Grunde seines Herzens nur auf sich selbst und seine eigenen Fähigkeiten setzt, kann Liebe nicht ankommen – und diese Zurückweisung ist das Schlimmste, was der Liebe passieren kann.” – danke dafür!

  15. “Wieso kann eine Hierarchie Abwege haben?”

    Die Hierarchie allein ist schon ein Abweg, von DER EINEN Wahrheit / vom eindeutigen Ursprung der ganzheitlichen Schöpfung (bin KEIN Esoteriker), die in dieser Realität allerdings multi-schizophren konfusioniert in gut und böse, arm und reich, intelligent und weniger intelligent, usw., entmenschlichend-bewußtseinsbetäubend funktioniert – auf der “anderen Seite” geht es nicht um die uns so tröstenden Gefühle, sondern viel mehr um den Verstand von wirklich-wahrhaftig vernünftigem Gleichgewicht und zweifelsfreier Gelassenheit zur und in Gänze.

    In unserer überwiegend zynischen Wirklichkeit des nun “freiheitlichen” Wettbewerbs um …, werden ZUVIELE kaum gesehen / als gleichermaßen zu beachtender Mensch wahrgenommen, weil wir inzwischen “mikrokosmologische” Kreise ziehen.

  16. @ Christian Hoppe

    Ich will ja wesentlich darauf hinaus, dass der absolute Schutz des Lebens, etwa begründet und abgefedert durch eine neutestamentarisch definierte ‘Liebe’ eine Illusion ist und schon immer war. Wann und wie gestorben werden darf, ist eine gesellschaftlich ausgehandelte (oder diktatorisch bestimmte) Konvention.

    Der christliche Schutz des Lebens hat weniger mit Liebe, sondern der Bevölkerungsmehrung in feudaler Zeit, also der Ausbeutung von Arbeitskraft, zu tun.

  17. … in Ausbeutung und Unterdrückung

    Liebe ist ein Luxus-Gefühl, das überwiegend von den Konsum- und Profit-AUTISTEN der Welt- und “Werteordnung” im “Recht des Stärkeren” des nun “freiheitlichen” Wettbewerbs um … ge- und missbraucht wird – besonders für die Kinder der “Dritten Welt” ist die Liebe ein Weg direkt auf das Elend der Straße!

  18. @Geoman

    Ihre These:
    “Der christliche Schutz des Lebens hat weniger mit Liebe, sondern der Bevölkerungsmehrung in feudaler Zeit, also der Ausbeutung von Arbeitskraft, zu tun.”

    Ihre Gründe?

    Mir scheint, dass der Schutz individuellen Lebens im Falle schwerer Krankheit oder Behinderung wohl eher nicht mehr der Ausbeutung von Arbeitskraft dienen kann …

  19. ist sterbehilfe Liebe?

    @ Horst 52

    -> Liebe, ein Luxusgefühl?
    Wir wollen festhalten, dass es die “Liebe” im Kontext unserer Zeit noch nicht lange gibt. BEsonders als sozusagen relevanter Teil einer uns allen vorbestimmten Beziehung zu einem Partner nämlich ist sie eine eher junge “Erfindung”, welche vorher, so sie überhaupt bekannt war, eine ganz andere Bedeutung hatte. Es fand also eigendlich nur eine neue Vision von etwas statt und diese wurde in eine anwendbare soziale und gesellschaftliche Struktur eingewoben.

    So sehr wir uns einbildeten, dass die Liebe etwas gutes und wünschenswertes sei (weil irgendwie schön), ist sie doch in einen Wirtschaftssystem fehlt am Platz oder gar schädlich, solange sie auf ein Individuum gerichtet wird. Man kann auch Dinge lieben – was in der neuen Gesellschaft durchaus ausgenutzt werden kann und wird.

    Soziologisch ist die Liebe im Kern auch Schädlich. Vielleicht noch schädlicher, als die Liebe zu Dingen. Liebe ist im Kern eine Erwartungshaltung an den Gegenstand. Würden wir zuviel vom jeweiligen Gegenstand erwarten, so würden wir den sicher überfordern. Dagegen muß natürlch eingeschritten werden (suggestion). Der “Gegenstand” sei hier quasi alles, was man lieben kann/wird – Mensch oder Ding.

