Populistische Rhetorik versus strukturelle Dialogizität – ein linguistischer Zwischenruf

(ZEIT Online befragte mich zur populistischen Rhetorik am 05.08.2018): „Woran erkenne ich einen Populisten?“, will ZEIT Online wissen, und ich habe aus linguistischer Perspektive geantwortet: „An bestimmten Redestrategien!“. Populismus ist im Kern unpolitisch, wie ich bereits in meinem Blogbeitrag vom Februar 2018 gezeigt habe, der den Titel trägt: „Populistischer Aschermittwoch: Populismus zeichnet sich weniger durch Inhalte als durch eine Redehaltung aus“. Wer seinen Blick über Deutschlands Grenzen hinwegschweifen lässt, sieht sogleich, dass auch in anderen Ländern populistische Rhetorik zugenommen haben.

Populistisches Sprechen zeichnet sich durch das Merkmal der Homogenisierung aus – will sagen, dass redetechnisch eine Vielzahl von Interessen, die in sich widersprüchlich sind, als einheitlich (homogen) dargestellt werden. Damit wird das Vorhandensein eines monolithischen Willens suggeriert, der für alle in gleicher Weise gelte. Entgegengesetzte und unauflösbare Unterschiede werden kaschiert, ein weiterer Dialog als überflüssig betrachtet. Kommunikation in der Demokratie ist aber dem Geiste nach auf Aushandlung und Dialog angelegt, lebt von struktureller Dialogizität.

Wenn sich also eine Person des politischen Lebens in öffentlichen Diskussionen „etwa auf den Willen des Volkes oder den gesunden Menschenverstand beruft, behauptet sie damit, dass man nicht mehr weiter diskutieren muss und beendet damit das Gespräch. Demokratie aber funktioniert, indem wir ständig verhandeln, im Dialog sind, verschiedene Interessen berücksichtigen und zu Lösungen kommen, die nie ohne Widerspruch bleiben.“ Oder anders formuliert: In der populistischen Rhetorik wird ein Konsens der Unhintergehbarkeit propagiert, der sich auf das Eigentliche beruft. Wer dieses Eigentliche und Nicht-Widersprüchliche zu definieren vermag, wird zwar nicht ausdrücklich gesagt, aber impliziert – nämlich der Redner, der sich der populistischen Rhetorik bedient.

Hier geht es zum ganzen Interview, ich bin auf Ihre Widerrede gespannt: https://www.zeit.de/politik/2018-07/rhetorik-populismus-sprache-wissenschaft-erkennen

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Ekkehard Felder ist Professor für Germanistische Linguistik an der Universität Heidelberg. Er initiierte 2005 die Gründung des internationalen und interdisziplinären Forschungsnetzwerks Sprache und Wissen. Diese Forschungsgruppe untersucht diskurs- und gesellschaftskritisch die sprachliche Zugriffsweise auf Fachinhalte in zwölf gesellschaftlichen Handlungsfeldern – sog. Wissensdomänen (z.B. Recht, Wirtschaft, Medizin, Politik, Naturwissenschaft und Technik). Da Fachinhalte durch die Wahl der Worte geprägt werden und widerstreitende Positionen eine andere Wortwahl präferieren, ist ein Streit um die Sache auch ein Streit um Worte bzw. ein semantischer Kampf um die richtige Sichtweise. Deshalb heißt sein Blog bei SciLogs „Semantische Wettkämpfe – Wie die Sprache, so die Denkungsart“. Seine Forschungen beschäftigen sich mit der Fachkommunikation, der sozio-pragmatischen Diskursanalyse und der Untersuchung von Sprache als Indikator für Identität, Mentalität und Authentizität. 2010 gründete er mit den Kollegen Ludwig M. Eichinger und Jörg Riecke das Europäische Zentrum für Sprachwissenschaften (EZS). Als Fellow des Institute for Advanced Studies in Heidelberg (2008) und STIAS in Stellenbosch / Südafrika (2009) widmete er sich dem diskursiven Wettkampf um erkenntnisleitende Konzepte („agonale Zentren“). Felder ist Autor von fünf Monografien und (Mit-)Herausgeber diverser Sammelbände. Besonders bekannt ist die von ihm herausgegebene Reihe „Sprache und Wissen“ (SuW) bei de Gruyter und die dort mit Andreas Gardt herausgegebenen „Handbücher Sprachwissen“ (HSW).

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  1. “Elite” ist ein besonders interessanter Begriff, weil er von den Finanz-“Eliten” selber wieder in den breiteren Sprachgebrauch eingeführt wurde, als Versuch positiver Selbstdarstellung.
    Zunächst als Kritik von links zurückgegeben, wurde er dann von rechten Populisten gekapert und richtet sich seitdem nicht mehr an die Finanzwirtschaft, oder an andere Mitverursacher der Krise, sondern hat plötzlich eine anti-intellektuelle und anti-urbane Kompenente, sowie eine Tendenz, alles Andersartige auszuschließen.
    Die ständige Behauptung, diese Ausgrenzung richte sich pauschal und ausschließlich gegen Frauen, Migranten und Homosexuelle, ist jedoch völlig falsch und reduktionistisch. So ist der Rechtspopulismus heutiger Prägung das, was man mal über die RAF gesagt hat, er ist “die Gruppe der Frauen (in Führungspositionen)”, zumindest auffällig häufig. Auch Homosexuelle finden sich häufig im RP.
    Es ist ein Fortschritt, wenn nicht-rechte Kritiker heute meist vom Establishment reden, weil das zunächst nur aussagt, daß jemand Teil desselben ist und erstmal keine Wertung vornimmt.
    Linker Populismus existiert auch, ist heute aber vorwiegend in der Idenditätspolitik gebunden und eher elitärer Teil des neoliberalen Sub-Systems, als daß er Teil populistischer Gegenbewegungen wäre, auch wenn neulinke Kräfte nicht völlig frei davon sind.

  2. “Populistisch” ist jede Partei. Am meisten die Linken.
    Bei der AfD ist es nur ein Begriff um eine Partei zu diffamieren die sich zum eigenen Volk bekennt. Das ist in den Augen der Linken geradezu schrecklich.

    Dass die illegalen Zuwanderer (nichts sonst sind die sogenannten “Asylanten” und “Flüchtlinge”), die zum Großteil auf unsere Kosten hier leben, ihrerseits oft Nationalisten sind und/oder intolerante religöse Fundamentalisten, das sehen diese einfältigen linken Narren natürlich nicht.

    Es wird ihnen ja von Kindheit an Selbstverleugnung, ja geradezu Selbsthass, anerzogen und über ein eigenes Urteilvermögen verfügen sie einfach nicht.
    Ausschließlich dogmatische Emotionalität, so etwas wie einen rationalen Verstand haben die Linken nicht (mehr).
    Und wenn eine wie Wagenknecht gar rationalen Verstand auch noch hat dann wird sie angefeindet. Rationales Denkvermögen ist bei den Linken nämlich streng verboten.

