Du badest darin – Dein Plastik-Meer

Bloggewitter_KinderSammelt Ihr Plastik? Das ist gut so. Aber vielleicht nicht gut genug. Forscher sind weltweit der Spur des Plastikmülls gefolgt. Ergebnis: Zwischen fünf bis 13 Millionen Tonnen davon landen pro Jahr in den Weltmeeren. Tendenz steigend!

192 Länder der Erde haben Strände und Küsten, die zum Fischen, Baden, Wandern oder Surfen einladen. Dass dort immer wieder auch viel Plastik angeschwemmt wird, habt Ihr vielleicht beim Badeurlaub schon selbst hautnah erlebt. Es sieht nicht gerade einladend aus, wenn am Strand mehr Plastikreste als Muscheln zu finden sind.

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Plastikmüll entlang der Küste der karibischen Insel Haiti Bild: Timothy Townsend

 

Früher haben große Frachtschiffe Kunststoffmüll auf hoher See einfach ins Meer gekippt und „entsorgt“. Doch das ist schon lange verboten. Woher also kommen die Joghurtbecher und Plastikflaschen am Strand?

Amerikanische und australische Forscher haben die Spur des Kunststoffmülls verfolgt. Sie haben Daten aller Länder, die auch eine Küste haben, gesammelt und ausgewertet. In ihrem wissenschaftlichen Bericht im Fachmagazin Science schätzen sie, dass in diesen 192 Ländern ungefähr 275 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr anfallen – Einkaufstüten, Verpackungen oder auch Plastikspielzeug. Immerhin der Großteil davon landet auf ordentlichen Mülldeponien oder wird recycelt. Aber eben nicht alles. Fünf bis 13 Millionen Tonnen werden nicht richtig entsorgt und gelangen in die Weltmeere. (Auf Spiegel Online könnt Ihr mit der Maus über eine Weltkarte fahren und sehen, wie viel des Mülls der einzelnen Länder im Meer landet. Deutschland ist mit immerhin 2 Prozent dabei – das bedeutet, dass je Kilogramm Plastikmüll 20 Gramm im Meer enden).

Und weil Plastik so wunderbar lange hält, und selbst die pralle Sonne, das salzige Wasser und Wärme oder Kälte den Kunststoffen kaum etwas ausmachen, wird der Müll in den Meeren immer mehr. Heute finden Forscher Plastik am Nord- oder Südpol genauso wie in den ganz tiefen Schichten der Meere.

Es gibt ein paar Möglichkeiten, was wir dagegen tun können:

1. Bessere Müllentsorgung

Selbstverständlich sollte sein, dass alle darauf achten, dass kein Müll falsch entsorgt wird. Aber natürlich ist es viel besser, wenn Müll gar nicht erst anfällt.

2. Müll im Meer sammeln

Den Müll im Meer wieder einfangen? Das ist eine ziemlich verrückte Idee. Boyan Slat, ein junger Niederländer will genau das machen. Vor ungefähr drei Jahren hat Slat seine Idee auf einer englischsprachigen Konferenz vorgestellt. Es gibt in den Meeren bestimmte Wirbel, in denen sich der Plastikmüll besonders sammelt. Dort, will er ihn in riesigen Fangarmen und Netzen einfangen.

Inzwischen hat Boyan Slat über Crowdfunding Geld gesammelt. Er hat ein Büro und ein Team, mit dem er Pläne erstellt und Messungen vornimmt. Er hat auch schon erste Versuche auf hoher See mit großen Netzen gestartet. Sein Ansatz ist allerdings unter Experten umstritten: Plankton und Algen könnten in den Netzen hängen bleiben. Die Netze sind schwer aufzuspannen und könnten reißen…

 

3. Plastik vermeiden

…was wirklich hilft, ist das Vermeiden von Plastik. Manche haben das schon ganz besonders umfassend versucht. Schaut Euch doch die Videos von Jahn Korte oder von Familie Krautwaschl an. Jahn Korte etwa hat versucht, ein Jahr ohne Plastik zu leben. Und die Krautwaschls wollten gleich Haus und Hof insgesamt zur Plastik freien Zone erklären.