    @ Hoppe

    -> Der Schutz individuellen Lebens im Falle von Krankheit ist eine besondere Begebenheit. Da sich dieser Schutz auch erst in jüngster Zeit durchgesetzt hat, scheint man soziologisch darin einen besonderen Vorteil zu erkennen. Und wenn es nur das “Worthalten” über des Menschen Wert und Lebensrechte sei.

    Und dennoch mag man es im Sinne der Ausbeutung von Arbeitskraft stehen sehen können. Die Gruppe (der Schwarm) solle sich auf möglichst eindeutige gemeinsame Werte festlegen, die Argumentübergreifend wirksam bleiben, damit das “höhere Ziel” die Grundlage darstelle und nicht zu viel Detailfragestellungen die “Vergemeinschaftung” belasten oder stören. Es ist sozusagen reine Ablenkung vom Alltag mit verweis auf den selben unter falschem Vorzeichen. “Arbeit ist wichtig, … aber Liebe ist viel wichtiger…”. Auch, wenn sie keiner mehr empfindet. Ist doch die Sehnsucht nach etwas eh ein besserer Motivator, als dessen Erfüllung. Und so macht Sterbehilfe aufgrund von eingebildet emphatisch empfundenen Leid nicht den Sinn /keinen Sinn, wie wir uns den vortsellen. Das Indviduelle Leid wird dadurch nicht gemindert, sondern nur das global empfundene. Weswegen es eine Verwirrung darstellt, wenn man hier von Liebe redete, wenn es um Sterbehilfe gehe.

  20. @chris

    “Wir wollen festhalten, dass es die “Liebe” im Kontext unserer Zeit noch nicht lange gibt.”

    – so ist es. Und sie paßt auch so herr(schaft-)lich zur systemrational-hierarchischen Pflege unserer gleichermaßen Bewußtseinsschwäche in Angst, Gewalt und “Individualbewußtsein”, gutbürgerlich-gebildet in Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche.

    Sterbehilfe – “Als Mensch anfing seine Toten zu bestatten, wurde Mensch zum Mensch. Als Mensch aber anfing auch daraus ein Geschäft zu machen, war alles für’n Arsch, bzw. war der geistige Stillstand seit der “Vertreibung aus dem Paradies” zeitgeistlich-systemrational MANIFESTIERT.”

    “Vertreibung aus dem Paradies” – Metapher für unseren ersten und bisher einzigen GEISTIGEN Evolutionssprung, in die menschenwürdigen Möglichkeiten der Kraft des Geistes der “Gott” ist.

  21. Elfenbeinturm-Moral

    @ Christian Hoppe

    Lesen Sie doch bitte den Artikel “Ein 82 -Jähriger tötet seine schwerkranke Frau – Brauchen wir ein Altenstrafrecht?” im aktuellen Spiegel.

    Dann sehen Sie vielleicht ein, wie weltfremd und anmaßend Ihre Elfenbeinturmmoral ist.

  22. @ Geoman

    Ihr Kommentar macht mich sehr wütend.

    Sie werfen mir Elfenbeinmoral vor? Mit Hinweis auf den SPIEGEL-Artikel? Sagen Sie, haben Sie sie noch alle? Wollen Sie mir diese Tragödie etwa als “Triumph der Humanität” und als “Inbegriff von Liebe” verkaufen?

    Da vereinsamen zwei alte kranke Menschen, die nicht bereit sind, Hilfe anzunehmen, und am Ende schlägt der Mann seine Frau fast bewusstlos und erwürgt sie dann, weil er sich nicht mehr anders zu helfen weiß. Und Sie wollen mir hier sagen, dass unsere Gesellschaft auf einem Superweg ist und meine “weltfremden” Einlassungen aus dem Elfenbeinturm nicht braucht??

  23. Wir brauchen ein Altenstrafrecht

    @ Christian Hoppe

    Sie provozieren mit einem hyperidealistischen Liebesbegriff und weigern sich, den zwischenzeitlich zur Nornalität gehörenden Altersbeziehungstragödien nüchtern ins Auge zu sehen, also das zunehmende Scheitern und Versagen von ‘Liebe’ als Realität zur Kenntnis zu nehmen. Sie wissen doch, dass die Menschen immer älter werden und sich in der Folge Beziehungstragödien immer mehr zu spitzen.

    Warum macht Sie diese Realität so wütend, die doch selbst einer für ihren einfühlsamen Gerechtigkeitssinn bekannten SPIEGEL-Redakteurin, die Einsicht abringt, dass unsere Gesellschaft eine Strafrechtsreform, also neben dem Jugend- ein Altenstrafrecht braucht.