    Und die Medien bestehen wirklich nur noch aus einem Haufen links-linker Spinner.
    Der Spiegel ohnehin, Die Zeit nicht viel besser und selbst die FAZ oder die Süddeutsche, wie sie jetzt schreiben, hätte man in den 90ern noch als realitätsfremde linke Spinner eingeordnet. Das sind sie auch, eine um den Verstand gekommene Nach-68er Generation.

    ARD und ZDF sind ohnehin nur noch vom Volk bezahlte Regierungspropaganda.

  3. Ja, Populismus ist eine rhetorische Taktik und Strategie mit dem Grundtenor: “Wir kennen die Probleme und ihre Lösungen, aber diejenigen, die an der Macht sind, wollen diese Lösungen verhindern, weil sie gegen ihre eigenen Interessen verstossen”
    Und klar gibt es Populismus sowohl rechts als auch links, wobei der linke Populismus in Europa und den USA nie die Chance auf eine Mehrheit oder das Stellen einer Regierung hatte, in Südamerika aber schon.
    Doch Ekkehard Felder ist scheinbar nicht der einzige, der von der Fixierung auf den Rechtspopulismus als Heimatort aller Populismen weggekommen ist. Die Partei die LINKE beispielsweise berichtet darüber, dass sie neuerdings ebenfalls mit dem Populismusvorwurf zu kämpfen hat und schreibt dazu in die LINKE: Populismus: In der Auseinandersetzung aller Parteien mit der Partei DIE LINKE wird populistisch als Schimpfwort gebraucht. Als Etikett, mit dem die Politik der Linken, speziell die rhetorisch besonders auffallenden Fraktionsvorsitzenden Gysi und Lafontaine, als nicht seriös bezeichnet werden soll. „Sie reden ja den Leuten nur nach dem Mund, damit sie gewählt werden – eigentlich denken sie ganz anders“, dieser Gedanke soll bei den Menschen ankommen. Populistisch ist hier ein reines Politik-Modewort – allerdings ein gefährliches. Denn von der Tradition her wurden damit eher Parteien oder Strömungen aus dem rechten Spektrum bezeichnet. Gefährlich ist es, weil es gleichzeitig eine neue Rechts-Links-Gleichsetzung in den Köpfen entstehen lassen soll. Gefährlich auch deshalb, weil die verständliche Darstellung komplizierter Zusammenhänge nicht auf Wahrheit geprüft, sondern nur denunziert wird.

    Diese alltägliche Verwendung des Begriffs ist weit weg von der wissenschaftlichen Diskussion. Dort drehen sich die Auseinandersetzungen um die Frage, ob Populismus mehr ist als ein Politikstil. Und ob damit antisozialistische, volkstümliche Varianten modernen konservativen Denkens bezeichnet werden oder ob es linke und rechte populistische Parteien oder Strömungen gibt.

    Die Partei die LINKE beklagt also genau wie die AfD, der Populismusvorwurf diene nur der Diffamierung ihres Programms und dem Versuch, eine verständlichen Darstellung der Probleme durch die Linke als unseriöse Herangehensweise an die Probleme Deutschlands darzustellen.

    Es könnte natürlich sein, dass der Populismusvorwurf in gewissen Fällen selbst wieder eine populistische Redestrategie ist, etwa in dem Sinne: Wir Nicht-Populisten wissen um die Komplexität der Welt und stehen damit hinter dem Normalbürger, der das ebenfalls weiss, während die Populisten Rattenfänger sind, die Anhänger suchen, welche ihr Denken delegiert haben.

  4. Hat Dr. Webbaer zeitnah zur Kenntnis genommen und kam hier ganz gut an, danke für die Nachfrage hier.

    Was ‘Populismus’ genau ist, hier steckt der Populus und der Ismus drinnen, ist etymologisch klar, gemeint ist allerdings heutzutage in negativer Konnotation besonderes Agitieren der Menge, das nicht gut gemeint ist, sondern zuerst dem Fortkommen des Verwenders oder Redners dient.

    Es ist möglich mit den Begriffen ‘Populismus’ und ‘Elit(ar)ismus’ so zu arbeiten, dass sie in extremer Form jeweils schlecht bis sehr schlecht sind, in moderater Form aber gut.
    Dem Volk aufs Maul zu schauen muss nicht schlecht sein und als Politiker oder gar als Mandatsträger moderat elitär ebenfalls nicht, die Extrema sind halt zu meiden.

    Hierzu noch zwei Zitate aus dem Interview ganz kurz inklusive Ergänzungen von Dr. Webbaer :

    Populistisches Sprechen schürt Angst, grenzt aus und homogenisiert die Vielfalt der Interessen und Ideen. Es erweckt den Eindruck, dass es eine Lösung gebe und damit auch “alles gesagt” sei.

    Extremes ‘populistisches Sprechen’ ist schlecht, es geht aber auch : ‘Elitit(ar)istisches Sprechen schürt Angst, grenzt aus und homogenisiert die Vielfalt der Interessen und Ideen. Es erweckt den Eindruck, dass es eine Lösung gebe und damit auch “alles gesagt” sei.’ – wenn dieses ‘elit(ar)istische Sprechen extrem ist.

    Wenn sich die AfD etwa auf den Willen des Volkes oder den gesunden Menschenverstand beruft, behauptet sie damit, dass man nicht mehr weiter diskutieren muss und beendet damit das Gespräch.

    Nö nö, der ‘Willen des Volkes’ und der ‘gesunde Menschenverstand‘ sind etwas Gutes, einige bringen den gesunden Menschenverstand gerne in die Nähe des gesunden Volksempfindens, das, wie Dr. Webbaer findet, negativ konnotiert werden muss, wenn es mit ‘gesund’ adjektiviert wird.

    MFG + schönes Wochenende schon einmal,
    Dr. Webbaer

  5. Ganz genau, Herr Holzherr :

    Es könnte natürlich sein, dass der Populismusvorwurf in gewissen Fällen selbst wieder eine populistische Redestrategie ist, etwa in dem Sinne: “Wir Nicht-Populisten wissen um die Komplexität der Welt und stehen damit hinter dem Normalbürger, der das ebenfalls weiss, während die Populisten Rattenfänger sind, die Anhänger suchen, welche ihr Denken delegiert haben.” [doppelte Anführungszeichen eingesetzt von Dr. W]

    Sprüche der Art “Es gibt keine einfachen Lösungen!” sollen das Volk oder die Rezipienz vom Mitdenken abhalten, denn die Elite wisse besser.

    Auch bei Joki (“Joci”, “Jokussen”) der Art ‘Wir schaffen das!” oder “Yes, we can!” ist klar, dass Populismus vorliegt, der dumpf ist und insofern potentiell extrem, also dann schlecht wäre.

