Lehren hilft forschen

BLOG: RELATIV EINFACH

… aber nicht einfacher
RELATIV EINFACH

Zugegeben: Besonders spannend ist Wissenschaft, wenn neue Ergebnisse uns überraschen. Andererseits ist es auch ganz nett, bestätigt zu sehen, was man schon länger für zutreffend gehalten hat; in diese Kategorie fällt für mich eine in Science erschienene Studie, die besagt: Erfahrungen in der Lehre machen (in diesem Falle: junge) Wissenschaftler auch zu besseren Forschern.

Dass es der Forschung nützt, wenn man mit anderen Menschen darüber redet und versucht, systematisch zu erklären, was man dort eigentlich tut, ist eine Binsenweisheit.alt

Das fängt an mit einfachen Situationen wie der folgenden: Ich stecke mit meiner Forschung an irgendeiner Stelle fest und beschließe, den Rat eines Kollegen einzuholen, der durchaus auf dem gleichen Gebiet forscht wie ich, aber nicht über das gleiche Thema. Folglich muss ich erst erklären, worin mein aktuelles Problem besteht, und während ich das tue, fällt mir auf einmal selbst eine Lösung ein. Jedes Mal, wenn mir das passiert ist, versicherten mir die betroffenen Kollegen, dass es ihnen selbst auch schon so gegangen sei.

Mehrere Kollegen, die gerade ihre Postdoc-Zeit hinter sich hatten (typischer Weise 2-3 Jahre intensiver Forschung, nicht selten mehrere solcher Zeitstellen hintereinander) und zum Zeitpunkt des Gesprächs gerade auf ihrer ersten (Zeit-)Stelle mit Lehrverpflichtung gelandet waren, erzählten mir andererseits, welche neue Perspektive auf ihre eigene Forschung ihnen die Lehre gegeben hätte. Der Grundtenor, etwas zugespitzt: In der Postdoc-Phase ist man ziemlich eng an einem bestimmten Spezialthema dran, steht unter großem Druck, möglichst viele und gute Fachartikel zu veröffentlichen, und hat daher kaum Zeit, über den Tellerrand zu schauen. Vorlesungsvorbereitung zwingt einen, größere Zusammenhänge zu betrachten und seine Kenntnisse in einem weiteren Feld aufzufrischen, gibt einem damit auch eine ganz andere Perspektive auf das eigene Spezialgebiet – und kann damit unter Umständen auch die Richtung der eigenen Forschung verändern.

Der erwähnte Science-Artikel (ich bin über einen Kurzbericht in Nature darauf aufmerksam geworden) setzt auf einer noch elementareren Ebene an.  Aber von vorn: der Artikel ist

David F. Feldon et al.: Graduate Students’ Teaching Experiences Improve Their Methodological Research Skills in Science 333 (2011), S. 1037-1039 [weiteres Online-Material].

Die Autoren kommen von der Universität Virginia, vom Cincinnati Children’s Hospital, von der University of South Carolina, der University of Texas-Austin und der Zayed-Universität in den Vereinigten Arabischen Emiraten. 

Die Testpersonen waren 95 Doktoranden aus dem Bereich Naturwissenschaften-Mathe-Ingenieurswissenschaften in den ersten drei Studienjahren (in den USA müssen Doktoranden ja typischer Weise noch Kurse absolvieren, bevor sie dann mit der eigentlichen Doktorarbeit beginnen).

Von den Teilnehmern arbeiteten 46 als “research assistants”, also als wissenschaftliche Hilfskraft in der Forschung. Die anderen 49 Teilnehmer hatten Jobs als wissenschaftliche Hilfskraft, bei denen sie zum Teil in der Forschung halfen, zum Teil Lehraufgaben übernahmen: Entweder, indem sie in den Uni-Lehrbetrieb eingebunden waren (in Deutschland wären hier typische Jobs die Betreuung von Übungsgruppen oder Praktika, oder die Korrektur von Übungsaufgaben) oder in einem Outreach-Projekt, bei dem Doktoranden mit Lehrern für die Klassenstufen 6-8 (middle school) zusammenarbeiten. Die Job-Zuordnung der Teilnehmer wurde dabei durch die Studienautoren nicht beeinflusst.