    Im übrigen wissen Sie, wer ich bin. Was Sie vielleicht nicht wissen, dass ich seit einiger Zeit in der Behörde neben meiner Hauptzuständigkei für die Bearbeitung von Altlasten auch Ansprechpartner für Fragen der demographischen Entwicklung (geworden) bin.

  24. Mit Einverständnis des Autors gelöscht

    Hinweis: Dieser Kommentar wurde von mir selbst wieder gelöscht. /CH

  25. Mit Einverständnis des Kommentators gelöscht
    Hinweis: Dieser Kommentar wurde mit Einverständnis des Autors gelöscht. /CH

  26. Warum nicht dankbar?

    Ich erinnere mich an meinen Zivildienst in einem Altenheim. Ein Pianist, etwas schwächlich. Im Haus ein Klavier. In unserer Naivität und Übergriffigkeit baten wir ihn, doch noch etwas zu spielen, was ihm auch leidlich gelang. Wie mag es wohl geklungen haben, als er noch richtig Herr seiner Kräfte war?
    Er konnte nicht mehr, und er wollte nicht mehr, eines Tages war er weg, wir haben gesucht und gesucht und gesucht. Er ist durch das kleine, wirklich kleine und hoch angebrachte WC-Fenster im zweiten Stock geklettert und hat sich in den Tod gestürzt. Dort hinter dem Haus hat ihn niemand vermutet.

    Warum war er nicht dankbar für die Pflege und unser Bemühen?

    Steckt in unserer Frage nicht ein unzulässiger Vorwurf?

    Von seiner ganzen Konstitution hätte es ihm niemand zugetraut, dass er es schafft, auf das WC zu steigen, mindestens das Doppelte dieser Höhe bis zum Fenster zu überwinden und sich dann nach außen fallen zu lassen. Und wenn man körperlich so eingeschränkt ist, dass man es nicht mehr kann? Dann muss man wohl die liebgemeinten und doch heftigen Übergriffe von Verwandten und Personal ertragen. Man hat keine Wahl. Wie ein trotziges Kind kann man sich nur auflehnen, die Situation schlimmer machen, ein Teufelskreis.

    “Warum ist sie nicht dankbar dafür, einen solchen Menschen an ihrer Seite zu haben und diese Liebe erfahren zu dürfen? Warum traut sie ihrer gemeinsamen Liebe nicht zu, auch in dieser schwierigen Situation neue Wege zu finden?”

    Warum müssen wir dankbar sein können?

    Es ist schön, wenn es gelingt. Ich wünsche es jedem Menschen. Und wenn es nicht gelingt? Wenn die Kräfte nicht reichen? Wenn man trotz aller Liebe des Lebens nur noch müde ist?

    Das Ende mit dem Kissen erinnert mich an das Ende von “Einer flog über das Kuckucknest”, dort habe ich das Ersticken als sehr brutal wahrgenommen. Wenn ich “Liebe” gesehen hätte, wahrscheinlich auch hier.

    Aber warum die Vorwürfe an diese Frau am Ende ihrer Kräfte?

    Warum nicht eingestehen, dass auch das Scheitern zu unserem Leben gehört? Auch das Scheitern im Scheitern? “Das Defizitäre gehört zur Definition des Humanum” (Ulrich Bach).
    Natürlich gefällt es mir, wenn jemand durchhält bis zuletzt. Aber kann man jemanden dazu verpflichten? Ich habe hier keine Lösung; mich ärgert, dass das Töten mit dem Kissen so brachial ist. Mich ärgert, dass unser Rechtssystem in diesem Scheitern so wenig Spielraum nach Alternativen bietet. Mit wem kann sich dieser Mann unterhalten? Über seine Grenzen? Über seine Übergriffigkeit? Über die Weigerung seiner Frau zu trinken und wie er sich ihr aufzwingt?

    Den Appell, sich auch hilflos als Mensch wahrzunehmen, teile ich. Aber ich habe es gut, ich bin noch nicht hilflos.

    Ich kennen den Film nur von diesem Blog hier. Ist es wirklich nur falscher Stolz und falsche Verletztheit?

    Ich wünsche mir, ein Leben führen zu können, in dem ich mich rechtzeitig darauf vorbereiten kann, auch abhängig zu sein, mich darauf einlassen zu können. Vielleicht wird es mal gelingen. Und wenn es nicht gelingt? Wenn es beim besten Wollen und drauf einlassen nicht gelingt? Wenn es einfach tragisch endet?