    MFG
    Dr. Webbaer

  6. @ Ekkehardt Felder und:
    ” Wer dieses Eigentliche und Nicht-Widersprüchliche zu definieren vermag, wird zwar nicht ausdrücklich gesagt, aber impliziert – nämlich der Redner, der sich der populistischen Rhetorik bedient..” (Zitatende)

    Also sind Populisten solche, die
    a)
    – sich wie viele Wissenschaftler, auf ihre EGENTLICHE und von Nichtfachleuten nicht kritisierbare (= nichtwidersprüchliche) Kompetenz einer Elite berufen
    oder
    b)
    -sich als einziges Argument darauf berufen, dass etwas “alternativlos” sei.
    Zum Beispiel (!) : Eine Bundeskanzlerin.
    oder:
    c)
    Alle Gerichte. Die “Im Namen DES VOLKES” Recht oder, wenn es politisch opportun erscheint, auch mal UNrecht sprechen.
    oder:
    d)
    Regierungsverwaltungen, die “nicht stänig verhandeln” wollen und entweder Im Sinne des Volkes (populistisch) oder Im Sinne von Freunden von “Drüben” mal einfach Gerichtsentscheidungen im namen “des Volkes” (wieder anders ” populistisch”) ignorieren und
    e)
    Presseorgane und sonstige Medien, die populistisch ignorieren, dass solches Regierungshandeln eigentlich ein Putsch gegen die in der Verfassung verankerten Grundlagen liberaler Demokratie ist. Aber weil wir ja nicht die Türkei , Russland , China, Korea, … sind, sondern EIGENTLICH in einer (Eigentlichkeits-) Demokratie befinden,
    es keineswegs populistisch finden, so zu tun, als sei eigentlich ja trotzdem alles in Ordnung.

    Und
    f)
    Es wäreja sowas von fast schon meta-populistisch, wenn ich die These aufstellen würde, dass die Einführung des Populismus- Scheinarguments eigentlich nur dazu dient(e) einen politischen Gegner (rhetorisch) diskreditieren zu können, ohne allzu viele Argumente anführen zu müssen.

  7. Und im Übrigen ist ja nicht mit einer reinen Begriffsdefinition schon alles geklärt. (Außer vielleicht bei populistischer Politik). (-:
    Das ist erst die andere Hälfte der Miete.
    Denn das Wesentliche ist, kritisch zu analysieren inwieweit politische Äußerungen oder Programma im Eizelnen jeweils die Kriterien tatsächlich erfüllen, die die jeweilige (Populismus-) Definition velangt.
    Denn behaupten kann man viel.

  8. Und ach ja, nochwas populistisches:
    Ein anderer Blockherr hier auf scilogs sperrt mich offenbar selektiv von seiner Kommentarfunktion aus. Vermutlich weil er mich wegen kritischer Kommentare entweder für linkspopulistisch oder für rechtspopulistisch hält. Oder gar für beides.
    Offenbar hält er sein Verhaltens für un- populistisch.

    Da mir das aber nicht gefällt, bezeichne (zumindest ICH ) ihn fürderhin als Populist.

    Weil das halt so üblich ist, wenn man jemendem an den Karren fahren will. Denn vielleicht macht das dann diesen Populisten (von Regierungs -Gnaden und in Regierungs- Diensten) etwas weniger populär.
    Aber ob das dann wirklich funktioniert bei den vielen Populisten in der farblich etwas diffusen Landesregierung mit dem religiös populistischen Ministerpräsidenten? Oder gar in des Populisten Partei der (sogenannt) christlichen Demokraten?
    Na, ich weiß nicht so recht. Dazu ist er dort vielleicht doch schon zu populär.

    Und was macht unsereins? Er macht sich unpopulär, weil er hier sinnlos seine Zeit vergeudet und nicht besser im Garten arbeitet oder mit dem Staubsauger hantiert.

  9. Über Populismus diskutieren ist so … wie z.B. Religionswissenschaft – Populismus gehört zur unwahrheitlichen Konfusion des “freiheitlichen” Wettbewerbs um …, sowie Religionswissenschaft offenbar nur den Populisten dieser Unart des “Zusammenlebens” dient.

    Wer die zeitgeistliche Bildung aufsaugt und im Regularium des Wettbewerbs gebraucht, ist ein Populist! 😎

  10. Die populistische Redestrategie ist eine Wette darauf, dass es viele Bürger und Wähler gibt, die sich angesprochen fühlen, weil sie gleich denken oder bereit sind gleich zu denken wie der populistische Agitator. Typischerweise gehören die Wutbürger zu diesem Kreis, gerade auch wenn die Wutbürger noch nicht ihre eigene Sprache gefunden haben und nun fasziniert hören, wie der populistische Agitator ihrer Wut eine Sprache schafft und er zugleich die alten Autoritäten in den Senkel stellt oder gar frech verhöhnt. Populismus hat deshalb nicht etwa bei denen den meisten Erfolg, die über gesunden Menschenverstand verfügen – obwohl der Populist behaupet, diese seien seine Zielgruppe – sondern bei den Unzufriedenen. In Italien – aber auch anderswo – gibt es heute viele Unzufriedene und darum haben die Populisten dort nun überdurschnottlichen Erfolg.

  11. @ Markweger und Herr Holzherr:

    Dann wäre Populismus eigentlich ja sowas wie das “Salz der Demokratie” und für Leute, die Geschmack an der Demokratie finden nachgerade unverzichtbar.
    Einverstanden? Nein? Dann seid ihr halt eigentlich keine wahren Demokraten. Sondern nur solche, die sich (rhetorisch) dafür ausgeben: Also linke oder rechte Populisten.
    Nein, Populisten der alternativlosen Mitte. Aber die sind die Schlimmsten. Dass ich mich mit so was überhaupt abgebe !

  12. Populismus hat deshalb nicht etwa bei denen den meisten Erfolg, die über gesunden Menschenverstand verfügen – obwohl der Populist behaup[t]et, diese seien seine Zielgruppe – sondern bei den Unzufriedenen. [Herr Holzherr]

    Überall Populisten (in negativer Konnotation sozusagen), außer in Doitschland (und Frankreich)?
    Selbstverständlich sind im Politischen auch Unzufriedene, sogar unverständig erscheinende, zu adressieren, um sie im Diskurs zu halten, insofern war die AfD auch dringend notwendig, als Stärkung der liberalen bundesdeutschen Demokratie.
    Die bundesdeutsche Legislaturperiode 2013 bis 2017 war von einer bedrückenden Einheitlichkeit der im Bundestag vertretenen politischen Parteien geprägt, die in wichtigen politischen Fragen (u.a. i.p. Euro(-Rettung), “Energiewende” und antiselektive und mengenmäßig unbegrenzte Immigration) einer Meinung waren.

    Dr. Webbaer ist selbstverständlich ebenfalls gegen den hier gemeinten bösen Populismus (so wie er auch gegen bösen Elit(ar)ismus ist).

    Es macht dennoch womöglich Sinn auf den Populismus-Vorhalt zu verzichten, er wird u.a. auch langweilig.

