• Von Markus Pössel
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Welche Namen bekommen die Exoplaneten?

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… aber nicht einfacher
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Bis Ende Oktober kann noch abgestimmt werden: Welche Namen sollen die Planeten in den 20 Systemen erhalten, die von der Internationalen Astronomischen Union für das Projekt “Name ExoWorlds” ausgesucht wurden? Hier sind die Planetensysteme, um die es geht:

Location of 20 ExoWorlds in the Milky Way
Die 20 Exowelten, die jetzt einen (Zweit-)Namen bekommen sollen. Bild: IAU/ESO/S. Brunier

 

Die Namensvorschläge wurden von Astronomievereinigungen, Sternwarten, Schulen und ähnlichem gemacht. Sie reichen von doch sehr lokalen Bezügen bis hin zu Klassikern wie “Hypatia” oder “Genji”, von der Bezeichnung für ein Sojabrötchen bis zu dem Vorschlag, die Planeten eines Systems doch bitte nach den “Dualen Oberschulen” der Pfalz zu benennen.

Wir beim Haus der Astronomie haben auch einen Vorschlag gemacht, und zwar für das Ypsilon-Andromedae-System mit seinen drei Planeten. Wir fanden, dass es nicht immer Mythologie sein muss und haben die Namen von guten Ideen vorgeschlagen: Uhuru (“Freiheit” auf Suaheli, gleichzeitig Name des ersten richtigen Röntgensatelliten), Aloha (Zuneigung/Nächstenliebe/Mitgefühl auf hawaiianisch), Sapereaude (zusammengezogen aus sapere aude, wage es, dich deines Verstandes zu bedienen, als Motto der Aufklärung) und Satyagraha (als Grundprinzip des gewaltlosen Widerstands nach Gandhi).

Wir freuen uns natürlich über Unterstützung für unseren Vorschlag (Zaunpfahl, wink, wink). Auch wenn, zugegeben, der Alternativ-Vorschlag, den Hauptstern “Herschel” zu nennen und darum herum die drei astronomischen Herschels John, William und Caroline kreisen zu lassen, auch etwas für sich hat.

Anyway: Abstimmen kann jeder, der Internet-Zugang hat, und zwar kann für jedes System einmal abgestimmt werden (sprich: insgesamt 20 Mal). Doppelt-Abstimmen wird nur so ungefähr kontrolliert (sonst hätte man etwas mit Benutzernamen und Einloggen machen müssen), insofern: Ehrlichkeit ist gefragt.

Die neuen Namen werden als “offizielle inoffizielle” Namen, anerkannt von der für solche Dinge zuständigen Internationalen Astronomischen Union, an die Seite der üblichen Katalogbezeichnungen treten.

Hier geht’s zur Abstimmung:

NameExoWorlds-Webseiten

Markus Pössel hatte bereits während des Physikstudiums an der Universität Hamburg gemerkt: Die Herausforderung, physikalische Themen so aufzuarbeiten und darzustellen, dass sie auch für Nichtphysiker verständlich werden, war für ihn mindestens ebenso interessant wie die eigentliche Forschungsarbeit. Nach seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam blieb er dem Institut als "Outreach scientist" erhalten, war während des Einsteinjahres 2005 an verschiedenen Ausstellungsprojekten beteiligt und schuf das Webportal Einstein Online. Ende 2007 wechselte er für ein Jahr zum World Science Festival in New York. Seit Anfang 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, wo er das Haus der Astronomie leitet, ein Zentrum für astronomische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Pössel bloggt, ist Autor/Koautor mehrerer Bücher, und schreibt regelmäßig für die Zeitschrift Sterne und Weltraum.