    Ich freue mich über jeden, bei dem es in Würde liebevoll und ganz natürlich endet. Und unsere Gesellschaft ist eigentlich verpflichtet, die materiellen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Eigentlich. An vielen Stellen gelingt es, aber ich glaube, es kann nicht an allen Stellen gelingen.

    Und ist nicht auch dieser Blog samt seinen Reaktionen ein Spiegelbild dessen? Dass das Scheitern auch der Liebe nicht immer vermieden werden kann?
    Dass Scheitern zu unserem Leben gehört?

    Oder wie Paulus es sagt: Das Gute will ich – und es kommt doch Böses heraus?!

    Als Mitglied eines Kriseninterventionsdienstes bin ich immer wieder dabei, wenn die Polizei Angehörigen sagen muss, dass der Ehemann, Vater, Opa sich das Leben genommen hat. Dann merkt man oft, wie gerne Angehörige weiter gepflegt und geholfen und geliebt hätten.
    Und gleichzeitig ärgert mich das Tabu, dass es niemanden gibt, an den sich die Menschen in ihrem Wunsch nach Suizid wenden konnten, von dem sie nicht annehmen mussten, dass sie den Wunsch und die Hilfe ablehnen würden. Dass es damit auch niemanden gab, der sie mit dem richtigen Fragen infrage stellen konnte. Aber auch niemanden, der dann auch bereit gewesen wäre, sie auf ihrem Weg auf würdigere Weise zu begleiten als mit dem Strick, dem Gewehr, dem Zug, dem Auto am Baum…
    Und die Alternative sind parteiische Menschen in der Schweiz, die offenbar nicht die richtigen Fragen stellen, und deren Begleitung auch Fragen an die Würde offen lässt…
    Bei allem Wunsch, dem Leben in Liebe zu diesen und auch dem Schwächsten ein Leben in Würde möglich zu machen: Auch dieser Wunsch kann lieblos werden.

  27. Nachdenklich und kompetenter Kommentar

    @ Grenzen der Liebe

    Ein sehr kompetenter, nachdenklicher sowie die Realität wahrnehmender und nicht idealistisch ausblendender Beitrag von Ihnen. Danke dafür!

    Mir fällt auf, dass diese tapferen, treuen Ehemänner, die ihre dahinsiechenden Partner zwar bis ans Ende ihrer physischen und psychischen Kräfte pflegen, aber dabei von sozialen Einrichtungen ziemlich alleingelassen werden.

    Soll heißen, wenn ein Jugendamt den Eindruck hat, dass eine Frau/Familie mit der Pflege oder Erziehung ihrer Kinder überfordert ist, schreitet es mit Hilfsprogrammen ein, überwacht die Familie und steckt die Kinder – wenn es erforderlich ist – sogar in ein Heim oder eine Pflegefamilie. Uns allen ist bekannt, dass die Jugendämter durch die elterlichen Kindestötungen der letzten Jahre sehr sensibel für diese Problemlagen geworden sind.

    Im Altenbereich scheinen entsprechende Strukturen zu fehlen. Auch hier müsste, es möglich sein, einem Lebenspartner das Sorgerecht entziehen, wenn die Situation den pflegenden Partner zu überfordern scheint und eine Eskalation droht. Und zwar rechtzeitig!

    In den beiden hier vorgestellten Fällen, einmal im Film “Liebe” durch Christian Hoppe und zum anderen mein Hinweis auf den Spiegel-Artikel “Ein 82 -Jähriger tötet seine schwerkranke Frau – Brauchen wir ein Altenstrafrecht?” fällt doch auf, dass der pflegende Partner seine unheilbar kranke Partnerin eher umbringt als verlässt.

    Offenbar befindet er sich in einer ausordentlichen verzwickten und komplexen Problemlage, aus der er sich nicht selbst befreien und ihm daher nur ein anderer heraushelfen kann.

    Hier sehe ich einen großen Handlungsbedarf, wie ihn die Jugendämter für ihr Klientel längst erkannt haben. Appelle an weniger Autonomie und mehr Liebe sind da m. E. ziemlich fehl am Platz.