    MFG
    Dr. Webbaer

  13. @ Kommentatorenkollege ‘Markweger’ :

    Politisch linker Populismus wird womöglich in der BRD absichtlich verkannt.
    Von außen betrachtet, aus dem Ausland, leuchtet er dagegen regelrecht auf.
    Dort kam auch so etwas, das als populistisch wie rassistisch eingeschätzt worden ist und auf ganz Europa bezogen war, einer als honorig geltenden Person nicht gut an :

    -> http://www.faz.net/aktuell/politik/wolfgang-schaeuble-abschottung-wuerde-europa-in-inzucht-degenerieren-lassen-14275838.html

    Dennoch bleibt Dr. Webbaer beim Rat den Populismus-Vorhalt einstweilen zu Hause zu lassen.

    MFG
    Dr. Webbaer

  14. Populisten suchen immer einen / den Sündenbock / sind stumpf-, blöd- und wahnsinnige Surfer auf dem / im Zeitgeist der undemokratischen Realität des imperialistischen Faschismus!

  15. “strukturelle Dialogizität” – Die Struktur des “Tanzes um den heißen Brei”!?

    Bei den “linken” Populisten fehlt mir allerdings die unkorrumpierbare Struktur des Veränderungswillens, was sie dann vom Populismus befreit.

  16. Wie gesagt, in Wirklichkeit ist jede Partei mehr oder weniger “populistisch”.
    Der eine Politiker mehr der andere weniger. Da braucht man sich nur die Wahlkampfreden anzuhören. “Populismus” von ganz links bis ganz rechts.
    Es heißt übrigens “WahlKampf”, nicht unbedingt Zufall dass sich ein deraret deutliches Wort durchgesetzt hat.

    Der einzige Grund dass das Wort “Populismus” aufgekommen ist liegt darin dass in Deutschland die große Mehrheit Nach 68er Linke sind, selbst bei den Schwarzen.
    Und jetzt brauchen sie halt irgend eine Keule gegen die Rechten und da ist doch Populismus eine schönes Wort.
    In Wirklichkeit besteht bei den Roten und Grünen und bei den Schwarzen auch weit mehr Populismus als bei der AfD.
    Aber man braucht halt eine Keule wenn man keine Argumente hat.

  17. @Markweger (Zitat):Paßt eigentlich ganz gut auf linken Populismus, die Beschreibung
    Italien hat 2 populistische Bewegungen: Lega Nord, stark rechts und 5 Stelle, mit Forderungen wie den bedingungslosen Grundeinkommen, welches eindeutig links beheimatet ist. Beide agieren populistisch, also mit Rhetorik anstatt mit durchdachten Lösungen. Lechts und Rinks, die kann man doch gar nicht velwechsern?

  18. Ekkehard Felders „strukturelle Dialogizität„ oder Habermas „kommunikatives Handeln“ ist in der Politik selten zu finden, dabei wäre sie in einem grundsätzlich funktionierendem Staatssystem die richtige Art miteinander umzugehen. Leider ist der Dialog den meisten zu langweilig oder sie halten die anderen für nicht dialogfähig und suchen die Abgrenzung oder/und den Kampf.

  19. @Markweger

    Die 68er sind Pop-Kultur, aber links, nee 😊 Denn wenn sie links in diesem Sinne wären, würden sie VERSTAATLICHUNG und APO rufen, bei den Problemen in Industrie, Politik, Umwelt und Landwirtschaft!!! 😎

  20. @ Kommentatorenkollege Herr Holzherr :

    Ekkehard Felders „strukturelle Dialogizität„ oder Habermas „kommunikatives Handeln“ ist in der Politik selten zu finden, dabei wäre sie in einem grundsätzlich funktionierendem Staatssystem die richtige Art miteinander umzugehen.

    Ganz im Gegenteil, die liberale Demokratie funktioniert noch, sogar sehr zuverlässig, wie einige meinen, auch wenn sich zuletzt etliche Mängel aufgetan haben, die letztlich der Konformität zuzuweisen sind, Kollektivisten wollen ja Konformität, vgl. auch mit der oft beworbenen Solidarität, die nichts anderes meint.

    Offener, auch kontrovers, auch aggressiv vorgetragener, Diskurs ist der liberalen Demokratie eigen, er ist unverzichtbar.
    Sofern der demokratisch dafür vorgesehene Rahmen eingehalten wird und nicht etwa gewalttätig geworden wird, vgl. auch mit sog. Antifaschisten oder mit dem Zustand der liberalen Demokratie im Deutschen Reich bis 1933.
    Solange sich die Leutz gegenseitig politisch belästigen, sich keine Steine an die Köpfe werfen, ist alles OK.
    Vgl. auch mit diesem Nachsatz von Ihnen – ‘Leider ist der Dialog den meisten zu langweilig oder sie halten die anderen für nicht dialogfähig und suchen die Abgrenzung oder/und den Kampf.’ – ‘Abgrenzung’, ‘Kampf’, die Unterstellung mangelnder ‘Dialogfähigkeit’ etc. gehen, solange all dies eben im gesellschaftlich dafür vorgesehenen Rahmen geschieht.

    Solange noch und nur gequatscht wird, vgl. auch mit der hier, im WebLog-Artikel beworbenen, ‘strukturellen Dialogizität’, geht alles sozusagen seinen guten Weg.

    Solange nur gequatscht wird, Dr. W geht davon aus, dass dies alsbaldig nicht mehr der Fall sein wird, in der BRD, insbes. wegen ungünstiger und nicht gesteuerter Immigration,
    MFG
    Dr. Webbaer (ders dann abär zuvor “gesacht gehabt hat” – sich wegen die Prädiktion auch gerne herabsetzen lässt)

  21. Die 68er stehen für alle möglichen Schwachsinn.
    Familien abschaffen.
    Völker und Nationalität abschaffen.
    Wir brauchen kein Heer.
    Die beiden Geschlechter muss man auch abschaffen.
    Jeder Schwachsinn ist Kunst, wenn nur jemand behauptet dass er Künstler ist.
    Und jede Menge weiterer Schwachsinn.
    Einfach das Kippen von allem und jeden ins Gegenteil.
    Nicht dass nicht Korrekturen notwendig waren, aber dazu wäre Verstand notwendig gewesen. Um einfach alles auf den Kopf zu stellen ist Verstand nicht notwendig.

    Gilt übrigens auch für den Kommunismus.
    Korrekturen, insbesondere im Sozialwesen wären schon mehr als gerechtfertigt gewesen.
    Nur Marx hat einfach eine dogmatische Ideologie betrieben die aus Prinzip alles und jedes auf den Kopf stellt. Intelligenter war er einfach nicht.

  22. @Markweger: Die 68-Jugendbewegung kann man nicht mit dem Marx’schen und Leninschen Kommunismus vergleichen, denn die 68-Bewegung war vor allem ein Aufstand gegen die ungeschriebenen, aber recht starren Regeln der damaligen Gesellschaft. Es ging um Befreiung vom “jahrhundertealten Muff unter den Talaren” (68er waren vor allem Studenten).
    Viele 68er-Ideen waren vollkommen unausgegoren, doch im Schlepptau der 68er Revolte entstand dann auch ein politischer Arm. Dieser suchte und fand tatsächlich Vorbilder in realsozialistischen Ländern, deren Realsozialismus sie aber gar nicht kanntem. Sie sahen nur die Versprechungen dieser Modelle. Die Ironie ist ja, dass die antikapitalistischen 68er selbst Opfer von Propaganda wurden.

