Herbstdepression

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Das menschliche Miteinander auf der Couch
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Von der Frühjahrsmüdigkeit in das Sommerloch
Von der Herbstdepression in den Winterschlaf

(frei zitiert nach Britta)

Die warme Jahreszeit ist vorbei und kalter Wind fegt durch die laubbedeckten Straßen. Nicht jeder kann das bunte Blätterspiel der Natur genießen. Während viele die dunklen Monate mit behaglichen Kaminabenden und guter Literatur erfolgreich einläuten, kämpfen einige Menschen verzweifelt gegen die aufkeimende depressive Stimmung.

Seit den 80igern ist die seasonal affective disorder (SAD) in die klassischen psychologischen Klassifikationssysteme (DSM-IV) aufgenommen.

Betroffene klagen über eine bleiernde Müdigkeit, Gereiztheit und vermehrten Heißhunger auf v.a. kohlenhydratreichhaltige Nahrung und Schlaf. Die Beschwerden schränken stark die Leistungsfähigkeit ein.

Die Ursache liegt in der verminderten Intensität und Dauer des Tageslichts. Licht hat einen wichtigen Einfluss auf unser Neurotransmittersystem: Die Neurotransmitter Melatonin und Serotonin sind wahrscheinlich die Hauptakteure im herbstlichen Trauerspiel.

Behandelt wird diese spezielle Form der Depression mit einer Lichtherapie, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist. Sie führt bei 80 Prozent der SAD-Patienten zm Nachlassen der Symptomatik.

Sicher sind nicht alle melancholischen Tage im Herbst pathologischer Natur – und in vielen Fällen hilft sicher ein Abstecher in die sonnige Südsee. Der empfohlene Soundtrack für diesen Trip ist „Melancholie in der Südsee“ von Ideal.

Quelle: Konstantinidis et al. (2003). Diagnose, Ätiologie und Therapie der saisonal abhängigen Depression (SAD). J Neurol Neurochir Psychiatr. 4 (4): 26 – 30.

(kat)

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

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