  28. Suffocation

    Jemanden ersticken, um ihn von seinen Leiden zu befreien. Aus Liebe. Schmein hallo? Geht’s noch? Die Idee allein ist voll krass und offenbar einer hypertrophen Aufmerksamkeits-Dramaturgie geschuldet.

  29. Unterstützen – nicht wegnehmen

    Zunächst: @ Hakan
    Doch, es geht noch. Zeige mir einen, der nach der langen Pflege eines Menschen, der nicht mehr selber sprechen und sich bewegen kann und Hilfe aktiv und teilweise aggressiv verweigert nicht zumindest darüber nachdenkt, ob das, was er tut, wirklich dem Wohl dessen dient, den er da pflegt. Vor einiger Zeit beim örtlichen Tierarzt sagte die Ärztin dort: Sie könne niemals auf einer Palliativstation arbeiten. Zu ihrem Job gehört es auch, Tiere von anders nicht linderbarem Leiden zu erlösen, sie einzuschläfern. Menschen können bei uns terminal sediert werden, also mit Schmerz- oder Narkosemitteln so betäubt, dass sie ihr Leiden nicht mehr spüren. Aber leben müssen sie bis zuletzt, bis sie “natürlich” sterben. Wer da nicht in Liebe in Zweifeln kommt (selbst wenn er oder sie dann doch pflegt bis zuletzt), der weiß nicht, was Liebe ist.

    Aber vor allem wollte ich antworten
    @ Geomann:

    Zufällig kenne ich mich in der Pflegeelternszene ein wenig aus. Aus Europa kommen immer wieder die Vorwürfe, Deutschland würde die leiblichen Eltern viel zu spät unterstützen und die Kinder viel zu schnell aus den Familien herausnehmen. Ich befürchte, dass dieser Vorwurf stimmt, auch wenn durch die Familienzentren inzwischen ein gutes Angebot gemacht wird.
    Das Herausnehmen ist immer nur eine Notmaßnahme. Das Fördern _vorher_ ist wichtig! Auf unsere Diskussion bezogen:
    Wie reagiere ich auf demente Angehörige? Wie reagiere ich, wenn durch einen Hirntumor der zu pflegende und bis dahin immer liebevolle Ehemann plötzlich aggressiv wird? Wer macht mich darauf aufmerksam, dass ich damit nicht persönlich gemeint bin, dass nicht er aggressiv ist, sondern dass seine Krankheit es ist?
    Wer kann mir helfen, wenn ich nicht mehr die Kraft habe, regelmäßig den Angehörigen nachts zu lagern, damit er nicht wund liegt? Wer hilft mir bei der Entscheidung, mein Versprechen zu brechen und ihn doch in ein Heim oder Hospiz zu geben, das mir die körperliche Pflege abnimmt, das mir beim Durchschlafen hilft und mich dann unterstützt, wenn ich mein Zeit mit dem sterbenden Partner teile?

    Bevor wir zu viel Zeit auf den Gedanken verwenden, zwangsweise Menschen aus dem häuslichen Umfeld zu entfernen, sollten wir viel mehr Zeit damit verbringen, wie das häusliche Umfeld unterstützt werden kann. Und das wird verdammt teuer!

    Und das Problem bleibt: Alle, wirklich alle Lebensphasen ab (und bei künstlicher Befruchtung sogar vorher) sind inzwischen kulturell überformt. Einzig beim Zeitpunkt des Sterbens soll Kultur nicht wirksam werden können? Das verstehe ich nicht. Wohl aber verstehe ich die Angst vor dem “Dammbruch”, den das auslösen kann. Aber ist das ein hinreichender Grund, das Nachdenken über Selbstbestimmung beim Todeszeitpunkt mit einem Tabu zu belegen?

  30. Zuhören

    Mein Einwurf bezog sich auf unfreiwillige Konterkarikatur: Erlösung durch Ersticken. Auch das geliebte Haustier, das, um Leiden zu beenden, eingeschläfert wird, wird eben nicht mit einem Kissen erstickt. Das geht einfach nicht, das ist insofern eine überflüssige merkwürdige Film-Idee, ein dramaturgischer Kniff für’s Feuilleton.

  31. Tiertod kennt kein Tabu

    @ Hakan schrieb:

    “Auch das geliebte Haustier, das um Leiden zu beenden, eingeschläfert wird, wird eben nicht mit einem Kissen erstickt. Das geht einfach nicht, das ist insofern eine überflüssige merkwürdige Film-Idee, ein dramaturgischer Kniff für’s Feuilleton.”