Also keine Playmobil- und Lego- und Sandspielzeuge? Auch kein PS4, kein Wii, keine Xbox? Ganz so extrem muss es wohl nicht sein. Ihr könnt aber zum Beispiel zum Einkaufen immer leere Tüten und Stoffbeutel mitnehmen und sicher an vielen Stellen mehr Müll vermeiden.

 

Lasst uns doch überlegen, wo wir sonst noch Plastik einsparen können und welche weiteren Möglichkeiten sich im Kampf gegen den Plastikmüll in den Meeren unseres Planeten anbieten. (Ideen können wir hier gerne sammeln. Schreibt sie mir in den Kommentaren!)

Veröffentlicht von

Beatrice Lugger ist Diplom-Chemikerin mit Schwerpunkt Ökologische Chemie. Neugierde und die Freude daran, Wissen zu vermitteln, machten aus ihr eine Wissenschaftsjournalistin. Sie absolvierte Praktika bei der ,Süddeutschen Zeitung' und ,Natur', volontierte bei der ,Politischen Ökologie' und blieb dort ein paar Jahre als Redakteurin. Seither ist sie freie Wissenschaftsjournalistin und schreibt für diverse deutsche Medien. Sie war am Aufbau von netdoktor.de beteiligt, hat die deutschen ScienceBlogs.de als Managing Editor gestartet und war viele Jahre Associated Social Media Manager der Lindauer Nobelpreisträgertagung, des Nobel Week Dialogue in 2012/2013 und seit 2013 berät sie das Heidelberg Laureate Forum. Kommunikation über Wissenschaft, deren neue Erkenntnisse, Wert und Rolle in der Gesellschaft, kann aus ihrer Sicht über viele Wege gefördert werden, von Open Access bis hin zu Dialogen von Forschern mit Bürgern auf Augenhöhe. Seit 2012 ist sie am Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation, NaWik - und seit 2015 dessen Wissenschaftliche Direktorin. Sie twittert als @BLugger.

22 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hm, wie oft bzw. selten sollte man die Stoffbeutel dann waschen, damit die Umweltbilanz am Ende nicht schlechter als bei den Plastiktüten ist?

    • Bei einem normalen Einkauf verschmutzen doch die Stoffbeutel gar nicht? Und wenn ich immer die gleiche Tasche etwa für Kartoffeln verwende, geht das auch prima. Also ich bin nun wahrlich kein Schmutzfink, aber die Beutel wasche ich vielleicht einmal pro Jahr im Schnitt?

  2. Plastik einsparen ist kaum die Lösung für den Plastikabfall im Meer. Denn
    1) Plastik einsparen ist allenfalls das Hobby von ein paar Öko-Freaks, die sich anschliessend besser fühlen. Der Ozean bleibt davon unbeeindruckt. Er fühlt sich nicht besser weil Anneliese Obermeier auf Plastik verzichtet.
    2) Nicht das Verhalten der industrialisierten wohlstandsgesättigten Ländern ist in den nächsten Jahren entscheidend in Bezug auf die Umwelt sondern dasjenige der Schwellenländer, die unseren Weg zu Wohlstand nachvollziehen und sich bezüglich Abfall so verhalten wie wir das hier in den 1960er Jahren getan haben.
    3) Plastik gehört zu unserem industriellen Ökosystem. Polyäthylen ist eigentlich ein sehr guter Stoff ohne irgendein Schadenspotenzial. Nur wird Polyätyhlen leider biologisch nur langsam abgebaut.