Bei diesen Testpersonen wurde dann untersucht, wie sich ihre Fähigkeit, ein gutes und sinnvolles Forschungsprojekt zu definieren, während der Laufzeit der Studie verbessert hatte. Das Kriterium war dabei das folgende: Als Teil ihrer regulären Studien mussten die Studenten “research proposals” abgeben, also Projektbeschreibungen für ein eigenes Forschungsprojekt. Das erfordert eine Reihe von Fähigkeiten, die für die Forschung wichtig sind: eine realistische Einschätzung des entsprechenden Themas, das Stellen von Fragen, die sich durch geeignete Methoden dann auch beantworten lassen, die Auswahl dieser geeigneten Methoden sowie eine richtige Einschätzung ihrer Validität und Zuverlässigkeit, und derlei mehr. Die Abgabe dieser Projektbeschreibungen markierte den Beginn der Studie.

Die Studenten, die an der Studie teilnahmen,  mussten dann rund ein halbes Jahr später eine revidierte Version ihrer Projektbeschreibung einreichen. Jede Beschreibung, sowohl aus der ersten wie aus der zweiten Runde, wurde von zwei Fachleuten bewertet.

Der Artikel und das online verfügbare Zusatzmaterial geben wieder, dass die Autoren dabei, wie es sich gehört, bemüht waren, auszuschließen, was die Ergebnisse verfälschen könnte. Sie haben beispielsweise geprüft, ob sich die beiden Teilnehmergruppen eventuell in punkto voriger Forschungserfahrung unterschieden, oder ob die Teilnehmer, die sich zusätzlich in der Lehre engagierten, vielleicht einfach besser darin waren, verständliche Texte zu schreiben.

Das Ergebnis war dann aber offenbar recht eindeutig: Die Teilnehmer, die sich unter anderem in der Lehre beteiligt hatten, waren anschließend (also im Vergleich der zweiten mit der ersten Projektbeschreibung) deutlich besser in der Lage, ein gutes Forschungsprojekt zu definieren und zu planen, als ihre Kollegen, die zwischendurch rein in der Forschung tätig gewesen waren.

Natürlich misst jede Studie nur, was sie sich zu messen vorgenommen hat. Und das Formulieren sinnvoller und realistischer Projektvorhaben ist eben nur eine der Fähigkeiten, die ein guter Forscher haben muss. Allgemeine Fähigkeiten wie Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz und je nach Teilgebiet sehr spezifische Fähigkeiten z.B. im Umgang mit bestimmten Werkzeugen gehören auch dazu. Aber irgendwo muss man mit einer Studie ja ansetzen, und das hier auf dem Umweg über die Projektbeschreibungen gemessene Verständnis dafür, wie Forschung funktioniert und wie man ein realistisches und umsetzbares Forschungsvorhaben definiert, ist sicherlich kein schlechter Ausgangspunkt.

Weiterhin gilt immer: Korrelation ist keine Kausation. Doch in diesem Falle liegen ja durchaus plausible Mechanismen dafür vor, wie das eine das andere beeinflussen dürfte. Ich meine dabei nicht nur die Erfahrungsberichte in der Einleitung meines Blogbeitrags, sondern die Autoren des Science-Artikels zitieren eine Reihe von Studien, die zeigen, wie die Notwendigkeit, das Gelernte zu artikulieren und anderen zu erklären oder beizubringen, in verschiedenen Situationen eigene Lernprozesse unterstützt. Insofern halte ich die Überschrift meines Blogbeitrags durchaus für eine legitime Verkürzung dessen, was David Feldon und seine Kollegen da mit ihrer Studie belegen: Lehren hilft forschen!

Wobei mich interessiert, was die Leser dieses Blogs für Erfahrungen haben – sowohl in der Wissenschaft als auch, per Analogieschluss, in anderen Tätigkeitsgebieten. Hilft euch eure Lehrtätigkeit – die ja durchaus Zeit kostet und von einigen Wissenschaftlern als lästige Pflicht gesehen wird – beim Forschen? Hilft der Perspektivwechsel, der eintreten kann, wenn man das eigene Fachgebiet betrachtet, um es anschließend anderen beizubringen? Oder hat eure Lehrerfahrung eurer Forschung schon einmal eine neue Richtung gegeben oder euch sogar zu einem konkreten neuen Projekt angeregt?