    Dein Kommentar zeigt, dass Du den Hinweis von “Grenzen der Liebe”, dass beim Menschen sogar das Nachdenken über die Selbstbestimmung beim Todeszeitpunkt mit einem Tabu belegt ist und sich daraus in Alltag skurrile Folgen (Kissenmord etc.) ergeben, überhaupt nicht verstanden hast.

    Weil es bei Haustieren dieses Tabu nicht oder nicht so ausgeprägt gibt, sterben sie regelmäßig humaner als Menschen. Sobald ein Tierarzt keine Hoffnung mehr für einen Hund hat und nur noch Leiden sieht, rät er dem Besitzer, ihn einzuschläfern. Alles andere wäre Tierquälerei.

    Überhaupt spricht “Grenzen der Liebe” vor offenbar außergewöhnlich gut informierten Hintergrund existenziell wichtige Fragen/Themen an.

    Mich wundert, dass es hier kaum Reaktionen gibt.

  32. Sterben wie ein Hund?

    Habe ein wenig gegoogled.

    Kissenmorde sind relativ schwer nachweisbar. Das macht sie wohl zusätzlich attraktiv. Ist trotzdem kein schöner Tod, wie man in einer Münsteraner Dissertation nachlesen kann.

    Was die Hunde betrifft: Man kann sie ja nicht fragen, ob sie nicht lieber mit ein wenig Schmerzmittel und guter palliativer Betreuung noch etwas länger leben wollten. Nur wird sich kaum ein Herrchen/Frauchen diese Behandlung leisten können…

    Ich möchte nicht so missverstanden werden, dass ich uneingeschränkt für Sterbehilfe/Hilfe beim Suizid bin. Ganz und gar nicht.

    Von der Vorsitzenden im dt. Ethikrat, Christiane Woopen, wird jetzt berichtet, wie sie den Wunsch nach einem Mittel zu sterben ablehnte. Erstens fand sie es unwürdig, das Mittel auf den Nachtschrank zu stellen und dann zu gehen. Das wäre zwar juristisch notwendig, um nicht wegen unterlassener Hilfeleistung bestraft zu werden. Aber sie wollte die Patientin nicht alleine lassen.

    Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass jene Frau nicht unwürdig sterben wollte. Und Woopen versprach, sie werde ordentlich in ihren Klamotten sterben können und so behandelt, dass ihre Würde voll gewahrt bleibt. Diese Frau ist dann in der versprochenen Hilfe würde gestorben. Weil Frau Woopen wichtig war, die Hintergründe zu erfahren. Finde ich gut. Auch, dass diese Frau gerade den Vorsitz im Ethikrat hat.

    Die Kissengeschichte halte ich nicht nur für einen dramaturgischen Filmtrick. Die schwere Nachweisbarkeit auf der einen Seite und die spontane Möglichkeit ohne weitere kompliziertere Hilfsmittel könnte auch in Spontanhandlungen zu diesem Weg führen. Um so wichtiger wäre eine Atmosphäre, in der man ohne Tabu drüber sprechen kann. Damit Menschen nicht nur in Würde sterben, sondern (obwohl) totgeweiht auch in Würde leben können.

  33. Korrektur vorletzter Absatz

    “Diese Frau ist dann in der versprochenen Würde gestorben.”

  34. Literaturnachweis

    Der Spiegel 41/2012
    S. 54f
    Werte
    _An der Schwelle_
    Als Vorsitzende des Deutschen Ethikrats löst Christiane Woopen Moralfragen – und zeigt der Politik ihre Defizite auf.
    Von Markus Feldenkirchen

  35. @all: Danke

    Liebe Kommenatatoren/innen der letzten Tage,

    ich war leider verreist, ohne Zugriff auf das Internet.

    Sie haben erstaunliche, berührende, treffende, wegweisende Kommentare geschrieben. Unglaublich, ich bin ehrlich beeindruckt. Danke dafür!

    Das hat die – im Nachhinein auch aus meiner Sicht unnötig – scharfe Debatte zwischen mir und “Geoman” abgelöst. Auch dafür Danke. — Geoman, wir versuchen es vielleicht bei anderer Gelegenheit noch einmal und machen es dann besser, okay?