    Ich könnte mir aber vorstellen, dass auch die reichen Länder mithelfen können das Problem zu lösen. Indem sie beispielsweise
    a) die Quellen systematisch erfassen aus denen der Plastikmüll stammt.
    a 1) Satellitenbilder auswerten , Messonden installieren in Flüssen und Gewässern, die Richtung Meer fliessen
    b) Projekte finanzieren, die den Müll wieder einsammeln.
    c) schon existierende Polyäthlen abbauende Bakterien erforschen, weiter verbessern und schliesslich direkt im Ozean oder in Bioreaktoren, die auf dem Ozean treiben einsetzen um den Plastik biologisch abzubauen. Oder aber man manipuliert Bakterien genetisch so, dass sie im Meerwasser Polyäthylen abbauen können.

  3. China, das 3.53 Millionen Tonnen Plasitk pro Jahr ins Meer spült (Nr. 1 also), produziert nur halb soviel Plastik wie die USA, nur landet in den USA weniger im Meer. Die Plastikmüllforscherin Jenna Jambeck nennt 10 Länder als Hauptquellen von Plastikmüll, der im Ozean landet. Praktisch all diese Länder (viele südostasiatische Länder sind darunter) verbrauchen pro Person sehr viel weniger Plastik als die USA oder Europa. Sie haben einfach noch nicht die Müllsammeldisziplin, die wir uns inzwischen angeeignet haben.
    Das Problem lässt sich folgendermassen fassen

    Yet the amount of plastic entering the ocean is likely to keep rising in the years to come. Jambeck and her colleagues point out that 16 of the top 20 plastic producers they identified are middle-income countries [wie China], where strong economic growth will probably result in even more plastic use, but where the infrastructure to deal with the waste is still lacking.

  4. Jeder sollte sich Mal Jambecks Excell-Sheet zu den Abfallströmen, aufgeschlüsselt nach Land, runterladen und die Spalte „Inadequately managed plastic waste [kg/day]7
    „>dann absteigend sortieren. Hier die ersten 20 Einträge:
    Inadequately managed plastic waste [kg/day]7

    China 23’530’300
    Indonesia 8’600’093
    Philippines 5’035’956
    Vietnam8 4’909’870
    Sri Lanka 4’256’120
    Thailand 2’741’031
    Egypt 2’572’170
    Malaysia 2’476’510
    Nigeria8 2’276’636
    Bangladesh 2’108’603
    South Africa 1’664’382
    India 1’605’729
    Algeria8 1’378’693
    Pakistan8 1’286’583
    Burma/Myanmar 1’227’208
    Turkey 1’187’323
    Brazil 1’046’087
    Morocco 824’650
    Korea, North 815’165

    • Auffallend übrigens, dass Indien gleichviel Plastikabfall wie Südafrika falsch entsorgt obwohl Indien mehr als 1 Milliarde Einwohner hat, Südafrika aber nur 42 Millionen.
      Indien ist wirtschafltich allerdings noch weit hinter Südafrika. Es kann noch „aufholen“.

    • Vielleicht sind Badestrände am Baggersee mitgerechnet?

      Entweder ein Druckfehler oder manche Staaten werden mehrfach gerechnet (Küstennah zwei oder mehr Meeren, weit entfernte Gebiete). Mir fallen ohne Blick auf die Karte alleine in Europa 11 Flächen- und 4 Kleinstaaten ohne Meeresküste ein, 5 in Asien, 2 in Amerika. Afrika dürfte mehr als zehn haben.

      Aber mal abgesehen davon, daß das Vorhandensein von Stränden nicht so wichtig ist, sondern es um Küsten geht, wäre selbst das kein Ausschlußkriterium, denn fast alle küstenlosen Staaten haben eine fluviatile Verbindung zum Meer. Man muß den Müll nicht direkt ins Meer werfen, ein großer Fluß tut’s auch.

      Für das Problem also unwesentlich.

      • Korrigieren geht leider nicht.
        Asien hat natürlich mehr, ich habe die zentralasiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken vergessen, davon drei ohne Küsten.

        Wobei die nur ans Kaspische Meer grenzenden Staaten eigentlich freigesprochen werden von Schuld an der Verschmutzung der Ozeane…

  5. Solange die Plastemüll Export/Import-Quoten mit Endlagercharakter in Richtung Afrika und andere Entwicklungs / Schwellenstaaten nicht konkret herausgerechnet sind, würde ich da gar nichts glauben aus irgendwelchen Statistiken.