 

 

Markus Pössel hatte bereits während des Physikstudiums an der Universität Hamburg gemerkt: Die Herausforderung, physikalische Themen so aufzuarbeiten und darzustellen, dass sie auch für Nichtphysiker verständlich werden, war für ihn mindestens ebenso interessant wie die eigentliche Forschungsarbeit. Nach seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam blieb er dem Institut als "Outreach scientist" erhalten, war während des Einsteinjahres 2005 an verschiedenen Ausstellungsprojekten beteiligt und schuf das Webportal Einstein Online. Ende 2007 wechselte er für ein Jahr zum World Science Festival in New York. Seit Anfang 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, wo er das Haus der Astronomie leitet, ein Zentrum für astronomische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Pössel bloggt, ist Autor/Koautor mehrerer Bücher, und schreibt regelmäßig für die Zeitschrift Sterne und Weltraum.

9 Kommentare

  1. Geht so Wissenschaft? Per willentlichem Entschluss trotz bemerkten Widerspruchs am Prinzip festhalten? Ich meine solche Sätze:

    “NATÜRLICH misst jede Studie nur, was sie sich zu messen vorgenommen hat.” gegen “ABER irgendwo muss man mit einer Studie ja ansetzen,…”, oder “Korrelation IST keine Kausation.” gegen “DOCH in diesem Falle liegen ja durchaus plausible Mechanismen dafür vor…”

    Ist das theoretische Beliebigkeit oder das ‘Ich weiß, dass ich nichts weiß, aber das ganz bestimmt’?

  2. @Arthur_T

    Widersprüche gibt’s da, soweit ich sehen kann nur, wenn man die Aussagen in meinem Text ziemlich verzerrt interpretiert.

    “Forschungsfähigkeit” ist ein schwammiger Begriff; keine Studie kann alles messen, was dazu gehört. Aber das, was diese spezielle Studie misst, ist schon einmal eine sinnvolle Teilmenge von Forschungsfähigkeit. Dass es eine Teilmenge ist, sollte man nicht vergessen; dass es eine interessante Teilmenge ist, sollte man aber auch nicht kleinreden. Wo sollte da ein Widerspruch sein?

    Korrelation ist in der Tat nicht dasselbe wie Kausation. Aber Korrelation plus die Kenntnis von plausiblen Mechanismen, wie eine der beiden miteinander korrelierten Größen die andere beeinflusst, ist in der Tat ein Hinweis auf Kausation. Wiederum: Wo sollte da ein Widerspruch sein?

    Das ist keine Beliebigkeit, sondern schlicht eine Bewertung dessen, was die Studie sagt und was sie nicht sagt – mit einem Hinweis auf die Grenzen, aber ohne als Überreaktion auf diese Grenzen gleich die ganzen Ergebnisse über Bord zu werfen.

  3. Da ist gar nichts verzerrt interpretiert.

    1. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Lehren forschen hilft, dann lässt sich das sicher begründen, da gibt es dann Argumente, die sich im Einzelnen prüfen lassen, ob sie stimmen, ob sie objektiv sind oder nur praktisches Gefühl. Was sollte da dann überhaupt noch gemessen werden, etwa ein Drittel Frustrationstoleranz plus ein halbes Durchhaltevermögen bewirken drei fünftel Forschungsfähigkeit oder umgekehrt? Kann man sich ja auch mal fragen, was da überhaupt gemessen wird, zu welchem Zweck und was man damit für eine Erklärung überhaupt zusammen hat.

    2. Mit ihrem DOCH und dem ABER schränken sie ihr Urteil (Mal ganz abgesehen davon, ob die Urteile richtig sind oder nicht)ein, von wegen NATÜRLICH und IST. Ist Kausation nun Korrelation oder nicht oder nur manchmal oder nur in diesem Fall. Wenn die Studie eh nur misst was man sich zu messen vorgenommen hat, dann ist die Messerei überflüssig, sie halten aber mit einem merkwürdigen Hinweis daran fest, wohl weil es gängige Praxis ist, oder was?
    Was sind denn das dann überhaupt für komische Grenzen, auf die sie hinweisen? Dann lassen sie doch gleich den Hinweis darauf, wenn sie unabhängig davon drauflos theoretisieren. Oder wollten sie nur bescheiden kritisieren?