    Überhaupt ist Politik bis heute zum grossen Teil Propaganda.

  23. “Es war seit jeher den Epigonen vorbehalten, befruchtende Hypothesen des Meisters in starres Dogma zu verwandeln und satte Beruhigung zu finden, wo ein bahnbrechender Geist schöpferische Zweifel empfand.” Rosa Luxemburg

    Das Dogma entwickelt sich dort, wo Angst, Gewalt und “Individualbewusstsein” den Verstand von zweifelsfrei-eindeutiger Vernunftbegabung …

  24. @Holzherr

    Die Ideen des 89er “Wendevolkes” waren auch noch nicht ausgegoren, als der politische Arm der Wohlstands- und Gewohnheitsmenschen den neuen und nun freiheitlichen Keim des Sozialismus zerdrückte 😉

    Aus eben der gleichen KommunikationsUNfähigkeit konnte aus dem “arabischen Frühling” nichts entstehen.

  25. @ Kommentatorenkollege Herr Holzherr :

    Die 68-Jugendbewegung kann man nicht mit dem Marx’schen und Leninschen Kommunismus vergleichen, denn die 68-Bewegung war vor allem ein Aufstand gegen die ungeschriebenen, aber recht starren Regeln der damaligen Gesellschaft. Es ging um Befreiung vom “jahrhundertealten Muff unter den Talaren” (68er waren vor allem Studenten).

    Dies ist sicherlich vom primären WebLog-Inhalt des werten Herrn Dr. Felder “ein wenig” weggehend, allerdings will Dr. Webbaer, der bereits seinerzeit vorkam, hier doch gerne korrigieren und die 68er-Bewegung als weitgehend verteilt i.p. Marxismus-Leninismus (der ML ist i.p. Roter Terror intrinsisch verbrecherisch, hier gerne mal selbst recherchieren), Stalinismus (! – nicht unbreit vertreten seinerzeit, auch in der BRD, die Kulmination des Bolschewismus sozusagen), Trotzkismus und Maoismus, hier bleibt das permanente Kulturrevolutionäre gemeint, das in Fern-Ost Millionen Menschenleben kostete, und in nonkonformen Sozialismus machte, manchmal an Tito orientiert, manchmal Euro-Kommunismus genannt, verstanden sehen.

    Insgesamt also in sittlich niedrig Stehendes machend, hier muss nichts verniedlicht werden, auch Rudi, seinerzeit einer der eher besseren Kräfte, wie Dr. Webbaer findet, konnte bspw. auch so :

    -> https://www.dw.com/de/holger-der-kampf-geht-weiter/a-16337459 (‘Holger, der Kampf geht weiter!’)

    Diese kollektivistische sittliche Niedrigkeit, insbesondere auch bei frühen 68ern klar verlautbart, allerdings hat der (liberale) Schreiber dieser Zeilen bis ca. 1989 derartige direkt verbrecherische politische Sichten vernommen, auch wenn sie seit ca. 1980 abschwächten, sollte wirklich nicht verniedlicht werden.
    Es lag keine Truppe vor, die nur mal so kulturell durchputzen wollte, wogegen kaum etwas zu sagen wäre.

    Schwierig, wie alt sind Sie, Herr Holzherr?
    Dies nicht aus pers. Interesse an Ihrer Person angefragt, sondern in dem Sinne, Ihnen bestmöglich Hilfe und Orientierung bieten zu können, im Zeitmaßstab.

    MFG + schönes Wochenende schon einmal,
    Dr. Webbaer

  26. Aber jetzt mal zu etwas gans Anderem, das mich fast etwas beunruhigt:

    Ich bin geradezu “baff” (Falls das heute noch jemand versteht):
    Dr . Webbaer vermag es ja , wenn auch unter nicht unerheblichen Mühen, mal in etwas weniger hegelianischem Klarsprech zu formulieren. Wie das denn? Oder Warum das denn? Plötzliche Wesensveränderungen geben Anlass zur Sorge bezüglich progressiv altersbedingt forschreitender Klarsichtigkeit. Ich wünsche weitere Besserung.

    (Ich weiß. War wieder etwas bös. Aber so bin ich halt manchmal. Das ist der Einfluss anderer Web- Foren. Aber man darf sich ja revanchieren)

  27. @ Martin Holzherr und:
    ” …Viele 68er-Ideen waren vollkommen unausgegoren, doch im Schlepptau der 68er Revolte entstand dann auch ein politischer Arm. Dieser suchte und fand tatsächlich Vorbilder in realsozialistischen Ländern, deren Realsozialismus sie aber gar nicht kanntem. Sie sahen nur die Versprechungen dieser Modelle. Die Ironie ist ja, dass die antikapitalistischen 68er selbst Opfer von Propaganda wurden.

    Überhaupt ist Politik bis heute zum grossen Teil Propaganda….” (Zitatende)

    Gegen den letzten Satz habe ich nichts . Aber das obendran ist mir zu pauschal. Aus heutiger Sicht hat sich zum Beispiel die (damalige) Kritik des Vietnamkrieges als absolut realistisch herausgestellt. Sogar im heutigen Mainsteam- TV hört man allenthalben die damaligen amerikanischen Hardliner -Kriegs- Falken (jetzt als Pensionisten und kurz vor dem Ableben) halbreuig Krokodilstränen weinen.
    Während wieder andere heute stolz verkünden dass die Kritiker zwar damals sachlich nicht falsch lagen, dass alles damals aber trotzdem zum Wohle von “Gods own Nation” trotzdem nötig gewesen sei. Und man hätte damals ja nicht wissen können, dass die kleinen fiesen Untermenschen dort gar nicht wirklich vor hatten , dominoartig die Welt zu erobern. Und dass sie vielleicht nur von den amerikanischen Herrenmanschen in Ruhe gelassen weden wollten.
    Na ja, das Letzte ist aber vielleicht halt alles nur rein kommunistische Propaganda.
    Aber darüber haben sich damalige Achtundsechziger schon auch so ihre Gedanken gemacht.
    Und wer manche dann wirklich auf die Gewaltspur gebracht hat, wird “Die Geschichte” hoffentlich auch noch an den Tag bringen. Mir jedenfalls kamen manche damalige Verbalradikalinskis damals schon eher verdächtig vor.( Orginalton: ” Wer geht mit, Bullen klatschen?” )
    Ich wette, so manche “radikale Idee” damals kam “von Außen”.
    Und ich wette, das wird mal in den Geschichtsbüchern stehen, wenn die behördlich verordneten Wegschließfristen interner Dokumente der diversen “Dienste” abgelaufen sind .
    (Wie schon jetzt teilweise in USA wegen eines Informationsfreiheits- Gesetzes)
    Oder wenn Menschenmassen während “friedicher Revolutionen” irgendwo wieder mal “Rosenstolz- Akten” nicht (mehr) finden, nachdem sie Archive gestürmt haben.