    Ausserdem müssen die Schiffahrtsrouten berücksichtigt werden. Würde mich nicht überraschen, wenn Plastemüll, der vor Südafrika verloren geht, diesem Staat zur Last gelegt würde.

    Also immer vorsichtig mit Verurteilungsthesen gegenüber Ländern, wenn man die Gesamtlage noch nicht ausserhalb einer Statistik gesehen hat.

    MFG

  6. Plastik vermeiden

    …was wirklich hilft, ist das Vermeiden von Plastik.

    Polymer-Verbindungen sind nicht toxisch, auch die Zusatzstoffe nicht, wenn sie ausreichend verdünnt werden können, insofern spricht nichts dagegen diese, gerne auch unter abgeschwächtem Sonneneinfluss, zu vergraben, die Verbindungen brechen beizeiten, oder abzufischen und wieder zu verwerten, sofern wirtschaftlich.

    Diesbezügliches Vorgehen hätte sozusagen den Vorteil des Single Point of Access, hmm, die ganze Müllverwertung hätte, verglichen mit dessen Trennung, diesen Vorteil, wenn angemessen institutionalisiert werden kann.
    Die Verwertungsanlagen sind in den letzten Jahren, insbesondere seit Einführung der Mülltrennung in der BRD, sehr viel effizienter geworden, finden Sie nicht?

    MFG
    Dr. W (der generell ein Freund sogenannter Workarounds ist, statt in Klein-Klein zu machen)

  7. Schön, einmal die großen, weltweiten Plastik-Stoffströme unter die Lupe zu nehmen! Aber dann mit Fingern auf andere zeigen, macht es mal mindestens so gut wie wir? Wenn das die Lösung ist?
    Und ich dachte, hierzulande gibt es im Großen und Ganzen auch nur Tüten-Initiativen und -Gesetzes-Absichten ;-). Dabei ist deren Anteil doch höchst gering, ich kenne eine Quelle, die spricht von 0,7 %. Und die sind zudem auch sehr oft mehrfach nutzbar!
    Auch wenn es vielleicht einigermaßen funktioniert, das DSD/Grüne-Punkt-System als angebliches Nonplusultra der Müll*trennung hier wäre auch schon wenigstens eine Erwähnung wert gewesen.
    Die vermeintliche Gefährlichkeit, nicht nur der großen Brocken, sondern auch des Mikro- und kleineren Granulats, gehört nach meiner Meinung auch zu dem, was unbedingt zu erwähnen gewesen wäre.
    Dazu stell ich mir aber immer noch die Frage, wieso es nicht möglich war, solche eher aktuelleren Entwicklungen auf den Plastik-Müll*markt strikt und einfach gesetzlich zu verbieten, bis dieses Zeugs da in den entsprechenden Handelsräumen schlichtweg auch restlos in Kläranlagen wieder herausfischbar ist?
    So ist leider vorprogrammiert, das Problem wird nur noch weiter wachsen …

    * ist nat. Ironie, sind alles Wertstoffe!

    • Ha!

      Diese gammel-Pseudo-Jute-Taschen sind seit einigen Jahren so dünn wie Plastiktüten das man durchguggen kann, reißen genauso gern im falschen Moment und kosten immer noch soviel wie die stabilen Taschen einst.

      Wenn es keine Vorschriften gibt, keine verbindlichen Qualitätsvorschriften für die Tragetaschen, wird man sie bald hauchdünn formen und denselben Müllberg produzieren wie mit Tragetaschen. Einweg-Produkte – Es ist in der Logik des Produktzyklus begründet, das Produkte nicht dauerhaft haltbar sind und aus Sicht der Produzenten und Händler auch nicht sein sollen. Auch Plastetragetäschchen könnten so hergestellt werden, oder gerade diese Taschen könnten so stabil sein, das sie Jahrzehnte halten. Will nur keiner …

      Ausserdem ist das schon fast ein kleines Problem im Vergleich zu dem Müll von hunderten Millionen Handies/Tablets/PCs etc jedes Jahr. Die Rohstoffe werden immer noch nicht ausreichend gesammelt und aufbereitet, WEIL ES SICH wirtschaftlich nicht LOHNT!