    Es gibt eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Ich möchte abschließend noch einmal sagen, dass ich in diesem Themenfeld niemandem Vorwürfe machen möchte und dass mir völlig bewusst ist, dass man niemanden auf Liebe verpflichten kann – dies zu versuchen, ist wahrscheinlich der sicherste Weg, Liebe zu verhindern. Liebe schenken und (vielleicht noch mehr) Liebe annehmen zu können, ist immer ein großes Glück (Gnade sagte man früher dazu).

    Wir werden nicht mehr tun können, als uns gegenseitig daran erinnern, dass Liebe eine Möglichkeit sein könnte, auch jenseits der eigenen Autonomie.

  36. Gebrannte Kinder

    @ “Grenzen der Liebe” schrieb:

    “Aus Europa kommen immer wieder die Vorwürfe, Deutschland würde die leiblichen Eltern viel zu spät unterstützen und die Kinder viel zu schnell aus den Familien herausnehmen. Ich befürchte, dass dieser Vorwurf stimmt, auch wenn durch die Familienzentren inzwischen ein gutes Angebot gemacht wird.”

    Auch mit dieser Bemerkung haben Sie vermutlich recht. Ich kenne mich zwar in der Jugendhilfescene nicht gut aus, weiß aber aus den Medien, was an öffentlicher Empörung auf ein Jugendamt einprasselt, wenn ein Mitarbeiter ein Kind zu spät aus einer Familie genommen hat.

    Die Mitarbeiter der Jugendämter scheinen mir inzwischen selbst “gebrannte Kinder” sein, die um den großen Skandal zu vermeiden, bei der Herausnahme von Kindern aus Familien des Guten zu viel tun.

    Und weiter:

    “Was die Hunde betrifft: Man kann sie ja nicht fragen, ob sie nicht lieber mit ein wenig Schmerzmittel und guter palliativer Betreuung noch etwas länger leben wollten. Nur wird sich kaum ein Herrchen/Frauchen diese Behandlung leisten können…

    Ich möchte nicht so missverstanden werden, dass ich uneingeschränkt für Sterbehilfe/Hilfe beim Suizid bin. Ganz und gar nicht.”

    So möchte ich auch nicht verstanden werden, erinnere mich aber an der Leserbrief eines älteren wohlhabenden Herrn, der befürchtete durch Palliativmedizin bzw. die Altenpflegeindustrie so lange am Leben gehalten zu werden, bis er nichts mehr zu vererben hätte.

    Er möchte seinen Kindern und Enkeln aber etwas vererben, damit sie positiv an ihn denken und sein Grab pflegen.

    “Grenzen der Liebe” wies hier schon auf den aktuellen SPIEGEL-Artikel “An der Schwelle” hin. Im selben SPIEGEL ist auch ein lesenswerter Bericht “Die Alten sind mir wurscht” zu finden, in dem über unglaubliche Zustände in einem Pflegeheim berichtet wird.

    Ich bin mit einem älteren Herrn befreundet, der sich jeden Morgen durch Selbstsuggestion den Tag gesund spricht:

    “Möge ich einen glücklichen Tag haben, möge ich mich ausgeglichen und geborgen fühlen und möge der Schöpfer mir einen sanften Tod schenken.”

    Vor einem “Nicht-Sanften-Tod” hat er eine ungeheure Angst, denn der ist in Deutschland bei der derzeitigen Rechtslage wahrscheinlich. Deshalb hat er mich vor einiger Zeit gebeten, mit der Schweizer Sterbehilfe Organisation “Dignitas” Kontakt aufzunehmen. Ich habe das Projekt zwar angefangen, aber irgendwann abgebrochen, weil es mir so anonym unwürdig erschien. Ein weiteres Indiz dafür, dass hier in Deutschland bezüglich des selbstbestimmten Sterbens etwas im Argen liegt.

  37. Grenzen der Liebe

    Eine schwierige und nahegehende Frage. Meine Mutter hat auch eine “Patientenverfuegung”. Schwer dareuber nicht emotional zu sein.

  38. Rechtsmedizinische Information

    Ich las gerade folgende Notiz in einer Zeitungsmeldung: “… schildert
    der Bonner Rechtsmediziner, Professor
    Burkhard Madea, dem Bonner Schwurgericht, dass es mehr als drei
    Minuten dauert, einen Menschen mit
    dem Kissen zu ersticken. Und: Hört man
    auf, sobald das Opfer ohnmächtig ist,
    setzt die Atmung oft spontan wieder ein.” Diesen Realismus erspart uns der Film dann gottseidank doch.