    Aber das alles wird dann vielleicht kein Schwein mehr wirklich interessieren, weil inzwischen schon viele weitere neuere Schweinerein immer noch am Laufen sind.

    Ich weiß:
    Ich bin Pessimist und POPULISTISCHER Verschwörungstheoretiker.
    Aber das kommt nicht von ungefähr.

  28. Kontrastprogramm:

    Frau Kador bei t-online:
    Eine bürgerlich -elitaristische Voksverächterin betreibt antipopulistische Publikumsbeschimpfung

    Textauzüge:
    “…….Denn in freien oder teilweise freien Demokratien kann das Volk ein fürchterlicher Despot sein, das seine hässliche Fratze in der Vergangenheit schon öfters gezeigt hat…..”

    “…..Das Volk ist launisch, unbesonnen, leichtgläubig und verführbar. Mit Lüge, Simplifizierung, Emotionalisierungen und anderen Werkzeugen öffentlicher Manipulation lässt es sich aus lauter Denkfaulheit und Bequemlichkeit mitunter wie ein abgerichtetes Tier auf den dunklen Pfad führen und erkennt sein Schicksal erst dann, wenn es zu spät ist. Siehe Türkei. Siehe USA. Siehe Brexit…”

    Quelle:
    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_84296992/lamya-kaddor-zum-fall-sami-a-rettet-den-rechtstaat-.html

    Zum Glück gibt es oberhalb des dooofen Volkes noch eine Kaste der absolut aufgeklärt Wissenden, die von allen intellektuellen Lastern völlig frei sind und alle da unten ins gelobte Land der “Elitedemokratie” (Widerspruch?) führen.

  29. Überhaupt ist Politik bis heute zum grossen Teil Propaganda. [Herr Holzherr]

    Das kam hier auch nicht so-o gut an, die liberale Demokratie funktioniert ja deutlich besser als Gesellschaftssysteme, in denen sozusagen jede Auskunft, jede Statistik falsch ist, auch die Idee mit der Presse als sozusagen Vierte Macht muss nicht schlecht sein, solange sie funktioniert und auch die Interessen der Käufer und Wähler angemessen bedient. (Genau hier scheint sich in den letzten Jahren etwas geändert zu haben, die Gegnerschaft oder gar Feindschaft zwischen Donald J. Trump und weiten Teilen der Presse ist nicht leicht zu erklären, womöglich drängen Inhaber (! – gemeint sind auch global, sozusagen globalistisch tätige Unternehmen) der Presse auf bestimmte Tendenz und wollen die Rezipienz mittlerweile zuvörderst schulen.)

    MFG + guten Morgen!
    Dr. Webbaer

  30. Bonuskommentar zum ersten Absatz der dankenswerterweise bereit gestellten WebLog-Nachricht :

    „An bestimmten Redestrategien!“. Populismus ist im Kern unpolitisch, wie ich bereits in meinem Blogbeitrag vom Februar 2018 gezeigt habe (…)

    Zustimmung, fast, ginge auch ‘Redetaktik’?

    Wer seinen Blick über Deutschlands Grenzen hinwegschweifen lässt, sieht sogleich, dass auch in anderen Ländern populistische Rhetorik zugenommen ha[t].

    Diese Aussage ist ein wenig vereinnahmend, Dr. Webbaer scannt sozusagen die Medienlage vieler liberaler Demokratien und was genau ‘populistische Rhetorik’ ist, liegt im Auge des Beobachters, der so nicht verallgemeinern muss, wie zitiert.
    In der BRD hat Frau Dr. Angela Dorothea in den letzten 13 Jahren bestimmte Standards gesetzt, die sich vor allem in “rhetorischer Talentbefreitheit” auszeichnen, wie Dr. Webbaer, der gelegentlich Transkripte erzeugt, findet, wenn diese Dame frei reden muss. [1]

    Sie hat mit Aussagen der Art, was i.E. zu Deutschland gehört (das Adverb fehlte irgendwie, also wie etwas zu D gehört), was “wir” schaffen und wer angeblich i.E. böse sein soll, wirklich geneuert, wie Dr. Webbaer findet, der so etwas in der doch sehr demokratisch seriösen BRD nicht erwartet hätte.
    Aber betreibt Frau Dr. Merkel Populismus oder kann sie nicht besser?

    MFG
    Wb

    [1]
    ‘Sie haben heute Horst Seehofer zum Geburtstag gratuliert, das gehört sich auch so, aber viele in diesem Land fragen sich, warum schmeißen Sie den Mann nicht einfach raus?’ [Fragesteller]
    ‘Also erstmal hab ich in der Tat zum Geburtstag gratuliert und zweitens haben wir in der Sache einen Streit gehabt und für die Frage, was ist, wie arbeitet man in einer Regierung zusammen, ist glücklicherweise Vorsorge getroffen, die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes haben das alles ordentlich geregelt, damit eine Regierung handlungsfähig ist, und das bedeutet, dass die Bundeskanzlerin die Richtlinien der Politik vorgibt und dafür auch Verantwortung trägt, und dass innerhalb dieser Richtlinien die Bundesminister ihren Geschäftsbereich selbstständig und natürlich in eigener Verantwortung regeln, und wenn es um Fragen geht, die eben richtlinien-relevant sind – und das denk ich mir ja nicht aus, das ist der Koalitionsvertrag, das sind bestimmte Grundsätze, in diesem Fall, dass man nicht einseitig handelt, nicht unabgestimmt und nicht zu Lasten Dritter, dann muss darüber eben, dann muss das innerhalb dieser Richtlinien sein – und deshalb ist es ganz einfach, entscheidungs-relevant ist einzig und allein, ob wir gemeinsam innerhalb dieser Richtlinien arbeiten, das tun wir, und deshalb ist Horst Seehofer Bundesinnenminister.’ [Frau Dr. Merkel – Quelle]
    (Statements dieser Qualität kommen bei Frau Dr. Merkel regelmäßig vor.)

  31. @Dr. W
    Grandios, Dr. W. ! Fast wieder ganz der Alte.
    Und jetzt ich:
    Bei meiner eingeschränkten Aufmerksamkeitsspanne wegen etwas unterdurchschnittlichem Kurzzeitgedächtnis muss ich nach Erreichen des Satzendes wieder von vorne anfangen, um dem Sinn dessen was mir der Dr. sagen will hinterherzuhecheln, und um dann nach Beendigung des dritten Zyklus erschöpft zur Erkenntnis zu gelangen , dass es da vielleicht gar nicht so viel zu erkennen gibt, das es wert wäre, bis zur Erschöpfung sich in immer weiteren Lesezyklen zu verausgaben und dann letztendlich doch der deprimierenden Erkenntnis raum geben zu müssen, dass es besser gewesen wäre, wenn ich erst gar nicht mit dem Lesen von Dr. Webbaers Formulierungskünsten angefangen hätte.
    Alles klar? Neee? Na gut, dann nochmal von vorne………………………………………..