      Und für den Konsumenten ist der Kauf von Taschen, die nicht halten was sie versprechen ebenso wenig lohnend …

      MFG :-o)

      • Da kannste mal sehen, wie alt meine in Nutzung befindlichen (dicken Plastik-)Tüten schon sein müssen ;-). Und deren aktuellen Preise, die Frage würde ich auch nicht beantworten können!
        Also nicht nur an Jute wird gespart.

        Natürlich wäre es immer besser, mit Zahlen zu arbeiten, was ich ja zumindest teils versucht habe, besonders da, wo es um heute uns aufgedrückte „Initiativen“ geht.
        Und ein PC-Gehäuse hat ja nun einen doch anders gearteten Lebenszyklus als ein Joghurt-Becher, da werden also Zahlenverhältnisse pro Zeiteinheiten zueinander noch viel entscheidender. Doch beim Jogurt usw. nicht vergessen, auch eine Senkung der Wegwerfquoten bei Lebensmitteln, das ist beim Verpackungsaufwand zumindest auch mit in Betracht zu ziehen. Und beim immer noch anhaltenden Trend zu noch kleineren Haushalten …

  8. @Küstennebel
    Plaste, na was sagt uns das?

    Ich würde die heimischen „Müll“- Verbrennungsanlagen mal nicht so verdammt unterschätzen! Da wird mehr verbrannt als uns lieb ist, und da würde so manchen „Müll“-Trenner die Lust daran vergehen, ich bleibe mal bei einer harmlosen Reaktion ;-). Nein, es wird auch sehr fleißig noch „Müll“ importiert!

  9. „Verzichtet auf Plastik,das hilft,ihr schafft es aber nicht“ Kinder werden mit diesem Ratschlag letztlich verarscht. Es erinnert an die Moral der katholischen Kirche, die Sex nur zur Fortpflanzung erlaubte, aber wusste dass das die Gläubigen nicht schaffen,was aber auch ganz gut ist, weil sie dann als ewige Sünder gute Kunden der Kirche werden. Dies ist meine Interpretation folgenden Abschnitts:

    was wirklich hilft, ist das Vermeiden von Plastik. ..[kein Sex]

    Also keine Playmobil- und Lego- und Sandspielzeuge? Auch kein PS4, kein Wii, keine Xbox? [jeder kann mal eine Sünde begehen, ein Ablass hilft vielleicht gegen das Schuldgefühl]. Ganz so extrem muss es wohl nicht sein. Ihr könnt aber zum Beispiel zum Einkaufen immer leere Tüten und Stoffbeutel mitnehmen und sicher an vielen Stellen mehr Müll vermeiden.

    Doch leider löst man das Problem mit Stoffbeuteln und Plastikwiederverwendung nicht. Solche Scheinlösungen sollte man dem Nachwuchs gar nicht als Ausweg anbieten, denn so erzieht man Philister und Gutmenschen, die sich im Reinen mit der Umwelt fühlen und wenn sie gerade gesündigt haben – Ferienflug zu den Malediven z.B. – das mit einem kleinen Obulus kompensieren.
    Was wäre denn die wissenschaftsnahe Herangehensweise, die Kinder zu echten Problemverstehern und Problemlösern macht. Wohl eine Kombination von Wissensvermittlung und Eingeständnis, das es noch keine befriedigende Lösung gibt: „Wir arbeiten daran und du kannst mithelfen beim Finden von Lösungen.“
    Zudem könnte man das Problem in den grösseren Zusammenhang stellen und der wäre hier die (noch) nicht geschlossen Stoffkreisläufe. Der Mensch lebt nun mit sehr vielen selbstgeschaffenen Materalien und diese Stoffe müssen wir letzlich so behandeln wie die Natur das mit ihren Stoffen tut, wir müssen also das cradle-to-cradle Prinzip anwenden und die Stoffkreisläufe früher oder später vollkommen schliessen. Nicht immer heisst das Wiederverwendung, es kann auch Einäscherung sein. Polyäthylen beispielsweise kann ohne Rückstände verbrannt werden. Nur in die freie Natur sollte Plastik nicht entsorgt werden. In die freie Natur sollte heute fast nichts mehr entsorgt werden, denn dafür hat es einfach zuviele Menschen mit zuvielen Dingen, die in der freien Natur nichts zu suchen haben.