    3. Wissen sie was ein Zirkelschluss ist? Ein Bewirkendes namens Durchhaltevermögen bewirkt, dass ein Mensch durchhält. Dass er durchhält kann nur daran liegen, dass er ein solches Vermögen besitzt. Ursache und Wirkung sind gleichgesetzt und nach belieben austauschbar, das läuft auf eine Pseudoerklärung hinaus, da kann man noch so viel herummessen, die Annahme eines Durchhaltevermögens ist schon verkehrt, weil Null. (Ebenso Fähigkeit oder Frustrationstoleranz) Mit der ganzen Messerei wird Kausalität fingiert (siehe 1.).

  4. @Arthur_T

    Aus meiner Sicht gehen die Verzerrungen da bei Ihnen ziemlich munter
    weiter, aller Beteuerungen zum Trotz. Na gut, nochmal:

    zu 1.: Es gibt keine allgemeingültige und gleichzeitig präzise Definition
    von “Forschungsfähigkeit” (wie bei so vielen Wörtern der
    Alltagssprache). Wer immer eine Studie wie die hier beschriebene
    durchführt, in der bestimmte Teilaspekte die Forschungsfähigkeit
    repräsentieren sollen, muss sich im klaren darüber sein, dass er damit
    eben nur jene Teilaspekte erfasst, nicht “die Forschungsfähigkeit” an sich.
    Was nicht heißt, dass die Studie keine interessanten Erkenntnisse
    bringen kann. Diese beiden Dinge hatte ich im Hauptbeitrag geschrieben, und daraufhin kamen ihre
    nicht näher begründeten “Widerspruch!”-Anwürfe.

    zu 2.: Gerade umgekehrt! Mit NATÜRLICH und IST leite ich in diesem
    Falle allgemeine
    Einwände ein und unter DOCH und ABER gibt es Argumente, warum sie die
    Studie bzw. meine Schlüsse nicht entwerten. Eben eine differenzierte
    Betrachtung mit Abwägung von für und wider. Mit “was
    die Studie misst” ist freilich nicht gemeint, was die Studie als Ergebnis der
    Messung bekommt; stünde dies bereits fest, dann wäre “die Messerei” in der Tat “überflüssig”. Es
    ist nur gemeint, welche Größe man überhaupt (ergebnisoffen)
    zu messen beschlossen hat (nämlich bestimmte Teilaspekte von
    “Forschungsfähigkeit”). Und die Grenzen der Studie sind, was
    ich hier wiederholt geschrieben habe: dass diese Studie eben nur bestimmte
    Teilaspekte von “Forschungsfähigkeit” erfasst.

    zu 3.: Klar weiß ich, was ein Zirkelschluss ist. Nur hat das, was Sie anschließend über Durchhaltevermögen schreiben, nichts mit meinem
    Blogbeitrag oder der von mir beschriebenen Studie zu tun.

  5. @Markus

    1. Und “Teilaspekte von Forschungsfähigkeit” sind nicht etwa “Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz, bestimmter Umgamg mit Werkzeugen, etc” (siehe Zirkelschluss)? Der Übergang der Studie von der Beschäftigung mit oder in Forschungsvorhaben hin zu psychologischen Annahmen von irgendwelchen inneren Kräften des Forschenden ist der Fehler. Da können sie noch so viele Teilaspekte entdecken wollen und sich überlegen, wie sie die messen. Von wissentschaftlichen Interesse ist, was ist Inhalt der Forschung und kriegt der Forschende etwas heraus über den Gegenstand, den es zu erklären gilt. Die Studie will ja davon gar nichts mehr wissen. Sie will den Zirkelbeweis führen und diesen mit Zahlen bestätigt wissen (natürlich handeln sie sich genau die Schwierigkeiten und Differenzen ein, die sie so schön mit “es gibt keine präzise und allgemeingültige Definition von ForschungsFÄHIGKEIT” beschreiben. Und das ist der Auftakt die inneren Wirkkräfte in noch mehr Einzelkräfte und Einflüsse zu zerlegen, und die messen zu wollen, siehe Punkt 3, der Fehler wird munter fortgesetzt, indem man bestimmte Teilaspekte, die man ja kaum genau definieren kann, quantifiziert.) Sie haben keine Kritik an der Annahme einer Forschungsfähigkeit oder eines Teilaspektes davon, obwohl sie wissen, was ein Zirkelschluss ist.