    (Na ja, nicht ganz so elegant wie der Dr., kommentiert, aber ich glaube, man weiß schon, was ich meine. Und wenn nicht, fängt man halt einfach wieder von vorne an mit dem Lesen.)

  32. „Strukturelle Dialogizität“ oder „kommunikatives Handeln“ bedeutet Politik, Reformen, Gesetze untereinander auszuhandeln. Wer das gesamte System in Frage stellt, der ist natürlich nicht dazu bereit und Populisten stellen typischerweise das ganze System in Frage. Das tun allerdings auch viele linksorientierte – ohne dass sie deswegen schon Populisten wären. Der Unterschied ist folgender: Der Populist wendet sich ans Volk und gibt vor sein Sprecher zu sein und er behauptet, wenn er gewählt werde, komme wieder das Volk an die Regierung und das Volk werde dann von den volksfremden herrschenden Eliten befreit. Rechtspopulisten vor allem wollen dann häufig direktdemokratische Elemente einführen um das Volk mitbestimmen zu lassen. Kritiker des Populismus kritisieren dann nicht selten nicht nur den Populismus, sondern auch direktdemokratische Elemente überhaupt, meist unter Verweis auf die Inkompetenz oder gar Dummheit des Volkes. Diese Einstellung übersieht aber, dass 1) Populisten oft nur dann direktdemokratischen Entscheidungen zustimmen, wenn es Ihnen in den Kram passt und 2) dass “Strukturelle Dialogizität“ eigentlich für Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bevölkerung spricht.
    In einer dialogorientierten Demokratie sollten alle partizipieren können und das auch und gerade bei vitalen Entscheidungen. Die Bevölkerung ist im Durschnitt nicht weniger kompetent als Lobbyisten und Politiker es sind, vor allem wenn es eben um ihre eigene Interessen und nicht die der Wirtschaft (Lobbyisten) oder der Parteipolitiker geht. Allerdings ist das Volk stärker durch Propaganda und Affektbewirtschaftung beeinflussbar, aber eine dialogorientierte Demokratie sollte eben Propaganda in Schranken weisen.

  33. „Strukturelle Dialogizität“ oder „kommunikatives Handeln“ bedeutet Politik, Reformen, Gesetze untereinander auszuhandeln. Wer das gesamte System in Frage stellt, der ist natürlich nicht dazu bereit und Populisten stellen typischerweise das ganze System in Frage.

    ‘Strukturelle Dialogizität’ meint aus Sicht des Schreiber dieser Zeilen, durchaus im Sinne von Habermas mit seiner Diskurstheorie (einer der wenigen Punkte, bei denen Dr. W Habermas zustimmt, dies nur ganz am Rande notiert), dass in einem gesellschaftlich dafür vorgesehenen Rahmen, üblicherweise ist hier die liberale Demokratie mit ihrer weitgehenden Freiheit der Meinungsäußerung gemeint, die für die liberale Demokratie zentral ist, die Demokratie weiterentwickelt wird, gerne auch nach harter innerer Auseinandersetzung, die stets friedlich zu bleiben hat.

    ‘Populist’ wie ‘Elit(ar)ist’ stehen nicht zwingend gegen das Gesamtsystem, gegen das gesamte politische Vorhaben, sondern in der Regel akzeptieren sie dieses, schlicht.
    Radikale, extreme und extremistische (das sind die, die gegen das Gesellschaftssystem kämpfen, auch Gewalt anwenden – so zumindest die (einstmals?) von bundesdeutschen “Diensten” genutzte Definition) Gegner der liberalen Demokratie akzeptieren es nicht.

    Es macht Sinn Populisten und Elit(ar)isten nicht zu unterstellen, dass sie wegen übertriebener, teils auch nur angeblicher Volksverbundenheit oder eben wegen übertriebenem Vertrauen in eigene Fähigkeit gegen das Gesellschaftssystem sind, vgl. mit ‘Populisten stellen typischerweise das ganze System in Frage’.
    Auch um den gesellschaftlichen Frieden bestmöglich zu wahren.

    MFG
    Dr. Webbaer

  34. @ Kommentatorenkollege ‘little Louis’ :

    Bei meiner eingeschränkten Aufmerksamkeitsspanne wegen etwas unterdurchschnittlichem Kurzzeitgedächtnis muss ich nach Erreichen des Satzendes wieder von vorne anfangen, um dem Sinn dessen was mir der Dr. sagen will hinterherzuhecheln, und um dann nach Beendigung des dritten Zyklus erschöpft zur Erkenntnis zu gelangen , dass es da vielleicht gar nicht so viel zu erkennen gibt, das es wert wäre, bis zur Erschöpfung sich in immer weiteren Lesezyklen zu verausgaben und dann letztendlich doch der deprimierenden Erkenntnis raum geben zu müssen, dass es besser gewesen wäre, wenn ich erst gar nicht mit dem Lesen von Dr. Webbaers Formulierungskünsten angefangen hätte.

    Wer in der Lage ist derartig sinnhaft längere Sätze zu formulieren, müsste auch Dr. Webbaer gelegentlich bis fortlaufend folgen können.
    Finden’S net?

    MFG
    Dr. Webbaer (der jetzt sprachlich auch nicht so-o der “Bringer” ist, womöglich zudem aus einem gewissen Sadismus heraus komplexe Sätze bildet, auch etwas gegen die sog. Einfache Sprache hat)

  35. @ Dr. Webbaer und zu:
    ” Finden’S net?”
    Doch.
    Irgendwie doch auch schon . Ich gehe in mich. Denn womöglich isss´es es nur der pure Neid.

  36. PS @ ‘little Louis’ :
    Versuchen Sie vielleicht einmal längere Sätze des Webbaeren mit denen unserer Frau Dr. Angela Dorothea Merkel (ein kleines Transcriptum steht weiter oben in dieser Kommentarik bereit) zu vergleichen, vielleicht sehen Sie den Unterschied?!

  37. @ Dr. W.
    Ist das vielleicht ein ganz hinterlistiger Versuch, mich hier öffentlich zu merkelscher Literatur zu verführen?? Nee, so naiv bin ich nicht. Wenn überhaupt ich so was je täte, dann aber nur heimlich und völlig anonymisiert im Darknet.
    Ich mach mich doch nicht erpressbar.

  38. @ Kommentatorenfreund ‘little Louis’ :

    Glauben Sie Dr. Webbaer einfach und wenn auch nicht, oder wenn doch, also ganz unabhängig von diesbezüglichem Glauben, werden Sie in die liberale Demokratie finden, womöglich auch : zurückfinden dürfen.

    Insbesondere auch besondere Zweifler dürfen die Schönheit der aufklärerischen Demokratie erkennen und schätzen (lernen).