    • @ Herr Holzherr :

      Der Mensch lebt nun mit sehr vielen selbstgeschaffenen Mater[i]alien und diese Stoffe müssen wir letz[t]lich so behandeln wie die Natur das mit ihren Stoffen tut, wir müssen also das cradle-to-cradle Prinzip anwenden und die Stoffkreisläufe früher oder später vollkommen schliessen.

      Es ginge vielleicht alternativ auch Kinder von Blödsinn wie „Cradle2Cradle“ fernzuhalten und stattdessen derart zu kommunizieren, dass der Mensch (vs. Bär) sich von der Natur gegebenen Herausforderungen umgeben sieht, die jeweils zweckdienlich zu bearbeiten sind.
      „Cradle2Cradle“ als Ideologie herauszustellen, der andere (Umwelt-)Ideologien entgegengesetzt werden könnten, wobei der Wert einer Ideologie oder Ideenlehre jeweils die Zeit meinend neu zu bestimmen wäre.

      Insofern könnte auch das ‚Wir‘ und das ‚Müssen‘ pro-aktiv sozusagen angegangen werden, die Bildungsstätten betreffend wie die Heranwachsenden.

      Wobei natürlich derart nicht alle Heranwachsenden [1] kognitiv erreicht werden können und insofern selektiert werden könnte, abär: herausfordernd.

      MFG
      Dr. W

      [1] Es sollten hier nicht Heranwachsende in den Focus gesetzt werden, die Unterscheidung war beispielhaft gemeint.

  10. Bewußtsein des Einzelnen ist wichtig , aber mit ein bißchen Tütensammeln ist nichts erreicht.
    Dient eher als Feigenblatt für die Industrie , um auf die bösen Verbraucher zeigen zu können.

    • Geht in Richtung Materialanbeterei, die auch zunehmend medial kommuniziert wird, der Schreiber dieser Zeilen wäre nicht überrascht, wenn hier beizeiten bundesdeutsch noch streng ausgebaut werden wird.

    • Ohne die Zahlen irgendwie überprüfen zu können, sehe ich ein Problem beim Einsammeln darin, daß ein großer Anteil des schwimmenden Plastiks bereits in Mikropartikel zerfallen ist, die sich keineswegs so „einfach mit einem Sieb“ abtrennen lassen dürften. Was natürlich nicht bedeuten muß, daß man sie nicht trotzdem wirtschaftlich machbar herausfiltern kann.

      Ich würde sie ein Schiff allerdings gleich mutltifunktionsfähig machen und die eingesaugten Fische, Krebse und gegebenenfalls den Krill gleich mitverwerten. Was nach dem Einsammeln als Beifang zurückgeworfen wird ins Meer, ist oft sowieso verwundet und nicht mehr überlebensfähig. (Nicht ernst gemeint: aus dem eingesammelten Plastik könnte man doch sicher statt Treibstoff auch gleich Plastikverpackungen für den tiefgefrorener Fisch herstellen…)

      Die Antriebskosten könnte man natürlich auch noch reduzieren, indem man segelt oder den Antrieb mit Kitesegeln in großer Höhe unterstützt (bis dieses Schiff gebaut ist, ist diese Antriebsform auch serienreif).

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