    2. Die Erinnerung an allgemeine Einwände kommen einem Bekenntnis gleich, wenn sie die mit ihren Differenzierungen vom Tisch wischen. Nicht ihre Differenzierungen werden entwertet durch die allgemeinen Einwände, sondern umgekehrt die Differenzierungen entwerten die allgemeinen Einwände, sie überschreiten die Grenzen an die sie formal erinnern wollen, die irgendwo entdeckt worden sein sollen und wenn man das tut, dann kann man die Erinnerung an die Grenzen gleich lassen. Ich hielt die Erinnerung an Grenzen für überflüssig und eben widersprüchlich.

    3. Siehe unter 1.

    4. Was war denn für sie das interessante an der Studie? Ein Erfahrung, die sie beim Forschen und Lehren gemacht haben, teilweise zahlenmäßig bestätigt zu bekommen? Ich halte die ganze Studie für überflüssig. Sollen die Forschenden forschen und was herausbekommen, die werden schon irgendwie der Sache auf den Grund kommen, links oder rechtsherum, dann haben sie irgendwann eine Erklärung oder nicht. Und bei der Lehre wissen sie schon was sie lehren und der ERfolg hängt wohl auch noch ein bischen vom Belehrten ab. Die Studie aber tut so als hätte sie irgendeinen x-beliebigen Gegenstand des Forschungsinteresses schon erfasst, als wisse sie den richtigen Zugang zum Stoff und beurteilt nun die Fehler, indem sie sie quantifiziert, sie übersetzt die gemachten sachlichen Fehler in eine Unfähigkeit oder Fähigkeit Fehler zu machen oder sie nicht zu machen. Wieso forscht man dann eigentlich noch, wenn die Studientypen die Fehler schon kennen oder die richtigen Methoden, die zur Erklärung führen? Der Fehler ist, eine gesellschaftliche Norm in eine menschliche Fähigkeit zu übersetzen, dieser Norm zu entsprechen. Dieser Norm zu entsprechen ist ein Willentsakt, er wird mit einer Berechnung getätigt. Und jemanden etwas richtiges beizubringen hängt, wie gesagt immer noch dem ab, der etwas begreifen soll. Der Maßstab des Lehrerfolgs soll an einer Fähigkeit hängen oder eines Teilaspekts? Der Maßstab Erfolg zu haben, ist mit dem Inhalt eines Überzeugungsarguments sachlich überhaupt nicht vergleichbar.

  6. Kids ask the darndest questions …

    Markus Pössel schrieb (14. September 2011, 12:30):
    > Wobei mich interessiert […] Hilft euch eure Lehrtätigkeit – die ja durchaus Zeit kostet und von einigen Wissenschaftlern als lästige Pflicht gesehen wird – beim Forschen?

    Unbedingt.
    Meine (fakultative) Lehrtätigkeit betreffend die (S)RT, und im Besonderen den Begriff “Lichtuhr”, gab mir z.B. Anlass für Forschung zum Thema “metric embedding of (labelled directed) graphs”.

  7. @Arthur_T

    Sorry, was Sie da schreiben, wird mir jetzt doch zu konfus. Sie werfen wild die Studie und meine Bemerkungen dazu durcheinander, außerdem das, was die Studie gemessen hat und Dinge (Lehrerfolg, Gegenstände des Forschungsinteresses), die gar nicht darin vorkommen; dann kommt wieder die nicht näher erläuterte und aus meiner Sicht haltlose Unterstellung eines Zirkelschlusses – dass hat so wenig mit dem zu tun, was ich geschrieben habe und worum es in der Studie geht, dass ich da keine Chance auf eine sinnvolle Diskussion sehe.

  8. Welch phantastische Erkenntnis und so unvorhersehbar! Das nächste Projekt der Forscher ist sicher eine Studie, die die Frage zu beantworten versucht, ob der Mensch Angst vor dem Tod hat.

  9. @X

    Nee, so einfach ist das ja nun auch nicht. Dass Outreach und Lehre allgemein gut und sinnvoll sind, darüber dürfte Einigkeit herrschen. Dass ein Wissenschaftler, der eine universitäter Laufbahn anstrebt, auch lehren können sollte, ist auch naheliegend. Aber dass es den jungen Wissenschaftlern auch direkt für ihre eigene Forschung und für ihre Entwicklung als Forscher etwas bringt, ist keine Selbstverständlichkeit.

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