    Sie scheinen ja recht pfiffig zu sein,
    MFG + schönen Tag des Herrn noch,
    Dr. Webbaer

  39. @ Dr.W

    Zur Ihrer Aufklärung:
    1.
    Hat Merkel was mit “linksliberal” zu tun??
    Jetzt weiß ich endlich , warum die halbe CSU und die ganze AFD bei diesem Namen mit Aufwallungen reagiert.

    2.
    Linksliberalität ist eventuell eine (!) nötige Basis für eine wirklich dem Humanismus verpflichtete Politik. Von dieser Basis bin ich mal aufgebrochen.
    Zur Vollendung einer solchen brauchts aber noch a bisserl mehr.

    3.
    Haben Sie Mut zu mehr und bleiben Sie nicht auf halbem Wege sitzen.

    Stehen Sie endlich auf ! (-; (-:

    4.
    Bin etwas musikalisch, kann aber kaum Noten lesen. Aber pfeifen kann ich in der Tat.

    Sie scheinen ebenfalls recht pfiffig zu sein. Obwohl, wie der Zweifler ja so weiß, der Schein gelegentlich auch mal trügen kann. (-:

    MFG + schönen Tag des Herrn noch!

    L.L.

  40. Der Webbaer ist ja auch ein Outlaw, “gedisst” bis schikaniert bis zensur(ir)iert von einigen Inhaltegebern, kann sich also auch in womöglich abwegig erscheinende Seele hineinversetzen.
    Der Webbaer steht im Rahmen aufklärerisch-gesellschaftlicher Systeme manchmal ein wenig auf, weiß womöglich auch Sie i.p. Liberalismus zurückzuführen, auf diese Systeme.

    Oder um dem werten hiesigen Inhaltegeber zumindest teilweise zuzustimmen,
    Dr. W wird die dbzgl. Kommunikation nicht vertiefen.
    MFG
    Dr. Webbbaer

  41. Weil ich bei Herrn Blume vermutlich immer noch nicht wieder mitspielen darf (Ich glaub, er hat mich aus seinem Sandkasten verbannt) –
    – schreib ich Ihnen jetzt schnell hier, bevor ich mich ganz dem audivisionellen Mainstream hingebe:

    @ Dr. W. und zu:

    “Das Gefühl, die Gefühligkeit darf nie gegen die Ratio gewinnen, so mag Bubis’ Gedanke gewesen sein…” (Zitatende)

    Meines Erachtens geht es weniger um Affekte (oder gar Affekthascherei) sondern vor allem um etwas, das man mit “Intellektuelle Redlichkeit” umschreiben könnte.

    Denn Diskurse sind das Salz der Demokratie. Allerdings nur bei redlichen Absichten und redlichen Methoden.
    Denn propagandistische Rabulistik vergiftet jeden redliche Diskurs. Und damit letzendlich auch “Demokratie”
    (Ich weiß – ein großes Wort und nicht so leicht zu erreichendes Ideal) 🙂

  42. Redlichkeit und Wahrhaftigkeit werden im gemeinten öffentlichen Diskurs nicht unbedingt benötigt, es bringt auch nicht viel darüber nachzudenken, ob der eine oder andere, der sozusagen im Bunker (oder Sandkasten) sitzt, redlich oder wahrhaftig ist, es kann schlecht hineingeschaut werden und Psychologisierungen aus der Ferne verbieten sich.
    Solange der Austausch von Gedanken möglich ist, ist dies gut.

    Sie sind ganz OK, smart sozusagen, Kommentatorenfreund ‘little Louis’, wie Dr. Webbaer findet, achten Sie vielleicht ein wenig mehr, noch mehr sozusagen, auf die Rechtschreibung.
    Sprache und Schrift sollten bestmöglich bewusst verhunzt werden.
    >:->

    MFG
    Wb

  43. Gerade passend : ‘Truth isn’t truth’, haha :
    -> https://edition.cnn.com/videos/cnnmoney/2018/08/19/giuliani-truth-isnt-truth-nbc-rs-vpx.cnn

    MFG
    Dr. Webbaer (der schon mit den alternativen Fakten gut konnte, es geht ja sozial darum seine Sichten bereit zu stellen, wie zu verteidigen, mehr zu behaupten ginge in Richtung Heuchelei, Merksatz : Wer ‘Wahrheit’ sagt, will lügen!)

    PS:
    Eine besondere Übereinstimmung mit dem Hause Trump soll so nicht angedeutet werden, Dr. W würde bspw. seine Gegner auch nicht als ‘Dogs’ oder ‘Rats’ bezeichnen.

  44. @ Dr. W.
    ‘Dogs’ oder ‘Rats’ hätte sich L.L. auch vebeten. Denn Dr Webbaer ist auch so schon schlimm genug.

    Denn:

    1. Dr.W. ist ein Zyniker: Merksatz : Wer ‘Wahrheit’ sagt, will lügen!)
    2. Dr. W. ist mindestens zweideutig (Die Attributierung “zwielichtig” wüde L.L. natürlich wg. Unkenntnis der Belichtungsverhätnisse im Umfeld von Dr W. niemals ernsthaft in Betracht ziehen). Warum mehrdeutig? Weil Dr W. wohlweislich nicht behauptet, die Wahrheit zu sagen.. Er lügt also nicht. Aber vielleicht sagt er auch nicht die Wahrheit!
    usw. usw. ……………………………………

    3. Dr. W. wagt es , Zweifel an den orrtokravischen Föhigkeiten von L.L. aufkommen zu lassen! Diese sind aber nicht etwa unter aller Sau, sonder über alle Zweifel erhaben. Was Dr. Webbaer hier betreibt, muss also fast schon als Plas- Femie bezeichnet werden. Und so was ist ja hier vermutlich eher weniger gern gesehen.
    L.L hat nämlich mal als Dorfschullehrer gemanistisch Deutsch unterrichtet . Unter anderem auch die Kunst der Schreibung. Ob recht oder nicht, war zu unrecht umstritten.
    Da L.L. aber im Grunde seines (reinen) Herzens ein wirklich echter Liberaler ist, hat er natürlich einen gewissen Hang zur Anarchie. Zu mindest was den korrekten Gebrauch von Buchstaben betrifft.
    Wie man sieht kann also keine Rede von fahriger Schuss- lisch – keit sein!
    Das ganze hat System. Man könnte es als libertären Anarcho-Protest bezeichnen.
    Und sowas könnte doch ganz im Sinne von Dr. W. sein. Nur Mut .

    In diesem Sinne grüßt
    L.L

    Prost Scriptum: L.L erwartet (nur) mit Nichten” Fortsetzung der Korrespondenz”
    ( Denn Nichten sind ihm allemal noch lieber als die Neffen)
    Es ist schließlich nicht so, dass es sonst nichts zu schreiben gäbe.
    (Zudem das Geschreibsel von L.L immer unter dem Vorbehalt der diesbezüglich oft eher weniger geneigten Gattin zu erfolgen hat)

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